Anzeige

Crauss.

Archive for November, 2005

Funktionärsgattinnenlyrik

Mittwoch, November 30th, 2005

Es ist ein hübsches Beispiel für treffsicheren, eleganten Journalismus, was die Süddeutsche Zeitung heute auf ihrer Literaturseite darbietet. Eine kurze Meldung in der rechten Spalte konstatiert in wenigen klaren Worten einen kleinen Skandal.

Die Kälte, der Calvinismus und das Genfer Nachtleben

Mittwoch, November 30th, 2005

Eigentlich wollte ich mich zu Anfang dieses Berichtes über das winterliche Wetter auslassen, das hier im Moment herrscht, aber spätestens nachdem mich meine Mutter am Sonntag aus meinem Heimatdorf im Münsterland anrief, um mir zu sagen, dass es ihr gut gehe und dass es in ihrem Dorf Strom gebe, muss ich mir wohl was anderes einfallen lassen. Denn geschneit hat’s hier letzten Freitag zwar auch, aber das war vergleichsweise harmlos. Außerdem ist es inzwischen wärmer geworden und der eiskalte Wind, der letzte Woche noch vorherrschte, ist abgeklungen.

In die BRD mit der DSB

Dienstag, November 29th, 2005

Als ich vor zwei Jahren, ohne wesentliche Kenntnisse in der Landessprache zu besitzen, nach Dänemark zog, war mein erster Kontakt mit dänischer Musik das Lied En Sang om Kærlighed von Tue West. “Kærlighed” ist das dänische Wort für Liebe, was mich damals sehr überraschte, ein so klangloses Wort für etwas so Schönes. Das machte mich etwas misstrauisch gegenüber der Idee, Musik mit dänischen Texten zu hören.ten zu hören.

Wer zerstört BILD?

Montag, November 28th, 2005

„Na, ob sich der Springer-Verlag das lange wird bieten lassen?“, mochte man noch denken, als man irgendwo, etwa an einer Bushaltestelle, das Werbeplakat sah, das mit markigen Worten und in grafisch betont anspruchslosem Layout forderte: „Zerstört BILD!“

»Rubbish«? Bonn und Oxford im Vergleich

Samstag, November 26th, 2005

Kürzlich sitze ich im Hörsaal, mampfe gedankenverloren, auf den Beginn der Vorlesung wartend, einen Riesen-Schoko-Cookie vor mich hin – und horche plötzlich auf. In der Reihe vor mir unterhalten sich zwei Mädchen über einen Studienortswechsel. Mädchen A: „I don’t want to go to Germany. The universities there are rubbish. They don’t pay much and they don’t get much.” Mädchen B nickt zustimmend. Mein Cookie ist verspeist, die Vorlesung beginnt, aber die Frage beschäftigt mich: Sind unsere Universitäten wirklich so schlecht?

Ganz großes Gefühlskino

Samstag, November 26th, 2005

„Dienstage sind eigentlich furchtbar langweilige Tage. Es gibt kein langweiligeres und emotionsloseres Wort als Dienst“, heißt es treffend gleich am Anfang der Geschichte, die dem Erzählband Am Dienstag stürzen die Neubauten ein von Kai Weyand ihren Namen gegeben hat. Aufgrund dieser Dienstagsmüdigkeit meldet sich der Erzähler an jenen Tagen meistens krank, nimmt sich eine Auszeit von seinem Dienst und beginnt damit, Geschichten zu erfinden.

»NVA«: ein Buch – ein Film

Freitag, November 25th, 2005

Bücher, die zu Kinofilmen entstehen, haben oft das Schicksal, dass sie stiefkindlich behandelt werden und daher nur wie ein schlechter Abklatsch des Filmes wirken, wie auch Leander Haußmanns Roman NVA zeigt. Haußmann schrieb nicht nur das Buch, sondern führte auch Regie bei dem gleichnamigen Film. Während in diesem Falle der Film großartig und raffiniert ist, enttäuscht das Buch mehr oder minder. Dies erklärt sich vielleicht auch dadurch, dass der Film bis zur Leinwand sieben Jahre gebraucht hat, während das Buch anschließend in nur kurzer Zeit geschrieben wurde.

Identität in der Moderne

Donnerstag, November 24th, 2005

Vom 24.-26. November findet im Alten Senatssaal der Universität Köln die 2. Graduiertentagung des Zentrums für Moderneforschung zum Thema “Identität in der Moderne. Einschnitte” statt, die, wie es in der Ankündigung (die uns leider erst heute erreicht hat) heißt, allen interessierten Gästen offensteht.

Star ohne Glamour

Donnerstag, November 24th, 2005

Ihre Musik wurde vor zwei Jahren über Nacht zu einem Phänomen: Dass die bis dahin weitgehend unbekannte Norah Jones im Februar 2003 acht Grammys gewann, wurde als modernes Erfolgsmärchen gefeiert. Der überraschende Erfolg rückte die junge Künstlerin in das Blickfeld einer internationalen Öffentlichkeit, ohne dass ihr kompositorisch bewusst sparsames und unprätentiöses Debütalbum Come away with me typischen Erscheinungsformen gängiger Popmusik zugeordnet werden konnte.

This is not Switzerland

Mittwoch, November 23rd, 2005

Wappen der Universität GenfMan sollte alles über Bord werfen, was man meint, über die Schweiz zu wissen: zelebrierte Langsamkeit, Straßen, von denen man essen könnte wie von einem blank geputzten Porzellanteller, vor Geld stinkende Häuser und Menschen – nein, zumindest hier in Genf ist es anders! Das ist nicht die Schweiz, die man erwartet. Von der Einwohnerzahl her durchaus vergleichbar mit dem bekanntermaßen etwas verschlafenen Bonn, erweist sich Genf von Anfang an als Miniaturgroßstadt. Die Häuser sind dicht an dicht gebaut, haben in etwa so viele Stockwerke wie in Köln am Ring und auf den Straßen zwischen ihnen herrscht das totale Verkehrschaos. Nicht verwunderlich, dass man kaum Fahrradfahrer sieht: Es käme einem Suizidversuch nahe, sich zwischen die aggressiven Autofahrer drängen zu wollen.

Mordam az lazat

Dienstag, November 22nd, 2005

Es ist der 11.11. in Köln. In der Kälte bahnt man sich einen Weg durch die berauschten Massen auf dem Heumarkt und am Rheinufer. Gepanzert mit einem stoischen Tunnelblick, den man sich mühsam über die Jahre erworben hat, steigt man über Erbrochenes, springt über Urinpfützen und nimmt im Zustand völliger Ausgeglichenheit in Kauf, dass auch mal ein Gummihammer auf einen niederfährt. Angetrieben durch die stärkende Vorfreude, die sich in anderthalb Jahren angestaut hat, steuert man dem Ziel entgegen, der Philharmonie, an diesem Tag mehr noch als eine Diaspora des Geschmacks.

Jetzt wird’s rauschig!

Montag, November 21st, 2005

Es ist so weit! Am kommenden Donnerstag, den 24. November um 20 Uhr findet die offizielle Präsentation der neuen Kritischen Ausgabe im buchLaden 46 (Kaiserstraße 46, Bonn) statt.

Der Themenschwerpunkt des Heftes lautet “Rausch”. Unter diesem Aspekt beschäftigen sich die Artikel des Thementeils u.a. mit Texten von Gottfried Benn, Helmut Krausser, Thomas Mann, Robert Schneider und Patrick Süskind sowie den Lebensläufen von Jörg Fauser, E.T.A. Hoffmann und dem Marquis de Sade. Weitere Beiträge widmen sich etwa der Frage nach der “kulturellen Wirklichkeit der Drogen” und dem “Schreibrausch” als neurologischem Phänomen.

Transportation of Place – Brooklyn Abroad

Samstag, November 19th, 2005

Eine bayrische Idylle offenbart sich dem Betrachter der Werkgruppe „Bavarian by Law“ der beiden Künstler Andrea Robbins und Max Becher, deren Werke in der Doppelausstellung Transportation of Place – Brooklyn Abroad noch bis zum Januar 2006 in der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur in Köln und im museum kunst palast in Düsseldorf zu sehen sind.

Das Nibelungendestillat

Freitag, November 18th, 2005

Vor einem naturgemäß besonders kritischen Publikum mussten am Sonntag die Schauspieler der Halle Beuel auftreten. Dozenten, Mitarbeiter und Studenten des Germanistischen Seminars der Universität Bonn verfolgten die Dramatisierung des Nibelungenstoffes von Helmut Krausser, die als Kooperation zwischen dem Theater und Peter Glasner vom Germanistischen Seminar zustande kam und in deren Rahmen auch Vorträge, Diskussionen und Workshops stattfinden.

Sex, Rausch und Skandale

Freitag, November 18th, 2005

Sehr verehrte Gäste unserer Lesung “Sex, Rausch und Skandale”,

wir danken Ihnen nochmals für Ihr Interesse an der ersten Veranstaltung der Kritischen Ausgabe jenseits der Bonner Stadtgrenzen. Hier nun die versprochenen Zusatzinformationen zum Literarischen Quartett sowie den vorgetragenen Texten.

Das aktuelle Heft


Aktuell

In der K.A. plus

Ein Sommer mit Kikujiro
Japan-Liebhaber Manfred Poser hat ein Buch von und über Takeshi Kitano entdeckt
»Heute ist sein Werk Gegenstand globaler Diskussion«
Oder: Strategie der Exkulpierung und Apologie in biografischem Gewand – Zu Reinhard Mehrings Carl-Schmitt-Biographie
Objektwelt und Traumwelt
Manfred Poser versucht, zwischen unserer gegenständlichen Welt und der fünften Dimension zu vermitteln. Ob das gutgeht?
David, Jan und Elvis
Manfred Poser war lange auf Radtour – und hat als radelnder Mönch viel Bedenkenswertes erlebt
Das neue Denken
Manfred Poser wütet und trauert über Hoffnungen, die es nicht mehr gibt
Aus der Redaktion

Sagen Sie uns Ihre Meinung!

Wenn Sie uns also eine Nachricht schicken wollen, Kritik oder Anregungen für uns haben, benutzen Sie doch einfach das unter dem Link Kontakt bereit gestellte Formular bzw. senden Sie uns eine E-Mail.