Das 3. Türchen

 

(Foto: Matthias Bühler)

Nähere Informationen zum diesjährigen »AdventsKAlender« und seiner Bebilderung hier.

 

Sieben Romane, zwei Theaterstücke und eine Gedichtsammlung von neun Autoren, die aus folgenden Gründen viel häufiger gelesen werden sollten:

The Story of the Night von Colm Tóibín, weil diese leise Geschichte um Liebe, Freundschaft, Verrat und Treue es schafft, einen trotz aller Ankündigungen und Zeichen noch auf den letzten hundert Seiten zu überraschen und vollkommen zu überwältigen.

The English Patient von Michael Ondaatje, weil Romane unserer Zeit genau so gemacht sein sollten: zerrissen, poetisch, brutal, wunderschön und verstörend.

When We Were Orphans von Kazuo Ishiguro, weil selten das Gefängnis, das Vergangenheit und Erinnerung einem Menschen sein können, eindringlicher und nachvollziehbarer geschildert worden ist.

The Master and Margarita von Mikhail Bulgakov, weil das Auftauchen und Verschwinden riesenhafter Katzen, Todesdämonen und Hexen hier noch plausibler ist als in Harry Potter und ich seit dem Ende der Lektüre täglich auf Wolands Ankunft warte.

Kindheitsmuster von Christa Wolf, weil die Frage nach Schuld und ihrem Einfluss auf Entwicklung und Identität kaum je vorher in so differenzierter Weise in einem Prosatext gestellt und umgesetzt wurde.

Transit von Anna Seghers und Bertolt Brechts Svendborger Gedichte, weil explizit politische Schriftsteller selten über eine so poetische Sprache und so hohes literarisches Niveau verfügen wie diese beiden in diesen Werken.

Das Beil von Wandsbek von Arnold Zweig, weil auch das Schreiben eines realistischen Romans hier zur Kunst wird und viel über Gesellschaftszusammenhänge im Faschismus erklären kann.

Die Möwe und Der Kirschgarten von Anton Tschechow, weil der Dramatiker Tschechow über eine extrem gute Beobachtungsgabe und Menschenkenntnis verfügt und Charaktere schafft, die die reduzierten Handlungen tragen und mit Leben füllen.

 

Eine gute Auswahl, darunter

Eine gute Auswahl, darunter eines meiner Lieblingsbücher : "Kindheitsmuster" von Christa Wolf ist mir eines der liebsten aus der vergangenen DDR und in der deutschen Literatur. Was mich wundert sind die englischen Titelangaben bei Bulgakow und Ishiguro (bei Letzterem könnte ich es noch nachvollziehen, da er in englischer Sprache schreibt und Originale allemal ihren Reiz haben - sofern man die Sprache beherrscht, bei Bulgakow aber erinnere ich mich an deutsche Übersetzungen, die ohne vorhandene Russischkenntnisse wohl zu bevorzugen wären.

 

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