10.12. - Das Abenteuer Europa

2008/2009: Von Katerstimmung keine Spur

»Eigentlich hatte ich ein ganz anderes Buch schreiben wollen. Ein Buch, in dem, vor lauter Angst, die Tiger mit den Zähnen und die Dattelpalmen mit den Kokosnüssen klappern sollten. [...] Einen richtigen Südseeroman hatte ich vor«, so beschreibt Erich Kästner das Abenteuer in Emil und die Detektive, aber die meisten Abenteuer beginnen im Kopf. So auch das Abenteuer der Kritischen Ausgabe, das 1997 begann und 2007/2008 wohl den Höhepunkt erreicht. Die Zeitschrift wächst nicht nur in der Redaktion, sondern auch in der Auflage. Mittlerweile werden nicht mehr nur 400 Exemplare gedruckt, sondern 850. Um die volle Breite der Germanistik abzudecken, kommt auch ein neues Ressort im Heft hinzu: »In der Tat: Linguistik«. Ein Jahr nach dem Jubiläum ist von Katerstimmung nichts zu spüren.

Welchen Berufen gehen Germanisten eigentlich nach? Dieser Frage widmet sich das Online-Magazin der KA seit dem Jahr 2006 und hat seitdem immer wieder den gleichen Fragebogen an interessante Personen geschickt, die früher einmal deutsche Sprache und Literatur intensiv studiert haben. Im Heft »Abenteuer« wird diese Serie aus dem Online-Magazin ausgekoppelt. Anlässlich des Erscheinens ihres Romans Diskrete Momente stellt sich die Schriftstellerin Sigrid Behrens den Fragen der Redaktion. Sie hat Tipps für angehende Germanist*innen parat. Ist das Studium der Germanistik am Ende gar selbst ein Abenteuer mit ungewissen Ausgang? Doch auch darüber hinaus hat die Ausgabe aus dem Jahr 2008 einiges zu bieten. Inhaltlich erstreckt sie sich vom Mittelalter mit Hartmann von Aues Erec über Karl May bis hin zur Phantastik als Abenteuer. Auch Schiller, den man eigentlich nicht mit Abenteurern verbinden würde, findet Eingang in das Heft.

Die Völker verbinden

Auch das zweite Heft, um das es heute in unserem Adventskalender gehen soll, ist quasi ein Abenteuer. Zunächst nur eine Vision einiger Staatschefs, aber aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken: »Europa«. Das war und ist bis heute Vielfalt und Einheit zugleich. Während die Diskussionen beim Erscheinen des Hefts 2009 vor allem durch die Verträge von Lissabon als einem alltäglichen Thema in den Nachrichten geprägt sind, ist es heute neben dem Brexit gerade die Pulse of Europe-Bewegung, die das Thema »Europa« in Erinnerung ruft. Doch das Heft beschäftigt sich nicht mit Politik, sondern vor allem mit einem Thema: Übersetzungen. Peter Hanenberg schreibt über die Übersetzung als kulturelles Fundament Europas. Er spricht darüber, wie schwierig es ist, vor allem literarische Texte zu übersetzen, um den Sinn zu wahren. Außerdem wird ein Blick in die Vergangenheit geworfen: Heinrich Heines, Heinrich Manns und Hugo von Hofmannthals Vorstellungen von Europa rücken ins Zentrum. Herzstück des Hefts ist jedoch der Literaturteil, hier geschieht nämlich genau das, was im Thementeil schon theoretisch besprochen wurde: die Übersetzung lyrischer Texte. Und so versammelt der Literaturteil englische, slowakische, französische, litauische und griechische Texte und präsentiert sie im Original und in Übersetzung. Doch auch darüber hinaus ist »Europa« immer wieder Thema für die KA. Nicht nur im Rahmen der Veranstaltungen »Reading Europe« und »Literatour d'Europe«, die gemeinsam mit dem Literaturhaus Bonn und der Vertretung der Europäischen Kommission in Bonn durchgeführt werden. Auch Beiträge im Online-Magazin erinnern immer wieder an die Bedeutung von Europa, beispielsweise zuletzt im Rahmen eines Interviews mit Studierenden der Universität.

 

 

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