Zwischen den Flüssen

Eine wissenschaftliche Tagung am 4. und 5. Juni widmet sich der »Literatur an der Nahtstelle zwischen Ruhr und Rhein«

Der Rhein ist der Ort der Romantik, der hübschen kleinen Städte und eines beschaulichen Miteinanders von Natur und Kultur. Die Ruhr dagegen barg lange Zeit schon in der Artikulation ihres Namens Assoziationen von grauen, hässlichen Industrielandschaften, verschmutzter Luft und dem Triumph der Technik über die geschändete Natur. Dabei lag das Ruhrgebiet schon immer im Spannungsfeld zwischen diesen beiden Diskursen – und zwischen diesen beiden Flüssen. In diesem Jahr, in dem nun das ganze Ruhrgebiet Kulturhauptstadt ist, widmet sich eine Tagung der Verortung des ›Potts‹ zwischen diesen Topoi: Zum Abschluss der 33. Duisburger Akzente veranstaltet die Stadtbibliothek Duisburg am 4. und 5. Juni 2010 gemeinsam mit dem Institut »Moderne im Rheinland« der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, dem Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt und der Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets eine Zusammenkunft, die sich der Frage widmet, wie zwischen Rhein und Ruhr »Von Flussidyllen und Fördertürmen« erzählt wurde und wird. Das Erzählte, das hier untersucht wird, umfasst das 19. wie das 20. Jahrhundert; es geht um die schon traditionelle Transkulturalität der Region, ihre kulturelle Selbstdefinition und Abgrenzung gegenüber Städten wie Köln und Düsseldorf, und natürlich auch um den Mythos des solidarischen Kumpels. Medial wird ein weiter Bogen von Romanen über Zeitungsbeiträge bis zu Hörspielen gespannt. Ein Vortrag auf der Tagung stammt, und das möchten wir nicht unerwähnt lassen, aus den Reihen der K.A.-Redaktion: Fabian Beer beleuchtet mit »›Strom der Geschichte und Geschichten‹. Der Rhein und andere Flusslandschaften im Werk John von Düffels«, wie der Schriftsteller, Dramatiker und Dramaturg in seinen Texten versucht, »die Struktur von Wasser, die Art und Weise seines Fließens und Verweilens zu untersuchen und in der Sprache abzubilden«. Dabei wird unter anderem von Düffels These untersucht, dass es vor allem die Mythen und Geschichten der am Wasser lebenden Menschen seien, die das Wasser erzählbar machen. Unser stellvertretender Chefredakteur stellt dabei die Frage, inwieweit der Rhein sich seine mythische, zuweilen idyllische Aura erhalten hat – und wie sehr vielleicht auch Rheingold, Loreley und ›Vater Rhein‹ in der Wahrnehmung von Kulturproduktion und -rezeption durch die ›Fördertürme‹ der Industrialisierung verdrängt worden sind.

 

»Von Flussidyllen und Fördertürmen. Literatur an der Nahtstelle zwischen Ruhr und Rhein«. Wissenschaftliche Tagung in der Schifferbörse Duisburg-Ruhrort (Gustav-Sander-Platz 1, 47119 Duisburg). 4.–5. Juni 2010, jeweils 10–17 Uhr. Tagungsbeitrag: 10 Euro pro Tag. – Weitere Informationen und ein detailliertes Programm finden Sie hier.

 

Spendenaufruf

Die »Kritische Ausgabe – Zeitschrift für Literatur im Dialog« sowie das Online-Magazin wird von einer jungen, ehrenamtlichen Redaktion betreut. Bitte helfen Sie uns mit einer Spende, mit unserer Arbeit weiterzumachen.

Detaillierte Hinweise für Spenden finden Sie im Impressum.

Wenn Sie mögen, können Sie uns auch ganz einfach unterstützen, während Sie online einkaufen, einen Flug oder Ihren nächsten Urlaub buchen – ohne, dass es Sie mehr als ein paar zusätzliche Mausklicks kostet. Wenn Sie vor dem Einkauf bzw. der Buchung über nachstehenden Button zu einem Online-Shop gehen und dort dann wie gewohnt einkaufen, bekommt die »Kritische Ausgabe« automatisch eine kleine Spende von etwa fünf Prozent des Einkaufswertes gutgeschrieben. Ihnen entstehen dadurch garantiert keine Mehrkosten!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!