Arno Schmidt in Frankfurt, Komik in Kassel, … – oder Karneval in Köln?
Die K.A. plus-Veranstaltungstipps für die Woche vom 20. bis 26. Februar
Spätestens ab 11:11 Uhr am kommenden Donnerstag übernehmen rund um Köln, Mainz und Düsseldorf die Jecken mit einem meist ebenso feucht wie fröhlich daher geschmetterten »Alaaf« oder »Helau« einmal mehr das Regiment, bis dann am Aschermittwoch wieder alles vorbei ist. Was aber soll man denn an den restlichen drei Tagen der nächsten Woche tun? Wir haben für Sie wieder einige Tipps parat, wie Sie dem grauen Alltag bis Weiberfastnacht trotzen können. – Oder sind Sie eher ein Karnevalsmuffel und das närrische Treiben ist Ihnen schlichtweg zu bunt? Auch dann sollten Sie hier unbedingt weiterlesen, denn während im Rheinland geschunkelt wird, kann man sich auch anderswo z.B. der Komik widmen – (nicht nur) streng wissenschaftlich, versteht sich…
16. Frankfurter Arno-Schmidt-Tag
Montag, 20. Februar 2006, 20:00 Uhr – Frankfurt a. M., Literaturhaus Frankfurt (Schöne Aussicht 2)
»Ist Fleiß für Menschen & Tiere eine einfache (Lebens)Notwendigkeit?«, lautet der letzte Satz den Arno Schmidt niederschrieb, bevor er am 3. Juni 1979 an den Folgen eines Schlaganfalls in Celle starb. Immer noch gilt dieser Autor als schwierig – zu Unrecht, wie die Veranstalter des 16. Frankfurter Arno-Schmidt-Tages meinen. Am Montag, den 20. Februar wollen sie mit einer Lesung einen Eindruck geben von der pointenreichen Schreibweise und »luziden und reichen Sprache« des Autors und anhand der kleineren Erzählungen einen schnellen Zugang zum Werk verschaffen. Ab 20:00 Uhr lesen Joachim Kersten, Bernd Rauschenbach und Jan Philipp Reemtsma im Literaturhaus Frankfurt aus Arno Schmidts Trommler beim Zaren. Der Eintritt kostet 8,- €, ermäßigt 4,50 €.
Kasseler Komik-Kolloquium: »12 Stunden bis zur Ewigkeit«
Dienstag, 21. Februar 2006 bis Sonntag, 26. Februar 2006 – Kassel
In diesem Jahr steht das Kasseler Literaturfest ganz im Zeichen des Schnittfeldes von Poesie und Komik und wird unter dem Motto »12 Stunden bis zur Ewigkeit« zum Kasseler Komik-Kolloquium. Die Veranstalter versprechen:
An sechs Tagen entfaltet das Kasseler Komik-Kolloquium an verschiedenen Orten der Stadt ein breites Spektrum zwischen Scherz und tieferer Bedeutung. Das einzigartige Festival verbindet ein Fest der Komischen Literatur – Lesungen, Ausstellungen, Filme, Theater – mit einer wissenschaftlichen Tagung zur aktuellen Humorforschung.
Bei der wissenschaftlichen Tagung werden sich drei Tage lang Vorträge und Diskussionen dem »Wandel des Komischen« widmen. Komik-Forscher von internationalem Renomee und aus verschiedenen Fachbereichen tauschen sich mit Künstlern und Kulturschaffenden unter anderem über die Frage aus, welchen sozialen, medialen und künstlerischen Bedingungen Gestaltung und Wahrnehmung von Komik heute im Vergleich zur nahen und ferneren Vergangenheit unterliegen.
Das hochkarätige Programm und viele weitere Informationen gibt es unter: www.12-stunden-bis-zur-ewigkeit.de.
»Mal eben um’s Blog« in Düsseldorf
Mittwoch, 22. Februar 2006, 20:00 Uhr (Einlass: 19:00 Uhr) – Düsseldorf, Lichtburg Studio-Theater (Königsallee 60)
Nicht nur wir haben uns gefragt, wie man die Zeit bis Weiberfastnacht verbringen kann, sondern auch der Kollege Thomas Knüwer vom Handelsblatt-Weblog mit dem schönen Titel »Indiskretion Ehrensache«:
Was soll man im Rheinland schon machen, am Tag vor Weiberfastnacht? Gut vorglühen, warmtrinken, reinfeiern für die ganz Hartgesottenen.
Oder prophylaktisches Ausnüchtern, um dem Körper eine letzte Erholung zu gönnen.
Vielleicht aber noch ein wenig Kultur, bevor sich jeder feierfreudige Mensch in ein Helau/Alaaf (nicht Zutreffendes bitte streichen) brüllendes Debilitätsbündel verwandelt. Eine Weblog-Lesung wäre da doch keine schlechte Idee.
Und so lädt das Handelsblatt für Mittwochabend zur allerersten Handelblatt-Weblog-Lesung in der wiederauferstandenen Lichtburg im Keller der Düsseldorfer Kö-Galerie: »Mal eben um’s Blog«. Thomas Knüwer höchstselbst und Kollege Julius Endert freuen sich auf »fünf der besten, ruhmreichsten, schönsten und spannendsten Weblog-Autoren Deutschlands«: Madame Modeste, Frau Nuf, Don Alphonso, Don Dahlmann und Ix. – Und das Beste: Der Eintritt ist frei!
Der Platz ist allerdings knapp und die Nachfrage schon jetzt viel größer als angenommen – daher müssen die Veranstalter auf eine Anmeldung per E-Mail (lesung@handelsblatt.com) bestehen.
Alle Infos in Kurzform gibt’s noch einmal hier, einen individuellen Routenplan dort.
»Sprachdokumentation und Sprachbeschreibung« – DGfS-Jahrestagung 2006
Mittwoch, 22. Februar 2006 bis Freitag, 24. Februar 2006 – Univ. Bielefeld (Universitätsstraße 25)
Ab Mittwoch treffen sich an der Universität Bielefeld mehrere hundert Sprachwissenschaftler aus dem In- und Ausland zur 28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft (DGfS). Drei Tage lang werden sie unter dem Rahmenthema »Sprachdokumentation und Sprachbeschreibung« – beides seit jeher Kernaufgaben der Sprachwissenschaft – über aktuelle Fragen der linguistischen Forschung diskutieren, Plenarvorträgen von herausragenden Vertretern ihres Faches lauschen und in fünfzehn verschiedenen Arbeitsgruppen selbst vortragen und sich untereinander austauschen.
Nicht zuletzt werde die Veranstaltung dazu dienen, die durch den Einsatz elektronischer Medien entstandenen neuen Methoden und Techniken vorzustellen und eine vorläufige Bestandsaufnahme ihres wissenschaftlichen Wertes zu gewinnen, versprechen die Organisatoren.
Auf der Homepage der Jahrestagung wird neben weiteren Informationen (etwa über den zu entrichtenden Tagungsbeitrag) auch die Möglichkeit offeriert, die knapp 50-seitige Tagungsbroschüre und den 261 Seiten starken Abstract-Band herunterzuladen.
Internationale Fachtagung zur Editionsphilologie
Mittwoch, 22. Februar 2006 bis Samstag, 25. Februar 2006 – Weimar, Bauhaus-Universität
»Autoren und Redaktoren als Editoren« lautet das Thema der internationalen Fachtagung der Arbeitsgemeinschaft für germanistische Edition und des Sonderforschungsbereiches 482 Ereignis Weimar-Jena: Kultur um 1800 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, die die Klassik Stiftung Weimar ab Mitte der Woche veranstaltet. Unter den Vortragenden werden auch Bonner Wissenschaftler sein: Am Donnerstag um 11:00 Uhr wird Dr. Helga Lühning vom Bonner Beethoven-Haus über »Beethoven als Editor seiner eigenen Werke« sprechen, und im Rahmen der Sektion IV a (Autoren als Redaktoren) wird Dr. Stephan Kraft vom Germanistischen Seminar der Universität Bonn am Nachmittag sein Dissertationsthema in die Tagung einbringen: »Die Edition von Herzog Anton Ulrichs ›Römischer Octavia‹ – Präsentation und Arbeitsbericht eines Nutzers«.
Das komplette Programm steht im Internet-Angebot der Stiftung Klassik Weimar auch als PDF-Datei zum Download bereit.
Übrigens: In der Zeit vom 22. bis 25. Februar ist der Sonderforschungsbereich 482 an einer Parallelveranstaltung beteiligt, die ebenfalls in Weimar stattfindet. Das Thema dieses Kolloquiums lautet »Ästhetik und Experiment bei Goethe«. Auch hier ist die Bonner Germanistik vertreten – namentlich durch den kürzlich an die FernUniversität Hagen berufenen Dr. Nicolas Pethes. Für nähere Informationen zur Veranstaltung klicken Sie bitte hier.
Ein Wort in eigener Sache
Gerne präsentieren wir auch Ihre (literarischen, literaturwissenschaftlichen oder literaturassoziierten) Veranstaltungen im Rahmen unseres wöchentlichen Terminkalenders! Wenn Sie Interesse daran haben, schicken Sie Ihre Ankündigung bitte an termine@kritische-ausgabe.de.
(20. Februar 2006)



Bislang keine Kommentare.