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Crauss.

Diskussion

Beethovenhalle: ja oder nein?

Ein Kolloquium in der Bonner Uni widmete sich dem »brennpunkt beethovenhalle«

Stephanie Müller, 1. Dezember 2009

Die Bonner Beethovenhalle 1959 (Foto: © Schafgans Archiv/Hans Schafgans)Am Samstag, 28. November 2009, ging es im Hörsaal 9 der Universität Bonn emotionsgeladen her. Das bereits seit zwei Jahren in Diskussion stehende Projekt eines neuen/alten Festspielhauses ließ das Kolloquium »brennpunkt beethovenhalle« zu einem – wie es der Titel schon richtig traf – ›Brennpunkt‹ hitziger Diskussionen und empörter Gemüter werden.

Anlass dieses Kolloquium war der in Diskussion stehende Abriss der Beethovenhalle, die einem neuen Festspielhaus, das zum größten Teil von den Firmen Post, Postbank und Telekom gesponsert wird, weichen soll. Veranstalter war die Initiative Beethovenhalle, die am Kunsthistorischen Institut der Universität Bonn entstand und ein studentisches Projekt ist. Angeregt durch ein Oberseminar bei Prof. Dr. Hiltrud Kier, feiert die Initiative Beethovenhalle mit ihrem Projekt nicht nur das 50jährige Jubiläum der Beethovenhalle, sondern setzt ihren Schwerpunkt gerade auf die aktuelle Diskussion. Aus kunstwissenschaftlicher, städtebaulicher, historischer und denkmalpflegerischer Sicht wurde die Beethovenhalle unter die Lupe genommen.

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Die Blog-Monologe

Nachrichten aus der elektronischen Kneipe

Manfred Poser, 6. August 2009

Viele unzusammenhängende Botschaften (Foto: Manfred Poser)Wieviele Blogs (= Web-logs, Tagebücher im Netz) in deutscher Sprache gibt es? Das ist die erste Frage, an der man schon scheitern kann. In den Suchmaschinen findet man Zahlen zwischen 27.000 und 750.000, sogar die Zahl eine Million wird genannt, und bei genauerer Betrachtung findet man die abenteuerlichsten Berechnungen auf der Basis geringfügigster Grundgesamtheiten. Ein Analytiker geht von 1 Prozent deutschsprachigen unter den 75 Millionen weltweiten Blogs aus, ein anderer rechnet munter die Ergebnisse der »Thüringer Blogzentrale« hoch auf ganz Deutschland, und ein Dritter peilt über den Daumen und kommt auf 400.000 bis 600.000 Blogs. Schon da tritt einem die ganze Konfusion und Zersplitterung entgegen, die die Blogszene kennzeichnet …

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Platos Höhle

Manfred Poser über die Wirklichkeiten des »Qualitätsjournalismus«

Manfred Poser, 12. Mai 2009

Am 11. Mai erschien in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein Beitrag von Miriam Meckel, Professorin in St. Gallen, der »In der Grotte der Erinnerung« betitelt ist und den »Qualitätsjournalismus« preist. Diesen Begriff hat die F.A.Z. anscheinend für sich erfunden, und nun müssen alle an die Front mit dem Kampfruf »Rettet unser Haustier«, den Qualitätsjournalisten, und man hört schon das Klingeln des Beutels. Wenn es darum geht, ihren Status zu verteidigen, lassen die Krieger schon einmal vom Qualitätsjournalismus ab und malen mit den schwärzesten Farben.

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Der ultimative Wenderoman?

Ein Buch – zwei Meinungen: Uwe Tellkamps Roman Der Turm

Fabian Thomas / Stephan Rauer, 24. Februar 2009

Der Turm, aktueller Roman des Bachmann-Preisträgers Uwe Tellkamp, wurde von der Kritik mit Lob überschüttet, mit den Buddenbrooks verglichen und als der langerwartete Wenderoman gefeiert. Die K.A.-Rezensenten Fabian Thomas und Stephan Rauer sind sich da weniger einig: »Poetisches Denkmal an die eigene Vergangenheit« (Thomas) oder ›überambitionierter Roman‹ (Rauer)? »Überzeugendes Panorama der widersprüchlichen DDR-Gesellschaft« oder »ein Fall von selten einhelligem kollektivem Fehlurteil der professionellen Kritik«? – Lesen Sie selbst!

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Schluss mit dem Theater!

Gedanken zu Regietheater, Theaterregisseuren und deren Kritikern

Marion Acker, 24. November 2008

»Schluss mit dem Theater!«, tönt es einstimmig aus dem Munde derer, welche um das Leben unserer Klassiker bangen. Sie verteufeln das Theater der Regisseure, welches mit seiner unbändigen Lust an Provokation, seinem ewigen, oft schon krampfhaften Antikonventionalismus und Dekonstruktivismus klassische Stücke oft bis zur Unkenntlichkeit verreißt und überformt. Der Begriff des Regietheaters wird von seinen Kritikern in diffamierender Absicht gegen Regisseure gebraucht, die solches Theater machen, das in den Augen vieler keines mehr ist. »Regietheater« bezeichnet das, was rauskommt, wenn der Regisseur absolute Willkür und Freiheit walten lässt, nicht mehr nur als Interpret, sondern Schöpfer des Stücks fungiert …

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Auswege aus der Krise

Musiker erproben alternative Vermarktungsstrategien

Benedikt Viertelhaus, 8. Juli 2008

Fast hatten wir uns dran gewöhnt, und die jährlichen Meldungen würden uns nicht weiter berühren: Die Plattenindustrie steckt in der Krise. Allein der fortschreitende Abwärtstrend bei der EMI hat dieses Thema in den letzten Monaten wieder in die Schlagzeilen der Tageszeitungen gebracht. Die neue Firmenpolitik seit der Übernahme durch den Finanzinvestor Terra Firma tat ihr übriges und hatte für einige hier unter Vertrag stehende Künstler Konsequenzen: von Firmenwechsel bis zum Protest durch die Verzögerung der Veröffentlichung ihrer neuen Platten. Die Krise jener Firma, die Bands wie die Beatles, Queen oder Radiohead groß gemacht hat, verdeutlicht aber nur einen Teil des Problems. Auch weniger krisengeschüttelte Konzerne müssen sich weiter gegen den Verkaufseinbruch physischer Tonträger, der vor ca. zehn Jahren mit der Möglichkeit, CDs 1:1 zu vervielfältigen, begann und später durch mp3s verschärft wurde, wappnen. Geldverdienen mit CDs und LPs, so heißt es immer wieder: Das war gestern.

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Jahreshauptversammlung: Weihnachtsgottesdienst

Nachgelassene Gedanken zu einem alljährlichen Ereignis

Julia-Rebecca Riedel, 7. Januar 2008

Wer nicht im Pool der tränenüberströmten Großmütter mit selbststrickbemützten Kindern, gestressten Müttern mit Bratensoßengedanken, in Engelsflügel gespannte Konfirmanden etc. mitschwimmen, wer den Pfarrer nicht hin- und herrudern sehen will, zwischen gemischtem Chor, Krippenspiel und Kanzel, den zieht es vielleicht spät am Abend in die Christmette – oder wie mich in den Frühgottesdienst am ersten Weihnachtsfeiertag.

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Liebe Frau Radisch, …

Ein öffentlicher Brief an die Autorin des Buches »Die Schule der Frauen. Wie wir die Familie neu erfinden«

Anna-Lena Scholz, 20. März 2007

Liebe Frau Radisch, vergangenen Dienstag war ich bei Ihrer Lesung auf der lit.COLOGNE. Die Veranstaltung hieß »Frauen, Kinder und Karriere«, und Sie haben aus Ihrem neuen Buch »Die Schule der Frauen. Wie wir die Familie neu erfinden« vorgelesen. Am besten gefallen hat mir, neben der tollen Atmosphäre des Ortes, der KulturKirche Köln, dass Sie sich so aufgeregt haben. Dass Sie empört waren und Ihre Stimme erhoben und wild gestikuliert haben, als Sie anschließend mit der Schriftstellerin und ebenfalls alleinerziehenden Mutter Julia Franck über die ideologisch durchtränkten Schreibtischdebatten in den Zeitungen der letzten Monate diskutierten.

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Uni-Theater und Theater-Uni

Oder: Wie sich das Theater Bonn ein Nachwuchspublikum heranzieht – Gedanken zur Ringvorlesung »Theater und Universität im Gespräch«

Tine Buecken, 2. Januar 2007

Es ist traurig, aber wahr – in der Universitätsstadt Bonn mit ihren großen geisteswissenschaftlichen Instituten besteht das durchschnittliche Theaterpublikum wider Erwarten nicht aus Studenten, sondern zumeist aus weit älteren Semestern. Böse Zungen mögen gar behaupten, Innovation sei in der Stadt am Rhein in Sachen Kunst daher nicht gefragt, vielmehr habe sich hier das gute alte Bürgertum aus Regierungssitzzeiten in den Theaterrängen eingenistet und erwarte dort vor allem Klassisches. Doch was tun, um jüngeres Publikum und damit auch einen Zuschauernachwuchs ins Theater zu locken?

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Und das Wort wurde Fleisch

Als Protestant beim Feierlichen Hochamt - Ein Erfahrungsbericht

Andreas Jüngling, 28. Dezember 2006

Am Zweiten Weihnachtsfeiertag wurde es endlich Zeit das zu tun, worum sich seit einem Vierteljahr jede dritte Frage indirekt drehte: zum Feierlichen Hochamt in die Kirche zu gehen …

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»Nur eins verliert er nicht: Sein Gesicht.«

Ein literaturwissenschaftlicher Beitrag zum Disput im Erzbistum Köln

Stefan Andres, 29. November 2006

Es gibt für einen Wissenschaftler nichts Spannenderes, als seine Wissenschaft an aktuellen Themen konkret zur Anwendung zu bringen. Richtig spannend wird es vor allem dann, wenn Wissenschaftler jedes Fachgebiets ihre Erkenntnisse auf Geschehnisse anwenden können, die mit dem eigenen Fach zunächst rein gar nichts zu tun zu haben scheinen …

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Wie verfilmt man Geruch?

Tom Tykwer wagt sich an Patrick Süskinds Roman »Das Parfum«

Ines Böckelmann / Anna-Lena Scholz, 30. September 2006

Bücherfreunde beäugen Literaturverfilmungen meist sehr skeptisch. Zu groß erscheint die Gefahr, dass Regisseur oder Produzent die imaginären Bilder zu den Zeilen eines Autors verhunzen, verkürzen, ›falsch‹ darstellen. »Das Parfum«, der moderne Klassiker im Bücherregal vieler LiteraturliebhaberInnen, scheint ob der Vielzahl beschriebener Gerüche und Geruchsverästelungen erst recht a priori unverfilmbar. Nun ist der Roman Patrick Süskinds aber doch auf Zelluloid gebannt worden und lädt ein zur Diskussion. – K.A.-Autorinnen Ines Böckelmann und Anna-Lena Scholz haben sich den Film angesehen …

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Zwischen Hoffen und Bangen

Das Drama um Theater Bonn – ein Schauspiel in drei Akten

Tine Buecken, 16. Juni 2006

Es war einmal vor nicht allzu langer Zeit, da war Bonn noch glanzvolle Bundeshauptstadt und Sitz der Regierung der Republik und ganz Deutschland blickte auf die Stadt am Rhein. Dann aber kam der Tag, der Geschichte schrieb: der 9. November des Jahres 1989 – die Mauer fiel und Ost und West lagen sich wiedervereint in den Armen. Nur wenige Jahre später zogen die Politiker vom Rhein an die Spree. Kein leichtes Los für das schon 1990 von der Bundeshauptstadt zur einfachen Bundesstadt degradierte Bonn. Das bekam auch das Theater Bonn zu spüren …

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Wohin soll das nur führen?

Die Deutsche Welle lässt im Rahmen der »Biennale Bonn« Experten über die Zukunft der indischen Medien debattieren

Frank Auffenberg, 16. Mai 2006

Biennale Bonn: Indien 13.-21. Mai 2006Es dauerte einige Jahre, bis Europa einsah, dass der Nabel der Filmwelt nicht unbedingt im amerikanischen Westen zu suchen ist. Mag es den ehemaligen Kolonialherren auch bis in die späten 90er Jahre verborgen geblieben sein, die restliche Bevölkerung unseres Globus wusste es schon immer: Indiens Filmindustrie führt seit Jahrzehnten mit 700-900 jährlichen Produktionen die Weltspitze an. Bietet der Subkontinent tatsächlich so einen großen Markt an? Ja und nein …

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Deutscher Literaturfonds unter Beschuss

Stellungnahme zu einer aktuellen Debatte aus der »Unterperspektive« kleiner Literaturzeitschriften [fortlaufend aktualisiert!]

Marcel Diel, 3. April 2006

Ende letzter Woche erregte sich Ulrich Janetzki, der Leiter des Literarischen Colloquiums Berlin, in einem »Offenen Brief« über den Deutschen Literaturfonds und warf dem dort für Gutachten und Projekte zuständigen Lektor, Gunther Nickel, »Selbstbedienungsmentalität« und »Gutsherrenart« bei der Vergabe der Fördergelder vor. Hintergrund dafür ist, dass das Kuratorium des Literaturfonds bei seiner Frühjahrssitzung beschlossen hat, der Literaturzeitung Volltext einen Projektzuschuss in Höhe von bis zu 300.000 Euro zu gewähren …

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Das aktuelle Heft


Aktuell

In der K.A. plus

Eine »essentielle und essentialistisch gesellschaftliche Grundlage«
Die neue Kritische Ausgabe widmet sich dem Thema Familie in der Literatur
Der Bibliotheken-Engel
Manfred Poser wurde schon Hilfe vom Engel zuteil, aber verlassen sollte man sich nicht auf ihn – sein Auftauchen ist eine Gnade
Erleuchtete Dichter
Die Erleuchtung durchs Frühjahr wird kommen – und bis dahin tröstet uns Manfred Poser mit erleuchteten Dichtern
Raunende Dialoge am warm-wirren Strand.
Ein investigativer Sonntagsbesuch in der Ausstellung »James Cook – Die Entdeckung der Südsee«
Zwischen Klischee und Realität »sehen« lernen
Auslandserfahrungen unserer Korrespondentin aus Paris
Aus der Redaktion

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