12.12. - Angst als Inspiration

2010: Der Zombie als Abbild der Gesellschaft

In der zweiten Ausgabe des Jahres 2010 geht es um ein Thema, welches jeden von uns sicherlich hin und wieder heimsucht: »Angst«. Ängste wirken sich unterschiedlich aus, haben verschiedene Ursachen und es gibt unzählige Wege, mit ihnen umzugehen. Neben natürlichen Reaktionen wie Verdrängung oder Wut sind Literatur und Film Methoden zur Verarbeitung von Furcht. Angst ist für viele Autoren und Künstler inspirierend und wird somit in ihren Werken behandelt. Das Dunkle und Unheimliche verwandelt sich in einen kreativen Prozess, mit dessen Hilfe es auf künstlerische Art und Weise beschrieben und erklärt wird, was auch den Umgang mit der jeweiligen Furcht erleichtert.

Das Heft #19 greift unter anderem die Schriftsteller H.P. Lovecraft und Mark Z. Danielewski und das Zombie-Genre auf. Für Lovecraft gibt es eine direkte Verbindung zwischen Angst und seinen Werken. Dadurch, dass Angst ein großer Teil seines Lebens ist, ist sie sehr präsent in seiner Literatur:

Das Gewaltige, Unbegreifliche, Fremdartige, nicht zu Beschreibende […] steht in direktem biographischen Bezug zu Lovecrafts xenophobischer Weltsicht, die sich während seiner Zeit in New York bis zum Extrem steigerte. Seine Angst vor dem Leben und sein Ekel vor der Welt schlagen sich exemplarisch in seiner Literatur nieder.

Zeit für Veränderungen

Mark Z. Danielewski geht sogar darüber hinaus und überschreitet die Grenzen, in denen Literatur Angst thematisiert. Sein Buch Das Haus - House of Leaves greift in die Realität des Lesers ein und stellt somit eine potentielle Gefahr dar. Es handelt nicht von einem Monster, sondern ist selbst eins: »[…] die Textgestaltung und die Wirkung, die sie auf den Leser entfaltet und die das Buch in letzter Konsequenz wie ein modernes Frankenstein’sches Geschöpf erscheinen lässt, das Schöpfer wie Leser über den Kopf wächst und sie sogar bedroht«.

Auch das Zombie-Genre hat eine Verbindung zur Realität und Gesellschaft. Laut Tim Kangro ist es kein Zufall, dass Zombiefilme besonders erfolgreich in Zeiten sind, in den gesellschaftliche Sicherungssysteme bedroht sind. Er bezieht sich auf Stephen Harper, der sagt, dass vor allem die Gewalt in Zombiefilmen als Metapher für ungerechte Machtverhältnisse in unserer Gesellschaft gesehen werden kann.

Es sind aber nicht nur diese Veränderungen im großen Ganzen, die die KA 2010 beschäftigen. Auch innerhalb der Redaktion tut sich was: Zum ersten Mal werden sowohl das Layout als auch die thematisch passenden Fotos im Heft von Andy Scholz übernommen. Doch ein neues Layout und ein neuer Layouter sind nicht alles; K.A.-Gründungsmitglied Marcel Diel und ehemals Chefredakteur verabschiedet sich mit dieser Ausgabe, nachdem er jahrelang nicht nur für das Ressort »Literatur« und das Layout zuständig war.

 

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