Anzeige

Crauss.

Archive for März, 2006

Arme Hyäne

Freitag, März 31st, 2006

Vor einigen Wochen kam in einem Fernsehsender “Schnee auf dem Kilimandscharo”, und in Großaufnahme war oft eine scheußliche Hyäne zu sehen. Nun denke ich mir in einer Anwandlung von (österlichem) Edelmut: Wer tut etwas für dieses verachtete Geschöpf, das nichts kann für seine Gefräßigkeit? Das kein Geld hat, weder für den Schönheitschirurgen noch für ein Deo? Hat jemand etwas übrig für die Würgeschlange, die Beutelratte, das Faultier, den Bluthund, den Gänsegeier? Und: Wer liebt den Hai?

Berlusconi muxmäuschenschrill

Donnerstag, März 30th, 2006

Wer sich dann an Sharon Stones Beinen satt gesehen hat, kann sich unter den heute anlaufenden Filmen auch eine politische Satire aussuchen: Jan Henrik Stahlberg entdeckt, nachdem er in „Muxmäuschenstill“ seine deutschen Mitbürger nachhaltig diszipliniert hat, sein Herz und Interesse für Italien. Dort lebt ein Mann, der, ganz ähnlich wie der Stahlbergsche Prototyp des zielstrebigen Anarchos, das tut, wonach ihm ist, und das ist: Regieren! Und weil ganz Europa weiß, was scheinbar nur das sonnen- und olivenölverwöhnte Völkchen südlich der Alpen einfach nicht kapieren will, erklärt Stahlberg ihnen schon im Titel, was er sich für die bevorstehenden Parlamentswahlen in Italien wünscht: „Bye Bye Berlusconi!“

Just left the building: Stanisław Lem

Montag, März 27th, 2006

Der polnische Science-fiction-Autor und Essayist Stanisław Lem ist heute im Alter von 84 Jahren in Krakau gestorben …

In sieben Tagen um die Welt

Sonntag, März 26th, 2006

Literarisch gesehen kann man in der kommenden Woche gut und gerne eine mittelgroße Weltreise unternehmen: Es geht nach Italien, Afrika, Afghanistan, Polen oder »Von Minsk nach Manhattan«. Auch Kall in der Nordeifel oder das unterirdische Köln stehen auf der Weltkarte unserer Veranstaltungstipps für die kommende Woche. Und zu guter letzt kann man am Sonntag auch noch mit den Pinguinen auf Reisen gehen und dabei en passant seine Französischkenntnisse aufpolieren.
Klemmen Sie sich den »Diercke« unter den Arm und kommen Sie mit uns – in sieben Tagen um die Welt!

Für immer und ewig?

Samstag, März 25th, 2006

Sie können sowohl positive als auch negative Gefühle auslösen; sie können spontan sein oder gestellt – und sie prägen das Image derjenigen, die in ihren Fokus geraten. Fotografien sind niemals bloße Abbilder einer Persönlichkeit, sie transportieren weitaus mehr. Sie strahlen Grazie, Glamour, Überlegenheit aus, oder sie verbreiten einen Hauch von Geheimnis. Immer gibt es eine Tiefendimension, ein Subtext, der uns mehr erzählt, mehr von den »Meistfotografierten der Welt«, als wir auf den ersten Blick glauben …

Auch einen zweiten Blick wert: die jungen Independents

Freitag, März 24th, 2006

Für Buchmenschen ist sie eine der Hauptattraktionen eines jeden Jahres: die Leipziger Buchmesse, die, genau wie ihr Frankfurter Pendant, Verlage, Zeitungen, Buchhändler, Leser und Journalisten gleichermaßen anlockt. Letztere stehen jedes Mal vor demselben Dilemma: Sie müssen darüber berichten, auch dann, wenn es sich eigentlich kaum lohnt.

Verwandlungen

Freitag, März 24th, 2006

Da liest man eine Passage in einem Buch, und sie weckt Erinnerungen an eine andere… Wenn man Glück hat, lässt sich die erste Stelle noch auftreiben, man hat sie ja vielleicht notiert – und bald tritt eine dritte hinzu: Non c’è due senza tre, sagt der Italiener (keine Zwei ohne Drei). Die Literaturen sind Steinbrüche von Erfahrungen. So ging’s mir mit etwas, das ich unter dem Titel “Loading Übertragung” in meinen Dateien fand. Das wollte ich mal in ein Buch aufnehmen, aber warum warten?

Im Land der dichten Denker

Donnerstag, März 23rd, 2006

Mottos sind ja schrecklich beliebt. Und weil sie das sind, müssen auf der lit.Cologne auch immer mal wieder Länder dafür herhalten. Am letzten Abend soll jedoch ein ganz exotischer Leckerbissen serviert werden, ein Land, das uns unglaublich fremd ist und in das wir uns auch nie hineintrauen würden… wären wir nicht selbst dort aufgewachsen. Es geht um Deutschland.

Der Chefredakteur im Archiv und mörderisch gute Unterhaltung

Sonntag, März 19th, 2006

Während unser Chefredakteur Marcel Diel in der nächsten Woche ins Archiv geht und sich fragt, was ein Autor denn dort eigentlich machen kann, präsentieren die Kollegen vom Hanebüchlein ihr »Hörbeispiel« # 17, ruft Andreas Hauffe »HIERGEBLIEBEN!« – und die Heinrich-Mann-Gesellschaft beschäftigt sich mit »Körperinszenierungen im Werk Heinrich Manns«. Außerdem stehen eine »Ladies Crime Night« sowie Mord und Totschlag im Bonner Frauenmuseum auf dem Programm. Und wenn Sie dann noch wissen möchten, von wem solch fromme Gute-Nacht-Wünsche stammen wie »Gute Nacht, gute Nacht, scheiß ins Bett, daß’ kracht« oder »Gute Nacht, schlaf fei’ g’sund und reck’ den Arsch zum Mund«, dann sollten Sie Sich unsere Veranstaltungstipps für die kommende Woche unbedingt einmal näher ansehen!

»Germany« – das bin ich?

Samstag, März 18th, 2006

Eine der ersten Fragen, die man in Oxford (und wohl nicht nur hier) gestellt bekommt, wenn man neue Leute kennenlernt, ist neben Studienfach und -programm: „Where are you from?“ – „Germany“, gebe ich dann zur Antwort, manchmal noch hinzufügend: „Bonn University“. Meist entspinnt sich dann ein Small Talk nach Schema X. Man sei ja auch schon einmal dort gewesen, in Munich, Hamburg, Berlin, Cologne. Deutschland sei ein schönes Land. Alle seien so freundlich. Und das Bier sei lecker! Ich bestätige das, höflich lächelnd, und frage zurück: „Where are you from?“ – „USA“, „Scotland“, „China“, heißt es dann, und das Gespräch nimmt seinen vertrauten Lauf …

Schnellfüßig und politisch

Freitag, März 17th, 2006

Dass der Mann Italiener sein muss, erkennt man schon am sportlich-eleganten Anzug: In gedecktem Grau, darunter ein schwarzes Shirt, stellt sich Stefano Benni dem lit.Cologne-Publikum im bestens gefüllten großen Saal des Italienischen Kulturinstituts vor. So schütter sein Haar auf dem Haupt ist, so wallend und zugleich schlohweiß trägt er es am Hinterkopf. Er lächelt freundlich, manchmal verschmitzt, etwa als er berichtet, dass eine Studentin nun eine literaturwissenschaftliche Arbeit über ihn schreibe statt über Pirandello oder Sciascia, weil er, wie sie ihm freimütig mitgeteilt habe, „momentan noch am Leben sei“ …

Eckig

Freitag, März 17th, 2006

Es war ein kühler, hässlicher Märzmorgen in Südwestdeutschland, doch sie durchmaßen schon frühmorgens eisern das Land. Zu zweit. Düster klopften ihre Stöcke auf dem Asphalt des Radwegs. Nun sind sie wieder etwas zahlreicher unterwegs, unsere Nordic Walker. Nottikk Wokker sollten sie heißen, denn sie mar-schie-ren ek-kig vorbei an uns, vor-bei, den Blick fest auf ein imaginäres Ziel gerichtet, und kein Lächeln stiehlt sich auf ihre harten Züge. Da kann man auch mal den Spiegel zitieren, der in einem Radsportartikel über Europäer schrieb, dass bei ihnen “Zähne nicht zum Lachen, sondern zum Zusammenbeißen da sind”. In Hamburg wird anscheinend mit den Zähnen gelacht, da muss es ja lustig zugehen …

Vier bayrische Edelfedern und ein Völler

Donnerstag, März 16th, 2006

Es geht ja oft das Gerücht um, Journalisten seien durchweg neidisch auf Schriftsteller: weil es ihnen eben niemals gelingen könne, ein Buch zu schreiben, sondern sie ihre sprachlichen Finessen immer nur auf kleine Artikel verteilen müssten. Hat man als Journalist allerdings das Glück, seine Affinität zum populärsten Sport diesseits des großen Teichs, dem Fußball, auch beruflich umsetzen zu können, so steigen die Chancen, etwa auch einmal bei der lit.Cologne auftreten und den Schriftstellern die Schau stehlen zu dürfen …

»In einem gläsernen Sarg«?

Donnerstag, März 16th, 2006

Was »richtig« oder »falsch« ist, diese Frage erübrigt sich eigentlich, wenn es um Popmusik geht. Letzten Endes bleibt eben vieles Geschmackssache – und es wäre entsetzlich, wäre es nicht so. Eine gute Rezension allerdings sollte ihre Kriterien stets transparent machen. Dies gilt auch bei Heute ist jeder Tag, dem Debütalbum der Bonner Band Voltaire, zu dem sich ein einheitliches Urteil nicht so recht fassen lässt …

Waschen und überraschen

Mittwoch, März 15th, 2006

Es gurgelte, es rauschte, es strudelte und ab und zu klimperte auch das Münzgeld in den Waschautomaten im vorderen Bereich des „Cleanicum“ an der Brüsseler Straße. Weiter hinten, im behaglich eingerichteten Saal, lauschten rund 100 Zuhörer den Texten von fünf Autoren, die Suhrkamp-Lektorin Charlotte Brombach im „Gepäck“ dabei hatte. In der Tat warteten dabei einige Überraschungen auf die Besucher, die es sich, sofern sie Glück hatten bei der Platzwahl, in den tiefen, knallroten Sesseln oder gar auf einem Bett gemütlich machten …

Das aktuelle Heft


Aktuell

In der K.A. plus

Eine »essentielle und essentialistisch gesellschaftliche Grundlage«
Die neue Kritische Ausgabe widmet sich dem Thema Familie in der Literatur
Der Bibliotheken-Engel
Manfred Poser wurde schon Hilfe vom Engel zuteil, aber verlassen sollte man sich nicht auf ihn – sein Auftauchen ist eine Gnade
Erleuchtete Dichter
Die Erleuchtung durchs Frühjahr wird kommen – und bis dahin tröstet uns Manfred Poser mit erleuchteten Dichtern
Raunende Dialoge am warm-wirren Strand.
Ein investigativer Sonntagsbesuch in der Ausstellung »James Cook – Die Entdeckung der Südsee«
Zwischen Klischee und Realität »sehen« lernen
Auslandserfahrungen unserer Korrespondentin aus Paris
Aus der Redaktion

Sagen Sie uns Ihre Meinung!

Wenn Sie uns also eine Nachricht schicken wollen, Kritik oder Anregungen für uns haben, benutzen Sie doch einfach das unter dem Link Kontakt bereit gestellte Formular bzw. senden Sie uns eine E-Mail.