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	<title>Kritische Ausgabe &#187; Neues aus dem Literaturbetrieb</title>
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	<description>Zeitschrift für Germanistik &#38; Literatur</description>
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		<title>(W)orte bewegen</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Nov 2008 14:00:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Judy Muhawi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neues aus dem Literaturbetrieb]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>

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		<description><![CDATA[In Zusammenarbeit mit der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen beweisen die Orte Horstmar, Schöppingen und Laer in der Nähe von Münster derzeit, dass Worte gleich auf zwei Ebenen bewegen können ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Zusammenarbeit mit der <a href="http://www.stiftung-kuenstlerdorf.de/index.html">Stiftung Künstlerdorf Schöppingen</a> beweisen die Orte Horstmar, Schöppingen und Laer in der Nähe von Münster derzeit, dass Worte gleich auf zwei Ebenen bewegen können. Das Künstlerdorf hat es sich zur Aufgabe gemacht bildende Künstler, Autoren, Komponisten und Künstler neuer Medien intensiv zu fördern und vergibt im Jahr bis zu 30 Stipendien. Darüber hinaus gehören zum Aufgabenbereich der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen kulturelle Projekte und Veranstaltungen, zum Beispiel Lesungen, Workshops, Kunstprojekte und Projekte mit kulturhistorischem Hintergrund sowie nationaler und internationaler Kulturaustausch und Netzkunst. Eines dieser Projekte findet derzeit unter dem Motto <em>(W)orte bewegen</em> im Zuge der Aktion <em><a href="http://www.stiftung-kuenstlerdorf.de/abindiemitte2008.htm">Ab in die Mitte!</a></em> statt.</p>
<p>Dafür wurden Hörspiele für den SchnellBus S 70 produziert, der die drei Orte miteinander verbindet, und somit Literatur für die fast 3000 täglichen Fahrgäste unmittelbar erlebbar gemacht. Die Doppelstockfahrzeuge sind mit Kopfhöreranschlüssen ausgestattet. Einen der insgesamt vier verfügbaren Kanäle hat die Regionalverkehr Münsterland GmbH jetzt für vier Audio-CDs vorgesehen. Die literarischen Texte, die auf diesen CDs enthalten sind, wurden von vier Autoren, drei davon Literaturstipendiaten der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen, eigens für die Aktion produziert. Es handelt sich dabei um die Autoren <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rita_König_(Autorin)">Rita König</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ulrike_Syha">Ulrike Syha</a>, <a href="http://www.crauss.de">Crauss</a> sowie <a href="http://www.wlb-unna.de/xAutorenDB/showdetail.php?STAT=4&#038;ID=453&#038;Z=485&#038;GebJahr=">Winfried Pielow</a>. </p>
<p>Der Schriftsteller, Künstler und »Kritsche Ausgabe«-Redakteur Crauss ist vor allem für experimentelle, stark referentielle Texte bekannt. Er stellt im Rahmen dieser Aktion verschiedene kurze Stücke lyrischer Prosa vor. Die Gedichtauswahl entstammt zum Teil seiner CD <em>campari &#038; jazz</em>, in der Crauss durch gelesene Literatur, Geräusche und Gesänge, die Atmosphäre der Stadt gekonnt einfängt und illustriert, wie etwa im folgenden Text:</p>
<blockquote><p>GEISTER IN WISMAR</p>
<p>die stadttore zu, niemand mehr raus &#038; keiner kommt<br />
rein. verhangene woche, belagerungszustand bei aldi.<br />
wir brauchen noch rauchfleisch &#038; fisch. ein fahrrad<br />
am hafen, ein mann begrüsst seine frau &#038; die taue halten,<br />
was seit wettereinbruch vermutet: initiation sequence starts.</p>
<div align="right"><font size="-1">(Crauss. 2006)</font></div>
</blockquote>
<p>Rita Königs Text spielt treffenderweise im Dreh- und Angelpunkt der innovativen Literaturaktion selbst: im SchnellBus S 70. Sie konstruiert aus genauen Beschreibungen und aufgeschnappten Wortfetzen geschickt die Stimmung einer echten Fahrt. </p>
<p>Ulrike Syha hat ein Mini-Hörspiel für die Busaktion erstellt. Und das Hörspiel <em>Hochton</em> von Winfried Pielow spielt sogar in Laer.</p>
<p>Im Rahmen des neuartigen Unternehmens wurden zudem Plakate zu den jeweiligen Autoren erstellt, die auch in den Schnellbussen aushängen. Die ungewöhnliche und erfrischende Aktion <em>(W)orte bewegen</em> erfreut sich allgemeiner Beliebtheit und verbindet die beteiligten Kommunen noch stärker miteinander. Aufgrund der positiven Resonanz werden die Hörspiele im Schnellbus mindestens noch bis zum Jahresende zu hören sein.</p>
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		<title>Kurioses und unfreiwillig Komisches im Literaturbetrieb</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Aug 2008 16:25:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephanie Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausschreibungen &#038; Wettbewerbe]]></category>
		<category><![CDATA[Neues aus dem Literaturbetrieb]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kritische-ausgabe.de/?p=1293</guid>
		<description><![CDATA[Das Magazin für komische Literatur <em>EXOT</em> ruft auf zur Denunziation von unfreiwillig komischen Büchern und will das unfreiwillig komischste dieser Bücher sodann mit einem neuen Preis ehren. Der »Quirinus-Kuhlmann-Preis für versehentlich komische Literatur« ist mit 50 Euro sowie einer »wunderschönen Trophäe« dotiert – und jeder ist zum Mitmachen aufgefordert ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie in der ersten Hälfte des Jahres von einer <a href="http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~EA29275D90AD24A7EBCC8CC4FA5556A40~ATpl~Ecommon~Scontent.html">großen deutschen Zeitung</a> kritisiert wurde, ertrinkt Deutschland gerade in einer Flut von Literaturpreisen. Jede Stadt, jedes Dorf, ja fast jeder Verein scheint eine Ehrung ins Leben gerufen zu haben, betitelt mit dem Namen irgendeines mehr oder weniger bekannten, meist schon verstorbenen Dichters. Letzteres ermöglicht den Preisträgern einen neuen titulierenden Punkt in ihren Lebenslauf zu setzen ohne vielleicht gewisse (berechtigte) Einsprüche seitens dieses Dichters sich anhören zu müssen. Der dreht hingegen fleißig Runden in seinem Grab, wenn er wieder einmal von frischgebackenen Preisträgern hören muss.</p>
<p>Die lange Liste der Literaturpreise wird nun – wie sollte es auch anders sein – um einen weiteren Preis ergänzt, den es so vorher noch nicht gab und mit einem zwinkernden Auge selbst das Preisverleihungsprozedere etwas auf die Schippe nimmt. Das Magazin für komische Literatur <a href="http://www.exot-magazin.de/"><em>EXOT</em></a> ruft auf zur Denunziation von unfreiwillig komischen Büchern, um sodann das unfreiwillig komischste derselben mit eben jenem neuen Preis zu ehren. »Quirinus-Kuhlmann-Preis für versehentlich komische Literatur« heißt der und ist mit 50 Euro sowie einer »wunderschönen Trophäe« dotiert. Welcher Art diese Trophäe ist, wird noch nicht verraten. Vielleicht handelt es sich ja um eine unfreiwillig ernste?</p>
<p>Die Voraussetzungen dafür, als erster Quirinius-Kuhlmann-Preisträger in die (Kultur-) Geschichte eingehen zu dürfen, sind jedoch gar nicht einmal so geringfügig. Denn ausgezeichnet werden sollen nach dem Willen der Redaktion des <em>EXOT</em>en »jene Bücher (mittel)renommierter und berüchtigter Autorinnen und Autoren […], die unfreiwillige Komik in ihrer schönsten Form entfalten«:</p>
<blockquote><p>Schiefe Metaphern, dummes Geschwätz, überambitionierte Avantgarde, hanebüchene Plots, peinliche Dialoge, unrealistische Figuren – wir wollen es auszeichnen, sofern es uns (und euch) denn zum Lachen gebracht hat. Denn Schlechtsein allein reicht nicht, es muss unterhalten und bereichern.</p></blockquote>
<p>Weiteres Auszeichnungskriterium ist, dass das Buch im 21. Jahrhundert erschienen ist und nicht aus dem Selbstverlag eines völlig unbekannten Autors stammt. Eine nette Einschränkung ist ebenfalls, dass von vornherein solche Bücher »disqualifiziert« sind, »die schon darauf angelegt sind, unfreiwillige Komik zu entfalten, also freiwillig unfreiwillig komische Bücher wie Promi-Biographien«.</p>
<p>Das Beste allerdings kommt – wie so oft – (fast) zum Schluss: Denn um Anwärter auf den Quirinius-Kuhlmann-Preis zu nominieren muss man nicht etwa selbst schon mindestens drei Preise in der Tasche haben und auch keine Mindestanzahl von veröffentlichten Rezensionen bzw. Auftritten in literarischen TV-Talkrunden vorweisen können. Nein, jeder darf mitmachen! </p>
<p>Wie die Suche nach dem versehentlich komischsten Buch 2008 genau vonstatten geht, erklärt der folgende Ablaufplan der Redaktion:</p>
<blockquote><p>Der Ablauf des Verfahrens gliedert sich grob in folgende Schritte: </p>
<p>1. Alle können Vorschläge einreichen (<a href="mailto:redaktion@exot-magazin.de"><em>redaktion@exot-magazin.de</em></a>).<br />
2. Die EXOT-Jury nominiert herausragende Kandidatinnen und Kandidaten.<br />
3. EXOT stellt Video-Trailer (siehe Bachmannpreis) zu den Nominierten ins Netz (<a href="http://www.exot-magazin.de/">www.exot-magazin.de</a>).<br />
4. An der anschließenden Online-Abstimmung können sich alle beteiligen.<br />
5. Preisverleihung in ansprechendem Rahmen.</p>
<p>Nun heißt es also: Sich im Literaturbetrieb fleißig unbeliebt machen und die unfreiwillig komischsten Bücher des Jahres bei uns denunzieren. Wir bitten um zahlreiche Zuschriften. Auch eigene Kurzfilmchen zum Thema werden genommen (bitte vorher anmelden, damit uns das Postfach nicht platzt).</p></blockquote>
<p>Wer jetzt darüber hinaus noch wissen möchte, wem der ausgelobte Preis eigentlich seinen Namen verdankt, der schaue in den <em>EXOT</em>en Nummero 2 oder lese <a href="http://www.hanebuechlein.de/kleingeist/texte/kuhlmann">hier die PDF-Version</a> des Essays von Olaf Guercke über den »Dichter, Propheten und Kühl-Monarchen«.</p>
<p>Übrigens: Nicht nur der <em>EXOT</em> lädt derzeit zum Durchstöbern des literarischen Kuriositätenkabinetts ein. Auch das <a href="http://www.boersenblatt.net/"><em>Börsenblatt des Deutschen Buchhandels</em></a> sucht – in Kooperation mit <em>Schotts Sammelsurium</em> – Skurriles: den <a href="http://www.boersenblatt.net/template/b4_tpl_aktion_buchtitelumfrage/">kuriosesten Buchtitel des Jahres</a>. Über die Longlist zu diesem Preis darf noch bis Ende September jedermann abstimmen. Aus der so entstehenden Shortlist kürt dann eine prominent besetzte Jury den Gewinner des Wettbewerbs, der am 15. Oktober auf der <a href="http://www.buchmesse.de/">Frankfurter Buchmesse</a> bekannt gegeben und ausgezeichnet wird.</p>
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		<title>Da wird ein Buch werden</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Jun 2008 07:25:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>N. N.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neues aus dem Literaturbetrieb]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Situation des Buchmarktes ist bestens bekannt. Vom Verdrängungswettbewerb gezeichnet, streichen immer mehr Verlage die Segel und lassen sich schlucken – zu einem nicht nur finanziell hohen Preis. Denn während viele Traditionshäuser nach wie vor darauf beharren, zwar monetäre nicht aber programmatische Rechenschaft an die Mutterkonzerne ablegen zu müssen, findet sich in den gut ausgeleuchteten Bücherregalen der Hugendubels und Thalias eine andere Realität vor.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Situation des Buchmarktes ist bestens bekannt. Vom Verdrängungswettbewerb gezeichnet, streichen immer mehr Verlage die Segel und lassen sich schlucken – zu einem nicht nur finanziell hohen Preis. Denn während viele Traditionshäuser nach wie vor darauf beharren, zwar monetäre nicht aber programmatische Rechenschaft an die Mutterkonzerne ablegen zu müssen, findet sich in den gut ausgeleuchteten Bücherregalen der <a href="http://www.hugendubel.de/">Hugendubels</a> und <a href="http://www.thalia.de/">Thalias</a> eine andere Realität vor. So nähern sich die unzähligen produzierten Titel immer mehr einer kommerziellen Mitte, die anspruchsvollere und somit langlebigere Literaturen ins schattenverdunkelte Außenbord und somit aus den Augen der Käufer verschwinden lässt.</p>
<p>Bei aller Skepsis ist jedoch auch eine gegenläufige Bewegung zu beobachten. So gab es in den vergangenen Jahren zahlreiche Verlags-Neugründungen, die den Konzernen mit kleinen ambitionierten Programmen die Stirn bieten. Von <a href="http://www.kookbooks.de/">kookbooks</a> bis <a href="http://www.blumenbar.de/">Blumenbar</a> konnten junge Verleger mit Autoren wie <a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195969/">Jan Böttcher</a> oder <a href="http://www.peterlicht.de/">PeterLicht</a> immer wieder die Brücke zwischen Kritik und Leser schlagen und somit den Beweis liefern, dass es nicht immer einer großen Maschinerie im Hintergrund bedarf, um erfolgreiche Bücher zu machen.<br />
Eine dieser Neugründungen und doch eine ganz andere ist der von Rainer Weiss und Anya Schutzbach ins Leben gerufene <a href="http://www.weissbooks.com/">weissbooks-Verlag</a>. Dieser stellte am Anfang April im <a href="http://www.literaturhaus-muenchen.de/">Münchner Literaturhaus</a> seinen ersten Schwerpunkttitel vor: <a href="http://www.weissbooks.com/buecher/1/buch.htm"><em>Die Zwillinge oder vom Versuch, Geist und Geld zu küssen</em></a> von <a href="http://www.giselagetty.com/">Gisela Getty</a>, <a href="http://www.juttawinkelmann.de/">Jutta Winkelmann</a> und <a href="http://www.weissbooks.com/buecher/1/autor.htm">Jamal Tuschick</a>.</p>
<p><strong>17.30 Uhr.</strong> Im Café des Literaturhauses treffe ich Anya Schutzbach. Es ist ein angenehmer Aprilabend. Wir setzen uns nach draußen, in den letzten Zipfel Abendsonne.<br />
Ich beginne das Gespräch mit der Frage nach der richtigen Balance zwischen verlegerischer Leidenschaft und kaufmännischem Wirtschaftsgestus oder eben nach dem Versuch, Geist und Geld zu küssen. »Wir hatten nicht vor, vom Küchentisch aus zu verlegen, das Lager in der Garage unterzubringen und dann halt mal zu schauen, ob das Ganze funktioniert«, antwortet Schutzbach. »Selbstverständlich ist weissbooks ein Wirtschaftsunternehmen und braucht als solches eine feste Struktur, ein Ziel und einen Plan, wie man dieses erreichen kann.« Wie wichtig es dabei ist, sich in der Verlagswelt auszukennen, führt der just eingetroffene Rainer Weiss aus:»Wir haben bereits unser Netzwerk, auf das wir zurück greifen können. Das macht vieles leichter.«</p>
<p>Ich interessiere mich für die Idee hinter den Schutzumschlägen, halte das simple Schwarz auf Weiß für sperrig und intellektuell. »Wenn man neu startet, ist das Wichtigste, wahrgenommen zu werden. Das ist uns gelungen. Die oft als konservativ verschrienen Buchhändler freuen sich über unsere Umschläge, das sei endlich mal was Neues«, entgegnet Schutzbach. Und dennoch, mich zwickt auch der ästhetische Aspekt, der Geist. Wie steht es mit der Korrelation von Form und Inhalt, sollte der Umschlag nicht eine gewisse Neugierde auf das Erzählte wecken? Hier erhalte ich eine unerwartete Antwort: »Der iconic turn ist längst passé, die Macht der Bilder hat ihren Zenit bereits überschritten. Bücher verkaufen sich nicht über den Umschlag, sondern über den Inhalt.« Nicht nur wer einmal Zaungast einer Vertreterkonferenz war, weiß, dass diese These in scharfem Kontrast zu der Meinung unzähliger Vertriebler und Vertreter steht. Aber gut, ich lasse mich gerne in eine subversive Richtung lenken. Also dann, der Inhalt.</p>
<p>Mit je fünf Titeln pro Halbjahr startet weissbooks 2008. Laut Businessplan soll die Titelproduktion in den folgenden zwei Jahren um jeweils zwei Titel im Frühjahr und im Herbst erhöht werden. Wie sich <a href="http://www.weissbooks.com/buecher_alle.htm">dieses Programm</a> denn nun von anderen unterscheide, frage ich. Abermals erhalte ich eine Antwort, der man im Literaturbetrieb nicht oft begegnet: »Was die Literatur betrifft, so sind sich die Krügers, Hielschers etc. doch meist einig, im Grunde genommen wird es also kein typisches weissbooks-Programm geben.« Man mache die Bücher, die man machen wolle, die, die gut seien, wie eben das Zwillingsbuch.</p>
<p>Wie auf Knopfdruck setzt sich plötzlich eine ruhige Gestalt an unseren Tisch und breitet gemütlich drei, vier Zeitungen vor sich aus. »Darf ich vorstellen, Jamal Tuschick.« Er zündet sich eine Zigarette an. Auf die Frage, was er mit all den Nachrichtenblättern vorhabe, erwidert er, er wolle sich einen Eindruck von München machen. Während Tuschick die Veranstaltungskalender der Zeitungen durchsieht, sprudelt es aus den Verlegern wie aus ungeduldigen Kindern hervor: »Und, stehen wir drin?« Natürlich stehen sie drin. Welcher Verlag kann schon von sich behaupten, eines seiner Bücher mit einem Vier-Minuten-Beitrag im <a href="http://www.heute.de/"><em>heute journal</em></a> platziert zu haben, da wird eine lapidare Kurzmeldung wohl drin sein.</p>
<p>Aber wie ist es eigentlich zu der Neugründung gekommen? Nach seinem <a href="http://www.faz.net/s/Rub1DA1FB848C1E44858CB87A0FE6AD1B68/Doc~E9B1FD86DBA0346CD852C758E9DF5406B~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Ausstieg bei Suhrkamp</a> habe Weiss zunächst überlegt, Literaturagent zu werden. Ihm fielen die Zwillinge Gisela Getty und Jutta Winkelmann ein, die ihm gegenüber irgendwann den Wunsch geäußert hatten, ein Buch über ihr Leben schreiben zu wollen. Das Treffen der drei sollte dann die Geburtsstunde von weissbooks markieren. »Es war einer dieser magischen Momente«, funkelt Weiss mich an, »wir wussten einfach, da wird ein Buch werden.« Diese Euphorie der frühen Stunde konnten sich Weiss und Schutzbach bis heute bewahren, wie auch ihre Erzählungen von der Buchmesse in Leipzig, ihrer ersten Bewährungsprobe, verraten. »Die Kollegen waren allesamt interessiert, wir haben wirklich ein gutes Feedback bekommen«, freut sich Anja Schutzbach.»Auf unserem vier mal vier Quadratmeter-Stand war sogar mehr los als bei Insel gegenüber.«<br />
Ich bedanke mich für das Gespräch und freue mich auf die Zwillinge und <a href="http://www.mmatussek.de/">Matthias Mattusek</a>, der den Abend moderieren wird.</p>
<p><strong>20.45 Uhr.</strong> Rainer Weiss hat in kurzen Worten den Verlag vorgestellt, die letzten Nachzügler können den einen oder anderen Einzelplatz erhaschen. Dann geht es los, die Lesung beginnt. Drei schaurig-schöne Episoden aus dem unglaublichen Leben der Zwillinge trägt Tuschick vor. Ich freue mich, dass der Autor die Schönheit der Sprache und des Stoffes einfangen und wiedergeben kann und nicht wie viele seiner Schriftstellerkollegen in einer bisweilen dilettantischen Vortragsweise erstickt. Hier stimmt die Atmosphäre. Bezaubert vom quirlig-leuchtenden Leben der Zwillinge kleben die Gäste an Tuschicks Lippen. Erinnerungsfunken an ein frühes Weihnachtsfest sprühen durch den Raum, eine alte Villa, ausgelegt mit teuren Teppichen und wandverziert von opulenten Gemälden, spukt in den Köpfen der Zuhörer umher.<br />
Dann ein Bruch. Es wird von einer Abtreibung erzählt, nahe der Ost-Grenze Berlins, am Rande der Mauer: »Sein Habitat ist das Elend. Berlin atmet an dieser Stelle nicht.« Man stellt sich die »Praxis« dieses Arztes wie aus einem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Quentin_Tarantino">Tarantino</a>-Streifen vor, siffig, schmutzig, abgefuckt. Hier wird ohne Narkose operiert. »Die Engelmacher gehen konzentriert vor. Sie haben meinen Unterleib übernommen. Jetzt gehört mir auch der Rumpf nicht mehr, gefesselt, wie er ist. Ich sehe meinen mädchenhaften Körper wie aus einer Überflugperspektive, spüre mein Blut, das ausläuft wie Milch aus einem umgekippten Eimer, die gedämpften Stimmen, Geklapper von Instrumenten, mein Stöhnen, aber all das ist weit entfernt und hat mit mir zunehmend weniger zu tun.«</p>
<p>Die dritte Episode, die in Kalifornien spielt, bekomme ich kaum mit. Das soeben Miterlebte war von einer Eindringlichkeit, der ich mich nicht zu erwehren, einer Schaurigkeit, die ich nicht abzuschütteln vermag. Unter dem Schrecken bin ich zutiefst beeindruckt. Sein Leben in solcher Rücksichtslosigkeit für ein Publikum bereitzustellen und einem Schriftsteller auszuliefern, der darin rum bohrt und meißelt, amputiert und aushöhlt wie der kennen gelernte Arzt, fordert allen Beteiligten das Äußerste ab. Mit Erfolg, das Publikum ist begeistert ob dieser eindrücklichen Verbindung von autobiographischer Schutzlosigkeit und literarischem Wagemut.</p>
<p><strong>21.15 Uhr.</strong> Es folgt der dritte Akt des heutigen Abends: Mathias Matussek befragt die Zwillinge zu ihrem wilden Leben. Als Töchter eines verarmten NS-Offiziers in Kassel geboren, sprengten sie schnell die Ketten ihrer Herkunft und zogen hinaus in die weite Welt. Dabei gingen sie auf ihrer Suche nach Sinn- und Selbstfindung einige Male im Rausch verloren. In ihren Visionen sahen sie sich, getragen von der Stimme Dylans, als Gotteskinder, die dazu bestimmt sind, Geist und Geld zusammenzuführen. Zwischen Exzess und Existenz gestalteten sie ihr Leben als Kunstwerk. Sie waren zugleich Musen und Sirenen, inspirierten und zerstörten. Insgesamt haben die Zwillinge vier Kinder aus fünf Ehen, wie ein gieriger Schlund forderten sie ein, was ihnen gebührte ohne jedoch dabei ihre liebreizende Aura einzubüßen. Sie waren und sind echt, und genau das ist die Stärke ihres Buches. Tuschick mag ihnen sein schriftstellerisches Talent, sein Einfühlungsvermögen und seine poetische Klarheit geliehen haben, die Geschichte, die er erzählt, ist die ihre.</p>
<p>Der Versuch, Geist und Geld zu küssen, ist demnach ein gelungener – in Form dieses Buches, dieses Abends im April und dieses Verlages, der uns hoffentlich noch oft verstören und verzaubern wird.</p>
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		<title>Unter Elstern</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Mar 2008 07:35:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephanie Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leipziger Buchmesse]]></category>
		<category><![CDATA[Neues aus dem Literaturbetrieb]]></category>

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		<description><![CDATA[<img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/buchmesse_leipzig2.gif" class=right alt="Leipziger Buchmesse (Logo)" />Auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse ging es ziemlich tierisch zu. Abgesehen von der dort regelmäßig auftauchenden Vielzahl an Bücherwürmern und Leseratten, waren die diebischen Elstern dieses Mal besonders aktiv und aggressiv unterwegs. Obwohl immer schon Gerüchte über Bücherklau auf solch einer großen Veranstaltung die Runde machten – fast als eine Art Messemythos –, wollte man es selbst im ersten Moment nicht wirklich glauben. Nun aber gibt es einen schlagenden Beweis aus gesicherter Quelle …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/buchmesse_leipzig2.gif" class=right alt="Leipziger Buchmesse (Logo)" />Auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse ging es ziemlich tierisch zu. Abgesehen von der dort regelmäßig auftauchenden Vielzahl an Bücherwürmern und Leseratten, waren die diebischen Elstern dieses Mal besonders aktiv und aggressiv unterwegs. Obwohl immer schon Gerüchte über <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/special/139/162686/index.html/kultur/artikel/430/162976/article.html">Bücherklau</a> auf solch einer großen Veranstaltung die Runde machten – fast als eine Art Messemythos –, wollte man es selbst im ersten Moment nicht wirklich glauben. Nun aber gibt es einen schlagenden Beweis aus gesicherter Quelle.</p>
<p>Bei dem Opfer des bislang leider unbekannten Raubvogels handelt es sich um den Berliner Independent-Verlag <a href="http://www.onkelundonkel.com/">Onkel &#038; Onkel</a>. Der Tatort war ihr Stand auf der Leipziger Messe und die Tat geschah irgendwann zwischen den Abendstunden des 16. März und dem darauffolgenden Morgen. (Näheres kann erst nach einer gründlichen Obduktion des Tatopfers bekanntgegeben werden.)</p>
<p>Am Vorabend der Tat, dem letzten der vier langen Buchmessetage 2008, verließ das Team von Onkel &#038; Onkel erschöpft, aber durchaus zufrieden über das rege Interesse des Messepublikums an ihren Büchern, den Messestand. Dass dieses Interesse jedoch eindeutig noch über die vier Messetage hinausging, mussten sie bald schmerzlich feststellen. Denn als das Team am nächsten Morgen abbauen, aufräumen und einpacken wollte, war der Stand bereits außerplanmäßig komplett leergeräumt worden. Die weißen Regale zeigten nur noch ihr nacktes Antlitz. Was »Onkel« <a href="http://www.onkelundonkel.com/freunde-familie/oppmann-volker/">Volker O.</a> so kommentierte:</p>
<blockquote><p>Es ist kein Geheimnis, dass der Bücherklau auf Messen ein sehr guter Indikator für die Attraktivität eines Titels ist,  und wir sind entsprechend dankbar für den regen Zuspruch, den unser Programm auf der Leipziger Buchmesse erfahren durfte. [...] Dass uns ein wohlgesinnter Fan den Heimtransport erleichtern wollte, indem er über Nacht den kompletten Standinhalt bis auf die letzte Postkarte hat mitgehen lassen, geht uns dann aber doch ein bisschen zu weit.</p></blockquote>
<p>Einem kleinen, noch jungen Verlag verursacht eine solche Tat gleich doppelt so viele Schmerzen.</p>
<p>Mittels einer <a href="http://www.onkelundonkel.com/aktuelles/onkel-onkel-komplett-geplundert-%e2%80%93-eine-vermisstenanzeige/">verlagseigenen Diebstahlstatistik</a> ließ sich feststellen, dass das <a href="http://www.onkelundonkel.com/verlagsprogramm/das-fuhrer-quartett/"><em>Führer-Quartett</em></a> auf Platz eins der Beliebtheitsskala stand, dicht gefolgt von den <a href="http://www.natural-born-grillers.de/"><em>Natural Born Grillers</em></a> – und Platz drei belegten, mit geringem Abstand, die <em>Kleinen Bösen Bücher</em> (<a href="http://www.onkelundonkel.com/verlagsprogramm/lustige-dinge-die-man-aber-nicht-machen-darf/"><em>Lustige Dinge, die man aber nicht machen darf</em></a> und <a href="http://www.onkelundonkel.com/verlagsprogramm/gemeine-antworten-auf-kinderfragen/"><em>Gemeine Antworten auf Kinderfragen</em></a>).</p>
<p>Hoffen wir, dass ein solches Verhalten eine Ausnahme bleibt und die diebische Elster vielleicht nicht gerade ersticken, sich aber trotzdem ordentlich an dem – fast wörtlich zu nehmenden – großen Batzen Fleisch verschlucken wird. Sachdienliche Hinweise auf die Räuberin und den Verbleib ihrer satten Beute nehmen der <a href="http://www.onkelundonkel.com/kontakt/">Verlag</a> und die <a href="http://www.polizei.sachsen.de/pd_leipzig/index.htm">zuständige Polizeidienststelle</a> übrigens dankbar entgegen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Junge Kulturjournalisten aufgepasst!</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Jan 2008 09:25:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>N. N.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausschreibungen &#038; Wettbewerbe]]></category>
		<category><![CDATA[Neues aus dem Literaturbetrieb]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist so etwas wie der »Deutsche Fernsehpreis« für die Bühne, ja selbst von theatralischen »Academy Awards« ist ab und an die Rede: Gemeint ist das Berliner Theatertreffen, das wohl bedeutendste deutsche Theaterfestival, das seit 1964 alljährlich von den Berliner Festspielen ausgerichtet wird. So auch in diesem Jahr – vom 2. bis 18. Mai heißt es unweit des Ku’damms wieder: »Bühne frei!«]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist so etwas wie der »Deutsche Fernsehpreis« für die Bühne, ja selbst von theatralischen »Academy Awards« ist ab und an die Rede: Gemeint ist das <a href="http://www.berlinerfestspiele.de/de/aktuell/festivals/03_theatertreffen/tt_start.php">Berliner Theatertreffen</a>, das wohl bedeutendste deutsche Theaterfestival, das seit 1964 alljährlich von den <a href="http://www.berlinerfestspiele.de/">Berliner Festspielen</a> ausgerichtet wird. So auch in diesem Jahr – vom 2. bis 18. Mai heißt es unweit des Ku’damms wieder: »Bühne frei!«</p>
<p>Nunmehr seit drei Jahrzehnten ist auch der <a href="http://www.berlinerfestspiele.de/de/aktuell/festivals/03_theatertreffen/tt_08_talente/tt_08_stueckemarkt/tt_08_stueckemarkt.php">Stückemarkt</a> Teil des Festivals, »ein Marktplatz für Autoren, Verlagslektoren, Theatermacher, Kritiker und Zuschauer. Vor allem aber: ein Sprungbrett für noch unbekannte Dramatiker aus ganz Europa. Er hat sich zum Ziel gesetzt, neue Stücke für das Theater zu entdecken und Autoren zu fördern«, wie <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1153/">Yvonne Büdenhölzer</a>, ehemals Bonner Germanistik-Studentin und heute Leiterin des Stückemarktes, sagt. Doch nicht nur für Dramatiker bietet die Festival-Sektion <a href="http://www.berlinerfestspiele.de/de/aktuell/festivals/03_theatertreffen/tt_08_talente/tt_08_talente.php">tt talente</a> die Chance, sich an und auf den »Brettern, die die Welt bedeuten« auszuprobieren und zu präsentieren. Seit 2005 werden mit der <a href="http://www.festivalzeitung.de/"><em>Festivalzeitung</em></a> auch ganz konkret junge Kulturjournalisten angesprochen, die in diesem Rahmen die Möglichkeit erhalten sollen, unter fachkundiger Anleitung ein eigenes äußerst auflagenstarkes Festival-Feuilleton der <a href="http://www.berliner-zeitung.de/"><em>Berliner Zeitung</em></a> mit zu gestalten.</p>
<p>Noch bis zum <strong>31. Januar</strong><a href="#Anm1" name="Termin"><strong>*</strong></a> haben Interessierte – erstmals auch aus dem europäischen Ausland – die Möglichkeit, sich für eine Mitwirkung an der <em>Festivalzeitung</em> 2008 zu bewerben. Eine detaillierte Ausschreibung findet sich <a href="http://www.kritische-ausgabe.de/pdf/Festivalzeitung_Ausschreibung.pdf">hier</a>, zahlreiche weitere Informationen, darunter auch die bisher erschienenen <em>Festivalzeitungen</em> der Jahre 2005 bis 2007, gibt es <a href="http://www.festivalzeitung.de/">dort</a>.</p>
<p><font size="-1"><a name="Termin"><strong>*</strong></a> <strong>Notabene:</strong> Wie uns soeben aus Berlin mitgeteilt wurde, wurde die Bewerbungsfrist bis zum </font><font color="red"><strong>29. Februar 2008</strong></font><font size="-1"> verlängert! [<a href="#Praxis">Zurück!</a>]</font></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Literaturnobelpreis an Doris Lessing</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Oct 2007 17:48:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Diel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neues aus dem Literaturbetrieb]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie heute bekannt gegeben wurde, geht der Literaturnobelpreis in diesem Jahr an die englische Romanschriftstellerin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Doris_Lessing">Doris Lessing</a>. Die Stockholmer Jury zeichne sie damit, so die <a href="http://nobelprize.org/nobel_prizes/literature/laureates/2007/">Begründung</a>, als »Epikerin weiblicher Erfahrung, die sich mit Skepsis, Leidenschaft und visionärer Kraft eine zersplitterte Zivilisation zur Prüfung vorgenommen hat«, aus ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie heute bekannt gegeben wurde, geht der Literaturnobelpreis in diesem Jahr an die englische Romanschriftstellerin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Doris_Lessing">Doris Lessing</a>. Die Stockholmer Jury zeichne sie damit, so die <a href="http://nobelprize.org/nobel_prizes/literature/laureates/2007/">Begründung</a>, als »Epikerin weiblicher Erfahrung, die sich mit Skepsis, Leidenschaft und visionärer Kraft eine zersplitterte Zivilisation zur Prüfung vorgenommen hat«, aus.</p>
<p>Und während sich die einen noch darüber freuen, dass wieder einmal – ja, überhaupt erst <a href="http://nobelprize.org/nobel_prizes/lists/women.html">zum elften Mal in der Geschichte</a> – eine Frau – noch dazu eine <a href="http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,510911,00.html">»Feminismusikone«</a> – die begehrteste literarische Trophäe nach Hause tragen darf, stimmen die anderen bereits das (notorische) <a href="http://www.welt.de/kultur/article1254964/Doris_Lessing_erfuhr_es_beim_Einkaufen.html">Klagegeheul</a> an: </p>
<p>Die Preisträgerin, die am 22. Oktober ihren 88. Geburtstag feiern wird, sei zu alt bzw. die Entscheidung »zwanzig Jahre zu spät« getroffen worden (<a href="http://www.hr-online.de/website/rubriken/kultur/index.jsp?rubrik=5710&#038;key=standard_document_12023052">dasselbe Argument</a> hörte man zuletzt vor zwei Jahren, als Harold Pinter den Preis erhielt), heißt es da etwa. Der <acronym title="Marcel Reich-Ranicki">Papst</acronym> ließ – erwartungsgemäß, möchte man fast sagen – verlauten, er finde die Wahl »bedauerlich«, da es in der anglo-amerikanischen Literatur »viele, jedenfalls mehrere bedeutendere, wichtigere Schriftsteller« gebe, zum Beispiel (auch das <a href="http://www.faz.net/s/Rub1DA1FB848C1E44858CB87A0FE6AD1B68/Doc~E475879687A5F44BA841F929CEF63EB2D~ATpl~Ecommon~Scontent~AOrd~E42644581327E4464B81647B8134F632E.html">kennen wir bereits</a>) Philip Roth oder John Updike. Und Andrian Kreye kommentiert auf <em><a href="http://www.sueddeutsche.de/,tt3m1/kultur/special/963/136691/index.html/kultur/artikel/651/137375/article.html">sueddeutsche.de</a></em> mit hochgezogener Augenbraue:</p>
<blockquote><p>Betrachtet man die Liste der 181 Kandidaten, von denen am Freitag einer Friedensnobelpreisträger wird, dann drängt sich der Schluss auf, dass der Nobelpreis für Literatur der bessere Friedensnobelpreis ist. Denn man kann Doris Lessing vieles vorwerfen, zum Beispiel, dass einige ihrer Bücher literarisch schwächeln. Ihre Biographie dagegen ist tadellos – hier gibt es keinen Ausrutscher, hier ist alles politisch korrekt.</p></blockquote>
<p>Eine Auswahl begeisterter und kritischer Stimmen zur Nobelpreisentscheidung bietet <em><a href="http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,510858,00.html">Spiegel Online</a></em>. Und bevor morgen der Run der Laudationen in den Feuilletons losgeht, glänzt die FAZ online schon jetzt mit einem <a href="http://www.faz.net/s/RubB2134B5AEC9847CDBCB3D757BA72EC90/Doc~E700D7323379A4D2A97CFB1A665B2C080~ATpl~Ecommon~Sspezial.html">Lessing-Dossier</a> (naja, oder tut zumindest so).</p>
<p>Die Preisverleihung findet, wie immer, am Todestag Alfred Nobels, dem 10. Dezember, in Stockholm statt.</p>
<p><strong>addendum (12.10.07):</strong> Lob &#038; Unmut gibt's wie üblich gesammelt beim <em><a href="http://www.perlentaucher.de/feuilletons/2007-10-12.html">Perlentaucher</a></em>. Sehr schön auch: <a href="http://i.rrhoblog.de/2007/10/11/miau/">dieses Fundstück</a> beim lieben R. <img src='http://www.kritische-ausgabe.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>»Man kann keine Trends auswählen, nur gute Texte«</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Jun 2007 19:05:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Diel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neues aus dem Literaturbetrieb]]></category>
		<category><![CDATA[Winkelzüge]]></category>

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		<description><![CDATA[Morgen beginnen in Klagenfurt die <a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis">31. Tage der deutschsprachigen Literatur</a> – und ich gestehe: von 18 teilnehmenden Autorinnen und Autoren kenne ich gerade mal zehn zumindest dem Namen nach ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/klagenfurt2007.jpg" alt="31. Tage der deutschsprachigen Literatur 2007 in Klagenfurt (Logo)" />Morgen beginnen in Klagenfurt die <a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis">31. Tage der deutschsprachigen Literatur</a> – und ich gestehe: von 18 teilnehmenden Autorinnen und Autoren kenne ich gerade mal zehn zumindest dem Namen nach und davon auch nur sieben etwas genauer. Für jemanden, der sich beruflich mit deutscher Gegenwartsliteratur beschäftigt, ist das kein guter Schnitt, auch wenn er von manchen Kollegen sicherlich noch unterboten werden dürfte &#8230;</p>
<p>Wie gut, dass es so zuverlässige Institutionen wie die Zeitschrift <em><a href="http://www.volltext.net/">Volltext</a></em> gibt, die den Bachmannpreis-Aspiranten jedes Jahr im Vorfeld des Schaulesens einen Sonderteil widmet – so auch die aktuelle Nummer <a href="http://volltext.net/magazin/magazindetail/article/364/">3/2007</a>. Im Eröffnungsinterview erklärt Jury-Neuzugang <a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/jury/stories/172818/">Ijoma Mangold</a>, Literaturredakteur der <em>Süddeutschen Zeitung</em> und mit 36 Jahren einer der jüngsten Juroren, den der ehrwürdige Wettbewerb in seiner Geschichte gesehen hat, was Klagenfurt seiner Meinung nach leisten kann und was nicht:</p>
<blockquote><p>»Wünschenswert wäre natürlich, wenn man sagen könnte: [Der Wettbewerb leistet eine] Standortbestimmung dessen, was zurzeit auf Deutsch geschrieben wird. Aber ich glaube, das ist eine Illusion. So funktioniert die Literatur nicht. [...] [I]n Wahrheit kann ein solcher Literaturwettbewerb mit Glück allenfalls im Nachhinein als so etwas wie ein Trendlabor betrachtet werden – so wie man in den letzten fünf Jahren langsam feststellte, dass die Thomas-Bernhard-Imitationen plötzlich ausblieben. Die Sache ist doch so: Man kann keine Trends auswählen, man kann nur gute Texte auswählen.«</p></blockquote>
<p>Dass Trends und gute Texte einander zumindest nicht ausschließen, sondern im günstigsten Falle sogar gemeinsam auftreten, dafür steht nicht zuletzt beispielhaft die Bachmann-Preisträgerin des vergangenen Jahres, <a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/110801/">Kathrin Passig</a>, die sich selbst eher als Bloggerin denn als Schriftstellerin definiert und das literaturinteressierte Publikum damit zugleich auf Weblogs als Orte eines noch relativ neuen, nicht-avantgardistischen Subgenres der Internetliteratur aufmerksam machte. (Auskunft über ihren eigenen Werdegang gibt sie übrigens auch im K.A.-Germanistenfragebogen; <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/862/">hier entlang</a> bitte.)</p>
<p>Ähnlich exotisch wie Passigs Nominierung mag in diesem Jahr diejenige von <a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195931/">PeterLicht</a> anmuten, der vielen wohl eher aus anderen, wenn auch verwandten Zusammenhängen bekannt sein dürfte – ich sag nur: »Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf'm Sonnendeck«, 2000 ein veritabler Sommerhit. Viel weiß man nicht über den publikumsscheuen Künstler, der keine Fotos von sich veröffentlicht sehen möchte und dessen <a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195931/">Video</a> auf der Website zum Bachmannpreis daher erwartungsgemäß skurril ausfällt. So rätselt denn auch die Fangemeinde bei <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=PeterLicht&#038;oldid=33016968"><em>Wikipedia</em></a>, ob PeterLicht wohl in Klagenfurt endlich »sein Gesicht zeigen wird«. 2006 erschien sein literarisches Debüt, <em><a href="http://blumenbar.de/blumenbar_dat/buch_peterlicht.html">Wir werden siegen. Buch vom Ende des Kapitalismus</a></em>, im Münchner Independent-Verlag blumenbar. Im ORF-Autorenportrait heißt es, er bewege sich »mit seiner Arbeit zwischen den Polen Text, Musik, Pop, Kunst, soziale Skulptur, Kapitalismus und Schnäppchenmarkt«.</p>
<p>Ähnlich multipel begabt ist auch einer von Mangolds Kandidaten: <a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195969/">Jan Böttcher</a>. Der Sänger und Texter der (leider unterschätzten und inzwischen quasi scheintoten) Berliner Band <a href="http://www.herr-nilsson.de/">Herr Nilsson</a> hat 2003 mit seiner Erzählung <em>Lina oder: Das kalte Moor</em>, einem der ersten Bücher des vielbeachteten Independent-Verlags <a href="http://www.kookbooks.de/">KOOKbooks</a>, auf sich aufmerksam gemacht. Es folgte ein Hörbuch im selben Verlag und dann im vergangenen Jahr mit seinem Roman <em><a href="http://www.rowohlt.de/buch/Jan_Boettcher_Geld_oder_Leben.12062007.349301.html">Geld oder Leben</a></em> der Wechsel zu Rowohlt. Böttcher, 1973 in Lüneburg geboren, hat seit 1996 in etlichen Zeitschriften Texte veröffentlicht, unter anderem auch in der <em>Kritischen Ausgabe</em> (seine Gedichte aus Heft Nr. 2/2001 finden Sie <a href="http://www.kritische-ausgabe.de/hefte/provinz/boettcher.pdf">hier im PDF-Format</a>).</p>
<p>K.A.-Lesern der frühen Stunde ebenfalls bekannt sein dürfte ein anderer Berliner: <a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195920/">Jochen Schmidt</a>, 1970 in Ost-Berlin geboren, Mitbegründer der Lesebühne <a href="http://www.enthusiasten.de/">»Chaussee der Enthusiasten«</a> und Mitglied der deutschen Autoren-Fußballnationalmannschaft. Im Gespräch mit Tobias Hülswitt (<a href="http://www.kritische-ausgabe.de/hefte/ddr/huelswitt-schmidt.pdf">hier als PDF</a>) behauptete der gebürtige Ost-Berliner seinerzeit noch, dass es »bei uns«, also in der ehemaligen DDR, »viel spannender« gewesen sei. Sein Debüt hat er allerdings in einem westdeutschen Verlag gegeben, nämlich 2000 bei C.H. Beck mit dem Roman <em><a href="http://rsw.beck.de/rsw/shop/default.asp?docid=31922">Triumphgemüse</a></em>, und ist den Münchnern, von einer Ausnahme abgesehen, bis heute treu geblieben. Sein nächster Band mit dem – ähm, interessanten Titel <em><a href="http://rsw.beck.de/rsw/shop/default.asp?docid=224955">Meine wichtigsten Körperfunktionen</a></em> erscheint in Kürze. Na, wenn das mal bloß kein Anzeichen einer vorzeitigen Midlifecrisis ist &#8230;   </p>
<p>Und nochmal der Rückbezug zu Böttcher: Bei KOOKbooks angefangen hat auch <a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195913/">Michael Stavarič</a>, der dort 2005 mit dem Prosaband <em>Europa – eine Litanei</em> debütierte. Es folgten die Romane <em>stillborn</em> (2006) und <em>Terminifera</em> (2007) im <a href="http://www.residenzverlag.at/?m=2&#038;o=2&#038;char=S&#038;id_author=5">Residenz-Verlag</a>. In <em>Volltext</em> präsentiert sich Stavarič, der 1971 im tschechoslowakischen Brno geboren wurde und seit 1979 in Österreich lebt, in guter Nossackscher Tradition mit einem Interview mit sich selbst, das darauf schließen lässt, dass sein Wettbewerbsbeitrag entweder unterhaltsam oder lehrreich oder, im besten Falle, beides sein wird. </p>
<p><a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195923/">Silke Scheuermann</a> – um endlich auch eine der (nur) vier weiblichen Kandidaten dieses Jahres zu nennen – wollte sich 2006 von uns partout nicht zur <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/702/">»Kritik der Gegenwart«</a> einladen lassen. Sehr schade, halte ich sie doch (yep, ungelogen) für eine der bemerkenswertesten Schriftstellerinnen der jungen Generation. Zumindest in Bezug auf ihre Gedichte. Aber darum geht's ja in Klagenfurt gerade <em>nicht</em> (das lyrische Pendant zum Bachmannpreis, den <a href="http://www.literarischer-maerz.de/">Leonce-und-Lena-Preis</a>, hat sie übrigens 2001 bereits gewonnen). Allerdings weiß Scheuermann auch in Sachen Prosa zu punkten: Nach zwei Gedichtbänden bei <a href="http://www.suhrkamp.de/autoren/autor.cfm?id=4264">Suhrkamp</a> legte sie 2005 mit <em>Reiche Mädchen</em> eine Erzählsammlung und 2007 mit <em>Die Stunde zwischen Hund und Wolf</em> ihren ersten Roman bei <a href="http://www.schoeffling.de/content/autoren/silke-scheuermann.html">Schöffling</a> vor und landete damit mehr als nur Achtungserfolge bei der Literaturkritik.</p>
<p>Acht Jahre jünger als Scheuermann und damit der zweitjüngste Anwärter auf die begehrten 25.000 Euro Preisgeld ist <a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195974/">Jörg Albrecht</a>, 1981 in Bonn geboren und heuer in Berlin lebend. Wer vor drei Wochen in Köln beim <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/928/">»Treffen junger Magazine«</a> war, konnte ihn aus seinem kürzlich bei Wallstein erschienenen Debütroman <em><a href="http://www.wallstein-verlag.de/9783835300903.html">Drei Herzen</a></em> lesen hören – unter erschwerten Bedingungen leider, denn das technische Equipment, mit dem er seine Lesungen zu bestreiten gewohnt ist, versagte kurzfristig den Dienst. Dabei hätte, was auch immer er an klanglicher Begleitung geplant hatte, seinem Auftritt sicher gut getan, denn der Text, den er vortrug – Erinnerungsteilchen in assoziativer Fügung – erwies sich beim Zuhören als recht sperrig – wobei der ein oder andere Gedanke durchaus mitreißend war. Ich persönlich bin sehr gespannt darauf, was er in Klagenfurt lesen wird!</p>
<p>Ältester Teilnehmer in diesem Jahr ist <a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195928/">Kurt Oesterle</a>, der 1955 im schwäbischen Oberrot geboren wurde und heute als freier Autor und Dozent in Tübingen lebt. Oesterle kam über den Journalismus zur Literatur – »ein großer Umweg«, wie er in <em>Volltext</em> schreibt, letztlich jedoch »eine Liebesehe«, aus der 2003 ein vielbeachtetes Buch, <em><a href="http://www.randomhouse.de/book/edition.jsp?edi=169308">Stammheim. Die Geschichte des Vollzugsbeamten Horst Bubeck</a></em>, entsprang. Ein Jahr zuvor hatte er im Verlag <a href="http://www.kloepfer-meyer.de/site/frame1.html">Klöpfer &#038; Meyer</a> sein literarisches Debüt gegeben: <em><a href="http://www.berlinverlag.de/bucher/bucherDetails.asp?isbn=9783833300189">Der Fernsehgast oder Wie ich lernte die Welt zu sehen</a></em> – ein autobiographischer Roman, der nicht nur thematisch die Luft der frühen sechziger Jahre atmet (was gar nicht despektierlich gemeint ist). In Klagenfurt wird er, wie er auf seiner <a href="http://www.kurt-oesterle.de/">Homepage</a> mitteilt, den Anfang eines neuen, unveröffentlichten Romans lesen.</p>
<p>Das waren die sieben – der Rest sei hier Aufzählung:</p>
<ul>
<li><a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195973/">Martin Becker</a> (1982 im Sauerland geboren, lebt in Berlin und hat von 2003 bis 2006 am Deutschen Literaturinstitut Leipzig studiert – Institutsprosa-Diskussion, ick hör dir trapsen &#8230; By the way: Die Eröffnungsrede zum Festival hält morgen abend <a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/information/stories/195772/">Hanns-Josef Ortheil</a>, Professor für Kreatives Schreiben an der zweiten großen Schriftstellerschmiede Deutschlands, der <a href="http://www.uni-hildesheim.de/de/kreatives-schreiben.htm">Universität Hildesheim</a>.)</li>
<li><a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195971/">Christian Bernhardt</a> (1964 in Köln geboren, lebt dort)</li>
<li><a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195934/">Andrea Grill</a> (1975 in Bad Ischl geboren, lebt in Bologna)</li>
<li><a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195933/">Björn Kern</a> (1978 in Lörrach geboren, lebt in Berlin und Südbaden)</li>
<li><a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195930/">Jagoda Marinič</a> (1977 in Waiblingen geboren, lebt in Heidelberg)</li>
<li><a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195929/">Milena Oda</a> (1975 in Jicín/Tschechoslowakei geboren, lebt in Berlin</li>
<li><a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195925/">Ronald Reng</a> (1970 in Frankfurt am Main geboren, lebt in Barcelona)</li>
<li><a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195922/">Fridolin Schley</a> (1976 in München geboren, lebt dort)</li>
<li><a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195917/">Lutz Seiler</a> (1963 in Gera geboren, lebt in Wilhelmshorst bei Berlin)</li>
<li><a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195915/">Thomas Stangl</a> (1966 in Wien geboren, lebt dort)</li>
<li><a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/195912/">Dieter Zwicky</a> (1957 in Mollis geboren, lebt in Uster und Frauenfeld/Schweiz)</li>
</ul>
<p>Wie immer werden die Lesungen, die von Donnerstag bis Samstag stattfinden, <a href="http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/bachmann_index.html">live auf 3sat übertragen</a>. Ein Live-Blogging wird es an dieser Stelle leider nicht geben (<acronym title="Yep. Siehe Kommentare">an anderer Stelle im Netz vielleicht?</acronym>), aber wer möchte, ist natürlich herzlich dazu eingeladen, sich hier in den Kommentaren zum Verlauf des Wettbewerbs zu äußern!</p>
<p>Eine Frage lasse ich hier bewusst offen – nämlich die nach meinen persönlichen Favoriten (die übrigens nicht zwingend die oben näher beschriebenen sind). In den vergangenen Jahren haben sich zwei Dinge sehr deutlich gezeigt: 1. dass die Jury immer für Überraschungen gut ist und 2. dass ich mit meinen Vorhersagen letztlich immer daneben lag. 2004 war ich mir sicher genug, einen halben Kasten Bier auf <a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/11095/">Guy Helminger</a> zu setzen – der dann ›nur‹ den 3sat-Preis holte. 2006 lag ich zwar mit Kathrin Passig richtig, hätte aber meine Hand dafür ins Feuer gelegt, dass <a href="http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/autoren/stories/110804/">Norbert Scheuer</a> bei dieser Jury keine Chance haben würde – und gewonnen hat er (völlig zurecht) den 3sat-Preis.</p>
<p>Norbert Scheuer übrigens erzählte anlässlich seiner <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/812/">Lesung</a> im Rahmen unserer Reihe »Kritik der Gegenwart«, es sei ein Mythos, dass die Kandidaten sich nicht zu der Kritik, die sie vonseiten der Jury erfahren, äußern dürften. Sie dürften schon – aber kaum einer würde es wagen. Um seine Chancen nicht zu verspielen. Und das – so viel wage ich dann doch zu prognostizieren – wird auch in diesem Jahr nicht anders sein &#8230; <img src='http://www.kritische-ausgabe.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>addendum (27.06.07):</em></strong> Die <a href="http://riesenmaschine.de/index.html?nr=20070618120227">Riesenmaschine</a>, das Organ der <a href="http://www.zentrale-intelligenz-agentur.de/">Zentralen Intelligenz-Agentur</a> (ZIA), der auch Kathrin Passig angehört, »bietet überforderten Zuschauern, Lesemuffeln und Verlagsagenten [...] als Serviceleistung und zum Zweck frühzeitiger Favoritenerkennung [...] eine Aktienbörse an«: Jeder, der sich dafür registriert, kann 5.000 Dollar Spielgeld auf seine Kandidaten setzen und am Ende sogar noch echte Preise gewinnen. <a href="https://riesenmaschine.inklingmarkets.com/market/show/5251">Hier geht's zum »Klagenfurt-Totalisator«</a>. – Die ZIA selbst ist übrigens auf »Betriebsausflug« und wird, wie ich annehme, <del title="offenbar doch nicht">zeitnah und</del> launisch wie eh über den Verlauf des Wettbewerbs <a href="http://riesenmaschine.de/">berichten</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<item>
		<title>Martin Mosebach erhält den Büchnerpreis</title>
		<link>http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/936/</link>
		<comments>http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/936/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 07 Jun 2007 18:54:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Diel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neues aus dem Literaturbetrieb]]></category>

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		<description><![CDATA[Der <a href="http://www.deutscheakademie.de/preise_buechner.html">Georg-Büchner-Preis</a>, mit 40.000 Euro nicht nur einer der höchstdotierten, sondern wohl auch der renommierteste deutsche Literaturpreis, geht in diesem Jahr an den Schriftsteller <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Mosebach">Martin Mosebach</a>. Das gab die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung heute <a href="http://www.deutscheakademie.de/druckversionen/presse21-GBP-Mosebach.htm">bekannt</a> ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der <a href="http://www.deutscheakademie.de/preise_buechner.html">Georg-Büchner-Preis</a>, mit 40.000 Euro nicht nur einer der höchstdotierten, sondern wohl auch der renommierteste deutsche Literaturpreis, geht in diesem Jahr an den Schriftsteller <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Mosebach">Martin Mosebach</a>. Das gab die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung heute <a href="http://www.deutscheakademie.de/druckversionen/presse21-GBP-Mosebach.htm">bekannt</a>.</p>
<p>Zur Begründung heißt es:</p>
<blockquote><p>Die Auszeichnung gilt einem Schriftsteller, der stilistische Pracht mit urwüchsiger Erzählfreude verbindet und dabei ein humoristisches Geschichtsbewusstsein beweist, das sich weit über die europäischen Kulturgrenzen hinaus erstreckt; einem genialen Formspieler auf allen Feldern der Literatur und nicht zuletzt einem Zeitkritiker von unbestechlicher Selbstständigkeit.</p></blockquote>
<p>Erste Glückwünsche finden sich beispielsweise in der <a href="http://www.faz.net/s/Rub1DA1FB848C1E44858CB87A0FE6AD1B68/Doc~EBB5673B5A6FA418C9C6094F1D329617F~ATpl~Ecommon~Scontent.html">F.A.Z.</a>, der <a href="http://www.taz.de/dx/2007/06/08/a0159.1/text.ges,1">taz</a>, im <em><a href="http://www.tagesspiegel.de/kultur/Literatur-Mosebach;art138,2316945">Tagesspiegel</a></em> und in der <em><a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=1150340">Frankfurter Rundschau</a></em>. Und die <em>Welt</em> gratuliert dem »Meister alter Formen« nicht nur mit einem <a href="http://www.welt.de/kultur/article928220/Martin_Mosebach_der_Meister_alter_Formen.html">Portrait</a>, sondern hält auch gleich ein paar <a href="http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article927301/Die_wichtigsten_Werke_von_Martin_Mosebach.html">Lektüretipps</a> parat, mit denen man sich die Zeit bis zur Preisverleihung in Darmstadt am 27. Oktober vertreiben kann &#8230;</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Entdecken, fördern, widerhallen!</title>
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		<pubDate>Sat, 26 May 2007 17:44:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Diel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus der Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Neues aus dem Literaturbetrieb]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>

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		<description><![CDATA[»Beim <a href="http://www.junge-magazine.de/">Treffen junger Magazine</a> wird es um wechselseitige Befeuerung und Austausch gehen – aber auch darum, neben den Eigenheiten der einzelnen Zeitschriften und ihrer Ansätze das Gemeinsame der Sache zu benennen. Im Rahmen von Gesprächen, Präsentationen, Lesungen und Diskussionen. Denn in all ihrer Vielfalt können die Zeitschriften nur wirken und glänzen, wenn sie miteinander und durcheinander fordern, fördern, entdecken und widerhallen.«]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/tjm-logo.gif" alt="Treffen junger Magazine" />Als vor zwei Jahren eine Gruppe kleiner, unabhängiger Verlage erstmals gemeinsam bei der Leipziger Buchmesse <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/188/">auftrat</a> und sich kurz darauf in Berlin <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/215/">zusammenfand</a>, um über weitere Möglichkeiten der gegenseitigen Vernetzung zu sprechen, war das Medienecho enorm. »Eine solche Aufbruchsstimmung gab es noch nie«, jubelte etwa der <em>Spiegel</em>. »Ausgerechnet in Zeiten der Buchmarktkrise gibt es plötzlich eine neue Verlegergeneration, eigenwillig, mutig und kreativ.«</p>
<p>Eigenwillig, mutig und kreativ – das sind Attribute, die zweifellos auch auf die jungen deutschsprachigen Literaturzeitschriften zutreffen. »Entdeckerzeitschriften« wie die Leipziger <em><a href="http://www.editonline.de/">EDIT</a></em> und die Hildesheimer <em><a href="http://www.bellatriste.de/">bella triste</a></em> haben sich längst als zuverlässige Instanz in Sachen Förderung neuer vielversprechender Autoren etabliert. Wer dort veröffentlicht, wird wahrgenommen: von Literaturagenten, Kritikern, Lektoren, Verlegern. »Literaturzeitschriften«, so <a href="http://www.wallstein-verlag.de/">Wallstein</a>-Verleger Thedel von Wallmoden, seien ein »Experimentierfeld, in dem man Texte und Autoren erproben kann«, und daher »unentbehrlich – ihr Nutzen ist überproportional«.  </p>
<p>Um diesen Nutzen tatsächlich entfalten zu können, bedarf es jedoch nicht nur eines hohen Maßes an Enthusiasmus, sondern ganz konkreter Anstrengungen. Ohne institutionelle Anbindung tun sich die meisten Zeitschriftenprojekte schwer damit, die nötige Aufmerksamkeit für sich zu erzeugen. Genaue Zahlen über die Größe der Szene gibt es übrigens nicht, die Angaben schwanken: Rund 300 Projekte zählte vor Jahren Karl-Heinz Schreiber, selbst Herausgeber des <a href="http://www.aalfaa.de/kult.htm"><em>KULT-Magazins</em></a>, von »etwa 200 literarischen bzw. mit Literatur befassten Zeitschriften« geht Frauke Meyer-Gosau im <em><a href="http://www.rowohlt.de/buch/Das_BuchMarktBuch.23052007.343867.html">BuchMarktBuch</a></em> (2005) aus, 112 Adressen verzeichnet das <em>Handbuch für Autorinnen und Autoren</em> (<a href="http://www.uschtrin.de/litzs.html">Uschtrin Verlag</a>, 2005), 100 das <em>Deutsche Jahrbuch für Autoren/Autorinnen 2007/08</em> (<a href="http://www.autorenhaus-verlag.de/">Autorenhaus-Verlag</a>). Die Zahlen schwanken auch deshalb, weil viele Zeitschriften, kaum dass sie gegründet wurden, schon wieder eingehen – sei es, weil man den (auch finanziellen) Aufwand überschätzt hat, sei es aus Frustration über mangelnde Resonanz seitens des anvisierten Publikums oder der Presse. »Gemessen an wirtschaftlichen Maßstäben sind Literaturzeitschriften fast ohne Ausnahmen Himmelfahrtsprojekte«, meint Jan Valk, Mitherausgeber der Zeitschrift <em><a href="http://www.sprachgebunden.de/">sprachgebunden</a></em>, zurecht. »Eine Zeitschrift für Belletristik herauszugeben (in den waghalsigsten Fällen sogar für Lyrik!), ist nicht nur nicht rentabel, es produziert auch ungezählte (unbezahlte) Arbeitsstunden – und erste graue Haare.«</p>
<p>Dass es bei aller Verschiedenheit in Profil, Bekanntheitsgrad und Verbreitung zahlreiche Problemstellungen gibt, die allen jungen Literaturzeitschriften gemeinsam sind, diese Überlegung nahmen Valk und sein Kollege Florian Kessler von <em>bella triste</em> zum Anlass, Macher weiterer Literaturzeitschriften anzufragen, ob man sich nicht einmal treffen wolle, um über genau das zu diskutieren. Man wollte! Und nun ist es soweit:</p>
<p><strong>Am 2. und 3. Juni kommen in Köln die Herausgeber von neun deutschen Literaturzeitschriften zusammen zum ersten <a href="http://www.junge-magazine.de/">»Treffen junger Magazine«</a> – darunter auch die <em>Kritische Ausgabe</em>.</strong></p>
<blockquote><p>Beim »Treffen junger Magazine« wird es um wechselseitige Befeuerung und Austausch gehen – aber auch darum, neben den Eigenheiten der einzelnen Zeitschriften und ihrer Ansätze das Gemeinsame der Sache zu benennen. Im Rahmen von Gesprächen, Präsentationen, Lesungen und Diskussionen. Denn in all ihrer Vielfalt können die Zeitschriften nur wirken und glänzen, wenn sie miteinander und durcheinander fordern, fördern, entdecken und widerhallen.</p></blockquote>
<p>Befeuert wird nicht nur wechselseitig, sondern natürlich zum Teil auch öffentlich. Auf dem Programm stehen folgende Veranstaltungen (alle im <a href="http://www.locationsite.de/koeln/hallmackenreuther.htm">»Hallmackenreuther«</a>, Brüsseler Platz 9):</p>
<ul><em>Samstag, 2. Juni:</em></ul>
<p></p>
<ul><strong>16:00–19:30 Uhr: »Kleine Messe der jungen Magazine«</strong></ul>
<ul>Redakteure und Autoren der Magazine <em><a href="http://www.bellatriste.de/">bella triste</a></em>, <em><a href="http://www.editonline.de/">EDIT</a></em>, <em><a href="http://www.lamergelee.de/">la mer gelée</a></em>, <em><a href="http://www.lauter-niemand.de/">lauter niemand</a></em>, <em><a href="http://www.lose-blaetter.de/">Lose Blätter</a></em>, <em><a href="http://www.krachkultur.de/">Krachkultur</a></em>, <em><a href="http://www.kritische-ausgabe.de/">Kritische Ausgabe</a></em>, <em><a href="http://www.siconline.de/">[SIC]</a></em> und <em><a href="http://www.sprachgebunden.de/">sprachgebunden</a></em> informieren über ihre Arbeit und stellen aktuelle Publikationen vor.</ul>
<p></p>
<p class="zentriert"><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/tjm-zsen1.gif" class=frei alt="Cover der teilnehmenden Zeitschriften" /></p>
<p></p>
<ul><strong>20:30 Uhr: »Nacht der jungen Magazine«</strong></ul>
<ul>Lesung mit <a href="http://www.kuenstlicht.de/kuenstlicht.html">Saša Stanišić</a>, <a href="http://www.fotofixautomat.de/">Jörg Albrecht</a> und <a href="http://www.noragomringer.de/">Nora Gomringer</a>.</ul>
<ul><strong>Ab 22:30 Uhr</strong> Party in der Kellerlounge des »Hallmackenreuther«. Open End.</ul>
<p></p>
<ul><em>Sonntag, 3. Juni:</em></ul>
<p></p>
<ul><strong>13:00–17:00 Uhr: »Kleine Messe der jungen Magazine«</strong> (s.o.)</ul>
<p></p>
<p class="zentriert"><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/tjm-zsen2.gif" class=frei alt="Cover der teilnehmenden Zeitschriften" /></p>
<p></p>
<ul><strong>14:00 Uhr: Diskussion mit Vertretern aus dem Literaturbetrieb zur Funktion von Literaturmagazinen</strong></ul>
<ul>Podiumsgäste: Hauke Hückstädt (<a href="http://lit-zentrum-goe.de/homepage/index.php?id=1">Literarisches Zentrum Göttingen</a>), Jo Lendle (<a href="http://www.dumontliteraturundkunst.de/">DuMont Verlag</a>) und Ron Winkler (u.a. Herausgeber der Zeitschrift <em><a href="http://www.intendenzen.de/">intendenzen</a></em>).</ul>
<p></p>
<ul><strong>15:30 Uhr: Lesung mit Hauke Hückstädt, Jo Lendle und Ron Winkler</strong></ul>
<ul>(bei gutem Wetter draußen auf dem Brüsseler Platz)</ul>
<p></p>
<p>Der Eintritt ist frei. </p>
<p>Nähere Informationen zu allen Programmpunkten und den beteiligten Zeitschriften unter <a href="http://www.junge-magazine.de/">www.junge-magazine.de</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>addendum (08.06.07):</strong> Eine Zusammenfassung der Ergebnisse des Treffens findet sich übrigens <a href="http://www.junge-magazine.de/index.php?option=content&#038;task=view&#038;id=50">hier</a>. Und Pressemeldungen gab es <a href="http://www.junge-magazine.de/index.php?option=com_content&#038;task=view&#038;id=37&#038;Itemid=118">auch</a>.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Kombinationen machen den Reiz aus</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Apr 2007 05:36:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Andres</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Neues aus dem Literaturbetrieb]]></category>
		<category><![CDATA[Termine]]></category>

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		<description><![CDATA[Zum vierten Lesefest »<a href="http://www.levliest.de">Lev liest</a>« mit mehr als 100 Teilnehmern rund ums Buch lädt die Stadt Leverkusen vom 23. bis 29. April. Stefan Andres sprach vor dem Start mit Claus Faika vom Kulturbüro der Stadt und Agid Jumpertz von der Stadtbibliothek.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zum vierten Lesefest »<a href="http://www.levliest.de">Lev liest</a>« mit mehr als 100 Teilnehmern rund ums Buch lädt die Stadt Leverkusen vom <strong>23. bis 29. April</strong>. Stefan Andres sprach vor dem Start mit Claus Faika vom Kulturbüro der Stadt und Agid Jumpertz von der Stadtbibliothek.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>K.A.:</strong> »Lev liest« wird seit 2001 alle zwei Jahre ausgerichtet, am Montag beginnt die vierte Ausgabe &#8211; wie entwickelt sich dieses Lesefest denn?</p>
<p><strong>Agid Jumpertz:</strong> Es sind, ausgehend von einer Arbeitsgruppe, die das Festival 2001 ins Leben gerufen hat, immer mehr Leute dazugekommen. 2001 waren es 40 Veranstaltungen, in diesem Jahr sind es schon 85. Und dann sind immer noch etwa 16 bis 20 Schulen aller Richtungen dabei. Aber die Menge ist ja gar nicht so entscheidend, spannender ist doch die Vielfalt. </p>
<p><strong>Claus Faika: </strong>Das ist ja ursprünglich eine Initiative der Stadtbibliothek. Als das Fest so groß wurde, dass es für die Bibliothek alleine nicht mehr zu schaffen war, haben wir uns vom Kulturbüro mit eingebracht. Und wir können das ganz gut aufteilen: Die Stadtbibliothek steht in engem Kontakt mit den Schulen und wir vom Kulturbüro binden die freie Kulturszene in Leverkusen in das Festival mit ein. </p>
<p><strong>Jumpertz:</strong> Das ergänzt sich gut!</p>
<p><strong>Faika:</strong> Und übrigens habe ich erst kürzlich schon die ersten Meldungen für 2009 erhalten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>K.A.:</strong> Sollte eine Stadt wie Leverkusen, die seit Jahren vollkommen pleite ist, sich überhaupt an einem Literaturfest erfreuen?</p>
<p><strong>Jumpertz:</strong> Aber natürlich! </p>
<p><strong>Faika</strong>: Selbst wenn eine Stadt pleite ist, sollte sie sich nicht auch noch dem kulturellen Bankrott hingeben. Auch ohne Geld darf man nicht auf Kultur verzichten! Außerdem ist »Lev liest« so organisiert, dass der öffentlichen Hand kaum Kosten entstehen. Das finanzielle Risiko tragen die Veranstalter. Wir bieten nur den Rahmen für das Lesefest mit Werbung über Plakate, Internet, Broschüren und so weiter. Das versuchen wir über Sponsoren abzudecken, so dass am Ende nur vielleicht rund 1000 Euro auf der Ausgabenseite stehen.</p>
<p><strong>Jumpertz:</strong> Das Konzept für »Lev liest« war ja von Anfang so ausgerichtet, dass keine Kosten entstehen. Viele der Lesungen und Veranstaltungen würden wir ohnehin machen, so sind sie unter dem Festival zusammengefasst.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>K.A.:</strong> Wenn Sie sich bei der »lit.cologne«, dem Lesefestival in der großen Nachbarstadt Köln, etwas klauen dürften – was wäre das? Die Sponsoren, die großen Namen, das Kölner Publikum oder die Spielstätten?</p>
<p><strong>Jumpertz:</strong> Das Geld! Aber man kann das natürlich gar nicht vergleichen, die »lit.cologne« hat ja eine ganz andere Konzeption. Außerdem haben die Kölner Vollzeitkräfte, die nur das machen und ein Jahr Zeit haben, das nächste Fest vorzubereiten.</p>
<p><strong>Faika:</strong> Ja, das wäre wunderbar: Ein Jahr »Lev liest« vorbereiten! Aber das ist für uns natürlich undenkbar, auch wenn das Fest nur alle zwei Jahre ausgerichtet wird. Es gibt ja noch etliche andere kulturelle Dinge vorzubereiten in Leverkusen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>K.A.:</strong> Was erwartet die Besucher denn in der kommenden Woche, an welche Orte führen die einzelnen Veranstaltungen? Und mit welchen Namen kann die vierte »Lev liest« aufwarten?</p>
<p><strong>Jumpertz:</strong> Kleine und große Veranstaltungen, ganz verschiedene Dinge: Günter Lamprecht, Dieter Wellershoff oder auch Andrea Schacht sind bekanntere Namen. Oder Jugendbuchautor Christian Linker. Sehr schön finde ich, dass das Programm alle Generationen anspricht. </p>
<p><strong>Faika:</strong> Die »Titanic-Boygroup« (u.a. mit Martin Sonneborn, den K.A.-Leser vom <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/726/">Germanisten-Fragebogen</a> kennen; d. Red.) in der »Kolonie Eins« sind sicher auch ein Höhepunkt. Sehr spannend finde ich aber auch Veranstaltungen wie den Buchbinder-Workshop. </p>
<p><strong>Jumpertz:</strong> Die ungewöhnlichen Kombinationen machen doch oft den Reiz aus: Lesen und Radfahren, Lesungen an ungewöhnlichen Orten, etwa im Tierheim, im Neulandpark oder im Dessous-Shop, der an dieser Stelle immer genannt wird. Sicher ist es schön, wenn richtig viele Besucher kommen, aber viele der kleineren Veranstaltungen funktionieren im kleinen Kreis.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Eröffnet wird die vierte »Lev liest«-Buchwoche am Montag, <strong>23. April</strong>, dem UNESCO-Welttag des Buches, um <strong>19.30 Uhr</strong> von Oberbürgermeister Ernst Küchler vor der Lesung der Bonner Krimi-Autorin Andrea Schacht in der<strong> Stadtbibliothek</strong>. Im Rahmen des Festivals wird am Donnerstag, <strong>26. April</strong>, im <strong>K1</strong> auch der Leverkusener »Short-Story-Preis« verliehen. Übrigens bietet auch das <strong>Zentral Antiquariat</strong>, in dem die KRITISCHE AUSGABE im Spätherbst 2005 zu Haruki Murakamis <em>Gefährliche Geliebte</em> tagte, eine Veranstaltung an: Am Donnerstag, <strong>26. April</strong>, lädt die Buchhandlung zur »Zentral-Nacht« ein: Die ganze Nacht stöbern, ab <strong>19 Uhr</strong> begleitet von Lesungen verschiedener Leverkusener Autoren. Im legendären Jazz-Lokal <strong>topos</strong> liest Konzertveranstalterlegende Fritz Rau aus seiner Autobiographie 50 Jahre backstage. Das <strong>Kommunale Kino</strong> im Forum zeigt verschiedene Literaturverfilmungen, und das <strong>Pentagon</strong> in Opladen bietet sogar jeden Tag eine Veranstaltung an. Der »Epilog« steigt am Sonntag, <strong>29. April</strong>, im <strong>Sensenhammer</strong> nach der Lesung von Schauspieler Jan-Georg Kremp (<strong>18 Uhr</strong>).<br />
Auch ein <strong>Gewinnspiel</strong> haben Kulturbüro und Stadtbibliothek ausgelobt: Wer verrät, was er derzeit liest, kann eine dreitägige Reise nach Paris für zwei Personen gewinnen. Teilnahmekarten liegen an den Veranstaltungsorten aus. Die Preisübergabe mit Kabarettist Wilfried Schmickler wird am 16. Mai in der Stadtbibliothek durchgeführt.</p>
<p>Weitere Informationen und die Programmübersicht finden sich unter <a href="www.levliest.de">www.levliest.de</a>. </p>
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		</item>
		<item>
		<title>Als Germanist zur Buchmesse? Unbedingt!</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Mar 2007 17:29:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt Viertelhaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus der Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Leipziger Buchmesse]]></category>
		<category><![CDATA[Neues aus dem Literaturbetrieb]]></category>

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		<description><![CDATA[<img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/buchmesse_leipzig2.gif" class=right alt="Leipziger Buchmesse (Logo)" />Die Germanistik beschäftigt sich nicht gerne mit Gegenwartsliteratur. Das mag gute Gründe haben. Zum einen ist es wichtig, im Studium an die Grundlagen der Schulzeit anzuknüpfen und diese zu verstärken und erweitern, zum anderen ist es schwer, im Gewühl der Neuerscheinungen Tendenzen auszumachen und zu unterscheiden, was wichtig ist und was schon in wenigen Jahren der Vergessenheit anheimfällt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/buchmesse_leipzig2.gif" class=right alt="Leipziger Buchmesse (Logo)" />Die Germanistik beschäftigt sich nicht gerne mit Gegenwartsliteratur. Das mag gute Gründe haben. Zum einen ist es wichtig, im Studium an die Grundlagen der Schulzeit anzuknüpfen und diese zu verstärken und erweitern, zum anderen ist es schwer, im Gewühl der Neuerscheinungen Tendenzen auszumachen und zu unterscheiden, was wichtig ist und was schon in wenigen Jahren der Vergessenheit anheimfällt. Aus der schieren Masse die relevanten Texte für Gegenwart und Zukunft herauszufiltern, überlässt sie daher lieber den Kritikern. Trotz der fehlenden Nähe zur Gegenwartsliteratur im Studium haben viele im Literaturbetrieb Tätige eine universitäre Ausbildung als Germanisten hinter sich. Oft stellt sich schon während des Studiums die Frage, ob und auf welchem Wege man in den Journalismus oder ins Verlagsgewerbe einsteigen kann. </p>
<p>Ein Ort, an dem schreibende und verlegende Zunft regelmäßig zusammentreffen, sind die beiden großen Buchmessen in <a href="http://www.buchmesse.de/de/portal.php">Frankfurt</a> und <a href="http://www.leipziger-buchmesse.de/">Leipzig</a>. In erster Linie geht es dort zwar um Präsentation und Lizenzhandel, aber eben auch darum, Kontakte zu knüpfen und zu erneuern. So manche Idee wird schon auf einer Buchmesse entstanden sein, wenn auch kaum ein Autor dort sein Manuskript losgeworden sein wird. Die Frage jedoch, die sich uns hier stellt, lautet: Was hat man als Germanistik-Student, jenseits des eigenen Interesses an Literatur, auf der Buchmesse zu suchen?</p>
<p>Da es nur wenige geisteswissenschaftliche Studiengänge gibt, die sich direkt und mit entsprechendem Praxisbezug auf einen konkreteren Berufsweg konzentrieren (eine solche Ausnahme ist etwa der Studiengang Buchwissenschaft, z.B. an der <a href="http://www.buchwissenschaft.uni-mainz.de/">Uni Mainz</a>), ist der Literaturbetrieb ein wahrer Tummelplatz für Quereinsteiger. So sehr auch in letzter Zeit im Zusammenhang mit der »Generation Praktikum« über mangelnde Bezahlung gestöhnt und zu Recht auf die teilweise so entstehenden unmenschlichen Zustände hingewiesen wird, ist es doch unabdingbar, praktische Erfahrung zu sammeln, und zwar schon während des Studiums. Die Semesterferien wird man sich eher so einteilen können, dass man neben den Hausarbeiten auch noch zwei, drei Monate in einem Verlag oder bei einer Zeitung ein Praktikum absolvieren kann, als nach dem Studium erst mit dem Sammeln praktischer Erfahrung zu beginnen. Denn schließlich ist es ja auch wichtig, möglichst frühzeitig zu erfahren, ob einem der Traum vom Traumberuf nicht zu süß geraten ist und man später nicht noch in den sauren Apfel beißen muss – und ob man das, was man machen will, überhaupt kann. Nicht jeder hat das Zeug dazu, ein guter Lektor zu werden, und nicht jeder ist ein geborener Journalist. </p>
<p>Die Möglichkeit, einen ersten Eindruck vom gesamten Betrieb zu bekommen, bietet sich zumindest zum Teil auf der Buchmesse. Zwar ist sie im Vergleich zur praktischen täglichen Arbeit nur ein Randphänomen, aber hier trifft letztlich alles zusammen: Journalistin und Verleger, Autorin und Leser, Buchhändlerin und Kritiker – die ganze Welt des Buches an einem Platz. Da gilt es mitunter auch gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Hier geht es, wie in anderen Branchen auch, vordringlich um Wirtschaftlichkeit, Übernahmen werden hier ausgehandelt und so manch kleiner Verlag gerät glücklich in den Fokus der Medien, wodurch ihm eine sicherere Existenz möglich wird.</p>
<p>Dazwischen soll sich nun noch der unerfahrene Germanist tummeln und erste Erfahrungen sammeln? Er muss! Denn wer sich nicht in der Verlagsszene auskennt, kann auch nicht wissen, wo er eine Praktikumsanfrage stellen kann. Gerade kleinere Verlage, deren Programme nicht in den Buchhandlungen ausliegen, sind hierfür interessant. Der Vorteil ist nicht nur, dass die Menge der Anfragen dort geringer sein dürfte als bei einem Branchenriesen wie Bertelsmann – auch die Erfahrung wird eine andere sein. Oftmals sitzt man mit dem Chef im gleichen Büro und bekommt hautnah einen Eindruck von der gesamten Arbeit. Eigenverantwortliches Arbeiten sollte man ohnehin nicht scheuen, aber die Chance, dazu gedrängt zu werden, ist in einem kleinen Unternehmen wohl um einiges größer. Um einen Verlag zu finden, dessen Schwerpunkt auch mit den eigenen Interessen einhergeht ist die Buchmesse ein interessanter Ort.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class=zentriert><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/kabuchmesse.gif" class=frei alt="K.A. auf der Leipziger Buchmesse: Halle 5, Stand D402" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Aber auch sonst ist es interessant zu sehen, was sich in der Branche tut. Bei weitem ist nicht alles so perfekt wie es scheint. Da sind angekündigte Bücher nicht erschienen, Verlage, obwohl angemeldet und trotz der teuren Standplätze, erst gar nicht auf der Messe aufgetaucht. Immer wieder gibt es Anzeichen von Bewegung – und wo Bewegung ist, besteht bekanntlich auch die Möglichkeit, sich selbst einzubringen. Wer einmal den Fuß mithilfe eines Praktikums in die Tür bekommen hat, dem öffnen sich mitunter andere Türen, denn man kennt sich untereinander und wenn nicht, so lernt man sich hier sehr schnell kennen. Doch dafür ist es erstmal wichtig, herauszubekommen, wie der Betrieb funktioniert. Das lernt man nicht an einem Messetag.</p>
<p>Wer regelmäßig auf die Messe fährt, wird irgendwann das Gefühl bekommen, gar nicht weg gewesen zu sein. Man kennt nicht nur das Gelände, man weiß auch, in welcher Halle sich welcher Verlag präsentiert, und beginnt, sich sicherer zu bewegen. Aus der Beobachtung eines Verlages ergeben sich Fragen zum Programm, zu einzelnen Autoren, die es einem leichter machen können, in ein ungezwungenes Gespräch zu kommen, wobei man natürlich nicht vergessen sollte, dass es auf dieser Messe für die Verlage nicht darum geht, Praktikanten zu finden, sondern ihr Programm zu präsentieren. So ist sicherlich ein am Programm Interessierter für die Verleger wichtiger als ein potentieller Praktikant, der das Praktikum nur zur Aufpolierung seines Lebenslaufes absolvieren möchte. Dafür reicht ein einzelner Besuch auf der Messe nicht aus. Man sollte sich zum einen Zeit nehmen, die Programme vor allem der kleinen Verlage wahrzunehmen, sollte aber zugleich wachsam seinen eigenen Vorlieben nachgehen und das Rahmenprogramm mit Lesungen und Diskussionen nicht versäumen. Ohne dieses lässt es sich zu Anfang nämlich nur schwer mehr als einen Tag auf der Messe aushalten, schließlich wird man von einer gewaltigen Menge Neuigkeiten schier überrannt. Lesungen und Diskussionsveranstaltungen sind daher eine mehr als willkommene Abwechslung. </p>
<p>Wer mit offenen Augen über die Messe geht, wird sich schwerlich langweilen können. Wer sich hingegen zu viel vornimmt, dem fehlt am Ende die nötige Zeit, sich auf die Angebote einzulassen. Übrigens: Wer den Messebetrieb kennt und hier Kontakte pflegt, wird feststellen, dass das Gespräch immer wieder auch auf Inhalte des Studiums zurückkommen kann. Auch hier kann man sich wunderbar z. B. über <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Raabe">Wilhelm Raabe</a> unterhalten, auch wenn der im Tumult der Neuerscheinungen recht wenig zu finden ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Kritische Ausgabe finden Sie auf der Leipziger Buchmesse vom 22. bis 25. März zusammen mit der <a href="http://www.da-ve.de/index_nf.html">Dahlemer Verlagsanstalt</a> in Halle 5 an Stand D402.</strong></p>
<p>2007 findet die Frankfurter Buchmesse vom 10. bis 14. Oktober statt. </p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>P.S.:</strong> Mit Bezug auf die Frankfurter Buchmesse ist übrigens in <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/hefte/literatur-und-drittes-reich/">K.A. 2/2004</a> ein »Leitfaden für Studierende« erschienen, der <a href="http://www.kritische-ausgabe.de/hefte/reich/huettenberger.pdf">hier als PDF-Dokument</a> zur Verfügung steht.</p>
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		<item>
		<title>Roman »Meere« ist nicht mehr verboten</title>
		<link>http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/898/</link>
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		<pubDate>Thu, 08 Mar 2007 16:11:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Andres</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neues aus dem Literaturbetrieb]]></category>

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		<description><![CDATA[Alban Nikolai Herbst teilt mit, dass sein verbotener Roman Meere seit Dienstag wieder frei sei. Das Berliner Landgericht, so verkündet er in seinem Weblog »Die Dschungel. Anderswelt«, habe das Verbot aufgehoben, nachdem er zuvor einer geänderten Fassung zugestimmt habe. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Alban Nikolai Herbst teilt mit, dass sein verbotener Roman <em>Meere</em> seit Dienstag wieder frei sei. Das Berliner Landgericht, so verkündet er in seinem Weblog »<a href="http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/3402535/">Die Dschungel. Anderswelt</a>«, habe das Verbot aufgehoben, nachdem er zuvor einer geänderten Fassung zugestimmt habe. </p>
<p>Diese geänderte, wie er sie nennt: »Persische« Fassung , die »in Einzelheiten bezüglich einiger Personen der Handlung differiert, aber weder in der poetischen Form und Valenz, noch in den laut manchen Presseberichten vorgeblich inkriminierten Stellen«, werde er nun »öffentlich vertreten«. Zu diesem Entschluss sei er »aus eigener Entscheidung und ohne Druck von außen« gekommen. Die neue, letztgültige Fassung habe sogar noch eine weitere Ebene hinzugewonnen.</p>
<p>Wo diese Fassung freilich veröffentlicht werde, das lässt Herbst noch offen. Denn der <a href="http://www.marebuch.de/">Marebuchverlag</a> in Hamburg, wo <em>Meere</em> in der von Denis Scheck als Herausgeber betreuten »marebuchbibliothek« 2003 als Band zehn erschienen ist, erklärt, für den Verlag habe sich durch dieses Urteil nichts geändert. </p>
<p>Herbst äußert sich wie folgt dazu: »MEERE wird, so viel will ich bereits verraten, in kürzester Zeit wieder für Sie in einer Druckfassung am Markt erreichbar sein. Wie und in welcher Gestalt, darüber möchte ich spannungshalber gern noch ein bißchen schweigen.« Das Urteil sei für ihn, Herbst, »leider aber noch nicht für den marebuch-Verlag rechtsgültig erfolgt«. Er geht aber davon aus, dass »diese letzte Fassung von ihm veröffentlicht werden dürfte.« </p>
<p>Der Roman war richterlich verboten worden, nachdem sich eine Person in dem Roman wiedererkannt hatte und damit ihre Persönlichkeitsrechte verletzt sah. Ein ähnlicher Fall ist der Roman »Esra« von Maxim Biller. Dieses Buch ist nach wie vor verboten.</p>
<p><em>In diesem Zusammenhang wollen wir auf eine sehr treffende Besprechung zu Bernhard von Beckers »Fiktion und Wirklichkeit im Roman. Der Schlüsselprozess um das Buch ›Esra‹« von Jan-Frederik Bandel in der zweiten Ausgabe der Zeitschrift »<a href="http://www.textem.de/kulturgespenster.0.html">Kultur &#038; Gespenster</a>« hinweisen. Der Artikel ist leider nicht online verfügbar.</em></p>
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		<title>Gespür für Komik und Sensibilität</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Mar 2007 17:47:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Andres</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neues aus dem Literaturbetrieb]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Schriftsteller Clemens Meyer erhält für seinen Debütroman »Als wir träumten« den mit 10.000 Euro dotierten Clemens-Brentano-Literaturpreis der Stadt Heidelberg. Die Jury, die sich zu gleichen Teilen aus Literaturkritikern und Studierenden des Germanistischen Seminars der Universität Heidelberg zusammensetzt, würdigt in ihrer Begründung »die hochauthentische, stilistisch brillante und unmittelbare Schilderung einer verlorenen Jugend im Leipzig der Wendezeit«.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Schriftsteller Clemens Meyer erhält für seinen Debütroman »<a href="http://www.fischerverlage.de/buch/310048600">Als wir träumten</a>« den mit 10.000 Euro dotierten Clemens-Brentano-Literaturpreis der Stadt Heidelberg. Die Jury, die sich zu gleichen Teilen aus Literaturkritikern und Studierenden des Germanistischen Seminars der Universität Heidelberg zusammensetzt, würdigt in ihrer Begründung »die hochauthentische, stilistisch brillante und unmittelbare Schilderung einer verlorenen Jugend im Leipzig der Wendezeit«. Und weiter: »Schonungslos drastisch, mit feinem Gespür für Komik und hoher Sensibilität erzählt Meyer von der Brutalität dieses Milieus in seiner Ausweglosigkeit, ohne dabei die Fähigkeit zum Träumen zu verlieren.«</p>
<p><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/Foto%20Clemes%20Meyer%20Fischer%20Verlag.jpg" width="187" height="236" alt="Clemens Meyer (Foto: Fischer Verlag)" title="Clemens Meyer (Foto: Fischer Verlag)" /> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Clemens_Meyer">Clemens Meyer</a>, geboren 1977 in Halle/Saale, lebt in Leipzig. Nach dem Abitur arbeitete er unter anderem als Bauhelfer und Wachmann. Von 1998 bis 2003 studierte er am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Meyer ist Träger des Rheingau-Literatur-Preises, des Mara-Cassens-Preises (jeweils 2006) und des Förderpreises zum Lessing-Preis des Freistaates Sachsen (2007). Bereits 2001 gewann er den Literaturpreis des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR). Auch beim Ingeborg-Bachmann-Preis 2006 war er ein von den Feuilletons gefeierter Autor, wurde von der Jury jedoch mit keinem Preis bedacht.</p>
<p>Der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Clemens-Brentano-Preis">Clemens-Brentano-Preis</a> wird seit 1993 jährlich im Wechsel in den Sparten Erzählung, Essay, Roman und Lyrik an deutschsprachige Autoren für bemerkenswerte Erstlingswerke vergeben. Die bisherigen Preisträger sind Günter Coufal, Gabriele Kögl, Barbara Köhler, Jörg Schieke, Daniel Zahno, Benjamin Korn, Norbert Niemann, Oswald Egger, Hendrik Rost, Sabine Peters, Doron Rabinovici, Andreas Maier, Raphael Urweider, Anna Katharina Hahn. Im <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/658">vergangenen Jahr</a> wurde der Kölner Autor Stefan Weidner für seinen Essayband »Mohammedanische Versuchungen« ausgezeichnet.</p>
<p>Der Preis an Meyer wird am 2. Mai in Heidelberg von Oberbürgermeister Eckart Würzner übergeben.</p>
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		<title>»Kritisches Gewissen Deutschlands und Europas«</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Oct 2006 05:48:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Andres</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auch südlich der Alpen entfaltet <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Magnus_Enzensberger">Hans Magnus Enzensbergers</a> publizistische Tätigkeit ihre Wirkung: Am Mittwoch, den 25. Oktober wird der 76-Jährige an der italienischen <a href="http://www.unich.it/">Universität Chieti/Pescara</a> mit dem <a href="http://www.adnkronos.com/3Level.php?cat=Cultura&#038;loid=1.0.567900002">»Premio internazionale di poesia ›Gabriele d'Annunzio‹«</a> ausgezeichnet. Die Jury ehrt mit dem Preis Enzensbergers schriftstellerisches Gesamtwerk, mit dem er eine der »hörbarsten Stimmen« und eines der beispielhaften »kritischen Gewissen des heutigen Deutschland und Europa« sei ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auch südlich der Alpen entfaltet <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Magnus_Enzensberger">Hans Magnus Enzensbergers</a> publizistische Tätigkeit ihre Wirkung: Am Mittwoch, den 25. Oktober wird der 76-Jährige an der italienischen <a href="http://www.unich.it/">Universität Chieti/Pescara</a> mit dem <a href="http://www.adnkronos.com/3Level.php?cat=Cultura&#038;loid=1.0.567900002">»Premio internazionale di poesia ›Gabriele d'Annunzio‹«</a> ausgezeichnet. Die Jury ehrt mit dem Preis Enzensbergers schriftstellerisches Gesamtwerk, mit dem er eine der »hörbarsten Stimmen« und eines der beispielhaften »kritischen Gewissen des heutigen Deutschland und Europa« sei. </p>
<p>Enzensberger ist nach dem französischen Lyriker <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Yves_Bonnefoy">Yves Bonnefoy</a>, dem Italiener <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mario_Luzi">Mario Luzi</a> und dem Syrer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ali_Ahmad_Said">Ali Ahmad Said</a> (auch bekannt unter seinem Künstlernamen »Adonis«) der vierte Preisträger des »Premio d’Annunzio«. Vergeben wird der vom italienischen Außenministerium geförderte und mit 25.000 Euro dotierte Preis vom Associazione Culturale »Ennio Flaiano« in Pescara und der Universität Chieti/Pescara. </p>
<p>Universität und Preis sind benannt nach dem italienischen Dichter <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gabriele_D'Annunzio">Gabriele d’Annunzio</a>, der 1863 in Pescara geboren wurde. D’Annunzio machte nicht nur als Schriftsteller von sich reden, sondern auch als italienischer Kriegsheld während des Ersten Weltkriegs. Der Schriftsteller <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ennio_Flaiano">Ennio Flaiano</a>, 1910 in Pescara geboren, arbeitete viele Jahre auch als Drehbuchautor mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Federico_Fellini">Federico Fellini</a> zusammen. Mit d’Annunzio teilt Enzensberger die Leidenschaft, bisweilen unter phantasievollen Pseudonymen zu veröffentlichen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><font size=-1><strong>Anm. d. Red.:</strong> Ein Essay über Gabriele d’Annunzio ist in <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/hefte/literatur-und-drittes-reich/">K.A. 2/2004</a> erschienen und <a href="http://www.kritische-ausgabe.de/hefte/reich/andres.pdf">hier als PDF-Dokument</a> verfügbar.</font></p>
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		<title>Heidelberger Clemens-Brentano-Preis an Stefan Weidner</title>
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		<pubDate>Tue, 16 May 2006 12:43:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Andres</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neues aus dem Literaturbetrieb]]></category>

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		<description><![CDATA[Der <strong>Clemens-Brentano-Förderpreis für Literatur der Stadt Heidelberg</strong> geht in diesem Jahr an den Kölner <strong>Stefan Weidner </strong>für dessen im Jahr 2004 erschienenen Essayband <em><a href="http://www.ammann.ch/extra/index.php3?id=391">Mohammedanische Versuchungen</a></em>. Das <a href="http://idw-online.de/pages/de/news159447">teilt</a> die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg mit. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird seit 1993 jährlich im Wechsel in den Sparten Erzählung, Essay, Roman und Lyrik an deutschsprachige Autorinnen und Autoren vergeben, die »mit ihren Erstlingswerken bereits die Aufmerksamkeit der Kritiker und des Lesepublikums auf sich gelenkt haben« ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der <strong>Clemens-Brentano-Förderpreis für Literatur der Stadt Heidelberg</strong> geht in diesem Jahr an den Kölner <strong>Stefan Weidner </strong>für dessen im Jahr 2004 erschienenen Essayband <em><a href="http://www.ammann.ch/extra/index.php3?id=391">Mohammedanische Versuchungen</a></em>. Das <a href="http://idw-online.de/pages/de/news159447">teilt</a> die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg mit. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird seit 1993 jährlich im Wechsel in den Sparten Erzählung, Essay, Roman und Lyrik an deutschsprachige Autorinnen und Autoren vergeben, die »mit ihren Erstlingswerken bereits die Aufmerksamkeit der Kritiker und des Lesepublikums auf sich gelenkt haben«.</p>
<p>Im <a href="http://ww2.heidelberg.de/stadtblatt-online/index.php?artikel_id=416">Amtsanzeiger der Stadt Heidelberg</a> erfährt man Näheres zur Wahl des diesjährigen Preisträgers:</p>
<blockquote><p>Die Jury würdigt in ihrer Begründung »die Tiefgründigkeit und Empathie von Weidners Annäherung an das Phänomen Islam«. Weidner gelängen dabei »faszinierende Einblicke in die arabische Welt, ihren kulturellen Reichtum, ihre aktuellen Gefährdungen«. Der »elegante Essay«, so die Jury, eröffne einen Dialog zwischen den Kulturen, wobei die »metaphysischen Defizite des Westens« in den Blick gerieten.</p></blockquote>
<p><img class=right src="http://www.ammann.ch/bilder/us/3250600741.gif" title="Stefan Weidner: Mohammedanische Versuchungen" alt="Stefan Weidner: Mohammedanische Versuchungen" /><a href="http://www.litrix.de/autoren/autor/stefanweidner/deindex.htm">Stefan Weidner</a>, Jahrgang 1967, studierte Islamwissenschaften, Germanistik und Philosophie in Göttingen, Damaskus, Berkeley und Bonn. Er arbeitet als Autor, Literaturkritiker und Übersetzer in Köln, seit 2001 ist er Chefredakteur der Zeitschrift <em><a href="http://www.goethe.de/ges/rel/prj/ffs/deindex.htm">Fikrun wa Fann/Art and Thought</a></em>, die vom Goethe-Institut herausgegeben wird und zum Dialog zwischen westlicher und islamisch geprägter Kultur beitragen soll. Weidner hat zudem zahlreiche Lyriker aus dem Arabischen übersetzt, darunter Werke der modernen Lyrik von Adonis und Mahmoud Darwish. Einen Überblick über Besprechungen zu dem prämierten Band gibt es beim <a href="http://www.perlentaucher.de/buch/18875.html">Perlentaucher</a>.</p>
<p>Der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Clemens-Brentano-Preis">Clemens-Brentano-Literaturpreis</a> wird in Zusammenarbeit mit dem <a href="http://www.gs.uni-hd.de/">Germanistischen Seminar der Universität Heidelberg</a> verliehen: Neben professionellen Literaturkritikern sitzen auch Studierende der Germanistik in der Jury. Für diese Aufgabe werden sie während eines einsemestrigen Kolloquiums geschult: »Ihre Beurteilungsfähigkeit«, so heißt es in der Pressemitteilung, »trifft auf die Erfahrung der bereits im Beruf stehenden Kritikerinnen und Kritiker.« Der Jury des Clemens-Brentano-Preises 2006 gehörten an: die Studierenden Cornelius Amberger, Carolin Eichenlaub und Martin Odermatt sowie die Redakteurin Sabine Küchler (Köln), die Autorin und Literaturkritikerin Elke Schmitter (Berlin), Verleger Thedel von Wallmoden (Göttingen) und als Moderator Volker Oesterreich, Feuilletonchef der Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg.</p>
<p>Bisherige Preisträger sind: 1993 Günter Coufal (für seine Erzählung <em>Am Fenster</em>), 1995 Gabriele Kögl (für ihren Roman <em>Das Mensch</em>), 1996 Barbara Köhler (für ihren Gedichtband <em>Blue Box</em>) und Jörg Schieke (für seinen Gedichtband <em>Die Rosen zitieren die Adern</em>), 1997 Daniel Zahno (für seinen Erzählband <em>Doktor Turban</em>), 1998 Benjamin Korn (für seinen Essayband <em>Kunst, Macht und Moral</em>), 1999 Norbert Niemann (für seinen Roman <em>Wie man's nimmt</em>), 2000 Oswald Egger (für seine Gedichtbände <em>Herde der Rede</em> und <em>Der Rede Dreh</em>) sowie Hendrik Rost (für seinen Gedichtband <em>Fliegende Schatten</em>), 2001 Sabine Peters (für ihren Erzählband <em>Nimmersatt</em>), 2002 Doron Rabinovici (für seinen Essayband <em>Credo und Credit</em>), 2003 Andreas Maier (für seinen Roman <em>Klausen</em>), 2004 Raphael Urweider (für seinen Gedichtband <em>Das Gegenteil von Fleisch</em>) und 2005 Anna Katharina Hahn (für ihren Erzählband <em>Kavaliersdelikt</em>).</p>
<p>Die Preisverleihung findet am Montag, 22. Mai, statt, die Laudatio hält der Autor und freie Journalist Dr. Helmut Böttiger. Am Dienstag, 23. Mai, liest Stefan Weidner um 19.30 Uhr in der Heidelberger Stadtbücherei aus dem prämierten Band. Der Eintritt zur Lesung ist frei.</p>
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