Grundlagen der Kritik
Dorothea Marcus ist eine »Germanistin, die es geschafft hat«
Stefan Andres, 21. April 2010
Das Verhältnis von Theorie und Praxis war während des Studiums von Dorothea Marcus bestens ausgewogen: Bei Hans-Ulrich Treichel bejubelte und verriss sie Gedichte von Kommilitonen, mit einer Arbeit über den Begriff der Mystik in der Literatur um 1900 schloss sie ihr Germanistik-Studium ab. Erst danach entdeckte sie das Berufsfeld des Kulturjournalismus für sich: Während es in Berlin, wo sie studierte, stets aussichtslos erschien, Praktika-Plätze zu ergattern, kam ihre berufliche Karriere in Freiburg richtig in Schwung. Mittlerweile ist Marcus Autorin für Rundfunk, Theater-Magazine und überregionale Tageszeitungen. Seit Anfang 2009 ist sie Chefredakteurin der akT, der neugegründeten Kölner Theaterzeitung, mit der der Medienlandschaft in der rheinischen Metropole eine vernehmbare Stimme für die Kultur hinzugefügt wurde …


Das »Buch der Bücher« gehört sicher zum festen Bestandteil der Lektüre von Elmar Funken, schließlich steht er im Dienste des Erzbistums Köln. Aber mit sozialkritischer Literatur wie Peter Weiss’ Ästhetik des Widerstands weiß er sich ebenso auseinanderzusetzen – und die Lyrik Ingeborg Bachmanns war das Thema des ersten Seminars, das er an der Familienbildungsstätte leitete. Die Erwachsenenbildung war Funkens Berufsziel, und nach seinem Studium der Theologie und der Germanistik stand dem nichts mehr im Wege. Als Leiter des Katholischen Bildungswerkes in Leverkusen stellt er heute selbst regelmäßig unter anderem ein Literaturprogramm mit Lesungen und Seminaren zusammen …
Freiberufler im besten Sinne ist Jan Valk: Germanist, Lektor, Veranstaltungsmanager, Journalist, Herausgeber – seinem Broterwerb kann man kaum einen einheitlichen Stempel aufdrücken. Schon während seines Studiums hat er es nicht allein bei der – wenn auch alles andere als grauen – Theorie belassen. Heute widmet er sich der Literaturproduktion und -vermittlung in ihren vielfältigen Realisierungsformen. Man kommt nicht umhin, diese sehr zeitgemäße und offenbar gut funktionierende berufliche Organisation als äußerst reizvoll zu empfinden. Wie er sich den Arbeitsplatz – oder besser: die Arbeitsplätze schaffen konnte, die er sich wünscht, zeigt er in seinen Antworten in unserem Fragebogen …
Vom historischen zum mythischen Faust – und weiter zum Radio: So verlief, kurz gefasst, der bisherige Karriereweg des Journalisten Wolfgang Bender. Zehn Jahre hat er studiert, zehn Tage nach seinem Studienabschluss war er Volontär und wechselte danach schnurstracks zum Westdeutschen Rundfunk. So ging schließlich also doch alles »zipp zapp« für den (laut freiwilliger Selbstauskunft) »Dauerquassler« seit Schulzeiten.

