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Crauss.

Archive for Juni, 2009

Ein blinder Fleck aufgehellt

Dienstag, Juni 30th, 2009

Panorama-Aufnahme des Bonner kurfürstlichen Schlosses (Foto: © Dr. Thomas Mauersberg, Pressestelle der Universität Bonn)

Mit Altem Rathaus und Münster, Beethovenhaus, Beethovens Standbild auf dem Münsterplatz oder der Beethovenhalle nebst Beethovenkopf besitzt Bonn eine Fülle von charakteristischen und einprägsamen Symbolen. Auch der Blick auf die Hofgartenseite des leuchtend gelb gefassten Stadtschlosses – vorzugsweise vor blauem Himmel – ist aus dem Selbstbild der Stadt und der Universität, die das ehemalige Residenzschloss der Kölner Erzbischöfe und Kurfürsten seit 1818 für ihre Zwecke nutzt, nicht wegzudenken.

Um Benutzern und Besuchern, aber auch Bewohnern und Gästen Bonns sowie nicht zuletzt der Kunstwissenschaft den Bau in der Fülle seiner Geschichten zu erschließen, war es an der Zeit, ihn seinem kunsthistorischen Rang entsprechend und mit zeitgemäßer, quellenkritischer und sorgfältiger Herangehensweise in den Blick zu nehmen. Es galt, einen blinden Flecken mitten im Herzen der Stadt aufzuhellen. Dieses Vorhaben ist mit dem Band Das kurfürstliche Schloß in Bonn 2008 in sehr erfreulicher Weise bewältigt worden.

Ein Stück des Wegs gehen alle gemeinsam

Dienstag, Juni 23rd, 2009

Die Band: Halma (Foto: Gianni OcchipintiWissen Sie, über welche Ecken Element of Crime mit Velvet Underground zu tun hat? Oder The Black Heart Procession mit Pinback. Nein? Gut – brauchen Sie auch nicht. Es sind auch nur zwei Beispiele, wie verschiedene Bands miteinander personell verbunden sind. Mehr wissen Sie sicherlich zu den ganzen Projekten, die sich nach Auflösung der Beatles um die vier Musiker entwickelten. Die Musikgeschichte läßt sich mitunter wie ein Stammbaum lesen, der zeigt, daß jeder Musiker mit jedem indirekt etwas zu tun hatte. Eindeutig und direkt z.B. sind die Bezüge zwischen Fink und Halma.

Die zehnte Muse

Freitag, Juni 19th, 2009

Griechische Insel mit Dichterin ... (Foto: Manfred Poser)Hesiod nannte als erster die Namen der neun Musen, allesamt Töchter des Zeus: Euterpe, Erato, Kalliope, Clio, Melpomene, Polyhymnia, Terpsichore, Thalia und Urania. Der Philosoph Platon ergänzte die Gruppe um einen Namen. Die zehnte Muse, das sei die »schöne Sappho«, die 200 Jahre vor ihm Lyrik verfasst hatte. Viel später lässt der römische Dichter Horaz (65–8 v. Chr.) die Toten in der Unterwelt in andächtigem Schweigen den Liedern Sapphos lauschen. Die »geradezu erschütternde Schlichtheit« (Max Treu) ihrer Gedichte wurde von allen bewundert …

Die Kritische Ausgabe präsentiert Europa

Freitag, Juni 19th, 2009

Die »Kritische Ausgabe« präsentiert EuropaDie literarische Tour d’Europe der Kritischen Ausgabe geht weiter – und das gleich im Doppelpack: Paris meets Wien in Bonn, heißt es am kommenden Mittwochabend, wenn Alban Lefranc und Michael Stavarič im buchLaden 46 aus ihren aktuellen Werken lesen. Dabei sind unsere beiden Gäste in gewissem Sinne selbst eine Verkörperung des europäischen Kulturaustausches …

Die Kritische Ausgabe präsentiert Europa

Samstag, Juni 13th, 2009

Jan Böttcher (Foto: Timm Kölln)»Europa« hat sich die Kritische Ausgabe in der ersten Jahreshälfte auf die Fahnen (und das aktuelle Heft) geschrieben. Denn das kulturelle Europa ist überaus lebendig und vielfältig. Und wer wäre zum Beweis dessen besser geeignet als einer, der in zwei europäischen Hauptstädten studierte, neben deutschen Literaturstipendien bereits einen österreichischen Literaturpreis erhalten hat und zudem zum Kader der AUTONAMA zählt, der deutschen Nationalmannschaft kickender Autoren? Noch dazu, wenn derjenige nicht nur Schwedisch, schreiben und stürmen kann, sondern auch noch singen?

Jan Böttcher aus Berlin ist das und kann das. Am kommenden Donnerstag, dem 18. Juni, ist er um 20 Uhr im Bonner Nyx (Vorgebirgsstraße 19) unser Gast …

Wenn Geiz die Welt regiert

Freitag, Juni 12th, 2009

Szenenfoto aus Molières »Der Geizige« (Foto: Thilo Beu)Ein hoher, kostspielig wirkender Raum, in dessen Mitte ein leuchtender Kronleuchter hängt. Edel aber dennoch karg ausgestattet. Da bleibt viel Platz für den Auftritt des »Geizigen« Harpagon, des Protagonisten in Molières gleichnamigen Drama. Wenn Harpagon auf den Stuhl in der Mitte der Bühne steigt und wie in Trance über sein geliebtes Geld lamentiert, so wird dem Zuschauer schnell deutlich, wer hier der Star des Abends ist. Eindrucksvoll und leidenschaftlich gestikuliert der Geizhals und schwärmt von seiner im Garten vergrabenen Geldkassette, mit der ihn eine beinahe menschliche Liebe verbindet.

Geburt statt Tod

Freitag, Juni 5th, 2009

Geburtsanzeige im Appenzeller Land (Foto: Manfred Poser)Bei einer Veranstaltung von Radfahrern traf ich Natalie aus den Pyrenäen, die mir bei einer Zigarette vor dem Veranstaltungssaal anlässlich meiner Jenseitsforschung sagte, für sie gebe es nur ein »Davor«, nie ein Danach. Das gab mir zu denken, denn kurz davor hatte ich bei der italienischen Philosophin Adriana Cavarero (»Platons Töchter« – »Nonostante Platone«, 1990) gelesen, das Patriarchat habe die Große Mutter gemeuchelt und als sein Thema den Tod ausgerufen, wogegen Frauen die Geburt betonten. Sie schreibt: »Die Männer, die von dem Geheimnis ausgeschlossen sind, Leben hervorzubringen, da dies ausschließlich der weiblichen Erfahrung zugehört, finden im Tod einen Ort, der, da er das Leben nimmt, als mächtiger angesehen wird als dieses selbst.«

»Das ist das Ende meiner Welt«

Donnerstag, Juni 4th, 2009

Szenenfoto aus »La Douleur« (Foto: Ros Ribas/Agentur Les Visiteurs du Soir, Paris)April 1945 in Paris. Der Untergang des Nazi-Regimes zeichnet sich ab. Die großen Politiker wie Charles de Gaulle wissen: »Die Tage der Trauer sind vorbei. Die Tage des Ruhmes sind angebrochen.« Sie warten nur noch auf den Frieden. Und wissen nicht, was Warten wirklich bedeutet.

Eine Frau tritt in ein Zimmer. Sie heißt Marguerite Duras (Dominique Blanc). Plötzlich ist Licht da. Licht, das ausreicht, um Tagebuch zu schreiben, vielleicht auch nur, um es zu lesen. Licht, das aber nicht ausreichen wird, die Dunkelheit zu vertreiben …

Das aktuelle Heft


Aktuell

In der K.A. plus

Eine »essentielle und essentialistisch gesellschaftliche Grundlage«
Die neue Kritische Ausgabe widmet sich dem Thema Familie in der Literatur
Der Bibliotheken-Engel
Manfred Poser wurde schon Hilfe vom Engel zuteil, aber verlassen sollte man sich nicht auf ihn – sein Auftauchen ist eine Gnade
Erleuchtete Dichter
Die Erleuchtung durchs Frühjahr wird kommen – und bis dahin tröstet uns Manfred Poser mit erleuchteten Dichtern
Raunende Dialoge am warm-wirren Strand.
Ein investigativer Sonntagsbesuch in der Ausstellung »James Cook – Die Entdeckung der Südsee«
Zwischen Klischee und Realität »sehen« lernen
Auslandserfahrungen unserer Korrespondentin aus Paris
Aus der Redaktion

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