Studieren auf dem Zauberberg - Gemütsprotokoll eines Kranken

 
 
    "Davos-Platz und -Dorf: der berühmteste Höhenkurort der Welt, 1560 m. Im Winter wenig, im Sommer häufig Wind. Ziemlich Staub und wenig Schatten. Heilanstalten, Volksheilstätten [...], aber zu viel Gelegenheit zu Vergnügungen. Der enorme Krankenzudrang und die zahlreichen Gebäude haben aus dem Dorf eine Stadt gemacht; es besteht die Gefahr, Davos könnte durch die eigenen Vorzüge ruiniert werden."

Aus dem dritten Band von Franz Penzoldts "Handbuch der gesamten Therapie" (1914).

Ein einfacher junger Mann befindet sich auf einer längeren, ihm gänzlich ungewissen Reise, die er innerlich unvorbereitet angetreten hatte. Und erst zwei Tage ist dieser im Leben noch wenig fest wurzelnde Mensch von seiner hanseatischen Heimatstadt entfernt, da hat er bereits seine gewohnten Gedankenkreise vergessen und ist durch die Rotationen einer sich ständig ändernden Umgebung im Handumdrehen zum Vagabunden geworden.

Dieser frühe Befund des Erzählers Thomas Mann über das Seelenleben seines Protagonisten Hans Castorp ließe sich leicht auf die eigene Gemütslage seit Studienanfang übertragen. Mein abenteuerlicher Weg über bzw. in unergründliche Schlünde begann vor zwei Jahren, als ich aus der norddeutschen Provinz in die - wie sich bald herausstellen sollte - nicht nur geographisch höher liegende Bundeshauptstadt Bonn gekommen bin, um an der hiesigen Universität die Suche nach dem wissenschaftlichen "Gral" zu beginnen. Und erfreulicherweise wurde mir diesbezüglich meine wesentliche Aufgabe schon am Tag meiner Immatrikulation gestellt, so daß ich frühzeitig glaubte, mich verläßlich orientieren zu können. Denn mit der Lektüreliste des uni-internen Literaturkanons in der Hand fühlte ich mich perfekt ausgerüstet und wähnte mich schon für das weitere Studium als unverletzbar. Die Warnung jedoch, daß es sich dabei natürlich um einen "keineswegs erschöpfenden Überblick" der zu lesenden Literatur handeln könne, mußte ich wohl überlesen haben, denn den akademischen Imperativ meinte ich deutlich hören zu können: Genüge dem kanonischen Bildungsideal! Mittlerweile sind vier Semester1 Germanistikstudium verflossen, und die naive Anfangseuphorie ist längst verflogen. Der Literaturkanon und das Bildungsideal haben sich ebenso als brüchig erwiesen, wie sich der bereits frühe Eindruck eines geistigen Vagabundierens an der Uni als stabil gezeigt hat. Desto zwingender stellt sich nun aber die Frage nach den Ursachen bzw. Symptomen. Vielleicht kann ja Thomas Mann weiterhelfen. (Denn wozu sonst studiert man Literaturwissenschaften, wenn nicht um Antworten auf ungelöste Fragen zu finden.)

Schließlich betont er in seiner "Einführung in den Zauberberg für Studenten der Universität Princeton" vom Mai 1939, als ein "Quester-Held" sei auch Hans Castorp zu verstehen. Und wenn er in selbiger Rede das Auditorium darüber aufklärt, daß es zum tiefer gründenden Verständnis seines "Opus magnum" mit der einmaligen Lektüre nicht getan sei, dann geschieht dies wohl auch mit der hinterhältig verborgenen Absicht, seine studentischen Leser, wie schon seinen Protagonisten Castorp, zu einem längeren, ausdauernden Aufenthalt in der Fiktion (?) des "Zauberbergs" zu verdammen. Doch was soll diese Monotonie bezwecken? - Nun, vielleicht wollte Thomas Mann durch diese Aufforderung bei den anwesenden Studenten einen Wiedererkennungseffekt herbeiführen. Denn tatsächlich werden die verwirrte Gereiztheit, die das Gemüt des "Kranken" Hans Castorp kennzeichnet, und die Deformationen seiner psychisch labilen Konstitution beim zweiten Lesen geradezu physisch erlebbar. Und zudem können dieselben Symptome auch im studentischen Alltag erfahren werden, resultieren sie doch aus einer gleichartigen potentiellen Unerfüllbarkeit der Ansprüche: einerseits aufgrund von Selbstüberschätzung der intellektuellen Fähigkeiten (Castorp versteigt sich in die Welt des Geistes), andererseits aber auch aufgrund der Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit in der Umgebung. So kann das Sanatorium im "Zauberberg" den Anspruch, den es gegenüber den "Kranken" proklamiert, nämlich sie heilen zu können, keineswegs erfüllen. Zusammen ergibt diese Konstellation von Hybris auf der einen und Lüge auf der anderen Seite eine perfekte Symbiose aus Festbeißen und Ansaugen und führt zu den pathologischen Symptomen. Das Resultat dieser gegenseitigen Täuschung ist also, um mit den Worten Heinrich von Kleists zu sprechen, das Scheitern an der "gebrechlichen Einrichtung der Welt". Und um eine Institution, die den geistig Hochfliegenden desto tiefer fallen läßt, je mehr sie immer noch die Befriedigung idealer und ideeller Ansprüche verspricht, obwohl sie diesen Dienst längst nicht (mehr?) zu leisten imstande ist, handelt es sich auch bei der uns vertrauten Universität. Die Ursachen hierfür sind viel zu zahlreich und vielschichtig, als daß sie in Kürze darzustellen wären. Ich möchte mich deshalb auf die Beschreibung der Symptome und ihren Auswirkungen konzentrieren, ohne mir allerdings das Urteil verkneifen zu können, daß es meines Erachtens den heutigen Universitäten nicht nur am nötigen Geld, sondern mindestens ebenso an Rückgrat und Mut zur Verwirlichung auch von neuen Visionen mangelt. Von dauerhafter und visionärer Kraft hingegen erweist sich Thomas Manns Roman, der 1924 vollendet wurde, und selbst losgelöst von seinem zeitlichen Entstehungskontext nicht an Authenzität verloren hat. Noch heute kann er als eine Allegorie, auch von gegenwärtigen Mißständen, gelesen und verstanden werden. So kann das Sanatorium "Berghof", - der Typus einer Heilanstalt, die sich nur noch selbst therapiert und verwaltet, ohne daß sie ihrer Klientel wirklich helfen geschweige denn heilen könnte - als moderne Universität begriffen werden, in welcher den Heilung resp. Wissen und Gewißheit suchenden Eingeschriebenen das Kranksein gleichsam ver- und vorgeschrieben wird. Es stellt sich die Frage, ob es ein bloßer Zufall ist, wenn ein dort praktizierender Professor den schönen Namen Kafka trägt. Ebenso merkwürdig und zumindest zweideutig scheint mir zu sein, daß die beiden lebenslänglich auf den Zauberberg verbannten, weil unheilbar Kranken, Settembrini und Naphta heißen. In ihnen vereinen sich die Charakter- und Leidenszüge von Schopenhauer und Nietzsche. Und beiden ist ihre Krankheitsursache sehr wohl bewußt: die Verführung des Geistes und die Fehlführungen durch den Geist haben ihnen entgültig die Luft dünn werden lassen. In diese Welt der Aufschub gewährten Endstadien dringt nun unser Erkenntnis suchende Held Castorp, dem vom höchsten Vertreter der Institution, dem geschäftstüchtigen Hofrat Behrens (ohne dessen finanziellen und sonstigen Kniffe der Heilbetrieb längst nicht mehr existierte), in Schnelldiagnose ein Talent zum Kranksein zugesprochen worden ist. Ja, wir können ihn sogar als unseren Kommilitonen Hans begrüßen, denn durch das Ausstellen des ärztlichen Attests wird er, nachdem ein ernsthafter Befall vorgefunden wurde, bis auf weiteres immatrikuliert und in die pathologisch-akademischen Weihen initiiert. Als Mitglied einer Tischgesellschaft lernt er recht bald die Vorzüge des "Krankfeierns" schätzen, die ihn schließlich dazu verführen, die Ernsthaftigkeit seines Genesungsprozesses nicht mehr so wichtig zu nehmen. Das Primärziel seiner Unternehmung zusehends aus den Augen verlierend, bezieht er mit der Sorglosigkeit eines Sorgenkindes des Lebens (Settembrini) seine monatlichen, finanziellen und berauschenden Zuwendungen aus der Heimat, ändert in der Umgebung von Gelehrsamkeit seine Begriffe (sog. Verfremdungseffekt) und beginnt, wie auch alle anderen Kranken, mit der ausgiebig verordneten Liegekur, wobei er zu seinem Vergnügen feststellt, daß es sich in der Horizontalen außerordentlich bequem leben und lesen läßt. All die Sekundärtugenden, die auch uns das Leben an der Uni so attraktiv erscheinen lassen, werden ergänzt durch die Feststellung, daß man hier oben gut ißt, wobei aber auch unserem Freund Hans die unerfreuliche Erfahrung nicht erspart bleibt, schon bald die Küche satt zu haben; -eine sich zwangsläufig einstellende Tatsache, wie sie jedem Mensagänger bekannt sein dürfte, wobei allerdings die hiesige quantitative und qualitative Dürftigkeit des kulinarisch Gebotenen noch weit unterhalb der von Mann geschilderten Verhältnisse anzusiedeln sein dürfte. Der unbefriedigende Zustand von Übersättigung wird aber sehr sublim und beziehungsreich dadurch mehr als geheilt, daß kein Damenmangel vorhanden ist. Gelegentlich veranstaltete Orgien und Spiele lassen Hans sich schon im bacchantischen Elysium wähnen, wäre nicht rechtzeitig ein heilsames Schockerlebnis gekommen: Wie naiv war unser junger Freund, nicht zu bedenken, daß die unwiderstehliche Hübschheit junger Mädchen häufig nur die Kehrseite ihrer unnachsichtigen Beschränktheit ist, - eine Janusköpfigkeit, wie sie in vielen Seminaren angetroffen werden kann. Als repräsentables Beispiel im Roman sei die Tischgesellschafterin Frau Stöhr erwähnt. Sie befällt die Beisitzenden allein durch ihre impertinent vorgetragene Halbbildung. Ihre gesamte Nutzlosigkeit findet adäquaten Ausdruck in ihrem Namen, bei dem lediglich das phonetisch wertlose /h/ zu streichen wäre, damit ihr wirkliches Wesen zum Vorschein kommt. Aber natürlich, werdet ihr nun einwenden, gibt es auch die Frauen, für die sich ein Bleiben auf diesem, wie auch dem unseren Zauberberg, lohnte. Wie recht ihr damit habt, beweist die Liebes- und Leidensgeschichte unseres merkwürdigen Helden, der seiner Clawdia auf irgend so einer hausinternen Party halb in Trance und halb im Traum seinen Bleistift leiht, um im Gegenzug ihr ganz intimes Röntgenbild zu erhalten (ein etwas degeneriertes Sexualverhalten), mit welchem er dann einige Semester lang auf seine überraschend abgereiste Liebe warten wird. Und als sie dann so plötzlich wieder auftaucht, wie sie verschwunden war, befindet sie sich in Begleitung eines rausch- und genußsüchtigen Niederländers (Peeperkorn), auf den die alte Weisheit zutrifft, die für viele meiner "Konkurrenten" an der Uni auch gelten könnte: Großspurige Männer mit leeren Herzen können ja blöd sein, wie sie wollen, für Ruhm jedoch haben sie eine Nase. Und damit kriegen sie sogar die wirklich hübschen Frauen.

Doch kehren wir lieber zu den Primärtugenden des Studienbetriebs zurück, bevor wir noch ganz melancholisch werden. Wenden wir uns wieder dem Heil(ung) suchenden Protagonisten zu, der, obwohl er durchaus nicht gewohnt war, zu philosophieren, dennoch den Hang dazu fühlte. Mit einer naiven Begeisterungsfähigkeit für alles Neue beginnt er seine Studien auf dem Zauberberg; rasch hat er "schon sehr viel Interesse gefaßt für die Dinge hier oben, und wenn man sich interessiert, nicht wahr, dann kommt das Verstehen von selber". Die Erkenntnis wähnt er, wer kennt das nicht, bereits dicht vor seinen Augen. Doch war der Morgen kühl und wolkig. Gestreckte Nebelbänke lagen unbeweglich vor den seitlichen Höhen, während massiges Gewölk, weißes und graues, auf das ferne Gebirge niederhing. Wie der Nebel legt sich auch seine Anfangseuphorie früh, so daß er schon einige Tage nach seiner Ankunft einen Schwindel(!)-Anfall bekommt und sein Bewußtsein verliert. Im anschließenden, entscheidenden Gespräch mit Settembrini muß er bekennen: "Man bekommt so viel Neues und Merkwürdiges zu hören und zu sehen. [...] Denken Sie, mir ist immer, als dürfte ich meinen fünf Sinnen nicht mehr recht trauen, und ich muß sagen, das geniert mich." Daraufhin erhält er von dem ihm Wohlgesonnenen den guten Rat, in das Alltagsleben zurückzukehren und unverzüglich abzureisen. Und wer weiß, wie sich unser Kommilitone im ersten Semester entschieden hätte, wenn er nicht, wie der "Mann vom Lande" in Kafkas Türhüterlegende, durch den glanzvollen Anblick des (männlichen) "Gesetzes" verführt worden wäre: Zufällig blickte er ins Nebenzimmer bei diesen Worten und sah dort Frau Chauchat (jene bereits erwähnte Clawdia - ein Kätzchen mit Krallen) von vorn, ihre schmalen Augen und breiten Backenknochen. Folglich ignoriert er die mahnenden Worte seines standhaften "Türhüters" und verweilt an seiner Seite noch insgesamt sieben Jahre in der "Horizontalen" auf dem Zauberberg. Nach dem humanistischen Zivilisationsliteraten Lodovico Settembrini, einem gutmütigen Manne der Vernunft, der im Streben nach einer objektiven, wissenschaftlichen Wahrheit das oberste Gebot der Menschlichkeit zu erkennen meint, macht Castorp eine weitere, prägende Bekanntschaft. Diese ist der reaktionäre, eine mittelalterliche Theokratie beschwörende Jesuit Leo Naphta, welcher andererseits an keine reine Erkenntnis und voraussetzungslose Forschung glauben kann. Durch professorale "Operationes spirituales", wie das entsprechende Romankapitel überschrieben ist, ringen diese professionellen Kranken im folgenden um die arme, faustische Seele des verwirrten Adepten. Beide wollen ihn auf dem leuchtenden Pfad der jeweils i(h/r)rigen Erkenntnis führen. Der Lehrling auf dem Zauberberg wird zum Opfer einer hermetischen Pädagogik. Castorp selbst kommentiert sehr treffend diesen vom mächtig brüllenden Leo Naphta geprägten Begriff: "Hermetisch - das Wort hat mir immer gefallen. Es ist ein richtiges Zauberwort mit unbestimmt weitläufigen Assoziationen." - Dies ist nicht nur der passende Ausdruck für den Charakter unseres Studenten oder bloß in Beziehung zu setzen mit der geographisch bedingten Klausur des Gipfels, sondern könnte auch "weitläufig unbestimmt" assoziiert werden mit dem sehr verwandlungsfähigen, mythologisch auch als Totenbegleiter fungierenden Hermes. Dann erführen sämtliche Figuren des Romans durch ihr Verhältnis zum bereits "toten" Protagonisten eine nicht unironische Bewertung durch den Autor. Sie bemühen sich umsonst um einen Charakter, dessen Todessehnsucht mehrmals im Roman erwähnt wird. Deshalb greifen sie auch immer wieder ins Leere, und das ganze Szenario auf dem Zauberberg erhält den Anschein einer schattenlosen Welt von Toten, so als sei es eine Allegorie auf Nietzsches Nihilismus- und "Gott-ist-tot"-Postulat.

Doch hat nicht gerade deshalb Settembrinis Bezeichnung für Hans Castorp Gültigkeit für uns alle: Sind wir Studierenden nicht auch "Sorgenkinder des Lebens", - in der Universität nahezu hermetisch abgeschirmt vor den wirklichen Problemen des Alltags und durch die unerfüllbaren hoch-geistigen Ideale eher schon auf ein Jenseits orientiert? Vielleicht ist auch deshalb der Weg hinab in das Arbeits- und Berufsleben für viele nach dem Studium so beschwerlich, weil sich dann so manches Ideal und das eigentlich recht sorgenfreie Uni-Leben als Illusionen erweisen. Doch wollen wir jetzt nicht haltmachen, sondern unseren Freund noch ein wenig länger beobachten. Wie reagiert er auf die gehäuften, antagonistischen Berge und Täler von Erkenntnis, die auf ihn niederstürzen? Wie verträgt sich sein "hermetisches" Wesen mit dem hermeneutischen Rauschen der Prinzipien und Aspekte, die einander beständig ins Gehege kommen und es zivilistischer Verantwortlichkeit so außerordentlich schwer machen, nicht allein, sich zwischen den Gegensätzen zu entscheiden, sondern auch nur, sie als Präparate gesondert und sauber zu halten? - Nun, Hans Castorp reagiert nicht anders, als es wahrscheinlich jeder von uns tun würde oder sollte; er zieht sich reflexartig zurück und reflektiert anschließend darüber. (Vielleicht ist dieser Artikel auch nur ein Indiz für ein solches Verhalten.): Er grub gesenkten Hauptes mit dem Stock im Schnee und bedachte die große Konfusion (- schrieb er etwa?). Anschließend begab er sich in seine Balkonloge, die Ohren voll von Wirrwarr und Waffenlärm der beiden Herren, die [...] zu konfusem Schlachtgetümmel zusammentrafen.

Damit ist zugleich das unausweichliche Ende des Romans antizipiert. Die allgemeine Konfusion führt zu einer großen Gereiztheit, woraufhin Hans Castorp, entgültig desillusioniert von seinem sehnsüchtigen Streben nach absoluter Erkenntnis und dauerhafter Liebe, sein Refugium verläßt und im Donnerschlag der Schlachtfelder des Weltkrieges verloren geht.

Zum Abschluß möchte ich den Erzähler zitieren, welcher Hans Castorps brüske Ablehnung auf den Vorschlag Settembrinis, unverzüglich abzureisen, folgendermaßen kommentiert: So undankbar ist Jugend, die sich bildet. Sie läßt sich beschenken, um dann das Geschenk zu bemäkeln. Verhalten wir uns anders? - Offensichtlich nicht, aber vielleicht werden wir auch gar nicht mehr mit Bildung "beschenkt", sondern nur noch durch ein tradiertes, längst obsoletes Bildungsversprechen vertröstet? Dann haben wir allen Grund zu mäkeln! Dann ist es Zeit, daß wir uns regen und versuchen, wieder eine Lehre einzufordern, die die Bezeichnung akademische Bildung wieder verdient!

Christian Weber

Veröffentlicht in: Kritische Ausgabe 1/1997


  1. Vier Semester sind natürlich noch keine "Zeit", wenn man bedenkt, daß vom Personeninventar des Zauberbergs, ebenso wie von Studierenden, erst ein halbes Jahr als kleinste Zeiteinheit realisiert wird. In Relation zu der im Roman fiktiv verlebten Zeit mit einer durchschittlichen Aufenthaltsdauer (resp. Regelstudienzeit) von 14 "Semestern" stehe ich noch ganz am Anfang meiner Lehrjahre.

 
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