Anzeige

Crauss.

Archive for März, 2008

Just left the building: Leonhard Reinirkens

Samstag, März 29th, 2008

»Es war die ausgefeilte Rhetorik und die raffinierte Erzählkunst des ›Märchenonkels für Erwachsene‹, die alle Zuhörer in Atem hielten … Zu beschreiben, wie sich Reinirkens mit seiner unverwechselbaren Stimme in seine Figuren einfühlt, ist unmöglich«, erklärte einst die Ludwigshafener Rheinpfalz. Im Alter von 83 Jahren verstarb der Schriftsteller am vergangenen Ostersonntag in Unkel am Rhein.

Theatermann mit »Bayer-Spirit«

Freitag, März 28th, 2008

Reiner-Ernst Ohle verfolgt täglich ein Ziel: Die Welt ein bisschen besser zu machen! So dürfen wir es ihm zumindest unterstellen, wollen wir der Corporate Identity seines Arbeitgebers, dem Leverkusener Bayer-Konzern, folgen. Die macht sich dieses, nennen wir es mal: »Symptom« nämlich zu Eigen und fasst es unter dem Sammelbegriff »Bayer-Spirit« zusammen, wie man in sämtlichen Stellenausschreibungen des Konzerns erfahren kann. Ohle aber macht die Welt nicht etwa als Chemiker, Pharmazeut, Agrarwissenschaftler, Mediziner, Betriebswirtschaftler oder gar Jurist jeden Tag »ein bisschen besser«, sondern als Theaterreferent in der Kultur-Abteilung der Bayer AG …

Unter Elstern

Samstag, März 22nd, 2008

Leipziger Buchmesse (Logo)Auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse ging es ziemlich tierisch zu. Abgesehen von der dort regelmäßig auftauchenden Vielzahl an Bücherwürmern und Leseratten, waren die diebischen Elstern dieses Mal besonders aktiv und aggressiv unterwegs. Obwohl immer schon Gerüchte über Bücherklau auf solch einer großen Veranstaltung die Runde machten – fast als eine Art Messemythos –, wollte man es selbst im ersten Moment nicht wirklich glauben. Nun aber gibt es einen schlagenden Beweis aus gesicherter Quelle …

Fünf Jahre danach

Freitag, März 21st, 2008

Ein Sonntag Mitte März 2003 in einer römischen Dachwohnung. Rudi, der beliebte bayerische Radfahrer in der Ewigen Stadt, sucht sich ein Brecht-Gedicht heraus: „Mit Furcht / erwarten die Völker das Frühjahr. Wann / werden die eisernen Raubvögel auftauchen?“ Dann, vier wild bewegte Tage später, findet der befürchtete Überfall der US-Streitkräfte auf den Irak statt, Rudi verfolgt die Nachrichten auf Rai Uno am Donnerstag abend, und am nächsten Tag liest er alles in „La Repubblica“ nach …

Just left the building: Arthur C. Clarke

Donnerstag, März 20th, 2008

Der »Vater der Science-Fiction«, wie Spiegel Online ihn nennt, war er zwar sicher nicht, zweifellos aber einer ihrer prominentesten Vertreter: Der britische Schriftsteller Arthur C. Clarke ist am Mittwoch im Alter von 90 Jahren in Colombo (Sri Lanka) gestorben …

Deutsch-Europäische Geschichte: Verdrängen und Erinnern

Donnerstag, März 13th, 2008

Reading Europe, die Lesereihe mit Nachwuchsautoren aus ganz Europa, geht in die nächste Runde. Am Donnerstag, den 13. März, liest Kevin Vennemann im Rheinischen Landesmuseum aus seinen beiden Romanen Nahe Jedenew und Mara Kogoj. Bei der inzwischen siebten Lesung der Veranstaltungsreihe ist zum ersten Mal ein deutscher Autor zu Gast und stellt sein Werk sowie sein Verständnis von Europa und der gemeinsamen europäischen Geschichte vor.

Taumelnde Irrfahrt durch die Gegenwart

Donnerstag, März 13th, 2008

lit.Cologne 2008 (Logo)Schon lange bevor ich an diesem Abend das Kölner Schauspielhaus betrete, bin ich von Spannung und kindlicher Vorfreude erfüllt. Heute Abend wird für mich ein Mysterium gelüftet, für mich und Hunderte anderer Besucher: Wer in aller Welt ist eigentlich PeterLicht?

Im Reservat der Identitäten

Mittwoch, März 12th, 2008

lit.Cologne 2008 (Logo) Bereits lange vor Beginn der Podiumsdiskussion haben sich vor der Aula I des Hauptgebäudes der Uni Köln lange Schlangen gebildet: Das polarisierende Thema des Abends, der Bau der DITIB-Zentralmoschee im Kölner Stadtteil Ehrenfeld, scheint nach wie vor die Menschen anzuziehen …

Tradition und Innovation, oder: Die K.A. in Leipzig

Dienstag, März 11th, 2008

Leipziger Buchmesse (Logo)»Dat hammer schon immer esu jemaat«, sagt der Rheinländer, wenn er auf seine Traditionen schaut. Und Tradition ist am Rhein bekanntlich das, was man wenigstens zum zweiten Male tut. So ist die Kritische Ausgabe vom 13. bis 16. März also schon ›ganz traditionell‹ in den Messehallen der Stadt an Pleiße und Parthe vertreten – genauer: in Halle 5 an Stand D 402 der Leipziger Buchmesse 2008 …

Was geschah wirklich?

Dienstag, März 11th, 2008

lit.Cologne 2008 (Logo) Es ist mysteriös und könnte fast aus ihrer eigenen Feder stammen: das Verschwinden der Agatha Christie am 3. Dezember 1926 und ihr darauffolgendes elf Tage langes Verschollensein. Über diese elf Tage ist schon viel spekuliert und gerätselt worden. Agatha Christie, die »Queen of Crime«, sprach selber nie über dieses Ereignis und behauptete Zeit ihres Lebens, diese Tage betretreffend an Amnesie zu leiden. Eine erneute Auseinandersetzung mit eben diesem Rätsel fand am Freitagabend um 18 Uhr im Schauspielhaus in Köln statt. Dort ermittelten Hercule Poirot und Miss Marple ganz exklusiv, um den mysteriösen Fall ihrer hoch verehrten Erfinderin und Schöpferin zu lösen.

Feuerwerk der Effekte

Dienstag, März 11th, 2008

»Wenn ich bis zehn gezählt habe, befinden Sie sich in Ihrer Vergangenheit! … 7, 8, 9, 10!« Die hypnotisierende Stimme der Experimentleiterin wirkt: Leopold Kessler erwacht, wird herausgerissen aus der Gegenwart und zurückgeworfen an jenen dunklen, verdrängten, beinahe vergessenen Ort: Deutschland im Jahr 1945. Während des Krieges mit seinen Eltern emigriert, kehrt Leopold nun in sein Vaterland zurück. Doch von einladender »Heimat« kann keine Rede sein. Das Deutschland der Nachkriegszeit: ein desolater Ort, an dem der Krieg nur vordergründig beendet ist. Denn im Untergrund hausen die Werwölfe: tagsüber respektable Mitglieder der hohen Gesellschaft, des Nachts aber brutale Freiheitskämpfer, denen jedes Mittel recht ist, sich gegen die Besatzermächte aufzulehnen.

Schreiben bedeutet zuhören

Sonntag, März 9th, 2008

lit.Cologne 2008 (Logo) Ich bin spät dran, befürchte keinen Platz mehr zu finden und werde überrascht. Es ist Freitag, 18 Uhr, Margriet de Moor liest aus ihrem neuen Roman Der Jongleur. Ich hatte erwartet, dass sich gierige Leseratten bis unter die Decke im Gloria Theater in der Kölner Innenstadt stapeln. Pustekuchen …

Botticelli, Kant und LSD in Springfield

Samstag, März 8th, 2008

lit.Cologne 2008 (Logo) Die Simpsons auf der lit.Cologne – wer hätte das vermutet? Dass diese Idee allerdings den Zahn der Zeit trifft, bemerkte man schon, als man sich der MS RheinEnergie näherte, auf der die wissenschaftliche Diskussion über die Simpsons stattfinden sollte: mindestens 500 Meter Warteschlange und alle Anwesenden in so freudiger Erwartung eines unterhaltsamen Abends, als würde die gelbe Zeichentrick-Familie persönlich anwesend sein. Und dies war auch zum Teil der Fall: Bart Simpson – bzw. seine deutsche Sprecherin Sandra Schwittau – moderierte das Gespräch der vier anwesenden Akademiker Falko Hennig (Schriftsteller), Jakob Hein (Neurowissenschaftler), Willi Winkler (Journalist bei der Süddeutschen Zeitung) und Henry Keazor (Kunsthistoriker).

Eine Familiengeschichte mit Abgründen und Nina Hagen als Kindermädchen

Freitag, März 7th, 2008

lit.Cologne 2008 (Logo) Das Publikum erinnert an eine schnatternde, aufgeregte Mädchenschar auf dem Pausenhof. Hier und da ein Kichern, dort ein erwartungsfroher Blick auf die Uhr – bis schließlich das Warten belohnt wird: Pünktlich um 20:30 Uhr betreten die heiß ersehnte Autorin Julia Franck und die Moderatorin Randi Crott vom WDR das Podium. Tosender Applaus begrüßt die zurückhaltende junge Buchpreisgewinnerin, die sich in einen der gemütlichen Sessel sinken lässt. Auch Randi Crott setzt sich und bemerkt nebenbei, dass sie Angst gehabt habe, sie würden bei ihrer geringen Körpergröße beide völlig in den Sesseln verschwinden.

Lorca

Freitag, März 7th, 2008

Ich verließ das Hotel Alameda und ging beschwingt bei leichtem Regen zu Fuß durch das frühabendliche Lorca. Die Stadt liegt 100 Kilometer westlich von Cartagena im Landesinneren. Wegen des Lyrikers Federico García Lorca (1898–1936) hatte ich diesen Abstecher machen wollen in eine, so dachte ich, kleine Ansiedlung, wo an einem Fluss ein paar Überlandstraßen zusammentreffen. Lorca aber war groß und wirkte wie eine beliebige Stadt irgendwo in Lateinamerika, hastig hochgewachsen im Baukastenprinzip. Die Hochhäuser mit auffallend vielen Zahnkliniken reihen sich jedoch nur entlang der Avenida Juan Carlos I., diese in eine lange Schlucht verwandelnd, und nebenan beginnt die Fußgängerzone mit dem üblichen Tertiärschrott: Drogeriemarkt, Computerspiele, Reiseläden, Bekleidung, Schuhe …

Das aktuelle Heft


Aktuell

In der K.A. plus

Eine »essentielle und essentialistisch gesellschaftliche Grundlage«
Die neue Kritische Ausgabe widmet sich dem Thema Familie in der Literatur
Der Bibliotheken-Engel
Manfred Poser wurde schon Hilfe vom Engel zuteil, aber verlassen sollte man sich nicht auf ihn – sein Auftauchen ist eine Gnade
Erleuchtete Dichter
Die Erleuchtung durchs Frühjahr wird kommen – und bis dahin tröstet uns Manfred Poser mit erleuchteten Dichtern
Raunende Dialoge am warm-wirren Strand.
Ein investigativer Sonntagsbesuch in der Ausstellung »James Cook – Die Entdeckung der Südsee«
Zwischen Klischee und Realität »sehen« lernen
Auslandserfahrungen unserer Korrespondentin aus Paris
Aus der Redaktion

Sagen Sie uns Ihre Meinung!

Wenn Sie uns also eine Nachricht schicken wollen, Kritik oder Anregungen für uns haben, benutzen Sie doch einfach das unter dem Link Kontakt bereit gestellte Formular bzw. senden Sie uns eine E-Mail.