»Zwischen zwei Welten« - Neuerkundungen im Werk des Schriftstellers, Reporters und Seefahrers Heinrich Hauser.
Ein erfolgreicher Schriftsteller, dessen scharfe Beobachtungsgabe und humanistische Überzeugung ihn ganz selbstverständlich zur offenen Kritik an der Naziherrschaft treiben, muß seine Heimat verlassen und in die USA emigrieren. Seine Frau und die beiden Kinder sind bereits in New York. Die Frau arbeitet in einem Warenhaus, er übernimmt den Haushalt, kauft aus Geldmangel Schlachtabfälle, an denen die Familie fast stirbt.

Doch das Ganze nimmt eine außerordentliche Wendung. Gerade als das Ehepaar bereit ist, den letzten Halt, einander nämlich, aufzugeben, um vielleicht über neue Beziehungen den Kindern eine Zukunft zu sichern, präsentiert das Schicksal einen deus ex machina: einen Verleger, der die düsteren Texte des gehetzten Europäers veröffentlicht. Geld kommt ins Haus, und der intellektuelle Familienvater beschließt etwas Ungeheures ...
Heinrich Hauser (1901-1955) schrieb Romane, Reisebücher und Firmenschriften. 1938 emigrierte er in die USA, wo er sich als Autor, Übersetzer und Farmer durchschlug. Aus dieser Zeit stammen die Veröffentlichungen aus dem Nachlaß, die in Sinn und Form, der Kritischen Ausgabe und dem Weidle Verlag in diesem Frühjahr erschienen sind. Diesen Texten und dem Werdegang des Autors ist der Abend gewidmet. Seine im Rahmen von Ruhr.2010 wiederaufgelegte Ruhrgebietsreportage »Schwarzes Revier« konnte bereits ein breites Publikum für den bis dahin fast vergessenen Autor gewinnen. Die nun erstmalig veröffentlichten Texte zeigen die Breite seines Schaffens.
Montag, 07. 05. 2012, 20 Uhr
Buchhandlung & Galerie Böttger
Maximilianstraße 44
Der Eintritt ist frei.


Haltung zu den Nazis
Verfasst von Visitor am 1 Mai, 2012 - 19:59.
In der Wikipedia steht, dass er mit den Nazis sympathisierte, Als Quelle ist u.a. ein Nachwort aus dem Bonner Weidle-Verlag angegeben. Was stimmt?
Ja, Hauser sympathisierte
Verfasst von Benedikt Viertelhaus am 3 Mai, 2012 - 19:52.
Ja, Hauser sympathisierte anfänglich mit den Nazis. Seine frühe Sympathie verlor sich jedoch schnell, als er sah, worauf die nationalsozialistische Herrschaft hinauslief.
Die Figur in seinem Roman, auf den sich die von Ihnen hinterfragte Bemerkung aus unserer Ankündigung richtet, beschreibt diese Sympathie gar nicht mehr. Der Text ist ja erst im Exil entstanden.