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Crauss.

Archive for November, 2008

Der große AdventsKAlender

Sonntag, November 30th, 2008

Es ist wieder so weit: Pünktlich zum Beginn der Adventszeit blicken die K.A.-Redakteure und -Korrespondenten zurück und erzählen Ihnen von ihren literarischen und kulturellen Highlights des vergangenen Jahres. Da dies bereits der fünfte AdventsKAlender ist, kann man guten Gewissens von einer liebgewonnenen Tradition sprechen, die inzwischen genauso zu den Tagen bis zum Weihnachtsfest gehört wie gemütliche Stunden mit Plätzchen und Glühwein.

Ekelforschung

Freitag, November 28th, 2008

Sternzeit: gegen Ende des Jahrhunderts. Jemand jubelt! Die ehemalige deutsche Regierungschefin Pamela M. (Name geändert) gleitet schwerelos durch den Tunnel auf ein Licht zu. Ist das schön! Eine Tür geht auf, und sie plumpst auf den Beifahrersitz eines fabrikneuen Opel Zafira aus dem Jahre 2008. Nun aber eine Höllenfahrt. Durch ein ostafrikanisches Flüchtlingslager, überall Menschen im Elend, Menschen im Überlebenskampf, schreiende hungernde Kinder, schmutzige Zelte, Schlamm und verdreckte Wasserstellen, viele kleine Särge, viele Leichen. Dann auf baumloser Ebene bei leerem Himmel: aussteigen und nachdenken …

(W)orte bewegen

Donnerstag, November 27th, 2008

In Zusammenarbeit mit der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen beweisen die Orte Horstmar, Schöppingen und Laer in der Nähe von Münster derzeit, dass Worte gleich auf zwei Ebenen bewegen können …

Schluss mit dem Theater!

Montag, November 24th, 2008

»Schluss mit dem Theater!«, tönt es einstimmig aus dem Munde derer, welche um das Leben unserer Klassiker bangen. Sie verteufeln das Theater der Regisseure, welches mit seiner unbändigen Lust an Provokation, seinem ewigen, oft schon krampfhaften Antikonventionalismus und Dekonstruktivismus klassische Stücke oft bis zur Unkenntlichkeit verreißt und überformt. Der Begriff des Regietheaters wird von seinen Kritikern in diffamierender Absicht gegen Regisseure gebraucht, die solches Theater machen, das in den Augen vieler keines mehr ist. »Regietheater« bezeichnet das, was rauskommt, wenn der Regisseur absolute Willkür und Freiheit walten lässt, nicht mehr nur als Interpret, sondern Schöpfer des Stücks fungiert …

Beim Häuten der Zwiebel

Freitag, November 21st, 2008

Das Besondere an Karin Beiers Inszenierung von Peer Gynt ist, dass der Zuschauer sie wahrnehmen kann, wie er möchte – sei es als vollkommen konfuse und wirr-komische Aneinanderreihung von Episoden oder als im wahrsten Sinne des Wortes todernste Beantwortung der Frage aller Fragen: Wer bin ich? Was ist mein Wesen?

Von Supermärkten und Superkräften

Dienstag, November 18th, 2008

In einer Stadt wie Genf, in der es mehr Millionäre als Obdachlose gibt, fehlt es den Menschen an nichts. Sie haben alles im Überfluss – vor allem Zeit. Nicht, dass ich es für nötig hielte, die vielen Klischees über das Schweizer Zeitgefühl um einen weiteren Text zu bereichern, ich möchte hier nur von meinen ersten Eindrücken von diesem Land berichten – und diese sind geprägt vom Thema Zeit und der Frage, wie die Schweizer zu ihr kamen …

Fragwürdiger Lehrinhalt – lohnende Beats

Dienstag, November 18th, 2008

Ganz anders als die beiden Vorgänger Employment und Yours Truly, Angry Mob präsentiert sich das dritte Album der Kaiser Chiefs, Off with their heads. Instrumentation und Lyrics scheinen reifer und bedeutend variationsreicher als man dies bisher von den Herren aus Leeds gewohnt war. Dieses Verdienst mag nicht nur der eigentlichen Band als vielmehr den zahlreichen und namhaften Produzenten des neuen Albums geschuldet sein …

Just left the building: Michael Crichton

Freitag, November 14th, 2008

Ich kann mich noch gut an die regelrechte Hysterie erinnern, die damals in unserer Grundschule ausgebrochen ist. Plötzlich wollte niemand mehr Sticker tauschen oder Fangen spielen. Das Einzige, was noch zählte, waren Dinosaurier. Ob Tyrannosaurus rex oder Brachiosaurus, man kannte und besaß sie alle – natürlich in Miniaturform und aus Gummi. Michael Crichton, der Vater dieses Hypes, ist am Dienstag vergangener Woche verstorben.

An die Sätze, fertig, los!

Freitag, November 14th, 2008

»Mrs. Dalloway sagte, sie wolle die Blumen selber kaufen.« Das hat Giovanna gern zitiert, nachdem wir vor Jahren den wunderschönen Film »The Hours« gesehen hatten. So fängt Virginia Woolfs Roman »Mrs. Dalloway« an. Da steckt schon alles drin. Sie will keine Bediensteten losschicken, sondern selber losziehen, denn die Blumen sind für die große Einladung am Abend gedacht, auf die alles hinstrebt. Der Blumenkauf schiebt den Leser von einer Romanfigur zur nächsten, bis man in einem Geflecht aus Gedanken heimisch geworden ist …

»Das volle Programm: Schreiben, Drucken, Lesen«

Donnerstag, November 13th, 2008

Der Prozess des »Bücher-Machens« – von der ersten Idee bis zum fertigen Buch – ist komplex und aufwendig, da viele Personen auf verschiedenen Ebenen daran beteiligt sind. Einen Blick hinter die Kulissen eines solchen Arbeitsablaufs bietet sich dem Leser am kommenden Dienstagabend. Die Kritische Ausgabe lädt ein zu einer besonderen Veranstaltung: Die Berliner Autorin Susanne Schirdewahn liest aus ihrem ersten Buch Schlafende Hunde und berichtet dann gemeinsam mit ihrem Lektor und Verleger Volker Oppmann von der Arbeit an diesem Debüt-Roman …

Ein Leben hinter Mauern

Donnerstag, November 13th, 2008

Anlässlich des nahenden 60. Geburtstags der Bundesrepublik Deutschland hat das Theater Bonn in Zusammenarbeit mit dem fringe ensemble das Projekt 60 Jahre in 6 Wochen ins Leben gerufen. In dieser Reihe werden Aufführungen in der Werkstatt gezeigt, die sich mit der deutschen Geschichte auseinandersetzen. Der achte November stand dabei unter dem Motto Spitzel Spione und die Mauer.

»Weiß nichts von mir selbst«

Freitag, November 7th, 2008

Die Bonner Kammerspiele unternehmen von Zeit zu Zeit den Versuch, des Schillers habhaft zu werden, und diesmal ist Don Karlos dran. Sehen wir mal vom Blick in den aktuellen Lehrplan ab, der den Finanzbuchhalter inspirieren könnte, so taten die Kammerspiele mit dieser Wahl durchaus einen guten Griff …

Es lebe der Zentralfriedhof!

Dienstag, November 4th, 2008

»Es lebe der Zentralfriedhof«, hat Wolfgang Ambros gesungen, »mit allen seinen Toten. Der Eintritt ist für Lebende / ausnahmslos verboten.« Lauthals haben wir das mitgesungen damals, 1981! Und jetzt: Halloween. Damit schließe ich meine oktoberliche »Trilogie des Todes« ab. Halloween heißt »All Hallow’s Eve«, also Vorabend von Allerheiligen, dem dann Allerseelen folgt. Die alten Kelten begingen am 1. November den Winterbeginn und gleich ein neues Jahr. Ihr Fest hieß Samhain (ausgesprochen: sou’an). In Irland nannte man es Samhein oder La Samon, in Schottland Hallowe’en. Das Fest galt dem Herrn der Toten. Man entzündete Feuer …

Typisch unitalienisch italienisch

Dienstag, November 4th, 2008

Mit dem Begriff Indie-Rock wird hierzulande gerne Musik beschrieben, die nicht den Sprung in die Charts schafft und nur von wenigen Menschen gehört wird. Oft handelt es sich dabei um Garagenrockbands, die kaum jemand kennt und die nur in kleinen Läden auftreten. Doch wie weit dieser Begriff gefächert ist, zeigt sich im Land des »dolce vita« und des guten Kaffees …

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Das neue Denken
Manfred Poser wütet und trauert über Hoffnungen, die es nicht mehr gibt
Schwarz und Weiß
Manfred Poser sitzt wie viele täglich vor schwarzen Buchstaben auf weißem Papier. Aber da ist mehr ...
Ordnung und Sprache
Manfred Poser wird wieder einmal vom Sortierengel heimgesucht, der Theorie einfordert – und Ordnung
Der Schein trügt
Warum das Leben ohne Tageszeitung ärmer wäre – am Beispiel der Berner Band Schöftland
Lookism oder die hässliche Seite der Schönheit
Einige Gedanken zur Rolle der Schönheit in Gesellschaft, Globalisierung und Arbeitswelt
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