Moderne Männerwelten
Dienstag, April 28th, 2009
Mit einem Einzug und einem verbalen Achselzucken eröffnet der in Wesel geborene Autor Oliver Uschmann sein inzwischen zu einer stattlichen Tetralogie angewachsenes Romanwerk. Mietwillig betreten seine Hauptfiguren Hartmut und Ich die neue Wohnung in Bochum-Wiemelhausen, während der Vermieter mit einem unschlüssigen »Tja« (I, 7) nicht erkennen läßt, ob er sich über diese neuen Bewohner tatsächlich freuen soll. Der Leser hingegen darf und soll es auch, läßt ihn doch Uschmann an den intellektuellen Eskapaden, skurrilen Erlebnissen und eigentümlichen Aktionen seiner Protagonisten hautnah teilhaben.


Man kommt auf die Welt und wird in ihr erst einmal tüchtig herumgeschubst. Vieles wird einem zugemutet, und das meiste muss man akzeptieren, weil es so übermächtig ist und man selbst so klein. Manche begehren schon früh auf; andere schleppen sich duckmäuserisch dahin und bleiben so, wieder andere erleben spät ihr »Outing«, wenn die Eltern weit weg sind und die Bahnen frei. Vielleicht ist es einem in die Wiege gelegt, ob man »Revoluzzer« wird, wie das vor 30 Jahren hieß, oder ein Konservativer bleibt. Oder man wird konservativer Revolutionär …
Die Verbindung von Poesie und Performance in Wettberwerbsform bringt Poeten mit unterschiedlichsten Texten auf die Bühne, löst die Wörter vom Papier und macht Literatur zu einem gesellschaftlichen Ereignis. Nach ihrem Durchbruchsieg bei der deutschsprachigen U 20 Poetryslam-Meisterschaft 2005 in Leipzig hat sich die Bonner Germanistikstudentin Nadja Schlüter fest im nationalen Slamgeschäft etabliert. In ihren Texten reflektiert sie eindringlich Lebenssituationen und erzählt Anekdoten, die manchmal leichtfüßig-naiv, manchmal mit großer Wucht aus dem Feld des Selbsterlebten herauskommen.
»Stellen Sie sich vor, Sie betreten wie jeden Tag die U-Bahn – und sehen erst 25 Jahre später das Tageslicht wieder!« – So empfängt einen die Website zu Dmitry Glukhovskys Roman Metro 2033, den es seit einem Jahr auf Deutsch gibt und der in der Übersetzung mit rund 780 Seiten mehr als doppelt so umfangreich ist wie das russische Original. K.A.-Redakteur Crauss war dabei, als der Autor zusammen mit Schauspieler Robert Stadlober sein Buch in Berlin vorstellte, und lässt uns einen Ausschnitt daraus mithören …
Im März 2005 sprach er mich an, bei einem der Poetry Slams in den »wilden Mit(t)-Nullern« in der Schaubude, wo er wieder mal auf Platz Eins gelandet war. Konspirativ flüsternd mitten im Kneipenlärm: Er wolle in die Zeitung, wie man das mache. Da war Klavki schon drin, als jemand, der mit seinen performativen Textaktionen Aufmerksamkeit erregte, mit seinen seltsam erhellenden Flüchen, die er durch die Mikros der Slams jagte, durch die er in Kiel und rasch darüber hinaus bekannt wurde. Jetzt ist er 36-jährig gestorben …
Die Titelseiten vieler regionaler und überregionaler Zeitungen sind in den letzten Jahren bunter geworden, setzen vermehrt auf den vermittelnden Effekt von Bildern. Auch unsere Printausgabe hüllt sich inzwischen wieder in einen farbigen Mantel. Einzig von der Titelseite der K.A. plus verschwanden nach und nach beinahe alle Illustrationen. Doch war diese Entwicklung entgegen dem all überall zu beobachtenden Trend zu mehr Farbe und Fotografie die richtige Entscheidung?