»Man denkt noch rasch an Geld und solche Dinge«
Das 23. Heft der »Kritischen Ausgabe« (»K.A.«) wird sich dem Themenschwerpunkt »Geld« widmen. Damit wendet sich die »K.A.« einem Begriffsfeld zu, dessen anhaltende Aktualität gerade mit Blick auf die finanzpolitischen Entwicklungen in Europa außer Frage steht. Aber nicht nur politisch ist dieses Thema immer wieder aktuell und wird es wohl auch im Jahr 2012 bleiben. Auch in Literaturproduktion und -wissenschaft hat es in den letzten Jahren gleichermaßen verstärkte Beachtung gefunden.Prominente Beispiele sind Christof Magnussons Roman Das war ich nicht oder der Essay Das Gespenst des Kapitals des Berliner Literaturwissenschaftlers Joseph Vogl. »Geld« wurde jedoch nicht erst nach der Jahrtausendwende als literarisches Thema entdeckt. Bereits im 18. Jahrhundert entwickelte es sich zu einem der großen Motive der Literatur.
Der 1919 gestorbene, österreichische Schriftsteller Peter Altenberg schrieb: »Geld ist eine vollkommen gleichwertige Kraft zur Erhaltung unseres Organismus wie unsere übrige Nervenkraft. Es ist ganz ebenso ein Erzeuger, Erhalter, Steigerer unserer Gesamt-Lebens-Energien.« Geld ist also nicht lediglich ein Thema, das von der Literatur in vielfältiger Weise aufgegriffen wird, die Beziehung zwischen beiden ist komplexer, sind doch beide Mittel, die demselben Zweck dienen: dem Austauschen von Inhalten und dem Transport von Werten vermittelt durch bestimmte Zeichen. Und noch etwas wird in den Worten Peter Altenbergs deutlich: die Schnittstelle zwischen Geld und Persönlichkeit bzw. das spannungsreiche Verhältnis zwischen Individualität und Kapitalismus.
Für ihr nächstes Themenheft sucht die »Kritische Ausgabe« wissenschaftliche Beiträge, die sich dem oben skizzierten Thema widmen und es nicht nur aus literaturwissenschaftlichem Blickwinkel beleuchten, sondern sich dem Thema »Geld« auch aus der Perspektive anderer wissenschaftlicher Disziplinen nähern.
Wir möchten Sie zunächst bitten, Ihr Thema in einem kurzen Exposé von etwa 3.500 Zeichen (inklusive Leerzeichen) zu skizzieren. Bitte schicken Sie dieses Exposé bis einschließlich Mittwoch, den 29.02.2012, an: heft@kritische-ausgabe.de.
Sie erhalten dann bis zum 31.03.2012 eine Rückmeldung zu ihrem Exposé, in der wir Sie ggf. um einen ausführlich formulierten Beitrag bitten, den Sie bitte spätestens am 31.05.2012 einreichen. Der Text sollte einen Umfang von 18.000 Zeichen (inklusive Leerzeichen und Anmerkungsapparat) nicht überschreiten. Erscheinungstermin des Heftes: Oktober 2012.
Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!

