Die Macht der Literatur

Die Redaktion der Kritischen Ausgabe sucht Beiträge zum Thema »Macht«

Wie mächtig kann Literatur sein und welche Rolle spielt Macht innerhalb der Literatur? Bis zum 19. Oktober sucht die Redaktion Vorschläge für Beiträge, die im Heft #36 erscheinen werden. Nicht nur wegen der Diskussionen rundum Eugen Gomringers Gedicht avenidas und und wegen der immer wieder aufkommenden Frage, wie die Rede von der politischen Korrektheit auch das Sprechen über Literatur verändert hat, gibt es ganz unterschiedliche Ansätze, die Beziehung von Macht und Literatur zu hinterfragen.

Nach den Themenschwerpunkten »Jugend« und »Fantasie« wollen wir uns in der nächsten Kritischen Ausgabe dem Thema »Macht« widmen. Macht entsteht durch Autorität, man kann Macht über jemanden oder etwas haben oder die Macht haben, etwas zu tun. Macht existiert in allen Formen des menschlichen Zusammenlebens und wird auch häufig zu einem Thema in literarischen Werken. In dystopischer Literatur spielt Macht eine übergeordnete Rolle, da dort häufig diktatorische Herrschaftsformen thematisiert werden und den Individuen jegliche Freiheit genommen wird. In Corpus Delicti nimmt Juli Zeh das Rechtssystem METHODE als Grundlage. Der Bürger dieses Staats wird durch totale Überwachung psychisch unterdrückt.

Wie mächtig kann Literatur sein? Literatur kann Macht ausüben, indem ein Werk eine nachhaltige öffentliche Wirkung entfaltet und die Gesellschaft verändert. Doch wie kann Literatur eine solch kollektive Macht überhaupt entfalten und das Bewusstsein ganzer Generationen prägen? Ein Beispiel dafür ist Alexander Issajewitsch Solschenizyns Werk Archipel Gulag, welches zu den einflussreichsten Werken des 20. Jahrhunderts zählt. Auch in früheren Epochen lassen sich hierfür schon Beispiele finden.

Allerdings kann auch Macht über die Literatur ausgeübt werden, durch Zensur oder Verbot von Werken. Wie kann Macht durch Sprache ausgeführt werden? Dies lässt sich auf die aktuelle Diskussion um das Gedicht avenidas von Eugen Gomringer beziehen. Das Gedicht auf der Fassade der Alice-Salomon Hochschule Berlin löste Debatten aufgrund der sexistischen Sprache aus. Hat das Gedicht die Macht, Geschlechterstereotype zu reproduzieren? Und ist es Zensur, es von der Wand entfernen zu lassen?

Anhand der vielfältigen Erscheinungsformen von Macht und Literatur lassen sich – auch unter der Berücksichtigung anderer Disziplinen – folgende Fragen ableiten: Lässt sich Macht durch Sprache ausüben? Ist Macht immer nur negativ? Welche Stimme bekommen Unterdrückte in der Literatur? Was ändert die Zensur eines Werks an seiner Rezeption? Antworten auf diese oder ähnliche Fragen möchte die Kritische Ausgabe in ihrem nächsten Heft gerne erörtern und diskutieren.

Wenn Sie Interesse haben, inhaltlich zum Heft beizutragen, möchten wir Sie bitten, Ihr Thema in einem kurzen Exposé von etwa 3.500 Zeichen (inkl. Leerzeichen) zu skizzieren. Bitte senden Sie dieses Exposé bis zum 19. Oktober 2018 an heft@kritische-ausgabe.de. Gerne können Sie auch Vorschläge für Interviews oder Portraits einreichen. Sie erhalten bis zum 24. Oktober 2018 eine Rückmeldung zu Ihrem Exposé, in dem wir Sie ggf. um einen ausführlich formulierten Beitrag bitten. Redaktionsschluss für die Beiträge ist der 1. Dezember 2018. Der Text sollte einen Umfang von 20.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen und Anmerkungsapparat) nicht überschreiten. Erscheinungstermin des Hefts als Print-Ausgabe und E-Paper ist März 2019.

Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!

 

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