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Crauss.

Archive for August, 2009

Im Garten der Finzi-Contini

Freitag, August 28th, 2009

Der mir liebste italienische Roman des vergangenen Jahrhunderts ist »Il giardino dei Finzi-Contini« (»Der Garten der Finzi-Contini«) von Giorgio Bassani. Über dieses Buch nun zu sprechen, passt zu einem Jahrestag, der vor der Tür steht: dem Ausbruch (oder der Anzettelung) des Zweiten Weltkriegs vor siebzig Jahren.

Zehn Jahre davor, im Juni 1929, trifft der Ich-Erzähler, der gerade ein gescheitertes Schulexamen betrauert, am Stadtwall von Ferrara die junge Micòl Finzi-Contini …

E wie Europa

Mittwoch, August 26th, 2009

Javier Salinas: »E« (Cover)E – so lautet der vielfach interpretierbare Titel des Werkes, aus dem der Spanier Javier Salinas am 2. September ab 19 Uhr im LVR-LandesMuseum Bonn lesen wird. E – das ist der auch Name der monologisierenden Hauptfigur. Im mehrfachen Sinne wird Salinas am kommenden Mittwoch »Europa (er-)lesen«, ganz im Sinne der Lesereihe »Reading Europe«, als deren zwölfter Gast er an- und auftritt …

Nicht nur Wirkliches

Dienstag, August 18th, 2009

Julia Schoch: »Mit der Geschwindigkeit des Sommers« (Cover)Denken möchte man, die Autorin sei der Zustimmung euphorischer Rezensionen schutzlos ausgeliefert, wie ein schwieriger Junge den Umarmungen jener Tante mit zu schwerem Parfüm. Und auch die Nachfragen des Moderators Christoph Links bei einer Lesung auf der »Berliner Büchernacht« im Juni 2009 zielten vor allem auf den entscheidenden Bruch, den der Mauerfall für die Protagonistin bedeutet haben müsse, ihr anscheinend zwangsläufiges Scheitern in den neuen Umständen. Ein paar wohlfeile Attribute wie »sensibel«, »verhalten«, »beeindruckend«, dann schon die obligatorische Frage nach dem autobiographischen Kern dieser Geschichte über die Schwester. Auch noch, was sie zu dem Werk von Tellkamp zu sagen habe. Das hat Julia Schochs jüngster Roman Mit der Geschwindigkeit des Sommers nicht verdient. Auch ist seine Verfasserin nicht schutzlos …

Weltenreisende

Freitag, August 14th, 2009

Zeppelin über St. Gallen. (Foto: Manfred Poser)»Das Daimonji-Fest am 16. August ist das heilige Bon-Feuer für die abgeschiedenen Seelen. Dass man auf den umliegenden Bergen Feuer entzündet, soll auf die Sitte zurückgehen, nachts brennende Fackeln emporzuwerfen, um die durch die Luft in das Totenreich zurückkehrenden Seelen zu verabschieden. Das Feuer auf dem Nyoi-Gipfel des Higashiyama bildet das Schriftzeichen für das Wort ›groß‹ nach und wird deshalb ›Schriftzeichen groß‹ genannt. Doch werden die heiligen Feuer auf fünf Bergen entfacht.« Diese Zeilen schrieb Yasunari Kawabata, 1968 erster japanischer Nobelpreisträger für Literatur, in seiner Erzählung »Kyoto oder die Liebenden in der Kaiserstadt« …

Perfektionierte Langeweile

Dienstag, August 11th, 2009

Revolver: Music for a while (Cover)Irgendwie kann man über viele Platten sagen: »Alles schonmal dagewesen«. Doch selten zeigt es sich so extrem und störend, wie bei dem ersten Album der französischen Band Revolver, Music for a while. Die Arrangements, die Harmonien, selbst den Bandnamen, gab es schonmal. Revolver war und ist eben auch eine deutsche Hard-Rock Band, die in den 80-ern in der Scene zu gewisser Bekanntheit kam und Ozzy Osbourne 1982 auf seiner Europatour begleitete. Die Band aus Paris gründete sich 2006 und hat gerade ihr erstes Album veröffentlicht.

Die Blog-Monologe

Donnerstag, August 6th, 2009

Viele unzusammenhängende Botschaften (Foto: Manfred Poser)Wieviele Blogs (= Web-logs, Tagebücher im Netz) in deutscher Sprache gibt es? Das ist die erste Frage, an der man schon scheitern kann. In den Suchmaschinen findet man Zahlen zwischen 27.000 und 750.000, sogar die Zahl eine Million wird genannt, und bei genauerer Betrachtung findet man die abenteuerlichsten Berechnungen auf der Basis geringfügigster Grundgesamtheiten. Ein Analytiker geht von 1 Prozent deutschsprachigen unter den 75 Millionen weltweiten Blogs aus, ein anderer rechnet munter die Ergebnisse der »Thüringer Blogzentrale« hoch auf ganz Deutschland, und ein Dritter peilt über den Daumen und kommt auf 400.000 bis 600.000 Blogs. Schon da tritt einem die ganze Konfusion und Zersplitterung entgegen, die die Blogszene kennzeichnet …

Just left the building: Adolf Endler

Mittwoch, August 5th, 2009

Rückblickend scheint das Leben des Dichters Adolf Endler auf einzigartige Weise mit der Geschichte der DDR verwoben. Doch Endler war mehr als ›sein‹ Thema, das ihm nah und gleichzeitig so fremd erschien: ein Dichter witziger Lyrik in einer Zeit, in der kein Mensch mehr Lyrik liest; ein Satiriker, dessen Texte stets die Balance zwischen kluger Kritik und heiterer Komik finden, ein Dichter, der bewusst in keine Schublade passen wollte; ein rastlos Umherziehender, ein Wanderer zwischen allen Stühlen – und irgendwie auch das Beispiel einer deutschen Karriere. Am vergangenen Sonntag starb er 78-jährig in Berlin …

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Aktuell

In der K.A. plus

Eine »essentielle und essentialistisch gesellschaftliche Grundlage«
Die neue Kritische Ausgabe widmet sich dem Thema Familie in der Literatur
Der Bibliotheken-Engel
Manfred Poser wurde schon Hilfe vom Engel zuteil, aber verlassen sollte man sich nicht auf ihn – sein Auftauchen ist eine Gnade
Erleuchtete Dichter
Die Erleuchtung durchs Frühjahr wird kommen – und bis dahin tröstet uns Manfred Poser mit erleuchteten Dichtern
Raunende Dialoge am warm-wirren Strand.
Ein investigativer Sonntagsbesuch in der Ausstellung »James Cook – Die Entdeckung der Südsee«
Zwischen Klischee und Realität »sehen« lernen
Auslandserfahrungen unserer Korrespondentin aus Paris
Aus der Redaktion

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