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	<title>Kritische Ausgabe &#187; Marcel Diel</title>
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	<description>Zeitschrift für Germanistik &#38; Literatur</description>
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		<title>Das 13. Türchen</title>
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		<comments>http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1359/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 13 Dec 2008 03:12:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Diel</dc:creator>
				<category><![CDATA[AdventsKAlender]]></category>

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		<description><![CDATA[Ehrlich währt am längsten, oder? – K.A.-Redakteur Marcel Diel über selbstgestrickte und andere Lieblingsbücher]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p class="zentriert"><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/crauss_schoeppingen.jpg" class="frei" alt="einsam im münsterland (foto: Crauss)" /></p>
<p class="zentriert"><font size="-1">*Brrr!* (Foto: Crauss.)</font></p>
<h4>&nbsp;</h4>
<p>Ich muss gestehen: Ich schäme mich ein wenig. Denn gefragt nach den bis zu zehn liebsten Büchern 2008 sind mir nur drei eingefallen – oder besser gesagt: nur drei, über die ich wirklich etwas erzählen möchte. </p>
<p>Die anderen sind schnell aufgezählt und es ist (schon jetzt) teilweise so viel über sie geschrieben worden, dass es meiner dezidierten Meinung dazu gar nicht mehr bedarf:</p>
<p>So begann mein literarisches Jahr gleich mit zwei Highlights: <strong>Katja Lange-Müller</strong>s Roman <em><strong>Böse Schafe</strong></em> (Kiepenheuer &#038; Witsch), über den sie mit uns in Ansätzen bereits für K.A. 1/2006 <a href="http://www.kritische-ausgabe.de/hefte/verbrechen/langemueller.pdf">gesprochen hatte</a> (ein wundervolles Interview, wie ich finde), und <strong>Moritz Heger</strong>s unverständlicherweise noch weitgehend unbemerktes Romandebüt <em><strong>In den Schnee</strong></em> (Jung und Jung), das zur Leipziger Buchmesse erschienen ist und zu dem die erstgenannte KLM, wie es der Zufall will, ein Klappentextlein beigesteuert hat – zwei goldene Tipps für alle, die im seichten Wasser hochwertiger deutscher Gegenwartsliteratur nach Perlen gründeln (denn viel zu tauchen gibt es da ja leider nicht).</p>
<p>Und gleich noch zwei hinterher, für eher lyrisch Interessierte: Die Anthologie <em><strong>Lyrik von Jetzt zwei</strong></em> (Berlin Verlag), herausgegeben von <strong>Jan Wagner</strong> und <strong>Björn Kuhligk</strong>, lohnt es sich ebenso in Augenschein zu nehmen wie das <em><strong>Neubuch. Neue junge Lyrik</strong></em> (yedermann Verlag) von <strong>Ron Winkler</strong>. Sich dann zurücklehnen, ein paar Jahre verstreichen lassen und schauen, wer von all diesen Vielversprechenden übrig geblieben ist – auch von denen, die <em>jetzt</em> (also heute) zwar schon da sind, aber selbst von den akribischen Herausgebern jener Sammelwerke noch übersehen worden sind, weil sie in den falschen Städten oder gar auf dem Lande wohnen, weil sie nicht den vermeintlichen Ton ihrer Zeit treffen oder weil sie schlicht nicht mit den richtigen Leuten vernetzt sind (schließlich zählt auch im Literaturbetrieb oft nur »Vitamin B«). </p>
<p>Dazu empfehlen wir, wieder aus einer anderen literarischen Ecke, wiederum herausgegeben von <strong>Ron Winkler</strong>, das poetologische Sonderheft der Zeitschrift <em>intendenzen</em> mit dem schönen Titel <em><strong>Hermetisch offen</strong></em> (Verlagshaus J. Frank, übrigens wie yedermann einer der bemerkenswerteren jungen Independents), das einige sehr interessante (Selbst-) Reflexionen junger deutscher Lyriker enthält. Sehr süffig, nur im Abgang manchmal ein wenig zu süß, wahlweise zu bitter. Aber seien wir ehrlich: Literatur, die durch den Körper geht, ohne darin irgendetwas anzustellen, das uns gefällt oder verdrießt, ist die Anstrengung des Lesens doch gar nicht wert, oder?</p>
<p>Aber wie eingangs schon angedeutet, hängt an all diesen Büchern mein Herz nicht, sondern nur an dreien, und zwar aus einem ganz einfachen Grund: weil ich sie selbst mitverfasst habe. So ehrlich darf ich doch sein, zu sagen, dass mir die eigenen lieber sind als die Kinder fremder Leute? – Wenn ich vorstellen darf:</p>
<ol>
<li><strong>Conrad Ferdinand Meyer</strong>s Novelle <em><strong>Das Amulett</strong></em> ist mir irgendwann in der Oberstufe einmal begegnet, ohne dass wir uns sonderlich gut miteinander vertragen hätten. Als <strong>Florian Radvan</strong> mich im Sommer 2006 fragte, ob ich Lust hätte, mit ihm zusammen einen Kommentar dazu für die <em>Suhrkamp BasisBibliothek</em> zu verfassen, zögerte ich trotzdem nur genauso lange, wie ich brauchte, um den Text noch einmal zu lesen. Auf Anhieb wurde mir klar, warum es zwischen uns damals in der Schule nicht gefunkt hatte: weil er einiges an historischen Kenntnissen (und, zugegeben, auch Interesse) voraussetzt, über die ich als spätpubertärer Schüler schlichtweg nicht verfügt hatte. Schülern und Lehrern bei der Überwindung solcher Verständnishürden zu helfen, ist jedoch das erklärte Ziel der BasisBibliothek – und dazu wollte ich nun gerne mein Scherflein beitragen. (Abgesehen davon macht sich eine Suhrkamp-Veröffentlichung – Post-Unseld-Krise hin oder her – wirklich gut im Lebenslauf!) Dabei stellte für mich neben der Einarbeitung in den mir bis dahin weitgehend unbekannten historischen Kontext (Reformation und Gegenreformation in Europa, Hugenottenkriege, Bartholomäusnacht sowie Leben und Werk C. F. Meyers) das Schreiben für ein nicht- oder nicht-nur-akademisches Publikum die größte Herausforderung dar. Nach einem Jahr (nicht-kontinuierlicher Arbeit, versteht sich) hatten wir schließlich 40 Seiten Kommentar, 25 Seiten Wort- und Sacherläuterungen und 12 Seiten Materialien beisammen, die vom Verlag ohne größere Beanstandungen abgenommen wurden. Trotzdem verging noch über ein halbes Jahr, bis der Band im Februar dieses Jahres endlich erschien. Von dem Honorar konnte ich zwei Monate lang leben; ungleich wertvoller aber waren die Erfahrungen, die ich bei der Arbeit an diesem Buch und nicht zuletzt durch die Zusammenarbeit mit meinem Ko-Autor sammeln durfte. (Danke, Doc!)</p>
<p>Und diese Kooperation setzte sich beinahe nahtlos fort:</li>
<li>Der Oldenbourg Verlag, weithin bekannt durch seine Reihe <em>Oldenbourg Interpretationen</em>, plante eine Reihe kommentierter Klassiker des Deutschunterrichts (<em>Oldenbourg Textausgaben</em> genannt), und einer der Auftaktbände sollten ausgewählte <em><strong>Erzählungen</strong></em> <strong>Franz Kafka</strong>s sein. Den Fisch an Land gezogen hatte wiederum Florian, gelutscht haben wir ihn schließlich beide. Auch wenn die Arbeit an diesem Band längst nicht so umfangreich war wie die am <em>Amulett</em> (hier ging es letztlich »nur« um Wort- und Sacherklärungen und die Auswahl von Materialien, während andere Autoren sich um Interpretationen und Unterrichtsentwürfe kümmerten) und auch wesentlich schneller vonstatten gehen musste – denn das Buch sollte bereits Anfang November erscheinen –, gewinnbringend war sie allemal. Vor allem kam ich endlich einmal dazu, neben einigen mir bis dahin noch unbekannten Kafka-Texten (müsste ich mich schämen, sie hier zu nennen?) auch die <strong><em>Tagebücher</em></strong> zu lesen – und die entpuppten sich als eine echte Offenbarung: »Ein ganzes Leben als ewige Verfertigung der Gedanken«, wie meine Kollegin Anna-Lena vor ein paar Tagen so treffend <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1349/">geschrieben hat</a>. Oder anders ausgedrückt:</li>
<p>&nbsp;</p>
<p class="zentriert"><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/abundant/forrest_kafka.jpg" class="frei" alt="Der Film zum Buch. Selbst gephotoshoppt" /></p>
<p class="zentriert"><font size="-1">(Der Film zum Buch. Selbst gephotoshoppt.)</font></p>
<p>&nbsp;</p>
<li>Ebenfalls eine Art Offenbarung war für mich auch die Arbeit an dem dritten, sicherlich schönsten und vielleicht auch nützlichsten Buch, das ich in diesem Jahr mitherausgegeben habe: <em><strong>Der Jugend-Brockhaus Allgemeinbildung</strong></em>. Das Thema ist ja seit den diversen Pisa-Studien in aller Munde, und mittlerweile glänzt fast jeder größere Sachbuchverlag mit irgendeinem oder gleich mehreren Kompendien, die vorgeben, alles zu enthalten, »was man unbedingt wissen muss«. Freilich würde ich nicht so weit gehen, zu behaupten, dass <strong>Bernd Flessner</strong> und mir das beste oder einzig wahre davon gelungen sei, aber eines kann ich mit Gewissheit sagen: Es ist eines der für die Zielgruppe, nämlich Jugendliche ab 12 Jahren, am besten geeigneten und am ansprechendsten gestalteten Werke dieser Kategorie – und es macht sich, nebenbei gesagt, auch ziemlich gut als Weihnachtsgeschenk. <img src='http://www.kritische-ausgabe.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />
<p>Für Jugendliche zu schreiben bzw. bestehende Texte entsprechend zu bearbeiten, war für mich etwas völlig Neues, und ich bin »meiner« Brockhaus-Redakteurin <strong>Christine Schlitt</strong> sehr dankbar dafür, dass sie mir diese spannende Erfahrung ermöglicht und dabei die Nerven bewahrt hat.</li>
</ol>
<p>Das also war mein sehr persönliches Bücherjahr 2008. Und keine Sorge: Für 2009 hat sich bislang noch keine Eigenveröffentlichung angekündigt. So werde ich vielleicht endlich mal dazu kommen, das Buch zu Ende zu lesen, das ich mir schon <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1110/">im letzten AdventsKAlender</a> aufs Nachttischchen gewünscht, aber erst vor ein paar Tagen wieder zur Hand genommen habe: <em><strong>Wie man über Bücher spricht, die man nicht gelesen hat</strong></em> von <strong>Pierre Bayard</strong> (Verlag Antje Kunstmann). Immerhin bin ich schon auf Seite 66, und mein notorisch schlechtes Gewissen in Bezug auf die vielen, vielen Bücher, die noch unangetastet in meinen Regalen ruhen, ist bereits spürbar geschrumpft. Wenn das kein gutes Zeichen ist!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><u>P.S.:</u> Für diejenigen unter euch, denen das alles zu viel Werbung oder auch schlicht zu viel Text war, hier zur Versöhnung/Verdauung mein deutschsprachiger Lieblingssong des Jahres:</p>
<p class="zentriert"><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/kS4gHCYTYLI&#038;hl=de&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/kS4gHCYTYLI&#038;hl=de&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p class="zentriert"><font size="-1">»<a href="http://www.youtube.com/watch?v=kS4gHCYTYLI">Uh-ganda</a>« von der unvergleichlichen <a href="http://www.kapellepetra.de/">Kapelle Petra</a></font></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Traumberuf Buchredakteurin</title>
		<link>http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1313/</link>
		<comments>http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1313/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 10 Oct 2008 11:37:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Diel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Germanisten im Beruf]]></category>

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		<description><![CDATA[Als im Sommer 2002 die Studierenden bundesweit für eine gebührenfreie Bildung auf die Straße gingen und die Hochschulen bestreikten, machte sich <strong>Andrea Essers</strong>, damals Vorsitzende der Fachschaft Germanistik an der Uni Bonn, Gedanken darüber, wie man dem Protest eine konstruktive Note verleihen könnte. Zusammen mit ihren FachschaftskollegInnen gelang es ihr, Lehrende fast aller Fakultäten für einen »24-Stunden-Vorlesungsmarathon« zu gewinnen, der zu einem viel beachteten und gut besuchten Event wurde. Diese Erfahrung mag sie darin bestärkt haben, nach ihrem Abschluss einen Berufsweg einzuschlagen, der ihr Organisationstalent immer wieder neu fordert und ihren breit gefächerten Interessen entgegenkommt – zunächst als fest angestellte Projektmanagerin für Kinder- und Jugendmedien und schließlich im selben Bereich als freie Redakteurin, Autorin und Lektorin.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als im Sommer 2002 die Studierenden bundesweit für eine gebührenfreie Bildung auf die Straße gingen und die Hochschulen bestreikten, machte sich <strong>Andrea Essers</strong>, damals Vorsitzende der Fachschaft Germanistik an der Uni Bonn, Gedanken darüber, wie man dem Protest eine konstruktive Note verleihen könnte. Zusammen mit ihren FachschaftskollegInnen gelang es ihr, Lehrende fast aller Fakultäten für einen »24-Stunden-Vorlesungsmarathon« zu gewinnen, der zu einem viel beachteten und gut besuchten Event wurde.</p>
<p>Diese Erfahrung mag sie darin bestärkt haben, nach ihrem Abschluss einen Berufsweg einzuschlagen, der ihr Organisationstalent immer wieder neu fordert und ihren breit gefächerten Interessen entgegenkommt – zunächst als fest angestellte Projektmanagerin für Kinder- und Jugendmedien und schließlich im selben Bereich als freie Redakteurin, Autorin und Lektorin.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Unsere zwölf Fragen, beantwortet von Andrea Essers:</h4>
<ol>
<li><strong>Wie lange und wo haben Sie studiert, welchen Abschluss haben Sie erreicht? War Germanistik Ihr Haupt- oder Nebenfach?</strong>
<p>Zwölf Semester an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Mein Studium der Germanistik und Philosophie habe ich mit dem ersten Staatsexamen abgeschlossen.</li>
<li><strong>Was hat Sie damals dazu bewogen, Germanistik zu studieren?</strong>
<p>Die klassischen Gründe, die die meisten Erstsemestler wohl angäben, würde man sie fragen: Spaß an guter Literatur und die Freude, darüber zu sprechen.</li>
<li><strong>Zu welchem Thema haben Sie Ihre Abschlussarbeit eingereicht?</strong>
<p>»<em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Krebsgang">Im Krebsgang</a></em> durch ein Kapitel deutscher Geschichte. Die literarische Aufarbeitung der Gustloff-Katastrophe in Günter Grass’ Novelle.«</li>
<li><strong>Zu welchen wissenschaftlichen Ergebnissen sind Sie in dieser Arbeit gelangt?</strong>
<p>So bahnbrechend waren meine Ergebnisse nicht, dass es sich lohnen würde, sie hier breitzutreten.</li>
<li><strong>Wer war Ihr(e) bevorzugte(r) Professor(in) und was machte sie/ihn aus?</strong>
<p>»Eine(n) bevorzugte(n) Professor(in)« hatte ich eigentlich nicht. Aber die Vorlesungen von Herrn Professor Oehler und ein Hauptseminar bei Frau Professor Brüggen (zum Thema »Tristan und Isolde«) sind mir in sehr guter Erinnerung geblieben.</li>
<li><strong>Was war/ist Ihr(e) Lieblingsbuch / Lieblingsautor(in) / Lieblingsepoche / Lieblingsgattung / Lieblingsgenre?</strong>
<p>Eine präzise Antwort fällt mir schwer, da ich breit gefächerte Vorlieben habe. Generell mag ich Bücher, die die Zeit vom Ende des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts thematisieren.</li>
<li><strong>Wo haben Sie Ihre ersten beruflichen Erfahrungen gesammelt, welche studienbegleitenden Tätigkeiten (Praktika etc.) haben Sie absolviert und dabei ggf. welche Schlüsselqualifikationen erworben?</strong>
<p>Praktika bei einer Zeitung, beim Radio, beim Fernsehen und beim Bundestag sowie ein Job als studentische Hilfskraft beim Nachrichten- und Dokumentationssender Phoenix haben mir die Gewissheit gegeben, dass ich auf keinen Fall Journalistin werden möchte. Gleichzeitig habe ich dabei aber auch entdecken können, was ich gerne machen würde und wo meine Talente liegen: im Organisieren, im Recherchieren, in der Beschäftigung mit immer neuen Themengebieten und im verständlichen Erklären von komplexen Zusammenhängen.</li>
<li><strong>Wie sind Sie nach dem Studium geworden, was Sie nun sind? Und: Wollten Sie es werden?</strong>
<p>Verlagsredakteurin war in meiner Vorstellung ein Traumberuf. Nach meinem Studium habe ich daher zunächst ein Volontariat in der Kinder- und Jugendbuchredaktion beim Bibliographischen Institut &#038; F.A. Brockhaus absolviert und im Anschluss daran als Projektmanagerin in der gleichen Redaktion gearbeitet. Nach vier Jahren als fest angestellte war der Weg geebnet für meine jetzige Tätigkeit als freie Redakteurin für Kinder- und Jugendmedien, was den Vorteil und die Herausforderung mit sich bringt, thematisch breiter gefächert und für unterschiedliche Verlage und Zielgruppen arbeiten zu können. Und ich bleibe dabei: Buchredakteurin ist ein Traumberuf.</li>
<li><strong>Nützt Ihnen das im Studium erworbene Wissen in Ihrem Beruf – und wenn ja: was?</strong>
<p>Mein Schwerpunkt liegt im Bereich Kinder- und Jugendmedien. Das heißt, ich übernehme die Bild- und Textredaktion bzw. die Autorenschaft vor allem für Kinder- und Jugendsachbücher, Schülerhilfen und Online-Angebote für diese Zielgruppe. Bei der inhaltlichen Aufbereitung der Themen haben mir daher bislang weder das Studium von Heideggers <em>Sein und Zeit</em> noch Schnitzlers <em>Reigen</em> geholfen. Aber an der Uni habe ich gelernt, mich immer wieder in neue Themen einzuarbeiten, und das ist eine Kompetenz, die in meinem Arbeitsalltag eine wichtige Rolle spielt. Auch komplexe und schwierige Inhalte greifbar und verständlich zu machen, ist eine Fähigkeit, die ich mir im Studium angeeignet habe. Und auch die dabei erlangten sprachwissenschaftlichen Grundlagen erweisen sich immer wieder als nützlich, wenn es etwa gilt, Schülerhilfen zu redigieren oder Ritterbücher zu erstellen.</li>
<li><strong>Würden Sie sich heute wieder für ein Germanistik-Studium entscheiden – und warum (nicht)?</strong>
<p>Ich wüsste nicht, was ich stattdessen lieber studieren würde.</li>
<li><strong>Wie viele Ihrer (Branchen-)Kollegen haben Germanistik oder ein anderes geisteswissenschaftliches Studium absolviert? Und werden in Ihrem Bereich noch weitere Germanisten bzw. Geisteswissenschaftler gesucht?</strong>
<p>Die im Verlag tätigen Redakteure haben zum Großteil Germanistik oder eine moderne Fremdsprache studiert. Das Verlagswesen ist eben eine klassische Domäne für Geisteswissenschaftler. Im Kinder- und Jugendbuchbereich ist auch die Kombination aus geisteswissenschaftlichem und Pädagogikstudium sehr verbreitet.</li>
<li><strong>Welche Frage haben Sie an heutige Studierende der Germanistik? Und was würden Sie ihnen raten zu tun (oder zu lassen), um den Sprung von der Uni ins Berufsleben zu schaffen?</strong>
<p>»Was lest ihr gerade?« scheint mir eine gute Frage zu sein. Und mein weiser Rat: Das Studium als Spielwiese nutzen, um herauszufinden, was man wirklich kann und wirklich will.</li>
</ol>
<h4>&nbsp;</h4>
<p><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/andrea_essers.jpg" alt="Andrea Essers (Foto: privat)" title="Andrea Essers (Foto: privat)" /><strong>Andrea Essers</strong>, 1977 geboren in Heinsberg (NRW), studierte von 1997 bis 2003 Deutsch und Philosophie auf Lehramt (Sek. I/II) sowie Deutsch als Fremdsprache an der <a href="http://www.uni-bonn.de/">Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn</a>. Nach dem ersten Staatsexamen absolvierte sie ein Volontariat in der Kinder- und Jugendbuchredaktion beim <a href="http://www.bifab.de/">Bibliographischen Institut &#038; F.A. Brockhaus</a> in Mannheim und wurde anschließend übernommen. Als Projektmanagerin betreute sie zahlreiche Reihen und Titel unter den Marken Brockhaus, Duden und Meyers, unter anderem verschiedene Bände des »Kinder Brockhaus« und »Meyers kleine Kinderbibliothek«. Im Juni 2008 wagte sie den Sprung in die Selbständigkeit als freie Redakteurin für Kinder- und Jugendmedien. Sie lebt und arbeitet in Berlin.</p>
<p><font size="-1">Foto: © privat</font></p>
<p>&nbsp;</p>
<div style="color: #777;">In unserer Serie <em>Germanisten im Beruf</em> haben seit 2006 bereits mehr als zwei Dutzend ehemalige Germanistik-Studentinnen und -Studenten Auskunft über ihren Werdegang und den Nutzen ihres Studiums gegeben; der Reihe nach: <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/726/">Martin Sonneborn</a> (<em>Titanic</em>-Redakteur) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/728/">Jan Sting</a> (freiberuflicher Journalist) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/727/">Axel Joerss</a> (Journalist und Fotograf) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/779/">Christine Henschel</a> (Wissenschaftslektorin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/801/">Nikola Richter</a> (Schriftstellerin und Journalistin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/827/">Burkhard Spinnen</a> (Schriftsteller) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/862/">Kathrin Passig</a> (Autorin und Geschäftsführerin der »Zentralen Intelligenz Agentur«) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/875/">Adam Soboczynski</a> (<em>ZEIT</em>-Redakteur) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/881/">Cornelia Schu</a> (wiss. Referentin beim Wissenschaftsrat) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/885/">David Eisermann</a> (Kulturjournalist und <em>WDR</em>-Radiomoderator) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/905/">Swantje Lichtenstein</a> (Schriftstellerin und – seit Frühjahr 2007 – Professorin an der FH Düsseldorf) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/918/">Carla Christiany</a> (Deutschlektorin an der Università di Bologna) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/929/">Christoph Wenzel</a> (Mitbegründer und -herausgeber der Literaturzeitschrift <em>[SIC]</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/991/">Christian Eichner</a> (promovierter Rechtsanwalt und Germanistik-Habilitand) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/998/">Olaf Kutzmutz</a> (Programmleiter Literatur der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1072/">Andreas Wilink</a> (Mitbegründer, -herausgeber und leitender Redakteur des Magazins <em>K.WEST – das Feuilleton für NRW</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1081/">Tilman Krause</a> (Literaturkritiker und leitender Literatur-Redakteur bei der <em>Welt</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1102/">Andrea Vetsch</a> (TV-Moderatorin im <em>Schweizer Fernsehen</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1140/">Axel von Ernst</a> (Schriftsteller und Verleger) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1149/">Bernd Draser</a> (freiberuflicher Dozent) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1153/ ">Yvonne Büdenhölzer</a> (Dramaturgin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1187/">Reiner-Ernst Ohle</a> (Theaterreferent) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1199/">Antje Schnadwinkel</a> (Lektorin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1243/">Maxim Hofmann</a> (Kabarettist) –  <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1245/">Sandra Heinrici</a> (Organisationsassistentin der <em>Biennale Bonn</em> 2008) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1267/">Nicole Maus</a> (PR-Beauftragte des Goethe-Instituts London) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1272/">Marius Kursawe</a> (Unternehmensberater) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1283/">Barbara Wermann</a> (Lektoratsassistentin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1289/">Volker Oppmann</a> (Verleger) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1295/">Jürgen Kaube</a> (<em>FAZ</em>-Redakteur). – Weitere »<a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/ressort/kaplus/germanistinnen-im-beruf/">Germanisten, die es geschafft haben</a>«, folgen!</div>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Just left the building: Arthur C. Clarke</title>
		<link>http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1184/</link>
		<comments>http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1184/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 19 Mar 2008 22:27:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Diel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Portrait]]></category>

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		<description><![CDATA[Der »Vater der Science-Fiction«, wie <em>Spiegel Online</em> ihn nennt, war er zwar sicher nicht, zweifellos aber einer ihrer prominentesten Vertreter: Der britische Schriftsteller Arthur C. Clarke ist am Mittwoch im Alter von 90 Jahren in Colombo (Sri Lanka) gestorben ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der »Vater der Science-Fiction«, wie <em><a href="http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,542314,00.html">Spiegel Online</a></em> ihn nennt, war er zwar sicher nicht, zweifellos aber einer ihrer prominentesten Vertreter: Der britische Schriftsteller <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_C._Clarke">Arthur C. Clarke</a> ist am Mittwoch im Alter von 90 Jahren in Colombo (Sri Lanka) gestorben.</p>
<p>Weltberühmt wurde Clarke 1968 durch den Film <em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/2001:_Odyssee_im_Weltraum">2001: Odyssee im Weltraum</a></em> von Stanley Kubrick, der auf einer Kurzgeschichte von ihm basiert und für den er gemeinsam mit dem Regisseur das Drehbuch schrieb.</p>
<p>Die <em><a href="http://www.zeit.de/news/artikel/2008/03/19/2497370.xml">Zeit</a></em> fasst zusammen:</p>
<blockquote><p>Arthur Charles Clarke wurde am 16. Dezember 1917 als Sohn von Bauern in Westengland geboren. Schon als Zwölfjähriger begeisterte er sich für Science Fiction. Als junger Mann trat er der »British Interplanetary Society« bei, einer Gruppe von Träumern, die sich überlegten, wie der erste Mann auf den Mond geschickt werden könnte.</p>
<p>Clarke war ein technischer Visionär. Er sah bereits 1945 die Technik der Kommunikationssatelliten voraus. Seine Schriftstellerkarriere begann er mit populärwissenschaftlichen Texten über die Raumfahrt. Bekannt wurde er mit seinem 1953 erschienenen ersten Science-Fiction-Roman <em>Aufbruch zu den Sternen</em>. In den Folgejahren verkaufte er Millionen Bücher, seine Werke wurden in 30 Sprachen übersetzt. [...] Für seine schriftstellerische Leistung ehrte die britische Königin Elizabeth II. ihren Landsmann Clarke 1998 mit dem Ritterschlag.</p></blockquote>
<p>Nachrufe auf den »letzte[n] große[n] Schriftsteller [...], der die ›goldene Zeit‹ der Science-Fiction geprägt hat«, wie Detlef Borchers auf <em><a href="http://www.heise.de/newsticker/Zum-Tode-von-Arthur-C-Clarke-Es-ist-nicht-erwiesen-dass-Intelligenz-ueberlebt--/meldung/105318">heise online</a></em> meint (naja, zumindest <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Ray_Bradbury"><em>einer</em></a> lebt doch noch), sind unter anderem in der <em><a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=1306270">Frankfurter Rundschau</a></em>, der <em><a href="http://www.welt.de/kultur/article1818500/Clarkes_Science_Fiction_war_nicht_nur_Fiktion.html">Welt</a></em>, der <a href="http://www.taz.de/nc/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=sw&#038;dig=2008%2F03%2F20%2Fa0054&#038;src=GI&#038;cHash=21a949542d">taz</a>, wiederum auf <em><a href="http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,542340,00.html">Spiegel Online</a></em>, im <em><a href="http://www.ksta.de/html/artikel/1203599447969.shtml">Kölner Stadt-Anzeiger</a></em>, in der <a href="http://www.faz.net/s/Rub1DA1FB848C1E44858CB87A0FE6AD1B68/Doc~E006D0D93385845D9871ADF848898D2C1~ATpl~Ecommon~Scontent.html">FAZ</a> und (Nachtrag 22. März) in der <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/der_glaeubige_atheist_1.693312.html">NZZ</a> erschienen.</p>
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		<title>Dreimal schreiben und gewinnen</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Feb 2008 21:57:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Diel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausschreibungen &#038; Wettbewerbe]]></category>

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		<description><![CDATA[Schreiben ist doch was Schönes! – Oder nicht? Höre ich da etwa jemanden fluchen, weil er oder sie gerade über der ersten von drei Hausarbeiten brütet, die alle noch in den laufenden Semesterferien geschrieben werden wollen? Nun gut, ich revidiere freiwillig: Schreiben ist vielleicht nicht für jede/n, nicht prinzipiell und nicht zu jeder Zeit etwas Schönes. Aber es soll ja Leute geben, die es dennoch gerne bis zwanghaft tun, ja, es sogar professionalisieren möchten und eine journalistische, wissenschaftliche oder auch eine literarische Karriere anstreben. Und für genau diese Leute sind die folgenden Hinweise auf drei höchst unterschiedliche, aber sehr interessante Wettbewerbe gedacht. Also: Aufgemerkt und mitgeschrieben!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Schreiben ist doch was Schönes!</strong> – Oder nicht? Höre ich da etwa jemanden fluchen, weil er oder sie gerade über der ersten von drei Hausarbeiten brütet, die alle noch in den laufenden Semesterferien geschrieben werden wollen? Nun gut, ich revidiere freiwillig: Schreiben ist vielleicht nicht für jede/n, nicht prinzipiell und nicht zu jeder Zeit etwas Schönes. Aber es soll ja Leute geben, die es dennoch gerne bis zwanghaft tun, ja, es sogar professionalisieren möchten und eine journalistische, wissenschaftliche oder auch eine literarische Karriere anstreben. Und für genau diese Leute sind die folgenden Hinweise auf drei höchst unterschiedliche, aber sehr interessante Wettbewerbe gedacht. Also: <strong>Aufgemerkt und mitgeschrieben!</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>PROSANOVA-Literaturwettbewerb</h4>
<p><a href="http://www.prosanova.net/"><img src="http://kritische-ausgabe.de/signale/files/prosanova08_logo.gif" alt="PROSANOVA" class="right" /></a>Vom 22. bis 25. Mai 2008 findet in Hildesheim wieder das <a href="http://www.prosanova.net/">PROSANOVA-Festival für junge deutschsprachige Gegenwartsliteratur</a> statt, mit Sicherheit eine der spannenderen literarischen Veranstaltungen dieses Jahres.</p>
<p>Aus diesem Anlass lobt das Kuratorium, allen voran die Herausgeber/innen der Zeitschrift <a href="http://www.bellatriste.de/"><em>BELLA triste</em></a>, einen Literaturwettbewerb aus, der sich – auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich für ein Festival dieses Titels – ausschließlich an junge <strong>Lyrikerinnen und Lyriker</strong> richtet. Zur Teilnahme aufgerufen sind Autorinnen und Autoren, die nicht älter als 35 Jahre sind und bislang höchstens einen eigenständigen Lyrikband publiziert haben. </p>
<p>Eingereicht werden können bis zu zwölf unveröffentlichte Texte, die eine Gesamtvorlesezeit von 15 Minuten nicht überschreiten sollten. Die Texte müssen anonymisiert und mit einem Kennwort versehen in zweifacher Ausfertigung vorliegen. Beizufügen ist außerdem ein verschlossenes Kuvert, auf dem das Kennwort steht und in dem sich die Anschrift und kurze Angaben zur Person und Bibliographie des Autors befinden.</p>
<p>Einsendungen sind ausschließlich per Post zu richten an:</p>
<p>PROSANOVA – Festival für junge Literatur<br />
Stichwort: Wettbewerb<br />
Moltkestraße 64<br />
D–31135 Hildesheim</p>
<p>Einsendeschluss ist der <strong>1. März 2008</strong>.</p>
<p>Eine unabhängige Jury – bestehend aus den Schriftstellern <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Lentz">Michael Lentz</a> (derzeit Professor am <a href="http://www.uni-leipzig.de/~dll/">Deutschen Literaturinstitut Leipzig</a>), <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Sartorius">Joachim Sartorius</a> (Intendant der <a href="http://www.berlinerfestspiele.de/">Berliner Festspiele</a>) und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anja_Utler">Anja Utler</a> (unter anderem <a href="http://www.literarischer-maerz.de/">Leonce-und-Lena-Preisträgerin</a> 2003) – wählt sechs Lyriker/innen aus, die zur Endrunde in Form einer öffentlichen Lesung im Rahmen des PROSANOVA-Festivals am 25. Mai 2008 eingeladen werden. Dabei werden die Texte live von der Jury diskutiert und anschließend prämiert.</p>
<p>Sowohl die Jury als auch das Publikum vergeben jeweils einen Preis in Höhe von 1.500 bzw. 500 Euro. Die Beiträge der sechs Finalist/innen werden außerdem in der Festival-Sonderausgabe der <em>BELLA triste</em> veröffentlicht.</p>
<p>Die Ausschreibung zum Literaturwettbewerb gibt es <a href="http://prosanova.net/PN_Wettbewerb_Ausschreibung.pdf">hier auch als PDF</a>. Weitere Informationen zum Festival finden sich unter <a href="http://www.prosanova.net">www.prosanova.net</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="zentriert">Zugegeben: Lyrik ist nicht jedermanns Sache. Aber neue Talente werden ja nicht nur im Literaturbetrieb, sondern zum Beispiel auch in der Wissenschaft gesucht – und an solche richtet sich die folgende Ausschreibung:</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><em>sciencegarden</em>-Schreibwettbewerb</h4>
<p><a href="http://www.sciencegarden.de"><img src="http://kritische-ausgabe.de/signale/files/sciencegarden_logo.jpg" alt="sciencegarden" class="right" /></a><a href="http://www.sciencegarden.de"><em>sciencegarden</em></a> ist ein Wissenschaftsmagazin, das seit 2001 online erscheint und es sich zur Aufgabe gemacht hat, die wissenschaftsjournalistische Kompetenz von Nachwuchsakademikern zu fördern. Nicht ganz unähnlich unserem schönen Projekt hier möchte es »wissenschaftliche Themen über akademische Fächergrenzen hinweg« vermitteln und »gesellschaftlich relevante Wissenschaft mit jungen Nachwuchsdenkern und anerkannten Experten« diskutieren. In erster Linie richtet es sich damit an ein allgemein wissenschaftlich und gesellschaftspolitisch interessiertes Publikum <font size="-1">(und ist bei Weitem nicht so staubtrocken, wie es hier klingt)</font>.</p>
<p>Nun ruft die Redaktion junge <strong>Nachwuchsforscher und -journalisten</strong> aller Sparten zu einem Schreibwettbewerb auf. Das Thema lautet: <strong>»Die Stadt in Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft«</strong>.</p>
<blockquote><p>Städte sind Mittelpunkte menschlichen Zusammenlebens: Von den Jahrtausende alten Hochkulturen, über die antike Polis bis hin zur Metropole des 21. Jahrhunderts. Die jeweiligen sozialen und politischen Verhältnisse, Kriege, aber auch technologische Entwicklungen, haben dabei tiefe Spuren im Gesicht der Städte hinterlassen, auf dem flachen Land wie in den Ballungsräumen. Heute stellt der gewachsene Bedarf an Mobilität und Energie genauso wie massive Umweltzerstörung und zunehmender Landschaftsverbrauch die Kommunen vor neue Herausforderungen. Ebenso der demographische Wandel, soziale und kulturelle Spannungen, teilweise sogar ethnische Spaltungen der Stadtbewohner in Parallelgesellschaften. Städteplanung und -entwicklung ist nicht bloß Sache der Architekten und Baufirmen, sondern immer schon eine höchst politische Angelegenheit. Daraus ergibt sich die Frage: Wie wollen – oder sollten – wir in Zukunft leben?</p></blockquote>
<p><font size="-1">[Was das mit Literaturwissenschaft zu tun hat? <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1146/">Hier ein kleiner Tipp</a>.]</font></p>
<p>Eingereicht werden können »spannende, gut recherchierte, sprachlich klare, eingängige und überraschende journalistische Texte« (Reportagen, Interviews, Berichte) aus allen Fachrichtungen. Es darf, so die Redaktion weiter, »über alles geschrieben werden, nur nicht über die eigene Forschung und nicht im Stil wissenschaftlicher Abhandlungen oder Laborberichte. Trockene Wissenschaftssprache, Schachtelsätze und Fußnoten sind Tabu!«</p>
<p>Die Beiträge sollten 10.000 Zeichen nicht überschreiten und müssen nach einer Vorlage gestaltet sein, die <a href="http://www.sciencegarden.de/berichte/200802/sciencegarden-schreibwettbewerb/sciencegarden-Beitragsvorlage.rtf">hier als RTF zum Download</a> bereitsteht. Einsendungen sind ausschließlich per E-Mail erwünscht an: <a href="mailto:schreibtalent@sciencegarden.de">schreibtalent@sciencegarden.de</a>.</p>
<p>Einsendeschluss ist der <strong>30. April 2008</strong>.</p>
<p>Aus den eingereichten Texten wählt eine Jury, bestehend aus Redaktionsmitgliedern, die besten aus, die dann sowohl bei <em>sciencegarden</em> veröffentlicht als auch mit Buchpreisen prämiert werden.</p>
<p>Weitere Informationen zum Wettbewerb inklusive ein paar gut gemeinter Ratschläge finden sich unter <a href="http://www.sciencegarden.de/berichte/200802/sciencegarden-schreibwettbewerb/sciencegarden-schreibwettbewerb.php">www.sciencegarden.de</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="zentriert">›Literatur und Wissenschaft schön und gut, aber eigentlich möchte ich doch viel lieber was aus meiner persönlichen Erfahrung schöpfen. Gibt's dafür vielleicht auch ein Angebot?‹ – Ja, das gibt es in der Tat, wenn auch zu einem bestimmten Thema:</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Genderblog-Essaywettbewerb</h4>
<p><a href="http://www.genderblog.de"><img src="http://kritische-ausgabe.de/signale/files/genderblog_logo.gif" alt="Genderblog" class="right" /></a>Anlässlich des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Frauentag">Internationalen Frauentags</a> am 8. März 2008 ruft das <a href="http://www.genderblog.de">Genderblog</a> unseres verehrten Kollegen und K.A.-Mitgründers Rochus Wolff auf zu einem Kurzessay-Wettbewerb zu der Frage: </p>
<p class="zentriert"><strong>»Was bedeutet für mich Feminismus heute?«</strong></p>
<p><font size="-1">(Und nein, diese Frage richtet sich ausdrücklich nicht nur an Frauen! Wäre ja auch langweilig.)</font></p>
<p>Die interessantesten, aufregendsten, eigensten Texte dazu, in denen Erfahrungen und Erinnerungen thematisiert werden und die die eigene, womöglich auch ambivalente Haltung des/der Schreibenden widerspiegeln, werden rund um den 8. März im Genderblog veröffentlicht. Zu gewinnen gibt es für die Autor/innen der besten drei Beiträge jeweils ein Exemplar des brandneuen Buches <a href="http://www.hoffmann-und-campe.de/go/f7984d6e-d2a0-3c28-5e0503f5bae70b37"><em>Wir Alphamädchen</em></a> von Meredith Haaf, Susanne Klingner und Barbara Streidl, besser bekannt als die <a href="http://www.maedchenmannschaft.net/">Mädchenmannschaft</a>.</p>
<p>Die Wettbewerbsbeiträge sollten zwischen 1000 und 4000 Zeichen lang sein und zusammen mit persönlichen Angaben in einem der gängigen Datenformate (Word, RTF, PDF oder Nur-Text) per E-Mail eingesendet werden an: <a href="mailto:frauentag@genderblog.de">frauentag@genderblog.de</a>.</p>
<p>Einsendeschluss ist der <strong>4. März 2008</strong>.</p>
<p>Nähere Informationen zum Wettbewerb gibt es unter <a href="http://genderblog.de/index.php/2008/02/19/feminismus-wochen-im-genderblog/">www.genderblog.de</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="zentriert">Und, war was für euch dabei? Dann nichts wie ran an die Tasten!<br />
<strong>Wir wünschen euch viel Erfolg!</strong></p>
<p class="zentriert">P.S.: Achja, und den hier gibt es natürlich auch noch:</p>
<p class="zentriert"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Schreibwettbewerb"><img src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c5/SchWett_Gr_2.png" class="frei" alt="Wikipedia-Schreibwettbewerb 2008" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Just left the building: Celestino Piatti</title>
		<link>http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1141/</link>
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		<pubDate>Fri, 21 Dec 2007 17:49:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Diel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Portrait]]></category>

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		<description><![CDATA[Fast jeder, der einmal einen älteren dtv-Band in der Hand hatte, dürfte diesen Künstler kennen: Celestino Piatti, »Europas bedeutendster Gebrauchsgrafiker« (so die NZZ), ist am 17. Dezember im Alter von 85 Jahren in Duggingen (Schweiz) gestorben ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fast jeder, der einmal einen älteren dtv-Band in der Hand hatte, dürfte diesen Künstler kennen: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Celestino_Piatti">Celestino Piatti</a>, »Europas bedeutendster Gebrauchsgrafiker« (so die <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/handwerk_und_phantasie_1.605132.html">NZZ</a>), ist am 17. Dezember im Alter von 85 Jahren in Duggingen (Schweiz) gestorben.</p>
<p class="zentriert"><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/piattidtv.jpg" title="Von Piatti illustrierte dtv-Titel – eine willkürliche Auswahl" alt="Von Piatti illustrierte dtv-Titel – eine willkürliche Auswahl" class="frei" /></p>
<p>Über 6300 Buchtitel-Illustrationen hatte Piatti seit 1961 für den Münchner Verlag angefertigt, der ihn 1987 mit einem eigenen Band, <em>Celestino Piatti – Meister des graphischen Sinnbilds</em>, ehrte.</p>
<p>Der <a href="http://www.tagesspiegel.de/kultur/Celestino-Piatti;art772,2442785">Tagesspiegel</a> schreibt:</p>
<blockquote><p>Piattis Werke wurden mit über 40 Ausstellungen im In- und Ausland geehrt. 30 seiner über 500 Plakate wurden als bestes schweizerisches Plakat des Jahres ausgezeichnet. Ihm selbst wurde 1985 der Preis des Schweizer Buchhandels verliehen. Mehrere von ihm gestaltete Bücher bekamen das Prädikat »schönstes Buch des Jahres«.</p>
<p>Er entwarf zudem Glas- und Wandbilder sowie Eisenskulpturen. Als feinsinniger Karikaturist war Piatti viele Jahre für das Schweizer Satiremagazin »<a href="http://www.nebelspalter.ch/">Nebelspalter</a>« tätig. Für die Schweizer Post entwarf er von 1959 an Briefmarken [...]</p></blockquote>
<p>Weitere Nachrufe finden sich unter anderem im <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/kunst/825617.html">Tages-Anzeiger</a>, in der <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=1261581">Frankfurter Rundschau</a> und im <a href="http://www.tagblatt.ch/index.php?artikelxml=1442588&#038;ressort=tagblattheute/frontseite&#038;jahr=2007&#038;ressortcode=hp-tb&#038;ms=hauptseite">St. Galler Tagblatt</a>.</p>
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		<item>
		<title>Das 6. Türchen</title>
		<link>http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1110/</link>
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		<pubDate>Thu, 06 Dec 2007 00:32:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Diel</dc:creator>
				<category><![CDATA[AdventsKAlender]]></category>

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		<description><![CDATA[2007 war für mich das Jahr der ungelesenen Bücher. Geradezu deprimierend, wie schnell mein Buchbestand – trotz des Umzugs von Bonn nach Berlin und diversen finanziellen Engpässen – angewachsen ist, während meine Lektürefrequenz so starken Schwankungen unterlag, dass am Ende der Berg der ungelesenen den Hügel der gelesenen Bücher um einiges übertraf ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p class="zentriert"><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/buehler06.jpg" class="frei" /></p>
<p class="zentriert"><font size="-1">(Foto: Matthias Bühler)</font></p>
<p class="zentriert"><font size="-1">Nähere Informationen zum diesjährigen »AdventsKAlender« und seiner Bebilderung <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1105/">hier</a>.</font></p>
<h4>&nbsp;</h4>
<p>2007 war für mich das Jahr der ungelesenen Bücher. Geradezu deprimierend, wie schnell mein Buchbestand – trotz des Umzugs von Bonn nach Berlin und diversen finanziellen Engpässen – angewachsen ist, während meine Lektürefrequenz so starken Schwankungen unterlag, dass am Ende der Berg der ungelesenen den Hügel der gelesenen Bücher um einiges übertraf. Nicht ganz unschuldig daran war übrigens auch die Redaktion einer gewissen Zeitschrift für Germanistik &#038; Literatur (der Name tut nichts zur Sache), die mir meinen Abgang bzw. Neuanfang mit einigem Lesefutter versüßt hat.</p>
<p>Das erfreulichste Buch meines Lesejahres waren zweifellos die <em><strong>Briefe 1959–1979</strong></em> des Dichters <strong>Nicolas Born</strong>, herausgegeben von dessen Tochter Katharina im Wallstein-Verlag. Aus meiner Verehrung für den Autor habe ich ja schon vor drei Jahren anlässlich des Erscheinens der <em>Sämtlichen Gedichte</em> <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/122/">keinen Hehl gemacht</a>, und ich hoffe sehr, dass Wallstein bzw. die Mainzer Akademie der Wissenschaften die Reihe der Wieder- und Neuveröffentlichungen seiner Werke fortsetzen wird. Denn wie kaum ein anderer Schriftsteller der siebziger Jahre hat Born, seinerzeit alles andere als ein Unbekannter, es verdient, wiederentdeckt und neu gelesen zu werden und damit in unserer Wahrnehmung endlich aus dem langen Schatten Brinkmanns herauszutreten, in den er ohnehin nie gehört hat. »Die Poesie, die wichtig ist, wird in den nächsten Jahren über deine Position und die von Brinkmann nicht hinauskommen«, prophezeite Jürgen Theobaldy dem todkranken Dichter im Juni 1979. Er hat Recht behalten, und wenn man einigen Unkenrufern unter den Literaturkritikern glauben möchte, gilt das sogar bis auf den heutigen Tag. Borns Lyrik jedenfalls, so viel lässt sich ohne Übertreibung sagen, gehört zum Besten, was die deutsche Literatur hervorgebracht hat. Denjenigen, die sich für die Hintergründe seines Schaffens und Werdens interessieren, bieten die <em>Briefe</em> von und an ihn reichlich Material, das, wie bereits die <em>Gedichte</em>, hervorragend kommentiert und mit einem ebenso umfang- wie aufschlussreichen Nachwort versehen ist. Wie gesagt: Dieser Band ist eine wahre Freude – und sicher nicht nur etwas für ›Fans‹!</p>
<p>Das Buch, mit dem ich mich in diesem Jahr am intensivsten beschäftigt habe, ist <strong>Conrad Ferdinand Meyer</strong>s Novelle <em><strong>Das Amulett</strong></em>. Ja, ich weiß, nicht gerade die beliebteste Schullektüre – nichtsdestotrotz aber ein spannender, ungemein facettenreicher Text. Schüler, Studenten und Deutschlehrer, die das nicht glauben wollen, mögen sich bitte demnächst von <a href="http://www.suhrkamp.de/titel/titel.cfm?bestellnr=18890">diesem schönen Bändchen</a> überzeugen lassen. <img src='http://www.kritische-ausgabe.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  </p>
<p>Und wo wir schon bei Schleichwerbung sind: Das Buch, das mir 2007 am meisten Spaß gemacht hat, heißt <em><strong>Natural Born Grillers</strong></em>. Ja, ich gebe zu, wenn ich es nicht <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1082/">selbst lektoriert</a> hätte, wäre ich vermutlich nie darauf aufmerksam geworden, denn als bekennender ALDI-Gourmet interessieren mich Kochbücher eher selten. Wie gut, dass dieses gar keins ist, sondern vielmehr eine äußerst unterhaltsame und kurzweilige Einführung in die Regeln des ›guten Grillens‹, wie sie in Nieheim-Himmighausen gepflegt werden. Dort nämlich, im tiefsten Ostwestfalen, wohnen Frank, Dirk und Bernd, die sich seit zehn Jahren sommers wie winters jede Woche einmal zum Grillen treffen und sich daher völlig zurecht »Natural Born Grillers« nennen. Ihr <a href="http://www.natural-born-grillers.de/">Buch</a>, das hübsch selbstironisch von den <a href="http://book-packaging.de/grillers/nbg-images/2007/06/nbg-gesundheit.jpg">Freuden</a> und <a href="http://book-packaging.de/grillers/nbg-images/2007/06/nbg-notloesungen.jpg">Sorgen</a> echter Profigriller berichtet und dabei ebenso <a href="http://book-packaging.de/grillers/nbg-images/2007/06/nbg-rezepte.jpg">ungewöhnliche Rezepte</a> wie <a href="http://book-packaging.de/grillers/nbg-images/2007/06/nbg-anzuender.jpg">spektakuläre Riten</a> präsentiert, eignet sich übrigens auch hervorragend als Weihnachtsge&#8230; <font size="-1">Is' ja gut, ich hör schon auf!!</font></p>
<p>Das Buch, auf das ich mich im Vorfeld am meisten gefreut habe, war der neue Roman von <strong>Walter Moers</strong>. Doch auf die Vorfreude folgte leider die Ernüchterung. Mag sein, dass ich meine Erwartungen nach <em>Die Stadt der Träumenden Bücher</em> zu hoch gesteckt hatte, aber meiner bescheidenen Meinung nach kann es <em><strong>Der Schrecksenmeister</strong></em> in Sachen Ideenreichtum, Originalität, Deutungsvielfalt und Spannung nicht mit seinem schlichtweg genialen Vorgänger aufnehmen – zu unkonzentriert wirkt die Geschichte, zu unausgegoren so manche Figur, und abgesehen von den letzten fünfzig Seiten plätschert die Handlung so dahin, dass ich regelrecht froh war über die Kürze der einzelnen Kapitel, die ziemlich genau die Zeit zwischen Zubettgehen und Einschlafen füllten. Naja. </p>
<p><em>Der Schrecksenmeister</em> ist allerdings immer noch um Längen besser als das Moers-Buch, das ich direkt im Anschluss daran gelesen habe: <em><strong>Wilde Reise durch die Nacht</strong></em>. Die Geschichte orientiert sich an Grafiken von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gustave_Dor%C3%A9">Gustave Doré</a>, wogegen nichts zu sagen wäre, wenn sie nicht immer wieder in reine Bildbeschreibungsprosa abgleiten und dadurch stellenweise wie ein zwar sehr fantasievoller, aber letztlich doch nur ein Schulaufsatz, gleichsam eine Fingerübung wirken würde. Allerdings: Wenn auch nicht immer vergnüglich wild, so ist diese <em>Reise</em> doch zumindest kurzweilig. Was man übrigens auch von der Geschichte behaupten kann, die wiederum dem <em>Schrecksenmeister</em> als Prätext gedient hat: <em><strong>Spiegel, das Kätzchen</strong></em> aus <strong>Gottfried Keller</strong>s <em>Seldwyla</em>-Zyklus. Sehr, sehr nett!</p>
<p>»Das Leben, mein Junge, ist nicht nur eine wilde, schöne Reise. Leben, das heißt auch: dem Tod bei der Arbeit zuzusehen«, sagt ausgerechnet die personifizierte (oder besser: schweinifizierte) Zeit zum 12-jährigen Gustave, dem Protagonisten der <em>Wilden Reise</em>. »Das ist das Härteste überhaupt! Das muß man aushalten können.« Nun gibt es ja bekanntlich Leute, für die der Tod nicht nur zum Arbeitsalltag dazugehört, sondern die sogar davon leben: Bestatter zum Beispiel. Einer dieser unheimlichen Gesellen hat mir in diesem Jahr ein ganz besonderes Freizeitvergnügen bereitet – und das ist keineswegs ironisch oder gar zynisch gemeint. <strong>Tom</strong>, so heißt er, erzählt nämlich in seinem <em><strong><a href="http://www.bestatterweblog.de/">Bestatterweblog</a></strong></em> Anekdoten und allerlei Wissenswertes aus zwanzig Jahren Berufsleben, und das auf so ansprechende, unterhaltsame Weise, dass er kürzlich sogar mit dem <a href="http://www.thebobs.com/index.php?l=de&#038;s=1195128143362284DUEEFKYW-1159186967179947OBKBMOQG">»Best of the Blogs«-Award der Deutschen Welle</a> für das beste deutschsprachige Weblog ausgezeichnet wurde. Hinsurfen lohnt sich also – aber Vorsicht: <em>Suchtgefahr!</em></p>
<p>Einem <a href="http://www.bestatterweblog.de/der-tod-und-das-maedchen/792/">Hinweis</a> im <em>Bestatterweblog</em> habe ich übrigens auch meinen persönlichen Lieblingscomic des Jahres zu verdanken: <em><strong><a href="http://tod.cartoontomb.de/deutsch/k01/tod01_01.html">Der Tod und das Mädchen</a></strong></em> von <strong>Nina Ruzicka</strong>. Hinreißend! Und bemerkenswert zudem, dass der komplette Comic (dessen erster Teil abgeschlossen und dessen zweiter gerade in Entstehung ist) kostenlos online angeschaut werden kann. Viel Vergnügen!</p>
<p>Zurück ins Leben – und damit zugleich in den äußerst lebendigen Literaturbetrieb unseres Landes. Dort haben sich in diesem Jahr unter anderem zwei Zeitschriften besonders hervorgetan: die <a href="http://www.bellatriste.de/"><em><strong>BELLA triste</strong></em></a>, die mit ihrer 17. Ausgabe, einer (wie es im Editorial heißt) »forcierten Anthologie zur deutschsprachigen Gegenwartslyrik«, eine Diskussion angestoßen hat, welche bis in die aktuelle Nummer 19 hineinreicht und in den Feuilletons weidlich rezipiert wurde; und die Zeitschrift <em><strong><a href="http://www.sprachgebunden.de/">sprachgebunden</a></strong></em>, deren 3. Ausgabe Texte zum Thema »Übersetzen« präsentiert und die ebenfalls große Beachtung fand. Wobei »Beachtung« leider nicht gleich »große Leserschaft« bedeutet. Liebe Studierende der Germanistik, wie wär's denn, wenn ihr euch für das neue Jahr einmal vornehmen würdet, eine Literaturzeitschrift eurer Wahl zu abonnieren? Davon hätten alle etwas: die Zeitschriftenmacher mehr finanziellen Rückhalt und ihr immer wieder aktuelle Einblicke in die unterschiedlichen Literaturszenen unseres Sprachraums. Denn wie der Kritiker Michael Braun anlässlich der Frankfurter Buchmesse zurecht <a href="http://www.kulturzeitschriften.net/pdf/vier.eins_messezeitung.pdf">anmerkte</a>: »Als Impulsgeber, Scouts und Probebühnen sind Literaturzeitschriften nach wie vor unverzichtbar.« Und spannend sind sie allemal. – Eine kleine Auswahl empfehlenswerter Zeitschriften findet sich (zugegeben nicht ganz uneigennützig) <a href="http://www.junge-magazine.de/">hier</a>.</p>
<p>Medienwechsel. – Warum ich den Einzug in meine Berliner Wohnung ausgerechnet mit <em><strong>Rain Dogs</strong></em> von <strong>Tom Waits</strong> begangen habe, weiß ich heute nicht mehr zu sagen,<a href="#footnote-1-1110" id="footnote-link-1-1110" title="Zur Anmerkung"><sup>[1]</sup></a> jedenfalls habe ich dieses Album, das ich bis dahin immer etwas zwiespältig beurteilt hatte, dadurch neu schätzen gelernt. Seitdem rotiert es regelmäßig, an manchen Tagen in beinah endloser Wiederholung in meinem CD-Spieler. Psychoanalytiker mögen daraus einiges ableiten können &#8230; <em>Rain Dogs</em> jedenfalls ist – wie 2005 die Alben von <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/515/">Johnny Cash</a> und 2006 diejenigen von Bob Dylan – mein musikalischer Klassiker des Jahres. Und tragt ihr mich dereinst zu Grabe, spielt dazu »Anywhere I Lay My Head« – einen schöneren Schlusstrack kann es gar nicht geben!</p>
<p>Übrigens: Was das zu Anfang genannte Missverhältnis von ungelesenen zu gelesenen Büchern angeht, habe ich inzwischen Einsicht bewiesen – und mir ein weiteres Buch, einen Ratgeber sozusagen, zugelegt. Es stammt von dem Pariser Literaturprofessor <strong>Pierre Bayard</strong> und hört auf den schönen Titel <em><strong>Wie man über Bücher spricht, die man nicht gelesen hat</strong></em>. Doch davon ein andermal mehr.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>P.S.:</strong> Ach ja, das Buch des Jahres, das mir am besten gefallen hat, ist übrigens noch gar nicht erschienen. Es handelt sich um einen Roman, den ich lektoriert habe und dessen Autor im vergangenen Jahr auch hier im »AdventsKAlender« mit einem <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/848/">Text</a> (der damit allerdings nichts zu tun hat) vertreten war. Auch darüber vielleicht später einmal mehr.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4 class="anmerkungen">Anmerkungen</h4><ol class="footnotes"><li id="footnote-1-1110">Doch, gerade fällt's mir wieder ein: <em><strong>Pirates of the Caribbean – At World's End</strong></em>, den ich kurz zuvor gesehen hatte (und der mir übrigens, im Unterschied zu vielen anderen, sehr gefallen hat), ist dran schuld. Die Story erinnerte mich an den ersten Song des Albums: </p>
<blockquote><p>We sail tonight for Singapore<br />
don't fall asleep while you're ashore<br />
cross your heart and hope to die<br />
when you hear the children cry<br />
let marrow bone and cleaver choose<br />
while making feet for children shoes<br />
through the alley, back from hell<br />
when you hear that steeple bell<br />
you must say goodbye to me &#8230;</p></blockquote>
<p>  [<a href="#footnote-link-1-1110">zurück</a>]</li></ol>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>»Musst nur wagen, wagen, wagen!«</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Nov 2007 14:05:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Diel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte der K.A.]]></category>

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		<description><![CDATA[»Das waren verrückte Zeiten damals«, sagt Oskar Klett und lächelt süffisant. Wir sitzen in einem Café in Berlin-Kreuzberg und üben uns in gemeinsamer Erinnerung, denn drei Gedächtnisse wissen mehr als eines, zumal meines. Nummer drei im Bunde ist Ralf Hanselle, der wie ich zur Gründungsredaktion der Kritischen Ausgabe gehörte. Zehn Jahre ist das her, kein Wunder also, wenn man das ein oder andere bereits vergessen, vielleicht auch absichtlich verdrängt hat ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div align=right><font size="-1">»Hier fängt die Geschichte an.«<br />
(<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Stadt_der_Tr%C3%A4umenden_B%C3%BCcher" title"Die Stadt der Träumenden Bücher (2004) – Wikipedia-Link">Walter Moers</a>)</font></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>»Das waren verrückte Zeiten damals«, sagt <strong>Oskar Klett</strong> und lächelt süffisant. Wir sitzen in einem Café in Berlin-Kreuzberg und üben uns in gemeinsamer Erinnerung, denn drei Gedächtnisse wissen mehr als eines, zumal <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/author/marcel-diel/">meines</a>. Nummer drei im Bunde ist <strong>Ralf Hanselle</strong>, der wie ich zur Gründungsredaktion der <strong>Kritischen Ausgabe</strong> gehörte. Zehn Jahre ist das her, kein Wunder also, wenn man das ein oder andere bereits vergessen, vielleicht auch absichtlich verdrängt hat.</p>
<p>Die erste Kritische Ausgabe erschien im Sommersemester 1997 als Zeitschrift der <strong>Fachschaft Germanistik</strong> an der Uni Bonn – und das blieb sie auch für die nächsten zwei Jahre. Die Fachschaft finanzierte den Druck, stellte die Redaktion und sorgte für den Verkauf, besser gesagt: die Verteilung, denn damals war die K.A. noch kostenlos. Es waren komfortable Zeiten, zumal der Fachbereich dank freier Einschreibung weit mehr Studierende zählte als heute, nach Abschaffung des Lehramtsstudiengangs, Einführung der Studiengebühren und schließlich der <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/787/">gestuften Studiengänge</a>. Mehr (Hauptfach-)Studierende bedeutete mehr Geld in der Fachschaftskasse, da konnte man sich den Luxus einer Zeitschrift ohne weiteres leisten. </p>
<dl style="width:250px; float:left; padding:6px; margin:6px; border:1px; border-color:grey; border-style:solid;">
<dt style="text-align:center; margin:0px; padding:0px;">
<img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/zdgfache7-95-cover.jpg" alt="Die Fachschaftszeitung »zu dem genannten Fache«, der Vorläufer der K.A." />
</dt>
<dd style="text-align:center; font-size:75%; margin:3px; padding:3px;">Die Fachschaftszeitung »zu dem genannten Fache«, der Vorläufer der K.A.<br />
(hier: Nr. 7, erschienen im November 1995)
</dd>
</dl>
<p>Die Geschichte der K.A. beginnt allerdings früher. Darauf hatte mich Ralf hingewiesen und gesagt: »Frag mal Oskar.« – Wieso Oskar? Der hat doch gar nicht zur Redaktion gehört. – »Aber die Idee zur K.A., die stammte von ihm.« – Das hatte ich bis dahin tatsächlich nicht gewusst. Was ich wusste, war: Es gab ein Vorgängerblatt, eine Zeitschrift namens »<strong>zu dem genannten Fache</strong>«, Untertitel »Fachschaftszeitung Germanistik«. Zwei Ausgaben, Nr. 4 und Nr. 7, konnte ich noch auftreiben, und schon die Tatsache, dass beide aus dem Jahr 1995 stammen, zeugt vom Ehrgeiz ihrer Macher: Vierteljährlich sollte sie erscheinen. Konzeptionell sind die Hefte denen der frühen K.A. sehr ähnlich, wie ich beim Durchblättern feststelle. Nr. 7/95 brachte beispielsweise ein Interview mit dem Dozenten Rembert Hüser »über Sinn und Zweck einer Grundvorlesung«, jeweils einen kurzen Essay zu Ernst Robert Curtius und Erich Auerbach, einen Artikel über den Don-Juan-Topos bei Sacher-Masoch, ein Portrait der Phantastischen Bibliothek Wetzlar und eine Theaterkritik über Helmut Kraussers Stück »Lederfresse« in Köln, das alles verteilt auf zwanzig Seiten. Ein Viertel Studium, die Hälfte Germanistik, ein Viertel Literaturkritik – ein gutes Mischungsverhältnis.</p>
<p>»Als ich zur Fachschaft kam, gab es die Zeitung schon nicht mehr«, erzählt Oskar. »Auch von den Machern war keiner mehr da. Das war im Sommersemester ‘96.« – Ja, so ist das: Getragen vom Engagement ihrer Gründer, überleben <strong>studentische Projekte</strong> selten deren eigene Studienzeit, es sei denn, es gelingt ihnen, sich an eine beständigere Institution anzuschließen oder aber rasch aus dem universitären Umfeld herauszuwachsen. Eine Fachschaft allerdings ist zwar als Institution beständig, lebt aber von der <strong>Fluktuation</strong> ihrer Mitglieder. Generationen misst man hier in Größen von etwa vier Semestern, länger bleibt kaum einer. Ich selbst mag da mit meinen acht <em>Jahren</em> Fachschaftsarbeit eine – rühmliche oder unrühmliche – Ausnahme gewesen sein. In dieser Zeit habe ich vier Generationen, d.h. viermal den Wechsel fast eines kompletten Teams miterlebt und dabei meiner eigenen Inventarisierung, man könnte auch sagen: meiner Fossilwerdung zugesehen. Irgendwann befand ich mich in der Rolle des Fachschaftsopas, der den ›Küken‹ abends bei Kaffee, im Winter Glühwein, spannende Geschichten aus der mit den Jahren immer besser werdenden alten Zeit erzählte. Kuschelig war’s, zunehmend aber auch deprimierend. – »Was es allerdings gab«, meint Oskar, »war die Idee, die Zeitung fortzuführen, und schließlich wurde ich damit beauftragt, mich darum zu kümmern.«</p>
<p>»Wir sind dann zur Frankfurter Buchmesse gefahren«, ergänzt Ralf, der im selben Semester zur Fachschaft gestoßen ist, »und haben uns dort umgesehen, Anregungen gesammelt für die <strong>Gestaltung</strong> unserer Zeitschrift. War ja alles nur geklaut in den Neunzigern, nur hat man das eben ›Sampeln‹ genannt.« – Sollte sie denn damals schon »Kritische Ausgabe« heißen? – Die beiden überlegen lange. »Ich glaube nicht«, meint Oskar schließlich. »Uns ging es ja darum, die alte Zeitschrift wiederzubeleben, und das heißt auch, sie unter demselben Titel weiterzuführen. Das Konzept für die <strong>Nullnummer</strong> war schon so gut wie fertig, einige Artikel bereits geschrieben.« – Warum ist letztendlich nichts daraus geworden? – »Naja …« Oskar grinst. »Weil wir uns innerhalb der Planungsgruppe zerstritten haben. Die einen wollten ein Magazin mit Schwerpunkt Literatur und Politik machen. Ein Interview mit Ralph Giordano, den wir damals auf der Buchmesse getroffen hatten, war geplant und eins mit Gregor Gysi, aber daraus wurde nichts mehr. Die anderen wollten lieber in Richtung Fachzeitschrift für Germanistik gehen, mit langen Essays über Kleist und Konsorten. Das waren verrückte Zeiten damals, wir waren lauter durchgeknallte Egos, die aufeinandergeprallt sind. Auch deshalb habe ich mich dann im Wintersemester ‘96/‘97 von der Fachschaft verabschiedet. Ich wollte eine Band gründen. Ein Jahr später bin ich dann von Bonn nach Hamburg gezogen.«</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="zentriert"><img src="http://kritische-ausgabe.de/signale/files/klett-hanselle-161107.jpg" class=frei alt="Oskar Klett und Ralf Hanselle im November 2007 in Berlin" /><br />
<font size="-1"><strong>Gedächtnisakrobaten:</strong> Oskar Klett (li.) und Ralf Hanselle<br />
im November 2007 in Berlin</font></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wer auf die Idee kam, die Zeitschrift »Kritische Ausgabe« zu nennen, bleibt unklar. Fest steht nur, dass es keiner aus der späteren Stammredaktion war: nicht <strong>Ralf Hanselle</strong>, nicht <strong><a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/author/rochus-wolff/">Rochus Wolff</a></strong>, nicht <strong>Hendrik Stammermann</strong>, die alle schon da waren, als ich Ende des Sommersemesters 1997 zur Fachschaft stieß. Da war die Arbeit am ersten Heft bereits in vollem Gange. Rochus, von uns allen sicherlich der Ambitionierteste, übernahm das Layout und die Verantwortung – und wurde beides in den nächsten zwei Jahren nicht mehr los. Er war unbestreitbar die treibende Kraft des Projektes, auch wenn er offiziell nie zum Chefredakteur ernannt wurde. Einen solchen gab es nämlich nicht, da wir auf Hierarchien, solange es ging, verzichten wollten. Auch die übrigen Mitglieder der Gründungsredaktion waren ausnahmslos Fachschaftler: <strong>Simon Frost</strong>, <strong>Christoph Ottersbach</strong> und <strong>Christian Weber</strong>. (<em>Und wo sind die Frauen?</em> Die kamen ein Semester später dazu. Keine Ahnung, warum nicht schon vorher, zumal es an weiblichen Fachschaftsmitgliedern nicht mangelte.)</p>
<dl style="width:250px; float:right; padding:6px; margin:6px; border:1px; border-color:grey; border-style:solid;">
<dt style="text-align:center; margin:0px; padding:0px;">
<img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/ka1-97-cover.jpg" alt="Die erste K.A., erschienen im Juni 1997" />
</dt>
<dd style="text-align:center; font-size:75%; margin:3px; padding:3px;">»Leuchtend hell und doch nicht Schnuppe«:<br />
die erste K.A., erschienen im Juni 1997</dd>
</dl>
<p><strong>Das erste Heft</strong> war schnell zusammengestellt: 14 Artikel auf 24 Seiten, darunter ein Beitrag zur Bildungspolitik (Wolff), in dem sich bereits der Uni-Streik des Wintersemester ‘97/‘98 ankündigte (darüber mehr in der nächsten Folge), ein Aufruf zur Gründung einer Studentischen Sektion zum Deutschen Germanistentag (von Gastautor <strong>Volker Pantenburg</strong>), der im September 1997 in Bonn stattfand, verknüpft mit einer »kurzen Geschichte der Germanistenverbände«, eine Glosse über »Bundeszuversichtsminister Rüttgers« (Wolff), persönliche Repliken zum »<a href="http://www.kritische-ausgabe.de/archiv/aweber.htm">Studieren auf dem Zauberberg</a>« (Weber) und »Literatur als Rechtfertigung« (Hanselle vs. Kafka), Thesen über die Lyrik Durs Grünbeins (Ottersbach), ein etwas vermessener Auftakt zu einer Kolumne über ›Goethe heute‹ (Diel) und literarische Texte des Bonner Autors <a href="http://www.kultnews.de/html/rainer_selmann.html"><strong>Rainer SELmanN</strong></a>, zusammengefasst in einer Rubrik namens »Bonner Anthologie«, der Vorstufe zum späteren Literaturteil der K.A. – Ja, und dann war da noch der <strong>Aufmacher</strong> &#8230;</p>
<blockquote><p><strong>Skandal:</strong> Dauerstudent Heine im <em>400. Semester</em>!</p></blockquote>
<p>Hendrik Stammermann und ich hatten gemeinsam eine Glosse über »Heine in Bonn« geschrieben – und zwar nicht über dessen Studienzeit dort, sondern darüber, dass wir den toten Heine per Postkarte dazu eingeladen hätten, uns doch einmal besuchen zu kommen, um sich das heutige Bonn anzuschauen. Was er auch getan habe. Das Problem war: Kaum jemand außer uns schien diese Idee auch nur ansatzweise witzig zu finden. Im Gegenteil: »Das ist ja unterstes <strong>Schülerzeitungsniveau</strong>!«, empörten sich einige Fachschaftsmitglieder. Wenn das so weiterginge, müsse man sich ernsthaft überlegen, ob man die Zeitschrift überhaupt fortführen wolle. </p>
<p>Solche Diskussionen gab es auch später immer mal wieder, Konsequenzen hatten sie jedoch nie. Vielmehr war es so, dass die Fachschaft – selbst nach der Neugründung der K.A. 1999, als sich die Redaktion absonderte, finanziell aber erst einmal von ihr abhängig blieb – nie einen ernsthaften Versuch unternommen hat, Einfluss auf die inhaltliche Gestaltung der Hefte auszuüben. Und Anträge, mehr über die Aktivitäten der Fachschaft zu berichten (z.B. über Erstifahrten), konnten meist mit einem Lächeln oder einer hochgezogenen Augenbraue abgebügelt werden. Größtenteils ging es, wie gesagt, kuschelig zu – oder mit Oskars Worten: »So eine Fachschaft erzeugt eine ganz eigenartige Intimität.«</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="zentriert"><img src="http://kritische-ausgabe.de/signale/files/ahnengalerie-97.jpg" class=frei alt="Drei der K.A.-Gründer im Sommer 1997" /><br />
<font size="-1"><strong>Gründergesichter anno ‘97</strong> (v.l.n.r.):<br />
Rochus Wolff, Hendrik Stammermann und Marcel Diel</font></p>
<p>&nbsp;</p>
<dl style="width:250px; float:right; padding:6px; margin:6px; border:1px; border-color:grey; border-style:solid;">
<dt style="text-align:center; font-size:100%; margin:0px; padding:0px;"><strong>Kritische Ausgabe 1/1997</strong>
</dt>
<dd style="text-align:left; font-size:85%; margin:3px; padding:3px;">
<br />Erscheinungstermin: Juni 1997<br />
Umfang: 24 Seiten<br />
Auflage: 400<br />
Preis: –<br />
Zahl der Beiträge: 14<br />
Zahl der Autoren: 8<br />
– davon Redaktionsmitglieder: 7<br />
<br />
Verantwortlicher Redakteur: Rochus Wolff<br />
Layout: Rochus Wolff<br />
Druck: Copy 2000, Bonn
</dd>
</dl>
<p><strong>Reclam</strong>gelb kam die erste K.A. daher und erinnert auch sonst äußerlich sehr an eines jener günstigen Bändchen voll nützlicher Texte, mit denen man sich im Studium so gern und oft herumschlägt. Hier ein paar Infos für die <strong>Typografie- und Layout</strong>-Freunde unter uns: Für den Titelschriftzug bedienten wir uns einer klassischen Kapitälchenschrift: der Copperplate Gothic. »[W]inzige Serifen zieren ihre Strichenden, […] um die Ecken der Schrift im Druck zu betonen, die Lettern garantiert ›spitz‹ zu Papier zu bringen. Dieses Merkmal verleiht der Schrift, die jahrzehntelang in kleinen Größen auf Visitenkarten eingesetzt wird, eine besondere Eleganz«, erfährt man dazu <a href="http://www.100besteschriften.de/60_Copperplate+Gothic.html">im Netz</a>. Erst 2000 wurde sie von einer anderen Kapitälchenschrift, der serifenlosen Eyeglass-Type, abgelöst, die wir bis heute verwenden (so auch in der Kopfgrafik dieser Seite). Der Innenteil war meist dreispaltig gesetzt, gebrochen hier und da durch Grafiken und grau hinterlegte Infokästen, den Fließtext, der im Blocksatz erschien, dominierte die Bodoni-Schrifttype, Überschriften, Marginalia und literarische Texte hingegen waren in Arial, Internetadressen in Courier gesetzt. In der Kopfzeile jeder Seite fand sich zentriert der Titel der Rubrik, in der Fußzeile innen Name und Nummer der Zeitschrift sowie außen die Seitenzahl, alles in Copperplate Gothic (mit Ausnahme der Rubrik »Bonner Anthologie«, deren Titel in einer Schreibschrift gehalten war, deren genaue Bezeichnung mir gerade nicht mehr einfällt). Dieses Grundlayout blieb über vier Ausgaben hinweg weitgehend unverändert.</p>
<p>Und noch etwas wurde gleich ab dem ersten Heft zur Tradition: das <strong>Rückseitenzitat</strong>. Wo später meist Gedichte und Aussprüche bekannter Schriftsteller oder Gelehrter standen, ist es hier ein <strong>Aufruf zur Mitarbeit</strong>, von Rochus Wolff höchstselbst in Versform gebracht. Er lautet:</p>
<blockquote><p>Frauen! Männer! Schreibewüter!<br />
Hagebolzen! Lichteintüter!<br />
Wollt ihr Geist in Worte fassen?<br />
Niederschreiben? Fliegen lassen?<br />
Wollt auch ihr den Griffel greifen<br />
und im Schreiben selber reifen?<br />
Dann seid ihr, wer stets vermißt.<br />
<em>Du!</em> bist es, wer nötig ist!<br />
Komm, tritt ein in unsre Gruppe,<br />
leuchtend hell und doch nicht Schnuppe.<br />
Es gibt stets so viel zu sagen,<br />
mußt nur: wagen! wagen! wagen!</p></blockquote>
<p>Aus diesen enthusiastischen Zeilen spricht zweierlei: Zum einen, dass die K.A. sich von Anfang an als <strong>offenes Projekt</strong> verstanden hat, eine Art Probebühne für alle Studierenden unseres Faches, die sich im Schreiben und Diskutieren üben wollen. Zum anderen schwingt darin bereits ein Prinzip mit, das bis heute unserer Arbeit und unserem Selbstverständnis zugrunde liegt: »<strong>learning by doing</strong>«. Denn mit unseren Schreib- und Layoutkenntnissen war es zu Anfang nicht allzu weit her, beruhten sie doch bestenfalls auf Erfahrungen bei Schülerzeitungen oder auch freier Mitarbeit bei der Tagespresse. »Im Schreiben selber reifen« ist daher auch heute noch unser Programm und »wagen! wagen! wagen!« das heimliche Motto jeder Ausgabe.</p>
<p>»Das Schöne an der K.A. war«, sagt Ralf, der die Redaktion vor sieben Jahren verlassen hat und sein Brot seitdem als freier Kulturjournalist verdient, »dass man ausprobieren konnte, wozu man gerade Lust hatte. Über Themen schreiben, die einen persönlich beschäftigt haben, das hat Spaß gemacht. Und was mich am meisten erstaunt hat, war, dass es tatsächlich Leute gab, die das lesen wollten.« – Ob ihm die Mitarbeit an der K.A. auch beruflich weitergeholfen habe, möchte ich noch von ihm wissen. Er zögert. »Sagen wir mal so«, meint er schließlich, »keinen der Artikel, die ich damals geschrieben habe, hätte ich genau so auch woanders veröffentlichen können und hätte das auch gar nicht gewollt. Ein paar davon sind mir heute selbst peinlich. Aber nichtsdestotrotz waren es wichtige <strong>Lockerungsübungen</strong> für mich, um meinen eigenen Stil zu finden.«</p>
<p>&nbsp;</p>
<div style="color: #777;"><span style="font-variant:small-caps;font-weight:bold;">Anmerkung des Autors:</span> Diese Serie wird etwa 15 Folgen – jeweils eine zu jeder seit 1997 erschienenen Ausgabe – umfassen, die (leider nur) in unregelmäßigen Abständen erscheinen können.</div>
<div style="color: #777;"><strong>Ihr aber, liebe Leser,</strong> wenn Ihr Fragen habt, sei es zu einzelnen Aspekten unserer Geschichte oder auch zur Produktion einer Zeitschrift wie der K.A. im Allgemeinen, dann stellt sie uns hier in den Kommentaren. Sie sollen nicht unbeantwortet bleiben!</div>
<p>&nbsp;</p>
<div style="color: #777;"><span style="font-variant:small-caps;font-weight:bold;">Lesen Sie in der nächsten Folge:</span><br />
<br />
Die Redaktion wächst • Der Artus schwankt – und die Orthografie gleich mit • Herr Rabinovici gibt Auskunft • Herr Hanselle lehnt den Literaturnobelpreis ab • Herr Diel geht ins Gefängnis • Die K.A. geht online • Und dann bricht auch noch der Streik los&nbsp;&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="zentriert"><a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1096/"><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/KA10Banner.gif" class=frei alt="Zur Ausstellung »Zehn Jahre K.A.«" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
</div>
]]></content:encoded>
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		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Literaturnobelpreis an Doris Lessing</title>
		<link>http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1079/</link>
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		<pubDate>Thu, 11 Oct 2007 17:48:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Diel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neues aus dem Literaturbetrieb]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie heute bekannt gegeben wurde, geht der Literaturnobelpreis in diesem Jahr an die englische Romanschriftstellerin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Doris_Lessing">Doris Lessing</a>. Die Stockholmer Jury zeichne sie damit, so die <a href="http://nobelprize.org/nobel_prizes/literature/laureates/2007/">Begründung</a>, als »Epikerin weiblicher Erfahrung, die sich mit Skepsis, Leidenschaft und visionärer Kraft eine zersplitterte Zivilisation zur Prüfung vorgenommen hat«, aus ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie heute bekannt gegeben wurde, geht der Literaturnobelpreis in diesem Jahr an die englische Romanschriftstellerin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Doris_Lessing">Doris Lessing</a>. Die Stockholmer Jury zeichne sie damit, so die <a href="http://nobelprize.org/nobel_prizes/literature/laureates/2007/">Begründung</a>, als »Epikerin weiblicher Erfahrung, die sich mit Skepsis, Leidenschaft und visionärer Kraft eine zersplitterte Zivilisation zur Prüfung vorgenommen hat«, aus.</p>
<p>Und während sich die einen noch darüber freuen, dass wieder einmal – ja, überhaupt erst <a href="http://nobelprize.org/nobel_prizes/lists/women.html">zum elften Mal in der Geschichte</a> – eine Frau – noch dazu eine <a href="http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,510911,00.html">»Feminismusikone«</a> – die begehrteste literarische Trophäe nach Hause tragen darf, stimmen die anderen bereits das (notorische) <a href="http://www.welt.de/kultur/article1254964/Doris_Lessing_erfuhr_es_beim_Einkaufen.html">Klagegeheul</a> an: </p>
<p>Die Preisträgerin, die am 22. Oktober ihren 88. Geburtstag feiern wird, sei zu alt bzw. die Entscheidung »zwanzig Jahre zu spät« getroffen worden (<a href="http://www.hr-online.de/website/rubriken/kultur/index.jsp?rubrik=5710&#038;key=standard_document_12023052">dasselbe Argument</a> hörte man zuletzt vor zwei Jahren, als Harold Pinter den Preis erhielt), heißt es da etwa. Der <acronym title="Marcel Reich-Ranicki">Papst</acronym> ließ – erwartungsgemäß, möchte man fast sagen – verlauten, er finde die Wahl »bedauerlich«, da es in der anglo-amerikanischen Literatur »viele, jedenfalls mehrere bedeutendere, wichtigere Schriftsteller« gebe, zum Beispiel (auch das <a href="http://www.faz.net/s/Rub1DA1FB848C1E44858CB87A0FE6AD1B68/Doc~E475879687A5F44BA841F929CEF63EB2D~ATpl~Ecommon~Scontent~AOrd~E42644581327E4464B81647B8134F632E.html">kennen wir bereits</a>) Philip Roth oder John Updike. Und Andrian Kreye kommentiert auf <em><a href="http://www.sueddeutsche.de/,tt3m1/kultur/special/963/136691/index.html/kultur/artikel/651/137375/article.html">sueddeutsche.de</a></em> mit hochgezogener Augenbraue:</p>
<blockquote><p>Betrachtet man die Liste der 181 Kandidaten, von denen am Freitag einer Friedensnobelpreisträger wird, dann drängt sich der Schluss auf, dass der Nobelpreis für Literatur der bessere Friedensnobelpreis ist. Denn man kann Doris Lessing vieles vorwerfen, zum Beispiel, dass einige ihrer Bücher literarisch schwächeln. Ihre Biographie dagegen ist tadellos – hier gibt es keinen Ausrutscher, hier ist alles politisch korrekt.</p></blockquote>
<p>Eine Auswahl begeisterter und kritischer Stimmen zur Nobelpreisentscheidung bietet <em><a href="http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,510858,00.html">Spiegel Online</a></em>. Und bevor morgen der Run der Laudationen in den Feuilletons losgeht, glänzt die FAZ online schon jetzt mit einem <a href="http://www.faz.net/s/RubB2134B5AEC9847CDBCB3D757BA72EC90/Doc~E700D7323379A4D2A97CFB1A665B2C080~ATpl~Ecommon~Sspezial.html">Lessing-Dossier</a> (naja, oder tut zumindest so).</p>
<p>Die Preisverleihung findet, wie immer, am Todestag Alfred Nobels, dem 10. Dezember, in Stockholm statt.</p>
<p><strong>addendum (12.10.07):</strong> Lob &#038; Unmut gibt's wie üblich gesammelt beim <em><a href="http://www.perlentaucher.de/feuilletons/2007-10-12.html">Perlentaucher</a></em>. Sehr schön auch: <a href="http://i.rrhoblog.de/2007/10/11/miau/">dieses Fundstück</a> beim lieben R. <img src='http://www.kritische-ausgabe.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1079/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Just left the building: Walter Kempowski</title>
		<link>http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1078/</link>
		<comments>http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1078/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 05 Oct 2007 09:08:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Diel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Portrait]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Schriftsteller <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Kempowski">Walter Kempowski</a> ist heute im Alter von 78 Jahren in Rotenburg bei Bremen gestorben ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Schriftsteller <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Kempowski">Walter Kempowski</a> ist heute im Alter von 78 Jahren in Rotenburg bei Bremen gestorben.</p>
<blockquote><p>Kempowski wurde am 29. April 1929 als Sohn eines Schiffsmaklers und Reeders in Rostock geboren. Der Schriftsteller gilt als einer der meistgelesenen deutschen Gegenwartsautoren.</p>
<p>Sein literarisches Debüt erfolgte 1969 mit <a href="http://www.randomhouse.de/specials/walterkempowski/kempowski03.htm">»Im Block«</a>, einem Bericht über seine Haftzeit in Bautzen. Es folgte 1971 mit <a href="http://www.dieterwunderlich.de/Kempowski_Tadelloser_Wolff.htm">»Tadellöser &#038; Wolff«</a> ein erster ›bürgerlicher Roman‹, in dem Kempowski seine Jugend während der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs beschreibt. Mit diesen beiden Büchern wies er sich nach Meinung der Fachkritik als ›eine der ungewöhnlichsten und überraschendsten Begabungen der neueren deutschen Literatur‹ aus.</p>
<p>Internationale Anerkennung erhielt er zudem für sein zehnbändiges Werk <a href="http://www.randomhouse.de/specials/walterkempowski/">»Das Echolot«</a> mit Dokumenten aus den Jahren 1941 bis 1945.</p></blockquote>
<p>Erste Agenturmeldungen finden sich <a href="http://news.google.com/news?q=Walter%20Kempowski">hier</a> (momentan am ausführlichsten: <em><a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,509605,00.html">Spiegel Online</a></em> und <em><a href="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/5/0,3672,7102085,00.html">ZDF heute</a></em>); zahlreiche Nachrufe dürften in den nächsten Tagen zu erwarten sein und werden hier verlinkt werden.</p>
<p><del>Und wer weiß, vielleicht erbarmt sich ja sogar die <em><a href="http://www.fr-online.de/">Frankfurter Rundschau</a></em>, das letzte Interview mit Kempowski, das Anfang August <a href="http://fr-aktuell.gbi.de/suche.ein?DBN=FR&#038;ZG_PORTAL=FR_ARCHIV&#038;START=A00&#038;ST0_=kempowski+vergiftet&#038;FT0_=NOKOTITXAUSESFCOSO&#038;STEU_Z=0&#038;STARTA00=Suche">erschien</a>, noch einmal online zu stellen?</del> &rarr; <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=1220554">Tatsächlich!</a></p>
<p><strong>addendum (06.10.07):</strong> Nachrufe finden sich heute in der <a href="http://www.faz.net/s/Rub1DA1FB848C1E44858CB87A0FE6AD1B68/Doc~E53452B2557BB4A9789CC8A55A46EB4D1~ATpl~Ecommon~Sspezial.html">FAZ</a>, der <em><a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/reportage/?em_cnt=1220673">Frankfurter Rundschau</a></em>, der <em><a href="http://www.welt.de/kultur/article1236998/Kempowskis_Leben_als_Sammler_und_Dichter.html">Welt</a></em>, in der <a href="http://www.taz.de/index.php?id=leben&#038;art=5627&#038;src=MT&#038;id=koepfe-artikel&#038;cHash=2abda07f46">taz</a>, auf <em><a href="http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,509629,00.html">Spiegel Online</a></em> &#8230; Nicht zu vergessen: <em>literaturkritik.de</em> mit gleich <a href="http://literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=11246&#038;ausgabe=200710">zwei</a> <a href="http://literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=11245&#038;ausgabe=200710">Beiträgen</a>. Und Radio Bremen bietet eine umfangreiche <a href="http://www.radiobremen.de/magazin/kultur/literatur/kempowski/">Sammlung von Tonbeiträgen</a> über den »literarischen Chronisten des 20. Jahrhunderts«.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>P.S.:</strong> Achja, <em>Bild</em> – <a href="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/bild_kempkolben.jpg">sehr geschmackvoll!</a><br />
<font size="-1">(Mit Dank an den <a href="http://i.rrhoblog.de/">lieben R.</a> für den Screenshot.)</font></p>
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		<title>Germanisten tagen in Marburg</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Sep 2007 14:25:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Diel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Redaktionelles]]></category>
		<category><![CDATA[Termine]]></category>

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		<description><![CDATA[Vom 23. bis 26. September findet im Hörsaalgebäude der Philipps-Universität in Marburg der <a href="http://www.germanistenverband-hochschule.de/kev/germtag07/index.php">Deutsche Germanistentag 2007</a> statt. Der Themenschwerpunkt lautet: »Natur – Kultur. Universalität und Vielfalt in Sprache, Literatur und Bildung« ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vom 23. bis 26. September findet im Hörsaalgebäude der Philipps-Universität in Marburg der <a href="http://www.germanistenverband-hochschule.de/kev/germtag07/index.php">Deutsche Germanistentag 2007</a> statt. Der Themenschwerpunkt lautet: »Natur – Kultur. Universalität und Vielfalt in Sprache, Literatur und Bildung«.</strong></p>
<p>Hinter diesem auf den ersten Blick eher dröge wirkenden Titel verbirgt sich die auch vor dem Hintergrund aktueller Debatten (etwa zur Bioethik oder zur Betrachtung der Willensfreiheit unter Aspekten der Genetik und der Hirnforschung) interessante Frage nach, wie es in der <a href="http://www.germanistenverband-hochschule.de/kev/germtag07/index.php?id=7">Ausschreibung</a> heißt, »Konkurrenzbeziehungen und Kooperationsmöglichkeiten zwischen Natur-, Kultur- und Kunstwissenschaften«. So stellt die gegenwärtige Tendenz, »Sprache und Literatur gezielt in Grenzbereichen zwischen menschlicher Natur und Kultur [zu] positionieren«, für die Germanistik eine Herausforderung dar:</p>
<blockquote><p>Aneignungen neurophysiologischer, kognitionspsychologischer oder evolutionsbiologischer Konzepte, die sich tendenziell auf eine universale oder langfristige Konstanz der Natur berufen, stehen kulturalistische Positionen gegenüber, die auf differenzierte Vielfalt, prinzipielle Kontingenz und historischen Wandel kultureller Phänomene insistieren, oder Bemühungen, natur- und kulturwissenschaftliche Forschungen zu integrieren sowie die Dichotomie von Natur und Kultur zu unterlaufen.</p></blockquote>
<p>Zu diesem fachwissenschaftlichen Schwerpunkt gesellen sich Veranstaltungen, die die aktuelle Bildungspolitik im nationalen und europäischen Kontext beleuchten – denn:</p>
<blockquote><p>Der kulturellen Pluralität des Wissens wie der Wissensvermittlung und ihrer programmatischen Förderung stehen staatlich gesteuerte und von den Betroffenen nur zum Teil gewünschte Standardisierungen entgegen, deren Reichweite nationale Grenzen überschreitet und deren Effizienzkontrolle oft an Maßgaben naturwissenschaftlicher Methoden orientiert ist.<br />
<font size="-1">[Anm. d. Red.: Wir erinnern beiläufig an unsere <a href="http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/787/">Artikelserie zur Einführung der BA/MA-Studiengänge</a> im vergangenen Wintersemester.]</font></p>
<p>Der Deutsche Germanistentag 2007 [...] will diese fachgeschichtliche Konstellation reflektieren, Bestandsaufnahmen zu einschlägigen Debatten der letzten Jahre vorlegen und Vorschläge zur Zukunft der Germanistik in Forschung und Unterricht erarbeiten. Das Veranstaltungsprogramm legt dabei besonderen Wert darauf, die sprach- und literaturwissenschaftlichen Teilfächer der Germanistik nicht zu separieren, sondern mit Themenfeldern und Gegenstandsbereichen zu konfrontieren, an denen ein gemeinsames Interesse besteht und in deren Bearbeitung eine Intensivierung wissenschaftlicher Kooperation sinnvoll erscheint.</p></blockquote>
<p>Neben dem regulären <a href="http://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&#038;list=h-germanistik&#038;month=0606&#038;week=c&#038;msg=JYHYK0ae2lbsU3VZyIpkVQ&#038;user=&#038;pw=">»call for papers«</a> gab es übrigens für registrierte Teilnehmer zum ersten Mal die Möglichkeit, in einem <a href="http://www.germanistenverband-hochschule.de/kev/germtag07/index.php?id=6">virtuellen Forum</a> eigene Konzepte für Veranstaltungen (Vorträge, Arbeitsgruppen, Diskussionen etc.) vorzuschlagen, die dann geprüft und gegebenenfalls ins Programm des Germanistentages aufgenommen werden sollten. Von diesem an sich sehr begrüßenswerten Angebot wurde allerdings leider kaum Gebrauch gemacht.</p>
<p>Eröffnet wird der Germanistentag am kommenden Sonntag, den 23.09., um 16 Uhr mit einem Vortrag von <a href="http://www.lrz-muenchen.de/~eibl/">Karl Eibl</a> über »den Zusammenhang der tierischen Natur des Menschen mit seiner geistigen«. Anschließend findet eine Podiumsdiskussion zum Thema »Natur- und Geisteswissenschaften in Bildung und Forschung« mit dem Vorsitzenden des <a href="http://www.wissenschaftsrat.de/">Wissenschaftsrates</a>, Peter Strohschneider, und dem Präsidenten der Universität Marburg, <a href="http://web.uni-marburg.de/zv//leitung/praesident/praesident.html">Volker Nienhaus</a>, statt. Und damit an diesen Tagen nicht nur <em>über</em> Literatur geredet wird, dürfen am Sonntagabend <a href="http://www.basboettcher.de/">Bas Böttcher</a> – »offizieller Botschafter des <a href="http://www.abc-der-menschheit.de/">Jahres der Geisteswissenschaften</a>« – und <a href="http://www.timobrunke.de/">Timo Brunke</a> mit ihrem <a href="http://www.arte.tv/de/PHOTO-GALERIE/184466,CmC=1515740,CmPage=184466,CmPart=com.arte-tv.www,CmStyle=184474,chgPicture=false,navPage=0,pictureIdx=2.html">»Textbox-Projekt«</a> die deutsche Gegenwartsliteratur repräsentieren.</p>
<p>Neben fachwissenschaftlichen Vorträgen, Arbeitsgruppen und Diskussionsveranstaltungen, eingeteilt in sechs Sektionen, findet im Begleitprogramm des Germanistentages unter anderem am Montag, den 24.09., um 20:30 Uhr die Verleihung des <a href="http://www.uni-marburg.de/forschung/forschungsprofil/ausz-grimm">Brüder-Grimm-Preises der Philipps-Universität Marburg</a> statt. Für »besondere Verdienste auf dem Gebiet der Literaturwissenschaften« ausgezeichnet wird der Schweizer Germanist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_von_Matt">Peter von Matt</a>, der sich dafür mit einem Vortrag »zur Dramaturgie der Dummheit in der Literatur« bedankt. Es laudieren bzw. sekundieren <a href="http://wwwuser.gwdg.de/~hdeteri/pages/indexpag.html">Heinrich Detering</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marcel_Reich-Ranicki" title="Marcel Reich-Ranicki">der Papst</a>.</p>
<p><strong>Das komplette Programm des Germanistentages steht auf der Homepage des Deutschen Germanistenverbandes unter <a href="http://www.germanistenverband-hochschule.de/kev/germtag07/index.php?id=7">www.germanistenverband-hochschule.de</a> zur Ansicht und <a href="http://www.germanistenverband-hochschule.de/kev/germtag07/fileadmin/Beitraege/ProgrammAktuell.pdf">als PDF-Dokument</a> zum Download bereit.</strong></p>
<p>Aufmerksamen Betrachtern wird vielleicht auffallen, dass die beim <a href="http://www.germanistenverband.de/hochschule/wissenschaft/deutscher-germanistentag-1997.html">Bonner Germanistentag 1997</a> eingeführte Studentische Sektion in diesem Jahr erstmals fehlt. Grund dafür ist, wie der Vorsitzende der Gesellschaft für Hochschulgermanistik im Deutschen Germanistenverband, <a href="http://www.staff.uni-marburg.de/~anz/">Prof. Dr. Thomas Anz</a>, uns gegenüber erläuterte, dass schlicht keine entsprechenden Beiträge eingereicht wurden. Gemessen an der Zahl der Anmeldungen sei jedoch nicht generell von mangelndem Interesse seitens der Studierenden auszugehen.</p>
<p>Auch uns mangelt es übrigens nicht an Interesse, aber leider aufgrund der Semesterferien an personellen Kapazitäten, um aus eigener Anschauung über den Germanistentag berichten zu können. Dennoch wird die <em>Kritische Ausgabe</em> in Marburg vertreten sein – und zwar dank der <a href="http://www.hanne-knickmann.de">Agentur Hanne Knickmann</a>, die dort einen Gemeinschaftsstand mit ausgewählten Literatur- und Kulturzeitschriften, darunter eben auch die K.A., präsentiert. Näheres dazu auf <a href="http://www.kulturzeitschriften.net">www.kulturzeitschriften.net</a>.</p>
<p><font size="-1"><strong>Übrigens:</strong> Über den vorangegangenen Deutschen Germanistentag, der 2004 in München stattfand, haben wir <a href="http://www.kritische-ausgabe.de/index.php?s=germanistentag+2004">hier</a> berichtet.</font></p>
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		<title>Just left the building: Ulrich Plenzdorf</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Aug 2007 12:28:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Diel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Portrait]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Schriftsteller Ulrich Plenzdorf ist heute im Alter von 72 Jahren in Berlin gestorben ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Schriftsteller <a href="http://www.suhrkamp.de/autoren/autor.cfm?id=3752">Ulrich Plenzdorf</a> ist heute im Alter von 72 Jahren in Berlin gestorben.</p>
<p>Bekannt wurde er vor allem mit der Romanfassung seines Theaterstücks <em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_neuen_Leiden_des_jungen_W.">Die neuen Leiden des jungen W.</a></em>, die 1973 erschien und in der Bundesrepublik viele Jahre lang zur kanonischen Schullektüre gehörte – »ein Stück DDR-Weltliteratur«, wie die Berliner <a href="http://www.adk.de/">Akademie der Künste</a> in ihrem Nachruf betont. Ulrich Plenzdorf sei »ein genauer Beobachter der sozialen Wirklichkeit und sensibel für die Lebensgefühle vor allem junger Menschen« gewesen.</p>
<p>Darüber hinaus schrieb Plenzdorf auch Drehbücher, so etwa zu dem DEFA-Klassiker <em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Legende_von_Paul_und_Paula">Die Legende von Paul und Paula</a></em> (1973, Regie: Heiner Carow) und für die ARD-Fernsehserie <em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liebling_Kreuzberg">Liebling Kreuzberg</a></em>, für die er 1995 mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet wurde.</p>
<div align="right"><font size="-1">[Quelle: <a href="http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,,OID7262308_,00.html">Tagesschau</a>]</font></div>
<div>&nbsp;</div>
<p><strong>addendum (10.08.07):</strong> Nachrufe finden sich heute beispielsweise in der <em><a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=1188465">Frankfurter Rundschau</a></em>, im <em><a href="http://www.tagesspiegel.de/kultur/Literatur-Ulrich-Plenzdorf;art138,2354966">Tagesspiegel</a></em>, in der <a href="http://www.faz.net/s/Rub1DA1FB848C1E44858CB87A0FE6AD1B68/Doc~E35BBCFC8B99B4C5EB118746D7959B8C4~ATpl~Ecommon~Scontent.html">FAZ</a>, im <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel.asp?AID=114352&#038;IDC=4">ND</a> und in der <em><a href="http://www.welt.de/welt_print/article1094891/Pop-Autor_und_Preusse.html">Welt</a></em>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div align="center"><font size="-1">Kleine Post am Rande:</font></div>
<div>&nbsp;</div>
<p><font size="-1">Lieber Tod! </p>
<p>Normalerweise rede ich anderen ja eher ungern ins Handwerk, aber wenn ich mir Deine Ernte in den letzten zweieinhalb Wochen so <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nekrolog_2007">anschaue</a> – Ulrich Mühe (22.7.), George Tabori (23.7.), Michel Serrault (29.7.), Ingmar Bergman (30.7.), Michelangelo Antonioni (30.7.), Raul Hilberg (4.8.), Ulrich Plenzdorf (9.8.) –, möchte ich mir doch die Frage erlauben: <strong>Geht's vielleicht auch ein bisschen langsamer?!</strong> Man kommt ja aus dem Betroffensein gar nicht mehr raus – und das mitten im (zumindest hier in Berlin) schönsten Sommer! </p>
<p>Sorry, das musste mal gesagt sein &#8230;</font></p>
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		<item>
		<title>Just left the building: George Tabori</title>
		<link>http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/996/</link>
		<comments>http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/996/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 24 Jul 2007 13:32:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Diel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Portrait]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Theatermacher und Autor George Tabori ist gestern im Alter von 93 Jahren in Berlin gestorben ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Theatermacher und Autor <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/George_Tabori">George Tabori</a> ist gestern im Alter von 93 Jahren in Berlin gestorben.</p>
<p>Die FAZ <a href="http://www.faz.net/s/RubF7538E273FAA4006925CC36BB8AFE338/Doc~EFE8B1A3D973C4730B036402C25650233~ATpl~Ecommon~Scontent.html">meldet</a>:</p>
<blockquote><p>Tabori wurde am 24. Mai 1914 als Sohn eines Journalisten in Budapest geboren. Der Vater und weitere Angehörige der jüdischen Familie wurden in Auschwitz ermordet, die Mutter entkam dem Transport nach Auschwitz durch Zufall. Tabori flüchtete 1936 vor den Nationalsozialisten nach London. Während des Krieges war er Korrespondent der BBC in der Türkei und im Nahen Osten. Von 1947 an arbeitete er in Hollywood und New York. [...]</p>
<p>Nach Jahren als Theatermacher und Drehbuchautor für Hollywood lebte er von 1971 an wieder in Deutschland, wo er unter anderem in Bremen, München, Bochum und Wien wirkte. Als freier Regisseur arbeitete er dann vor allem am Wiener Burgtheater. Ende der 90er Jahre zog Tabori wieder nach Berlin, wo er im Januar 2000 mit dem Stück »Die Brecht-Akte« das Berliner Ensemble unter der neuen Intendanz von Peymann wiedereröffnete.</p>
<p>Zu Taboris bekanntesten Stücken zählen »Mutters Courage«, »Die Kannibalen«, »Mein Kampf« und »Die Goldberg-Variationen«. Das auch verfilmte Drama »Mutters Courage« erzählt von Taboris jüdischer Mutter, die in ihrer Heimat Ungarn wie durch ein Wunder den Nazis entkam.</p></blockquote>
<p>Ein erster Nachruf ist ebenfalls <a href="http://www.faz.net/s/Rub4D7EDEFA6BB3438E85981C05ED63D788/Doc~E3471BF8B6EF04FECA06A66A6FB54CEF0~ATpl~Ecommon~Scontent.html">in der FAZ erschienen</a>, weitere Nachrufe unter anderem auf den Internetseiten der <em><a href="http://www.welt.de/kultur/article1051083/George_Tabori_der_Geist_der_stets_bejahte.html">Welt</a></em>, des <em><a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,496266,00.html">Spiegel</a></em>, der <a href="http://www.taz.de/index.php?id=start&#038;art=2283&#038;id=491&#038;cHash=9d189779b9">taz</a>, der <em><a href="http://www.zeit.de/online/2007/30/tabori-wuerdigung?page=all">Zeit</a></em>, des <em><a href="http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Die-Dritte-Seite;art705,2345595">Tagesspiegel</a></em>, der <em><a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/das_lachen_als_schmerzprobe_1.532391.html">NZZ</a></em>, der <em><a href="http://www.sueddeutsche.de/,tt3m3/kultur/artikel/64/124879/">Süddeutschen Zeitung</a></em> und der <em><a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=1178729">Frankfurter Rundschau</a></em>. </p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>»Man kann keine Trends auswählen, nur gute Texte«</title>
		<link>http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/984/</link>
		<comments>http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/984/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 26 Jun 2007 19:05:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Diel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neues aus dem Literaturbetrieb]]></category>
		<category><![CDATA[Winkelzüge]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kritische-ausgabe.de/?p=984</guid>
		<description><![CDATA[Morgen beginnen in Klagenfurt die <a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis">31. Tage der deutschsprachigen Literatur</a> – und ich gestehe: von 18 teilnehmenden Autorinnen und Autoren kenne ich gerade mal zehn zumindest dem Namen nach ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/klagenfurt2007.jpg" alt="31. Tage der deutschsprachigen Literatur 2007 in Klagenfurt (Logo)" />Morgen beginnen in Klagenfurt die <a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis">31. Tage der deutschsprachigen Literatur</a> – und ich gestehe: von 18 teilnehmenden Autorinnen und Autoren kenne ich gerade mal zehn zumindest dem Namen nach und davon auch nur sieben etwas genauer. Für jemanden, der sich beruflich mit deutscher Gegenwartsliteratur beschäftigt, ist das kein guter Schnitt, auch wenn er von manchen Kollegen sicherlich noch unterboten werden dürfte &#8230;</p>
<p>Wie gut, dass es so zuverlässige Institutionen wie die Zeitschrift <em><a href="http://www.volltext.net/">Volltext</a></em> gibt, die den Bachmannpreis-Aspiranten jedes Jahr im Vorfeld des Schaulesens einen Sonderteil widmet – so auch die aktuelle Nummer <a href="http://volltext.net/magazin/magazindetail/article/364/">3/2007</a>. Im Eröffnungsinterview erklärt Jury-Neuzugang <a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/jury/stories/172818/">Ijoma Mangold</a>, Literaturredakteur der <em>Süddeutschen Zeitung</em> und mit 36 Jahren einer der jüngsten Juroren, den der ehrwürdige Wettbewerb in seiner Geschichte gesehen hat, was Klagenfurt seiner Meinung nach leisten kann und was nicht:</p>
<blockquote><p>»Wünschenswert wäre natürlich, wenn man sagen könnte: [Der Wettbewerb leistet eine] Standortbestimmung dessen, was zurzeit auf Deutsch geschrieben wird. Aber ich glaube, das ist eine Illusion. So funktioniert die Literatur nicht. [...] [I]n Wahrheit kann ein solcher Literaturwettbewerb mit Glück allenfalls im Nachhinein als so etwas wie ein Trendlabor betrachtet werden – so wie man in den letzten fünf Jahren langsam feststellte, dass die Thomas-Bernhard-Imitationen plötzlich ausblieben. Die Sache ist doch so: Man kann keine Trends auswählen, man kann nur gute Texte auswählen.«</p></blockquote>
<p>Dass Trends und gute Texte einander zumindest nicht ausschließen, sondern im günstigsten Falle sogar gemeinsam auftreten, dafür steht nicht zuletzt beispielhaft die Bachmann-Preisträgerin des vergangenen Jahres, <a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/110801/">Kathrin Passig</a>, die sich selbst eher als Bloggerin denn als Schriftstellerin definiert und das literaturinteressierte Publikum damit zugleich auf Weblogs als Orte eines noch relativ neuen, nicht-avantgardistischen Subgenres der Internetliteratur aufmerksam machte. (Auskunft über ihren eigenen Werdegang gibt sie übrigens auch im K.A.-Germanistenfragebogen; <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/862/">hier entlang</a> bitte.)</p>
<p>Ähnlich exotisch wie Passigs Nominierung mag in diesem Jahr diejenige von <a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195931/">PeterLicht</a> anmuten, der vielen wohl eher aus anderen, wenn auch verwandten Zusammenhängen bekannt sein dürfte – ich sag nur: »Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf'm Sonnendeck«, 2000 ein veritabler Sommerhit. Viel weiß man nicht über den publikumsscheuen Künstler, der keine Fotos von sich veröffentlicht sehen möchte und dessen <a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195931/">Video</a> auf der Website zum Bachmannpreis daher erwartungsgemäß skurril ausfällt. So rätselt denn auch die Fangemeinde bei <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=PeterLicht&#038;oldid=33016968"><em>Wikipedia</em></a>, ob PeterLicht wohl in Klagenfurt endlich »sein Gesicht zeigen wird«. 2006 erschien sein literarisches Debüt, <em><a href="http://blumenbar.de/blumenbar_dat/buch_peterlicht.html">Wir werden siegen. Buch vom Ende des Kapitalismus</a></em>, im Münchner Independent-Verlag blumenbar. Im ORF-Autorenportrait heißt es, er bewege sich »mit seiner Arbeit zwischen den Polen Text, Musik, Pop, Kunst, soziale Skulptur, Kapitalismus und Schnäppchenmarkt«.</p>
<p>Ähnlich multipel begabt ist auch einer von Mangolds Kandidaten: <a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195969/">Jan Böttcher</a>. Der Sänger und Texter der (leider unterschätzten und inzwischen quasi scheintoten) Berliner Band <a href="http://www.herr-nilsson.de/">Herr Nilsson</a> hat 2003 mit seiner Erzählung <em>Lina oder: Das kalte Moor</em>, einem der ersten Bücher des vielbeachteten Independent-Verlags <a href="http://www.kookbooks.de/">KOOKbooks</a>, auf sich aufmerksam gemacht. Es folgte ein Hörbuch im selben Verlag und dann im vergangenen Jahr mit seinem Roman <em><a href="http://www.rowohlt.de/buch/Jan_Boettcher_Geld_oder_Leben.12062007.349301.html">Geld oder Leben</a></em> der Wechsel zu Rowohlt. Böttcher, 1973 in Lüneburg geboren, hat seit 1996 in etlichen Zeitschriften Texte veröffentlicht, unter anderem auch in der <em>Kritischen Ausgabe</em> (seine Gedichte aus Heft Nr. 2/2001 finden Sie <a href="http://www.kritische-ausgabe.de/hefte/provinz/boettcher.pdf">hier im PDF-Format</a>).</p>
<p>K.A.-Lesern der frühen Stunde ebenfalls bekannt sein dürfte ein anderer Berliner: <a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195920/">Jochen Schmidt</a>, 1970 in Ost-Berlin geboren, Mitbegründer der Lesebühne <a href="http://www.enthusiasten.de/">»Chaussee der Enthusiasten«</a> und Mitglied der deutschen Autoren-Fußballnationalmannschaft. Im Gespräch mit Tobias Hülswitt (<a href="http://www.kritische-ausgabe.de/hefte/ddr/huelswitt-schmidt.pdf">hier als PDF</a>) behauptete der gebürtige Ost-Berliner seinerzeit noch, dass es »bei uns«, also in der ehemaligen DDR, »viel spannender« gewesen sei. Sein Debüt hat er allerdings in einem westdeutschen Verlag gegeben, nämlich 2000 bei C.H. Beck mit dem Roman <em><a href="http://rsw.beck.de/rsw/shop/default.asp?docid=31922">Triumphgemüse</a></em>, und ist den Münchnern, von einer Ausnahme abgesehen, bis heute treu geblieben. Sein nächster Band mit dem – ähm, interessanten Titel <em><a href="http://rsw.beck.de/rsw/shop/default.asp?docid=224955">Meine wichtigsten Körperfunktionen</a></em> erscheint in Kürze. Na, wenn das mal bloß kein Anzeichen einer vorzeitigen Midlifecrisis ist &#8230;   </p>
<p>Und nochmal der Rückbezug zu Böttcher: Bei KOOKbooks angefangen hat auch <a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195913/">Michael Stavarič</a>, der dort 2005 mit dem Prosaband <em>Europa – eine Litanei</em> debütierte. Es folgten die Romane <em>stillborn</em> (2006) und <em>Terminifera</em> (2007) im <a href="http://www.residenzverlag.at/?m=2&#038;o=2&#038;char=S&#038;id_author=5">Residenz-Verlag</a>. In <em>Volltext</em> präsentiert sich Stavarič, der 1971 im tschechoslowakischen Brno geboren wurde und seit 1979 in Österreich lebt, in guter Nossackscher Tradition mit einem Interview mit sich selbst, das darauf schließen lässt, dass sein Wettbewerbsbeitrag entweder unterhaltsam oder lehrreich oder, im besten Falle, beides sein wird. </p>
<p><a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195923/">Silke Scheuermann</a> – um endlich auch eine der (nur) vier weiblichen Kandidaten dieses Jahres zu nennen – wollte sich 2006 von uns partout nicht zur <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/702/">»Kritik der Gegenwart«</a> einladen lassen. Sehr schade, halte ich sie doch (yep, ungelogen) für eine der bemerkenswertesten Schriftstellerinnen der jungen Generation. Zumindest in Bezug auf ihre Gedichte. Aber darum geht's ja in Klagenfurt gerade <em>nicht</em> (das lyrische Pendant zum Bachmannpreis, den <a href="http://www.literarischer-maerz.de/">Leonce-und-Lena-Preis</a>, hat sie übrigens 2001 bereits gewonnen). Allerdings weiß Scheuermann auch in Sachen Prosa zu punkten: Nach zwei Gedichtbänden bei <a href="http://www.suhrkamp.de/autoren/autor.cfm?id=4264">Suhrkamp</a> legte sie 2005 mit <em>Reiche Mädchen</em> eine Erzählsammlung und 2007 mit <em>Die Stunde zwischen Hund und Wolf</em> ihren ersten Roman bei <a href="http://www.schoeffling.de/content/autoren/silke-scheuermann.html">Schöffling</a> vor und landete damit mehr als nur Achtungserfolge bei der Literaturkritik.</p>
<p>Acht Jahre jünger als Scheuermann und damit der zweitjüngste Anwärter auf die begehrten 25.000 Euro Preisgeld ist <a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195974/">Jörg Albrecht</a>, 1981 in Bonn geboren und heuer in Berlin lebend. Wer vor drei Wochen in Köln beim <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/928/">»Treffen junger Magazine«</a> war, konnte ihn aus seinem kürzlich bei Wallstein erschienenen Debütroman <em><a href="http://www.wallstein-verlag.de/9783835300903.html">Drei Herzen</a></em> lesen hören – unter erschwerten Bedingungen leider, denn das technische Equipment, mit dem er seine Lesungen zu bestreiten gewohnt ist, versagte kurzfristig den Dienst. Dabei hätte, was auch immer er an klanglicher Begleitung geplant hatte, seinem Auftritt sicher gut getan, denn der Text, den er vortrug – Erinnerungsteilchen in assoziativer Fügung – erwies sich beim Zuhören als recht sperrig – wobei der ein oder andere Gedanke durchaus mitreißend war. Ich persönlich bin sehr gespannt darauf, was er in Klagenfurt lesen wird!</p>
<p>Ältester Teilnehmer in diesem Jahr ist <a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195928/">Kurt Oesterle</a>, der 1955 im schwäbischen Oberrot geboren wurde und heute als freier Autor und Dozent in Tübingen lebt. Oesterle kam über den Journalismus zur Literatur – »ein großer Umweg«, wie er in <em>Volltext</em> schreibt, letztlich jedoch »eine Liebesehe«, aus der 2003 ein vielbeachtetes Buch, <em><a href="http://www.randomhouse.de/book/edition.jsp?edi=169308">Stammheim. Die Geschichte des Vollzugsbeamten Horst Bubeck</a></em>, entsprang. Ein Jahr zuvor hatte er im Verlag <a href="http://www.kloepfer-meyer.de/site/frame1.html">Klöpfer &#038; Meyer</a> sein literarisches Debüt gegeben: <em><a href="http://www.berlinverlag.de/bucher/bucherDetails.asp?isbn=9783833300189">Der Fernsehgast oder Wie ich lernte die Welt zu sehen</a></em> – ein autobiographischer Roman, der nicht nur thematisch die Luft der frühen sechziger Jahre atmet (was gar nicht despektierlich gemeint ist). In Klagenfurt wird er, wie er auf seiner <a href="http://www.kurt-oesterle.de/">Homepage</a> mitteilt, den Anfang eines neuen, unveröffentlichten Romans lesen.</p>
<p>Das waren die sieben – der Rest sei hier Aufzählung:</p>
<ul>
<li><a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195973/">Martin Becker</a> (1982 im Sauerland geboren, lebt in Berlin und hat von 2003 bis 2006 am Deutschen Literaturinstitut Leipzig studiert – Institutsprosa-Diskussion, ick hör dir trapsen &#8230; By the way: Die Eröffnungsrede zum Festival hält morgen abend <a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/information/stories/195772/">Hanns-Josef Ortheil</a>, Professor für Kreatives Schreiben an der zweiten großen Schriftstellerschmiede Deutschlands, der <a href="http://www.uni-hildesheim.de/de/kreatives-schreiben.htm">Universität Hildesheim</a>.)</li>
<li><a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195971/">Christian Bernhardt</a> (1964 in Köln geboren, lebt dort)</li>
<li><a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195934/">Andrea Grill</a> (1975 in Bad Ischl geboren, lebt in Bologna)</li>
<li><a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195933/">Björn Kern</a> (1978 in Lörrach geboren, lebt in Berlin und Südbaden)</li>
<li><a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195930/">Jagoda Marinič</a> (1977 in Waiblingen geboren, lebt in Heidelberg)</li>
<li><a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195929/">Milena Oda</a> (1975 in Jicín/Tschechoslowakei geboren, lebt in Berlin</li>
<li><a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195925/">Ronald Reng</a> (1970 in Frankfurt am Main geboren, lebt in Barcelona)</li>
<li><a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195922/">Fridolin Schley</a> (1976 in München geboren, lebt dort)</li>
<li><a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195917/">Lutz Seiler</a> (1963 in Gera geboren, lebt in Wilhelmshorst bei Berlin)</li>
<li><a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195915/">Thomas Stangl</a> (1966 in Wien geboren, lebt dort)</li>
<li><a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195912/">Dieter Zwicky</a> (1957 in Mollis geboren, lebt in Uster und Frauenfeld/Schweiz)</li>
</ul>
<p>Wie immer werden die Lesungen, die von Donnerstag bis Samstag stattfinden, <a href="http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/bachmann_index.html">live auf 3sat übertragen</a>. Ein Live-Blogging wird es an dieser Stelle leider nicht geben (<acronym title="Yep. Siehe Kommentare">an anderer Stelle im Netz vielleicht?</acronym>), aber wer möchte, ist natürlich herzlich dazu eingeladen, sich hier in den Kommentaren zum Verlauf des Wettbewerbs zu äußern!</p>
<p>Eine Frage lasse ich hier bewusst offen – nämlich die nach meinen persönlichen Favoriten (die übrigens nicht zwingend die oben näher beschriebenen sind). In den vergangenen Jahren haben sich zwei Dinge sehr deutlich gezeigt: 1. dass die Jury immer für Überraschungen gut ist und 2. dass ich mit meinen Vorhersagen letztlich immer daneben lag. 2004 war ich mir sicher genug, einen halben Kasten Bier auf <a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/11095/">Guy Helminger</a> zu setzen – der dann ›nur‹ den 3sat-Preis holte. 2006 lag ich zwar mit Kathrin Passig richtig, hätte aber meine Hand dafür ins Feuer gelegt, dass <a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/110804/">Norbert Scheuer</a> bei dieser Jury keine Chance haben würde – und gewonnen hat er (völlig zurecht) den 3sat-Preis.</p>
<p>Norbert Scheuer übrigens erzählte anlässlich seiner <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/812/">Lesung</a> im Rahmen unserer Reihe »Kritik der Gegenwart«, es sei ein Mythos, dass die Kandidaten sich nicht zu der Kritik, die sie vonseiten der Jury erfahren, äußern dürften. Sie dürften schon – aber kaum einer würde es wagen. Um seine Chancen nicht zu verspielen. Und das – so viel wage ich dann doch zu prognostizieren – wird auch in diesem Jahr nicht anders sein &#8230; <img src='http://www.kritische-ausgabe.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>addendum (27.06.07):</em></strong> Die <a href="http://riesenmaschine.de/index.html?nr=20070618120227">Riesenmaschine</a>, das Organ der <a href="http://www.zentrale-intelligenz-agentur.de/">Zentralen Intelligenz-Agentur</a> (ZIA), der auch Kathrin Passig angehört, »bietet überforderten Zuschauern, Lesemuffeln und Verlagsagenten [...] als Serviceleistung und zum Zweck frühzeitiger Favoritenerkennung [...] eine Aktienbörse an«: Jeder, der sich dafür registriert, kann 5.000 Dollar Spielgeld auf seine Kandidaten setzen und am Ende sogar noch echte Preise gewinnen. <a href="https://riesenmaschine.inklingmarkets.com/market/show/5251">Hier geht's zum »Klagenfurt-Totalisator«</a>. – Die ZIA selbst ist übrigens auf »Betriebsausflug« und wird, wie ich annehme, <del title="offenbar doch nicht">zeitnah und</del> launisch wie eh über den Verlauf des Wettbewerbs <a href="http://riesenmaschine.de/">berichten</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>»Tolle Sachen selber machen«</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Jun 2007 20:54:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Diel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Termine]]></category>

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		<description><![CDATA[Das könnte spannend werden! Eine Einführung in »biographisches Leistungsbasteln für Fortgeschrittene« bieten <a href="http://www.zentrale-intelligenz-agentur.de/mitarbeiter/friebe.html">Holm Friebe</a>, <a href="http://www.s-line.de/homepages/zellereff/">Felicia Zeller</a> und <a href="http://kapielski.de/">Thomas Kapielski</a> am kommenden Freitag um 20 Uhr im <a href="http://www.altes-pfandhaus.de">Alten Pfandhaus</a> Köln (Kartäuserwall 20, Südstadt) ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/biobasteln.gif" class="right" title="Wissen, wie's geht: Holm Friebe, Felicia Zeller, Thomas Kapielski und Katty Salié" alt="Wissen, wie's geht: Holm Friebe, Felicia Zeller, Thomas Kapielski und Katty Salié" />Das könnte spannend werden! Eine Einführung in »biographisches Leistungsbasteln für Fortgeschrittene« bieten <a href="http://www.zentrale-intelligenz-agentur.de/mitarbeiter/friebe.html">Holm Friebe</a>, <a href="http://www.s-line.de/homepages/zellereff/">Felicia Zeller</a> und <a href="http://kapielski.de/">Thomas Kapielski</a> am kommenden Freitag um 20 Uhr im <a href="http://www.altes-pfandhaus.de">Alten Pfandhaus</a> Köln (Kartäuserwall 20, Südstadt).</p>
<p>Was darunter zu verstehen sein soll, erläutern die Veranstalter folgendermaßen (und wer nicht lesen will, <a href="http://www.sprachgebunden.de/Trailer.mp3">darf hören</a>):</p>
<blockquote><p>Der klassische Lebenslauf ist abgewickelt. Oder ins Stocken geraten. Glatt läuft es nur noch in den seltensten Fällen. Was bleibt ist verwickelt und verwirrend; beängstigend, abenteuerlich, schrecklich, schön.</p>
<p>Was tun wir? Wir beugen uns über die Reste, Schnipsel und Belege und fangen an zu basteln. Ein Leben lang. Mit Freizeitgestaltung hat das nichts zu tun. Biographisches Basteln ist ein Hochleistungsjob.</p>
<p>Wir basteln uns ein Leben zwischen den Städten, den Beziehungen, Berufen und Entwürfen. Wir überzeichnen, überziehen und retuschieren. Die Lücken füllen wir mit Schaum und Praktikumsbelegen. Mit freier Mitarbeit. Projekten.</p>
<p>Wir arbeiten. Unaufhörlich. Außerhalb der Bürohäuser und abseits von Rentenansprüchen. Selbst wenn wir keine Arbeit haben, wenn wir in den Arbeitsämtern sitzen oder in Cafés, sind wir beschäftigt. Mit Basteln.</p></blockquote>
<p>Zwar nicht mitgebastelt, aber mit<em>diskutiert</em> werden darf dafür umso fleißiger – oder auch ›nur‹ zugehört, wenn die Gäste, »alle auf ihre Weise Meister der Bricolage – der Bastelkunst«, Geschichten erzählen über die Arbeit am eigenen Leben und darüber, »ob die Unausweichlichkeit des Bastelns ein Segen ist oder ein Fluch, ein großes Spiel, das nie langweilig wird – oder eine Strafe für alle, die sich nach dem anderen sehnen: nach Sicherheit, Tariflohn, Festanstellung«.</p>
<p>Durch den Abend geleitet die WDR-Moderatorin <a href="http://www.daserste.de/ausgetrickst/moderatoren_salie.asp">Katty Salié</a>. Der Eintritt kostet 7,- Euro, ermäßigt 6,- Euro.</p>
<p>Übrigens bildet diese Veranstaltung zugleich den Auftakt zu einer ganzen Reihe mit Lesungen und Diskussionen, die von dem Kölner Verlag <a href="http://www.tisch7-verlag.de">Tisch 7</a>, der Literaturzeitschrift <em><a href="http://www.sprachgebunden.de">sprachgebunden</a></em> und dem Hochschulradio <a href="http://www.koelncampus.com">Kölncampus</a> gemeinsam angeboten wird und von nun an regelmäßig stattfinden soll. Nähere Infos dazu auf den Homepages der Veranstalter.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><font size="-1">(Fotos v.o.n.a.: Verbrecher Verlag, Felicia Zeller, Andreas Hiepko, Büro Lönne)</font></em></p>
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		<title>Martin Mosebach erhält den Büchnerpreis</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Jun 2007 18:54:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Diel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neues aus dem Literaturbetrieb]]></category>

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		<description><![CDATA[Der <a href="http://www.deutscheakademie.de/preise_buechner.html">Georg-Büchner-Preis</a>, mit 40.000 Euro nicht nur einer der höchstdotierten, sondern wohl auch der renommierteste deutsche Literaturpreis, geht in diesem Jahr an den Schriftsteller <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Mosebach">Martin Mosebach</a>. Das gab die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung heute <a href="http://www.deutscheakademie.de/druckversionen/presse21-GBP-Mosebach.htm">bekannt</a> ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der <a href="http://www.deutscheakademie.de/preise_buechner.html">Georg-Büchner-Preis</a>, mit 40.000 Euro nicht nur einer der höchstdotierten, sondern wohl auch der renommierteste deutsche Literaturpreis, geht in diesem Jahr an den Schriftsteller <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Mosebach">Martin Mosebach</a>. Das gab die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung heute <a href="http://www.deutscheakademie.de/druckversionen/presse21-GBP-Mosebach.htm">bekannt</a>.</p>
<p>Zur Begründung heißt es:</p>
<blockquote><p>Die Auszeichnung gilt einem Schriftsteller, der stilistische Pracht mit urwüchsiger Erzählfreude verbindet und dabei ein humoristisches Geschichtsbewusstsein beweist, das sich weit über die europäischen Kulturgrenzen hinaus erstreckt; einem genialen Formspieler auf allen Feldern der Literatur und nicht zuletzt einem Zeitkritiker von unbestechlicher Selbstständigkeit.</p></blockquote>
<p>Erste Glückwünsche finden sich beispielsweise in der <a href="http://www.faz.net/s/Rub1DA1FB848C1E44858CB87A0FE6AD1B68/Doc~EBB5673B5A6FA418C9C6094F1D329617F~ATpl~Ecommon~Scontent.html">F.A.Z.</a>, der <a href="http://www.taz.de/dx/2007/06/08/a0159.1/text.ges,1">taz</a>, im <em><a href="http://www.tagesspiegel.de/kultur/Literatur-Mosebach;art138,2316945">Tagesspiegel</a></em> und in der <em><a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=1150340">Frankfurter Rundschau</a></em>. Und die <em>Welt</em> gratuliert dem »Meister alter Formen« nicht nur mit einem <a href="http://www.welt.de/kultur/article928220/Martin_Mosebach_der_Meister_alter_Formen.html">Portrait</a>, sondern hält auch gleich ein paar <a href="http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article927301/Die_wichtigsten_Werke_von_Martin_Mosebach.html">Lektüretipps</a> parat, mit denen man sich die Zeit bis zur Preisverleihung in Darmstadt am 27. Oktober vertreiben kann &#8230;</p>
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