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	<title>Kritische Ausgabe &#187; Germanisten im Beruf</title>
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	<description>Zeitschrift für Germanistik &#38; Literatur</description>
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		<title>Grundlagen der Kritik</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Apr 2010 16:00:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Andres</dc:creator>
				<category><![CDATA[Germanisten im Beruf]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Verhältnis von Theorie und Praxis war während des Studiums von Dorothea Marcus bestens ausgewogen: Bei Hans-Ulrich Treichel bejubelte und verriss sie Gedichte von Kommilitonen, mit einer Arbeit über den Begriff der Mystik in der Literatur um 1900 schloss sie ihr Germanistik-Studium ab. Erst danach entdeckte sie das Berufsfeld des Kulturjournalismus für sich: Während es in Berlin, wo sie studierte, stets aussichtslos erschien, Praktika-Plätze zu ergattern, kam ihre berufliche Karriere in Freiburg richtig in Schwung. Mittlerweile ist Marcus Autorin für Rundfunk, Theater-Magazine und überregionale Tageszeitungen. Seit Anfang 2009 ist sie Chefredakteurin der <em>akT</em>, der neugegründeten Kölner Theaterzeitung, mit der der Medienlandschaft in der rheinischen Metropole eine vernehmbare Stimme für die Kultur hinzugefügt wurde …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Verhältnis von Theorie und Praxis war während des Studiums von <strong>Dorothea Marcus</strong> bestens ausgewogen: Bei Hans-Ulrich Treichel bejubelte und verriss sie Gedichte von Kommilitonen, mit einer Arbeit über den Begriff der Mystik in der Literatur um 1900 schloss sie ihr Germanistik-Studium ab. Erst danach entdeckte sie das Berufsfeld des Kulturjournalismus für sich: Während es in Berlin, wo sie studierte, stets aussichtslos erschien, Praktika-Plätze zu ergattern, kam ihre berufliche Karriere in Freiburg richtig in Schwung. Mittlerweile ist Marcus Autorin für Rundfunk, Theater-Magazine und überregionale Tageszeitungen. Seit Anfang 2009 ist sie Chefredakteurin der <a href="http://www.theaterzeitung-koeln.de/"><em>akT</em></a>, der neugegründeten Kölner Theaterzeitung, mit der der Medienlandschaft in der rheinischen Metropole eine vernehmbare Stimme für die Kultur hinzugefügt wurde.</p>
<p>Um diese Stimme nun auch dauerhaft zu etablieren, müssen Herausgeber und Redaktion nach zwölf Ausgaben sowie einer Budgetkürzung durch das Kulturamt der Stadt Köln derzeit um Spenden kämpfen – näheres dazu (und wie man helfen kann) <a href="http://www.theaterzeitung-koeln.de/down/Finanziert.pdf">hier</a> sowie bei <a href="http://www.facebook.com/group.php?gid=111276185562718"><em>facebook</em></a>. Die <em>Kritische Ausgabe</em> drückt dafür jedenfalls alle verfügbaren Daumen!</p>
<p>Wie ihr das Germanistik-Studium zunächst zu den Grundlagen der Kritik und nun zur Theaterzeitung nach Köln verhalf, das verrät Dorothea Marcus in ihren Antworten zu unserem Fragebogen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Unsere zwölf Fragen, beantwortet von Dorothea Marcus:</h4>
<ol>
<li><strong>Wie lange und wo haben Sie studiert, welchen Abschluss haben Sie erreicht? War Germanistik Ihr Haupt- oder Nebenfach?</strong>
<p>Ich habe sechs Jahre lang, von 1989 bis 1996,  in Berlin an der FU Germanistik und Geschichte im Hauptfach auf Staatsexamen studiert. Da es in Berlin so viel zu tun gab – unter anderem Theater spielen – hat es etwas länger gedauert …</li>
<li><strong>Was hat Sie damals dazu bewogen, Germanistik zu studieren?</strong>
<p>Für mich stand diese Studienwahl schon immer fest, da ich schon immer eine begeisterte Leserin war und vom Schreiben träumte – ich dachte immer, das sei da in Idealform vereint.</li>
<li><strong>Zu welchem Thema haben Sie Ihre Abschlussarbeit eingereicht?</strong>
<p>»Der Begriff der Mystik in der Literatur der Jahrhundertwende am Beispiel von Hofmannsthals <em>Brief des Lord Chandos</em>, Musils <em>Erinnerungen des Zöglings Törleß</em> und Rilkes <em>Stundenbuch</em>«.</li>
<li><strong>Zu welchen wissenschaftlichen Ergebnissen sind Sie in dieser Arbeit gelangt?</strong>
<p>Dass Mystik nichts mit Religion zu tun haben muss, sondern in dieser Zeit geradezu das Gegenteil war und eine Art spirituell-esoterisches Lebensgefühl repräsentierte, eine »Lebensmystik«, die sich dem Diesseits zuwandte und allenfalls mit religiösen Formen und Formulierungen spielte. Eine Alternative zum tiefen Sprachskeptizismus, die einzige Möglichkeit, die durch die Moderne zerfallene Sprache temporär wiederzugewinnen.</li>
<li><strong>Wer war Ihr(e) bevorzugte(r) Professor(in) und was machte sie/ihn aus?</strong>
<p>Ich habe wenige Professoren namentlich im Kopf behalten. Aber einen schon, der allerdings kein Professor war und später ans Literaturinstitut in Leipzig ging: Immer noch denke ich mit schönen Erinnerungen an die Seminare des Schriftstellers Hans-Ulrich Treichel zurück. Das eine, sehr eindrückliche Seminar ging über die Lyrik nach 1945. Aber das noch wichtigere Seminar war »Studenten stellen selbst geschriebene Lyrik vor«. Dort waren viele heute bekannte Autoren und Journalisten (u.a. Judith Hermann) – und die Gedichte der Kommilitonen wurden gnadenlos kritisiert, aufgespießt, analysiert, verworfen, aber auch bejubelt. Ich habe nie wieder vorher oder nachher eine so inspirierende Veranstaltung besucht. Nebenbei habe ich dort auch lebenslange Freundschaften geschlossen. Und es hat mich auch schlichtweg einfach die Grundlagen der Kritik gelehrt, die ich heute nutze.</li>
<li><strong>Was war / ist Ihr Lieblingsbuch / Lieblingsautor(in) / Lieblingsepoche / Lieblingsgattung / Lieblingsgenre?</strong>
<p>Heute hat es sich ziemlich diversifiziert, ich lese eigentlich am liebsten neue deutsche Autoren, zuletzt <em>Grenzgang</em> von Stephan Thome. Damals waren es eindeutig die Jahrhundertwende bzw. die Entwicklungen nach 1945: Robert Musil: <em>Mann ohne Eigenschaften</em>, Lyrik von Ingeborg Bachmann und Paul Celan, das Gesamtwerk von Simone de Beauvoir.</li>
<li><strong>Wo haben Sie Ihre ersten beruflichen Erfahrungen gesammelt, welche studienbegleitenden Tätigkeiten (Praktika etc.) haben Sie absolviert und dabei ggf. welche Schlüsselqualifikationen erworben?</strong>
<p>Gegen Ende des Studiums war ich, da durch ein DAAD-Stipendium in Bordeaux sehr frankophil geworden, sogenannte wissenschaftliche Referentin in der deutsch-französischen Ausstellung im Martin-Gropius-Bau »Marianne und Germania«. Ich habe also Gruppen durch die Ausstellung geführt sowie ein Programm „Kreatives Schreiben für Schüler“ mitentwickelt und durchgeführt – und gleichzeitig noch ein wenig mit der Schauspielerei kokettiert. Mein »Volontariat« nach dem Studium habe ich in der Redaktion der Ludwigsburger Schlossfestspiele gemacht und dort viele Programmheft-Texte geschrieben und Interviews mit Künstlern geführt, hatte also viel Material, um mich bei Zeitungen zu bewerben. Mein eigentlicher Traum war immer, zum Straßburger Sender Arte zu gehen – dort habe ich schließlich, als ich in Freiburg wohnte, dann auch Praktika und Urlaubsvertretungen in der Pressestelle gemacht. Als es mit der freien Autorentätigkeit immer besser lief, passte diese doch sehr administrative Tätigkeit nicht mehr so richtig. </li>
<li><strong>Wie sind Sie nach dem Studium geworden, was Sie nun sind? Und: Wollten Sie es werden?</strong>
<p>Dafür, dass ich immer davon geträumt habe, Journalistin zu werden, habe ich während meines Studiums erstaunlich wenig dafür getan – in Berlin wollten das so viele, dass Praktika absolut aussichtslos erschienen. Im eigentlichen Sinne journalistisch gearbeitet habe ich erst, als ich nach dem Studium nach Freiburg gespült wurde und mit meinen Berliner Theaterkenntnissen und Texten freie Mitarbeiterin und Theaterkritikerin bei der <em>Badischen Zeitung</em>, der <em>Basler Zeitung</em> und dem <em>SWR</em> wurde und davon recht schnell leben konnte. Von diesem Standbein aus habe ich versucht, mich überregional als Autorin von <em>DLF, WDR, FR, taz, Die deutsche Bühne</em> etc. zu etablieren, was auch klappte. Als ich aus privaten Gründen nach Köln ging, machte ich so weiter, es lief weiterhin gut. Bewusst war ich nicht »nur« Theaterkritikerin, sondern schrieb auch immer wieder in Magazinen und machte Radiofeatures und auch Dokumentarfilme zu psychologischen und zu »Frauen«-Themen. Ich hätte eigentlich keinen Anlass gesehen, mich umzuorientieren &#8211; auch wenn das Dasein als freie Autorin viel Energie kostet. Aber dann war die Stelle ausgeschrieben als Chefredakteurin einer neu zu gründenden Theaterzeitung in Köln. Eine Aufgabe, die mich sehr reizte und perfekt auf mich zu passen schien: etwas Neues aufzubauen in einem Bereich, der absolut meiner ist, stärker kulturpolitisch einzugreifen und selbst zu gestalten, Themen setzen und ihnen nicht nur hinterherzulaufen. Seit Anfang 2009 bin ich sehr glücklich, Chefredakteurin von <em>akT, der Kölner Theaterzeitung</em>, zu sein. Ich bin formal immer noch freiberuflich (und war für einige Monate im Mutterschutz). Meine anderen Tätigkeiten als Feature-Autorin und überregionale Kritikerin betreibe ich weiter, wenn auch weniger regelmäßig.</li>
<li><strong>Nützt Ihnen das im Studium erworbene Wissen in Ihrem Beruf – und wenn ja: was?</strong>
<p>Ja, auf jeden Fall, siehe Frage 5, 7 und 8.</li>
<li><strong>Würden Sie sich heute wieder für ein Germanistik-Studium entscheiden – und warum (nicht)?</strong>
<p>Ich würde mich wieder für ein Germanistik-Studium entscheiden, ich habe leidenschaftlich gerne studiert. Allerdings war auch wichtig, dass ich Umwege machen konnte und nicht so strikt und schnell studieren musste, wie es heute vorgeschrieben ist. Ohne, dass ich in Berlin ständig ins Theater gegangen wäre, Theater gespielt und auch nebenbei reichlich Vorlesungen in Theaterwissenschaften besucht hätte, wäre ich nie Kritikerin geworden – aber ich bezweifele, dass dafür ein heutiger Student noch Zeit hat.</li>
<li><strong>Wie viele Ihrer (Branchen-)Kollegen haben Germanistik oder ein anderes geisteswissenschaftliches Studium absolviert? Und werden in Ihrem Bereich noch weitere Germanisten bzw. Geisteswissenschaftler gesucht?</strong>
<p>Bei der Auswahl der Praktikanten für meine Zeitung achte ich schon darauf, dass sie im Idealfall auch Germanistik studiert haben. Das Studium gibt für den Beruf des Theaterkritikers eine solide Hintergrundbildung und formales Rüstzeug für interpretatorische Vorgänge mit, wenn es gut gelaufen ist. Auch viele meiner Kritikerkollegen haben tatsächlich Germanistik studiert, das ist sogar häufiger, als dass sie ein Volontariat absolviert haben. Bei Menschen die das nicht getan haben, fehlt oft schlicht die literarische Bildung, die für den Beruf des Kritikers unerlässlich ist.</li>
<li><strong>Welche Frage haben Sie an heutige Studierende der Germanistik? Und was würden Sie ihnen raten zu tun (oder zu lassen), um den Sprung von der Uni ins Berufsleben zu schaffen?</strong>
<p>Siehe Frage 7 – den Mut zu eigenen Aktivitäten, selbst viel schreiben, Umwege gehen, selber denken, viel lesen und sich von den eigenen Interessen an dem Fach leiten lassen. Und gleichzeitig Praktika bei Zeitungen und Rundfunkredaktionen machen und sich nach dem Studium für Volontariate oder Journalistenschulen bewerben. </li>
</ol>
<h4>&nbsp;</h4>
<p><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/wp-content/uploads/2010/04/Dorothea_Marcus.jpg" alt="Dorothea Marcus (Foto: © akT. Die Kölner Theaterzeitung)" title="Dorothea Marcus (Foto: © akT. Die Kölner Theaterzeitung)" width="124" height="150" class="left" /><strong>Dorothea Marcus</strong>, Jahrgang 1969, Studium der Germanistik, Geschichte und Theaterwissenschaften in Berlin und Bordeaux. Seit 1999 ist sie freie Kulturjournalistin für Print und Hörfunk in Köln, vorher Freiburg. Sie arbeitet für <em>DLF, taz, SWR, WDR, Die Deutsche Bühne</em> und <a href="http://www.nachtkritik.de/"><em>www.nachtkritik.de</em></a>. Seit Januar 2009 ist sie Chefredakteurin der Kölner Theaterzeitung <a href="http://www.theaterzeitung-koeln.de/"><em>akT</em></a>.</p>
<p><font size="-1">Foto: © akT. Die Kölner Theaterzeitung.</font></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<div style="color: #777;">Seit 2006 geben ehemalige Germanistik-Studentinnen und -Studenten in der <em>K.A. plus</em> Auskunft über ihren Werdegang und über den Nutzen ihres literaturwissenschaftlichen Studiums. Die zwölf Fragen unseres Fragebogens beantwortete vor Marcus zuletzt der Leiter des Katholischen Bildungswerks in Leverkusen, <a href="http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1846/">Elmar Funken</a>. Weitere <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/ressort/kaplus/germanistinnen-im-beruf/">»Germanisten im Beruf«</a> werden folgen!</div>
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		</item>
		<item>
		<title>Mit Bachmann ins Erzbistum</title>
		<link>http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1846/</link>
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		<pubDate>Wed, 04 Nov 2009 15:00:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Andres</dc:creator>
				<category><![CDATA[Germanisten im Beruf]]></category>

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		<description><![CDATA[<img src="http://www.kritische-ausgabe.de/wp-content/uploads/2009/11/elmar-funken.jpg" width=150 height=150 class=right alt="Elmar Funken (Foto: Erzbistum Köln)" title="Elmar Funken (Foto: Erzbistum Köln)" />Das »Buch der Bücher« gehört sicher zum festen Bestandteil der Lektüre von <strong>Elmar Funken</strong>, schließlich steht er im Dienste des Erzbistums Köln. Aber mit sozialkritischer Literatur wie Peter Weiss’ <em>Ästhetik des Widerstands</em> weiß er sich ebenso auseinanderzusetzen – und die Lyrik Ingeborg Bachmanns war das Thema des ersten Seminars, das er an der Familienbildungsstätte leitete. Die Erwachsenenbildung war Funkens Berufsziel, und nach seinem Studium der Theologie und der Germanistik stand dem nichts mehr im Wege. Als Leiter des Katholischen Bildungswerkes in Leverkusen stellt er heute selbst regelmäßig unter anderem ein Literaturprogramm mit Lesungen und Seminaren zusammen …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das »Buch der Bücher« gehört sicher zum festen Bestandteil der Lektüre von <strong>Elmar Funken</strong>, schließlich steht er im Dienste des Erzbistums Köln. Aber mit sozialkritischer Literatur wie Peter Weiss’ <em>Ästhetik des Widerstands</em> weiß er sich ebenso auseinanderzusetzen – und die Lyrik Ingeborg Bachmanns war das Thema des ersten Seminars, das er an der Familienbildungsstätte leitete. Die Erwachsenenbildung war Funkens Berufsziel, und nach seinem Studium der Theologie und der Germanistik stand dem nichts mehr im Wege. Als Leiter des Katholischen Bildungswerkes in Leverkusen stellt er heute selbst regelmäßig unter anderem ein Literaturprogramm mit Lesungen und Seminaren zusammen. </p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Unsere zwölf Fragen, beantwortet von Elmar Funken:</h4>
<ol>
<li><strong>Wie lange und wo haben Sie studiert, welchen Abschluss haben Sie erreicht? War Germanistik Ihr Haupt- oder Nebenfach?</strong>
<p>Von Oktober 1978 bis Sommer 1986 – dazwischen 1 Jahr Zivildienst; Ort: Uni Bonn, Abschluss: 1. Staatsexamen.</li>
<li><strong>Was hat Sie damals dazu bewogen, Germanistik zu studieren?</strong>
<p>Unser super Deutschlehrer am Kaiser-Karls-Gymnasium in Aachen; mein Interesse an Literatur. </li>
<li><strong>Zu welchem Thema haben Sie Ihre Abschlussarbeit eingereicht?</strong>
<p>Die Examensarbeit habe ich in Theologie geschrieben, nicht in Germanistik.</li>
<li><strong>Zu welchen wissenschaftlichen Ergebnissen sind Sie in dieser Arbeit gelangt?</strong>
<p>–––</li>
<li><strong>Wer war Ihr(e) bevorzugte(r) Professor(in) und was machte sie/ihn aus?</strong>
<p>Prof. Norbert Oellers; er behandelte sozialkritische, »linke« Literatur.</li>
<li><strong>Was war / ist Ihr Lieblingsbuch / Lieblingsautor(in) / Lieblingsepoche / Lieblingsgattung / Lieblingsgenre?</strong>
<p>Peter Weiss, <em>Die Ästhetik des Widerstands</em>;<br />
Autoren: Goethe; Brecht<br />
Epoche: Sturm und Drang;<br />
Gattung: Roman.</li>
<li><strong>Wo haben Sie Ihre ersten beruflichen Erfahrungen gesammelt, welche studienbegleitenden Tätigkeiten (Praktika etc.) haben Sie absolviert und dabei ggf. welche Schlüsselqualifikationen erworben?</strong>
<p>Erste berufl. Erfahrung: Ich leitete ein Seminar über die Lyrik Ingeborg Bachmanns in der Familienbildungsstätte Bergisch Gladbach. Weitere Tätigkeiten als Referent in der Erwachsenenbildung, z.B. Leitung von Deutschkursen für Migranten.<br />
Keine Praktika in Germanistik im Studium.</li>
<li><strong>Wie sind Sie nach dem Studium geworden, was Sie nun sind? Und: Wollten Sie es werden?</strong>
<p>Über die freiberufliche Tätigkeit (s.o.) erhielt ich 1988 eine Anstellung als Pädagogischer Mitarbeiter beim Kath. Bildungswerk Köln. Zwei Jahre später wurde ich Leiter des Kath. Bildungswerks Leverkusen. Beides war auch mein Berufsziel.</li>
<li><strong>Nützt Ihnen das im Studium erworbene Wissen in Ihrem Beruf – und wenn ja: was?</strong>
<p>Ja, die Kenntnis vieler Werke der Literatur ist auch hilfreich beim Planen und Organisieren z. B. von Autorenlesungen, Literaturseminaren etc. in der Erwachsenenbildung.<br />
Andererseits ist das Entscheidende, was ich für meinen Beruf brauche, etwas anderes, was man im Studium nicht lernen kann: Mit Menschen gut kommunizieren, organisieren, strukturiert arbeiten, Mitarbeiter anleiten und motivieren können, mit Finanzen umgehen können etc.</li>
<li><strong>Würden Sie sich heute wieder für ein Germanistik-Studium entscheiden – und warum (nicht)?</strong>
<p>Ja, würde ich gerne wieder machen. Trotz vieler sekundär-wichtiger Theoriehintergründe im Studium kam immer mal wieder die Freude an der Literatur durch.<br />
Am besten und lehrreichsten waren übrigens gar nicht die Seminare an der Uni, sondern selbstorganisierte Lerngruppen mit anderen Germanisten.</li>
<li><strong>Wie viele Ihrer (Branchen-)Kollegen haben Germanistik oder ein anderes geisteswissenschaftliches Studium absolviert? Und werden in Ihrem Bereich noch weitere Germanisten bzw. Geisteswissenschaftler gesucht?</strong>
<p>Ca. 3–4 meiner Kollegen/innen im Erzbistum Köln (insgesamt ca. 60) haben auch Germanistik studiert.<br />
Da in der Erwachsenenbildung seit Jahren gespart werden muss, werden bei uns seit Jahren schon keine weiteren Germanisten gesucht und eingestellt.</li>
<li><strong>Welche Frage haben Sie an heutige Studierende der Germanistik? Und was würden Sie ihnen raten zu tun (oder zu lassen), um den Sprung von der Uni ins Berufsleben zu schaffen?</strong>
<p>Raten würde ich: bereits frühzeitig Praktika absolvieren, freiberuflich während und nach dem Studium arbeiten. Kontakte sind nämlich das A und O.</li>
</ol>
<h4>&nbsp;</h4>
<p><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/wp-content/uploads/2009/11/elmar-funken.jpg" width=150 height=150 alt="Elmar Funken (Foto: Erzbistum Köln)" title="Elmar Funken (Foto: Erzbistum Köln)" /><strong>Elmar Funken</strong>, geboren am 7.2.1960 in Simmerath/Eifel. Nach dem Studium der Theologie und der Germanistik an der <a href="http://www.uni-bonn.de/">Universität Bonn</a> beginnt er 1988 als Pädagogischer Mitarbeiter beim <a href="http://www.domforum.de/">Katholischen Bildungswerk</a> in Köln. 1990 wird er Leiter des <a href="http://www.erzbistum-koeln.de/bildungswerk/leverkusen/">Katholischen Bildungswerks</a> in Leverkusen. In dieser Funktion stellt er bis heute die Erwachsenenbildungsprogramme des Erzbistums für Leverkusen mit den Themenbereichen Theologie, Glaube, Spiritualität, aber auch Zeitgeschehen, Kultur und Medien zusammen.</p>
<p><font size="-1">Foto: Erzbistum Köln.</font></p>
<p>&nbsp;</p>
<div style="color: #777;">Seit 2006 geben ehemalige Germanistik-Studentinnen und -Studenten in der <em>K.A. plus</em> Auskunft über ihren Werdegang und über den Nutzen ihres literaturwissenschaftlichen Studiums. Die zwölf Fragen unseres Fragebogens beantwortete vor Funken zuletzt Literaturlektor, Herausgeber und Journalist <a href="http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1497/">Jan Valk</a>. Weitere <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/ressort/kaplus/germanistinnen-im-beruf/">»Germanisten im Beruf«</a> werden folgen!</div>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Frei vernetzt im Literaturbereich</title>
		<link>http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1497/</link>
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		<pubDate>Sun, 12 Jul 2009 22:00:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Andres</dc:creator>
				<category><![CDATA[Germanisten im Beruf]]></category>

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		<description><![CDATA[<img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/janvalk.jpg" width="100" height="160" alt="Jan Valk (Foto: © privat)" title="Jan Valk (Foto: © privat)" />Freiberufler im besten Sinne ist <strong>Jan Valk</strong>: Germanist, Lektor, Veranstaltungsmanager, Journalist, Herausgeber – seinem Broterwerb kann man kaum einen einheitlichen Stempel aufdrücken. Schon während seines Studiums hat er es nicht allein bei der – wenn auch alles andere als grauen – Theorie belassen. Heute widmet er sich der Literaturproduktion und -vermittlung in ihren vielfältigen Realisierungsformen. Man kommt nicht umhin, diese sehr zeitgemäße und offenbar gut funktionierende berufliche Organisation als äußerst reizvoll zu empfinden. Wie er sich den Arbeitsplatz – oder besser: die Arbeitsplätze schaffen konnte, die er sich wünscht, zeigt er in seinen Antworten in unserem Fragebogen …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Freiberufler im besten Sinne ist <strong>Jan Valk</strong>: Germanist, Lektor, Veranstaltungsmanager, Journalist, Herausgeber – seinem Broterwerb kann man kaum einen einheitlichen Stempel aufdrücken. Schon während seines Studiums hat er es nicht allein bei der – wenn auch alles andere als grauen – Theorie belassen. Heute widmet er sich der Literaturproduktion und -vermittlung in ihren vielfältigen Realisierungsformen. Man kommt nicht umhin, diese sehr zeitgemäße und offenbar gut funktionierende berufliche Organisation als äußerst reizvoll zu empfinden. Wie er sich den Arbeitsplatz – oder besser: die Arbeitsplätze schaffen konnte, die er sich wünscht, zeigt er in seinen Antworten in unserem Fragebogen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Unsere zwölf Fragen, beantwortet von Jan Valk:</h4>
<ol>
<li><strong>Wie lange und wo haben Sie studiert, welchen Abschluss haben Sie erreicht? War Germanistik Ihr Haupt- oder Nebenfach?</strong>
<p>Begonnen habe ich im Wintersemester 1999 in Bonn – zunächst mit MA u. Neuerer Geschichte im Hauptfach (Nebenfächer: Germanistik und Philosophie). Nach vier Semestern habe ich dann Geschichte abgewählt und bin Hauptfach-Germanist geworden. 2006 dann Magister in der Neueren Dt. Literatur.</li>
<li><strong>Was hat Sie damals dazu bewogen, Germanistik zu studieren?</strong>
<p>Bei der Wahl meiner Studienfächer bin ich in erster Linie meinen Interessen gefolgt. Was mein anfängliches Hauptfach betrifft (Mittelalterliche u. Neuere Geschichte), habe ich allerdings bald gemerkt, dass ich im Bonner »Historiker-Milieu« nicht so recht heimisch wurde. Deshalb mein Wechsel in die Germanistik nach dem Grundstudium. Eine Entscheidung, die ich nie bereut habe. </li>
<li><strong>Zu welchem Thema haben Sie Ihre Abschlussarbeit eingereicht?</strong>
<p>Ich habe über Jacques Derridas Auseinandersetzung mit Paul Celan geschrieben – und ihre Rezeption innerhalb der deutschen Celan-Forschung.</li>
<li><strong>Zu welchen wissenschaftlichen Ergebnissen sind Sie in dieser Arbeit gelangt?</strong>
<p>Derridas Auseinandersetzung mit Celan ist von germanistischer Seite kaum aufgenommen worden. Und wenn doch: überwiegend ablehnend, weil der hier praktizierte Zugriff auf die Grundlagentexte unter philologischen Gesichtspunkten häufig als problematisch bewertet wird. Eine intensive Auseinandersetzung mit den Essays selbst ist jedoch kaum erfolgt. Ich habe in meiner Arbeit deshalb versucht, die Perspektive auf die betreffenden Lektüren zu drehen und nicht zu fragen: Wird Derrida Celan gerecht? Sondern: Wie beeinflusst Celans (poetologische) Position Derridas eigenes texttheoretisches Denken? Von dieser Warte aus ließ sich zeigen, dass die Begegnung mit Celan für Derrida eine Art Probe aufs Exempel darstellt, was seine eigenen frühen zeichentheoretische Überlegungen angeht. Und dass Derrida auf dieser Grundlage eine Art Re-Definition des Kontextbegriffs vornimmt und, vor allem im Rückgriff auf Heidegger, eine komplexe zeittheoretische Konzeption umreißt, die sich wiederum als äußerst charakteristisch für die Poetologie Celans erweist.</li>
<li><strong>Wer war Ihr(e) bevorzugte(r) Professor(in) und was machte sie/ihn aus?</strong>
<p>In der Neueren Germanistik habe ich am meisten Michael Wetzel und Jürgen Fohrmann zu verdanken, die mich vor allem wegen ihrer literatur- und medientheoretischen Arbeiten fasziniert haben. In der »Älteren Abteilung« haben mich die Haupt- und Oberseminare von Elke Brüggen sehr inspiriert. Aber nicht nur Professoren waren wichtig: Auch Eckart Oehlenschläger beispielsweise ist mir ein kostbarer Gesprächspartner gewesen – vor allem, was den Bereich Lyrik/Poetologie angeht.</li>
<li><strong>Was war / ist Ihr Lieblingsbuch / Lieblingsautor(in) / Lieblingsepoche / Lieblingsgattung / Lieblingsgenre?</strong>
<p>Ich habe mich immer sehr für Lyrik interessiert und das im Studium auch gut ausleben können. Von den »kanonischen« Autoren, die ich in dieser Zeit entdeckt habe, sind mir vor allem Benn und Celan geblieben. Im Prosabereich habe ich mich viel mit Österreichern beschäftigt – wie Jelinek oder Peter Rosei. Später hat mich W. G. Sebald sehr fasziniert … Seit meinem Abschluss habe ich mich (auch jobbedingt) hauptsächlich mit Neuerscheinungen / junger deutschsprachiger Literatur beschäftigt: auch hier wieder viel Lyrik.</li>
<li><strong>Wo haben Sie Ihre ersten beruflichen Erfahrungen gesammelt, welche studienbegleitenden Tätigkeiten (Praktika etc.) haben Sie absolviert und dabei ggf. welche Schlüsselqualifikationen erworben?</strong>
<p>Während des Studiums habe ich mehrere Praktika in Verlagen gemacht (Aufbau, Rowohlt), aber auch bei Rundfunk-/Fernsehanstalten (<em>DLF</em>, <em>NDR</em>/Kulturjournal). Daneben habe ich relativ bald angefangen, frei zu arbeiten. Überwiegend für Verlage – erst als Gutachter, dann als freier Lektor. Und als Rezensent für Print und Online, später auch fürs Radio. 2005 habe ich gemeinsam mit Jonas Reuber das Magazin <em>sprachgebunden</em> gegründet – und in diesem Zusammenhang auch verschiedene Lesereihen konzipiert. Nach meinem Studienabschluss war ich für ein Jahr Lektoratsvolontär bei Kiepenheuer &#038; Witsch – eine sehr gute Zeit, in der ich viel gelernt habe.</li>
<li><strong>Wie sind Sie nach dem Studium geworden, was Sie nun sind? Und: Wollten Sie es werden?</strong>
<p>Für meine Tätigkeit als freier Lektor waren auf jeden Fall die Verlagspraktika sehr kostbar. Im journalistischen Bereich verhält sich das ähnlich. Ich hatte das Glück, dass sich daraus viele gute Kontakte, auch Freundschaften, ergeben haben – und vor allem häufig die Möglichkeit, als freier Mitarbeiter weiterzumachen. Das gleiche gilt für mein Volontariat bei KiWi. Sehr profitiert habe ich aber auch von den freien Literaturprojekten, die ich mitentwickelt habe. Auch – oder vielleicht: gerade – weil das keine konkret »Karriere bezogenen« Aktionen waren, sondern Leidenschaftsprojekte, die mich mit vielen spannenden Leuten aus dem »Betrieb« in Kontakt gebracht haben / bringen, die ähnliche Interessen besitzen. Autoren, Künstler, Journalisten, Verlagsmenschen. Das so entstandene Netzwerk ist sehr kostbar für mich. Beruflich – aber auch privat. Meine Berliner Bürogemeinschaft, Adler &#038; Söhne, in der ich mit sechs anderen Autoren, Lektoren, Übersetzern und Journalisten zusammenarbeite, ist für mich die ideale Verkörperung einer solchen freien Vernetzung.</li>
<li><strong>Nützt Ihnen das im Studium erworbene Wissen in Ihrem Beruf – und wenn ja: was?</strong>
<p>Auf jeden Fall. Mein »Literaturwissen« / die Fähigkeit Texte kritisch verorten zu können, ist in meinem Bereich wahrscheinlich das kostbarste Kapital. Aber vor allem auch die intensive Beschäftigung mit Literatur- und Medientheorie empfinde ich als äußerst nützlich, wenn es darum geht, Strukturen zu erkennen – oder auch selbst zu entwickeln.</li>
<li><strong>Würden Sie sich heute wieder für ein Germanistik-Studium entscheiden – und warum (nicht)?</strong>
<p>Ich denke schon – auf jeden Fall für ein geistes- / kulturwissenschaftliche Studium. Mit Sicherheit irgendeine Kombination aus Literatur und Philosophie. Was den Sprachschwerpunkt betrifft aber vielleicht eher im komparatistischen Bereich.</li>
<li><strong>Wie viele Ihrer (Branchen-)Kollegen haben Germanistik oder ein anderes geisteswissenschaftliches Studium absolviert? Und werden in Ihrem Bereich noch weitere Germanisten bzw. Geisteswissenschaftler gesucht?</strong>
<p>Eigentlich fast alle. Wenn es ein Einsatzgebiet für Leute aus diesem Bereich gibt, dann wahrscheinlich hier. Allerdings muss man wohl auch sagen, dass man viel Energie investieren muss, um sich als »Freier« stabil zu positionieren. Aber für alle, denen die Leidenschaft zur Sache, thematische und auch räumliche Flexibilität wichtiger ist als finanzielle und soziale Sicherheit, empfinde ich diese Form von Arbeit als optimal. Wobei sich das womöglich ändert, wenn man älter wird. Aber dazu kann ich jetzt noch nichts sagen.</li>
<li><strong>Welche Frage haben Sie an heutige Studierende der Germanistik? Und was würden Sie ihnen raten zu tun (oder zu lassen), um den Sprung von der Uni ins Berufsleben zu schaffen?</strong>
<p>Ich glaube, dass es immer wichtiger wird, sich als Studierender zu fragen, warum man sich für diesen speziellen Weg entschieden hat. Damit meine ich nicht, dass man sich vom ersten Semester an die Frage stellen sollte, wo man arbeiten will – oder am besten Karriere machen kann. Für viel wichtiger halte ich es, dass am sich seiner Leidenschaft für die Sache sicher sein sollte. Dem Gefühl, dass man das machen muss, was man gerade tut. Alles andere halte ich für ziemlich absurd. Denn die Tatsache, dass man im Literaturbereich schwer Arbeit findet und mit großer Wahrscheinlichkeit nicht reich wird, ist bekannt. Die Motivation muss also aus der Liebe zur Sache kommen – mit allen Nebenwirkungen und Konsequenzen. Und was die Jobs angeht: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass potentielle Arbeitgeber glücklicherweise nicht selten eine »Verfallenheit an die Sache« mehr schätzen als glatte, umweglose Lebensläufe. Deshalb würde ich jeden, der für die Literatur brennt, ermutigen: Gründet Zeitschriften! Organisierte spannende Veranstaltungen! Schafft euch die Arbeitsplätze, die ihr euch wünscht! Oder um es mit Deleuze/Guattari zu sagen: <em>Lasst keinen General in euch aufkommen!</em></li>
</ol>
<h4>&nbsp;</h4>
<p><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/janvalk.jpg" width="100" height="160" alt="Jan Valk (Foto: © privat)" title="Jan Valk (Foto: © privat)" /><strong>Jan Valk</strong>, geboren am 4.11.1978, studierte Neuere Deutsche Literatur, Deutsche Sprache u. Ältere Literatur und Philosophie in <a href="http://www.uni-bonn.de/">Bonn</a>. 2006 Magister. Lektoratsvolontariat bei <a href="http://www.kiwi-verlag.de/">Kiepenheuer &#038; Witsch</a>. Valk arbeitet als freier Literaturlektor, Herausgeber und Journalist in Berlin und ist Mitglied der Berliner Bürogemeinschaft <a href="http://www.adlerundsoehne.com/">»Adler &#038; Söhne Literaturproduktion«</a>.</p>
<p><em>Stationen/Tätigkeitsbereiche:</em> Seit 2002 Organisation verschiedener Veranstaltungsreihen mit Schwerpunkt junge deutschsprachige Literatur in Köln, Berlin, Hamburg, Göttingen u.a. – seit 2007 Promotion zu einem literaturtheoretischen Thema an der Uni Bonn und Arbeit als Wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Neue deutsche Literatur und Medienwissenschaften (<a href="http://www.inframedialitaet.de/">Prof. Dr. Michael Wetzel</a> – 2007/08) – Mitinitiator und Organisator des <a href="http://www.junge-magazine.de/"><em>Treffens Junger Magazine</em></a> (2007 u. 2008) und der <a href="http://www.litcologne.de/">lit.Cologne</a>-Lesereihe »heute ist morgen« (2008) – Literaturjournalistische Tätigkeit für Print, Radio und Online (u.a. <a href="http://www.wdr.de/"><em>WDR</em></a>, <a href="http://http://www.dw-world.de/german/"><em>Deutsche Welle Online</em></a>) – freier Literaturlektor (hauptsächlich für <a href="http://www.rowohlt.de/">Rowohlt</a>, <a href="http://www.kiwi-verlag.de/">Kiepenheuer &#038; Witsch</a>, <a href="http://www.berlinverlage.de/">Berlin Verlag</a>) – seit 2005: Mitherausgeber des Magazins <a href="http://www.sprachgebunden.de/"><em>sprachgebunden – zeitschrift für text + bild</em></a>.</p>
<p><font size="-1">Foto: © privat.</font></p>
<p>&nbsp;</p>
<div style="color: #777;">Jan Valk macht bei unseren »Germanisten, die es geschafft haben« – nämlich einen Beruf zu ergreifen – das dritte Dutzend voll. Seit 2006 geben ehemalige Germanistik-Studentinnen und -Studenten in der <em>K.A. plus</em> Auskunft über ihren Werdegang und über den Nutzen ihres literaturwissenschaftlichen Studiums. Die zwölf Fragen unseres Fragebogens beantwortete vor Valk zuletzt <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1496/"><em>F.A.Z.</em>-»Kunstmarkt«-Redakteurin Swantje Karich</a>, die gemeinsam mit ihm und <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1494/">Radio-Journalist Wolfgang Bender</a> am vergangenen Freitag beim <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1494/">»Forum B(eruf): Germanistik«</a> im Institut für Germanistik der Uni Bonn zu Gast war. Weitere <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/ressort/kaplus/germanistinnen-im-beruf/">»Germanisten im Beruf«</a> werden folgen!</div>
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		<item>
		<title>Dann geschieht es einfach</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 13:00:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Andres</dc:creator>
				<category><![CDATA[Germanisten im Beruf]]></category>

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		<description><![CDATA[<img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/swantjekarich.JPG" width="100" height="120" alt="Swantje Karich (Foto: © F.A.Z.)" title="Swantje Karich (Foto: © F.A.Z.)" />Kunstgeschichte, Literatur und Philosophie lautet die Studienkombination, die der Journalistin <strong>Swantje Karich</strong> den Karriereweg ebnete. Was in einer kleinen Buchhandlung in tiefer Provinz mit dem Schreiben von Kurzkritiken begann, hat seinen (vorläufigen) Höhepunkt gefunden in Kritiken über Ausstellungen zeitgenössischer Kunst und über Kunst allgemein – als Redakteurin für das <em>F.A.Z.</em>-Feuilleton. Und dass ein solcher Job über gut vorbereitete und vielfältig interessierte Geisteswissenschaftler auch schon mal ganz unverhofft hereinbrechen kann, das schildert Karich in ihren Antworten zu unserem Fragebogen …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kunstgeschichte, Literatur und Philosophie lautet die Studienkombination, die der Journalistin <strong>Swantje Karich</strong> den Karriereweg ebnete. Was in einer kleinen Buchhandlung in tiefer Provinz mit dem Schreiben von Kurzkritiken begann, hat seinen (vorläufigen) Höhepunkt gefunden in Kritiken über Ausstellungen zeitgenössischer Kunst und über Kunst allgemein – als Redakteurin für das <em>F.A.Z.</em>-Feuilleton. Und dass ein solcher Job über gut vorbereitete und vielfältig interessierte Geisteswissenschaftler auch schon mal ganz unverhofft hereinbrechen kann, das schildert Karich in ihren Antworten zu unserem Fragebogen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Unsere zwölf Fragen, beantwortet von Swantje Karich:</h4>
<ol>
<li><strong>Wie lange und wo haben Sie studiert, welchen Abschluss haben Sie erreicht? War Germanistik Ihr Haupt- oder Nebenfach?</strong>
<p>Ich habe vom SS 1998 bis WS 2003/04 in Bonn Kunstgeschichte, Neuere Deutsche Literatur und Philosophie studiert. Abschluss Magistra Artium. Das Erasmusjahr habe ich in Leicester, Großbritannien, verfeiert. Germanistik ist also mein Nebenfach gewesen.</li>
<li><strong>Was hat Sie damals dazu bewogen, Germanistik zu studieren?</strong>
<p>Ich wollte schon nach dem Abitur Kulturjournalistin werden – da lag Germanistik nahe. Ich habe zunächst ein Praktikum beim <em>WDR</em>-Fernsehen, <em>Philosophie heute</em>, gemacht. Denn eigentlich sollte Philosophie Hauptfach werden, aber dann kam mir die Kombination sehr gelegen. – Begonnen hat aber alles in einer Buchhandlung in Schlebusch [legendär in Leverkusen: die <a href="http://www.buchhandlung-gottschalk.de/">Buchhandlung Gottschalk</a>, <em>Anm. d. Red.</em>], für die ich kleine Rezensionen verfasst habe.</li>
<li><strong>Zu welchem Thema haben Sie Ihre Abschlussarbeit eingereicht?</strong>
<p>Ich habe über den belgischen Künstler Luc Tuymans geschrieben – »›Antikatharsis‹ im Werk von Luc Tuymans – Analyse einer Bildstrategie anhand ausgesuchter Werke zu Shoah«, so lautete der kryptische Titel.</li>
<li><strong>Zu welchen wissenschaftlichen Ergebnissen sind Sie in dieser Arbeit gelangt?</strong>
<p>Polemisch ausgedrückt: Tuymans' Ansatz erschien mir damals als der Wahre. Seine Kunst bedient keine Kontemplation, keine Katharsis, sondern eine von mir so benannte Antikatharsis. Tuymans' Bildstrategie setzt sich mit der Shoah auseinander, indem er im Bild einen Konflikt provoziert, einen Diskurs führt, der nicht lösbar ist, weil die Zeichen nicht das indizieren, was sie zunächst versprechen.<br />
Heute bin ich immer noch eine Anhängerin seiner Arbeit, aber ich sehe ihn kritischer!</li>
<li><strong>Wer war Ihr(e) bevorzugte(r) Professor(in) und was machte sie/ihn aus?</strong>
<p>Anne-Marie Bonnet vom kunsthistorischen Institut. Sie hat mir auf ihre unnachahmliche Weise eine visuelle, multimediale Kompetenz vermittelt – von ihrer Lehre profitiere ich noch heute bei meiner Arbeit. Nie vergessen werde ich aber auch meine mündliche Prüfung bei Prof. Gabriel über Durst Grünbewachsen.</li>
<li><strong>Was war / ist Ihr Lieblingsbuch / Lieblingsautor(in) / Lieblingsepoche / Lieblingsgattung / Lieblingsgenre?</strong>
<p>Diese Frage finde ich …<br />
denn davon gibt es zu viele … Ich bin eine sehr treue Leserin von Virginia Woolf. Ich sammle alles, was ich von ihr bekommen kann. Es ist langsam eine Karotte.<br />
SusanSontagGillesDeleuzeDanielBurenDietmarDath&shy;MarcelBeyer&shy;AndreaFraser&shy;ThomasBrasch-Leserin, das sagt wohl viel über die Vielfalt meiner Interessen und gleichzeitig auch gar nichts. Das gefällt mir besser.</li>
<li><strong>Wo haben Sie Ihre ersten beruflichen Erfahrungen gesammelt, welche studienbegleitenden Tätigkeiten (Praktika etc.) haben Sie absolviert und dabei ggf. welche Schlüsselqualifikationen erworben?</strong>
<p><em>WDR</em>-Fernsehen, <em>WDR</em>-Radio, Bundestag, <em>General-Anzeiger Bonn</em>, <em>Deutschland Radio Berlin</em> etc.<br />
… Ich habe meine ersten Erfahrungen schon vor dem Studium beim <em>WDR</em> und Bundestag gesammelt. Während des Studiums habe ich beim <em>General-Anzeiger</em> in Bonn angefangen. Die ersten Artikel gingen über Goldhochzeiten.
</li>
<li><strong>Wie sind Sie nach dem Studium geworden, was Sie nun sind? Und: Wollten Sie es werden?</strong>
<p>Ich wollte es schon immer. Dann kam mir aber die Erfahrung forschender Tiefgründigkeit dazwischen. Doch nach einem Jahr Promotion mit kurzen Stipendien bin ich wieder umgeschwenkt, zumal ich mitbekam, was sich alles durch die Reformen an der Universität verändern würde. Ich habe das freiheitliche Studium des Magisters schon sehr geschätzt.<br />
Dann bin ich nach Berlin auf die Journalisten-Schule gegangen, von dort nach Frankfurt. Dann geschah es einfach.</li>
<li><strong>Nützt Ihnen das im Studium erworbene Wissen in Ihrem Beruf – und wenn ja: was?</strong>
<p>Da ich im Feuilleton der <em>F.A.Z.</em> in meinem Hauptfach der Kunstgeschichte arbeite, ist mein Studium jeden Tag wieder hilfreich …<br />
Ohne wäre meine Arbeit unmöglich.</li>
<li><strong>Würden Sie sich heute wieder für ein Germanistik-Studium entscheiden – und warum (nicht)?</strong>
<p>Ich würde mich heute wieder für ein Magisterstudium entscheiden. Ob ich nun einen Bachelor machen würde, weiß ich nicht genau. An der Universität in Halle gebe ich ein Seminar, was ich dort erlebe, macht nicht sehr viel Hoffnung. Die Studenten jagen den Punkten hinterher.</li>
<li><strong>Wie viele Ihrer (Branchen-)Kollegen haben Germanistik oder ein anderes geisteswissenschaftliches Studium absolviert? Und werden in Ihrem Bereich noch weitere Germanisten bzw. Geisteswissenschaftler gesucht?</strong>
<p>In meiner Redaktion haben (fast) alle ein geisteswissenschaftliches Studium absolviert – Talente sind immer willkommen.</li>
<li><strong>Welche Frage haben Sie an heutige Studierende der Germanistik? Und was würden Sie ihnen raten zu tun (oder zu lassen), um den Sprung von der Uni ins Berufsleben zu schaffen?</strong>
<p>Warum lasst ihr zu, dass alle Euch unterschätzen?</p>
<p>Das Entscheidende ist, dass die Studenten einerseits genügend Freiraum bekommen, um sich im Studium zu orientieren, ruhig auch mal in Ruhe einige Semester forschen dürfen. Doch dann sollte man rechtzeitig praktische Erfahrung sammeln. Letztendlich muss man seiner Neugierde folgen. Mein bester Dozent an der Journalisten-Schule in Berlin, Stephan Lebert von der <em>Zeit</em>, hat immer darauf gepocht, dass die Neugierde den Journalisten ausmacht. Es ist die treibende Kraft! Ich bin oft überrascht, wie viele Studenten gar nicht wissen, was sie reizen würde.</li>
</ol>
<h4>&nbsp;</h4>
<p><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/swantjekarich.JPG" width="100" height="120" alt="Swantje Karich (Foto: © F.A.Z.)" title="Swantje Karich (Foto: © F.A.Z.)" /><strong>Swantje Karich</strong>, geboren am 30. Mai 1978 in Leverkusen, studierte Kunstgeschichte, Germanistik und Philosophie in <a href="http://www.uni-bonn.de/">Bonn</a> und <a href="http://www2.le.ac.uk/">Leicester</a>. Nach dem Magister 2004 besuchte sie die <a href="http://www.berliner-journalisten-schule.de/">Berliner Journalisten-Schule</a>. Zum Feuilleton der <a href="http://www.faz.net/"><em>Frankfurter Allgemeinen Zeitung</em></a> kam sie 2006 als Hospitantin. Im Juli 2006 wechselte sie dort in das Ressort <a href="http://www.faz.net/s/RubBC09F7BF72A2405A96718ECBFB68FBFE/Tpl~Ecommon~Sressort.html">»Kunstmarkt«</a>, seit April 2008 ist sie <a href="http://www.faz.net/s/RubD87FF48828064DAA974C2FF3CC5F6867/Doc~E8A3808B6A2F64319BE94FEF4DAE865AE~ATpl~Ecommon~Scontent.html"><em>F.A.Z.</em>-Redakteurin</a>.</p>
<p><font size="-1">Foto: © <a href="http://www.faz.net/">F.A.Z.</a></font></p>
<p>&nbsp;</p>
<div style="color: #777;">Swantje Karich ist unsere 35. »Germanistin, die es geschafft hat« – nämlich einen Beruf zu ergreifen. Seit 2006 geben ehemalige Germanistik-Studentinnen und -Studenten in der <em>K.A. plus</em> Auskunft über ihren Werdegang und über den Nutzen ihres literaturwissenschaftlichen Studiums. Die zwölf Fragen unseres Fragebogens beantwortete vor Karich zuletzt <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1494/">Radio-Journalist Wolfgang Bender</a>, der gemeinsam mit ihr und <em>sprachgebunden</em>-Mitherausgeber Jan Valk <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1494/">heute beim »Forum B(eruf): Germanistik«</a> im Institut für Germanistik der Uni Bonn zu Gast ist. Die Antworten von Jan Valk präsentieren wir Ihnen am kommenden Montag an dieser Stelle, weitere <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/ressort/kaplus/germanistinnen-im-beruf/">»Germanisten im Beruf«</a> werden folgen!</div>
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		<title>»… dann ging es zipp zapp«</title>
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		<comments>http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1494/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 08 Jul 2009 11:15:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Andres</dc:creator>
				<category><![CDATA[Germanisten im Beruf]]></category>

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		<description><![CDATA[<img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/wolfgangbender1.jpg" width="100" height="120" alt="Wolfgang Bender" title="Wolfgang Bender" />Vom historischen zum mythischen Faust – und weiter zum Radio: So verlief, kurz gefasst, der bisherige Karriereweg des Journalisten <strong>Wolfgang Bender</strong>. Zehn Jahre hat er studiert, zehn Tage nach seinem Studienabschluss war er Volontär und wechselte danach schnurstracks zum <em>Westdeutschen Rundfunk</em>. So ging schließlich also doch alles »zipp zapp« für den (laut freiwilliger Selbstauskunft) »Dauerquassler« seit Schulzeiten.

Welche Vorbereitungen auf dem Weg zum Radio-Journalisten sonst noch notwendig waren, verrät Bender in unserem Fragebogen  für »Germanisten, die es geschafft haben« …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vom historischen zum mythischen Faust – und weiter zum Radio: So verlief, kurz gefasst, der bisherige Karriereweg des Journalisten <strong>Wolfgang Bender</strong>. Zehn Jahre hat er studiert, zehn Tage nach seinem Studienabschluss war er Volontär und wechselte danach schnurstracks zum <em>Westdeutschen Rundfunk</em>. So ging schließlich also doch alles »zipp zapp« für den (laut <a href="http://www.wolfgangbender.com/">freiwilliger Selbstauskunft</a>) »Dauerquassler« seit Schulzeiten.</p>
<p>Welche Vorbereitungen auf dem Weg zum Radio-Journalisten sonst noch notwendig waren, verrät Bender in unserem Fragebogen für »Germanisten, die es geschafft haben«.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Unsere zwölf Fragen, beantwortet von Wolfgang Bender:</h4>
<ol>
<li><strong>Wie lange und wo haben Sie studiert, welchen Abschluss haben Sie erreicht? War Germanistik Ihr Haupt- oder Nebenfach?</strong>
<p>Ich habe von 1995 bis 2005 studiert. Die meiste Zeit in Bonn, zwei Semester in Wien. Hauptfach war Germanistik bzw. Neuere deutsche Literaturwissenschaft. Seit 2005 darf ich mich Magister Artium nennen.</li>
<li><strong>Was hat Sie damals dazu bewogen, Germanistik zu studieren?</strong>
<p>Am Anfang war es nur das Lesen. Dann kam die Neugierde dazu, hinter die Texte und Formulierungen zu schauen. Außerdem ließ meine Begabung vermuten, dass sich ein zahlenorientierter Beruf eher suboptimal auswirken würde.</li>
<li><strong>Zu welchem Thema haben Sie Ihre Abschlussarbeit eingereicht?</strong>
<p>Meine Magisterarbeit untersucht den Wandel vom historischen zum mythischen Faust anhand der <em>Historia von D. Johann Fausten</em> von 1587.</li>
<li><strong>Zu welchen wissenschaftlichen Ergebnissen sind Sie in dieser Arbeit gelangt?</strong>
<p>Der Faust des ersten gedruckten Faustbuchs ist ein schaurig-dramatisches Negativexemplum vormoderner Welterfahrung. Der Teufelspakt, der eindrucksvoll die Persönlichkeitsänderung Fausts beschreibt, scheint nicht nur reine Fiktion des unbekannten Autors zu sein. Höchstwahrscheinlich nutzte er diverse Quellen für die Kompilation der Abenteuer und Schwänke. Einige davon basieren offenbar auf Briefauszügen, Urkundenvermerken und Handelsregisterauszügen.</li>
<li><strong>Wer war Ihr(e) bevorzugte(r) Professor(in) und was machte sie/ihn aus?</strong>
<p>Sternstunden im grauen Studi-Alltag waren meistens Vorlesungen von Helmut J. Schneider. Besonders dann, wenn er vom Manuskript abwich und improvisierte. Von Klaus Göbel sprang außerdem der Funke über zur Begeisterung fürs Theater und die wissenschaftliche Untersuchung von Fernsehserien.</li>
<li><strong>Was war / ist Ihr Lieblingsbuch / Lieblingsautor(in) / Lieblingsepoche / Lieblingsgattung / Lieblingsgenre?</strong>
<p>Es ist <em>Nichts als die Wahrheit</em>, dass ich gerne <em>Hinter die Kulissen</em> schaue und darum jedem nur den <em>Bohlenweg</em> empfehlen kann. Als launige Kurzanleitung, wie man aus Sch … Geld macht. Wer sich außerdem die nötige Muße leisten kann, sollte nicht von dieser Welt gehen, ohne sie gemeinsam mit Daniel Kehlmann vermessen zu haben. Denn dieses Buch ist einfach anders als andere.</li>
<li><strong>Wo haben Sie Ihre ersten beruflichen Erfahrungen gesammelt, welche studienbegleitenden Tätigkeiten (Praktika etc.) haben Sie absolviert und dabei ggf. welche Schlüsselqualifikationen erworben?</strong>
<p>Während des Studiums habe ich ein Praktikum beim Uniradio gemacht. Danach folgte ein Praktikum beim Lokalradio. Da habe ich das journalistische Laufen gelernt. Bis zum Studienabschluß war ich dann regelmäßig als freier Mitarbeiter beschäftigt. 10 Tage nach dem Magister begann mein Volontariat. Danach der direkte Wechsel zum <em>WDR</em>.</li>
<li><strong>Wie sind Sie nach dem Studium geworden, was Sie nun sind? Und: Wollten Sie es werden?</strong>
<p>Durch ein Netzwerk von Kontakten gab es zum richtigen Zeitpunkt immer den richtigen Ansprechpartner. Hinzu kamen glückliche Zufälle und Menschen, die mich gefördert haben (und immer noch fördern). Journalist werden wollte ich schon immer. Die Gelegenheit bot sich zwar erst spät, aber dann ging es zipp zapp.</li>
<li><strong>Nützt Ihnen das im Studium erworbene Wissen in Ihrem Beruf – und wenn ja: was?</strong>
<p>Beim Recherchieren sind Kenntnisse über Nachschlagewerke, Zettelkästen und Register sehr hilfreich. Argumentationsfähigkeit und ein Gefühl für Formulierungen sind gerade beim Schreiben fürs Hören Gold wert.</li>
<li><strong>Würden Sie sich heute wieder für ein Germanistik-Studium entscheiden – und warum (nicht)?</strong>
<p>Ein uneingeschränktes JA. Es hat Spaß gemacht – und das darf es auch einfach mal.</li>
<li><strong>Wie viele Ihrer (Branchen-)Kollegen haben Germanistik oder ein anderes geisteswissenschaftliches Studium absolviert? Und werden in Ihrem Bereich noch weitere Germanisten bzw. Geisteswissenschaftler gesucht?</strong>
<p>Das Leben ist auch in Redaktionen bunt. Es gibt Agrarwissenschaftler, Anglisten, Biologen und Politikwissenschaftler. Aber auch diplomierte Technikjournalisten. Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ist ein Abschluß äußerst wichtig. Egal in welchem Fachbereich. Bei privaten Sendern kann man auch als Studienabbrecher Karriere machen.</li>
<li><strong>Welche Frage haben Sie an heutige Studierende der Germanistik? Und was würden Sie ihnen raten zu tun (oder zu lassen), um den Sprung von der Uni ins Berufsleben zu schaffen?</strong>
<p>Die Frage ist: Wo willst Du hin? Und wie willst Du dahin?</p>
<p>Ratschläge? Während des Studiums ein, zwei Praktika machen. Nicht erst hinterher. Und ganz wichtig: Auch wenn die Lust zum Studienende hin gegen Null tendiert, unbedingt noch den Abschluß durchziehen. Damit kann man bei Chefredakteuren und Studioleitern prima punkten.</li>
</ol>
<h4>&nbsp;</h4>
<p><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/wolfgangbender1.jpg" width="100" height="120" alt="Wolfgang Bender" title="Wolfgang Bender" /><strong>Wolfgang Bender</strong>, geboren 1976 in Münster; Studium an der <a href="http://www.uni-bonn.de/">Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität  in Bonn</a> und an der <a href="http://www.univie.ac.at/">Universität Wien</a>. Nach einem Praktikum bei <a href="http://www.radioeuskirchen.de/"><em>Radio Euskirchen</em></a> folgt 2003 freie Mitarbeit für <em>Radio Euskirchen</em>, <a href="http://www.radiorur.de/"><em>Radio Rur</em></a> und <a href="http://www.radionrw.de/"><em>Radio NRW</em></a>. Nach dem M.A. beginnt 2005 ein Hörfunk-Volontariat. 2007 dann der Wechsel zum <a href="http://www.wdr.de/"><em>WDR</em></a><a> in </a><a href="http://www.wdr.de/studio/bonn/index.html">Bonn</a> und <a href="http://www.wdr.de/studio/aachen/">Aachen</a>.</p>
<p><font size="-1">Foto: © <a href="http://www.wolfgangbender.com/">Wolfgang Bender</a>.</font></p>
<p>&nbsp;</p>
<div style="color: #777;">Wolfgang Bender ist unser 34. »Germanist, der es geschafft hat« – nämlich einen Beruf zu ergreifen. Seit 2006 geben ehemalige Germanistik-Studentinnen und -Studenten in unserem Fragebogen Auskunft über ihren Werdegang und über den Nutzen ihres literaturwissenschaftlichen Studiums. Vor Bender beantwortete zuletzt <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1383/">Lektorin Ditta Kloth</a> die zwölf Fragen, weitere <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/ressort/kaplus/germanistinnen-im-beruf/">»Germanisten im Beruf«</a> werden folgen!</div>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Germanisten, die es geschafft haben</title>
		<link>http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1495/</link>
		<comments>http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1495/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 08 Jul 2009 11:00:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian Beer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus der Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Germanisten im Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kritische-ausgabe.de/?p=1495</guid>
		<description><![CDATA[<a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/ressort/kaplus/germanistinnen-im-beruf/"><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/giblogo.jpg" class=right alt="»Germanisten im Beruf« (Logo der »K.A. plus«-Rubrik)" title="»Germanisten im Beruf« (Logo der »K.A. plus«-Rubrik)" /></a>»Warum einer wurde, was er wurde – und wie: Das ist immer interessant«, meinte Fritz J. Raddatz einmal. Das gilt nicht nur für prominente Germanisten wie Peter Wapnewski, auf dessen Autobiographie sich Raddatz’ Aussage bezog, sondern auch für andere Studienabsolventen. Zumal, wenn sich aus den individuellen Erfahrungen eines »Germanisten im Beruf« mehr gewinnen lässt als launige Anekdoten – eine berufliche Orientierungshilfe für Sprach- oder Literaturwissenschaftler zum Beispiel …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>»Warum einer wurde, was er wurde – und wie: Das ist immer interessant«, meinte Fritz J. Raddatz einmal. Das gilt nicht nur für prominente Germanisten wie Peter Wapnewski, auf dessen Autobiographie sich Raddatz’ Aussage bezog, sondern auch für andere Studienabsolventen. Zumal, wenn sich aus den individuellen Erfahrungen eines »Germanisten im Beruf« mehr gewinnen lässt als launige Anekdoten – eine berufliche Orientierungshilfe für Sprach- oder Literaturwissenschaftler zum Beispiel.</p>
<p>Als eine ebensolche Orientierungshilfe versteht sich auch das gemeinsam vom <a href="http://www3.uni-bonn.de/einrichtungen/alumni">Alumni-Netzwerk der Universität Bonn</a> und <a href="http://www.germanistik.uni-bonn.de/content/lehrende/dozenten?doz_id=71">Professor Helmut J. Schneider</a> vom dortigen <a href="http://www.germanistik.uni-bonn.de/">Institut für Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft</a> organisierte »Forum B(eruf): Germanistik«, das bereits seit mehren Jahren regelmäßig Studenten und im Beruf stehende Absolventen des Fachs zusammenbringt. So auch am kommenden Freitag, den 10. Juli. Um 18 Uhr (natürlich mit dem üblichen akademischen Viertel) stellen sich mit <a href="http://www.faz.net/s/RubD87FF48828064DAA974C2FF3CC5F6867/Doc~E8A3808B6A2F64319BE94FEF4DAE865AE~ATpl~Ecommon~Scontent.html"><strong>Swantje Karich</strong></a>, <a href="http://www.wolfgangbender.com/"><strong>Wolfgang Bender</strong></a> und <strong>Jan Valk</strong> erneut drei Bonner Alumni der Frage, warum und wie sie wurden, was sie sind: Redakteurin des »Kunstmarktes« der <em>F.A.Z.</em>, <em>WDR</em>-Hörfunker oder Lektor und Mitherausgeber der Literaturzeitschrift <a href="http://www.sprachgebunden.de/"><em>sprachgebunden</em></a> – die übrigens <a href="http://www.sprachgebunden.de/sg5.html">einen Tag zuvor</a> in Köln ihre druckfrische Ausgabe zur arabischen Literatur und Kunst präsentiert. Möglichkeit zum Austausch mit den drei Gästen bietet auch der abschließende kleine Umtrunk im Vestibül der germanistischen Institutsbibliothek, zu dem die Veranstalter ebenfalls herzlich einladen.</p>
<p>Zum Schluss noch ein Wort in eigener Sache: Gute Tradition ist es inzwischen, dass die Gäste des »Forums B(eruf): Germanistik« im Vorfeld der Veranstaltung auch <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/ressort/kaplus/germanistinnen-im-beruf/">unsere zwölf Fragen</a> beantworten, die wir seit fast auf den Tag genau dreieinhalb Jahren an Germanisten richten, »die es geschafft haben«. Den Anfang macht heute die – wie er selbst sagt – schon zu Schulzeiten notorische Quasselstrippe <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1494/">Wolfgang Bender</a>, die Antworten von Swantje Karich und Jan Valk folgen in Kürze. </p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Das »Forum (B)eruf: Germanistik« mit Swantje Karich, Wolfgang Bender und Jan Valk beginnt <strong>am Freitag, den 10. Juli 2009, um 18:15 Uhr</strong> im Übungsraum im 3. Obergeschoss des Instituts für Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft (im Südturm des Universitäts-Hauptgebäudes). Die inzwischen über dreißig </em>K.A. plus<em>-Fragebögen für »Germanisten, die es geschafft haben«, finden Sie <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/ressort/kaplus/germanistinnen-im-beruf/">hier</a>. Eintritt und Lektüre sind selbstverständlich frei.</em></p>
<p><font size="-1"><strong>Addendum (13. Juli 2009): </strong>Die Antworten von <em>F.A.Z.</em>-Redakteurin Swantje Karich sind nunmehr <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1496/">hier</a> nachzulesen, diejenigen von Jan Valk präsentieren wir Ihnen <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1497/">dort</a>.</font></p>
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		<title>»Fragen, Fragen, Fragen &#8230;«</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Feb 2009 20:15:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nadja Bilstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Germanisten im Beruf]]></category>

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		<description><![CDATA[Eigentlich ist <strong>Ditta Kloth</strong> ja gar keine Germanistin: Sie hat ihr Germanistik-Studium abgebrochen und sich der – nach ihrem Geschmack – exotischeren Hispanistik zugewandt. Doch heute übt sie einen Beruf aus, der sicherlich auch ein Traum für viele angehende Germanisten sein dürfte: Sie ist Lektorin im belletristischen Lektorat des Rowohlt Taschenbuch Verlags.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich ist <strong>Ditta Kloth</strong> ja gar keine Germanistin: Sie hat ihr Germanistik-Studium abgebrochen und sich der – nach ihrem Geschmack – exotischeren Hispanistik zugewandt. Doch heute übt sie einen Beruf aus, der sicherlich auch ein Traum für viele angehende Germanisten sein dürfte: Sie ist Lektorin im belletristischen Lektorat des <a href="http://www.rowohlt.de/">Rowohlt Taschenbuch Verlags</a>. Schon während ihres Studiums hegte Ditta Kloth diesen Berufswunsch und absolvierte einige Praktika in Verlag, Presse sowie in der Veranstaltungsorganisation. Nach ihrem Studium arbeitete sie nebenher als freie Mitarbeiterin für diverse Verlage. Den beruflichen Einstieg schaffte sie schließlich im Bereich wissenschaftliches Sachbuch, von wo der Schritt zum Traumjob im belletristischen Lektorat nicht mehr weit war und mit einer Portion Glück schließlich auch klappte.</p>
<p>Was ihr das Studium für ihren heutigen Beruf gebracht hat und warum sie sich heute vielleicht doch für ein Germanistik-Studium entscheiden würde, verrät sie uns in unserem Fragebogen für »Germanisten, die es geschafft haben«.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Unsere zwölf Fragen, beantwortet von Ditta Kloth:</h4>
<ol>
<li><strong>Wie lange und wo haben Sie studiert, welchen Abschluss haben Sie erreicht? War Germanistik Ihr Haupt- oder Nebenfach?</strong>
<p>Ich habe sechs Jahre lang in Bonn, Madrid und Hamburg auf Magister studiert: anfangs Germanistik, Romanistik und Hispanistik. Aber das war mir schnell zu einseitig, weshalb ich die Literatur schließlich auf die vermeintlich exotischere Hispanistik reduziert habe und in meinen Nebenfächern zu Politikwissenschaften und Neuerer Geschichte gewechselt bin.</li>
<li><strong>Was hat Sie damals dazu bewogen, Germanistik zu studieren?</strong>
<p>Die Germanistik in Bonn war völlig überlaufen und wirkte auf mich – auch in Hinblick auf meine berufliche Zukunft – daher eher abschreckend. Ein kleineres Seminar erschien mir letztlich geeigneter fürs Studium, was aber sicher vom Typ abhängig ist. Ich fühlte mich in der Germanistik einfach nicht so aufgehoben, obwohl ich unbedingt Sprachen studieren wollte. In der Hispanistik hingegen bot sich dann gleich noch die Möglichkeit eine neue Sprache zu lernen, weswegen ich mich entschloss, damit weiterzumachen.</li>
<li><strong>Zu welchem Thema haben Sie Ihre Abschlussarbeit eingereicht?</strong>
<p>Zum Roman <em>Terra Nostra</em> des mexikanischen Schriftstellers Carlos Fuentes.</li>
<li><strong>Zu welchen wissenschaftlichen Ergebnissen sind Sie in dieser Arbeit gelangt?</strong>
<p>In meiner Arbeit behandelte ich Fragen der Darstellung und Darstellbarkeit von Geschichte bzw. Geschichtsschreibung in der Kunst, genauer: in der Literatur. Es ging um das Geschichtsbild der Eroberung Lateinamerikas und die Möglichkeit der Literatur auch die Geschichte der Eroberten darzustellen bzw. verschiedene Perspektiven nebeneinander zuzulassen.</li>
<li><strong>Wer war Ihr(e) bevorzugte(r) Professor(in) und was machte sie/ihn aus?</strong>
<p>Ich mochte vor allem Dozenten, die in ihrem Beruf und ihrem Fachgebiet aufgegangen sind und sich Studenten gegenüber offen und interessiert zeigten.</li>
<li><strong>Was war / ist Ihr Lieblingsbuch / Lieblingsautor(in) / Lieblingsepoche / Lieblingsgattung / Lieblingsgenre?</strong>
<p>Die Lieblinge sind so zahlreich wie die Bücher im Regal … Aber der persönliche Geschmack verändert sich, deshalb fällt mir eine Aussage schwer.</li>
<li><strong>Wo haben Sie Ihre ersten beruflichen Erfahrungen gesammelt, welche studienbegleitenden Tätigkeiten (Praktika etc.) haben Sie absolviert und dabei ggf. welche Schlüsselqualifikationen erworben?</strong>
<p>Eigentlich habe ich immer neben dem Studium gearbeitet, um Geld zu verdienen, aber auch um etwas »Handfestes« zu machen. Zu den wichtigeren Jobs zählten eine Stelle als Tutorin, als wissenschaftliche Hilfskraft sowie Praktika in Verlag, Presse und in der Veranstaltungsorganisation.</li>
<li><strong>Wie sind Sie nach dem Studium geworden, was Sie nun sind? Und: Wollten Sie es werden?</strong>
<p>Durch Praktika, freie Mitarbeit und Kontakte – und eine gehörige Portion Glück. Ich wollte schon während des Studiums Lektorin werden, habe aber lange nicht geglaubt, dass es mich auch tatsächlich zu meinem Traumberuf in die Belletristik verschlagen würde. Mein beruflicher Einstieg erfolgte dann im Bereich wissenschaftliches Sachbuch in einem der Universität Hamburg angeschlossenen Institut. Ich hatte dort bereits als studentische Hilfskraft gearbeitet. Wenige Monate nach meinem Abschluss bekam ich zunächst eine halbe Stelle, später dann eine Vollzeitstelle angeboten. Nebenbei habe ich als freie Mitarbeiterin für andere Verlage (u.a. für das belletristische Lektorat im Rowohlt Taschenbuch) gearbeitet. Und dann war ich offensichtlich zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort …</li>
<li><strong>Nützt Ihnen das im Studium erworbene Wissen in Ihrem Beruf – und wenn ja: was?</strong>
<p>Das akribisch erworbene Fachwissen nützt mir wahrscheinlich weniger, als die Fremdsprachen, das Sprachgefühl und der gesunde Menschenverstand, den man im Studium schulen kann.</li>
<li><strong>Würden Sie sich heute wieder für ein Germanistik-Studium entscheiden – und warum (nicht)?</strong>
<p>Heute würde ich vielleicht tatsächlich Germanistik studieren und mich nicht von der Flut der Studenten abschrecken lassen. Manchmal merke ich nämlich, dass mir in diesem Bereich etwas fehlt. Vor allem, wenn es um Vergleiche von Autoren geht, um Anspielungen auf bestimmte Strömungen etc. Ein Studium ohne persönliche Motivation und Leidenschaft halte ich allerdings nach wie vor für falsch.</li>
<li><strong>Wie viele Ihrer (Branchen-)Kollegen haben Germanistik oder ein anderes geisteswissenschaftliches Studium absolviert? Und werden in Ihrem Bereich noch weitere Germanisten bzw. Geisteswissenschaftler gesucht?</strong>
<p>Alle Lektoren in der Belletristik, die ich kenne, haben Sprach- bzw. Literaturwissenschaft studiert, darunter hauptsächlich Germanistik und Anglistik.</li>
<li><strong>Welche Frage haben Sie an heutige Studierende der Germanistik? Und was würden Sie ihnen raten zu tun (oder zu lassen), um den Sprung von der Uni ins Berufsleben zu schaffen?</strong>
<p>Ich würde fragen: Was willst du mit dem Studium später machen? (Auch wenn ich die Frage damals selber gehasst habe!) Einen besonders klugen Rat habe ich nicht. Aber man sollte sicher – gerade auch außerhalb der Uni – Augen und Ohren offen halten. Und Fragen stellen. Fragen, Fragen, Fragen …
</li>
</ol>
<h4>&nbsp;</h4>
<p><strong>Ditta Kloth</strong>, geboren 1975 in Münster, studierte von 1996-2003 in Bonn, Madrid und Hamburg die Fächer Spanisch, Geschichte und Politik. Sie hat zahlreiche Auslandsaufenthalte und Praktika absolviert. Nach ihrer Lektorentätigkeit im Bereich wissenschaftliches Sachbuch und als freie Mitarbeiterin bei diversen Verlagen arbeitet sie seit 2006 im belletristischen Lektorat des <a href="http://www.rowohlt.de/">Rowohlt Taschenbuch Verlags</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div style="color: #777;">In unserer Serie <em>Germanisten im Beruf</em> haben seit 2006 bereits über dreißig ehemalige Germanistik-Studentinnen und -Studenten Auskunft über ihren Werdegang und den Nutzen ihres Studiums gegeben; der Reihe nach: <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/726/">Martin Sonneborn</a> (<em>Titanic</em>-Redakteur) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/728/">Jan Sting</a> (freiberuflicher Journalist) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/727/">Axel Joerss</a> (Journalist und Fotograf) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/779/">Christine Henschel</a> (Wissenschaftslektorin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/801/">Nikola Richter</a> (Schriftstellerin und Journalistin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/827/">Burkhard Spinnen</a> (Schriftsteller) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/862/">Kathrin Passig</a> (Autorin und Geschäftsführerin der »Zentralen Intelligenz Agentur«) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/875/">Adam Soboczynski</a> (<em>ZEIT</em>-Redakteur) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/881/">Cornelia Schu</a> (wiss. Referentin beim Wissenschaftsrat) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/885/">David Eisermann</a> (Kulturjournalist und <em>WDR</em>-Radiomoderator) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/905/">Swantje Lichtenstein</a> (Schriftstellerin und – seit Frühjahr 2007 – Professorin an der FH Düsseldorf) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/918/">Carla Christiany</a> (Deutschlektorin an der Università di Bologna) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/929/">Christoph Wenzel</a> (Mitbegründer und -herausgeber der Literaturzeitschrift <em>[SIC]</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/991/">Christian Eichner</a> (promovierter Rechtsanwalt und Germanistik-Habilitand) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/998/">Olaf Kutzmutz</a> (Programmleiter Literatur der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1072/">Andreas Wilink</a> (Mitbegründer, -herausgeber und leitender Redakteur des Magazins <em>K.WEST – das Feuilleton für NRW</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1081/">Tilman Krause</a> (Literaturkritiker und leitender Literatur-Redakteur bei der <em>Welt</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1102/">Andrea Vetsch</a> (TV-Moderatorin im <em>Schweizer Fernsehen</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1140/">Axel von Ernst</a> (Schriftsteller und Verleger) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1149/">Bernd Draser</a> (freiberuflicher Dozent) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1153/ ">Yvonne Büdenhölzer</a> (Dramaturgin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1187/">Reiner-Ernst Ohle</a> (Theaterreferent) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1199/">Antje Schnadwinkel</a> (Lektorin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1243/">Maxim Hofmann</a> (Kabarettist) –  <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1245/">Sandra Heinrici</a> (Organisationsassistentin der <em>Biennale Bonn</em> 2008) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1267/">Nicole Maus</a> (PR-Beauftragte des Goethe-Instituts London) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1272/">Marius Kursawe</a> (Unternehmensberater) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1283/">Barbara Wermann</a> (Lektoratsassistentin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1289/">Volker Oppmann</a> (Verleger) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1295/">Jürgen Kaube</a> (<em>FAZ</em>-Redakteur) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1313/">Andrea Essers</a> (Freie Buchredakteurin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1376/">Luzia Braun</a> (<em>aspekte</em>-Moderatorin). – Weitere <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/ressort/kaplus/germanistinnen-im-beruf/">»Germanisten, die es geschafft haben«</a>, folgen!</div>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Quer einsteigen statt Karriere</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Jan 2009 06:45:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Andres</dc:creator>
				<category><![CDATA[Germanisten im Beruf]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit deutschen Schriftstellern teilt sie die Liebe zu Italien: die Journalistin Luzia Braun hat sich aber auch dem Studium der Deutschen Literatur gewidmet. Bereits seit 15 Jahren moderiert sie eine der prominentesten Fernsehsendungen im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen, das TV-Kulturmagazin <em>aspekte</em> im Zweiten Deutschen Fernsehen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit deutschen Schriftstellern teilt sie die Liebe zu Italien: die <strong>Journalistin Luzia Braun</strong> hat sich aber auch dem Studium der Deutschen Literatur gewidmet. Bereits seit 15 Jahren moderiert sie eine der prominentesten Fernsehsendungen im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen, das TV-Kulturmagazin <a href="http://aspekte.zdf.de/"><em>aspekte</em></a> im Zweiten Deutschen Fernsehen – <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/medien/?em_cnt=1305213">allen</a> <a href="http://www.youtube.com/watch?v=KwuinyJgKew">Unkenrufen</a> <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/995/313898/text/">zum</a> <a href="http://www.rundfunk-institut.uni-koeln.de/institut/pdfs/20205.pdf">Trotz</a> sehr ansprechend und meist sogar noch vor der <a href="http://de.wiktionary.org/wiki/Geisterstunde">Geisterstunde</a>. (Übrigens sind, anbei bemerkt, die <em>aspekte</em> auch neben Luzia Braun in allerbesten Händen: Der zweite Moderator, <a href="http://aspekte.zdf.de/ZDFde/inhalt/18/0,1872,2020274,00.html">Wolfgang Herles</a>, hat ebenfalls ein Studium der Germanistik absolviert.)</p>
<p>In ihren Antworten zu unserem »Germanisten-Fragebogen« berichtet Braun von den »wichtigen« Dingen während ihres Studiums, von alternativen Lehrveranstaltungen, warum »Karriere« für sie ein Fremdwort war – und was sie sich von angehenden Journalisten wünscht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Unsere zwölf Fragen, beantwortet von Luzia Braun:</h4>
<ol>
<li><strong>Wie lange und wo haben Sie studiert, welchen Abschluss haben Sie erreicht? War Germanistik Ihr Haupt- oder Nebenfach?</strong>
<p>Ich habe sechs Jahre studiert, Germanistik und Geschichte im Hauptfach.</li>
<li><strong>Was hat Sie damals dazu bewogen, Germanistik zu studieren?</strong>
<p>Mir schien es ein Studium, das mir Zeit zum Leben lässt und meiner Freude am Lesen, Schreiben und Diskutieren entgegenkam.</li>
<li><strong>Zu welchem Thema haben Sie Ihre Abschlussarbeit eingereicht?</strong>
<p>Weiblichkeitsvorstellungen in der Literatur der Jahrhundertwende.</li>
<li><strong>Zu welchen wissenschaftlichen Ergebnissen sind Sie in dieser Arbeit gelangt?</strong>
<p>Dass Otto Weininger, Frank Wedekind und Konsorten hartgesottene Frauenverächter waren.</li>
<li><strong>Wer war Ihr(e) bevorzugte(r) Professor(in) und was machte sie/ihn aus?</strong>
<p>Ich war bei der KLV, den zum bürgerlichen Studienbetrieb alternativ organisierten bzw. koordinierten Lehrveranstaltungen – und da gab es den Kult des  <em>einen</em> Professors nicht, es zählte mehr der Geist des Germanisten-Kollektivs.</li>
<li><strong>Was war / ist Ihr Lieblingsbuch / Lieblingsautor(in) / Lieblingsepoche / Lieblingsgattung / Lieblingsgenre?</strong>
<p>Robert Musil: <em>Mann ohne Eigenschaften</em>, Ingeborg Bachmann, Leo Perutz, Schwerpunkt: Literatur von Frauen in allen Epochen, Autobiografien.</li>
<li><strong>Wo haben Sie Ihre ersten beruflichen Erfahrungen gesammelt, welche studienbegleitenden Tätigkeiten (Praktika etc.) haben Sie absolviert und dabei ggf. welche Schlüsselqualifikationen erworben?</strong>
<p>Während des Studiums habe ich nur als Kellnerin gejobbt, nach dem Studium bin ich erst mal ein halbes Jahr nach Südostasien gereist, habe als Deutschlehrerin Italiener im Knast unterrichtet, in Bologna in einer Metallfabrik übersetzt und dort mein erstes Hörfeature für den Rundfunk geschrieben, keine Praktika, kein Volontariat, Artikel für verschiedene Zeitungen geschrieben aus Italien, dann als DAAD-Lektorin nach Milano gegangen und nebenher als freie Journalistin gearbeitet, erst für Rundfunk und später dann für das Fernsehen,  insgesamt 15 Jahre lang.</li>
<li><strong>Wie sind Sie nach dem Studium geworden, was Sie nun sind? Und: Wollten Sie es werden?</strong>
<p>Ich gehöre noch zu der Generation, die sich nicht gefragt hat, was sie werden, sondern wie sie leben will und in welcher Gesellschaft. Karriere war für uns ein Fremdwort. Ich wusste nur, dass ich nicht Lehrerin werden wollte und ansonsten unendlich viel Zeit habe, nicht verhungern werde, mich mit irgendeinem Job über Wasser halten kann und nur Dinge tun möchte, die mich interessieren und weiterbringen.</li>
<li><strong>Nützt Ihnen das im Studium erworbene Wissen in Ihrem Beruf – und wenn ja: was?</strong>
<p>Ich habe leider viel zu wenig gelernt auf der Uni, das bereue ich heute. Wir hatten »wichtigere« Dinge zu tun damals: Politik, Liebe, Reisen, Feste.</li>
<li><strong>Würden Sie sich heute wieder für ein Germanistik-Studium entscheiden – und warum (nicht)?</strong>
<p>Heute ist der Druck viel größer und die Konkurrenz auch. Niemand kommt heute noch wie ich als Quereinsteigerin ins Fernsehen. Heute würde ich eher nicht mehr Germanistik studieren, weil es keine gute Voraussetzung ist für den Journalismus, besser ist sicher eine explizite Journalistenschule.</li>
<li><strong>Wie viele Ihrer (Branchen-)Kollegen haben Germanistik oder ein anderes geisteswissenschaftliches Studium absolviert? Und werden in Ihrem Bereich noch weitere Germanisten bzw. Geisteswissenschaftler gesucht?</strong>
<p>Die meisten in unserer Kulturredaktion kommen aus den Geisteswissenschaften, auch heute noch.</li>
<li><strong>Welche Frage haben Sie an heutige Studierende der Germanistik? Und was würden Sie ihnen raten zu tun (oder zu lassen), um den Sprung von der Uni ins Berufsleben zu schaffen?</strong>
<p>Schwer zu sagen, ich habe keinen Rat, nur einen Wunsch: dass junge Kolleginnen und Kollegen nicht nur Praktika und Auslandserfahrung und fünf Fremdsprachen anhäufen, sondern das haben und entwickeln, was im Journalismus immer mehr fehlt: Haltung.
</li>
</ol>
<h4>&nbsp;</h4>
<p><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/luzia_braun_zdf.jpg" height=200 width=150 alt="Luzia Braun (Foto: © ZDF)" title="Luzia Braun (Foto: © ZDF)"/><strong>Luzia Braun</strong>, geboren am 18. April 1954 in der Heidegger-Stadt Meßkirch, feierte kürzlich ein kleines Jubiläum: Ende November 2008 moderiert sie bereits seit 15 Jahren das ZDF-Kulturmagazin <em>aspekte</em>. Nach dem <a href="http://www.jubilaeum.uni-freiburg.de/div/pressespiegel/april/bz070418d">Germanistik- und Geschichtsstudium</a> in <a href="http://www.uni-freiburg.de/">Freiburg</a> von 1974 bis 1980 unterrichtete sie Italiener im Gefängnis, arbeitete für Zeitungen und Rundfunk, ging 1984 nach Mailand und lehrte im Auftrag des <a href="http://www.daad.de/">DAAD</a> an der Universität deutsche Literatur und Sprache. Sie schrieb, unter anderem über »Frauenmystik im Mittelalter« für die <em>Frauenliteraturgeschichte</em> aus dem Metzler-Verlag, und machte Filme über Italien fürs deutsche Fernsehen, darunter <em>Das Phantom der Mafia. Plati – das verrufenste Dorf Italiens</em> (1992) für den Westdeutschen Rundfunk, <em>Der Pate von Rom – Andreotti und die Mafia</em> (1994 für WDR und SDR) oder <em>First ladies der Mafia: Wie die Frauen der Bosse die Macht ergreifen</em>, 1998 gemeinsam mit Co-Autorin Petra Reski für das ZDF. Von April bis Dezember 2001 moderierte sie die ZDF-Talkshow <em>Dolce Vita</em>. 2002 unterrichtete sie an der <a href="http://www.uni-weimar.de/cms/">Bauhaus-Universität Weimar</a>, 2003 hatte sie an der <a href="http://www.udk-berlin.de/">Universität der Künste (UDK) Berlin</a> einen Lehrauftrag zum Thema Kulturjournalismus. Luzia Braun ist verheiratet und lebt in Berlin und in Mailand.</p>
<p><font size="-1">Foto: © ZDF</font></p>
<p>&nbsp;</p>
<div style="color: #777;">In unserer Serie <em>Germanisten im Beruf</em> haben seit 2006 bereits über dreißig ehemalige Germanistik-Studentinnen und -Studenten Auskunft über ihren Werdegang und den Nutzen ihres Studiums gegeben; der Reihe nach: <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/726/">Martin Sonneborn</a> (<em>Titanic</em>-Redakteur) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/728/">Jan Sting</a> (freiberuflicher Journalist) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/727/">Axel Joerss</a> (Journalist und Fotograf) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/779/">Christine Henschel</a> (Wissenschaftslektorin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/801/">Nikola Richter</a> (Schriftstellerin und Journalistin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/827/">Burkhard Spinnen</a> (Schriftsteller) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/862/">Kathrin Passig</a> (Autorin und Geschäftsführerin der »Zentralen Intelligenz Agentur«) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/875/">Adam Soboczynski</a> (<em>ZEIT</em>-Redakteur) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/881/">Cornelia Schu</a> (wiss. Referentin beim Wissenschaftsrat) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/885/">David Eisermann</a> (Kulturjournalist und <em>WDR</em>-Radiomoderator) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/905/">Swantje Lichtenstein</a> (Schriftstellerin und – seit Frühjahr 2007 – Professorin an der FH Düsseldorf) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/918/">Carla Christiany</a> (Deutschlektorin an der Università di Bologna) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/929/">Christoph Wenzel</a> (Mitbegründer und -herausgeber der Literaturzeitschrift <em>[SIC]</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/991/">Christian Eichner</a> (promovierter Rechtsanwalt und Germanistik-Habilitand) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/998/">Olaf Kutzmutz</a> (Programmleiter Literatur der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1072/">Andreas Wilink</a> (Mitbegründer, -herausgeber und leitender Redakteur des Magazins <em>K.WEST – das Feuilleton für NRW</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1081/">Tilman Krause</a> (Literaturkritiker und leitender Literatur-Redakteur bei der <em>Welt</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1102/">Andrea Vetsch</a> (TV-Moderatorin im <em>Schweizer Fernsehen</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1140/">Axel von Ernst</a> (Schriftsteller und Verleger) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1149/">Bernd Draser</a> (freiberuflicher Dozent) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1153/ ">Yvonne Büdenhölzer</a> (Dramaturgin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1187/">Reiner-Ernst Ohle</a> (Theaterreferent) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1199/">Antje Schnadwinkel</a> (Lektorin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1243/">Maxim Hofmann</a> (Kabarettist) –  <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1245/">Sandra Heinrici</a> (Organisationsassistentin der <em>Biennale Bonn</em> 2008) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1267/">Nicole Maus</a> (PR-Beauftragte des Goethe-Instituts London) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1272/">Marius Kursawe</a> (Unternehmensberater) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1283/">Barbara Wermann</a> (Lektoratsassistentin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1289/">Volker Oppmann</a> (Verleger) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1295/">Jürgen Kaube</a> (<em>FAZ</em>-Redakteur) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1313/">Andrea Essers</a> (Freie Buchredakteurin). – Weitere <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/ressort/kaplus/germanistinnen-im-beruf/">»Germanisten, die es geschafft haben«</a>, folgen!</div>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Traumberuf Buchredakteurin</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Oct 2008 11:37:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Diel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Germanisten im Beruf]]></category>

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		<description><![CDATA[Als im Sommer 2002 die Studierenden bundesweit für eine gebührenfreie Bildung auf die Straße gingen und die Hochschulen bestreikten, machte sich <strong>Andrea Essers</strong>, damals Vorsitzende der Fachschaft Germanistik an der Uni Bonn, Gedanken darüber, wie man dem Protest eine konstruktive Note verleihen könnte. Zusammen mit ihren FachschaftskollegInnen gelang es ihr, Lehrende fast aller Fakultäten für einen »24-Stunden-Vorlesungsmarathon« zu gewinnen, der zu einem viel beachteten und gut besuchten Event wurde. Diese Erfahrung mag sie darin bestärkt haben, nach ihrem Abschluss einen Berufsweg einzuschlagen, der ihr Organisationstalent immer wieder neu fordert und ihren breit gefächerten Interessen entgegenkommt – zunächst als fest angestellte Projektmanagerin für Kinder- und Jugendmedien und schließlich im selben Bereich als freie Redakteurin, Autorin und Lektorin.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als im Sommer 2002 die Studierenden bundesweit für eine gebührenfreie Bildung auf die Straße gingen und die Hochschulen bestreikten, machte sich <strong>Andrea Essers</strong>, damals Vorsitzende der Fachschaft Germanistik an der Uni Bonn, Gedanken darüber, wie man dem Protest eine konstruktive Note verleihen könnte. Zusammen mit ihren FachschaftskollegInnen gelang es ihr, Lehrende fast aller Fakultäten für einen »24-Stunden-Vorlesungsmarathon« zu gewinnen, der zu einem viel beachteten und gut besuchten Event wurde.</p>
<p>Diese Erfahrung mag sie darin bestärkt haben, nach ihrem Abschluss einen Berufsweg einzuschlagen, der ihr Organisationstalent immer wieder neu fordert und ihren breit gefächerten Interessen entgegenkommt – zunächst als fest angestellte Projektmanagerin für Kinder- und Jugendmedien und schließlich im selben Bereich als freie Redakteurin, Autorin und Lektorin.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Unsere zwölf Fragen, beantwortet von Andrea Essers:</h4>
<ol>
<li><strong>Wie lange und wo haben Sie studiert, welchen Abschluss haben Sie erreicht? War Germanistik Ihr Haupt- oder Nebenfach?</strong>
<p>Zwölf Semester an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Mein Studium der Germanistik und Philosophie habe ich mit dem ersten Staatsexamen abgeschlossen.</li>
<li><strong>Was hat Sie damals dazu bewogen, Germanistik zu studieren?</strong>
<p>Die klassischen Gründe, die die meisten Erstsemestler wohl angäben, würde man sie fragen: Spaß an guter Literatur und die Freude, darüber zu sprechen.</li>
<li><strong>Zu welchem Thema haben Sie Ihre Abschlussarbeit eingereicht?</strong>
<p>»<em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Krebsgang">Im Krebsgang</a></em> durch ein Kapitel deutscher Geschichte. Die literarische Aufarbeitung der Gustloff-Katastrophe in Günter Grass’ Novelle.«</li>
<li><strong>Zu welchen wissenschaftlichen Ergebnissen sind Sie in dieser Arbeit gelangt?</strong>
<p>So bahnbrechend waren meine Ergebnisse nicht, dass es sich lohnen würde, sie hier breitzutreten.</li>
<li><strong>Wer war Ihr(e) bevorzugte(r) Professor(in) und was machte sie/ihn aus?</strong>
<p>»Eine(n) bevorzugte(n) Professor(in)« hatte ich eigentlich nicht. Aber die Vorlesungen von Herrn Professor Oehler und ein Hauptseminar bei Frau Professor Brüggen (zum Thema »Tristan und Isolde«) sind mir in sehr guter Erinnerung geblieben.</li>
<li><strong>Was war/ist Ihr(e) Lieblingsbuch / Lieblingsautor(in) / Lieblingsepoche / Lieblingsgattung / Lieblingsgenre?</strong>
<p>Eine präzise Antwort fällt mir schwer, da ich breit gefächerte Vorlieben habe. Generell mag ich Bücher, die die Zeit vom Ende des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts thematisieren.</li>
<li><strong>Wo haben Sie Ihre ersten beruflichen Erfahrungen gesammelt, welche studienbegleitenden Tätigkeiten (Praktika etc.) haben Sie absolviert und dabei ggf. welche Schlüsselqualifikationen erworben?</strong>
<p>Praktika bei einer Zeitung, beim Radio, beim Fernsehen und beim Bundestag sowie ein Job als studentische Hilfskraft beim Nachrichten- und Dokumentationssender Phoenix haben mir die Gewissheit gegeben, dass ich auf keinen Fall Journalistin werden möchte. Gleichzeitig habe ich dabei aber auch entdecken können, was ich gerne machen würde und wo meine Talente liegen: im Organisieren, im Recherchieren, in der Beschäftigung mit immer neuen Themengebieten und im verständlichen Erklären von komplexen Zusammenhängen.</li>
<li><strong>Wie sind Sie nach dem Studium geworden, was Sie nun sind? Und: Wollten Sie es werden?</strong>
<p>Verlagsredakteurin war in meiner Vorstellung ein Traumberuf. Nach meinem Studium habe ich daher zunächst ein Volontariat in der Kinder- und Jugendbuchredaktion beim Bibliographischen Institut &#038; F.A. Brockhaus absolviert und im Anschluss daran als Projektmanagerin in der gleichen Redaktion gearbeitet. Nach vier Jahren als fest angestellte war der Weg geebnet für meine jetzige Tätigkeit als freie Redakteurin für Kinder- und Jugendmedien, was den Vorteil und die Herausforderung mit sich bringt, thematisch breiter gefächert und für unterschiedliche Verlage und Zielgruppen arbeiten zu können. Und ich bleibe dabei: Buchredakteurin ist ein Traumberuf.</li>
<li><strong>Nützt Ihnen das im Studium erworbene Wissen in Ihrem Beruf – und wenn ja: was?</strong>
<p>Mein Schwerpunkt liegt im Bereich Kinder- und Jugendmedien. Das heißt, ich übernehme die Bild- und Textredaktion bzw. die Autorenschaft vor allem für Kinder- und Jugendsachbücher, Schülerhilfen und Online-Angebote für diese Zielgruppe. Bei der inhaltlichen Aufbereitung der Themen haben mir daher bislang weder das Studium von Heideggers <em>Sein und Zeit</em> noch Schnitzlers <em>Reigen</em> geholfen. Aber an der Uni habe ich gelernt, mich immer wieder in neue Themen einzuarbeiten, und das ist eine Kompetenz, die in meinem Arbeitsalltag eine wichtige Rolle spielt. Auch komplexe und schwierige Inhalte greifbar und verständlich zu machen, ist eine Fähigkeit, die ich mir im Studium angeeignet habe. Und auch die dabei erlangten sprachwissenschaftlichen Grundlagen erweisen sich immer wieder als nützlich, wenn es etwa gilt, Schülerhilfen zu redigieren oder Ritterbücher zu erstellen.</li>
<li><strong>Würden Sie sich heute wieder für ein Germanistik-Studium entscheiden – und warum (nicht)?</strong>
<p>Ich wüsste nicht, was ich stattdessen lieber studieren würde.</li>
<li><strong>Wie viele Ihrer (Branchen-)Kollegen haben Germanistik oder ein anderes geisteswissenschaftliches Studium absolviert? Und werden in Ihrem Bereich noch weitere Germanisten bzw. Geisteswissenschaftler gesucht?</strong>
<p>Die im Verlag tätigen Redakteure haben zum Großteil Germanistik oder eine moderne Fremdsprache studiert. Das Verlagswesen ist eben eine klassische Domäne für Geisteswissenschaftler. Im Kinder- und Jugendbuchbereich ist auch die Kombination aus geisteswissenschaftlichem und Pädagogikstudium sehr verbreitet.</li>
<li><strong>Welche Frage haben Sie an heutige Studierende der Germanistik? Und was würden Sie ihnen raten zu tun (oder zu lassen), um den Sprung von der Uni ins Berufsleben zu schaffen?</strong>
<p>»Was lest ihr gerade?« scheint mir eine gute Frage zu sein. Und mein weiser Rat: Das Studium als Spielwiese nutzen, um herauszufinden, was man wirklich kann und wirklich will.</li>
</ol>
<h4>&nbsp;</h4>
<p><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/andrea_essers.jpg" alt="Andrea Essers (Foto: privat)" title="Andrea Essers (Foto: privat)" /><strong>Andrea Essers</strong>, 1977 geboren in Heinsberg (NRW), studierte von 1997 bis 2003 Deutsch und Philosophie auf Lehramt (Sek. I/II) sowie Deutsch als Fremdsprache an der <a href="http://www.uni-bonn.de/">Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn</a>. Nach dem ersten Staatsexamen absolvierte sie ein Volontariat in der Kinder- und Jugendbuchredaktion beim <a href="http://www.bifab.de/">Bibliographischen Institut &#038; F.A. Brockhaus</a> in Mannheim und wurde anschließend übernommen. Als Projektmanagerin betreute sie zahlreiche Reihen und Titel unter den Marken Brockhaus, Duden und Meyers, unter anderem verschiedene Bände des »Kinder Brockhaus« und »Meyers kleine Kinderbibliothek«. Im Juni 2008 wagte sie den Sprung in die Selbständigkeit als freie Redakteurin für Kinder- und Jugendmedien. Sie lebt und arbeitet in Berlin.</p>
<p><font size="-1">Foto: © privat</font></p>
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<div style="color: #777;">In unserer Serie <em>Germanisten im Beruf</em> haben seit 2006 bereits mehr als zwei Dutzend ehemalige Germanistik-Studentinnen und -Studenten Auskunft über ihren Werdegang und den Nutzen ihres Studiums gegeben; der Reihe nach: <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/726/">Martin Sonneborn</a> (<em>Titanic</em>-Redakteur) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/728/">Jan Sting</a> (freiberuflicher Journalist) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/727/">Axel Joerss</a> (Journalist und Fotograf) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/779/">Christine Henschel</a> (Wissenschaftslektorin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/801/">Nikola Richter</a> (Schriftstellerin und Journalistin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/827/">Burkhard Spinnen</a> (Schriftsteller) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/862/">Kathrin Passig</a> (Autorin und Geschäftsführerin der »Zentralen Intelligenz Agentur«) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/875/">Adam Soboczynski</a> (<em>ZEIT</em>-Redakteur) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/881/">Cornelia Schu</a> (wiss. Referentin beim Wissenschaftsrat) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/885/">David Eisermann</a> (Kulturjournalist und <em>WDR</em>-Radiomoderator) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/905/">Swantje Lichtenstein</a> (Schriftstellerin und – seit Frühjahr 2007 – Professorin an der FH Düsseldorf) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/918/">Carla Christiany</a> (Deutschlektorin an der Università di Bologna) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/929/">Christoph Wenzel</a> (Mitbegründer und -herausgeber der Literaturzeitschrift <em>[SIC]</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/991/">Christian Eichner</a> (promovierter Rechtsanwalt und Germanistik-Habilitand) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/998/">Olaf Kutzmutz</a> (Programmleiter Literatur der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1072/">Andreas Wilink</a> (Mitbegründer, -herausgeber und leitender Redakteur des Magazins <em>K.WEST – das Feuilleton für NRW</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1081/">Tilman Krause</a> (Literaturkritiker und leitender Literatur-Redakteur bei der <em>Welt</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1102/">Andrea Vetsch</a> (TV-Moderatorin im <em>Schweizer Fernsehen</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1140/">Axel von Ernst</a> (Schriftsteller und Verleger) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1149/">Bernd Draser</a> (freiberuflicher Dozent) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1153/ ">Yvonne Büdenhölzer</a> (Dramaturgin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1187/">Reiner-Ernst Ohle</a> (Theaterreferent) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1199/">Antje Schnadwinkel</a> (Lektorin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1243/">Maxim Hofmann</a> (Kabarettist) –  <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1245/">Sandra Heinrici</a> (Organisationsassistentin der <em>Biennale Bonn</em> 2008) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1267/">Nicole Maus</a> (PR-Beauftragte des Goethe-Instituts London) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1272/">Marius Kursawe</a> (Unternehmensberater) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1283/">Barbara Wermann</a> (Lektoratsassistentin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1289/">Volker Oppmann</a> (Verleger) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1295/">Jürgen Kaube</a> (<em>FAZ</em>-Redakteur). – Weitere »<a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/ressort/kaplus/germanistinnen-im-beruf/">Germanisten, die es geschafft haben</a>«, folgen!</div>
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		</item>
		<item>
		<title>»Später erfuhr ich, dass es Luhmann gibt«</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Sep 2008 08:20:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Andres</dc:creator>
				<category><![CDATA[Germanisten im Beruf]]></category>

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		<description><![CDATA[Zugegeben: Der Journalist und Buchautor <strong>Jürgen Kaube</strong> ist gar kein Germanist. Er hat dieses Fach »nur« sechs Semester und ohne Abschluss studiert. Gleichwohl, dachten wir, könne der Diplom-Volkswirt und Soziologe, der Kaube tatsächlich ist, sicher aufschlussreiche Antworten geben. Zumal er als Redakteur bei der <em>Frankfurter Allgemeinen Zeitung</em> für die »Forschung und Lehre«-Seiten ebenso verantwortlich zeichnet wie für die »Geisteswissenschaften«-Rubrik und demzufolge mit dem diesem Fragebogen zugrundeliegenden Thema gut vertraut sein dürfte …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zugegeben: Der <a href="http://www.faz.net/s/RubD87FF48828064DAA974C2FF3CC5F6867/Doc~E0C24E2E407E84DBCBC907689BDE17808~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Journalist</a> und <a href="http://www.dan4u.de/zuklampen/autorendetails.php4?wkid=1220282627&#038;id=9082">Buchautor</a> <strong>Jürgen Kaube</strong> ist gar kein Germanist. Er hat dieses Fach »nur« sechs Semester und ohne Abschluss studiert. Gleichwohl, dachten wir, könne der Diplom-Volkswirt und Soziologe, der Kaube tatsächlich ist, sicher aufschlussreiche Antworten geben. Zumal er als Redakteur bei der <a href="http://www.faz.net"><em>Frankfurter Allgemeinen Zeitung</em></a> für die »Forschung und Lehre«-Seiten ebenso verantwortlich zeichnet wie für die »Geisteswissenschaften«-Rubrik und demzufolge mit dem diesem Fragebogen zugrundeliegenden Thema gut vertraut sein dürfte. Da genügen uns sechs Semester, die mehr auf schieres Interesse – ausgelöst übrigens durch Adorno, Szondi sowie einen Vortrag über das Gewissen in Büchners <em>Woyzeck</em> und später dann ausgebootet durch Niklas Luhmann – als auf akademische Weihen gerichtet waren, allemal. Wir haben ihm also unseren »Germanisten-Fragebogen« zugesandt, unter dem Stichwort »Beitrag zur Studienabbruchsfolgenforschung« haben wir ihn ausgefüllt von Herrn Kaube zurückerhalten. Und unsere hohen Erwartungen sehen wir – (nicht nur) empirisch betrachtet – ganz und gar erfüllt!</p>
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<h4>Unsere zwölf Fragen, beantwortet von Jürgen Kaube:</h4>
<ol>
<li><strong>Wie lange und wo haben Sie studiert, welchen Abschluss haben Sie erreicht? War Germanistik Ihr Haupt- oder Nebenfach?</strong>
<p>Germanistik war mein erstes Nebenfach in einem nicht abgeschlossenen, sondern nach sechs Semestern abgebrochenen geisteswissenschaftlichen Studium an der Freien Universität Berlin, das ich 1983 begonnen hatte. Abgeschlossen habe ich das Studium der Wirtschaftswissenschaften mit dem Volkswirtschafts-Diplom und die Zeit an der Universität in Bielefeld als Assistent in der Soziologie.</li>
<li><strong>Was hat Sie damals dazu bewogen, Germanistik zu studieren?</strong>
<p>Der Deutschunterricht und Lektüren während der Schulzeit in den späten siebziger Jahren, ästhetische Theoriediskussionen, die damals geführt wurden, Adorno- und Szondi-Eindrücke also, der <em>Wahlverwandtschaften</em>-Essay und solche Dinge. Beeindruckt hatte mich ein Vortrag über das Gewissen im <em>Woyzeck</em> von Hans-Dieter Kittsteiner und Helmuth Lethen 1981 beim Gründungssymposion der Georg-Büchner-Gesellschaft in Darmstadt, wo ich gerade Abitur machte.</li>
<li><strong>Zu welchem Thema haben Sie Ihre Abschlussarbeit eingereicht?</strong>
<p>Was die Germanistik angeht, zu gar keinem, siehe oben. Insofern waren Seminararbeiten das abschließende Wort, über Goethes <em>Iphigenie</em> als Oper, darüber ob Kleists Novellen eine Vorform von Detektivgeschichten sind, sowie über die Frage, ob George oder Kraus Shakespeares Sonette besser übersetzt hat. Als Volkswirt habe ich die Diplomarbeit über »Ökonomie universitärer Forschung« geschrieben.</li>
<li><strong>Zu welchen wissenschaftlichen Ergebnissen sind Sie in dieser Arbeit gelangt?</strong>
<p>So weit ich mich erinnere dazu, dass Universitäten keinesfalls typische Dienstleistungs-Firmen sind, sondern eher wie eine Mischung aus Genossenschaften, Anwaltskanzleien und Symphonieorchester funktionieren.</li>
<li><strong>Wer war Ihr(e) bevorzugte(r) Professor(in) und was machte sie/ihn aus?</strong>
<p>In der Germanistik fand ich damals, Mitte der achtziger Jahre, niemanden, den ich besonders bevorzugt hätte. In meiner ersten Seminarstunde überhaupt verwechselte der Professor Jamben und Trochäen. Eine gute Vorlesung hielt Joachim Wohlleben über den <em>Faust</em>; die machte aus, dass er den Text kannte und mochte. Viel gehört habe ich bei dem Philosophen Jacob Taubes, und später erfuhr ich dann eben, dass es Niklas Luhmann gibt.</li>
<li><strong>Was war / ist Ihr Lieblingsbuch / Lieblingsautor(in) / Lieblingsepoche / Lieblingsgattung / Lieblingsgenre?</strong>
<p>Buch: <em>Flegeljahre</em> und <em>Der Titan</em> – Autor: Jean Paul / -in: Jane Austen – Epoche: Die Austen- und Paul-Zeit – Lieblingsgattung: keine.</li>
<li><strong>Wo haben Sie Ihre ersten beruflichen Erfahrungen gesammelt, welche studienbegleitenden Tätigkeiten (Praktika etc.) haben Sie absolviert und dabei ggf. welche Schlüsselqualifikationen erworben?</strong>
<p>Praktika: keine. Die erste berufliche Erfahrung außerhalb der Universität war die Tätigkeit für die <em>Frankfurter Allgemeine Zeitung</em> und vorher eine kurze Zeit als freier Journalist.</li>
<li><strong>Wie sind Sie nach dem Studium geworden, was Sie nun sind? Und: Wollten Sie es werden?</strong>
<p>Durch glückliche Zufälle, Bekanntschaften, unvorhersehbare Begegnungen. So bin ich zur Volkswirtschaft und zur Soziologie gekommen, so auch nach Bielefeld und so zur Zeitung: Ich hatte einmal etwas eingeschickt, Henning Ritter nahm es an, und dann wurde langsam mehr daraus. Journalist werden wollte ich aber erst sehr spät, kurz bevor ich es wurde.</li>
<li><strong>Nützt Ihnen das im Studium erworbene Wissen in Ihrem Beruf – und wenn ja: was?</strong>
<p>Ja, es nützt, mehr als ein Fach studiert und jahrelang gelesen zu haben. Das Studium begünstigt außerdem ein Gefühl für interessante Wissenschaft, gute und schwache Argumente, Techniken der Bibliotheks- und Registerbenutzung.</li>
<li><strong>Würden Sie sich heute wieder für ein Germanistik-Studium entscheiden – und warum (nicht)?</strong>
<p><strong>(a)</strong> Ja, wenn ich wüsste, was ich jetzt weiß: dass es in diesem Fach noch viel Interessantes zu tun gibt. Aus der Soziologie kommend erscheint mir das ganze Verhältnis zwischen hermeneutischer, philologischer und empirischer Orientierung noch offen. Ich bewundere sehr den Literaturwissenschaftler Franco Moretti aus Stanford für seine empirische Gattungsanalyse, oder das Buch von Lennart Davis über »Factual Fictions«, also die Referenz auf Realität in der frühen Romankunst der Engländer. In dieser Art gibt es hundert germanistische Forschungsthemen, die noch nicht untersucht worden sind. Und es gibt viele Anregungen aus anderen Disziplinen (etwa Ideen- und Kunstgeschichte, Evolutionstheorie, Linguistik, Konversationsanalyse), die noch unausgeschöpft sind, diesseits des ebenso naiven wie fruchtlosen Klassiker-Imports, dem die Germanisten oft in Gestalt einer Warburg-, Derribarthfoucault- oder Luhmann-Germanistik anhängen. Ob und wo man jemanden findet, der solche Fragen untersuchen möchte, ist eine andere Frage.</p>
<p><strong>(b)</strong> Nein, denn man muss Germanistik nicht studieren, das meiste oder jedenfalls vieles kann man sich auch so beibringen, und ich finde die Zeit an der Universität zu schade, um mit Leuten, von denen sich viele nicht für das Fach interessieren, und angeleitet durch Leute, von denen die meisten keine Fragen, sondern nur Themen und Textkenntnisse haben, darüber zu diskutieren, was Rilke mitteilen wollte und auf wen Thomas Mann anspielte, als er einmal gerade nicht auf sich selbst anspielte.</li>
<li><strong>Wie viele Ihrer (Branchen-)Kollegen haben Germanistik oder ein anderes geisteswissenschaftliches Studium absolviert? Und werden in Ihrem Bereich noch weitere Germanisten bzw. Geisteswissenschaftler gesucht?</strong>
<p>Viele, naturgemäß vor allem im Literatur-Ressort. Als im engeren Sinne Nicht- oder nur Randgeisteswissenschaftler ist man im Feuilleton in der Minderheit. Und selbstverständlich werden ab und zu, wenngleich nicht händeringend, denn es gibt sie ja, auch neue Leute gesucht.</li>
<li><strong>Welche Frage haben Sie an heutige Studierende der Germanistik? Und was würden Sie ihnen raten zu tun (oder zu lassen), um den Sprung von der Uni ins Berufsleben zu schaffen?</strong>
<p>Interessante Fragen kann man nicht an Kollektive, sondern nur konkreten Personen stellen, von denen man etwas weiß. Rat hingegen lässt sich allgemein erteilen: Lesen ist eine gute Methode; die andere: in eigenen Sätzen fremde Gedanken zusammenfassen und das, was man gelesen hat; eine dritte: nicht themenorientiert, sondern problemorientiert studieren, also nicht »über« Heideggers Hölderlindeutung, oder die Natursymbolik beim späten Mörike oder die Körperinszenierungen im Barock »arbeiten«, sondern sich fragen, was eigentlich die Frage ist, wo ein lohnendes Problem liegt und wie seine Lösung aussehen könnte. Lassen würde ich die Teilnahme an Tagungen, das Anbeten von Klassikern, vor allem aber das Bemühen um einen bedeutsamen Stil, also die Nachahmung von Walter Benjamin oder französischer Vieldeutigkeitsvirtuosen.</li>
</ol>
<h4>&nbsp;</h4>
<p><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/juergenkaube.JPG" height=150 width=102 alt="Jürgen Kaube (Foto: © privat)" title="Jürgen Kaube (Foto: © privat)"/><strong>Jürgen Kaube</strong>, geboren 1962 in Worms am Rhein; Studium an der <a href="http://www.fu-berlin.de">Freien Universität Berlin</a>, danach Wissenschaftlicher Mitarbeiter der <a href="http://www.bbaw.de/">Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften</a> und am <a href="http://www.uni-bielefeld.de/soz/">Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie der Universität Bielefeld</a>. Seit 1999 Redakteur im Feuilleton der <a href="http://www.faz.net"><em>Frankfurter Allgemeinen Zeitung</em></a>, dort zuständig für Wissenschafts- und Bildungspolitik, für die Seiten »Forschung und Lehre« und seit Juli 2008 auch für die »Geisteswissenschaften«. Lehrt an der <a href="http://www.unilu.ch/">Universität Luzern</a> Soziologie und lebt in Berlin, ist verheiratet und hat drei Kinder. Zuletzt erschien: <a href="http://www.dan4u.de/zuklampen/books.php4?wkid=1220282627&#038;id=1178201265"><em>Otto Normalabweicher. Der Aufstieg der Minderheiten</em></a> (Verlag zu Klampen, 2007).</p>
<p><font size="-1">Foto: © privat</font></p>
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<div style="color: #777;">In unserer Serie <em>Germanisten im Beruf</em> haben seit 2006 bereits mehr als zwei Dutzend ehemalige Germanistik-Studentinnen und -Studenten Auskunft über ihren Werdegang und den Nutzen ihres Studiums gegeben; der Reihe nach: <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/726/">Martin Sonneborn</a> (<em>Titanic</em>-Redakteur) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/728/">Jan Sting</a> (freiberuflicher Journalist) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/727/">Axel Joerss</a> (Journalist und Fotograf) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/779/">Christine Henschel</a> (Wissenschaftslektorin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/801/">Nikola Richter</a> (Schriftstellerin und Journalistin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/827/">Burkhard Spinnen</a> (Schriftsteller) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/862/">Kathrin Passig</a> (Autorin und Geschäftsführerin der »Zentralen Intelligenz Agentur«) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/875/">Adam Soboczynski</a> (<em>ZEIT</em>-Redakteur) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/881/">Cornelia Schu</a> (wiss. Referentin beim Wissenschaftsrat) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/885/">David Eisermann</a> (Kulturjournalist und <em>WDR</em>-Radiomoderator) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/905/">Swantje Lichtenstein</a> (Schriftstellerin und – seit Frühjahr 2007 – Professorin an der FH Düsseldorf) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/918/">Carla Christiany</a> (Deutschlektorin an der Università di Bologna) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/929/">Christoph Wenzel</a> (Mitbegründer und -herausgeber der Literaturzeitschrift <em>[SIC]</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/991/">Christian Eichner</a> (promovierter Rechtsanwalt und Germanistik-Habilitand) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/998/">Olaf Kutzmutz</a> (Programmleiter Literatur der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1072/">Andreas Wilink</a> (Mitbegründer, -herausgeber und leitender Redakteur des Magazins <em>K.WEST – das Feuilleton für NRW</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1081/">Tilman Krause</a> (Literaturkritiker und leitender Literatur-Redakteur bei der <em>Welt</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1102/">Andrea Vetsch</a> (TV-Moderatorin im <em>Schweizer Fernsehen</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1140/">Axel von Ernst</a> (Schriftsteller und Verleger) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1149/">Bernd Draser</a> (freiberuflicher Dozent) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1153/ ">Yvonne Büdenhölzer</a> (Dramaturgin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1187/">Reiner-Ernst Ohle</a> (Theaterreferent) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1199/">Antje Schnadwinkel</a> (Lektorin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1243/">Maxim Hofmann</a> (Kabarettist) –  <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1245/">Sandra Heinrici</a> (Organisationsassistentin der <em>Biennale Bonn</em> 2008) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1267/">Nicole Maus</a> (PR-Beauftragte des Goethe-Instituts London) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1272/">Marius Kursawe</a> (Unternehmensberater) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1283/">Barbara Wermann</a> (Lektoratsassistentin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1289/">Volker Oppmann</a> (Verleger). – Weitere <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/ressort/kaplus/germanistinnen-im-beruf/">»Germanisten, die es geschafft haben«</a>, folgen!</div>
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		<item>
		<title>»Gesunde Portion Größenwahn«</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Aug 2008 07:30:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Andres</dc:creator>
				<category><![CDATA[Germanisten im Beruf]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine »unwiderstehliche Affinität zum Medium Buch« nimmt <strong>Volker Oppmann</strong> in seinen Antworten zum »Germanisten-Fragebogen« für sich in Anspruch. Diese Affinität führte ihn zunächst zu einem Studium der Germanistik und Skandinavistik, doch hat er es nach dem Magister längst nicht bei einem fundierten Wissen um die Literatur allein belassen …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine »unwiderstehliche Affinität zum Medium Buch« nimmt <strong>Volker Oppmann</strong> für sich in Anspruch. Diese Affinität verleitete ihn zunächst zu einem Studium der Germanistik und Skandinavistik, doch hat er es nach dem Magister längst nicht beim nunmehr fundierten Wissen um die Literatur belassen: <a href="http://www.onkelundonkel.com">ONKEL &#038; ONKEL</a> heißt der auf einer guten Ausbildung, dem Startkapital aus engstem Familienkreis sowie einer »gesunden Portion Größenwahn« gründende Verlag, mit dem Oppmann bereits eine <a href="http://www.onkelundonkel.com/verlagsprogramm/das-fuhrer-quartett/">glückliche Hand mit Schwarzen Petern</a> <a href="http://www.spiegel.de/video/video-33315.html">bewiesen hat</a>, ebenso – und ganz ohne <a href="http://www.bild.de/BILD/berlin/aktuell/2008/07/15/darf-adolf-hitler/teil-eines-kartenspiels-sein.html">Skandal</a> – mit <a href="http://www.onkelundonkel.com/freunde-familie/born-grillers-natural/">Freunden gepflegten Grillguts</a>.</p>
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<h4>Unsere zwölf Fragen, beantwortet von Volker Oppmann:</h4>
<ol>
<li><strong>Wie lange und wo haben Sie studiert, welchen Abschluss haben Sie erreicht? War Germanistik Ihr Haupt- oder Nebenfach?</strong>
<p>Zu lange und mit Umwegen – angefangen mit Lehramt in Würzburg, dann Wechsel nach Bonn mit den Fächern Germanistik (Neuere im Haupt- und Ältere im Nebenfach) und Skandinavistik, zwischenzeitlich noch semesterweise kleine Abstecher nach Kiel, Bergen und Oslo. Aber was lange währt, wird endlich gut, soll heißen: Magister-Abschluss nach insgesamt 20 Hochschulsemestern.</li>
<li><strong>Was hat Sie damals dazu bewogen, Germanistik zu studieren?</strong>
<p>Der Spaß am Lesen im Allgemeinen, guter Literatur im Speziellen sowie eine unwiderstehliche Affinität zum Medium Buch in all seinen Erscheinungsformen.</li>
<li><strong>Zu welchem Thema haben Sie Ihre Abschlussarbeit eingereicht?</strong>
<p>»<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Max_Tau">Max Tau</a> und der Neue Verlag, ein Kapitel deutscher Exilliteraturgeschichte«.</li>
<li><strong>Zu welchen wissenschaftlichen Ergebnissen sind Sie in dieser Arbeit gelangt?</strong>
<p>Dass der Literaturbetrieb in hohem Maße von leidenschaftlichen Verlegern und Lektoren mitgeprägt wird und dass an der Uni offensichtlich kein Interesse an den Interaktionen und den gegenseitigen Beeinflussungen von Literaturproduktion und Buchmarkt besteht, was ich schlichtweg nicht verstehen kann. Ich wage mir z.B. gar nicht vorzustellen, wie der literarische Expressionismus ohne <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Wolff">Kurt Wolff</a> ausgesehen hätte …</li>
<li><strong>Wer war Ihr(e) bevorzugte(r) Professor(in) und was machte sie/ihn aus?</strong>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heiko_Uecker">Heiko Uecker</a> und <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/561/">Peter Kern</a> – der eine, weil er es versteht, wirklich interdisziplinär zu lehren und zu denken, der andere, weil er glühende Leidenschaft mit einem unglaublichen Wissen und didaktischem Geschick verbindet, was leider die wenigsten zu schätzen wussten. Ich habe bei niemandem mehr gelernt als bei den beiden – sowohl über das Fach als auch über mich selbst. </li>
<li><strong>Was war / ist Ihr Lieblingsbuch / Lieblingsautor(in) / Lieblingsepoche / Lieblingsgattung / Lieblingsgenre?</strong>
<p>Verdammt schwer zu sagen und ständig wechselnd. Ich bin ein literarischer Allesfresser. Ich mag Bücher, die mich herausfordern und Schnitzeljagd mit mir spielen, Autoren, denen man den Spaß am Schreiben in jeder Zeile anmerkt und bei denen man zwischen den Zeilen noch ganz andere Dinge entdecken kann.</li>
<li><strong>Wo haben Sie Ihre ersten beruflichen Erfahrungen gesammelt, welche studienbegleitenden Tätigkeiten (Praktika etc.) haben Sie absolviert und dabei ggf. welche Schlüsselqualifikationen erworben?</strong>
<p>Schlüsselqualifikation Nr. 1: Maßlose Neugier und das Selbstvertrauen, etwas selbst in die Hand zu nehmen. 2002 dann Infektion mit dem Verlagsvirus bei <a href="http://www.rogner-bernhard.de">Rogner &#038; Bernhard</a>, damals noch in Hamburg, gefolgt von dem Entschluss, später selbst einmal Verlag spielen zu wollen. Eine gesunde Portion Größenwahn hat noch keinem geschadet.</p>
<p>Nach dem Studium dann ein Verlagsvolontariat bei <a href="http://www.lardon-media.com">Lardon Media</a>, was mich viel Nerven gekostet, sich andererseits aber voll ausgezahlt hat, da ich wirklich alles machen musste, dafür aber auch fast alles machen durfte, was ich wollte. </p>
<p>Was kaum jemand aus meinem Freundeskreis damals verstanden hat: Weshalb ich mir über die vermeintliche »Ausbeute« hinaus auch noch freiwillig die Nächte und die Wochenenden für den Verlag um die Ohren geschlagen habe. </p>
<p>Aber das ist ja gerade das Ironische an der Sache: Ich habe das nicht für meine Chefs, sondern für mich selbst getan, indem ich in allen Bereichen Wissen und Erfahrung gesammelt habe, was das Zeug hält. Denn: All dieses Wissen und die Erfahrungen habe ich schließlich auch mitgenommen. Brain drain at its best. Thank you!</li>
<li><strong>Wie sind Sie nach dem Studium geworden, was Sie nun sind? Und: Wollten Sie es werden?</strong>
<p>Ich wollte Verleger werden, also habe ich nach dem Studium, wie gesagt, ein Verlagsvolontariat absolviert, mir eine Bibliothek an Fachliteratur zugelegt und mir im Anschluss an das Volontariat noch ein kleines Aufbaustudium in Sachen Layout, Bildbearbeitung und digitaler Druckvorstufe bei einer privaten Medienakademie gegönnt. </p>
<p>Dann hatte ich kurz Angst vor der eigenen Courage und habe mich statt mit einem eigenen Verlag als <a href="http://www.book-packaging.de">Book-packager</a>  selbständig gemacht, also eine Art »Verlag light«. Aber: Bücher für andere machen macht nicht halb so viel Spaß wie Bücher selber machen. Jetzt bin ich Verleger.</p>
<p>Ehrlicherweise muss ich aber zugeben, dass das ohne die Unterstützung meiner Familie nicht möglich gewesen wäre. Ich sage nur »Startkapital«. Mein Verlag heißt also nicht ohne Grund ONKEL &#038; ONKEL. <img src='http://www.kritische-ausgabe.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
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</li>
<li><strong>Nützt Ihnen das im Studium erworbene Wissen in Ihrem Beruf – und wenn ja: was?</strong>
<p>Ganz eindeutig ja. Ich glaube, <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1269/">Peter Pütz</a> hat einmal gesagt, dass wir Germanisten in der glücklichen Lage sind, fürs Lesen bezahlt zu werden – es ist schließlich unser Beruf! </p>
<p>Ein Dozent aus Würzburger Zeiten, Walter Dimter, war der Ansicht, dass Germanisten für alles zuständig seien, und Recht hat er: Kein Fach ist so vielseitig und interdisziplinär wie die Literaturwissenschaft. </p>
<p>Alles Wissen wird in Buchform konserviert und aufbereitet, es gibt nichts, was nicht Eingang in die Literatur finden oder zumindest seinen Einfluss geltend machen würde. Ob man sich nun für Musik, Kunst, Philosophie, Psychologie, Medizin, Jura, Mathematik, Chemie, Physik, Religion oder weiß der Teufel was interessiert, immer findet man einen literarischen Anknüpfungspunkt, von dem aus man seine Interessen weiter verfolgen und zu seinem Spezialgebiet ausbauen kann. Genial!</li>
<li><strong>Würden Sie sich heute wieder für ein Germanistik-Studium entscheiden – und warum (nicht)?</strong>
<p>Schwer zu sagen, da man schließlich immer die Summe seiner Entscheidungen ist. Anders formuliert: Hätte ich nicht das gemacht, was ich gemacht habe, wäre ich heute nicht der, der ich bin bzw. dort, wo ich bin. Die einzig logische Antwort muss also lauten: Ich würde es wieder tun!</li>
<li><strong>Wie viele Ihrer (Branchen-)Kollegen haben Germanistik oder ein anderes geisteswissenschaftliches Studium absolviert? Und werden in Ihrem Bereich noch weitere Germanisten bzw. Geisteswissenschaftler gesucht?</strong>
<p>Im Verlagswesen ist die Quote der Germanisten naturgemäß hoch, jedoch auch die Zahl derer, die in die verschiedenen Berufsfelder drängen. Hinzu kommt, dass das Verlagswesen weniger mit Literaturwissenschaft zu tun hat, als man gemeinhin annimmt. </p>
<p>Das klassische Lektorat z.B. existiert im Grunde nicht mehr. Gefragt sind Projektmanager, die sich neben dem Text in erster Linie um die Koordination der Buchproduktion kümmern und über Kenntnisse aus den unterschiedlichsten Bereichen verfügen müssen. Entsprechend wichtig ist es, weitere Schlüsselqualifikationen mitzubringen. Gute Möglichkeiten bieten Nebenfächer, etwa BWL, oder Aufbaustudiengänge. </p>
<p>Sehr interessant ist in dieser Hinsicht der <a href="http://www.fbm.htwk-leipzig.de/index.php?id=18">Studiengang Verlagswirtschaft</a> an der HTWK Leipzig. Oder der <a href="http://www.buchwissenschaft.uni-muenchen.de">Aufbaustudiengang Buchwissenschaft</a> an der LMU München. Und natürlich die klassischen Türöffner in Form von Praktika und Volontariaten, denn probieren geht bekanntlich über studieren!  Und wichtige Kontakte knüpft man noch dazu.</li>
<li><strong>Welche Frage haben Sie an heutige Studierende der Germanistik? Und was würden Sie ihnen raten zu tun (oder zu lassen), um den Sprung von der Uni ins Berufsleben zu schaffen?</strong>
<p>Frage: Wo willst du hin?<br />
Mein Rat: Zieh es durch!</li>
</ol>
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<p><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/volker_oppmann2008.jpg" width= 140 height=150 class=right alt="Volker Oppmann (Foto: © Verlag Onkel &#038; Onkel)" title="Volker Oppmann (Foto: © Verlag Onkel &#038; Onkel)"/><strong>Volker Oppmann</strong>, geboren 1975, hat in <a href="http://www.uni-wuerzburg.de">Würzburg</a>, <a href="http://www.uni-bonn.de">Bonn</a> und im norwegischen <a href="http://www.uib.no">Bergen</a> die Fächer Germanistik und Skandinavistik studiert. Nach einem Praktikum beim <a href="http://www.rogner-bernhard.de">Verlag Rogner &#038; Bernhard</a> schließt er an das Studium ein Verlagsvolontariat bei der <a href="http://www.lardon-media.com">Lardon Media AG</a> an. Danach gründet er im Juli 2007 zunächst die Medienagentur <a href="http://www.book-packaging.de">book me!</a>, mit Gründung des Verlags <a href="http://www.onkelundonkel.com">Onkel &#038; Onkel</a> in Berlin ist er seit Dezember 2007 schließlich selbst als Verleger tätig.</p>
<p>Übrigens: Im inzwischen schon traditionellen »<a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/ressort/kaplus/tipps-fundstuecke/adventskalender/">AdventsKAlender</a>« präsentierte Volker Oppmann <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/512/">2005</a> und <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1121/">2007</a> seine »TOP OF THE POPS« des Literatur- und Kulturbetriebs.</p>
<div align="right"><font size="-1">Foto: © Verlag Onkel &#038; Onkel</font></div>
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<div style="color: #777;">In unserer Serie <em>Germanisten im Beruf</em> haben seit 2006 bereits mehr als zwei Dutzend ehemalige Germanistik-Studentinnen und -Studenten Auskunft über ihren Werdegang und den Nutzen ihres Studiums gegeben; der Reihe nach: <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/726/">Martin Sonneborn</a> (<em>Titanic</em>-Redakteur) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/728/">Jan Sting</a> (freiberuflicher Journalist) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/727/">Axel Joerss</a> (Journalist und Fotograf) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/779/">Christine Henschel</a> (Wissenschaftslektorin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/801/">Nikola Richter</a> (Schriftstellerin und Journalistin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/827/">Burkhard Spinnen</a> (Schriftsteller) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/862/">Kathrin Passig</a> (Autorin und Geschäftsführerin der »Zentralen Intelligenz Agentur«) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/875/">Adam Soboczynski</a> (<em>ZEIT</em>-Redakteur) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/881/">Cornelia Schu</a> (wiss. Referentin beim Wissenschaftsrat) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/885/">David Eisermann</a> (Kulturjournalist und <em>WDR</em>-Radiomoderator) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/905/">Swantje Lichtenstein</a> (Schriftstellerin und – seit Frühjahr 2007 – Professorin an der FH Düsseldorf) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/918/">Carla Christiany</a> (Deutschlektorin an der Università di Bologna) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/929/">Christoph Wenzel</a> (Mitbegründer und -herausgeber der Literaturzeitschrift <em>[SIC]</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/991/">Christian Eichner</a> (promovierter Rechtsanwalt und Germanistik-Habilitand) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/998/">Olaf Kutzmutz</a> (Programmleiter Literatur der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1072/">Andreas Wilink</a> (Mitbegründer, -herausgeber und leitender Redakteur des Magazins <em>K.WEST – das Feuilleton für NRW</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1081/">Tilman Krause</a> (Literaturkritiker und leitender Literatur-Redakteur bei der <em>Welt</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1102/">Andrea Vetsch</a> (TV-Moderatorin im <em>Schweizer Fernsehen</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1140/">Axel von Ernst</a> (Schriftsteller und Verleger) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1149/">Bernd Draser</a> (freiberuflicher Dozent) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1153/ ">Yvonne Büdenhölzer</a> (Dramaturgin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1187/">Reiner-Ernst Ohle</a> (Theaterreferent) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1199/">Antje Schnadwinkel</a> (Lektorin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1243/">Maxim Hofmann</a> (Kabarettist) –  <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1245/">Sandra Heinrici</a> (Organisationsassistentin der <em>Biennale Bonn</em> 2008) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1267/">Nicole Maus</a> (PR-Beauftragte des Goethe-Instituts London) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1272/">Marius Kursawe</a> (Unternehmensberater) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1283/">Barbara Wermann</a> (Lektoratsassistentin). – Weitere <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/ressort/kaplus/germanistinnen-im-beruf/">»Germanisten, die es geschafft haben«</a>, folgen!</div>
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		</item>
		<item>
		<title>»Ick bün al dor!«</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jul 2008 08:30:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Andres</dc:creator>
				<category><![CDATA[Germanisten im Beruf]]></category>

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		<description><![CDATA[Den Wert der Literatur hat Lektoratsassistentin <strong>Barbara Wermann</strong> bereits früh kennen gelernt. Bereits früh wusste sie auch, dass sie ihr beruflicher Weg am liebsten zu einem Schulbuchverlag führen sollte. Nach dem Studium der Germanistik in Bonn und einem einjährigen Verlagsvolontariat in Köln bewarb sie sich – und kann, nach ihrem Wunscharbeitsplatz gefragt, nun zu Recht antworten: »Ick bün al dor!« …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Den Wert der Literatur hat Lektoratsassistentin <strong>Barbara Wermann</strong> bereits früh kennen gelernt. Bereits früh wusste sie auch, dass sie ihr beruflicher Weg am liebsten zu einem Schulbuchverlag führen sollte. Nach dem Studium der Germanistik in Bonn und einem einjährigen Verlagsvolontariat in Köln bewarb sie sich – und kann, nach ihrem Wunscharbeitsplatz gefragt, nun <a href="http://www.hase-und-igel.com/">zu Recht</a> antworten: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Hase_und_der_Igel">»Ick bün al dor!«</a> (Auch wenn’s dort wohl eher klingt wie: »I bin scho do.«)</p>
<p>In ihren Antworten zu unserem Germanisten-Fragebogen legt sie dar, wie sie diesen Weg ganz ohne Tricks und doppelten Boden so schnell zurücklegen konnte. </p>
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<h4>Unsere zwölf Fragen, beantwortet von Barbara Wermann:</h4>
<ol>
<li><strong>Wie lange und wo haben Sie studiert, welchen Abschluss haben Sie erreicht? War Germanistik Ihr Haupt- oder Nebenfach?</strong>
<p>Nachdem ich als Erzieherin gearbeitet und auf dem Zweiten Bildungsweg meine Hochschulreife erworben hatte, habe ich in Bonn mein Magisterstudium (Neuere/Ältere Germanistik, Soziologie) im WS 2000 begonnen und im Herbst 2006 abgeschlossen. Zusätzlich habe ich DaF (Deutsch als Fremdsprache) studiert.</li>
<li><strong>Was hat Sie damals dazu bewogen, Germanistik zu studieren?</strong>
<p>Bereits während meiner früheren Tätigkeit wusste ich, dass mir Literatur und Sprache so viel bedeutet, dass ich sie eines Tages zu meinem Beruf machen würde. Grundstein hierfür war sicher, den Wert von Literatur bereits in meiner Kindheit durch Romane von Erich Kästner und Astrid Lindgren schätzen gelernt zu haben.</li>
<li><strong>Zu welchem Thema haben Sie Ihre Abschlussarbeit eingereicht?</strong>
<p>»Die Last des Alters und der Mythos der Jugend – Das Spiel der Generationen in Arthur Schnitzlers <em>Casanovas Heimfahrt</em>«.</li>
<li><strong>Zu welchen wissenschaftlichen Ergebnissen sind Sie in dieser Arbeit gelangt?</strong>
<p>Die Magisterarbeit untersucht Casanovas Auseinandersetzung mit seinem Alterungsprozess. Dazu gehören verschiedene Verewigungsstrategien, mittels derer er sich in das Leben der anderen Figuren einzuschreiben versucht. Verblendungszustände und Formen der Selbstinszenierung, die das Ziel haben, den Mythos des jungen Abenteurers und Verführers aufrecht zu erhalten, liegen hier dicht zusammen.</li>
<li><strong>Wer war Ihr(e) bevorzugte(r) Professor(in) und was machte sie/ihn aus?</strong>
<p>Die Seminare und Vorlesungen von Prof. Helmut J. Schneider mochte ich besonders. Auch hat mir gut gefallen, dass die Referate stets auf nur 15 Minuten angelegt wurden. So hatte man anschließend genügend Zeit für anregende Diskussionen.</li>
<li><strong>Was war / ist Ihr Lieblingsbuch / Lieblingsautor(in) / Lieblingsepoche / Lieblingsgattung / Lieblingsgenre?</strong>
<p>Meine Lieblingsautoren sind Schnitzler, Kleist, Thomas Mann. Ansonsten lese ich z. B. gern John Irving; Romane aus jüngster Zeit: <em>Das bin doch ich</em> von Thomas Glavinic und <em>Die Mittagsfrau</em> von Julia Franck. Lieblingsepoche: Fin de siècle; Genre: Roman.</li>
<li><strong>Wo haben Sie Ihre ersten beruflichen Erfahrungen gesammelt, welche studienbegleitenden Tätigkeiten (Praktika etc.) haben Sie absolviert und dabei ggf. welche Schlüsselqualifikationen erworben?</strong>
<p>Während des Studiums habe ich ein Praktikum am Goethe-Institut Warschau in der Sprachabteilung absolviert und Unterricht in verschiedenen Kursen gegeben. Für meine Arbeit im Lektorat des Hase und Igel Verlags (Lektüren und Unterrichtsmaterialien) war dies hilfreich, da ich aufgrund des Praktikums bereits Erfahrungen im Bereich der selbstständigen Didaktisierung von Lernmaterialien gemacht hatte.</li>
<li><strong>Wie sind Sie nach dem Studium geworden, was Sie nun sind? Und: Wollten Sie es werden?</strong>
<p>Nach meinem Magisterabschluss habe ich zunächst ein einjähriges Volontariat im Kölner Fackelträger Verlag (Sachbuch/Illustriertes Sachbuch) absolviert. Hier habe ich viel im Bereich der Lektoratsarbeit gelernt: Dazu gehörten neben der Arbeit am Text auch Bildrecherchen und die Koordination von externen Mitarbeitern wie Setzern und Fotografen. Teilweise wird man als Volontärin angeleitet, aber viele Arbeitsschritte verinnerlicht man durch <em>Learning by Doing</em>.<br />
Als das Volontariat auslief, habe ich mich gezielt bei Schulbuchverlagen beworben, was gar nicht so schwierig war, da letzten Herbst einige Stellen ausgeschrieben waren. – Und es hat geklappt. Darüber freue ich mich sehr, denn dies ist der Bereich, in dem ich immer arbeiten wollte.</li>
<li><strong>Nützt Ihnen das im Studium erworbene Wissen in Ihrem Beruf – und wenn ja: was?</strong>
<p>Wichtig im Lektorat ist ein akribischer Umgang mit der Sprache und den Texten, den man sich während des Studiums angeeignet hat. Manchmal müssen die Autoren nachbessern oder ich schreibe in Absprache einzelne Textstellen selbst. Auch gehört das Schreiben von Klappen- und Katalogtexten zu meinen Aufgaben. Bei der Erstellung von Begleitmaterialien für Lektüren ist natürlich auch inhaltliches Wissen aus dem Studium gefragt.</li>
<li><strong>Würden Sie sich heute wieder für ein Germanistik-Studium entscheiden – und warum (nicht)?</strong>
<p>Ich würde mich auch heute wieder für ein Germanistik-Studium entscheiden. Das Sich-Versenken in Texte, die Diskussionen in den Seminaren und letztlich das Schreiben der Arbeiten hat mir viel Spaß gemacht.</li>
<li><strong>Wie viele Ihrer (Branchen-)Kollegen haben Germanistik oder ein anderes geisteswissenschaftliches Studium absolviert? Und werden in Ihrem Bereich noch weitere Germanisten bzw. Geisteswissenschaftler gesucht?</strong>
<p>Viele haben Germanistik studiert, zwei Kolleginnen auch Romanistik und Politikwissenschaften.<br />
Mein Eindruck ist, dass der Bildungsbereich im Verlagswesen zurzeit erweitert wird.</li>
<li><strong>Welche Frage haben Sie an heutige Studierende der Germanistik? Und was würden Sie ihnen raten zu tun (oder zu lassen), um den Sprung von der Uni ins Berufsleben zu schaffen?</strong>
<p>Auch wenn die Stellenausschreibung, die Euch interessiert, nicht ganz Eurem Profil entspricht, bewerbt Euch trotzdem. Man kann nie wissen – und oft ergibt sich etwas über Umwege.</li>
</ol>
<h4>&nbsp;</h4>
<p><strong>Barbara Wermann</strong>, geboren 1974 in Koblenz, studierte nach ihrer Tätigkeit als Erzieherin Neuere deutsche Literatur, Deutsche Sprache und ältere deutsche Literatur, Soziologie und Deutsch als Fremdsprache (»DaF«) an der <a href="http://www.uni-bonn.de/">Universität Bonn</a>. Sie absolvierte ein Volontariat im <a href="http://www.fackeltraeger-verlag.de/">Fackelträger Verlag</a> in Köln und arbeitet seit März 2008 als Lektoratsassistentin im <a href="http://www.hase-und-igel.com/">Hase und Igel Verlag</a> in München. Dort erscheinen Lektüren und Unterrichtsmaterialen für die Grundschule und die Sekundarstufe I.</p>
<p>Barbara Wermann war <strong>Ende Juni 2008</strong> Gast der Veranstaltung <a href="http://www.germanistik.uni-bonn.de/content/home/aktuelles?aktuell_id=676"><strong>»Germanisten im Beruf«</strong></a>, organisiert vom <a href="http://www.germanistik.uni-bonn.de/">Institut für Germanistik</a> und dem <a href="https://cams.ukb.uni-bonn.de/(S(bcrrgd45mriykm45etko3s55))/public/cms_page.aspx?pageId=52">Alumni-Netzwerk</a> der Uni Bonn. Gemeinsam mit ihr berichteten die PR-Beauftragte des Goethe-Instituts London, <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1267/">Nicole Maus</a>, und Unternehmensberater <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1272/">Marius Kursawe</a> über ihren Werdegang nach dem Germanistik-Studium.</p>
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<div style="color: #777;">In unserer Serie <em>Germanisten im Beruf</em> haben seit 2006 bereits mehr als zwei Dutzend ehemalige Germanistik-Studentinnen und -Studenten Auskunft über ihren Werdegang und den Nutzen ihres Studiums gegeben; der Reihe nach: <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/726/">Martin Sonneborn</a> (<em>Titanic</em>-Redakteur) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/728/">Jan Sting</a> (freiberuflicher Journalist) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/727/">Axel Joerss</a> (Journalist und Fotograf) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/779/">Christine Henschel</a> (Wissenschaftslektorin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/801/">Nikola Richter</a> (Schriftstellerin und Journalistin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/827/">Burkhard Spinnen</a> (Schriftsteller) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/862/">Kathrin Passig</a> (Autorin und Geschäftsführerin der »Zentralen Intelligenz Agentur«) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/875/">Adam Soboczynski</a> (<em>ZEIT</em>-Redakteur) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/881/">Cornelia Schu</a> (wiss. Referentin beim Wissenschaftsrat) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/885/">David Eisermann</a> (Kulturjournalist und <em>WDR</em>-Radiomoderator) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/905/">Swantje Lichtenstein</a> (Schriftstellerin und – seit Frühjahr 2007 – Professorin an der FH Düsseldorf) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/918/">Carla Christiany</a> (Deutschlektorin an der Università di Bologna) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/929/">Christoph Wenzel</a> (Mitbegründer und -herausgeber der Literaturzeitschrift <em>[SIC]</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/991/">Christian Eichner</a> (promovierter Rechtsanwalt und Germanistik-Habilitand) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/998/">Olaf Kutzmutz</a> (Programmleiter Literatur der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1072/">Andreas Wilink</a> (Mitbegründer, -herausgeber und leitender Redakteur des Magazins <em>K.WEST – das Feuilleton für NRW</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1081/">Tilman Krause</a> (Literaturkritiker und leitender Literatur-Redakteur bei der <em>Welt</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1102/">Andrea Vetsch</a> (TV-Moderatorin im <em>Schweizer Fernsehen</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1140/">Axel von Ernst</a> (Schriftsteller und Verleger) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1149/">Bernd Draser</a> (freiberuflicher Dozent) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1153/ ">Yvonne Büdenhölzer</a> (Dramaturgin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1187/">Reiner-Ernst Ohle</a> (Theaterreferent) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1199/">Antje Schnadwinkel</a> (Lektorin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1243/">Maxim Hofmann</a> (Kabarettist) –  <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1245/">Sandra Heinrici</a> (Organisationsassistentin der <em>Biennale Bonn</em> 2008) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1267/">Nicole Maus</a> (PR-Beauftragte des Goethe-Instituts London) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1272/">Marius Kursawe</a> (Unternehmensberater). – Weitere <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/ressort/kaplus/germanistinnen-im-beruf/">»Germanisten, die es geschafft haben«</a>, folgen!</div>
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		<item>
		<title>Textuelle Erfolgsfaktoren</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Jul 2008 12:30:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Andres</dc:creator>
				<category><![CDATA[Germanisten im Beruf]]></category>

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		<description><![CDATA[Mancher ist verblüfft, wenn Germanisten Unternehmen beraten. <strong>Marius Kursawe</strong> ist eines der Beispiele dafür, dass diese Kombination aber durchaus Sinn macht – und er legt in seinen Antworten zu unserem »Germanisten-Fragebogen« anschaulich dar, welcher Weg ihn zum »Kommunikationsberater« führte ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mancher ist verblüfft, wenn Germanisten Unternehmen beraten. <strong>Marius Kursawe</strong> ist eines der Beispiele dafür, dass diese Kombination aber durchaus Sinn macht – und er legt in seinen Antworten zu unserem »Germanisten-Fragebogen« anschaulich dar, welcher Weg ihn zum »Kommunikationsberater« führte. Eher nicht verwunderlich ist vielleicht, dass sein Hauptfach die Sprachwissenschaft war, die offenbar sehr viel stärker als jedes Literaturstudium einen Weg in den Tätigkeitsbereich moderner »Kommunikationsstrategie« weist. Fest steht: »Textuelle Erfolgsfaktoren« gibt es, und sie spielen nicht nur in Kursawes Abschlussarbeit eine wichtige Rolle.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Unsere zwölf Fragen, beantwortet von Marius Kursawe:</h4>
<ol>
<li><strong>Wie lange und wo haben Sie studiert, welchen Abschluss haben Sie erreicht? War Germanistik Ihr Haupt- oder Nebenfach?</strong>
<p>Ich habe von 2000 bis 2006 in Bonn studiert. Mein Hauptfach war die Germanistische Sprachwissenschaft. Im Nebenfach habe ich Literaturwissenschaft sowie Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie studiert. Im Frühjahr 2006 durfte ich dann meinen M.A. auf der Hofgartenwiese entgegennehmen.</li>
<li><strong>Was hat Sie damals dazu bewogen, Germanistik zu studieren?</strong>
<p>Für mich war der Journalismus der Grund dafür, Germanistik zu studieren. Der Weg über die Germanistik in die Redaktionen war damals und ist auch heute noch einer der klassischen Zugangswege in diese Branche. Auch wenn sich dieses Ziel während des Studiums geändert hat, der Germanistik bin ich treu geblieben.</li>
<li><strong>Zu welchem Thema haben Sie Ihre Abschlussarbeit eingereicht?</strong>
<p>»Leitbild-Controlling als Instrument modernen Change-Managements. Prozessuale und textuelle Erfolgsfaktoren zur Entwicklung und Implementierung von Organisations- und Unternehmensleitbildern«.</li>
<li><strong>Zu welchen wissenschaftlichen Ergebnissen sind Sie in dieser Arbeit gelangt?</strong>
<p>Durch die Brille der Sprach- und Kommunikationswissenschaften eröffnen sich auf diese immer noch stark betriebswirtschaftlich dominierte Textsorte neue interessante Blickwinkel. Etwa über die Metaphernanalyse, das Verhältnis von Adressat und Empfänger oder auf dem Bereich der interkulturellen Kommunikation – gerade für Global Player ein wichtiger Aspekt der internen Kommunikation.</li>
<li><strong>Wer war Ihr(e) bevorzugte(r) Professor(in) und was machte sie/ihn aus?</strong>
<p>Besonders wichtig war für mich Professor Helmut Ebert. Bei ihm habe ich über die Jahre viele Seminare und Vorlesungen besucht und schließlich auch meine Magisterarbeit geschrieben. Seine Begeisterung und Leidenschaft sind ansteckend und inspirierend. Seine Tür stand für die Studenten immer offen. In der Vor- und Frühgeschichte war es sicher eine große Bereicherung den 2003 verstorbenen Professor Roth zu hören.</li>
<li><strong>Was war / ist Ihr Lieblingsbuch / Lieblingsautor(in) / Lieblingsepoche / Lieblingsgattung / Lieblingsgenre?</strong>
<p>Da kann ich keine Rangliste aufstellen. Aber wenn ich mich schon entscheiden müsste, wäre Heinrich von Kleist sicher der Autor, der mich durch sein Werk und seine Person am meisten fasziniert und den ich seit Jahren immer wieder neu für mich entdecke. Für die Lyrik fehlt mir leider oft die Zeit, dafür macht mir der Roman die täglichen Zugfahrten kürzer.</li>
<li><strong>Wo haben Sie Ihre ersten beruflichen Erfahrungen gesammelt, welche studienbegleitenden Tätigkeiten (Praktika etc.) haben Sie absolviert und dabei ggf. welche Schlüsselqualifikationen erworben?</strong>
<p>Meine wichtigsten Erfahrungen habe ich nicht in einem Praktikum gemacht, sondern als Werkstudent in einer Glasfaserfabrik. Dort stand ich Tag und Nacht am Fliesband. Danach habe ich das Studium mit anderen Augen gesehen. Später habe ich als studentische Hilfskraft im Germanistischen Seminar, als freier Mitarbeiter der Deutschen Welle und als Praktikant bei BMW viele Erfahrungen gesammelt. Wichtig daran war aus heutiger Sicht der Blick über den Tellerrand der Uni.</li>
<li><strong>Wie sind Sie nach dem Studium geworden, was Sie nun sind? Und: Wollten Sie es werden?</strong>
<p>Ich wollte genau das machen, was ich heute mache. Insofern habe ich bereits während meines Studium begonnen, mich dafür zu qualifizieren. Über Praktika habe ich das ergänzt. Wichtig für mich war dabei, nicht über Quantität, sondern Qualität der Praktika zu überzeugen. Der nächste Schritt ist ein Traineeship gewesen.</li>
<li><strong>Nützt Ihnen das im Studium erworbene Wissen in Ihrem Beruf – und wenn ja: was?</strong>
<p>Die Inhalte meines Studiums nützen mir weniger, weil sie einfach nicht gefragt sind in meinem Job. Was aber umso wichtiger ist, sind die Techniken und Methoden, die ich mir im Studium angeeignet habe. Das sind etwa hohe analytische Fähigkeiten, ein souveräner Umgang mit neuen Themen, das Gefühl für Sprache und die Fähigkeit in großen Zusammenhängen zu denken. Dieses »Generalistentum« zeichnet meiner Meinung nach Geisteswissenschaftler aus. Außerdem ist es in meinem Job wichtig, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, also die einzelnen Akteure im Zusammenspiel mit ihrem Umfeld zu verstehen und zu begreifen.</li>
<li><strong>Würden Sie sich heute wieder für ein Germanistik-Studium entscheiden – und warum (nicht)?</strong>
<p>Ehrlich gesagt gab es einige Momente, in denen ich diese Wahl in Frage gestellt habe. Leider muss man als Geisteswissenschaftler immer noch mehr Überzeugungsarbeit leisten als Bewerber anderer Fachrichtungen. Dennoch glaube ich, dass nicht die Anforderungen des Arbeitsmarktes entscheidend für die Wahl des Studiums sein sollten. Gute Leistungen kann man nur erbringen, wenn man voll hinter dem steht, was man tut.</li>
<li><strong>Wie viele Ihrer (Branchen-)Kollegen haben Germanistik oder ein anderes geisteswissenschaftliches Studium absolviert? Und werden in Ihrem Bereich noch weitere Germanisten bzw. Geisteswissenschaftler gesucht?</strong>
<p>Soweit ich weiß, hat keiner meiner Kollegen Germanistik studiert. Dennoch kommen einige aus anderen Geisteswissenschaften wie etwa der Soziologie oder Politikwissenschaft.</li>
<li><strong>Welche Frage haben Sie an heutige Studierende der Germanistik? Und was würden Sie ihnen raten zu tun (oder zu lassen), um den Sprung von der Uni ins Berufsleben zu schaffen?</strong>
<p>Mich würde interessieren, inwiefern sich das Studienleben seit der Hochschulreform gewandelt hat. Bleibt denn heute noch Zeit für Engagement abseits der Hörsäle, wie etwa im AStA und der Fachschaft?</li>
</ol>
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<p><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/mariuskursawe.jpg" height=166 width=133 alt="Marius Kursawe (Foto: privat)" title="Marius Kursawe (Foto: privat)" /><strong>Marius Kursawe</strong>, geboren 1979 in Bergisch Gladbach, studierte Germanistik sowie Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie an der <a href="http://www.uni-bonn.de/">Universität Bonn</a>. Nach Stationen in den Kommunikationsabteilungen der <a href="http://www.dw-world.de/">Deutschen Welle</a> und bei <a href="http://www.bmw.de/">BMW</a> arbeitet er seit 2007 als Berater beim Düsseldorfer Beratungsunternehmen <a href="http://www.deekeling-arndt.de/">Deekeling Arndt Advisors</a> im Bereich <em>Identity &#038; Change</em>.</p>
<p>Marius Kursawe war am vergangenen <strong>Freitag, den 27. Juni 2008</strong>, Gast der Veranstaltung <a href="http://www.germanistik.uni-bonn.de/content/home/aktuelles?aktuell_id=676"><strong>»Germanisten im Beruf«</strong></a>, organisiert vom <a href="http://www.germanistik.uni-bonn.de/">Institut für Germanistik</a> und dem <a href="https://cams.ukb.uni-bonn.de/(S(bcrrgd45mriykm45etko3s55))/public/cms_page.aspx?pageId=52">Alumni-Netzwerk</a> der Uni Bonn. Gemeinsam mit ihm berichteten Verlagsmitarbeiterin Barbara Wermann und die PR-Beauftragte des Goethe-Instituts London, <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1267/">Nicole Maus</a>, über ihren Werdegang nach dem Germanistik-Studium.</p>
<p><font size="-1">(Foto: privat)</font></p>
<p>&nbsp;</p>
<div style="color: #777;">In unserer Serie <em>Germanisten im Beruf</em> haben seit 2006 bereits mehr als zwei Dutzend ehemalige Germanistik-Studentinnen und -Studenten Auskunft über ihren Werdegang und den Nutzen ihres Studiums gegeben; der Reihe nach: <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/726/">Martin Sonneborn</a> (<em>Titanic</em>-Redakteur) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/728/">Jan Sting</a> (freiberuflicher Journalist) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/727/">Axel Joerss</a> (Journalist und Fotograf) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/779/">Christine Henschel</a> (Wissenschaftslektorin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/801/">Nikola Richter</a> (Schriftstellerin und Journalistin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/827/">Burkhard Spinnen</a> (Schriftsteller) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/862/">Kathrin Passig</a> (Autorin und Geschäftsführerin der »Zentralen Intelligenz Agentur«) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/875/">Adam Soboczynski</a> (<em>ZEIT</em>-Redakteur) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/881/">Cornelia Schu</a> (wiss. Referentin beim Wissenschaftsrat) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/885/">David Eisermann</a> (Kulturjournalist und <em>WDR</em>-Radiomoderator) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/905/">Swantje Lichtenstein</a> (Schriftstellerin und – seit Frühjahr 2007 – Professorin an der FH Düsseldorf) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/918/">Carla Christiany</a> (Deutschlektorin an der Università di Bologna) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/929/">Christoph Wenzel</a> (Mitbegründer und -herausgeber der Literaturzeitschrift <em>[SIC]</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/991/">Christian Eichner</a> (promovierter Rechtsanwalt und Germanistik-Habilitand) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/998/">Olaf Kutzmutz</a> (Programmleiter Literatur der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1072/">Andreas Wilink</a> (Mitbegründer, -herausgeber und leitender Redakteur des Magazins <em>K.WEST – das Feuilleton für NRW</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1081/">Tilman Krause</a> (Literaturkritiker und leitender Literatur-Redakteur bei der <em>Welt</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1102/">Andrea Vetsch</a> (TV-Moderatorin im <em>Schweizer Fernsehen</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1140/">Axel von Ernst</a> (Schriftsteller und Verleger) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1149/">Bernd Draser</a> (freiberuflicher Dozent) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1153/ ">Yvonne Büdenhölzer</a> (Dramaturgin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1187/">Reiner-Ernst Ohle</a> (Theaterreferent) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1199/">Antje Schnadwinkel</a> (Lektorin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1243/">Maxim Hofmann</a> (Kabarettist) –  <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1245/">Sandra Heinrici</a> (Organisationsassistentin der <em>Biennale Bonn</em> 2008) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1267/">Nicole Maus</a> (PR-Beauftragte des Goethe-Instituts London). – Weitere <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/ressort/kaplus/germanistinnen-im-beruf/">»Germanisten, die es geschafft haben«</a>, folgen!</div>
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		<item>
		<title>Geklickt, geschickt &amp; angefangen</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Jun 2008 22:30:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Andres</dc:creator>
				<category><![CDATA[Germanisten im Beruf]]></category>

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		<description><![CDATA[Nicht, dass wir es dem Goethe-Institut in London nicht durchaus gönnen würden. Aber an <strong>Nicole Maus</strong> ist höchstwahrscheinlich eine großartige Journalistin verloren gegangen. Folgen wir der Darstellung in ihrer Antwort zu Frage sieben in unserem »Germanisten-Fragebogen«, so müssen wir respektvoll den Hut ziehen und eingestehen: Es sieht ganz so aus, als vereinte sie schon zu Schulzeiten Eigenschaften auf sich, um die sich noch manche ganze Zeitschrift glücklich schätzen würde ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht, dass wir es dem Goethe-Institut in London nicht durchaus gönnen würden. Aber an <strong>Nicole Maus</strong> ist höchstwahrscheinlich eine großartige Journalistin verloren gegangen. Folgen wir der Darstellung in ihrer Antwort zu Frage sieben in unserem »Germanisten-Fragebogen«, so müssen wir respektvoll den Hut ziehen und eingestehen: Es sieht ganz so aus, als vereinte sie schon zu Schulzeiten Eigenschaften auf sich, um die sich noch manche ganze Zeitschrift glücklich schätzen würde.</p>
<p>Ebenso leichthändig, wie sie die Schülerzeitung einst quasi im Alleingang erscheinen ließ, ergatterte sie, scheint's, auch ihren Job: Im rechten Moment <a href="http://www.goethe.de/ins/gb/lon/uun/ste/deindex.htm">geklickt</a>, ist sie nun dem Goethe-Institut behilflich, dem Vereinigten Königreich in dessen Kapitale <em>German Culture</em> zu <em>providen</em>.</p>
<p>Übrigens: Nicole Maus ist <strong>am Freitag, 27. Juni 2008, um 18 Uhr</strong> Gast der vom <a href="http://www.germanistik.uni-bonn.de/">Institut für Germanistik</a> und dem <a href="https://cams.ukb.uni-bonn.de/(S(bcrrgd45mriykm45etko3s55))/public/cms_page.aspx?pageId=52">Alumni-Netzwerk</a> der Uni Bonn organisierten Veranstaltung <a href="http://www.germanistik.uni-bonn.de/content/home/aktuelles?aktuell_id=676"><strong>»Germanisten im Beruf«</strong></a>: Gemeinsam mit ihr berichten im Hauptgebäude der Universität Bonn, <strong>Institut für Germanistik, Übungsraum im 3. OG</strong>, Verlagsmitarbeiterin Barbara Wermann und Unternehmensberater Marius Kursawe über ihren Werdegang nach dem Germanistik-Studium.</p>
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<h4>Und nun – unsere zwölf Fragen, beantwortet von Nicole Maus:</h4>
<ol>
<li><strong>Wie lange und wo haben Sie studiert, welchen Abschluss haben Sie erreicht? War Germanistik Ihr Haupt- oder Nebenfach?</strong>
<p>Ich habe in Bonn von 1996 bis 2003 Germanistik und Philosophie auf Magister studiert: Neuere Deutsche Literatur im Hauptfach, Philosophie und Altgermanistik als Nebenfächer. Ich war auch häufig bei Veranstaltungen der Komparatisten, Skandinavisten und Anglisten.<br />
Zwischendurch war ich ein Jahr in Oxford und habe dort einen <em>Master of Studies in European Literature gemacht</em>, bin aber 2001 wieder nach Bonn zurückgegangen, um pflichtschuldig meinen Bonner M.A. zu beenden (was ein strategischer Fehler war, da es nach 2001 eigentlich keine Stellen für Berufsanfänger mehr gab).</li>
<li><strong>Was hat Sie damals dazu bewogen, Germanistik zu studieren?</strong>
<p>Ich konnte nicht anders. Ich habe damals quasi rund um die Uhr gelesen, und konnte mir nicht vorstellen, mehrere Jahre meines Lebens an ein Fach zu vergeuden, bei dem die Literatur nicht im Mittelpunkt steht.</li>
<li><strong>Zu welchem Thema haben Sie Ihre Abschlussarbeit eingereicht?</strong>
<p>»Die Rolle der Medien in Thomas Manns <em>Zauberberg</em>«.</li>
<li><strong>Zu welchen wissenschaftlichen Ergebnissen sind Sie in dieser Arbeit gelangt?</strong>
<p>Es ging um Initiation, Anatomie und Erkenntnis, um Tod und Verwesung und um das besagte Röntgenbild, das Hans Castorp und Clawdia Chauchat zwischen den Kapiteln austauschen. All das in Verbindung mit einer Kulturgeschichte des Sehens gesetzt zeigte, daß Hans Castorp den gesamten Roman über versucht, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln den Tod aufzuheben, der ihm klar vor Augen steht, als er in Hofrat Behrens’ Dunkelkammer auf das Röntgenbild seiner eigenen durchleuchteten Hand blickt.</li>
<li><strong>Wer war Ihr(e) bevorzugte(r) Professor(in) und was machte sie/ihn aus?</strong>
<p>Helmut Schneider von der Uni Bonn. Ihn zeichnete aus (und zeichnet es wohl noch immer <font color="#777">[<em>Anm. d. Red.:</em> Fraglos!]</font>), daß er ungemein inspirierend, belesen, eloquent, geistreich, querdenkend und humorvoll ist.</li>
<li><strong>Was war / ist Ihr Lieblingsbuch / Lieblingsautor(in) / Lieblingsepoche / Lieblingsgattung / Lieblingsgenre?</strong>
<p>Der <em>Zauberberg</em> von Thomas Mann, aber auch Uwe Johnsons <em>Jahrestage</em>, Schillers <em>Räuber</em> und Goethes <em>Faust</em> und Juli Zehs gesammelte Werke. Genre fast immer Romane und Erzählungen, Lyrik selten. Lieblingsepoche Ende 19./frühes 20. Jahrhundert und heute.</li>
<li><strong>Wo haben Sie Ihre ersten beruflichen Erfahrungen gesammelt, welche studienbegleitenden Tätigkeiten (Praktika etc.) haben Sie absolviert und dabei ggf. welche Schlüsselqualifikationen erworben?</strong>
<p>Ich habe einen Haufen Praktika gemacht, die alle sinnvoll waren, aber im Nachhinein habe ich das meiste gelernt, als ich in der 7. Klasse auf der Realschule die Schülerzeitung gegründet und nahezu alleine vollgeschrieben habe. Von den restlichen Mit-Schreibern die Artikel einzutreiben, Werbeanzeigen bei den Geschäften in der Nachbarschaft zu besorgen, trotz aller Tücken die Zeitung pünktlich zum Druck zu bringen und nach der Veröffentlichung den Ärger zwischen Redaktion und dem Lehrerkollegium glattzubügeln, hat mich eigentlich gut auf mein berufliches Leben vorbereitet.</li>
<li><strong>Wie sind Sie nach dem Studium geworden, was Sie nun sind? Und: Wollten Sie es werden?</strong>
<p>Ich habe mich beworben, so einfach das klingt, und vorher zur rechten Zeit auf die Website des Goethe-Institut Londons geklickt. Bewerbung abgeschickt, eingeladen worden, Zusage erhalten, angefangen. Mir war es vorher nie in den Sinn gekommen, PR für ein Kulturinstitut zu machen. Ich kannte niemanden beim Goethe-Institut und habe auch nie ein Praktikum dort gemacht. </li>
<li><strong>Nützt Ihnen das im Studium erworbene Wissen in Ihrem Beruf – und wenn ja: was?</strong>
<p>Im Studium, und gerade in einem etwas chaotisch organisierten Massenfach wie Germanistik, lernt man zwangsweise, sich zu organisieren und sich Gehör zu verschaffen. So wie das Studium zu Magisterzeiten organisiert war, hatten wir außerdem den Freiraum, über die Fächergrenzen hinauszudenken und unkonventionelle Fragestellungen anzugehen. Gründlichkeit und genaues Argumentieren nimmt man im Idealfall auch mit, sowie eine Sensibilität für Sprache.</li>
<li><strong>Würden Sie sich heute wieder für ein Germanistik-Studium entscheiden – und warum (nicht)?</strong>
<p>Ja, sicher – das Studium hat Spaß gemacht, ich habe viel gelernt und ich kann mit der Qualifikation in dem Bereich arbeiten, der mich interessiert.</li>
<li><strong>Wie viele Ihrer (Branchen-)Kollegen haben Germanistik oder ein anderes geisteswissenschaftliches Studium absolviert? Und werden in Ihrem Bereich noch weitere Germanisten bzw. Geisteswissenschaftler gesucht?</strong>
<p>Kurze Umfrage in den anliegenden Büros – fast alle meiner Kolleginnen und Kollegen haben ein geisteswissenschaftliches Studium absolviert.</li>
<li><strong>Welche Frage haben Sie an heutige Studierende der Germanistik? Und was würden Sie ihnen raten zu tun (oder zu lassen), um den Sprung von der Uni ins Berufsleben zu schaffen?</strong>
<p>Warum studieren Sie Germanistik? </p>
<p>Ein Ratschlag paßt selten auf alle, daher zwei allgemeine, so allgemein gehalten wie möglich:<br />
Machen Sie das, was Ihnen Spaß macht. In den nächsten Jahren und Jahrzehnten werden sich Ihre Prioritäten mehrmals ändern, doch das, was Sie schon immer gerne gemacht haben, werden Sie vermutlich auch noch Ihr Leben lang gerne machen. Sie werden unglaublich viel Zeit in Ihren Jobs verbringen, also überlegen Sie (und probieren Sie aus), welcher Beruf zu Ihnen paßt. Und gehen Sie mal woanders hin. Das muß nicht notwendigerweise zu einer Anstellung führen, schadet jedoch selten.</li>
</ol>
<h4>&nbsp;</h4>
<p><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/nicolemaus.jpg" alt="Nicole Maus (Foto: privat)" title="Nicole Maus (Foto: privat)" /><strong>Nicole Maus</strong>, geboren am 9. Mai 1977 in Köln, lebt in London und ist am dortigen <a href="http://www.goethe.de/ins/gb/lon/deindex.htm">Goethe-Institut</a> für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Vorher Germanistik-Studium in <a href="http://www.uni-bonn.de/">Bonn</a> und <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/ressort/kaplus/studium-beruf/weltweit/oxford/">Oxford</a>, währenddessen freie Journalistin bei der <a href="http://www.rundschau-online.de/"><em>Kölnischen Rundschau</em></a>, danach freiberufliche Drehbuchlektorin.</p>
<p><font size="-1">(Foto: privat.)</font></p>
<p>&nbsp;</p>
<div style="color: #777;">In unserer Serie <em>Germanisten im Beruf</em> haben seit 2006 bereits mehr als zwei Dutzend ehemalige Germanistik-Studentinnen und -Studenten Auskunft über ihren Werdegang und den Nutzen ihres Studiums gegeben; der Reihe nach: <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/726/">Martin Sonneborn</a> (<em>Titanic</em>-Redakteur) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/728/">Jan Sting</a> (freiberuflicher Journalist) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/727/">Axel Joerss</a> (Journalist und Fotograf) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/779/">Christine Henschel</a> (Wissenschaftslektorin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/801/">Nikola Richter</a> (Schriftstellerin und Journalistin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/827/">Burkhard Spinnen</a> (Schriftsteller) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/862/">Kathrin Passig</a> (Autorin und Geschäftsführerin der »Zentralen Intelligenz Agentur«) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/875/">Adam Soboczynski</a> (<em>ZEIT</em>-Redakteur) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/881/">Cornelia Schu</a> (wiss. Referentin beim Wissenschaftsrat) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/885/">David Eisermann</a> (Kulturjournalist und <em>WDR</em>-Radiomoderator) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/905/">Swantje Lichtenstein</a> (Schriftstellerin und – seit Frühjahr 2007 – Professorin an der FH Düsseldorf) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/918/">Carla Christiany</a> (Deutschlektorin an der Università di Bologna) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/929/">Christoph Wenzel</a> (Mitbegründer und -herausgeber der Literaturzeitschrift <em>[SIC]</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/991/">Christian Eichner</a> (promovierter Rechtsanwalt und Germanistik-Habilitand) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/998/">Olaf Kutzmutz</a> (Programmleiter Literatur der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1072/">Andreas Wilink</a> (Mitbegründer, -herausgeber und leitender Redakteur des Magazins <em>K.WEST – das Feuilleton für NRW</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1081/">Tilman Krause</a> (Literaturkritiker und leitender Literatur-Redakteur bei der <em>Welt</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1102/">Andrea Vetsch</a> (TV-Moderatorin im <em>Schweizer Fernsehen</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1140/">Axel von Ernst</a> (Schriftsteller und Verleger) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1149/">Bernd Draser</a> (freiberuflicher Dozent) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1153/ ">Yvonne Büdenhölzer</a> (Dramaturgin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1187/">Reiner-Ernst Ohle</a> (Theaterreferent) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1199/">Antje Schnadwinkel</a> (Lektorin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1243/">Maxim Hofmann</a> (Kabarettist) –  <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1245/">Sandra Heinrici</a> (Organisationsassistentin der <em>Biennale Bonn</em> 2008). – Weitere <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/ressort/kaplus/germanistinnen-im-beruf/">»Germanisten, die es geschafft haben«</a>, folgen!</div>
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		<title>Der Wahnsinn Theater in Theorie und Praxis</title>
		<link>http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1245/</link>
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		<pubDate>Sat, 07 Jun 2008 12:00:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ute Friederich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Biennale Bonn]]></category>
		<category><![CDATA[Germanisten im Beruf]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href="http://www.biennale-bonn.de/"><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/BiennaleLogo_2008.jpg" class='right' alt="Biennale Bonn 2008 (Logo)" /></a>Den traditionellen Magister-Studiengängen wird gerne einmal ein mangelnder Praxisbezug vorgeworfen. Doch es geht auch anders. Denn wenn sich aus der Mitarbeit in einem Projektseminar zu einem großen Theaterfestival nach dem Studienabschluss ein Jobangebot als Organisationsassistentin bei eben diesem Festival ergibt, dann muß man einfach zugreifen – auch wenn man eigentlich vorhatte, sich sofort in die Promotion zu stürzen …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.biennale-bonn.de/"><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/BiennaleLogo_2008.jpg" class='right' alt="Biennale Bonn 2008 (Logo)" /></a>Den traditionellen Magister-Studiengängen wird gerne einmal ein mangelnder Praxisbezug vorgeworfen. Doch es geht auch anders. Denn wenn sich aus der Mitarbeit in einem Projektseminar zu einem großen Theaterfestival nach dem Studienabschluss ein Jobangebot als Organisationsassistentin bei eben diesem Festival ergibt, dann muß man einfach zugreifen – auch wenn man eigentlich vorhatte, sich sofort in die Promotion zu stürzen. Und so beschäftigt sich Sandra Heinrici jetzt nicht mehr nur theoretisch mit dem Wahnsinn des Theaters, sondern erlebt diesen jetzt jeden Tag bei der <a href="http://www.biennale-bonn.de/index_fs_1280.htm">Biennale Bonn: Bosporus 2008</a> hautnah. Als Assistentin im Team der Festivalorganisation kann sie sowohl an die theoretische Beschäftigung mit ihrer liebsten Gattung des Dramas, als auch an ihre praktischen Erfahrungen aus verschiedenen Hospitanzen am Theater Bonn anknüpfen.</p>
<p>Mit Sandra Heinrici beantwortet übrigens zum ersten Mal keine Germanistin (im engeren Sinne), sondern eine Komparatistin unseren Fragebogen. Doch ihre »Leidenschaft zur Literatur« teilt sie wohl mit allen Germanisten, genau wie sich Germanisten und Komparatisten an der Bonner Uni <a href="http://www.germanistik.uni-bonn.de/">Institut und Bibliothek</a> teilen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Unsere zwölf Fragen, beantwortet von Sandra Heinrici:</h4>
<ol>
<li><strong>Wie lange und wo haben Sie studiert, welchen Abschluss haben Sie erreicht? War Germanistik Ihr Haupt- oder Nebenfach?</strong>
<p>Begonnen habe ich mein Studium im WS 2001/2002 an der Universität Saarbrücken. Im darauffolgenden SS habe ich schon an die Bonner Uni gewechselt und dort im SS 2007 das Magisterexamen absolviert. Germanistik war weder mein Haupt- noch mein Nebenfach – im Hauptfach habe ich Vergleichende Literaturwissenschaft, im Nebenfach französische Philologie und Medienwissenschaft studiert.</li>
<li><strong>Was hat Sie damals dazu bewogen, Germanistik zu studieren?</strong>
<p>Zum Studium der Komparatistik hat mich vor allem die Tatsache bewogen, dass dieses Fach es erlaubte, meine Leidenschaft für Fremdsprachen mit derjenigen für Literatur zu kombinieren.</li>
<li><strong>Zu welchem Thema haben Sie Ihre Abschlussarbeit eingereicht?</strong>
<p>»Darstellungsformen des Wahnsinns im europäischen Theater des 20. Jahrhunderts«</li>
<li><strong>Zu welchen wissenschaftlichen Ergebnissen sind Sie in dieser Arbeit gelangt?</strong>
<p>Zunächst habe ich das Verhältnis des Wahnsinns zur Gesellschaft, zum Theater und zur Literatur über die verschiedenen Jahrhunderte hinweg betrachtet um hiernach zu untersuchen, wie so bedeutende Dramatiker wie Luigi Pirandello, Thomas Bernhard, Friedrich Dürrenmatt und Samuel Beckett das komplexe Phänomen des Wahnsinns in unterschiedlichen Phasen des 20. Jahrhunderts eingesetzt haben. Nach einer Betrachtung der Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Darstellungsformen und Funktionen bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass der Wahnsinn gerade im 20. Jahrhundert noch einen weit gefächerten Bedeutungsreichtum besitzt, der auch vor Paradoxien keinen Halt macht und daher nicht nur eine Vielzahl von ambivalenten Darstellungs- und Deutungsmöglichkeiten eröffnet, sondern vielleicht sogar als eine der intensivsten theatralischen Gestaltungsmöglichkeiten der Auseinandersetzung mit der Grundbefindlichkeit und Problematik des modernen Subjekts gelten kann.</li>
<li><strong>Wer war Ihr(e) bevorzugte(r) Professor(in) und was machte sie/ihn aus?</strong>
<p>Es gab einige, bei denen ich gerne studiert habe. Zum Beispiel bei Professor Oehler, der auch meine Magisterarbeit betreut hat. Geschätzt habe ich die Vielfalt der Themen, die er anbot und besonders die Tatsache, dass man in seinen Seminaren und Vorlesungen besonders als Frankophile/r auf seine Kosten kam. </li>
<li><strong>Was war / ist Ihr Lieblingsbuch / Lieblingsautor(in) / Lieblingsepoche / Lieblingsgattung / Lieblingsgenre?</strong>
<p>Das ist schwer, da gab und gibt es zumindest bei den Büchern und Autoren unglaublich viele. Müsste ich mich für ein Buch entscheiden, wäre es Thomas Manns <em>Buddenbrooks</em>; Autoren müsste ich unbedingt zwei nennen: Shakespeare und Beckett. Ich mochte immer gerne die Aufklärung, den Realismus und die Moderne/Postmoderne. Meine Lieblingsgattung war und ist das Drama, dicht gefolgt von der Prosa, innerhalb dieser liegt bei mir der Roman weit abgeschlagen auf Platz eins.</li>
<li><strong>Wo haben Sie Ihre ersten beruflichen Erfahrungen gesammelt, welche studienbegleitenden Tätigkeiten (Praktika etc.) haben Sie absolviert und dabei ggf. welche Schlüsselqualifikationen erworben?</strong>
<p>Während des Studiums habe ich viele Praktika absolviert – u. a. mehrere Hospitanzen am THEATER BONN, ein Praktikum im Tropen Verlag, im Kulturreferat der deutschen UNESCO-Kommission, in der Kulturabteilung der DEUTSCHEN WELLE – um für mich selbst herauszufinden, wo es denn später einmal beruflich hingehen könnte. Außerdem habe ich nach der Zwischenprüfung einige Zeit als studentische Hilfskraft in der Abteilung für Komparatistik gearbeitet.</li>
<li><strong>Wie sind Sie nach dem Studium geworden, was Sie nun sind? Und: Wollten Sie es werden?</strong>
<p>Der Job bei der diesjährigen BIENNALE BONN hat sich mir durch meine Praktika bei den vergangenen beiden Festivals eröffnet. Ich hatte diesen nicht von vorneherein angestrebt, wollte vielmehr eigentlich ins Verlagswesen oder sofort im Anschluss an den Magister mit der Promotion beginnen, habe mich aber sehr gefreut, als das Angebot kam und sofort »zugegriffen«. </li>
<li><strong>Nützt Ihnen das im Studium erworbene Wissen in Ihrem Beruf – und wenn ja: was?</strong>
<p>In den alltäglichen Stresssituationen ist das im Studium erworbenen Wissen natürlich nicht immer konkret nützlich. Viele praktische Arbeitsabläufe lernt man selbstverständlich nicht durch das Besuchen von Seminaren und Vorlesungen, durch das Schreiben von Hausarbeiten und Klausuren. Aber gerade im Bereich der Kultur bietet einem das erlangte Wissen eine sehr guten theoretischen Hintergrund für die praktische Arbeit. Das Sprachgefühl und der präzise Umgang mit Texten, die man sich in jedem literaturwissenschaftlichen Studium aneignet, helfen mir zum Beispiel sehr konkret bei der Literaturrecherche für Preview-Veranstaltungen und Lesungen oder beim Verfassen von Presse- und Katalogtexten. </li>
<li><strong>Würden Sie sich heute wieder für ein Germanistik-Studium entscheiden – und warum (nicht)?</strong>
<p>Für eine Komparatistikstudium würde ich mich jeder Zeit wieder entschließen, da es mir durchweg großen Spaß gemacht hat und auch in einem gewissen Umfang auf den beruflichen Weg gebracht hat, den ich momentan einschlage. </li>
<li><strong>Wie viele Ihrer (Branchen-)Kollegen haben Germanistik oder ein anderes geisteswissenschaftliches Studium absolviert? Und werden in Ihrem Bereich noch weitere Germanisten bzw. Geisteswissenschaftler gesucht?</strong>
<p>Am Theater arbeiten sowohl im Bereich der Festivalorganisation, als auch in den Bereichen der Dramaturgie oder Regie viele Geisteswissenschaftler. Die freien Stellen sind allerdings ebenso schwer zu finden wie in allen anderen Bereichen der Kultur auch. Am THEATER BONN wird aufgrund der geforderten Einssparungen in der kommenden Spielzeit zudem extrem Personal abgebaut werden.</li>
<li><strong>Welche Frage haben Sie an heutige Studierende der Germanistik? Und was würden Sie ihnen raten zu tun (oder zu lassen), um den Sprung von der Uni ins Berufsleben zu schaffen?</strong>
<p>Da ich selber noch nicht vor allzu langer Zeit mein Examen gemacht habe, habe ich keine Fragen, die ich mir nicht auch selbst stellen müsste …</p>
<p>Meine Ratschläge sind die üblichen, aber tatsächlich nützlichen – zumindest haben sie sich bei mir erwährt: geht während des Studiums ins Ausland; das bringt nicht nur eine gute Zusatzqualifikation für den Lebenslauf, sondern ist meistens auch einfach die schönste Zeit des gesamten Studiums. Und vor allen Dingen: macht Praktika schon während des Studiums, nicht erst danach. Probiert aus, welche Bereiche/Jobs euch Spaß machen würden, dann habt ihr nach dem Studium viel bessere Einstiegsmöglichkeiten. </li>
</ol>
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<div style="color: #777;"><strong>Hinweis:</strong> In unserer Serie <em>Germanisten im Beruf</em> haben seit 2006 bereits zwei Dutzend ehemalige Germanistik-Studentinnen und -Studenten Auskunft über ihren Werdegang und den Nutzen ihres Studiums gegeben; der Reihe nach: <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/726/">Martin Sonneborn</a> (<em>Titanic</em>-Redakteur) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/728/">Jan Sting</a> (freiberuflicher Journalist) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/727/">Axel Joerss</a> (Journalist und Fotograf) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/779/">Christine Henschel</a> (Wissenschaftslektorin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/801/">Nikola Richter</a> (Schriftstellerin und Journalistin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/827/">Burkhard Spinnen</a> (Schriftsteller) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/862/">Kathrin Passig</a> (Autorin und Geschäftsführerin der »Zentralen Intelligenz Agentur«) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/875/">Adam Soboczynski</a> (<em>ZEIT</em>-Redakteur) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/881/">Cornelia Schu</a> (wiss. Referentin beim Wissenschaftsrat) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/885/">David Eisermann</a> (Kulturjournalist und <em>WDR</em>-Radiomoderator) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/905/">Swantje Lichtenstein</a> (Schriftstellerin und – seit Frühjahr 2007 – Professorin an der FH Düsseldorf) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/918/">Carla Christiany</a> (Deutschlektorin an der Università di Bologna) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/929/">Christoph Wenzel</a> (Mitbegründer und -herausgeber der Literaturzeitschrift <em>[SIC]</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/991/">Christian Eichner</a> (promovierter Rechtsanwalt und Germanistik-Habilitand) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/998/">Olaf Kutzmutz</a> (Programmleiter Literatur der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1072/">Andreas Wilink</a> (Mitbegründer, -herausgeber und leitender Redakteur des Magazins <em>K.WEST – das Feuilleton für NRW</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1081/">Tilman Krause</a> (Literaturkritiker und leitender Literatur-Redakteur bei der <em>Welt</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1102/">Andrea Vetsch</a> (TV-Moderatorin im <em>Schweizer Fernsehen</em>) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1140/">Axel von Ernst</a> (Schriftsteller und Verleger) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1149/">Bernd Draser</a> (freiberuflicher Dozent) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1153/ ">Yvonne Büdenhölzer</a> (Dramaturgin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1187/">Reiner-Ernst Ohle</a> (Theaterreferent mit »Bayer-Spirit«) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1199/">Antje Schnadwinkel</a> (Lektorin) – <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1243/">Maxim Hofmann</a> (Kabarettist).– Weitere <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/ressort/kaplus/germanistinnen-im-beruf/">»Germanisten, die es geschafft haben«</a>, folgen!</div>
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<p><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/SandraHeinrici.jpg" width=150 height=225 alt="Sandra Heinrici (Foto: privat)" title="Sandra Heinrici (Foto: privat)" /><strong>Sandra Heinrici</strong>, geboren 1981 in Bonn, studierte Vergleichende Literaturwissenschaft, Französische Philologie und Medienwissenschaft an der <a href="http://www.uni-bonn.de/">Universität Bonn</a> sowie an der <a href="http://www.up.univ-mrs.fr/">Université Aix-Marseille I</a>. Seit 2007 arbeitet sie für die <a href="http://www.biennale-bonn.de/">Biennale Bonn</a>, ein internationales Kunst- und Kulturfestival des <a href="http://www.theater.bonn.de/">Theaters Bonn</a>. Als Organisationsassistentin kümmert sie sich im Rahmen des Festivals besonders um die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und die Bereiche Bildende Kunst und Literatur.</p>
<p>Publikation: <em><a href="http://www.bouvier-verlag.de/?autor_id=149">Maskenwahnsinn. Darstellungsformen des Wahnsinns im europäischen Theater des 20. Jahrhunderts</a></em>, Bouvier: Bonn, 2008 (= Junges Forum Literatur; Bd.2).</p>
<p><font size="-1">Foto: privat.</font></p>
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