Die geballte Ladung Menschlichkeit

Selim Özdogan liest im Literaturhaus Bonn aus seinem neuen Roman Wo noch Licht brennt

Am kommenden Montag kehrt die Literaturshow Import/Export aus der Sommerpause zurück. Dieses Mal hat Moderator Dorian Steinhoff den Kölner Autor Selim Özdogan mit seinem frisch erschienenen Roman Wo noch Licht brennt eingeladen. Die Geschichte handelt von einer starken Frau, die erneut aus ihrer türkischen Heimat nach Deutschland aufbricht, wo sie ihr Heimweh und das Misstrauen ihrer Mitmenschen mit beeindruckender Herzlichkeit und Wärme zu überwinden versucht.

Mit seinem Roman trifft Selim Özdogan einen Nerv. Er erzählt die Geschichte einer Frau, der jeder schon einmal an der Bushaltestelle oder im Supermarkt über den Weg gelaufen sein könnte. Eine Frau mit Kopftuch, die ihre türkische Heimat verlassen hat, weil sie sich mit ihrem Mann in Deutschland eine gemeinsame, bessere Zukunft aufbauen möchte. Vielen bleiben die individuellen Schicksale ihrer türkischstämmigen Mitmenschen häufig verborgen. In Wo noch Licht brennt eröffnet Selim Özdogan seinen Lesern mit viel Feingefühl das innere Erleben einer Frau, die sich ihren Gefühlen von Zugehörigkeit und Fremdheit in einer neuen Heimat stellen muss. Der Autor nähert sich damit exemplarisch der Bewältigung der inneren Zerrissenheit, mit der viele Einwanderer täglich kämpfen.

Nach Die Tochter des Schmieds und Heimstraße 52 erzählt der gebürtige Kölner und mehrfach ausgezeichnete Autor die Geschichte seiner Protagonistin Gül weiter. Nach acht Jahren, in denen sie in der Türkei lebte, bricht sie bereits zum zweiten Mal auf, um mit ihrem Mann Fuat, der in Bremen arbeitet, zu leben. Auch für sich selbst hofft sie hier auf eine gute Zukunft. Mit ihrer Warmherzigkeit schafft es Gül, sich über kulturelle und soziale Konventionen und Missverständnisse hinwegzusetzen.

Am kommenden Montag ist Selim Özdogan mit seinem Roman Wo noch Licht brennt bei Dorian Steinhoff zu Gast. Dem bunten Showformat von Import/Export des Literaturhaus Bonn entsprechend wird das Publikum nicht nur einiges über den Roman, sondern auch wieder viel über den Autor erfahren. Mit kurzen Seitenblicken und kleinen Exkursen in die Welt der Sprache und Literatur erwartet die Besucher auch im Herbst weit mehr als eine übliche Lesung. Um 20 Uhr geht es in der Fabrik 45 los, der Eintritt kostet 6 Euro.

Selim Özdogan: Wo noch Licht brennt. Haymon Verlag: Innsbruck, 2017. 344 Seiten. ISBN 978-3-7099-7299-1. 22,90 Euro.

 

Spendenaufruf

Die »Kritische Ausgabe – Zeitschrift für Literatur im Dialog« sowie das Online-Magazin wird von einer jungen, ehrenamtlichen Redaktion betreut. Bitte helfen Sie uns mit einer Spende, mit unserer Arbeit weiterzumachen.

Detaillierte Hinweise für Spenden finden Sie im Impressum.

Wenn Sie mögen, können Sie uns auch ganz einfach unterstützen, während Sie online einkaufen, einen Flug oder Ihren nächsten Urlaub buchen – ohne, dass es Sie mehr als ein paar zusätzliche Mausklicks kostet. Wenn Sie vor dem Einkauf bzw. der Buchung über nachstehenden Button zu einem Online-Shop gehen und dort dann wie gewohnt einkaufen, bekommt die »Kritische Ausgabe« automatisch eine kleine Spende von etwa fünf Prozent des Einkaufswertes gutgeschrieben. Ihnen entstehen dadurch garantiert keine Mehrkosten!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!