Zukunft ohne Internet?

Josefine Rieks präsentiert ihren Debütroman Serverland heute Abend in Bonn

Telefonzellen, Briefpapier und Vinylplatten kennt man eher aus der Vergangenheit. In Josefine Rieks Debütroman Serverland erleben sie allerdings ein Revival. Heute Abend ist die Autorin, die ihre Leser*innen mit dem Roman in eine Zukunft ohne Internet entführt, zu Gast bei der Literaturshow Import/Export des Literaturhaus Bonn. In gewohnter Weise wird die Veranstaltung, die klassische Lesung mit Late Night Talk erfrischend mixt, wieder von Dorian Steinhoff moderiert.

Um 20 Uhr ist es heute wieder soweit: In der Fabrik 45 gibt es eine neue Ausgabe der Literaturshow Import/Export des Literaturhaus Bonn mit dem Moderator Dorian Steinhoff. Eingeladen hat er sich diesmal Josefine Rieks. Die Autorin wurde 1988 in Ost-Westfalen geboren, studierte Philosophie in Bonn und Berlin sowie am Literaturinstitut Hildesheim. Bisher veröffentlichte sie Prosa in verschiedenen Anthologien. In diesem Jahr erschien ihr Debütroman Serverland bei Hanser. Der Verlag betitelt den Roman als einen »Zukunftsroman der Gegenwart«.

Serverland spielt in der Zukunft, einer Zukunft ohne Internet, dafür schreiben sich die Menschen wieder Briefe oder telefonieren miteinander. Man könnte fast meinen, man würde sich nicht in der Zukunft, sondern in den 1980er Jahren wiederfinden. Doch in der Zukunft, wie Rieks sie beschreibt, hat die Mehrheit der Bevölkerung sich dafür entschieden, das Internet abzuschalten. Erst am Ende des Romans wird klar, warum diese Entscheidung getroffen wurde.

Zurück in die 80er Jahre

Eine Gruppe Jugendlicher um den Nerd Reiner entdeckt an der holländischen Küste die alten Serverhallen von Google. Neugierig wie sie sind, erkunden sie das gespeicherte Material des Internets auf den Servern und entdecken längst vergessene YouTube Videos: Musikvideos von Robbie Williams, der »River-Kwai-Marsch« oder »I told my kids I ate all their Halloween Candy«. Videos also, die Teil der aktuellen Popkultur sind, letzteres hat mehr als 60 Millionen Aufrufe.

Die Jugendlichen beschließen, die Videos auf DVDs zu brennen und per Post an möglichst viele Menschen zu verschicken. So entsteht seine Jugendbewegung, die sich schnell verselbständigt und eine ungeahnte Dynamik entwickelt. Reiner beschreibt seine Generation folgendermaßen: »Eine Generation, die ihre Gegenwart allen anderen zugänglich gemacht hat.« Diagnosen wie diese liefern ausreichend Stoff für Diskussionen. Die Literaturshow Import/Export ist mit ihrem Mix aus bloßer Lesung und Late Night-Talk genau das richtige Format, um sich diesen zu stellen. Ein interessanter Abend ist vorporgrammiert.

Josefine Rieks: Serverland. München: Hanser Verlag, 2018. 176 Seiten. ISBN 978-3-446-25898-3. 18 Euro – Auch als Ebook erschienen.

 

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