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Crauss.

Archive for Februar, 2008

Von der Bühne zum Lesesessel

Freitag, Februar 29th, 2008

lit.Cologne 2008 (Logo)Die Rheinländer sind dafür bekannt, die Feste zu feiern, wie sie fallen. Und das können sie gut. Heute geht gerade das Theaterfestival NRW in Bonn zu Ende. Da folgt – nur ein paar Kilometer weiter rheinabwärts – direkt im Anschluss auch schon die nächste literarische Festivität: die lit.Cologne 2008.

»Doch, dafür muss man sogar eine Zeitschrift machen«

Freitag, Februar 29th, 2008

Die aktuelle und nunmehr siebte Ausgabe des Bonner Exoten bietet auf 80 Seiten komische Kurzgeschichten, Rezensionen und Gedichte einer Vielzahl meist junger Autoren, die mehrheitlich über den üblichen Comedyblödsinn auf Lesebühnen und Slam Poetry-Veranstaltungen hinausgehen. Geschaffen werden soll mit diesem vierteljährlich erscheinenden Medium die schwierige, aber in diesem Fall gelungene Verbindung von Bühnenkomik und satirischer Literatur. Herausgeber des Exoten sind die Herren Christian Bartel, Olaf Guercke und Anselm Neft, die dem Anspruch der »Zeitschrift für komische Literatur« entsprechend in verschiedenen Konstellationen auch auf der Bühne ihrem Publikum Freude bereiten.

Gone with the wind

Montag, Februar 25th, 2008

Wie schon in seinem Film »Stay«, der 2005 völlig zu Unrecht nur geringe Beachtung in den deutschen Kinos fand, beweist Regisseur Marc Forster auch in »Drachenläufer« seine Fähigkeit, den Zuschauer mit ästhetischen Bildern zu fesseln, ohne dabei den Fokus von der Handlung zu nehmen.

Im Zwielicht der Selbstverhüllung

Freitag, Februar 22nd, 2008

Der riesige Autobus mit seinem Anhänger glitt wie ein Schiff durch die schwarze Nacht und schlingerte sanft an anderen 40-Tonner-Schiffen vorüber, und wer auf dem Oberdeck seinen Platz hatte, konnte auch meinen, es gehe im Tiefflug übers schlafende Land. Genf, Avignon, Barcelona, Valencia; dann die Costa Blanca. Rad aufgepackt und drei Tage gen Süden gefahren, nach Mojàcar Playa, welches fest in englischer Hand ist …

Dreimal schreiben und gewinnen

Mittwoch, Februar 20th, 2008

Schreiben ist doch was Schönes! – Oder nicht? Höre ich da etwa jemanden fluchen, weil er oder sie gerade über der ersten von drei Hausarbeiten brütet, die alle noch in den laufenden Semesterferien geschrieben werden wollen? Nun gut, ich revidiere freiwillig: Schreiben ist vielleicht nicht für jede/n, nicht prinzipiell und nicht zu jeder Zeit etwas Schönes. Aber es soll ja Leute geben, die es dennoch gerne bis zwanghaft tun, ja, es sogar professionalisieren möchten und eine journalistische, wissenschaftliche oder auch eine literarische Karriere anstreben. Und für genau diese Leute sind die folgenden Hinweise auf drei höchst unterschiedliche, aber sehr interessante Wettbewerbe gedacht. Also: Aufgemerkt und mitgeschrieben!

Just left the building: Alain Robbe-Grillet

Montag, Februar 18th, 2008

Der »Papst des Nouveau Roman ist tot«, meldete die Wiener Zeitung am späten Montagnachmittag. Und Tilman Krause schreibt in der Welt, »ein monstre sacré, ein heiliges Monster« sei abgetreten. Eingeweihte wissen längst, wer gemeint ist: Alain Robbe-Grillet. In der Nacht zum 18. Februar ist mit ihm einer der wichtigsten französischen Autoren der Nachkriegszeit im Alter von 85 Jahren verstorben.

Den Blick »westwärts«

Montag, Februar 11th, 2008

Alljährlich im Mai richtet Theater-Deutschland seine Blicke ostwärts gen Berlin, wo seit über drei Jahrzehnten das wohl bedeutendste Theaterfestival der Republik ausgerichtet wird: Das Theatertreffen der Berliner Festspiele. In diesem Jahr sollen sich die Blicke der Theatermacher und Theaterfreunde aber zunächst einmal in die entgegengesetzte Himmelsrichtung wenden: von der quirligen Bundeshauptstadt westwärts gen Bonn, der eher beschaulichen Bundesstadt.

Hinter den Masken

Freitag, Februar 8th, 2008

What next? fragte ich mich. Ging nach zwei Jahren wieder ins Museum, der trübe Tag lud dazu ein. „Der Western-Mythos“ im Natur- und Kunstmuseum lockte, doch interessanter war die Sonderschau über das Rind durch die Jahrhunderte (Der Dünndarm des Rinds ist 57 Meter lang!). Und weil die Eintrittskarte auch für das Historische und Völkerkunde-Museum galt, bin ich auch da hineingeschlüpft …

Just left the building: Dieter Noll

Freitag, Februar 8th, 2008

Im Osten der Republik war sein zweibändiger Roman Die Abenteuer des Werner Holt für ganze Schülergenerationen Pflichtlektüre im Deutschunterricht und er selbst einer der bekanntesten Autoren des einstigen zweiten deutschen Staates. Im Westen hingegen war Dieter Noll weit weniger bekannt und seit seinem offenen Brief an DDR-Staatschef Honecker, in dem er Stefan Heym und andere Schriftstellerkollegen 1979 als »kaputte Typen« und Kollaborateure des Klassenfeindes diffamierte, auch weit weniger populär. In der Nacht zu Mittwoch ist Noll wenige Wochen nach seinem 80. Geburtstag im brandenburgischen Zeuthen einem Krebsleiden erlegen.

Molière mit dem Presslufthammer

Dienstag, Februar 5th, 2008

Mitten im Zuschauerraum sitzen sie, in blendend weißen Sesseln, Champagner-Gläser und Häppchen in der Hand: die Darsteller der Bussi-Bussi-Gesellschaft, vor der es Menschenfeind Alceste (Felix Goeser) so sehr graut. Fleißig wird Sekt verteilt an verdutzt dreinschauende Zuschauer – aus dem Premieren-Publikum werden Party-Teilnehmer. Als Alceste schließlich schreiend vor Ekel über einen Steg durch die Zuschauer auf die Bühne flieht, fühlt sich jeder im Saal mitschuldig. Was ist hier Spiel, was nicht? Und sind wir nicht alle Teil dieser verlogenen Gesellschaft, vor der er flüchtet?

»Familienhöllen« und Theaterhimmel

Freitag, Februar 1st, 2008

Im Theater arbeiten wollte sie, das stand für Yvonne Büdenhölzer fest. Und weil Theater auch recht viel mit Literatur zu tun hat, lag ein Studium der Germanistik nicht fern. Nachdem sie sich für ihre Abschlussarbeit mit »Familienhöllen« in deutschen Dramen wissenschaftlich auseinandergesetzt und anschließend ein paar Stationen als Regiehospitantin und -assistentin absolviert hat, kann sie heute als Dramaturgin am Stückemarkt beim Theatertreffen der Berliner Festspiele ihr Wissen für die Bretter, die die Welt bedeuten, praktisch zur Anwendung bringen.

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Aktuell

In der K.A. plus

Eine »essentielle und essentialistisch gesellschaftliche Grundlage«
Die neue Kritische Ausgabe widmet sich dem Thema Familie in der Literatur
Der Bibliotheken-Engel
Manfred Poser wurde schon Hilfe vom Engel zuteil, aber verlassen sollte man sich nicht auf ihn – sein Auftauchen ist eine Gnade
Erleuchtete Dichter
Die Erleuchtung durchs Frühjahr wird kommen – und bis dahin tröstet uns Manfred Poser mit erleuchteten Dichtern
Raunende Dialoge am warm-wirren Strand.
Ein investigativer Sonntagsbesuch in der Ausstellung »James Cook – Die Entdeckung der Südsee«
Zwischen Klischee und Realität »sehen« lernen
Auslandserfahrungen unserer Korrespondentin aus Paris
Aus der Redaktion

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