Anzeige

Crauss.

Archive for Oktober, 2009

Das Suchen eines jungen Autors

Donnerstag, Oktober 29th, 2009

Äußerlich verrätselt kommt der Erzählband Koordinaten von Hannes Bajohr daher. Eine denkbar einfache Bindung hält die 136 Seiten zusammen, schwarzer Karton, darüber ein Schutzumschlag, auf dem der Name des Autors kaum zu lesen ist. Ein Klappentext fehlt. Es ist das Debüt eines jungen Autors, geboren 1984 in Berlin, Studium der Philosophie, der deutschen Literatur und Geschichte in Berlin und New York. Schon in seiner Biographie findet sich jenes »Dazwischensein«, das Suchenden wie Reisenden zueigen ist. Seinen Texten wird es zum bestimmenden Thema …

Empor zum Mount Winnetou

Freitag, Oktober 23rd, 2009

Die Büste des alternden Schriftstellers (Foto: Manfred Poser)Von keinem Schriftsteller habe ich mehr Seiten gelesen als von Karl May. Es müssen 10000 gewesen sein, denn 30 Bücher von ihm verschlang ich, und manche (wie die Bände um Winnetou und Old Surehand) gleich vier Mal. Zwar fand dieser Lesegalopp etwa zwischen dem 12. und dem 16. Lebensjahr statt, doch auch später hatte kein Autor mehr interessanten Stoff für mein jeweiliges Alter zu bieten. Darum war bei meiner Reise nach Dresden mit meiner Mutter Mitte Oktober die »Villa Shatterhand« im benachbarten Radebeul, Wohnsitz des Dichters, eine wichtige Station. Wird heute noch Karl May gelesen? Ich weiß es nicht. Erzählen wir die ganze Geschichte …

Ob die Sprache der Blinden oder die der Taliban – Sprachwissenschaft kennt keine Grenzen!

Montag, Oktober 19th, 2009

Vortragsreihen erfreuen sich zur Zeit großer Beliebtheit und finden demnach auch an der Universität Bonn einen weitreichenden Zuspruch. Bereits zum wiederholten Male bieten im Wintersemester 2009/2010 auch junge Sprachwissenschaftler ein »Studentisches Forum Linguistik« (SFL) an. Insbesondere den Studienanfängern, so die Organisatoren des Forums, soll damit die Möglichkeit erschlossen werden, »Einblicke in die kaum zu überschätzende Vielfalt, Vernetzbarkeit und Strahlkraft der Sprachwissenschaft« zu erhalten …

Zum Totlachen

Montag, Oktober 19th, 2009

Helge Malchow ist glücklich, das sieht man. Für den Chef des Kölner Verlages Kiepenheuer und Witsch stellt es keine Selbstverständlichkeit dar, bei einer Lesung von der Bühne aus in einen bis auf den letzten Platz gefüllten Theatersaal zu blicken. Der Stolz auf das Buch, ›sein‹ Buch, lässt ihn am Rednerpult vor Freude strahlen. Nun, möchte man hinzufügen, es geht ja an diesem Abend im Kölner Schauspielhaus auch nicht um ein gewöhnliches Buch: Auf dem Programm steht der Roman Unendlicher Spaß des amerikanischen Autors David Foster Wallace – ganze 1545 Seiten dick, der Übersetzer benötigte sechs Jahre für die Übertragung aus dem Englischen. Eine bunte Truppe aus Prominenten und Mitgliedern des Kölner Schauspiel-Ensembles hat sich nun angekündigt, um ihre Lieblingsstellen aus dem ›epischen Schwergewicht‹ vorzutragen.

Hinter den sieben Bergen

Freitag, Oktober 9th, 2009

Wollen wir die Sprache niedriger hängen und die Geschichte höher, ist es das? Semantik vor Syntax? Wir haben ja »trockene« Prosa vor uns. Gedichte leben von Metaphern, Prosa lebt von der Metonymie, die der übertragene Gebrauch eines Wortes oder einer Fügung ist; Prosa schreibt drauflos und spricht damit gleichzeitig von anderen Dingen. Hemingway sah das anscheinend nicht so. Anhand seines Buches »Der alte Mann und das Meer« verriet er (1952 Bernard Berenson und damit uns) wieder einmal ein Geheimnis: »Es gibt keinerlei Symbolismus. Das Meer ist das Meer. Der alte Mann ist ein alter Mann. Der Junge ist ein Junge, der Fisch ist ein Fisch. Der Hai ist alle Haie, nicht besser und nicht schlechter. Der ganze Symbolismus, von dem die Leute reden, ist ein Scheißdreck.«

Nach (fast) allen Regeln der Kunst

Freitag, Oktober 9th, 2009

Als auf der Buchmesse in Leipzig im Frühjahr 2009 der neue »Sony-Reader«, ein Lesegerät für E-Books, auf dem deutschen Buchmarkt vorgestellt wurde, war das E-Book selbst schon ein Déjà-vu. Wieder einmal wurde davon gesprochen, daß das Buch bald ausgedient habe und man Texte in Zukunft nur noch auf einem kleinen Gerät mit sich herumtrage. Schon vor einigen Jahren, als in den USA der »Kindle« auf den Markt kam, wurde von dieser buchlosen Zukunft gesprochen. Eingestellt hat sich dieses Szenario nicht. Zwar hat das E-Book und der dazugehörige Reader wachsende Verkaufszahlen, aber für ein nahendes Ende des Buches sprechen sie nicht. Daher ist das Lexikon Buch, Druck, Papier von Joachim Elias Zender auch alles andere als eine Gedenkschrift an eine untergehende Gattung …

Das aktuelle Heft


Aktuell

In der K.A. plus

Eine »essentielle und essentialistisch gesellschaftliche Grundlage«
Die neue Kritische Ausgabe widmet sich dem Thema Familie in der Literatur
Der Bibliotheken-Engel
Manfred Poser wurde schon Hilfe vom Engel zuteil, aber verlassen sollte man sich nicht auf ihn – sein Auftauchen ist eine Gnade
Erleuchtete Dichter
Die Erleuchtung durchs Frühjahr wird kommen – und bis dahin tröstet uns Manfred Poser mit erleuchteten Dichtern
Raunende Dialoge am warm-wirren Strand.
Ein investigativer Sonntagsbesuch in der Ausstellung »James Cook – Die Entdeckung der Südsee«
Zwischen Klischee und Realität »sehen« lernen
Auslandserfahrungen unserer Korrespondentin aus Paris
Aus der Redaktion

Sagen Sie uns Ihre Meinung!

Wenn Sie uns also eine Nachricht schicken wollen, Kritik oder Anregungen für uns haben, benutzen Sie doch einfach das unter dem Link Kontakt bereit gestellte Formular bzw. senden Sie uns eine E-Mail.