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Crauss.

Archive for Juli, 2009

Nachdenken über die Schweiz

Freitag, Juli 31st, 2009

Die Tell-Statue in Altdorf (Foto: Manfred Poser)Die Schweizer begehen am 1. August ihren Nationalfeiertag. Im Jahr 1291 sollen an jenem Tag Abgeordnete der Regionen Uri, Schwyz und Unterwalden (die späteren »Urkantone«) auf dem Berg Rütli den gleichnamigen Schwur getan haben, sich gegen ihre habsburgischen Unterdrücker zur Wehr zu setzen und ein »einig Volk von Brüdern« zu sein. Die Initialzündung hierzu war der Mord am Vogt Gessler durch Wilhelm Tell (die Namen aus Schillers Stück). Der Beamte hiess vermutlich (Max Frisch, »Wilhelm Tell für die Schule«, 1970) Konrad von Tillendorf, sein Attentäter »Tillentöter« oder »Tillen-Willi« … was an »Kill Bill« denken lässt und Quentin Tarantino ein neues Sujet liefern könnte …

Ich, Sie, Der Andere

Freitag, Juli 24th, 2009

»Wie eine Sammlung Polaroids«, so diktiert der Klappentext dem Leser, habe er den Erzählband Die blinde Fotografin von Nachwuchsautor Paul Brodowsky gefälligst zu verstehen. Schließlich gilt es, den Leser vor der gefährlichen Überanstrengung des Gedankenmachens zu schützen – oder fürchtet da ein Verlag das kreative Kauderwelsch seiner Nachwuchsprojekte? So oder so ist es mit der Unvoreingenommenheit diesem Text gegenüber bedauerlicherweise vorbei, bevor man die erste Zeile auch nur angeblinzelt hat …

Kanonen unterwegs

Freitag, Juli 17th, 2009

Der Autor als Schweizer Rennfahrer (Foto: François Cauderay)Der Juli ist der Monat der Tour de France. Die Karawane ist in Bewegung, und unterwegs sind, wie man lesen kann, die »Kanonen des Straßenrennsports«. Ein begleitender Kraftfahrer sagt: »Wieder mal ‘n Monat, wo’s wirklich ein Kunststück ist, keinen totzufahren.« Von dem Spitzenfahrer Laboureur behauptet man: »Radsport ist ihm eine Religion.« Er selber bestätigt dies mit einer herben Aussage: »Wenn ich eines Tages nicht mehr radfahren kann, soll man mich ruhig einscharren, es ist Zeit!« So reden Soldaten, und Brecht reimte: »Soldaten wohnen / auf den Kanonen« …

Frei vernetzt im Literaturbereich

Montag, Juli 13th, 2009

Jan Valk (Foto: © privat)Freiberufler im besten Sinne ist Jan Valk: Germanist, Lektor, Veranstaltungsmanager, Journalist, Herausgeber – seinem Broterwerb kann man kaum einen einheitlichen Stempel aufdrücken. Schon während seines Studiums hat er es nicht allein bei der – wenn auch alles andere als grauen – Theorie belassen. Heute widmet er sich der Literaturproduktion und -vermittlung in ihren vielfältigen Realisierungsformen. Man kommt nicht umhin, diese sehr zeitgemäße und offenbar gut funktionierende berufliche Organisation als äußerst reizvoll zu empfinden. Wie er sich den Arbeitsplatz – oder besser: die Arbeitsplätze schaffen konnte, die er sich wünscht, zeigt er in seinen Antworten in unserem Fragebogen …

Dann geschieht es einfach

Freitag, Juli 10th, 2009

Swantje Karich (Foto: © F.A.Z.)Kunstgeschichte, Literatur und Philosophie lautet die Studienkombination, die der Journalistin Swantje Karich den Karriereweg ebnete. Was in einer kleinen Buchhandlung in tiefer Provinz mit dem Schreiben von Kurzkritiken begann, hat seinen (vorläufigen) Höhepunkt gefunden in Kritiken über Ausstellungen zeitgenössischer Kunst und über Kunst allgemein – als Redakteurin für das F.A.Z.-Feuilleton. Und dass ein solcher Job über gut vorbereitete und vielfältig interessierte Geisteswissenschaftler auch schon mal ganz unverhofft hereinbrechen kann, das schildert Karich in ihren Antworten zu unserem Fragebogen …

»… dann ging es zipp zapp«

Mittwoch, Juli 8th, 2009

Wolfgang BenderVom historischen zum mythischen Faust – und weiter zum Radio: So verlief, kurz gefasst, der bisherige Karriereweg des Journalisten Wolfgang Bender. Zehn Jahre hat er studiert, zehn Tage nach seinem Studienabschluss war er Volontär und wechselte danach schnurstracks zum Westdeutschen Rundfunk. So ging schließlich also doch alles »zipp zapp« für den (laut freiwilliger Selbstauskunft) »Dauerquassler« seit Schulzeiten.

Welche Vorbereitungen auf dem Weg zum Radio-Journalisten sonst noch notwendig waren, verrät Bender in unserem Fragebogen für »Germanisten, die es geschafft haben« …

Germanisten, die es geschafft haben

Mittwoch, Juli 8th, 2009

»Germanisten im Beruf« (Logo der »K.A. plus«-Rubrik)»Warum einer wurde, was er wurde – und wie: Das ist immer interessant«, meinte Fritz J. Raddatz einmal. Das gilt nicht nur für prominente Germanisten wie Peter Wapnewski, auf dessen Autobiographie sich Raddatz’ Aussage bezog, sondern auch für andere Studienabsolventen. Zumal, wenn sich aus den individuellen Erfahrungen eines »Germanisten im Beruf« mehr gewinnen lässt als launige Anekdoten – eine berufliche Orientierungshilfe für Sprach- oder Literaturwissenschaftler zum Beispiel …

Bodenhaftung

Dienstag, Juli 7th, 2009

Bei diesem Buch könne man nicht aufhören zu lesen, meinte meine Mutter. Sie sprach über Der Boden unter den Füßen von Anna Maria Leitgeb, das ich ihr geliehen hatte. Meine Mutter wird Ende des Sommers 80, und die harte Kindheit des Südtiroler Mädchens Moidi (oder Maria) in der Enge ihres heimatlichen Dorfes, die Strenge des Vaters und die Bigotterie der Umwelt sprachen diese Leserin an. Das kannte sie. Moidi wird schwanger und muss mit einem befreundeten Ehepaar in die USA auswandern: »Aber ein lediges Kind war das Schlimmste nach dem Tod.« Die 15-Jährige findet zum Glück etwas Besseres.

Sky Blue

Freitag, Juli 3rd, 2009

Pool in Kiskunhalas, Südwestungarn, September 2008 (Foto: Manfred Poser)Wir müssen auch einmal den Sommer preisen, dann bleibt er vielleicht länger. An die Hitze zu denken, macht mich aber immer etwas melancholisch, denn dann sehe ich mich wieder nach 123 Stufen die schwere Haustür mit den sieben Bolzen aufschließen und meine frühere römische Wohnung betreten. Es war die ganze fünfte Etage, unter dem Flachdach und ohne Klimaanlage, und wie in den Tropen stand mir der Schweiß in Tropfen auf der Stirn, wenn ich in meiner Ecke vor dem Computer saß; und er rann langsam hinab, der Schwerkraft folgend, und sammelte sich in den Bauchfalten …

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Aktuell

In der K.A. plus

Ein Sommer mit Kikujiro
Japan-Liebhaber Manfred Poser hat ein Buch von und über Takeshi Kitano entdeckt
»Heute ist sein Werk Gegenstand globaler Diskussion«
Oder: Strategie der Exkulpierung und Apologie in biografischem Gewand – Zu Reinhard Mehrings Carl-Schmitt-Biographie
Objektwelt und Traumwelt
Manfred Poser versucht, zwischen unserer gegenständlichen Welt und der fünften Dimension zu vermitteln. Ob das gutgeht?
David, Jan und Elvis
Manfred Poser war lange auf Radtour – und hat als radelnder Mönch viel Bedenkenswertes erlebt
Das neue Denken
Manfred Poser wütet und trauert über Hoffnungen, die es nicht mehr gibt
Aus der Redaktion

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