Das 24. Türchen
Donnerstag, Dezember 24th, 2009Stephan Schneidewind, zurzeit arbeitslos, über persönliche Leseerlebnisse, Australien und die Kunst zu überleben …
Stephan Schneidewind, zurzeit arbeitslos, über persönliche Leseerlebnisse, Australien und die Kunst zu überleben …
Journalistin Karin Leukefeld über die Studentenproteste, Alexander von Humboldt und die Perspektive der Interkulturalität …
In der Populärpsychologie spricht man von einer Quarterlife Crisis, wenn junge Menschen zwischen Zwanzig und Dreißig in eine Identitätskrise fallen. Vermutlich lässt sich darüber streiten, ob es sich hierbei um eine ernsthafte oder medial herbei geredete Krise handelt. Allein die Präsenz des Begriffs der Zwanziger-Krise offenbart, dass junge Erwachsene sich heute viel stärker in einem Zustand der Unsicherheit befinden. Der Leistungsdruck ist gestiegen, die Wirtschaftslage unsicher und gleichzeitig wird der Generation »Zwanzig plus« fehlende soziale Intelligenz, mangelnde Aufmerksamkeit und ein zu schnelles Konsumverhalten vorgeworfen. Unsicher und vor allem schnell ist auch Karo Herrmann, die Protagonistin in Sarah Kuttners Debütroman Mängelexemplar. Karo ist 27 Jahre alt und sitzt beim Psychiater. Dieser ist sehr modern, nicht nur auf äußerlicher, sondern auch auf sprachlicher Ebene und begrüßt Karo und den Leser mit dem Spruch »Eine Depression ist ein fucking Event!«
Antiquar Stephan Hartmann über die Lebenshilfe Literatur, Verwaltungsdespotie und den Generationenwechsel …
Renter und Vielleser Mathias Schmitz über die Unkultur …
Zum 4. Advent: Der »Alle-mal-malen-Mann«, Künstler und Bonner Original, mit einem Plädoyer gegen Trends, Kommerz und für die innere Kreativität …
Die Pensionäre Schachschmitt & Engelhardt, ehrenamtliche Mitarbeiter im Bonner Münster, über Interesse und Qual am Lesen, klassische Musik, Zitate und kanonische Werke …
»Von seinem Ross herab salutierte der Diktator mit seinem im Sonnenstrahl blitzenden Schwert dem neuen Bischof Roms – einem Deutschen!« So steht es bei Karl Gutzkow auf der vorletzten Seite seines 1861 erschienenen Romans »Der Zauberer von Rom«. Den zweiten Band hatte ich nach Rom mitgenommen, denn er sollte auch einmal in der Ewigen Stadt gewesen sein. Im November hatte ich die 722 Seiten des ersten Bandes geschafft, und nach der 11-stündigen Rückfahrt im Zug am vergangenen Dienstag fehlte nur noch das Finale, der letzte Streich –! (Es ist übrigens eine Vorliebe Gutzkows, dem Ausrufezeichen einen Gedankenstrich voranzusetzen: –!) Und so begleiteten mich die Personen und die Verwicklungen des Romans über fünf Wochen hinweg in einer Art Parallelhandlung, leise und dennoch präsent …
Patrick, Soldat und junger Vater, über blutige Leseerlebnisse und den gelungenen Spagat von »Körperwelten« …
Cricket ist das rahmenstiftende Element in Netherland (dt. Niederland), Joseph O’Neills 2008 erschienenem Roman. Das langsame, undurchsichtigen Regeln folgende Spiel aus der längst vergangenen Zeit des British Empire verbindet hier den holländischstämmigen Banker Hans van den Broek aus der New Yorker Upperclass mit anderen, sehr verschiedenen Einwanderern im Big Apple. Zwar sind die Menschen aus den ehemaligen Kolonien in Amerika präsent, dringen dabei jedoch nur selten an das Bewusstsein der weißen Bevölkerung vor. Sie spielen Cricket, das Spiel, mit dem sie als Kinder auf den West Indies aufwuchsen, im Moloch New York immer dann, wenn ihnen die Baseball-Teams, die amerikanisierte Variante des Sports, das Feld überlassen.
Zoologiefachmann Jürgen Jäger über Leni Riefenstahl, Loriot und die Verpflichtung der Tradition …
Jochen Kestel, Volkswirt im Bonner Comicladen, über dunkle Fantasy und die die Alternative des Independent-Genres …
Techno ist tot. Diesen Eindruck könnte man haben, wenn man die fast völlige Abwesenheit technoider Musik in den Hitparaden, ebenso wie die nachlassende Berichterstattung über die Love Parade anschaut, die auch vor ihrem Umzug von Berlin ins Ruhrgebiet und dem infrastrukturell bedingten Aussetzen in diesem Jahr rapide abnahm. Im Untergrund jedoch brodelt es. Die Clubkultur, die das Berlin in der Zeit nach dem Mauerfall prägte, diese autonomen Gruppen, die sich mit illegalen Raves in den Nischen einnisteten, die die Strukturschwäche, die als Folge der Wende logischerweise vorhanden war, entstehen ließ und die ebenso schnell verschwanden, wie es im allgemeinen Popdiskurs die Regel ist, befindet sich auf einem neuen Höhepunkt.
Filmtheater-Leiter Felix Bresser über Soundclashs, Massenkompatibilität und Wege fernab kommerzieller Berieselung …
Die Halbzeit des Advents ist bereits überwunden, Weihnachten schon in Sicht und der Endspurt der letzten Tage beginnt. Mit ihm begeben wir uns wieder in die Fußgängerzonen, Geschäfte, auf die Straße und vor allem auf die Weihnachtsmärkte, um bei dem einem oder anderen gemütlichen Gläschen Glühwein weitere interessante Beiträge für unseren Kalender zu suchen – und zu finden. Das Individuelle soll dabei im Vordergrund stehen, Menschen, die direkt an der Kultur teilhaben oder an ihren Randbereichen existieren; fort von akademischen Betrachtungen hin zur ganz persönlichen Wahrnehmung. Am Ende soll unsererseits dann ein Resumée stehen. Die Frage nach der Kultur aber lässt uns nicht los und wird uns sicher noch bis ins nächste Jahr begleiten.
Heute spricht der Barde und Minnesänger Daniel Pelker über die Krisen der Moderne und die Faszination eines mittelalterlichen Spektakulums.
Wenn Sie uns also eine Nachricht schicken wollen, Kritik oder Anregungen für uns haben, benutzen Sie doch einfach das unter dem Link Kontakt bereit gestellte Formular bzw. senden Sie uns eine E-Mail.