Dichterheimat
Dienstag, März 31st, 2009Es ist eine der bemerkenswerten Eigenschaften der Globalisierung, daß sie uns unsere Heimat nicht vergessen läßt. Wahrscheinlich entwickeln wir erst ein Gefühl für Heimat, wenn wir reisen oder woanders neue Wurzeln schlagen müssen. Auffällig ist es jedenfalls, daß der Verlag Hoffmann und Campe seit Frühjahr 2007 den Dichtern seiner Heimatstadt Hamburg eine ganz besondere Reihe zuteil werden läßt. Gewappnet gegen die Schwierigkeiten der Globalisierung durch die vielen Standbeine der Ganske-Gruppe, der der Verlag angehört, betreibt Hoffmann und Campe Heimaterinnerung mit Stadtspaziergängen. Neben einem Lesebuch, Hamburg – 69 Dichter und ihre Stadt, und einer Darstellung von Samuel Becketts Hamburg erschien 2007 mit Nachts auf der Lombardsbrücke von Susanne Bienwald auch eine Darstellung der Lebensorte Hans Erich Nossacks.


Shalom Auslander, Bernhard Robben (Moderation) und Simon Eckert (Schauspiel Köln, Rezitation) im Kölnischen Kunstverein/Die Brücke über eine hoffnungsvolle, humoresk-pessimistische Weltsicht und die Erkenntnis, dass der, der 72 Namen hat – und auf jeden der Namen das Copyright – ein Arschloch ist. Zugegeben, ein Arschloch mit viel Humor.
Anna Maier hat Courage. Die »attraktive Fernsehlady« (so die Gratispostille »20 Minuten«) hielt die Sendung »Die 10« über die erotischsten Frauen der Schweiz für schlecht. Inhaltliche Änderungen kamen für den Sender 3+ nicht in Frage, also lehnte sie es wegen »Unzumutbarkeit« ab, die Sendung zu präsentieren. Die 10 erotischen Frauen würden »auf primitive Weise ins Lächerliche gezogen«. Sie sei »eine Moderatorin und keine Sprechpuppe« und müsse hinter dem Inhalt einer Sendung stehen können. Es wird sich wohl eine Sprechpuppe finden. Bravo, Anna!
Zum dritten »Fest des jüdischen Buches« lädt die Jüdische Gemeinde in Duisburg am Sonntag, den 15. März ein. Von 11 bis 19 Uhr dreht sich in der Synagoge am Duisburger Innenhafen alles um Literatur, unter anderem werden Robert Schindel, Lena Gorelik und der israelische Autor Assaf Gavron dort lesen. – Mit Organisatorin Liliana Ruth Feierstein sprach Stefan Andres.