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Crauss.

Archive for September, 2009

Am Rande der Sprachlosigkeit

Montag, September 28th, 2009

Vom Leben, vom Tod und vom Übrigen auch dies und das – die Vorlesungen über Poetik, die Urs Widmer im Januar und Februar 2007 an der Universität Frankfurt hält, sind eine Spurensuche. Eine Suche nach den Spuren, die Sprache in der Literatur hinterlässt – bei dem, dem sie entrinnt, bei dem, dem sie entgegeneilt. Die Suche wird zur Sehnsucht. Sehnsucht: tief und klar in gleicher Weise.

Das Handwerk des Schreibens

Freitag, September 25th, 2009

Der italienische Lyriker Cesare Pavese (1908–1950) führte ein Tagebuch, und seine Aufzeichnungen erschienen 1952 unter dem Titel »Il mestiere di vivere«, »Das Handwerk des Lebens«. Ich war sicher, es hätte »Il mestiere di scrivere« geheißen, denn es ist zu schön, dass im Italienischen leben und schreiben so eng zusammengehören. Giovanna sagte mir schon vor zehn Jahren, ich dürfe Paveses Werke erst nach der Lektüre des Tagebuchs lesen; ich wollte mich daran halten, aber dann war ich doch zu neugierig. Paveses letzte Eintragung datiert auf Ende August 1950, kurz vor seinem Selbstmord; sie lautet: »Ich werde nicht mehr schreiben.« Damit behielt er Recht …

Sechs Geschichten vom Finden, ohne vorher gesucht zu haben

Dienstag, September 15th, 2009

Ruth Cerha (Foto: Marlies Allmaier)Gesucht hat jeder Mensch schon einmal, ob nach dem Sinn des Lebens oder dem Haustürschlüssel. Ruth Cerhas Protagonisten wird ganz ohne Suche ein (»Noten«-) Schlüssel in die Hand gelegt, der sie durch eine Tür führt, die sie vorher gar nicht wahrgenommen haben.

In Der Gesang der Räder in den Schienen sind sechs Kurzgeschichten versammelt, in deren Mittelpunkt, neben der Metropole Wien, der Heimatstadt der Autorin, die Einzelschicksale sechs grundverschiedener Charaktere stehen …

Wollust der Sprache

Freitag, September 11th, 2009

Hotelzimmer in Temeschwar, Herbst 2008 (Foto: Manfred Poser)Zwischendurch und vier Wochen vor der Frankfurter Buchmesse darf wieder einmal daran erinnert werden, dass Literatur aus Sprache besteht. Der Linguist Paul de Man hat 1979 in seinem Buch »Allegories of Reading« geschrieben, es sei verwunderlich, dass Rezensenten stets historische und psychologische Argumente bemühten und sich davor drückten, auf die Sprache eines Textes einzugehen. In den meisten Rezensionen ist zu lesen, worin es in einem Buch geht und was es über den Autor zu sagen gibt. Doch das Einzige, was man gesichert behaupten kann, ist, dass ein literarischer Text ein Sprachwerk ist und aus Worten und sie verbindenden Konstruktionen besteht …

»Wo das Wasser für die Zehnermühle abzweigt, ist das Rauschen«

Samstag, September 5th, 2009

Überm Rauschen lautet der Titel des neuen Werkes von Norbert Scheuer, aus dem der Eifeler Schriftsteller am 11. September um 20 Uhr im buchLaden 46 in der Bonner Südstadt lesen wird. Für einen Auszug aus seinem kurzen Roman erhielt Scheuer 2006 den 3sat-Preis des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs in Klagenfurt, in Gänze ist er nun nominiert für den Deutschen Buchpreis 2009 …

Groppe (Cottus gobio)

Glücklicher in drei Minuten?

Donnerstag, September 3rd, 2009

Christoph Martin Wieland (Gemälde von Ferdinand Carl Christian Jagemann, 1805)Ratgeber zum Glücklichsein sind ›in‹ in Deutschland. Das erscheint auf den ersten Blick seltsam für ein Land, das sich trotz Finanzkrise noch immer zu den wohlhabendsten Ländern der Welt zählen kann. Doch erst in einer Umgebung, die die drängendsten Grundbedürfnisse des Menschen durch soziale Netze garantiert, hat der Einzelne Zeit, sich selbst zu betrachten und in Reflektionen über sein Leben auf die unvermeidlichen Sinnfragen zu stoßen. Hier kommen jene Ratgeber ins Spiel, die verstanden haben, dass der Mensch bei seiner Sinnsuche nicht alleingelassen werden will und sich mit einem Glücksversprechen zudem manch gutes Geld machen lässt …

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Aktuell

In der K.A. plus

Eine »essentielle und essentialistisch gesellschaftliche Grundlage«
Die neue Kritische Ausgabe widmet sich dem Thema Familie in der Literatur
Der Bibliotheken-Engel
Manfred Poser wurde schon Hilfe vom Engel zuteil, aber verlassen sollte man sich nicht auf ihn – sein Auftauchen ist eine Gnade
Erleuchtete Dichter
Die Erleuchtung durchs Frühjahr wird kommen – und bis dahin tröstet uns Manfred Poser mit erleuchteten Dichtern
Raunende Dialoge am warm-wirren Strand.
Ein investigativer Sonntagsbesuch in der Ausstellung »James Cook – Die Entdeckung der Südsee«
Zwischen Klischee und Realität »sehen« lernen
Auslandserfahrungen unserer Korrespondentin aus Paris
Aus der Redaktion

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