»Es wird viel Klipp-Klapp geben«

Interview mit dem Bonner Schauspieler Robert Höller (Teil II)

Stadttheater haben es nicht leicht. Immer wieder beginnen neue Schauspieler Engagements, bleiben, wenn es gut läuft, ein paar Spielzeiten und gehen dann wieder an eine neue Bühne. Einer davon ist Robert Höller, der seit 2013 in Bonn zu sehen ist und demnächst an das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin wechselt. Als Schauspieler, dessen Karriere im Fernsehen begann, absolviert er in der aktuellen Spielzeit des Theater Bonn ein ehrgeiziges Programm an Produktionen. Aktuell ist er beispielsweise im Stück Draussen rollt die Welt vorbei zu sehen. Im zweiten Teil des Gesprächs mit ihm geht es um den Stellenwert des Schauspielens in seinem Leben und die Rolle, die Regisseur Volker Lösch dabei spielt.

Kritische Ausgabe: Sie haben schon angesprochen, dass Sie und Ihre Kollegen am Theater Geld für Flüchtlinge gesammelt haben. Theatermacher wie Nicolas Stemann diskutieren, ob Theater in Zeiten der Flüchtlingskrise kontrovers sein darf, also einander widersprechende Positionen nebeneinander stehen lassen darf, oder angesichts der politischen Situation vorwiegend klare Aussagen proklamieren muss. Ist das auch für Sie ein Thema, welche Politik auf der Bühne stattfinden soll?

Robert Höller: Unbedingt. Ich finde es enorm wichtig, dass wir uns mit diesem Thema auseinandersetzen; darin sehe ich eine der Hauptaufgaben des Theaters. Wir als Theater sind da ein wichtiger Motor, um uns mit diesem alarmierenden Irrsinn, der gerade passiert – alle paar Tage brennt ein Flüchtlingsheim –, auseinanderzusetzen. Deshalb finde ich auch den Abend Nathan hier so wichtig und bin der Ansicht, wir bräuchten viel mehr solcher Abende! Andere Theater machen da auch viel mehr; noch setzt sich das Theater Bonn damit recht verhalten auseinander. Andererseits ist das auch nicht die einzige Aussage von Theater. So finde ich es auch gut, dass wir angesichts des gesamten Wahnsinns, der da draußen stattfindet, auch Produktionen im Programm haben, die den Leuten die Möglichkeit geben, davon mal gar nichts wissen zu wollen, sondern ganz abschalten zu können. Ein Beispiel dafür ist Draussen rollt die Welt vorbei, worin es zwar am Rande um Tod geht, was aber eigentlich einen absurden Text darstellt, der auch beim genauen Hinsehen keinen Bezug zur Politik knüpft. Mein erster Impuls war die irritierte Frage »Warum machen wir so ein Stück in solchen Zeiten?«, bis mir irgendwann der Gedanke kam, dass das Theater auch gerade so etwas braucht. Ich befürworte, dass das Theater noch einen Betrieb abseits der politischen Problematik hat und sich nicht jedes Stück um diese dreht, aber sie sollte eine große, wichtige Rolle spielen.

K.A.: Sind da Ihrer Ansicht nach Stadttheater besonders in der Pflicht? Schließlich haben sie eine starke repräsentative Funktion.

Höller: Das würde ich schon sagen, obwohl es vielleicht eine konservative Ansicht darstellt. Auch deshalb, weil man stadtweit von den Theatern der Betrieb ist, der am meisten subventioniert wird. Man kann also auch die Künstler einkaufen, denen am meisten Gehör geschenkt wird, die es vielleicht auch am interessantesten umsetzen können. Ein Beispiel ist Volker Lösch, der sicherlich nicht im Szene-Theater inszenieren würde, dafür aber immense Aussagekraft hat, ein politisches Statement gibt und gut reden kann. Er kann solche Bilder inszenieren, weshalb er es beispielsweise auch in Stuttgart schafft, Stuttgart 21 anzuführen und dem eine Stimme zu geben. Solche Leute kannst du nur ans Haus holen, wenn du Geld hast.

K.A.: Allerdings wird Volker Lösch mitunter dahingehend kritisiert, dass seine Art des Theaters Gefahr laufe, wiederum in eindimensionale Aussagen zu münden. Hier findet, so Tenor einiger Kritiker, nicht die Kontroverse statt, für die sich das Theater stark machen könnte, sondern eher eine Art Volkshochschule. Würden Sie das nicht als Gefahr sehen?

Höller: Doch, die Gefahr, dass es darin münden kann, sehe ich schon. Ich bin aber der Meinung, gerade bei Nathan ist es extrem mehrdimensional. Ich finde bemerkenswert, was da alles beleuchtet worden ist. Ich würde mich als sehr toleranten Menschen bezeichnen, sehe auch ein, dass es keine neuen Informationen in dem Stück gibt. Für mich war aber gänzlich neu und hat meine Sicht noch mal erweitert hat, dass man nicht nur den Flüchtlingen, sondern allgemein Menschen mit Migrationshintergrund – die einfach nur eine andere Hautfarbe haben – eine Stimme gibt. Sie sind hier in Bonn geboren, sprechen genauso Deutsch wie du und ich, und trotzdem werden sie zeit ihres Lebens auf der Straße schief angeguckt und beleidigt – obwohl sie überhaupt nicht anders sind. Ich habe selber Freunde, denen es so geht, die einfach nicht so weiß sind wie wir beide, sich aber von der Biographie her überhaupt nicht von uns unterscheiden, und trotzdem haben sie dieses Problem.

K.A.: Muslimischen Jugendlichen eine Plattform zu geben, wurde in der Tat von vielen Kritikern als besonderer Verdienst des Stücks gerühmt.

Höller: Das Angreifen des eigenen Publikums ist der Coup. Dem Publikum wurde dabei ein Spiegel vorgehalten. Die Antworten, die Theaterbesucher auf zuvor verteilte Fragebögen gegeben haben, waren unglaublich erschreckend! In dem Moment, in dem diese Antworten auf der Bühne vorgetragen werden, ist es eben keine Volkshochschule mehr. Wir denken, dass wir Theaterinteressierte alle bürgerlich und tendenziell links sind und harmonisch miteinander umgehen, während die Antworten des Fragebogens den exakten Gegenbeweis antreten. Auch für mich war es total neu und erschreckend zu sehen, dass bei uns so viele rechtsgesinnte Menschen im Publikum sitzen.

K.A.: Die Fragebogenantworten sind natürlich auch für die Bühne selektiert worden, wie man wissen muss. Aber es gibt diese Aussagen wie »Muslime raus aus Bonn! Döner können auch andere.« Das ist freilich schon schlimm genug.

Höller: Und zwar reihenweise! Das Nathan-Team hatte ganze Stapel solcher Antworten zur Auswahl.

»Ich weiß nicht, was mich erwartet, wenn ich ins Theater gehe«

K.A.: Wir sprechen hier über eine spezifische Inszenierung von Nathan, die wir anscheinend spannend finden. Doch was hat das noch mit dem Originaltext von Lessing zu tun? Was können uns die klassischen Autoren heute noch sagen? Muss das Theater etwas völlig Neues aus ihnen machen oder sind Lessing und Co. Stimmen, die auch heute noch gehört werden sollten?

Höller: Nathan der Weise wird ja aktuell an fast jedem Theaterhaus gespielt, was zeigt, dass dieser Stoff extrem Konjunktur hat. Nicht ohne Grund! Ich finde, dass Volker Lösch etwas sehr Neues daraus gemacht hat. In Dresden, wo ich eine der anderen Nathan-Inszenierungen gesehen habe, hat man sich stark auf den Text konzentiert. Dann wirkt das manchmal wie eine Art Museumstheater: Man guckt es sich an, sagt »Stimmt, so ist es auch heute«, mehr ist es aber leider nicht. Ich denke mir bei solchen Vorstellungen zwar »Ja, es passt zu der Zeit«, aber ich habe nicht das Gefühl, aus dem Theater zu kommen mit dem Gedanken: Umbruch! Wir müssen was tun! Diesen Eindruck hatte ich aber bei Volker Löschs Inszenierung. Es ist spannend zu sehen, dass ein Stück, das weit über zweihundert Jahre alt ist, trotzdem noch so aktuell ist.

K.A.: Sehen Sie darin auch einen Sinn des Theaters, in Agitation? Soll es zum Handeln aufrufen?

Höller: Unbedingt! Jetzt haben wir sowieso schon so viel über Volker geredet, dass ich auch noch eine weitere Sache hinzufügen kann. Viele machen ihm auch zum Vorwurf, dass seine Stücke schwarz-weiß malen würden – das ist aber gerade eine Kraft, die er herausragend umsetzen kann! Es stimmt zwar, dass schwarz-weiß gemalt wird, mir sagt das aber viel mehr als eine Inszenierung, die ihren Inhalt nur erahnen lässt. Volkers Theater hat sicherlich wenig Poesie, dafür aber umso mehr Energie! Volker ist im Übrigen auch einer der Gründe, weshalb ich Schauspieler werden wollte. Als ich mit etwa 19 Jahren, jedenfalls in meiner Sturm-und-Drang-Phase, in Berlin Döblins Berlin Alexanderplatz in Volkers Inszenierung gesehen habe, in der es um Kriminalität und Kapitalismus ging und sicherlich auch schwarz-weiß gezeichnet wurde, fand ich das wahnsinnig eindrucksvoll und obendrein komisch. Ich würde es mir jederzeit wieder angucken! Aus dieser Inszenierung bin ich mit der Einstellung gegangen: Der Kapitalismus ist der Feind!

K.A.: Da stellt sich natürlich die Frage, was die Lösung ist. Oder ob Theater genau das nicht mehr beantworten muss, wenn es schon den Feind präsentiert.

Höller: Genau. Man muss es nicht tun, aber ich finde Stücke gut, die eine klare Meinung präsentieren. Oftmals lässt Theater so etwas offen, was auch in Ordnung ist. Jemand sagt dann, man muss keine Antworten liefern, kann dafür aber einen Weg zeigen. Der Reichtum der Möglichkeiten ist ja das Tolle am Theater! Es kann mich berühren, es kann mich aufwiegeln, es kann mich langweilen, es kann mich auch einfach nur unterhalten – wenn ich ins Musical gehe. Das finde ich toll: Ich weiß nicht, was mich erwartet, wenn ich ins Theater gehe – aber irgendetwas macht es auf jeden Fall mit mir.

K.A.: Machen wir mal den großen Sprung von der Politik des Theaters zum Privatleben des Schauspielers. Sie haben eine einjährige Tochter. Hat Ihnen das Vatersein einen neuen Blick auf Ihren Beruf eröffnet? Pragmatische Erwägungen wie Kitaplatz und Babysitterkosten haben Sie ja bereits angedeutet. Sehen Sie darüber hinaus jetzt nochmal anders, was Sie da tun?

Höller: Es hat zumindest mein Spektrum erweitert, was bestimmte Dinge nachvollziehbarer macht; Vatergefühle hatte ich natürlich zuvor nicht, konnte sie mir höchstens vorstellen. Aber diese uneingeschränkte Liebe gegenüber einem Menschen, den man zuvor nicht gekannt hat, erweitert tatsächlich mein spielerisches Spektrum. Ansonsten glaub‘ ich schon, dass es mich reifer gemacht hat. Die Aufgabe, die ich nun habe, ist, Familie und Beruf miteinander in Einklang zu bringen. Die Aufgabe habe ich erst seit einem Jahr, und manchmal zerbreche ich an ihr. Wenn ich schon allein daran denke, wie lange ich dafür gebraucht habe, für Woyzeck den Text zu lernen! Obwohl ich vorher noch nie Probleme beim Textlernen hatte.

K.A.: Das habe ich von Leuten am Theater Bonn auch gehört, dass Ihnen das normalerweise leicht fällt.

Höller: Ja, aber die Doppelbelastung ist schon hardcore! Noch dazu kommt, dass ich nun manchmal stark merke, dass Theater doch nicht alles ist. Wenn alles zerfällt, dann gibt’s natürlich immer noch die Familie und meine Tochter. Es ist schön, wenn du ein Wesen siehst, das mit ganz anderen Augen auf die Welt blickt und mir Dinge zeigt, die ich schon komplett wieder vergessen habe. Sie sagt zum Beispiel oft »Boh!«, zeigt dabei irgendwo hin und ich denke nach, was sie nun gemeint haben könnte. Dann komme ich drauf: Ach ja, der Schrank hat ja am Rand so ein Schneckenmuster, was mir gar nicht mehr auffällt. Mit Blick auf den Beruf fällt mir zwar nicht auf, dass ich seit der Geburt meiner Tochter ganz anders agiere, aber es hilft einem, neue Perspektiven zu denken.

»Komik ist immer das schwerste Genre«

K.A.: Es gibt ein schönes Foto im Regieassistenten-Zimmer des Theater Bonn. Auf dem Foto sieht man Sie,  Ihre Freundin Julia und die Schauspieler Bernd Braun, Sören Wunderlich und Mareike Hein, wie Sie alle auf einer Wiese Kopf an Kopf liegen. Ist der private Kontakt zu Kollegen wichtig und hilft er, mit ihnen ein Stück aufzuführen, oder ist das doch eine andere Ebene, die wenig mit der beruflichen Praxis zu tun hat?

Höller: Es gibt beides. So gibt es zum einen Kollegen, mit denen man privat nichts zu tun hat, aber man spielt unheimlich gerne mit ihnen. Zum anderen gibt es total gute Freunde im Ensemble, mit denen ich auch gerne spiele. Es hilft mir sehr, mit einem Freund auf der Bühne zu stehen, und nicht zuletzt macht es einfach mehr Spaß. Meine Lieblingskollegen sind dahingehend Sören Wunderlich und Hajo Tuschy; sie sind sozusagen meine besten Homies hier am Theater Bonn, mit denen es mir gleichzeitig am meisten Spaß macht zu spielen.

K.A.: Wird auch das Stück dadurch besser? Gibt es also so etwas wie eine Symbiose zwischen Ihnen?

Höller: Würde ich schon sagen. Mit Metropolis haben wir zum Beispiel angefangen, in dem Hajo und ich zusammen gespielt haben. Das war toll, ein super Abend, der richtig Spaß gemacht hat, es war auch eine gelungene Inszenierung. Aber ich denke mir, wenn wir jetzt noch einmal Metropolis machen würden – unter den gleichen Bedingungen, mit dem gleichen Team – würden wir das noch mal anders hinkriegen. Das war wirklich ein Team von Leuten, die sich mittlerweile sehr mögen, zum Teil sehr gut miteinander befreundet sind. Ich glaube, wenn wir es jetzt noch mal machen würden, würde es viel mehr Spaß machen, hätte noch mehr Power. Deswegen gibt es ja auch ein solches Ensembletheater, sonst könnte man auch sagen: Es gibt freie Gruppen, bei denen es piepegal ist, wer da mit wem zusammengeschmissen wird. Man merkt, dass die Qualität einfach steigt. Auch am Theater Bonn kann man eine deutliche Entwicklung von den Arbeiten vor drei Jahren zu den heutigen Arbeiten erkennen: Je vertrauter sich die Leute sind, desto interessanter und offener wird das Spiel miteinander.

K.A.: Schade, dass es Sie gerade jetzt ans Mecklenburgische Staatstheater Schwerin verschlägt. Fällt Ihnen der Abschied aus besagten Gründen schwer?

Höller: Definitiv. Fällt mir extrem schwer. In dem Moment, in dem ich das entschieden habe, waren es eigentlich ausschließlich familiäre Gründe und es gab überhaupt keinen Grund zu sagen, wir wollen hier weg. Wir gehen hier nicht weg, weil wir sagen, das stimmt für uns nicht, sondern nur weil wir die Möglichkeit sehen, in Schwerin die Familie noch mehr in Einklang mit dem Beruf zu bringen. Um ehrlich zu sein, werde ich die Stadt nicht so sehr vermissen, weil ich sie nicht als so lebenswert sehe, dass ich hier bleiben müsste. Die Menschen werde ich aber enorm vermissen. Überhaupt werde ich das ganze Team vom Theater vermissen; ich finde schon, dass wir ein cooles Theater hier machen.

K.A.: Mitte April hat Draussen rollt die Welt vorbei Premiere, worin Sie auch spielen werden. Sie haben das Stück vorhin schon angesprochen. Worauf können sich die Zuschauer dabei freuen?

Höller: Im besten Fall auf schräge Charaktere, bei denen es Spaß macht, zuzugucken. Auf einen interessanten Text, der einen zum Nachdenken anregt, der einen belustigt, der einen berühren kann, auf absurde Szenen, die Spaß machen. Es liegt noch viel, viel Arbeit vor uns – das Stück ist nicht so einfach, auch nicht so einfach zu verstehen, hat keine einfache klare Linie –, aber wir sind dran, ohne dass ich jetzt genau sagen könnte, wohin es geht. Es wird viel Klipp-Klapp geben, und ich kann mir vorstellen, dass es aufgeht.

K.A.: Was heißt »Klipp-Klapp«?

Höller: Ganz kurze, aneinandergereihte Dialogfetzen, die zack-zack-zack dargeboten werden. Komik ist immer das schwerste Genre; Komödien zu inszenieren, ist hohe Kunst. Auch in meiner kurzen Theaterkarriere habe ich immer wieder bemerkt, dass man sich dabei die Zähne ausbeißt. Wenn man sich das Stück am Schluss anguckt, wirkt es lustig und einfach gemacht, aber der Weg dahin, das Herausfinden der Pointe, ist extrem schwer. Bei Helmut Kohl läuft durch Bonn zum Beispiel haben wir uns die Zähne ausgebissen, weil wir anfangs einfach nicht begriffen haben, wo genau der Witz des Textes liegt. So viel Spaß es dann hinterher beim Spielen macht, so viel harte Arbeit ist es auch zuvor beim Proben. Deshalb sage ich »Im besten Fall kann man sich darauf freuen«.

K.A.: Zum Schluss noch drei flapsige Fragen mit der Bitte um eine kurze Antwort: Den gleichen Vornamen haben wie Robert de Niro – Fluch oder Segen?

Höller: Segen! Auf jeden Fall Segen.

K.A.: Auf der Theater Bonn-Homepage, auf der die Ensembleschauspieler mit Foto vorgestellt werden, sind Sie neben Johanna Falckner der einzige, der lächelt – gesunder Trotz oder im Rückblick ein Fehler?

Höller: Nicht meine Entscheidung. Ich habe ein anderes Bild ausgesucht, worauf Schauspieldirektorin Nicola Bramkamp auf mich zukam und meinte: »Die sehen alle so ernst aus! Du bist so ein fröhlicher Charakter – wir nehmen von dir ein Bild, auf dem du lächelst.«

K.A.: Wir halten also fest: Sie ist schuld.

Höller: Ja.

K.A.: Wenn Sie sich von den drei folgenden prominenten Männern aussuchen müssten, wen Sie spielen würden, wen würden Sie aussuchen – Harald Juhnke, Gregor Gysi oder Uli Hoeneß?

Höller: Gregor Gysi.

K.A.: Warum Gysi?

Höller: Weil er mir von den drei Personen am sympathischsten ist; schade, dass er jetzt nicht mehr für die Linken kandidieren wird. Ein unglaublich intelligenter Bursche, nicht so leicht zu knacken – was aber eigentlich auf alle drei zutrifft. Und weil ich, was Gysi zu sagen hat, in den meisten Fällen hörenswert finde und es gut finde, dass auch andere Menschen das hören. Das ist auch ein Grund, weshalb ich es interessant fände, einen Kapitalismus-Monolog von Gysi auf die Bühne zu bringen.

K.A.: Robert Höller, danke für das Gespräch!

Dieses Interview, dessen erster Teil hier zu lesen ist, entstand mitten im Probenprozess zu Lukas Linders Theaterstück Draussen rollt die Welt vorbei. Die Inszenierung ist noch bis zum 8. Juli in der Werkstatt des Theater Bonn zu sehen. Infos: www.theater-bonn.de.

 

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