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Crauss.

Archive for Mai, 2008

Hermes für Toth

Freitag, Mai 30th, 2008

Der Countdown zur Euro 08 in der Schweiz und Österreich läuft! Auf dem offiziellen Plakat steht, meine ich, zwischen Austria und Switzerland ein Bindestrich, wo es, wie Typograf Helmut meint, des längeren „Halbgeviertstrichs“ bedurft hätte. Ein solcher trennt; der Bindestrich koppelt; so ist das illusionäre Land „Österreichschweiz“ entstanden, in dem sich das Turnier tummelt. Eröffnungsspiel: 7. Juni …

Lesen, denken, suchen und finden

Dienstag, Mai 27th, 2008

Wahrscheinlich hat Maxim Hofmann die gleiche Erfahrung gemacht wie so manch anderer Akademiker, der schon einmal versucht hat, einem Sachbearbeiter der örtlichen Arbeitsagentur die Vorzüge eines geisteswissenschaftlichen Studiums zu erläutern. Denn Hofmann hat die richtigen Konsequenzen daraus gezogen: er hat sich einen Sachbearbeiter erfunden, der die spezifischen Fähigkeiten eines »Gei-Wis« verblüffend auf den Punkt bringt und zu dem Ergebnis kommt: Sie sollten im Dienstleistungssegment ›Kleinkunst‹ ihr Glück versuchen!

Ein Cicerone, Kenner und Könner im Rheinischen Landesmuseum

Samstag, Mai 24th, 2008

Die Intrige. Theorie und Praxis der Hinterlist brachte Peter von Matt den Ruf ein, ein »Kenner wie ein Könner« zu sein. Sein Oeuvre besticht durch Originalität und Themenvielfalt und machte ihn weit über die Grenzen der Schweiz hinaus populär …

Jäger der verlorenen Unschuld

Donnerstag, Mai 22nd, 2008

Natürlich hätten wir alle Freude daran, würde so Wissenschaft betrieben: mit Notizbuch und Revolver am Gürtel, den Schlapphut auf dem Kopf, die Lederpeitsche geschmeidig in der Hand. Natürlich wäre es aufregend, bestünde Archäologie vor allem daraus, sich vor gefährlichen Eingeborenen und herabstürzenden Felsbrocken in Sicherheit zu bringen, die goldglänzende Statuette im Arm. Doktor Henry Walton Jones, Jr., genannt Indiana, ist aber für alle Menschen außer seinen fiktionalen Studenten stets weniger Wissenschaftler gewesen als Abenteurer: Jäger der verlorenen Schätze …

»Überschreiten von Grenzen zu einem höheren Nutzen«

Montag, Mai 19th, 2008

Eigentlich böte es sich an zu schreiben: »Wieder einmal hat es die Redaktion der Kritischen Ausgabe geschafft und das Abenteuer ›Themenheft‹ abgeschlossen.« Zwar brechen wir – bildlich gesehen – tatsächlich mit jedem Heft zu neuen Ufern auf und, wie das erstmals seit langem wieder bunte Titelbild suggerieren könnte, mit diesem Heft erst recht, doch ist der Abenteuerbegriff, um den es hier geht, damit jedoch kaum hinlänglich beschrieben. Bezugnehmend auf den Begriff ›Abenteuer‹ lassen sich viele Assoziationen herstellen und, verschieden verknüpft, gibt es eine wahre Flut von ›Abenteuern‹, da wird auch das ganze Leben schon mal zu einem solchen …

Fragwürdigstes

Freitag, Mai 16th, 2008

Man fürchtet um meine geistige Gesundheit. „Bleiben wir auf dem Teppich“, mahnte Giovanna kürzlich streng. Und das nur, weil ich neuerdings an das Weiterleben der Toten glaube und an die physikalischen Phänomene bei Séancen. Meine derzeitige Lektüre ist „Where two worlds meet“ (1951) von Arthur Findlay (1883–1964), der Sitzungen mit dem Medium John Campbell Sloan (1869–1951) in Glasgow aus den Jahren 1942 bis 1945 herausgab. Miss Jean Dearie stenografierte in der Dunkelheit mit. Sloan nahm für die Sitzungen nie Geld und wollte nur Trauernde in Verbindung mit ihren Verstorbenen bringen. Er blieb immer der bescheidene, etwas knorrige Schotte …

Die kalte Hand des Todes in der warmen Fülle der Freuden

Dienstag, Mai 13th, 2008

Karriere oder Ehe? Das ist die leitmotivische Frage, auf die sich Goethes Clavigo verzweifelt eine Antwort erhofft – von seinem Freund Carlos, von der Familie seiner Geliebten und sogar vom Publikum. Berufliches Ansehen oder häusliches Familienidyll? Keine leichte Entscheidung und so wundert es nicht, dass Clavigo jeden Ratschlag allzu bereitwillig aufnimmt und sogleich in die Tat umsetzt. Da wird nicht lange überlegt, denn Clavigo ist ein Mann der Tat. Rät die Familie zur Heirat, folgt auch prompt die Verlobung. Rät der beste Freund hingegen die Karriereleiter zu erklimmen, wird die Verlobung eben kurzerhand wieder gelöst.

Just left the building: Luigi Malerba

Sonntag, Mai 11th, 2008

Beißender Witz und philosophischer Tiefsinn finden sich selten auf so gekonnte und virtuose Weise wie in Luigi Malerbas Werk vereinigt. Es zeugt von großem Gespür für die Fragilität der menschlichen Existenz, ohne dabei in Depression und Schwermut abzudriften. Am vergangenen Donnerstag ist Luigi Bonardi, wie sein Schöpfer eigentlich hieß, im Alter von 81 Jahren in Rom gestorben.

Neunundneunzig

Freitag, Mai 2nd, 2008

Nochmal genau gezählt. Dies ist also mein neunundneunzigster Ausreißversuch, und warum nicht ihn begehen statt den hundertsten? Ich widme diesen Jubiläumsbeitrag Frau Therese Duschl in Landsberg am Lech, Nachbarin meiner Mutter, die am 10. Mai bei geistiger Frische ihren neunundneunzigsten Geburtstag feiern darf. Wenn ich sie (nur zu selten) besuche, sitzt sie, die Beine auf einen Stuhl am Fenster gelegt, und betet ihre Rosenkränze für die Familie. (Hoffentlich ist auch mal einer für mich dabei.) Das ist wie buddhistische Meditation, und unvergessen sind die endlosen abendlichen Andachten in der Landsberger Stadtpfarrkirche bei der Maiandacht, mit dem Rosenkranz, wo im Dämmer die Besatzung des rechten Kirchenschiffs ihren Text ablieferte, bis die Stimmen verwehten, und dann die linke Seite einsetzte. „Der du für uns gekreuzigt bist worden …“ Gerade die grammatikalische Umstellung hatte unbezwinglichen Charme, der Satz hielt sich und schwang noch lange nach. Poesie …

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Manfred Poser wütet und trauert über Hoffnungen, die es nicht mehr gibt
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Manfred Poser sitzt wie viele täglich vor schwarzen Buchstaben auf weißem Papier. Aber da ist mehr ...
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Manfred Poser wird wieder einmal vom Sortierengel heimgesucht, der Theorie einfordert – und Ordnung
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