Nach dem grande spettacolo ist es an der Zeit, wieder ins Privatleben zurückzukehren. Der große Jubel in Rom über die Weltmeisterschaft nach vierundzwanzig Jahren war schon, und als ich nun einen Tag lang durch die sonnendurchglühte Hauptstadt des Sieger-Landes wanderte, sah ich die schönen Häuser, von der Anstrengung verzerrte Touristengesichter, viele gut geformte, schlanke, gebräunte Mädchenbeine, wartende Chauffeure neben eleganten Staatslimousinen – aber niemand fiel mir um den Hals und rief: Abbiamo vinto! Niemand sank zu Boden und sprach kniend ein pater noster. Ein paar italienische Flaggen, träge sich blähend im Sommerwind, Fotos von Fußballern auf Zeitungsseiten – mehr nicht. So ein Sieg greift wenig in den Alltag der Menschen ein: so wenig wie es ein Schlachtensieg vor hundert oder dreihundert Jahren tat …