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Crauss.

Archive for Mai, 2009

Das Goldene Leben

Freitag, Mai 22nd, 2009

Tatjana Strobel als esoterisches Covergirl auf dem »Frankfurter Ring« (vor mir)Im Sommer vor 40 Jahren ist Theodor W. Adorno in der Schweiz gestorben, und geboren wurde im selben Jahr der »Frankfurter Ring«, ein »Magazin für Körper, Geist & Seele«. Der Okkultismus war für Adorno die »Metaphysik der dummen Kerle«, und »Okkultisten« war sein Begriff für Astrologen, Spiritisten und Geistergläubige. Diese Leute sähen das Sein mit Geist infiziert, aber – da sei kein Geist. Vielleicht muss man hier wörtlich zitieren: »Indem sie [die ›Okkulten‹] bestimmtes Sein als Geist ausgeben, unterwerfen sie den vergegenständlichten Geist der Daseinsprobe, und sie muss negativ ausfallen. Kein Geist ist da.«

Graduierter Germanist – und nun? Was tun?

Mittwoch, Mai 20th, 2009

Ob Redakteur, Lektor oder Verleger – ein Germanist hat nach seinem Abschluss viele berufliche Möglichkeiten. Aber wie schafft man den Einstieg in den Beruf und, viel wichtiger, welcher Job ist der richtige? Welche Optionen sich nach dem Studium eines geisteswissenschaftlichen Faches eröffnen und was ein Student tun muss, um seine Wunschtätigkeit ausüben zu können, darum geht es noch bis Mitte Juli immer freitags um 14:00 in Hörsaal IX des Uni-Hauptgebäudes …

Platos Höhle

Dienstag, Mai 12th, 2009

Am 11. Mai erschien in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein Beitrag von Miriam Meckel, Professorin in St. Gallen, der »In der Grotte der Erinnerung« betitelt ist und den »Qualitätsjournalismus« preist. Diesen Begriff hat die F.A.Z. anscheinend für sich erfunden, und nun müssen alle an die Front mit dem Kampfruf »Rettet unser Haustier«, den Qualitätsjournalisten, und man hört schon das Klingeln des Beutels. Wenn es darum geht, ihren Status zu verteidigen, lassen die Krieger schon einmal vom Qualitätsjournalismus ab und malen mit den schwärzesten Farben.

»Just singing a song won’t save the world«

Dienstag, Mai 12th, 2009

»Weggabelung« als Übersetzung würde nicht ganz das Bildmotiv ergeben, das der Titel von Neil Young kürzlich erschienenem Album im englischen Original ausdrückt: Fork in the road. Zwar sind die USA, das Land, um das es in seinen politischen Songs immer geht, mit dem Sieg Obamas und seinen schnellen Handlungen nach seiner Machtübernahme an einer Weggabelung angekommen. »Maybe it’s Obama/ But he thinks that he’s too young« sang er 2006 in »Lookin’ for a leader« auf dem Album Living with war. Jetzt aber, wo diese Möglichkeit eines Nach-Bush-Präsidenten wahr geworden ist, ist es Zeit, sich neuen Themen zu stellen.

Großes Finale

Freitag, Mai 8th, 2009

An der Costa Blanca bei Alicante, abends (Foto: Manfred Poser)Auf Giovannas Rat hin las ich den italienischen Roman »La solitudine dei numeri primi« von Paolo Giordano, deutsch: »Die Einsamkeit der Primzahlen«. Der Autor dieses Bestsellers ist 30 Jahre alt. Die ersten beiden Kapitel sind großartig. Ich blieb dran, war dem Buch über zwei Drittel gewogen, doch dann schlichen sich weniger überzeugende Motive ein, und das Ende schien mir nach Holzfällerart: nicht schlecht, aber nach dem Vorangegangenen psychologisch nicht schlüssig. Bücher sind heute streng aufgebaut (wie Mathematik), und manch ein Autor fällt dann seinen Prämissen zum Opfer und kann sich nicht mehr vom vorher konzipierten Schluss lösen …

you are hear:

Samstag, Mai 2nd, 2009

es gibt nicht viele bücher, die japan, insbesondere tokyo zu beschreiben vermögen, ohne in gegensatzpaaren zu verharren. der architekt Wolfgang Koelbl befand sich 1996/97 im rahmen eines projektstipendiums in tokyo, ein phänomen zu umreissen, das er als »superdichte« bezeichnet: die grösstmögliche konzentration urbaner situationen. in seinem lustvoll geschriebenen, halbtheoretischen buch tokyo superdichte erklärt er die stadt als nicht abgrenzbar und streicht den begriff des innen und aussen (in einer stadt / im zentrum oder davor; vor oder in einem gebäude) zugunsten angemessenerer kategorien, nämlich des glatten raums versus der räumlichen insel …

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In der K.A. plus

Das neue Denken
Manfred Poser wütet und trauert über Hoffnungen, die es nicht mehr gibt
Schwarz und Weiß
Manfred Poser sitzt wie viele täglich vor schwarzen Buchstaben auf weißem Papier. Aber da ist mehr ...
Ordnung und Sprache
Manfred Poser wird wieder einmal vom Sortierengel heimgesucht, der Theorie einfordert – und Ordnung
Der Schein trügt
Warum das Leben ohne Tageszeitung ärmer wäre – am Beispiel der Berner Band Schöftland
Lookism oder die hässliche Seite der Schönheit
Einige Gedanken zur Rolle der Schönheit in Gesellschaft, Globalisierung und Arbeitswelt
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