Die seit langem schönste Nachricht aus dem deutschsprachigen Fußball-Betrieb ist nicht im kicker nachzulesen: Die deutschen Schriftsteller sind Fußball-Vizeweltmeister! Was Klinsis Mannen 2006 erst noch vollbringen müssen, haben Thomas Brussig und Konsorten bereits erfolgreich abgeschlossen: Immerhin den zweiten Platz errangen die elf Schriftstellerfreunde bei der "First World Writers League" in San Casciano dei Bagni in der südlichen Toskana.
Das Runde beförderten für das deutsche Team, verstärkt durch einige Filmemacher, unter anderem Michael Lentz, Jochen Schmidt, Tobias Hülswitt, Thomas Klupp, Wolfgang Herrndorf, Marius von Mayenburg und Moritz Rinke in das Eckige. Albert Ostermaier hielt als Torhüter den deutschen Kasten weitestgehend sauber. Als Trainer fungierte der legendäre "echte" Fußball-Trainer Hans Meyer. Über seine persönlichen Erfahrungen mit rundem Leder, Doppelpass und besonders der Manndeckung berichtet Falko Hennig in der Welt von gestern.
Dass sich deutsche Schriftsteller im Land, wo die Zitronen blüh'n, wohl fühlen und bisweilen zu Hochform auflaufen, ist seit mehr als 200 Jahren bekannt. Schon Mittelfeldstar Andreas Möller wusste: "Mailand oder Madrid? – Hauptsache Italien!" Eingedenk dieses psychologischen Heimvorteils hätte auch noch mehr drin sein können, zumal nur drei weitere Nationen (Ungarn, Italien und die bislang weithin unbekannte Nation Skandinavien) ihre edlen Federn auf den mittelitalienischen Bolzplatz entsandt hatten.
Erst im Finale mussten sich die Deutschen den Skandinaviern geschlagen geben – wie man im Fußball sagt: Erst hatten sie kein Glück, und dann kam auch noch Pech hinzu. Das Ergebnis war eine klare 0:5-Niederlage, die aber anschließend niemand hochsterilisieren wollte.
Für 2006 ist eine Wiederholung des Turniers geplant, dann auch mit Beteiligung von Fußball-Nationen wie England oder Brasilien.
(5. Oktober 2005)



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