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Crauss.

Diskussion

»Heute ist sein Werk Gegenstand globaler Diskussion«

Oder: Strategie der Exkulpierung und Apologie in biografischem Gewand – Zu Reinhard Mehrings Carl-Schmitt-Biographie

Klaus Popa, 24. August 2010

Es erfordert allerhöchste Sorgfalt der recht schwierigen Problematik ›Carl Schmitt‹ mit biografischen Mitteln gerecht zu werden. Die Belobigung mancher Rezensenten, Reinhard Mehring habe die bisher beste Biografie Schmitts geliefert, scheint dieses Kriterium außen vor gelassen zu haben. Die zweigleisige Verfahrensweise des Biografen erweckt jedoch ernsthafte Zweifel, dass diese Biografie es schafft, Schmitt und sein Werk ins rechte Licht zu rücken.

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Der Schein trügt

Warum das Leben ohne Tageszeitung ärmer wäre – am Beispiel der Berner Band Schöftland

Benedikt Viertelhaus, 22. Juni 2010

Die Band Schöftland (Foto: © Schöftland, Bern)Die Informationsfülle im Internet bietet nur wenig orientierenden Überblick über das gesamte Tagesgeschehen. Schnell geht dabei etwas unter, das einen im Grunde auch interessiert hätte. Die Alternative heißt bis heute Tageszeitung, in deren Feuilleton man zum Beispiel auf eine Rezension des Albums Der Schein trügt der Berner Band Schöftland stoßen konnte …
 

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Lookism oder die hässliche Seite der Schönheit

Einige Gedanken zur Rolle der Schönheit in Gesellschaft, Globalisierung und Arbeitswelt

Roberto Jurkschat, 14. Juni 2010

Fight-Lookism-Streetart in Berlin (Foto: © Projekt L)Unter dem Begriff ›Schönheit‹ verstand man einmal »interessenloses Wohlgefallen«, aber das ist inzwischen lange her. Die gesellschaftliche Bedeutung des äußeren Erscheinungsbildes, des Stylings, des Gewichts und der Körpergröße, hat längst die Grenzen der Pathologie durchbrochen. Ob Essstörungen, plastische Chirurgie oder Diskriminierung. Ignorierbar sind die verheerenden Folgen des Schönheitswahns eigentlich schon lange nicht mehr – auch nicht für die Politik. Doch der Druck zur Anpassung an das Ideal sichert der Kosmetikindustrie jährlich Gewinne in Milliardenhöhe …

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Beethovenhalle: ja oder nein?

Ein Kolloquium in der Bonner Uni widmete sich dem »brennpunkt beethovenhalle«

Stephanie Müller, 1. Dezember 2009

Die Bonner Beethovenhalle 1959 (Foto: © Schafgans Archiv/Hans Schafgans)Am Samstag, 28. November 2009, ging es im Hörsaal 9 der Universität Bonn emotionsgeladen her. Das bereits seit zwei Jahren in Diskussion stehende Projekt eines neuen/alten Festspielhauses ließ das Kolloquium »brennpunkt beethovenhalle« zu einem – wie es der Titel schon richtig traf – ›Brennpunkt‹ hitziger Diskussionen und empörter Gemüter werden.

Anlass dieses Kolloquium war der in Diskussion stehende Abriss der Beethovenhalle, die einem neuen Festspielhaus, das zum größten Teil von den Firmen Post, Postbank und Telekom gesponsert wird, weichen soll. Veranstalter war die Initiative Beethovenhalle, die am Kunsthistorischen Institut der Universität Bonn entstand und ein studentisches Projekt ist. Angeregt durch ein Oberseminar bei Prof. Dr. Hiltrud Kier, feiert die Initiative Beethovenhalle mit ihrem Projekt nicht nur das 50jährige Jubiläum der Beethovenhalle, sondern setzt ihren Schwerpunkt gerade auf die aktuelle Diskussion. Aus kunstwissenschaftlicher, städtebaulicher, historischer und denkmalpflegerischer Sicht wurde die Beethovenhalle unter die Lupe genommen.

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Die Blog-Monologe

Nachrichten aus der elektronischen Kneipe

Manfred Poser, 6. August 2009

Viele unzusammenhängende Botschaften (Foto: Manfred Poser)Wieviele Blogs (= Web-logs, Tagebücher im Netz) in deutscher Sprache gibt es? Das ist die erste Frage, an der man schon scheitern kann. In den Suchmaschinen findet man Zahlen zwischen 27.000 und 750.000, sogar die Zahl eine Million wird genannt, und bei genauerer Betrachtung findet man die abenteuerlichsten Berechnungen auf der Basis geringfügigster Grundgesamtheiten. Ein Analytiker geht von 1 Prozent deutschsprachigen unter den 75 Millionen weltweiten Blogs aus, ein anderer rechnet munter die Ergebnisse der »Thüringer Blogzentrale« hoch auf ganz Deutschland, und ein Dritter peilt über den Daumen und kommt auf 400.000 bis 600.000 Blogs. Schon da tritt einem die ganze Konfusion und Zersplitterung entgegen, die die Blogszene kennzeichnet …

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Platos Höhle

Manfred Poser über die Wirklichkeiten des »Qualitätsjournalismus«

Manfred Poser, 12. Mai 2009

Am 11. Mai erschien in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein Beitrag von Miriam Meckel, Professorin in St. Gallen, der »In der Grotte der Erinnerung« betitelt ist und den »Qualitätsjournalismus« preist. Diesen Begriff hat die F.A.Z. anscheinend für sich erfunden, und nun müssen alle an die Front mit dem Kampfruf »Rettet unser Haustier«, den Qualitätsjournalisten, und man hört schon das Klingeln des Beutels. Wenn es darum geht, ihren Status zu verteidigen, lassen die Krieger schon einmal vom Qualitätsjournalismus ab und malen mit den schwärzesten Farben.

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Der ultimative Wenderoman?

Ein Buch – zwei Meinungen: Uwe Tellkamps Roman Der Turm

Fabian Thomas / Stephan Rauer, 24. Februar 2009

Der Turm, aktueller Roman des Bachmann-Preisträgers Uwe Tellkamp, wurde von der Kritik mit Lob überschüttet, mit den Buddenbrooks verglichen und als der langerwartete Wenderoman gefeiert. Die K.A.-Rezensenten Fabian Thomas und Stephan Rauer sind sich da weniger einig: »Poetisches Denkmal an die eigene Vergangenheit« (Thomas) oder ›überambitionierter Roman‹ (Rauer)? »Überzeugendes Panorama der widersprüchlichen DDR-Gesellschaft« oder »ein Fall von selten einhelligem kollektivem Fehlurteil der professionellen Kritik«? – Lesen Sie selbst!

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Schluss mit dem Theater!

Gedanken zu Regietheater, Theaterregisseuren und deren Kritikern

Marion Acker, 24. November 2008

»Schluss mit dem Theater!«, tönt es einstimmig aus dem Munde derer, welche um das Leben unserer Klassiker bangen. Sie verteufeln das Theater der Regisseure, welches mit seiner unbändigen Lust an Provokation, seinem ewigen, oft schon krampfhaften Antikonventionalismus und Dekonstruktivismus klassische Stücke oft bis zur Unkenntlichkeit verreißt und überformt. Der Begriff des Regietheaters wird von seinen Kritikern in diffamierender Absicht gegen Regisseure gebraucht, die solches Theater machen, das in den Augen vieler keines mehr ist. »Regietheater« bezeichnet das, was rauskommt, wenn der Regisseur absolute Willkür und Freiheit walten lässt, nicht mehr nur als Interpret, sondern Schöpfer des Stücks fungiert …

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Auswege aus der Krise

Musiker erproben alternative Vermarktungsstrategien

Benedikt Viertelhaus, 8. Juli 2008

Fast hatten wir uns dran gewöhnt, und die jährlichen Meldungen würden uns nicht weiter berühren: Die Plattenindustrie steckt in der Krise. Allein der fortschreitende Abwärtstrend bei der EMI hat dieses Thema in den letzten Monaten wieder in die Schlagzeilen der Tageszeitungen gebracht. Die neue Firmenpolitik seit der Übernahme durch den Finanzinvestor Terra Firma tat ihr übriges und hatte für einige hier unter Vertrag stehende Künstler Konsequenzen: von Firmenwechsel bis zum Protest durch die Verzögerung der Veröffentlichung ihrer neuen Platten. Die Krise jener Firma, die Bands wie die Beatles, Queen oder Radiohead groß gemacht hat, verdeutlicht aber nur einen Teil des Problems. Auch weniger krisengeschüttelte Konzerne müssen sich weiter gegen den Verkaufseinbruch physischer Tonträger, der vor ca. zehn Jahren mit der Möglichkeit, CDs 1:1 zu vervielfältigen, begann und später durch mp3s verschärft wurde, wappnen. Geldverdienen mit CDs und LPs, so heißt es immer wieder: Das war gestern.

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Jahreshauptversammlung: Weihnachtsgottesdienst

Nachgelassene Gedanken zu einem alljährlichen Ereignis

Julia-Rebecca Riedel, 7. Januar 2008

Wer nicht im Pool der tränenüberströmten Großmütter mit selbststrickbemützten Kindern, gestressten Müttern mit Bratensoßengedanken, in Engelsflügel gespannte Konfirmanden etc. mitschwimmen, wer den Pfarrer nicht hin- und herrudern sehen will, zwischen gemischtem Chor, Krippenspiel und Kanzel, den zieht es vielleicht spät am Abend in die Christmette – oder wie mich in den Frühgottesdienst am ersten Weihnachtsfeiertag.

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Liebe Frau Radisch, …

Ein öffentlicher Brief an die Autorin des Buches »Die Schule der Frauen. Wie wir die Familie neu erfinden«

Anna-Lena Scholz, 20. März 2007

Liebe Frau Radisch, vergangenen Dienstag war ich bei Ihrer Lesung auf der lit.COLOGNE. Die Veranstaltung hieß »Frauen, Kinder und Karriere«, und Sie haben aus Ihrem neuen Buch »Die Schule der Frauen. Wie wir die Familie neu erfinden« vorgelesen. Am besten gefallen hat mir, neben der tollen Atmosphäre des Ortes, der KulturKirche Köln, dass Sie sich so aufgeregt haben. Dass Sie empört waren und Ihre Stimme erhoben und wild gestikuliert haben, als Sie anschließend mit der Schriftstellerin und ebenfalls alleinerziehenden Mutter Julia Franck über die ideologisch durchtränkten Schreibtischdebatten in den Zeitungen der letzten Monate diskutierten.

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Uni-Theater und Theater-Uni

Oder: Wie sich das Theater Bonn ein Nachwuchspublikum heranzieht – Gedanken zur Ringvorlesung »Theater und Universität im Gespräch«

Tine Buecken, 2. Januar 2007

Es ist traurig, aber wahr – in der Universitätsstadt Bonn mit ihren großen geisteswissenschaftlichen Instituten besteht das durchschnittliche Theaterpublikum wider Erwarten nicht aus Studenten, sondern zumeist aus weit älteren Semestern. Böse Zungen mögen gar behaupten, Innovation sei in der Stadt am Rhein in Sachen Kunst daher nicht gefragt, vielmehr habe sich hier das gute alte Bürgertum aus Regierungssitzzeiten in den Theaterrängen eingenistet und erwarte dort vor allem Klassisches. Doch was tun, um jüngeres Publikum und damit auch einen Zuschauernachwuchs ins Theater zu locken?

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Und das Wort wurde Fleisch

Als Protestant beim Feierlichen Hochamt - Ein Erfahrungsbericht

Andreas Jüngling, 28. Dezember 2006

Am Zweiten Weihnachtsfeiertag wurde es endlich Zeit das zu tun, worum sich seit einem Vierteljahr jede dritte Frage indirekt drehte: zum Feierlichen Hochamt in die Kirche zu gehen …

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»Nur eins verliert er nicht: Sein Gesicht.«

Ein literaturwissenschaftlicher Beitrag zum Disput im Erzbistum Köln

Stefan Andres, 29. November 2006

Es gibt für einen Wissenschaftler nichts Spannenderes, als seine Wissenschaft an aktuellen Themen konkret zur Anwendung zu bringen. Richtig spannend wird es vor allem dann, wenn Wissenschaftler jedes Fachgebiets ihre Erkenntnisse auf Geschehnisse anwenden können, die mit dem eigenen Fach zunächst rein gar nichts zu tun zu haben scheinen …

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Wie verfilmt man Geruch?

Tom Tykwer wagt sich an Patrick Süskinds Roman »Das Parfum«

Ines Böckelmann / Anna-Lena Scholz, 30. September 2006

Bücherfreunde beäugen Literaturverfilmungen meist sehr skeptisch. Zu groß erscheint die Gefahr, dass Regisseur oder Produzent die imaginären Bilder zu den Zeilen eines Autors verhunzen, verkürzen, ›falsch‹ darstellen. »Das Parfum«, der moderne Klassiker im Bücherregal vieler LiteraturliebhaberInnen, scheint ob der Vielzahl beschriebener Gerüche und Geruchsverästelungen erst recht a priori unverfilmbar. Nun ist der Roman Patrick Süskinds aber doch auf Zelluloid gebannt worden und lädt ein zur Diskussion. – K.A.-Autorinnen Ines Böckelmann und Anna-Lena Scholz haben sich den Film angesehen …

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Das aktuelle Heft


Aktuell

In der K.A. plus

Ein Sommer mit Kikujiro
Japan-Liebhaber Manfred Poser hat ein Buch von und über Takeshi Kitano entdeckt
»Heute ist sein Werk Gegenstand globaler Diskussion«
Oder: Strategie der Exkulpierung und Apologie in biografischem Gewand – Zu Reinhard Mehrings Carl-Schmitt-Biographie
Objektwelt und Traumwelt
Manfred Poser versucht, zwischen unserer gegenständlichen Welt und der fünften Dimension zu vermitteln. Ob das gutgeht?
David, Jan und Elvis
Manfred Poser war lange auf Radtour – und hat als radelnder Mönch viel Bedenkenswertes erlebt
Das neue Denken
Manfred Poser wütet und trauert über Hoffnungen, die es nicht mehr gibt
Aus der Redaktion

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