Just left the building: Adolf Endler
Dirk Walbrühl, 5. August 2009
Rückblickend scheint das Leben des Dichters Adolf Endler auf einzigartige Weise mit der Geschichte der DDR verwoben. Doch Endler war mehr als ›sein‹ Thema, das ihm nah und gleichzeitig so fremd erschien: ein Dichter witziger Lyrik in einer Zeit, in der kein Mensch mehr Lyrik liest; ein Satiriker, dessen Texte stets die Balance zwischen kluger Kritik und heiterer Komik finden, ein Dichter, der bewusst in keine Schublade passen wollte; ein rastlos Umherziehender, ein Wanderer zwischen allen Stühlen – und irgendwie auch das Beispiel einer deutschen Karriere. Am vergangenen Sonntag starb er 78-jährig in Berlin …


Im März 2005 sprach er mich an, bei einem der Poetry Slams in den »wilden Mit(t)-Nullern« in der Schaubude, wo er wieder mal auf Platz Eins gelandet war. Konspirativ flüsternd mitten im Kneipenlärm: Er wolle in die Zeitung, wie man das mache. Da war Klavki schon drin, als jemand, der mit seinen performativen Textaktionen Aufmerksamkeit erregte, mit seinen seltsam erhellenden Flüchen, die er durch die Mikros der Slams jagte, durch die er in Kiel und rasch darüber hinaus bekannt wurde. Jetzt ist er 36-jährig gestorben …