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	<title>Kritische Ausgabe &#187; Redaktionelles</title>
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	<description>Zeitschrift für Germanistik &#38; Literatur</description>
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		<title>Eine »essentielle und essentialistisch gesellschaftliche Grundlage«</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 19:20:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt Viertelhaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus der Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Die neue K.A.]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>

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		<description><![CDATA[Familie ist ein immer aktuelles Thema. Kein Wunder, daß es auch in der Literatur eine große Rolle spielt. Schnell denkt man an Thomas Manns Roman <em>Buddenbrooks</em>, der bereits mit dem Untertitel <em>Verfall einer Familie </em>deutlich macht, daß Familie auch ein fragiles Gebilde sein kann. Jeder hat eine Familie, und schon wenn einer der Elternteile im Leben eines Menschen keine Rolle mehr spielt – oder nie gespielt hat –, geht etwas unersetzbar verloren ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Familie ist ein immer aktuelles Thema. Kein Wunder, daß es auch in der Literatur eine große Rolle spielt. Schnell denkt man an Thomas Manns Roman <em>Buddenbrooks</em>, der bereits mit dem Untertitel <em>Verfall einer Familie </em>deutlich macht, daß Familie auch ein fragiles Gebilde sein kann. Jeder hat eine Familie, und schon wenn einer der Elternteile im Leben eines Menschen keine Rolle mehr spielt – oder nie gespielt hat –, geht etwas unersetzbar verloren. Familie ist etwas irgendwie ›Normales‹ und zeigt sich doch in all ihren möglichen Konstellationen als etwas Besonderes. Gleichwohl, wer heute von einer normalen Familie spricht, hat meist noch immer zuerst das seit Jahrhunderten überlieferte Ideal vom Zusammenleben zweier Eltern mit Kindern vor Augen. Das Themenspektrum der <a href="http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/hefte/familie/">Artikel dieses Heftes</a> hingegen ist so vielfältig wie die Zahl denkbarer Familienkonstruktionen. Angefangen bei den Märchen der Gebrüder Grimm bis hin zu den Filmen Michael Hanekes decken die Beiträge auch eine breite Zeitspanne ab.</p>
<p>In den Märchen der Gebrüder Grimm spielt Familie bei über 50&nbsp;% der Handlungen mit menschlichen Protagonisten eine tragende Rolle. Mareike Bohnen zeigt in ihrem Aufsatz auch, daß es nur wenige Ausnahmen gibt, in denen eine Drei-Generationen-Familie vorkommt. Eigentlich kein Wunder bei Texten aus einer Zeit, in der die Lebenserwartung um einiges niedriger war als heute, etwa bei der hohen Muttersterblichkeit damals, die sich auch in dem uns aus Märchen so präsenten Bild der Stiefmutter widerspiegelt. Heute sind die Gründe für das Zerbrechen von Familien freilich meist andere. Andreas Jüngling hat Julia Flint-Ayadi, eine Anwältin für Familienrecht, daher gefragt: Ist Familienrecht heute Scheidungsrecht?</p>
<p>Auch wenn die stetigen Veränderungen der Familienverbände immer auch einen Verlust von Orientierungspunkten im Leben bedeuten, bleibt Familie in politisch und wirtschaftlich schwierigen Zeiten Rückzugsort. Beispiele hierfür liefert der erfolgreiche amerikanische Familienroman des vergangenen Jahrzehnts. Mit ihm hat sich Zuzanna Jakubowski beschäftigt. Angefangen mit Jonathan Franzens <em>Korrekturen </em>sind besonders seit dem 11. September 2001 auffällig viele Familienromane erschienen. Jakubowski zeigt auf, auf welche Weise sich hier neorealistische und selbstreflexive Elemente paaren. Familie stellt sich auch hier als »essentielle und essentialistisch gesellschaftliche Grundlage« dar, und so ist es wenig verwunderlich, daß auch die Staatenbildung oftmals mit dem Bild der Familie verglichen wird.</p>
<p>In unserem <strong>Literaturteil</strong>, den dankenswerterweise der <a href="http://www.deutscher-literaturfonds.de/">Deutsche Literaturfonds</a> gefördert hat, beschäftigen sich neun Autorinnen und Autoren mit dem Thema Familie. Auch hier zeigt sich, daß Familie oft mit Konflikten einhergeht, in deren Kern die Frage nach der Identität des Einzelnen steht – so zum Beispiel in dem Auszug aus Marko Milovanovics noch unveröffentlichtem Roman <em>Fernlicht</em>, der mit den bezeichnenden Sätzen endet: »Mein Vater hat nicht existiert. Ich existiere nicht.«</p>
<p>Gewohnt vielseitig präsentieren sich unsere weiteren Rubriken, so etwa zur germanistischen <strong>Forschung</strong>. Fabian Beer geht ausführlich dem Verhältnis zwischen Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt nach und zeigt, bei aller Unterschiedlichkeit dieser beiden Künstler, auch Gemeinsamkeiten zwischen ihnen auf – hier gebündelt im Motiv des Schachspiels. Im neuesten Teil der Reihe <strong>In der Tat: Linguistik</strong> stellt Bernhard Fisseni die Computerlinguistik vor. Und Florian Radvan erinnert sich in einem <strong>Portrait</strong> an seinen Doktorvater, den Schriftsteller und Hochschullehrer W.G. Sebald.</p>
<p>In letzter Zeit zeigt auch die deutsche Literaturwissenschaft verstärkt Interesse am Comic, der mit der Graphic Novel eine Untergattung, die eher dem Roman als der lustigen Kurzgeschichte ähnelt, gefunden hat. Ute Friederich bespricht in unseren <strong>Rezensionen</strong> mit Rutu Modans <em>Blutspuren </em>eine Bildergeschichte, die zeigt, wie heute ernste Themen in diesem Genre aufgegriffen und verhandelt werden.</p>
<p>Um Ihnen einen Einblick zu geben, präsentieren wir Ihnen auch dieses Mal wieder Auszüge aus allen Artikeln, auf die Sie über das <strong><a href="http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/hefte/familie/">Inhaltsverzeichnis</a></strong> zugreifen können. Dort finden Sie auch eine Auswahl vollständiger Texte im PDF-Format, die Sie sicherlich auf die gesamte Ausgabe neugierig machen werden. Bestellen können Sie das neue Heft ganz bequem zum Preis von 5,– Euro (zuzüglich Versandkosten) <strong><a href="http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/bestellen/">hier</a></strong>.</p>
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		<title>Just left the building: Elfriede Gerstl</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Apr 2009 11:40:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian Beer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Portrait]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktionelles]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie sei so gestorben, wie sie gelebt, wie sie geschrieben hat, schrieb uns an diesem Gründonnerstag Matthias Fallenstein aus der österreichischen Bundeshauptstadt: ganz still und ohne Aufhebens. <strong>Elfriede Gerstl</strong>, die vielfach ausgezeichnete Wiener Literatin, ist tot.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie sei so gestorben, wie sie gelebt, wie sie geschrieben hat, schrieb uns an diesem Gründonnerstag Matthias Fallenstein aus der österreichischen Bundeshauptstadt: ganz still und ohne Aufhebens. <strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Elfriede_Gerstl">Elfriede Gerstl</a></strong>, die vielfach ausgezeichnete Wiener Literatin, erlag in der Nacht zum 9. April 2009 ihrem schweren Leiden. Einer Erkrankung, die die 76-Jährige schon merklich zeichnete, als das ausführliche Werkportrait entstand, das in der aktuellen <em><a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/hefte/europa/">Kritischen Ausgabe</a></em> und <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1439/">hier</a> als Leseprobe im Volltext nachzulesen ist. Elfriede Gerstl selbst hatte sich sehr auf diesen Beitrag gefreut – lesen konnte sie ihn nicht mehr. Heute hätte ihr ein Exemplar des Heftes überreicht werden sollen. Es kam zu spät.</p>
<p>Und so bitten wir, den Beitrag nun auch als das zu lesen, als das er in dieser Form nicht konzipiert war: als eine persönliche Reminiszenz und einen letzten Gruß an eine Grande Dame der österreichischen Gegenwartsliteratur.</p>
<p><font size="-1"><strong>Notabene:</strong> Erste Reaktionen aus dem Literaturbetrieb finden sich <a href="http://www.live-pr.com/mailath-zu-gerstl-stille-poetin-und-r1048268762.htm">hier</a>, <a href="http://www.ots.at/presseaussendung.php?schluessel=OTS_20090409_OTS0140&#038;ch=politik">da</a> und <a href="http://www.ots.at/presseaussendung.php?schluessel=OTS_20090409_OTS0142&#038;ch=politik">dort</a>. Ein <a href="http://www.kurier.at/kultur/309889.php">Nachruf</a> der österreichischen Nachrichtenagentur ist u.a. im Wiener <em>Kurier</em> nachzulesen.</font></p>
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		<title>»Überschreiten von Grenzen zu einem höheren Nutzen«</title>
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		<pubDate>Mon, 19 May 2008 18:40:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt Viertelhaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus der Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Die neue K.A.]]></category>

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		<description><![CDATA[Eigentlich böte es sich an zu schreiben: »Wieder einmal hat es die Redaktion der <em>Kritischen Ausgabe</em> geschafft und das Abenteuer ›Themenheft‹ abgeschlossen.« Zwar brechen wir – bildlich gesehen – tatsächlich mit jedem Heft zu neuen Ufern auf und, wie das erstmals seit langem wieder bunte Titelbild suggerieren könnte, mit diesem Heft erst recht, doch ist der Abenteuerbegriff, um den es hier geht, damit jedoch kaum hinlänglich beschrieben. Bezugnehmend auf den Begriff ›Abenteuer‹ lassen sich viele Assoziationen herstellen und, verschieden verknüpft, gibt es eine wahre Flut von ›Abenteuern‹, da wird auch das ganze Leben schon mal zu einem solchen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/hefte/abenteuer/"><img src="http://kritische-ausgabe.de/wp-content/themes/kritische-ausgabe/images/abenteuer.jpg" alt="Kritische Ausgabe – Themenheft Abenteuer (Cover)" title="Kritische Ausgabe – Themenheft Abenteuer (Cover)" /></a>Eigentlich böte es sich an zu schreiben: »Wieder einmal hat es die Redaktion der <em>Kritischen Ausgabe</em> geschafft und das Abenteuer ›Themenheft‹ abgeschlossen.« Zwar brechen wir – bildlich gesehen – tatsächlich mit jedem Heft zu neuen Ufern auf und, wie das erstmals seit langem wieder bunte Titelbild suggerieren könnte, mit diesem Heft erst recht, doch ist der Abenteuerbegriff, um den es hier geht, damit  kaum hinlänglich beschrieben. Bezugnehmend auf den Begriff ›Abenteuer‹ lassen sich viele Assoziationen herstellen und, verschieden verknüpft, gibt es eine wahre Flut von ›Abenteuern‹, da wird auch das ganze Leben schon mal zu einem solchen. </p>
<p>»Abenteuer ist das Überschreiten von Grenzen zu einem höheren Nutzen«, schreibt zum Beispiel <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1235/">Malte Welding</a> in seiner Geschichte, in der er sich dem Thema dieses Heftes annähert. Ganz anders setzt sich die Literaturwissenschaft mit dem Begriff ›Abenteuer‹ auseinander. Hier ist er vor allem im Kontext von Reisen in unbekannte Gebiete gebräuchlich – und auch in seiner Urform als <em>aventiure</em> im mittelalterlichen Ritterroman bleibt die Reise, das Verlassen der sicheren Burg und das damit einhergehende Zufällen-ausgesetzt-sein, Grundmotiv. Doch wie schwierig es ist, Abenteuerliteratur als Gattung auszumachen und von anderen abzugrenzen, zeigt schon der Vergleich zum Schelmenroman und seiner literarhistorischen Entwicklung, denn ließe sich <em>Don Quichote</em> nicht auch ohne weiteres in die Reihe der Abenteuerromane stellen? </p>
<p>Von <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1211/">Hartmanns von Aue <em>Erec</em></a> über die <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1213/">Werke Karl Mays</a> bis hin zur <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1208/">modernen amerikanischen Abenteuerliteratur</a> spannen die Artikel des Heftes den Bogen. Wie problematisch der Begriff Abenteuer dabei bleibt, zeigt sich in der immer wiederkehrenden Fragestellung nach dessen Bedeutung – als sei die Suche nach einer Begriffsdefinition selbst schon eine Reise voller Zufälle.</p>
<p>Weniger nach dem Begriff und der Geschichte der Abenteuerliteratur forschend, verfolgt <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1218/">Miriam Petersen</a> die literarische Verarbeitung und Rezeption der Tagebücher zur »Endurance«-Expedition des britischen Polarforschers Ernest Shackleton. Hier ergänzt sich der Text mehr als nur symbolisch mit den Bildern, die den Thementeil dieser Ausgabe illustrieren: Die Photographien von <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1207/">Matthias Berg</a>, entstanden im Sommer 2006 während einer Grönland-Expedition im Team von <a href="http://www.arved-fuchs.de/">Arved Fuchs</a>, erweitern das Herantasten an den Begriff des Abenteuers auf besonders eindrückliche Weise. [Eine Auswahl dieser Photographien haben wir übrigens bereits in unserem <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/817/">AdventsKAlender 2006</a> präsentiert.]</p>
<p class="zentriert"><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/AbenteuerStapel.jpg" alt="Druckfrisch: Die neue K.A." class="frei" title="Druckfrisch: Die neue K.A." /></p>
<p>Neben dem umfangreichen Thementeil können Sie sich wie üblich auf unsere Rubriken Forschung, Portrait und Rezensionen und einen vielseitigen Literaturteil freuen. In diesem Heft beginnen wir zudem unsere neue Serie »In der Tat: Linguistik«, in der wir diese in der <em>K.A.</em> bisher etwas kurz gekommene, aber keineswegs »staubtrockene« Teildisziplin (nicht nur) der Germanistik und ihre vielfältigen Anwendungsgebiete in der Praxis vorstellen.</p>
<p>Um Ihnen einen Einblick zu geben, präsentieren wir Ihnen wie schon beim <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/hefte/werkstatt/">letzten Heft</a> auch dieses Mal wieder Auszüge aus allen Artikeln, auf die Sie über das <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/hefte/abenteuer/">Inhaltsverzeichnis</a> zugreifen können. Dort finden Sie auch eine Auswahl vollständiger Texte, die Sie sicherlich auf die gesamte Ausgabe neugierig machen werden. Bestellen können Sie das neue Heft  ganz bequem zum Preis von 4,50 Euro (zuzüglich Versandkosten) übrigens <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/bestellen/">hier</a>.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>»Musst nur wagen, wagen, wagen!«</title>
		<link>http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1101/</link>
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		<pubDate>Sat, 17 Nov 2007 14:05:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Diel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte der K.A.]]></category>

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		<description><![CDATA[»Das waren verrückte Zeiten damals«, sagt Oskar Klett und lächelt süffisant. Wir sitzen in einem Café in Berlin-Kreuzberg und üben uns in gemeinsamer Erinnerung, denn drei Gedächtnisse wissen mehr als eines, zumal meines. Nummer drei im Bunde ist Ralf Hanselle, der wie ich zur Gründungsredaktion der Kritischen Ausgabe gehörte. Zehn Jahre ist das her, kein Wunder also, wenn man das ein oder andere bereits vergessen, vielleicht auch absichtlich verdrängt hat ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div align=right><font size="-1">»Hier fängt die Geschichte an.«<br />
(<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Stadt_der_Tr%C3%A4umenden_B%C3%BCcher" title"Die Stadt der Träumenden Bücher (2004) – Wikipedia-Link">Walter Moers</a>)</font></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>»Das waren verrückte Zeiten damals«, sagt <strong>Oskar Klett</strong> und lächelt süffisant. Wir sitzen in einem Café in Berlin-Kreuzberg und üben uns in gemeinsamer Erinnerung, denn drei Gedächtnisse wissen mehr als eines, zumal <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/author/marcel-diel/">meines</a>. Nummer drei im Bunde ist <strong>Ralf Hanselle</strong>, der wie ich zur Gründungsredaktion der <strong>Kritischen Ausgabe</strong> gehörte. Zehn Jahre ist das her, kein Wunder also, wenn man das ein oder andere bereits vergessen, vielleicht auch absichtlich verdrängt hat.</p>
<p>Die erste Kritische Ausgabe erschien im Sommersemester 1997 als Zeitschrift der <strong>Fachschaft Germanistik</strong> an der Uni Bonn – und das blieb sie auch für die nächsten zwei Jahre. Die Fachschaft finanzierte den Druck, stellte die Redaktion und sorgte für den Verkauf, besser gesagt: die Verteilung, denn damals war die K.A. noch kostenlos. Es waren komfortable Zeiten, zumal der Fachbereich dank freier Einschreibung weit mehr Studierende zählte als heute, nach Abschaffung des Lehramtsstudiengangs, Einführung der Studiengebühren und schließlich der <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/787/">gestuften Studiengänge</a>. Mehr (Hauptfach-)Studierende bedeutete mehr Geld in der Fachschaftskasse, da konnte man sich den Luxus einer Zeitschrift ohne weiteres leisten. </p>
<dl style="width:250px; float:left; padding:6px; margin:6px; border:1px; border-color:grey; border-style:solid;">
<dt style="text-align:center; margin:0px; padding:0px;">
<img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/zdgfache7-95-cover.jpg" alt="Die Fachschaftszeitung »zu dem genannten Fache«, der Vorläufer der K.A." />
</dt>
<dd style="text-align:center; font-size:75%; margin:3px; padding:3px;">Die Fachschaftszeitung »zu dem genannten Fache«, der Vorläufer der K.A.<br />
(hier: Nr. 7, erschienen im November 1995)
</dd>
</dl>
<p>Die Geschichte der K.A. beginnt allerdings früher. Darauf hatte mich Ralf hingewiesen und gesagt: »Frag mal Oskar.« – Wieso Oskar? Der hat doch gar nicht zur Redaktion gehört. – »Aber die Idee zur K.A., die stammte von ihm.« – Das hatte ich bis dahin tatsächlich nicht gewusst. Was ich wusste, war: Es gab ein Vorgängerblatt, eine Zeitschrift namens »<strong>zu dem genannten Fache</strong>«, Untertitel »Fachschaftszeitung Germanistik«. Zwei Ausgaben, Nr. 4 und Nr. 7, konnte ich noch auftreiben, und schon die Tatsache, dass beide aus dem Jahr 1995 stammen, zeugt vom Ehrgeiz ihrer Macher: Vierteljährlich sollte sie erscheinen. Konzeptionell sind die Hefte denen der frühen K.A. sehr ähnlich, wie ich beim Durchblättern feststelle. Nr. 7/95 brachte beispielsweise ein Interview mit dem Dozenten Rembert Hüser »über Sinn und Zweck einer Grundvorlesung«, jeweils einen kurzen Essay zu Ernst Robert Curtius und Erich Auerbach, einen Artikel über den Don-Juan-Topos bei Sacher-Masoch, ein Portrait der Phantastischen Bibliothek Wetzlar und eine Theaterkritik über Helmut Kraussers Stück »Lederfresse« in Köln, das alles verteilt auf zwanzig Seiten. Ein Viertel Studium, die Hälfte Germanistik, ein Viertel Literaturkritik – ein gutes Mischungsverhältnis.</p>
<p>»Als ich zur Fachschaft kam, gab es die Zeitung schon nicht mehr«, erzählt Oskar. »Auch von den Machern war keiner mehr da. Das war im Sommersemester ‘96.« – Ja, so ist das: Getragen vom Engagement ihrer Gründer, überleben <strong>studentische Projekte</strong> selten deren eigene Studienzeit, es sei denn, es gelingt ihnen, sich an eine beständigere Institution anzuschließen oder aber rasch aus dem universitären Umfeld herauszuwachsen. Eine Fachschaft allerdings ist zwar als Institution beständig, lebt aber von der <strong>Fluktuation</strong> ihrer Mitglieder. Generationen misst man hier in Größen von etwa vier Semestern, länger bleibt kaum einer. Ich selbst mag da mit meinen acht <em>Jahren</em> Fachschaftsarbeit eine – rühmliche oder unrühmliche – Ausnahme gewesen sein. In dieser Zeit habe ich vier Generationen, d.h. viermal den Wechsel fast eines kompletten Teams miterlebt und dabei meiner eigenen Inventarisierung, man könnte auch sagen: meiner Fossilwerdung zugesehen. Irgendwann befand ich mich in der Rolle des Fachschaftsopas, der den ›Küken‹ abends bei Kaffee, im Winter Glühwein, spannende Geschichten aus der mit den Jahren immer besser werdenden alten Zeit erzählte. Kuschelig war’s, zunehmend aber auch deprimierend. – »Was es allerdings gab«, meint Oskar, »war die Idee, die Zeitung fortzuführen, und schließlich wurde ich damit beauftragt, mich darum zu kümmern.«</p>
<p>»Wir sind dann zur Frankfurter Buchmesse gefahren«, ergänzt Ralf, der im selben Semester zur Fachschaft gestoßen ist, »und haben uns dort umgesehen, Anregungen gesammelt für die <strong>Gestaltung</strong> unserer Zeitschrift. War ja alles nur geklaut in den Neunzigern, nur hat man das eben ›Sampeln‹ genannt.« – Sollte sie denn damals schon »Kritische Ausgabe« heißen? – Die beiden überlegen lange. »Ich glaube nicht«, meint Oskar schließlich. »Uns ging es ja darum, die alte Zeitschrift wiederzubeleben, und das heißt auch, sie unter demselben Titel weiterzuführen. Das Konzept für die <strong>Nullnummer</strong> war schon so gut wie fertig, einige Artikel bereits geschrieben.« – Warum ist letztendlich nichts daraus geworden? – »Naja …« Oskar grinst. »Weil wir uns innerhalb der Planungsgruppe zerstritten haben. Die einen wollten ein Magazin mit Schwerpunkt Literatur und Politik machen. Ein Interview mit Ralph Giordano, den wir damals auf der Buchmesse getroffen hatten, war geplant und eins mit Gregor Gysi, aber daraus wurde nichts mehr. Die anderen wollten lieber in Richtung Fachzeitschrift für Germanistik gehen, mit langen Essays über Kleist und Konsorten. Das waren verrückte Zeiten damals, wir waren lauter durchgeknallte Egos, die aufeinandergeprallt sind. Auch deshalb habe ich mich dann im Wintersemester ‘96/‘97 von der Fachschaft verabschiedet. Ich wollte eine Band gründen. Ein Jahr später bin ich dann von Bonn nach Hamburg gezogen.«</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="zentriert"><img src="http://kritische-ausgabe.de/signale/files/klett-hanselle-161107.jpg" class=frei alt="Oskar Klett und Ralf Hanselle im November 2007 in Berlin" /><br />
<font size="-1"><strong>Gedächtnisakrobaten:</strong> Oskar Klett (li.) und Ralf Hanselle<br />
im November 2007 in Berlin</font></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wer auf die Idee kam, die Zeitschrift »Kritische Ausgabe« zu nennen, bleibt unklar. Fest steht nur, dass es keiner aus der späteren Stammredaktion war: nicht <strong>Ralf Hanselle</strong>, nicht <strong><a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/author/rochus-wolff/">Rochus Wolff</a></strong>, nicht <strong>Hendrik Stammermann</strong>, die alle schon da waren, als ich Ende des Sommersemesters 1997 zur Fachschaft stieß. Da war die Arbeit am ersten Heft bereits in vollem Gange. Rochus, von uns allen sicherlich der Ambitionierteste, übernahm das Layout und die Verantwortung – und wurde beides in den nächsten zwei Jahren nicht mehr los. Er war unbestreitbar die treibende Kraft des Projektes, auch wenn er offiziell nie zum Chefredakteur ernannt wurde. Einen solchen gab es nämlich nicht, da wir auf Hierarchien, solange es ging, verzichten wollten. Auch die übrigen Mitglieder der Gründungsredaktion waren ausnahmslos Fachschaftler: <strong>Simon Frost</strong>, <strong>Christoph Ottersbach</strong> und <strong>Christian Weber</strong>. (<em>Und wo sind die Frauen?</em> Die kamen ein Semester später dazu. Keine Ahnung, warum nicht schon vorher, zumal es an weiblichen Fachschaftsmitgliedern nicht mangelte.)</p>
<dl style="width:250px; float:right; padding:6px; margin:6px; border:1px; border-color:grey; border-style:solid;">
<dt style="text-align:center; margin:0px; padding:0px;">
<img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/ka1-97-cover.jpg" alt="Die erste K.A., erschienen im Juni 1997" />
</dt>
<dd style="text-align:center; font-size:75%; margin:3px; padding:3px;">»Leuchtend hell und doch nicht Schnuppe«:<br />
die erste K.A., erschienen im Juni 1997</dd>
</dl>
<p><strong>Das erste Heft</strong> war schnell zusammengestellt: 14 Artikel auf 24 Seiten, darunter ein Beitrag zur Bildungspolitik (Wolff), in dem sich bereits der Uni-Streik des Wintersemester ‘97/‘98 ankündigte (darüber mehr in der nächsten Folge), ein Aufruf zur Gründung einer Studentischen Sektion zum Deutschen Germanistentag (von Gastautor <strong>Volker Pantenburg</strong>), der im September 1997 in Bonn stattfand, verknüpft mit einer »kurzen Geschichte der Germanistenverbände«, eine Glosse über »Bundeszuversichtsminister Rüttgers« (Wolff), persönliche Repliken zum »<a href="http://www.kritische-ausgabe.de/archiv/aweber.htm">Studieren auf dem Zauberberg</a>« (Weber) und »Literatur als Rechtfertigung« (Hanselle vs. Kafka), Thesen über die Lyrik Durs Grünbeins (Ottersbach), ein etwas vermessener Auftakt zu einer Kolumne über ›Goethe heute‹ (Diel) und literarische Texte des Bonner Autors <a href="http://www.kultnews.de/html/rainer_selmann.html"><strong>Rainer SELmanN</strong></a>, zusammengefasst in einer Rubrik namens »Bonner Anthologie«, der Vorstufe zum späteren Literaturteil der K.A. – Ja, und dann war da noch der <strong>Aufmacher</strong> &#8230;</p>
<blockquote><p><strong>Skandal:</strong> Dauerstudent Heine im <em>400. Semester</em>!</p></blockquote>
<p>Hendrik Stammermann und ich hatten gemeinsam eine Glosse über »Heine in Bonn« geschrieben – und zwar nicht über dessen Studienzeit dort, sondern darüber, dass wir den toten Heine per Postkarte dazu eingeladen hätten, uns doch einmal besuchen zu kommen, um sich das heutige Bonn anzuschauen. Was er auch getan habe. Das Problem war: Kaum jemand außer uns schien diese Idee auch nur ansatzweise witzig zu finden. Im Gegenteil: »Das ist ja unterstes <strong>Schülerzeitungsniveau</strong>!«, empörten sich einige Fachschaftsmitglieder. Wenn das so weiterginge, müsse man sich ernsthaft überlegen, ob man die Zeitschrift überhaupt fortführen wolle. </p>
<p>Solche Diskussionen gab es auch später immer mal wieder, Konsequenzen hatten sie jedoch nie. Vielmehr war es so, dass die Fachschaft – selbst nach der Neugründung der K.A. 1999, als sich die Redaktion absonderte, finanziell aber erst einmal von ihr abhängig blieb – nie einen ernsthaften Versuch unternommen hat, Einfluss auf die inhaltliche Gestaltung der Hefte auszuüben. Und Anträge, mehr über die Aktivitäten der Fachschaft zu berichten (z.B. über Erstifahrten), konnten meist mit einem Lächeln oder einer hochgezogenen Augenbraue abgebügelt werden. Größtenteils ging es, wie gesagt, kuschelig zu – oder mit Oskars Worten: »So eine Fachschaft erzeugt eine ganz eigenartige Intimität.«</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="zentriert"><img src="http://kritische-ausgabe.de/signale/files/ahnengalerie-97.jpg" class=frei alt="Drei der K.A.-Gründer im Sommer 1997" /><br />
<font size="-1"><strong>Gründergesichter anno ‘97</strong> (v.l.n.r.):<br />
Rochus Wolff, Hendrik Stammermann und Marcel Diel</font></p>
<p>&nbsp;</p>
<dl style="width:250px; float:right; padding:6px; margin:6px; border:1px; border-color:grey; border-style:solid;">
<dt style="text-align:center; font-size:100%; margin:0px; padding:0px;"><strong>Kritische Ausgabe 1/1997</strong>
</dt>
<dd style="text-align:left; font-size:85%; margin:3px; padding:3px;">
<br />Erscheinungstermin: Juni 1997<br />
Umfang: 24 Seiten<br />
Auflage: 400<br />
Preis: –<br />
Zahl der Beiträge: 14<br />
Zahl der Autoren: 8<br />
– davon Redaktionsmitglieder: 7<br />
<br />
Verantwortlicher Redakteur: Rochus Wolff<br />
Layout: Rochus Wolff<br />
Druck: Copy 2000, Bonn
</dd>
</dl>
<p><strong>Reclam</strong>gelb kam die erste K.A. daher und erinnert auch sonst äußerlich sehr an eines jener günstigen Bändchen voll nützlicher Texte, mit denen man sich im Studium so gern und oft herumschlägt. Hier ein paar Infos für die <strong>Typografie- und Layout</strong>-Freunde unter uns: Für den Titelschriftzug bedienten wir uns einer klassischen Kapitälchenschrift: der Copperplate Gothic. »[W]inzige Serifen zieren ihre Strichenden, […] um die Ecken der Schrift im Druck zu betonen, die Lettern garantiert ›spitz‹ zu Papier zu bringen. Dieses Merkmal verleiht der Schrift, die jahrzehntelang in kleinen Größen auf Visitenkarten eingesetzt wird, eine besondere Eleganz«, erfährt man dazu <a href="http://www.100besteschriften.de/60_Copperplate+Gothic.html">im Netz</a>. Erst 2000 wurde sie von einer anderen Kapitälchenschrift, der serifenlosen Eyeglass-Type, abgelöst, die wir bis heute verwenden (so auch in der Kopfgrafik dieser Seite). Der Innenteil war meist dreispaltig gesetzt, gebrochen hier und da durch Grafiken und grau hinterlegte Infokästen, den Fließtext, der im Blocksatz erschien, dominierte die Bodoni-Schrifttype, Überschriften, Marginalia und literarische Texte hingegen waren in Arial, Internetadressen in Courier gesetzt. In der Kopfzeile jeder Seite fand sich zentriert der Titel der Rubrik, in der Fußzeile innen Name und Nummer der Zeitschrift sowie außen die Seitenzahl, alles in Copperplate Gothic (mit Ausnahme der Rubrik »Bonner Anthologie«, deren Titel in einer Schreibschrift gehalten war, deren genaue Bezeichnung mir gerade nicht mehr einfällt). Dieses Grundlayout blieb über vier Ausgaben hinweg weitgehend unverändert.</p>
<p>Und noch etwas wurde gleich ab dem ersten Heft zur Tradition: das <strong>Rückseitenzitat</strong>. Wo später meist Gedichte und Aussprüche bekannter Schriftsteller oder Gelehrter standen, ist es hier ein <strong>Aufruf zur Mitarbeit</strong>, von Rochus Wolff höchstselbst in Versform gebracht. Er lautet:</p>
<blockquote><p>Frauen! Männer! Schreibewüter!<br />
Hagebolzen! Lichteintüter!<br />
Wollt ihr Geist in Worte fassen?<br />
Niederschreiben? Fliegen lassen?<br />
Wollt auch ihr den Griffel greifen<br />
und im Schreiben selber reifen?<br />
Dann seid ihr, wer stets vermißt.<br />
<em>Du!</em> bist es, wer nötig ist!<br />
Komm, tritt ein in unsre Gruppe,<br />
leuchtend hell und doch nicht Schnuppe.<br />
Es gibt stets so viel zu sagen,<br />
mußt nur: wagen! wagen! wagen!</p></blockquote>
<p>Aus diesen enthusiastischen Zeilen spricht zweierlei: Zum einen, dass die K.A. sich von Anfang an als <strong>offenes Projekt</strong> verstanden hat, eine Art Probebühne für alle Studierenden unseres Faches, die sich im Schreiben und Diskutieren üben wollen. Zum anderen schwingt darin bereits ein Prinzip mit, das bis heute unserer Arbeit und unserem Selbstverständnis zugrunde liegt: »<strong>learning by doing</strong>«. Denn mit unseren Schreib- und Layoutkenntnissen war es zu Anfang nicht allzu weit her, beruhten sie doch bestenfalls auf Erfahrungen bei Schülerzeitungen oder auch freier Mitarbeit bei der Tagespresse. »Im Schreiben selber reifen« ist daher auch heute noch unser Programm und »wagen! wagen! wagen!« das heimliche Motto jeder Ausgabe.</p>
<p>»Das Schöne an der K.A. war«, sagt Ralf, der die Redaktion vor sieben Jahren verlassen hat und sein Brot seitdem als freier Kulturjournalist verdient, »dass man ausprobieren konnte, wozu man gerade Lust hatte. Über Themen schreiben, die einen persönlich beschäftigt haben, das hat Spaß gemacht. Und was mich am meisten erstaunt hat, war, dass es tatsächlich Leute gab, die das lesen wollten.« – Ob ihm die Mitarbeit an der K.A. auch beruflich weitergeholfen habe, möchte ich noch von ihm wissen. Er zögert. »Sagen wir mal so«, meint er schließlich, »keinen der Artikel, die ich damals geschrieben habe, hätte ich genau so auch woanders veröffentlichen können und hätte das auch gar nicht gewollt. Ein paar davon sind mir heute selbst peinlich. Aber nichtsdestotrotz waren es wichtige <strong>Lockerungsübungen</strong> für mich, um meinen eigenen Stil zu finden.«</p>
<p>&nbsp;</p>
<div style="color: #777;"><span style="font-variant:small-caps;font-weight:bold;">Anmerkung des Autors:</span> Diese Serie wird etwa 15 Folgen – jeweils eine zu jeder seit 1997 erschienenen Ausgabe – umfassen, die (leider nur) in unregelmäßigen Abständen erscheinen können.</div>
<div style="color: #777;"><strong>Ihr aber, liebe Leser,</strong> wenn Ihr Fragen habt, sei es zu einzelnen Aspekten unserer Geschichte oder auch zur Produktion einer Zeitschrift wie der K.A. im Allgemeinen, dann stellt sie uns hier in den Kommentaren. Sie sollen nicht unbeantwortet bleiben!</div>
<p>&nbsp;</p>
<div style="color: #777;"><span style="font-variant:small-caps;font-weight:bold;">Lesen Sie in der nächsten Folge:</span><br />
<br />
Die Redaktion wächst • Der Artus schwankt – und die Orthografie gleich mit • Herr Rabinovici gibt Auskunft • Herr Hanselle lehnt den Literaturnobelpreis ab • Herr Diel geht ins Gefängnis • Die K.A. geht online • Und dann bricht auch noch der Streik los&nbsp;&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="zentriert"><a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/1096/"><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/KA10Banner.gif" class=frei alt="Zur Ausstellung »Zehn Jahre K.A.«" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
</div>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Was treibt denn der alte Chef in Berlin?</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Oct 2007 08:35:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Uelpenich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Redaktionelles]]></category>

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		<description><![CDATA[Anfang des Jahres hat unser langjähriger Chefredakteur Marcel Diel Bonn und damit die Kritische Ausgabe verlassen, um in der Weltstadt Berlin das große Geld zu machen. Seitdem steckt er bis zum Hals in Arbeit und man muss manchmal ziemlich lange auf eine Antwortmail warten. Doch was treibt er da überhaupt?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/grillers.jpg" width="150" height="213" alt="natural born grillers" title="natural born grillers" />Anfang des Jahres hat unser langjähriger Chefredakteur <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/author/marcel-diel/">Marcel Diel</a> Bonn und damit die Kritische Ausgabe verlassen, um in der Weltstadt Berlin das große Geld zu machen. Seitdem steckt er bis zum Hals in Arbeit und man muss manchmal ziemlich lange auf eine Antwortmail warten. Doch was treibt er da überhaupt? </p>
<p>Das, was auf meine augenzwinkernd-förmliche Rezensionsanforderung eintrifft, ist ein saftiges Steak in <a href="http://www.primpac.ch/food/fleischfisch/schalensaugeinlagen/">Vampirella-Schale</a> und Frischhaltefolie. Dass Marcel gerne isst, ist ja allgemein bekannt, aber Fleisch per Post verschicken? Das wird doch wohl kein Gammelfleisch sein? Und wollte Marcel nicht eigentlich Bücher machen? Fragen über Fragen, die sich bei näherem Hinsehen in Luft auflösen: Tatsächlich, das ist ein Buch – und nichts für Vegetarier! So täuschend echt trieft das Fleisch vom Umschlag, dass das Buch Gerüchten zufolge schon mal über Nacht in den Kühlschrank gewandert ist. Der Titel lautet: »<a href="http://natural-born-grillers.de/">Natural Born Grillers – Das ultimative Buch zum Grill</a>«. </p>
<p>Ich als Hobbygrillerin sitze ziemlich oft auf meinem kleinen Balkon und fache den Zehn-Euro-Grill aus dem Baumarkt ordentlich an. Durch das traditionelle »Jahrangrillen« meiner WG in Daunenjacke und Wollmütze hielt ich mich bis vor kurzem für einen recht robusten Griller. Nach der Lektüre dieses Buches fühle ich mich wieder wie ein blutiger Anfänger, denn die drei Jungs, die darin von ihren Grillerfahrungen berichten (und die sich eben »<a href="http://www.naturalborngrillers.de/">Natural Born Grillers</a>« nennen), sind die wahren Extrem-Griller. Ihre Grillmethoden werden anschaulich geschildert und bebildert. Gerne geben die drei ihre Erkenntnisse preis: Zum Beispiel garantiert das Anfachen des Grills mit einem Gasbrenner auch im tiefsten Winter ordentlich glühende Kohlen. Grill, Grillplatz und Grillgut werden kritisch hinterfragt, für jedes Problem wird gleich eine Lösung unterbreitet. Wer zum Beispiel auf dem Balkon grillen möchte, sollte beachten, dass »die Schwere eines möglichen Unfalls proportional mit der Höhe der Geschosse« ansteigt. Die Lösung: »Nicht so viele Gäste einladen und ein Fangnetz aufspannen.« Auch ein Knigge zum richtigen Verhalten bei Grillfesten macht auf humorvolle Art Lust, dem eigenen Grill mal wieder so richtig einzuheizen. Abgerundet wird das »ultimative Grill-Buch« mit Rezepten, und siehe da, es gibt auch einige für Vegetarier! Ich persönlich glaube allerdings nicht, dass jemals ein Vegetarier diesen Fleischlappen aufklappen wird. Die übrigen Rezepte sind ausgefallen: Glührosé, Popcorn vom Grill, »getunte« Putenbrust und, man höre und staune, gegrillte Schwarzwälder Kirschtorte!</p>
<p>Das also ist das erste Buch, das ›unser Marcel‹ für <a href="http://www.book-me-books.de/">book me! books </a>lektoriert hat – keine Weltliteratur, aber kurzweilig und unterhaltsam. Gerüchteweise kaufen vor allem Frauen die Special Edition in der Vampirella-Schale (was für ein passender Name!), und meist ist es der Mann, der auf dem Balkon frieren darf – Frau Herman lässt grüßen. Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit dem Resultat. Wem es nicht gefällt: Laut Klappentext lässt sich das Buch auch als Grillanzünder verwenden. Na dann: Frohes Grillen!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Frank Zünkler: <a href="http://natural-born-grillers.de/">Natural born Grillers – Das ultimative Buch zum Grill</a>. Berlin: book me!, 2007. ISBN: 978-3-940029-04-1. 16,90 Euro. – Special Edition mit Vampirella-Schale: ISBN: 978-3-940029-05-8, 19,90 Euro.</em></p>
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		<title>Germanisten tagen in Marburg</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Sep 2007 14:25:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Diel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Redaktionelles]]></category>
		<category><![CDATA[Termine]]></category>

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		<description><![CDATA[Vom 23. bis 26. September findet im Hörsaalgebäude der Philipps-Universität in Marburg der <a href="http://www.germanistenverband-hochschule.de/kev/germtag07/index.php">Deutsche Germanistentag 2007</a> statt. Der Themenschwerpunkt lautet: »Natur – Kultur. Universalität und Vielfalt in Sprache, Literatur und Bildung« ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vom 23. bis 26. September findet im Hörsaalgebäude der Philipps-Universität in Marburg der <a href="http://www.germanistenverband-hochschule.de/kev/germtag07/index.php">Deutsche Germanistentag 2007</a> statt. Der Themenschwerpunkt lautet: »Natur – Kultur. Universalität und Vielfalt in Sprache, Literatur und Bildung«.</strong></p>
<p>Hinter diesem auf den ersten Blick eher dröge wirkenden Titel verbirgt sich die auch vor dem Hintergrund aktueller Debatten (etwa zur Bioethik oder zur Betrachtung der Willensfreiheit unter Aspekten der Genetik und der Hirnforschung) interessante Frage nach, wie es in der <a href="http://www.germanistenverband-hochschule.de/kev/germtag07/index.php?id=7">Ausschreibung</a> heißt, »Konkurrenzbeziehungen und Kooperationsmöglichkeiten zwischen Natur-, Kultur- und Kunstwissenschaften«. So stellt die gegenwärtige Tendenz, »Sprache und Literatur gezielt in Grenzbereichen zwischen menschlicher Natur und Kultur [zu] positionieren«, für die Germanistik eine Herausforderung dar:</p>
<blockquote><p>Aneignungen neurophysiologischer, kognitionspsychologischer oder evolutionsbiologischer Konzepte, die sich tendenziell auf eine universale oder langfristige Konstanz der Natur berufen, stehen kulturalistische Positionen gegenüber, die auf differenzierte Vielfalt, prinzipielle Kontingenz und historischen Wandel kultureller Phänomene insistieren, oder Bemühungen, natur- und kulturwissenschaftliche Forschungen zu integrieren sowie die Dichotomie von Natur und Kultur zu unterlaufen.</p></blockquote>
<p>Zu diesem fachwissenschaftlichen Schwerpunkt gesellen sich Veranstaltungen, die die aktuelle Bildungspolitik im nationalen und europäischen Kontext beleuchten – denn:</p>
<blockquote><p>Der kulturellen Pluralität des Wissens wie der Wissensvermittlung und ihrer programmatischen Förderung stehen staatlich gesteuerte und von den Betroffenen nur zum Teil gewünschte Standardisierungen entgegen, deren Reichweite nationale Grenzen überschreitet und deren Effizienzkontrolle oft an Maßgaben naturwissenschaftlicher Methoden orientiert ist.<br />
<font size="-1">[Anm. d. Red.: Wir erinnern beiläufig an unsere <a href="http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/787/">Artikelserie zur Einführung der BA/MA-Studiengänge</a> im vergangenen Wintersemester.]</font></p>
<p>Der Deutsche Germanistentag 2007 [...] will diese fachgeschichtliche Konstellation reflektieren, Bestandsaufnahmen zu einschlägigen Debatten der letzten Jahre vorlegen und Vorschläge zur Zukunft der Germanistik in Forschung und Unterricht erarbeiten. Das Veranstaltungsprogramm legt dabei besonderen Wert darauf, die sprach- und literaturwissenschaftlichen Teilfächer der Germanistik nicht zu separieren, sondern mit Themenfeldern und Gegenstandsbereichen zu konfrontieren, an denen ein gemeinsames Interesse besteht und in deren Bearbeitung eine Intensivierung wissenschaftlicher Kooperation sinnvoll erscheint.</p></blockquote>
<p>Neben dem regulären <a href="http://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&#038;list=h-germanistik&#038;month=0606&#038;week=c&#038;msg=JYHYK0ae2lbsU3VZyIpkVQ&#038;user=&#038;pw=">»call for papers«</a> gab es übrigens für registrierte Teilnehmer zum ersten Mal die Möglichkeit, in einem <a href="http://www.germanistenverband-hochschule.de/kev/germtag07/index.php?id=6">virtuellen Forum</a> eigene Konzepte für Veranstaltungen (Vorträge, Arbeitsgruppen, Diskussionen etc.) vorzuschlagen, die dann geprüft und gegebenenfalls ins Programm des Germanistentages aufgenommen werden sollten. Von diesem an sich sehr begrüßenswerten Angebot wurde allerdings leider kaum Gebrauch gemacht.</p>
<p>Eröffnet wird der Germanistentag am kommenden Sonntag, den 23.09., um 16 Uhr mit einem Vortrag von <a href="http://www.lrz-muenchen.de/~eibl/">Karl Eibl</a> über »den Zusammenhang der tierischen Natur des Menschen mit seiner geistigen«. Anschließend findet eine Podiumsdiskussion zum Thema »Natur- und Geisteswissenschaften in Bildung und Forschung« mit dem Vorsitzenden des <a href="http://www.wissenschaftsrat.de/">Wissenschaftsrates</a>, Peter Strohschneider, und dem Präsidenten der Universität Marburg, <a href="http://web.uni-marburg.de/zv//leitung/praesident/praesident.html">Volker Nienhaus</a>, statt. Und damit an diesen Tagen nicht nur <em>über</em> Literatur geredet wird, dürfen am Sonntagabend <a href="http://www.basboettcher.de/">Bas Böttcher</a> – »offizieller Botschafter des <a href="http://www.abc-der-menschheit.de/">Jahres der Geisteswissenschaften</a>« – und <a href="http://www.timobrunke.de/">Timo Brunke</a> mit ihrem <a href="http://www.arte.tv/de/PHOTO-GALERIE/184466,CmC=1515740,CmPage=184466,CmPart=com.arte-tv.www,CmStyle=184474,chgPicture=false,navPage=0,pictureIdx=2.html">»Textbox-Projekt«</a> die deutsche Gegenwartsliteratur repräsentieren.</p>
<p>Neben fachwissenschaftlichen Vorträgen, Arbeitsgruppen und Diskussionsveranstaltungen, eingeteilt in sechs Sektionen, findet im Begleitprogramm des Germanistentages unter anderem am Montag, den 24.09., um 20:30 Uhr die Verleihung des <a href="http://www.uni-marburg.de/forschung/forschungsprofil/ausz-grimm">Brüder-Grimm-Preises der Philipps-Universität Marburg</a> statt. Für »besondere Verdienste auf dem Gebiet der Literaturwissenschaften« ausgezeichnet wird der Schweizer Germanist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_von_Matt">Peter von Matt</a>, der sich dafür mit einem Vortrag »zur Dramaturgie der Dummheit in der Literatur« bedankt. Es laudieren bzw. sekundieren <a href="http://wwwuser.gwdg.de/~hdeteri/pages/indexpag.html">Heinrich Detering</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marcel_Reich-Ranicki" title="Marcel Reich-Ranicki">der Papst</a>.</p>
<p><strong>Das komplette Programm des Germanistentages steht auf der Homepage des Deutschen Germanistenverbandes unter <a href="http://www.germanistenverband-hochschule.de/kev/germtag07/index.php?id=7">www.germanistenverband-hochschule.de</a> zur Ansicht und <a href="http://www.germanistenverband-hochschule.de/kev/germtag07/fileadmin/Beitraege/ProgrammAktuell.pdf">als PDF-Dokument</a> zum Download bereit.</strong></p>
<p>Aufmerksamen Betrachtern wird vielleicht auffallen, dass die beim <a href="http://www.germanistenverband.de/hochschule/wissenschaft/deutscher-germanistentag-1997.html">Bonner Germanistentag 1997</a> eingeführte Studentische Sektion in diesem Jahr erstmals fehlt. Grund dafür ist, wie der Vorsitzende der Gesellschaft für Hochschulgermanistik im Deutschen Germanistenverband, <a href="http://www.staff.uni-marburg.de/~anz/">Prof. Dr. Thomas Anz</a>, uns gegenüber erläuterte, dass schlicht keine entsprechenden Beiträge eingereicht wurden. Gemessen an der Zahl der Anmeldungen sei jedoch nicht generell von mangelndem Interesse seitens der Studierenden auszugehen.</p>
<p>Auch uns mangelt es übrigens nicht an Interesse, aber leider aufgrund der Semesterferien an personellen Kapazitäten, um aus eigener Anschauung über den Germanistentag berichten zu können. Dennoch wird die <em>Kritische Ausgabe</em> in Marburg vertreten sein – und zwar dank der <a href="http://www.hanne-knickmann.de">Agentur Hanne Knickmann</a>, die dort einen Gemeinschaftsstand mit ausgewählten Literatur- und Kulturzeitschriften, darunter eben auch die K.A., präsentiert. Näheres dazu auf <a href="http://www.kulturzeitschriften.net">www.kulturzeitschriften.net</a>.</p>
<p><font size="-1"><strong>Übrigens:</strong> Über den vorangegangenen Deutschen Germanistentag, der 2004 in München stattfand, haben wir <a href="http://www.kritische-ausgabe.de/index.php?s=germanistentag+2004">hier</a> berichtet.</font></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Als Germanist zur Buchmesse? Unbedingt!</title>
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		<pubDate>Thu, 31 May 2007 22:36:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephanie Kurka</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leipziger Buchmesse]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktionelles]]></category>
		<category><![CDATA[Werkstatt]]></category>

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		<description><![CDATA[22. bis 25. März 2007: Bei gefühlten minus 10 Grad Celsius sowie den Begleiterscheinungen Eis und Schnee begibt sich die Kritische Ausgabe nach Leipzig. Dort drängen sich zu dieser Zeit 2.348 Verlage auf 63.000 Quadratmetern zusammen, angereist aus 36 Ländern ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>22. bis 25. März 2007:</strong> Bei gefühlten minus 10 Grad Celsius sowie den Begleiterscheinungen Eis und Schnee begibt sich die Kritische Ausgabe nach <a href="http://www.leipziger-buchmesse.de/">Leipzig</a>. Dort drängen sich zu dieser Zeit 2.348 Verlage auf 63.000 Quadratmetern zusammen, angereist aus 36 Ländern. 2.600 Journalisten berichten über Stars und Sternchen, Highlights und Flops des Tages. Der öffentliche Nahverkehr spuckt im Minutentakt Menschenmassen an die Ausläufer des Messegeländes, die 127.000 knacken den Besucherrekord des vergangenen Jahres. Wen diese unglaublichen Zahlengebilde in Verbindung mit dem Zauberwort »Literatur« noch nicht in tropische neuronale Temperaturlagen katapultieren, lässt sich vielleicht so für das Spezifikum Buchmesse erwärmen:</p>
<dl style="width:300px; float:left; padding:6px; margin:6px;">
<dt style="text-align:center; margin:0px; padding:0px;">
<img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/kaleipzig01.jpg" alt="Buchmesse-Stand der dahlemer verlagsanstalt und  der K.A. (Foto: Stephanie Müller)" />
</dt>
<dd style="text-align:center; font-size:75%; margin:3px; padding:3px;">Gemeinsamer Messestand in Leipzig:<br />
dahlemer verlagsanstalt und K.A.<br />
(Foto: Stephanie Müller)
</dd>
</dl>
<p>Der Germanist an sich beschäftigt sich nicht gerne mit Gegenwartsliteratur. Das mag gute Gründe haben. Zum einen ist es wichtig, im Studium an die Grundlagen der Schulzeit anzuknüpfen und diese zu verstärken und zu erweitern, zum anderen ist es ebenso schwer wie unbequem, im Gewühl der Neuerscheinungen Tendenzen auszumachen und zu unterscheiden, was wichtig ist und was schon in wenigen Jahren der Vergessenheit anheimfällt. Aus der schieren Masse die relevanten Texte für Gegenwart und Zukunft herauszufiltern, überlässt er daher lieber den Kritikern.</p>
<p>Trotz der fehlenden Nähe zur Gegenwartsliteratur im Studium haben viele im Literaturbetrieb Tätige <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/ressort/kaplus/germanistinnen-im-beruf/">eine universitäre Ausbildung als Germanisten hinter sich</a>. Oft stellt sich schon während des Studiums die Frage, ob und auf welchem Wege man in den Journalismus oder ins Verlagsgewerbe einsteigen kann. Ein Ort, an dem schreibende und verlegende Zunft regelmäßig zusammentreffen, sind die beiden großen Buchmessen in Frankfurt und Leipzig. Während Frankfurt traditionell eher für Fachkreise eine Attraktion darstellt und seine Pforten nur an einem Tag für das gemeine Volk öffnet, lädt gerade Leipzig als betont publikumsfreundlicher Gegenpol jedermann und -frau ein, gerade auch um erste Schritte auf diesem unbekannten Terrain zu wagen. Der Leipziger Buchstabenbasar ist der wichtigste Treff der Branche im Frühjahr. Mit der Erfassung der Neuerscheinungen unter dem Motto »Frühling, erwachen: Alles neu macht der März« setzte er auch dieses Jahr Signale für innovative Trends der Saison. Parallel lockten 1.900 Veranstaltungen des Literaturmarathons <a href="http://www.leipzig-liest.de/">»Leipzig liest«</a> an verschiedene Orte der Stadt.</p>
<p>In erster Linie ist es das Anliegen dieser Modenschauen der Bücherrepublik, das Phänomen »Buch« verstärkt ins Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit zu rücken. Für die Beteiligten geht es neben Präsentation und Lizenzhandel aber auch darum, Kontakte zu knüpfen und zu erneuern. So manche Idee wird schon auf einer Buchmesse entstanden sein, wenn auch kaum ein Autor dort sein Manuskript losgeworden sein wird. Die Frage, die sich uns hier stellt, lautet: Was hat man als Germanistik-Student, jenseits des eigenen Interesses an Literatur, auf der Buchmesse zu suchen?</p>
<p>Da es nur wenige geisteswissenschaftliche Studiengänge gibt, die sich direkt und mit entsprechendem Praxisbezug auf einen konkreteren Berufsweg konzentrieren (eine solche Ausnahme ist etwa der <a href="http://www.buchmarkt.de/index.php?mod=brancheninfo&#038;page=8139">Studiengang Buchwissenschaft</a>), ist der Literaturbetrieb ein wahrer Tummelplatz für Quereinsteiger. So sehr auch in letzter Zeit im Zusammenhang mit der <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/801/">»Generation Praktikum«</a> über mangelnde Bezahlung gestöhnt und zu Recht auf die teilweise so entstehenden inakzeptablen Zustände hingewiesen wird, ist es doch unabdingbar, praktische Erfahrung zu sammeln, und zwar schon während des Studiums. Denn schließlich ist es ja auch wichtig, möglichst frühzeitig zu erfahren, ob einem der Traum vom Traumberuf nicht zu süß geraten ist und man später nicht womöglich in den sauren Apfel beißen muss – und ob man das, was man machen will, überhaupt kann. Nicht jeder hat das Zeug dazu, ein guter Lektor zu werden, und nicht jeder ist ein geborener Journalist.</p>
<dl style="width:256px; float:left; padding:6px; margin:6px;">
<dt style="text-align:center; margin:0px; padding:0px;">
<img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/kaeinblicke07.gif" alt="»Einblicke« – K.A.-Sonderheft zur Leipziger Buchmesse 2007" />
</dt>
<dd style="text-align:center; font-size:75%; margin:3px; padding:3px;">»Einblicke« – das K.A.-Sonderheft zur Leipziger Buchmesse (Inhalt s.u.)
</dd>
</dl>
<p>Die Möglichkeit, einen ersten Eindruck vom Literaturbetrieb zu bekommen, bietet sich zumindest zum Teil auf der Buchmesse. Zwar ist sie im Vergleich zur praktischen täglichen Arbeit nur eine Randerscheinung, aber hier trifft letztlich alles zusammen: Journalisten und Verleger, Autoren und Leser, Buchhändler und Kritiker – die ganze Welt des Buches an einem Platz. Hier geht es, wie in anderen Branchen auch, vordringlich um wirtschaftliche Aspekte, Übernahmen werden  ausgehandelt und so manch kleiner Verlag gerät glücklich in den Fokus der Medien, was ihm hoffentlich eine sicherere Existenz ermöglicht.</p>
<p>Einem dieser Buchmesse-Zufälle ist es auch zu verdanken, dass die Kritische Ausgabe in diesem Jahr als Mitausstellerin in Leipzig vertreten war. Bereits in früheren Jahren konnten wir dank des Kranichsteiner Literaturverlags unsere Hefte in Frankfurt zeigen, doch 2007 war unsere Präsenz in Leipzig deutlich größer. Michael Fischer von der <a href="http://www.da-ve.de/">Dahlemer Verlagsanstalt</a> ermöglichte es uns, an einem Gemeinschaftsstand all unsere Hefte zu präsentieren, die in den letzten Jahren entstanden sind, von der <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/hefte/popliteratur/">»Popliteratur«</a> bis zum jüngsten Heft <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/hefte/verbrechen/">»Verbrechen«</a>. Eigens zur Buchmesse hatten wir außerdem ein kostenloses Sonderheft mit Einblicken in die vergangene Nummer sowie Ausblicken auf die nun vorliegende <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/hefte/werkstatt/">»Werkstatt«-Ausgabe</a> zusammengestellt.<a href="#footnote-1-975" id="footnote-link-1-975" title="Zur Anmerkung"><sup>[1]</sup></a></p>
<p>Der günstig positionierte Eckstand diente jedoch nicht nur der Bewerbung des eigenen Produktes, sondern ermöglichte auch unmittelbaren Erfahrungsaustausch über die Erlebnisse auf dem Tummelplatz Buchmesse. Neun Redaktionsmitglieder mitsamt K.A.-T(eam)-Shirts und bedeutungsschwangeren Presseausweisen begaben sich in diese impressionistische Wechseldusche zwischen Besucher- und Expertenrolle. Aus dem Interviewer wurde der Befragte, aus dem Neugierigen der Fachmann und Repräsentant, der Fragen beantworten musste wie: Was ist eigentlich die Kritische Ausgabe? Wer seid ihr? Und wo wollt ihr hin?</p>
<dl style="width:300px; float:right; padding:6px; margin:6px;">
<dt style="text-align:center; margin:0px; padding:0px;">
<img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/kaleipzig02.jpg" alt="Mitglieder der K.A.-Redaktion am Messestand (Foto: Volker Oppmann)" />
</dt>
<dd style="text-align:center; font-size:75%; margin:3px; padding:3px;">Mitglieder der K.A.-Redaktion am Messestand – v.l.n.r.: Benedikt Viertelhaus, Stephanie Kurka, Katrin Uelpenich, Katja Moses, Marcel Diel<br />
(Foto: Volker Oppmann)
</dd>
</dl>
<p>Es ist interessant zu sehen, wie sich die Branche auf der Messe präsentiert. Begegnungen mit den Goliaths und Davids der deutschen Literaturszene in Form von prominenten Autoren, Schauspielern oder Politikern sind nur eine Ecke entfernt. Hier feiert Martin Walser seinen 80. Geburtstag. Dort liest Thomas Brussig. Ein paar Meter weiter Ulrich Wickert, dann Christoph Hein. Ein fast vergessener Autor, Werner Bräunig, und dessen zu Lebzeiten unveröffentlichter <em>Rummelplatz </em>beleben die Gespräche. Jungautor Saša Stanišić diskutiert über Europa. Auf dem »Blauen Sofa« in der Glashalle, seit seiner Premiere 2000 zur Institution geworden, präsentieren sich in halbstündigen Kurzprogrammen über sechzig Stunden hinweg Autoren aus aller Welt. Hier gibt Günter Grass abermals dem Drang nach, sich zu profilieren. Im reizvollen Kontrast dazu Saul Friedländer, Gewinner des diesjährigen <a href="http://www.preis-der-leipziger-buchmesse.de/">»Preises der Leipziger Buchmesse«</a> in der Kategorie Sachbuch/Essayistik für <em>Die Jahre der Vernichtung. Das Dritte Reich und die Juden 1939-1945</em> (Verlag C.H. Beck). Ebenfalls am 22. März zur feierlichen Eröffnung ausgezeichnet, von über 700 eingereichten Vorschlägen: Swetlana Geier für ihre Übersetzung von Dostojewskis <em>Ein grüner Junge</em> (Ammann Verlag). Bei der Belletristik setzte sich Ingo Schulze mit <em>Handy. Dreizehn Geschichten in alter Manier</em> (Berlin Verlag) durch und glänzte während der Messetage mit schierer Omnipräsenz.</p>
<p>Bei weitem ist jedoch nicht alles so perfekt wie es scheint. Da sind angekündigte Bücher nicht erschienen, Verlage, obwohl angemeldet und trotz der teuren Standplätze, erst gar nicht auf der Messe aufgetaucht. Dazwischen soll sich nun noch der unerfahrene Germanist tummeln und erste Erfahrungen sammeln? Er muss! Denn wo wie hier und allgemein in der Verlagsszene Bewegung ist, da besteht bekanntlich auch die Möglichkeit, sich selbst einzubringen, z.B. sich für ein Praktikum zu bewerben. Nicht gleich an Ort und Stelle, versteht sich – aber wo, wenn nicht hier, ließe sich besser Feldforschung betreiben! Gerade kleinere Verlage, deren Programme nicht in den Buchhandlungen ausliegen, sind interessant im Hinblick auf Praktika. Der Vorteil, den sie bieten, ist nicht nur, dass die Menge der Anfragen dort geringer sein dürfte als bei einem Branchenriesen – auch die Erfahrungen, die man dort sammeln kann, sind oft ungleich reicher. Häufig sitzt man mit dem Chef im gleichen Büro und hat somit die Möglichkeit, einen recht genauen Eindruck von der Verlagsarbeit zu bekommen. Eigenverantwortliches Arbeiten sollte man ohnehin nicht scheuen, aber die Chance, dazu gedrängt zu werden, ist in einem kleinen Unternehmen wohl um einiges größer. Um einen Verlag zu finden, dessen Schwerpunkt auch mit den eigenen Interessen einhergeht, ist die Buchmesse ein wichtiger Ort. Wer einmal den Fuß in der Tür stehen hat, dem öffnen sich mitunter andere Türen, denn man kennt sich untereinander und wenn nicht, so lernt man sich hier sehr schnell kennen. </p>
<p>Für die K.A. bringt der Blick nach vorn neue Spannung und Freude mit sich: Denn mit der Frankfurter Buchmesse vom 10. bis zum 14. Oktober 2007 steht bereits der nächste wichtige Termin vor der Tür. Im Rahmen des <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/928/">»Treffens junger Magazine«</a>, einem freien Verbund von derzeit neun Literaturzeitschriften, wird die Kritische Ausgabe dort in Halle 4.1 am Gemeinschaftsstand der Jungen Magazine vertreten sein. </p>
<p class="zentriert"><a href="http://www.junge-magazine.de"><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/buchmesse07.gif" alt="Die jungen Magazine auf der Frankfurter Buchmesse 2007" class=frei /></a></p>
<p><strong>Auf Ihren Besuch freuen wir uns!</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="zentriert"><font size="-1">Dieser Beitrag erschien zuerst in: <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/hefte/werkstatt/">Kritische Ausgabe, Sommer 2007, »Werkstatt«</a> &rarr; <a href="http://kritische-ausgabe.de/hefte/werkstatt/viertelhaus_kurka.pdf">hier als PDF-Dokument</a></font></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4 class="anmerkungen">Anmerkungen</h4><ol class="footnotes"><li id="footnote-1-975"><strong>Das K.A.-Sonderheft »Einblicke« enthält Ausschnitte aus folgenden Artikeln:</strong></p>
<ul>
<li>Andreas Jüngling: <a href="http://www.kritische-ausgabe.de/hefte/verbrechen/juengling.pdf">Rezension zu »Der Schatten des Windes« von Carlos Ruiz Zafón</a> (K.A. 1/2006)</li>
<li><a href="http://www.kritische-ausgabe.de/hefte/verbrechen/langemueller.pdf">»Schreiben ist manchmal wie zivilisiertes Kotzen«</a>. Ein Interview mit Katja Lange-Müller (K.A. 1/2006)</li>
<li>Ingo Piess: <a href="http://www.kritische-ausgabe.de/hefte/verbrechen/piess.pdf">Der Krimi– ein herrlich niederes Bedürfnis</a> (K.A. 1/2006)</li>
<li>Tine Bücken: <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/951/">Die hohe Kunst der Selbstdarstellung. Helmut Krausser im Portrait</a> (K.A. 1/2007)</li>
<li>Benedikt Viertelhaus: <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/895/">Werkschau in drei Akten. John Cale zieht in »Circus live« eine umfassende Bilanz seines Schaffens</a> (K.A. plus)</li>
<li>Anna-Lena Scholz: <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/972/">Pathologisches Geplapper. Das Hörspiel zu Elfriede Jelineks »Bambiland«</a> (K.A. 1/2007)</li>
<li>Till Barth: <a href="http://www.kritische-ausgabe.de/hefte/rausch/barth.pdf">Artur Landsberger (1876-1933). Vom Dandy zum Haderer</a> (aus der Reihe »Vergessene Autoren«; K.A. 1/2005)</li>
<li>Christoph Schmitz: <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/803/">absolute Pop. Derrida zur Einführung und warum Best-Of-Alben doch nicht schick sind</a> (K.A. plus)</li>
</ul>
<p>  [<a href="#footnote-link-1-975">zurück</a>]</li></ol>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Von Bratwürsten, Blauen Sofas und Lieblingsautoren (Teil II)</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Mar 2007 08:47:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>N. N.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leipziger Buchmesse]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktionelles]]></category>

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		<description><![CDATA[<img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/buchmesse_leipzig2.gif" class=right alt="Leipziger Buchmesse (Logo)" />Noch nie hatte ich ihn live gesehen, da bot die Buchmesse in Leipzig die perfekte Gelegenheit. Es geht um den Mann, dessen Bücher mich so begeistern, dass ich sogar meine Magisterarbeit darüber schreibe. Letzten Freitag saß ich dann im »Berliner Zimmer« in der ersten Reihe, als Thomas Brussig sich den Weg zum Lesepult bahnte ...
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/buchmesse_leipzig2.gif" class=right alt="Leipziger Buchmesse (Logo)" /><strong><a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/906/">Weitere Eindrücke</a> unserer Redaktion von der Leipziger Buchmesse 2007&#8230;</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<h5>Charmanter Themenwechsel</h5>
<p>Noch nie hatte ich ihn live gesehen, da bot die Buchmesse in Leipzig die perfekte Gelegenheit. Es geht um den Mann, dessen Bücher mich so begeistern, dass ich sogar meine Magisterarbeit darüber schreibe. Letzten Freitag saß ich dann im »Berliner Zimmer« in der ersten Reihe, als Thomas Brussig sich den Weg zum Lesepult bahnte. Sein Name zog die Besucher an, das »Berliner Zimmer« war zum Bersten voll. Fünf Fotografen lichteten ihn ca. 500 mal ab, und Brussig knipste seinerseits die Fotografen und das Publikum. Rollkragen und Halbglatze, wie ein Bestseller-Autor sah er nicht gerade aus. Dann las er aus seinem neuen Buch, von dem ich bisher nur den Titel kannte: <em>Berliner Orgie</em>. Es sind Reportagen aus dem Berliner Rotlichtmilieu darin gesammelt. Der Autor von <em>Am kürzeren Ende der Sonnenallee</em> erkundet den Puff. Und wo ist der Ost-West-Konflikt?, fragte ich mich. In der Lesung jedenfalls war er nicht zu finden. Es sieht so aus, als habe Brussig sein Lieblingsthema hinter sich gelassen und sich neuen Themen zugewandt. Das ist gut, denn sonst wäre er irgendwann langweilig geworden. Seinen ironischen Ton und seinen Charme hat er dabei jedenfalls nicht verloren.</p>
<div align="right"><em>Katrin Uelpenich</em></div>
<p>&nbsp;</p>
<p class="zentriert"><img class=frei src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/buchmesse0006.JPG" width="337" height="252" class=center alt="Die K.A. ganz groß - Leipziger Buchmesse 2007 (Foto: Stephanie Müller)" title="Die K.A. ganz groß - Leipziger Buchmesse 2007 (Foto: Stephanie Müller)" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<h5>DDR, einseitig</h5>
<p>Eine Podiumsdiskussion mit dem Titel »Out of Bitterfeld. Wie von der DDR erzählen.« Vor Saal 1 des Kongress-Centers bunt verkleidete Mangafans, im Saal selbst zu viele Stühle für zu wenig Gäste. Es scheint, dass sich 18 Jahre nach der Wende niemand mehr für den Alltag der DDR interessiert, auch nicht in Leipzig.<br />
Vorgestellt werden der erst jetzt veröffentlichte Roman <em>Rummelplatz</em> des 1976 gestorbenen Autors Werner Bräunig, <em>Frau Paula Trousseau</em> von Christoph Hein sowie Angela Krauss' Roman <em>Wie weiter</em>. Sigrid Löffler und Frauke Meyer-Gosau moderieren die Diskussion. Es geht in erster Linie um Bräunigs Roman <em>Rummelplatz</em>, der in der DDR nicht veröffentlicht werden durfte und lange Zeit verschollen war. Man diskutiert über die Arbeit und das Arbeiten in der DDR, besonders über den Uranabbau in der Wismut, dem Staat im Staate. Andere Themen der Romane kommen leider nicht zur Sprache – schade. Hätte man nicht auch darüber reden können, wie über die DDR geschrieben wurde und wird? Die Romane selbst jedenfalls haben mehr zu bieten.</p>
<div align="right"><em>Katja Moses</em></div>
<p>&nbsp;</p>
<h5>Tausend Splitter</h5>
<p>Ein Hechtsprung in den ersten Tag. ZEIT Eichborn Schwarzer Turm Aufbau Carlsen SPIEGEL LEGEIPS Beckstein Hanserplast Norddeutsche Lichterhell dtv etvgtvZEITZZzzzzzz </p>
<p>Es ist wie in der Nasenspray-Werbung: große Menschen, kleine Menschen, dicke Menschen, dünne Menschen, schöne Menschen – Bücher – Bücher – Bücher – Bücher – … Präsenz ist eben doch Absenz. Das Wort Informationsüberflutung erhält plötzlich einen ganz neuen, sehr realen Klang. Ich zwinge mich zur Mikroskopie, ist Ganzheit erträglich? </p>
<p>Eine Menge Menschen, die nicht dort sind, wo sie sein sollten. Aus dem Blauen trifft mich die Grassierende Entartung des deutschen Journalismus. Saša Stanišić im Kapuzenpulli. Das findet mein Gehirn gleich sehr sympathisch. Die Füße tun weh. Der Ungar, der mir mit tollem Akzent erklärt, was an Konrad A. ein bisschen anarchistisch war.</p>
<p>Im Tunnel zwischen den Hallen. Frühling? Und dann – Schnee. Eintunneln Füße stehen stille hören Fühlen, wie der Schnee an der Glaswand des Tunnels abgleitet. Erinnert entfernt an einen anderen Tunnel. Damals waren die Haie draußen. In dem Moment schlägt der Lärm wieder über mir zusammen. </p>
<p>Und überlebt man den ersten elektrisierenden Eindrucks-Schock, ist es plötzlich toll. Entrückt. </p>
<div align="right"><em>Stephanie Kurka</em></div>
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		<title>Von Bratwürsten, Blauen Sofas und Lieblingsautoren (Teil I)</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Mar 2007 21:30:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>N. N.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leipziger Buchmesse]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktionelles]]></category>

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		<description><![CDATA[<img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/buchmesse_leipzig2.gif" class=right alt="Leipziger Buchmesse (Logo)" />Es ist einem dieser Buchmesse-Zufälle zu verdanken, dass die <em>Kritische Ausgabe</em> in diesem Jahr als Mitausstellerin in Leipzig vertreten war. Dank Michael Fischer von der <em>Dahlemer Verlagsanstalt</em> konnten wir an einem Gemeinschaftsstand all unsere Hefte präsentieren, die in den letzten Jahren entstanden sind, von der »Popliteratur«-Ausgabe, bis zum aktuellen »Verbrechen«-Heft. Über ihre Erlebnisse und Impressionen aus Leipzig berichten im Folgenden die Redaktionsmitglieder, die bei dem kleinen Abenteuer dabei waren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/buchmesse_leipzig2.gif" class=right alt="Leipziger Buchmesse (Logo)" />Es ist einem dieser Buchmesse-Zufälle zu verdanken, dass die <em>Kritische Ausgabe</em> in diesem Jahr als Mitausstellerin in Leipzig <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/790/">vertreten war</a>. Bereits in früheren Jahren konnten wir dank des <em><a href="http://www.kranichsteiner.de/">Kranichsteiner Literaturverlages</a></em> unsere Hefte in Frankfurt <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/72/">zeigen</a>, doch 2007 war unsere Präsenz als Mitausstellerin in Leipzig deutlich größer. Dank Michael Fischer von der <em><a href="http://www.da-ve.de/index_f.html">Dahlemer Verlagsanstalt</a></em> konnten wir an einem Gemeinschaftsstand all unsere Hefte präsentieren, die in den letzten Jahren entstanden sind, von der »Popliteratur«-Ausgabe, bis zum aktuellen »Verbrechen«-Heft. Auf dem Tummelplatz Buchmesse war ich damals mit einem Verleger ins Gespräch gekommen über eine bei uns erschienene Rezension. In den Folgejahren, in denen wir uns seitdem immer trafen, reifte die Idee, gemeinsam einen Stand zu gestalten – und so geschah es in diesem Jahr. </p>
<p>Um Interessierten unsere Arbeit präsentieren zu können, gab es eigens zur Buchmesse ein kostenloses Sonderheft mit Einblicken in die vergangene Nummer »Verbrechen« sowie Ausblicken auf das kommende Heft »GesprächStattWerk«. Der Stand als Treffpunkt diente nicht nur der Bewerbung des eigenen Produktes, sondern ermöglichte auch unmittelbaren Erfahrungsaustausch über die Erlebnisse auf dem Tummelplatz rund um die Literatur. So war es uns möglich, die Buchmesse mehr als nur einen Tag zu erleben und sie an unserem kleinen Stand ein wenig mitzugestalten. Über ihre Erlebnisse und Impressionen aus Leipzig berichten im Folgenden die Redaktionsmitglieder, die bei dem kleinen Abenteuer dabei waren.</p>
<div align="right"><em>Benedikt Viertelhaus</em></div>
<p>&nbsp;</p>
<h5>Vor Leipzig liegt noch eine kleine Welt</h5>
<p><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/buchmesse0005.JPG" width="274" height="366" alt="Dahlemer Verlagsanstalt und Kritische Ausgabe (Foto: Stephanie Müller)" title="Dahlemer Verlagsanstalt und Kritische Ausgabe (Foto: Stephanie Müller)" />Um einen Ort zu wechseln, gibt es immer viele Anlässe und Möglichkeiten. Der Inbegriff der Möglichkeiten liegt jedoch im Wort des Reisens selbst verborgen, weshalb auch in dieser Tätigkeit zugleich auch wiederum Anlässe auszumachen sind. So kam es, daß sich einige Redakteure nicht nur aus Kostengründen oder logistischer Einfachheit wegen über die Straßen Deutschlands hinweg auf den Weg zur Buchmesse in Leipzig begaben, sondern um einem kulinarischen Genuß auf die Spur zu kommen, dem bereits ein langer Ruf vorauseilte, den an Ort und Stelle zu vernehmen, nur die automobile Fortbewegung genüge tun konnte. Auf halbem Wege zwischen Bonn und Leipzig, direkt an der A 4 gelegen, hörten eben jene Redakteure erwartungsfroh die Lockungen desjenigen, der als Bratwurst-Muezzin aus den Annalen der »Kritischen Ausgabe« nicht mehr zu löschen sein wird. Der Name des Ortes Maua verspricht nun nicht gerade besondere Ersprießlichkeit, raunt er doch Perhorreszierendes aus Abschottung und Schmerz, doch er nennt sich offenbar gerade so, um mit den niederträchtigen Erwartungen der Fremden zu spielen und sie zu entblößen. Denn kaum hält das Fahrzeug vor einer auf dem Schotterplatz abgestellten ehemaligen Jenenser Straßenbahn, umschmeichelt ein gar würziger, rauchschwangerer und fleischiger Geruch die Nasen der Reisenden. Auf zum Rost. Mit jovialer und bauchiger Gleichmütigkeit werden die Würste vom Bräter in gar fest-duftige Semmeln gelegt, mit Blankenburger Senf bestrichen, überreicht und dann: Stille, Trance, Schreie nach mehr. Taumelige Gier, bacchantische Gewaltphantasien durchzucken das Bewußtsein, Worte reduzieren sich auf Geräusche, der Mensch erlebt die atavistische Remutation zum Säugling, der sich mit seinen Händen instinktiv am Guten und Schutzbietenden festklammert. Bratwurst folgt auf Rostbrätel folgt auf Bratwurst. Ermattung. Freude. Glücksgefühle. Alles kreist um das, was einverleibt wurde in der Herrlichkeit Ich-erfahrener Unzugänglichkeit. Ja, ja, die Rückreise wird ein Fest, ein Anlaß ist da &#8211; Nein, doch nicht, sonntags geschlossen. So bleibt nur Trauer und aus den die Erhabenheit menschlichen Kunstverstandes köstlich Erlebenden werden nun doch nur wieder tröge Reisekader. Doch während der Buchmesse, unter Tausenden und aber Tausenden Besuchern zehrten sie, die Ausgewählten, von einem kleinen, fast grausamen zu nennenden Geheimnis, dessen Gedenken über so manche lange Stunde am Stande hinweghalf. Nächstes Jahr gibt es noch viele Anlässe mehr, zur Buchmesse nach Leipzig zu reisen.</p>
<div align="right"><em>Andreas Jüngling</em></div>
<p>&nbsp;</p>
<h5>Mittelpunkt Wort</h5>
<p><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/buchmesse0008.JPG" width="337" height="253" class=right alt="Messehalle Leipzig (Foto: Stephanie Müller)" title="Messehalle Leipzig (Foto: Stephanie Müller)" />Vier große, viereckige Hallen und eine riesige längliche Glashalle in der Mitte waren der Schauplatz für die Leipziger Buchmesse 2007. Und das Tollste daran war, dass sich in diesen fünf Hallen alles um das geschriebene, gedruckte, gelesene Wort drehte. Das Angebot an Ausstellern war genauso vielfältig, wie die Auswahl an Veranstaltungen und die Veranstaltungsorte. So saß man einmal vor dem Blauen Sofa in der großen Glashalle und lauschte den halbstündigen Interviews (wo zum Beispiel Günter Grass den großen Tageszeitungen BILDhafte Methoden vorwarf&#8230;). Ein anderes Mal findet man sich in einem Modehaus nach Ladenschluss wieder und lässt sich über die »Gerüche und Geräusche«, die man tunlichst in den ersten drei Monaten einer Beziehung vermeiden sollte, von Kim Fischer aufklären, welche sich als eine Art Neuauflage von Bridget Jones entpuppte. Bei dieser großen Auswahl war für jeden etwas dabei, vom Comicliebhaber bis zum Zeitungsfreak.</p>
<div align="right"><em>Stephanie Müller</em></div>
<p>&nbsp;</p>
<h5>Der Held persönlich</h5>
<p>Leibhaftig habe ich ihn gesehen. Nur einen Meter entfernt von mir stand er, die Haare etwas wirr, einen Stapel Bücher im Arm &#8211; mein Held aus meiner Lieblingswochenzeitung: Harald Martenstein. Natürlich fehlte der Mut, ihn anzusprechen, stattdessen blätterte ich blind in glücklicherweise umliegenden Büchern und verhaarte glücklich erstarrt ob der Nähe dieses meines favorisierten Kolumnisten. Denn auch das ist ja Buchmesse: Bekannte Gesichter hier und dort &#8211; mal Ulrich Wickert (schlanker als ich dachte), Denis Scheck (sympathischer als vermutet), oder Sarah Kuttner (gewohnt Sarah Kuttner), Günter Grass (in echter Nobelpreisträgermanier) oder Peter Sodann (sehr interessiert an der K.A.). Harald Martenstein aber war eindeutig mein kleines Buchmesse-Promi-Highlight. </p>
<div align="right"><em>Anna-Lena Scholz</em></div>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Weitere Eindrücke unserer Redaktion von der Leipziger Buchmesse 2007 gibt es <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/907/">hier</a>.</strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Germanistikstudium &#8211; und dann?</title>
		<link>http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/880/</link>
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		<pubDate>Wed, 07 Feb 2007 17:30:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anna-Lena Scholz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Germanisten im Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktionelles]]></category>
		<category><![CDATA[Studium &#038; Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Termine]]></category>

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		<description><![CDATA[»Hier steh ich nun, ich armer Tor...«, denkt sich vielleicht so manche/r Absolvent/in nach neun Semestern Germanistikstudium, zahlreichen Stunden im Hörsaal und Bergen von durchgearbeiteten Büchern. Und was kommt dann? Die Perspektiven, die sich aus einem geisteswissenschaftlichen Studium ergeben, sind vielfältig. Am kommenden Freitag, den <strong>9. Februar</strong> um <strong>18 Uhr s.t.</strong>, berichten drei ehemalige Bonner Germanistikstudierende von ihrer beruflichen Laufbahn und geben Einblicke in die Möglichkeiten, die eine Auseinandersetzung mit Goethe, Schiller &#038; Co im beruflichen Leben bieten kann. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>»Hier steh ich nun, ich armer Tor&#8230;«, denkt sich vielleicht so manche/r Absolvent/in nach neun Semestern Germanistikstudium, zahlreichen Stunden im Hörsaal und Bergen von durchgearbeiteten Büchern. Und was kommt dann? Die Perspektiven, die sich aus einem geisteswissenschaftlichen Studium ergeben, sind vielfältig. Am kommenden Freitag, den <strong>9. Februar</strong> um <strong>18 Uhr s.t.</strong>, berichten drei ehemalige Bonner Germanistikstudierende von ihrer beruflichen Laufbahn und geben Einblicke in die Möglichkeiten, die eine Auseinandersetzung mit Goethe, Schiller &#038; Co im beruflichen Leben bieten kann. Auf dem Podium versammeln sich die Bonner Absolventen des Germanistischen Seminars <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/David_Eisermann"><strong>Dr. David Eisermann</strong></a> (WDR 3, Kultursendungen: Forum WDR 3, Mosaik), <a href="http://www.germanistik.uni-bonn.de/content/lehrende/ehemalige?doz_id=73"><strong>Dr. Cornelia Schu</strong></a> (persönliche Referentin beim Wissenschaftsrat Köln) sowie <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/875/"><strong>Dr. Adam Soboczynski</strong></a> (»Zeit«-Redakteur, freier Autor) unter der Moderation von <a href="http://www.uni-bonn.de/~hschneid/">Prof. Dr. Helmut J. Schneider</a> vom <a href="http://www.germanistik.uni-bonn.de/content/home">Institut für Germanistik, vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaften</a>.</p>
<p>Das <em>Forum B(eruf)</em> des Alumni-Clubs der Universität Bonn lädt alle Interessierten zur Diskussion ein. Die Veranstaltung findet in <strong>Hörsaal IV</strong> im Hauptgebäude der Uni Bonn statt.</p>
<h4>&nbsp;</h4>
<p><strong>Anm. d. Red.:</strong> Dr. Adam Soboczynski hat bereits im Vorfeld unseren <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/ressort/kaplus/germanistinnen-im-beruf/">Fragebogen für »Germanisten, die es geschafft haben«</a> beantwortet und bietet Ihnen <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/875/">hier</a> einen Vorgeschmack auf die Veranstaltung am Freitag!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die neue K.A. ist da!</title>
		<link>http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/868/</link>
		<comments>http://www.kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/868/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 19 Jan 2007 18:53:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Diel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus der Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Die neue K.A.]]></category>

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		<description><![CDATA[Endlich ist es so weit! Nach einem Jahr Abwesenheit vom Literaturmarkt melden wir uns zurück – mit einem Heft, das es wahrlich in sich hat. Denn <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/hefte/verbrechen/">die neue »Kritische Ausgabe«</a> ist nicht nur die bislang umfangreichste, sie ist auch eine der ambitioniertesten ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Endlich ist es so weit! Nach einem Jahr Abwesenheit vom Literaturmarkt melden wir uns zurück – mit einem Heft, das es wahrlich in sich hat. Denn <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/hefte/verbrechen/">die neue »Kritische Ausgabe«</a> ist nicht nur die bislang umfangreichste, sie ist auch eine der ambitioniertesten.</strong></p>
<p><a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/hefte/verbrechen/"><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/verbrechentitel.jpg" title="Die neue K.A. zum Thema 'Verbrechen'" alt="Die neue K.A. zum Thema 'Verbrechen'" /></a>So gibt es neben einem umfangreichen Thementeil, der sich ausführlich den verschiedenen Facetten des Begriffs <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/hefte/verbrechen/">»Verbrechen«</a> aus literaturwissenschaftlicher und -kritischer Sicht widmet, erstmals auch einen Sonderteil unter dem Titel »Kritik der Gegenwart« und einen großen Literaturteil. </p>
<p>Der Sonderteil eröffnet mit einem Essay des Berliner Schriftstellers und Kritikers Michael Rutschky zur aktuellen Lage des Feuilletons. Rutschky war im Sommersemester 2006 Gast unserer Veranstaltungsreihe <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/702/">»Kritik der Gegenwart«</a>. Insgesamt sieben Autorinnen und Autoren – der Reihe nach: John von Düffel, Margit Schreiner, Michael Rutschky, Norbert Scheuer, Wolfgang Kaes (am 23. Januar, siehe unten), Kathrin Röggla (am 31. Januar) und Helmut Krausser (am 6. Februar) – waren bzw. sind dazu eingeladen, Einblick in ihr Werk zu geben und zu Fragen der literarischen Produktion und deren kulturjournalistischen Rezeption wie auch zur aktuellen Beziehung zwischen Literaturwissenschaft und Literaturkritik Stellung zu nehmen. Interviews mit den Beteiligten werden gesammelt in der nächsten »Kritischen Ausgabe« veröffentlicht, die – nun endlich wieder turnusgemäß – im Sommersemester 2007 erscheinen wird. Einen Vorgeschmack auf das, was Sie darin erwartet, bieten bereits die drei ausführlichen Gespräche – mit Uwe Timm, Katja Lange-Müller und Thomas Lehr –, die Sie im Sonderteil des aktuellen Heftes finden. </p>
<p>Spannend gestaltet sich auch unser Literaturteil, zu dem (dem <a href="http://www.deutscher-literaturfonds.de/">Deutschen Literaturfonds</a> sei Dank!) elf Autorinnen und Autoren beigetragen haben. Wir hatten darum gebeten, nicht nur Texte einzureichen, die mit dem Thema der Ausgabe korrespondieren, sondern diese zugleich hinsichtlich ihrer Entstehung und ihres literarischen oder auch biographischen Hintergrundes, der Arbeitsweise und intertextueller Referenzen zu kommentieren, um damit den Herstellungsprozess der Textur, des literarischen Gewebes, sichtbar zu machen. Die Mittel, die dazu gewählt wurden, sind genau so vielfältig wie die Texte selbst und reichen von separaten Anmerkungen und Fußnoten über Notizen, <a href="http://www.kritische-ausgabe.de/hefte/verbrechen/crauss.pdf">faksimilierte Skripte</a> und Mindmaps bis hin zu Synthesen aus literarischem Text und Kommentar – eine reizvolle Sammlung, die sich auch zur Verwendung im Rahmen des Schulunterrichts und der universitären Lehre empfiehlt. </p>
<p>Außerdem bietet das aktuelle Heft, wie gewohnt, Rezensionen literarischer und literaturwissenschaftlicher Neuerscheinungen, Autorenportraits, eine neue Folge unserer Serie »Vergessene Autoren des 20. Jahrhunderts« (diesmal über den rheinisch-westfälischen Autor Josef Winckler) und anderes mehr. </p>
<p>Das <a href="http://www.kritische-ausgabe.de/hefte/verbrechen/inhalt.pdf">Inhaltsverzeichnis</a> und einige ausgewählte Beiträge finden Sie <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/hefte/verbrechen/">hier</a>. Bestellen können Sie die 168 Seiten starke Ausgabe zum Preis von 3,50 Euro (zzgl. Porto) hingegen <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/bestellen/">hier</a>.</p>
<p>Wer sich das Porto sparen möchte, in oder um Bonn herum wohnt und noch dazu ein Fan spannender Unterhaltungsliteratur ist, sei an dieser Stelle herzlich eingeladen zu unserer <strong>Releaseparty am kommenden Dienstag, den 23. Januar um 19:30 Uhr im <a href="http://www.buchladen46.de/">buchLaden 46</a> (Kaiserstr. 46)!</strong></p>
<p>Dort wird nämlich nicht nur die Redaktion der »Kritischen Ausgabe« das neue Heft präsentieren, sondern auch ein echtes Schwergewicht der deutschen Krimiszene auftreten und aus seinem neuen Roman lesen: <strong><a href="http://www.wolfgang-kaes.de/">Wolfgang Kaes</a></strong>.</p>
<p><img src="http://www.kritische-ausgabe.de/signale/files/Wolfgang_Kaes.jpg" class=right alt="Wolfgang Kaes (Foto: Frank Homann)" title="Wolfgang Kaes (Foto: Frank Homann)" />Der 1958 in Mayen geborene Autor war zunächst freiberuflich als Polizei- und Gerichtsreporter für den <a href="http://www.ksta.de/">»Kölner Stadt-Anzeiger«</a> tätig und schrieb Reportagen, u.a. für den »Stern«. Anschließend wechselte er zum <a href="http://www.ga-bonn.de/">»Bonner General-Anzeiger«</a>, wo er Leiter der Redaktion Panorama/Medien/Justiz ist. Bereits mit seinem ersten Roman <a href="http://www.rowohlt.de/buch/23851">»Todfreunde«</a> setzte er sich an die Spitze der deutschen Thrillerautoren. Mit seinem zweiten Buch <a href="http://www.rowohlt.de/buch/148416">»Die Kette«</a> knüpfte er an den Erfolg seines Debüts an. Sein jüngster Roman <a href="http://www.rowohlt.de/buch/345868">»Herbstjagd«</a> erschien 2006 bei Rowohlt.</p>
<blockquote><p>Mario ist »der perfekte Jäger. Weil er so anpassungsfähig ist. Weil er so wandlungsfähig ist. Wie ein Chamäleon. Er schlüpft problemlos in jede Rolle, die ihm die Frauen anbieten. Und er spielt sie perfekt.«</p>
<p>Martina glaubt, sie hätte mit Mario endlich den Mann ihres Lebens kennen gelernt. Doch bald verlangt er von ihr immer abartigere Liebesbeweise. Mehr und mehr verwandelt sich ihre Zuneigung in panische Angst. Als sie die Beziehung schließlich abbricht, dreht er erst richtig durch und macht ihr das Leben zur Hölle &#8230;</p></blockquote>
<p>Im Anschluss an die Lesung besteht die Möglichkeit, Fragen an den Autor zu richten. Außerdem werden, wie üblich im buchLaden 46, kostenlos Brot und Wein gereicht. Der Eintritt kostet 3,- Euro.</p>
<p>Die Veranstaltungsreihe »Kritik der Gegenwart« wird am darauf folgenden Mittwoch, den 31. Januar um 18:30 Uhr fortgesetzt mit einer Lesung und anschließenden Diskussion mit <a href="http://www.kathrin-roeggla.de/">Kathrin Röggla</a>, und zwar im Übungsraum im 3. Obergeschoss des <a href="http://www.germanistik.uni-bonn.de/">Germanistischen Instituts</a>. Und zum Abschluss der Serie liest am Dienstag, den 6. Februar um 19:30 Uhr <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Krausser">Helmut Krausser</a> im Hörsaal des <a href="http://www.uni-bonn.de/Die_Universitaet/Museen/Antikensammlung.html">Akademischen Kunstmuseums</a> der Uni Bonn. Separate Ankündigungen folgen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>P.S.:</strong> Mit dem neuen Heft startet die »Kritische Ausgabe« übrigens ins zehnte Jahr ihres Bestehens. Gleichzeitig ist dies das letzte Heft, das von <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/author/marcel-diel/">mir</a> als Chefredakteur betreut wird. Diesen Posten übernimmt ab sofort mein langjähriger Stellvertreter <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/author/benedikt-viertelhaus/">Benedikt Viertelhaus</a>, sekundiert von <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/author/anna-lena-scholz/">Anna-Lena Scholz</a> und <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/author/nadine-van-holt/">Nadine van Holt</a>.</p>
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		<title>BA/MA-Woche in der K.A. plus</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Oct 2006 06:57:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[BA/MA-Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktionelles]]></category>

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		<description><![CDATA[Am heutigen Montag beginnt nicht nur ein neues Studienjahr, sondern eine neue Ära: Der Bachelor hält auch in Bonn Einzug und die Studierenden zahlen erstmals Beiträge für ihre universitäre Ausbildung. Für die Redaktion der <em>Kritischen Ausgabe</em> ist dies Anlass und Ansporn genug, sich einmal näher mit der Umstellung der Studiengänge auf das Bachelor-/Master-System zu beschäftigen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am heutigen Montag beginnt nicht nur ein neues Studienjahr, sondern eine neue Ära: Der <a href="http://www.uni-bonn.de/Studium/Studiengaenge_und_Abschluesse/Studienabschluesse.html#Bac">Bachelor</a> hält auch in Bonn Einzug, und die Studierenden zahlen erstmals <a href="http://www.uni-bonn.de/Studium/Studentensekretariat/Studienbeitraege.html">Beiträge</a> für ihre universitäre Ausbildung. </p>
<p>Für die Redaktion der <em>Kritischen Ausgabe</em> ist dies Anlass und Ansporn genug, sich einmal näher mit der Umstellung der Studiengänge auf das Bachelor/Master-System zu beschäftigen. Herausgekommen ist dabei ein Themenschwerpunkt, der als <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/ressort/kaplus/studium-beruf/bama-woche/"><strong>»BA/MA-Woche«</strong></a> die erste Vorlesungswoche des Semesters in unserem Online-Magazin mit Berichten und Kommentaren begleiten soll.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Übersicht</h4>
<p><strong>16.10.:</strong> Zum Auftakt unserer Serie begibt sich Tine Bücken mit ihrem <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/788/">Beitrag über den sogenannten »Bologna-Prozess«</a> auf die Spuren der europäischen Hochschulreform.</p>
<p><strong>17.10.:</strong> <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/789/">»Quo vadis, Studium?«</a> – Was Magister-Studenten von der BA/MA-Umstellung halten und welche Ängste, aber auch welche Hoffnungen sie damit verbinden, hat Fabian Beer zu ergründen versucht.</p>
<p><strong>18.10.:</strong> <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/792/">»Theoretisch alles im Griff«</a> – Ein ausführliches Interview mit dem Kustos und der ehemaligen Geschäftsführenden Direktorin des <a href="http://www.germanistik.uni-bonn.de/">Instituts für Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft</a>, Prof. Dr. Rainer Kolk und Prof. Dr. Eva Geulen, über Sorgen und Probleme, aber auch Chancen und Herausforderungen, die mit der Einführung der neuen Studiengänge einhergehen.</p>
<p><strong>19.10.:</strong> 2004 wagte Rebecca Rath das Experiment Bachelor-Studium an der <a href="http://www.uni-paderborn.de">Universität Paderborn</a>. Nach nunmehr vier Semestern zieht sie in der <em>K.A. plus</em> <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/785/">eine erste Bilanz</a>.</p>
<p><strong>20.10.:</strong> K.A.-Layouterin Susanne Koch ist nach einem Semester in einem Bonner Magisterstudiengang an die <a href="http://www.fernuni-hagen.de/">FernUni Hagen</a> gegangen, wo sie nun Kulturwissenschaften auf Bachelor studiert. Sie sagt: <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/793/">»Der Wechsel hat sich gelohnt. Ich bin begeistert!«</a></p>
<p><strong>21.10.:</strong> Die erste Semesterwoche ist vorbei – und damit auch unsere Themenwoche. Zum Abschluss gingen Steffie Kurka und Katja Moses unter Bonner BA-Studierenden auf Stimmenfang und befragten sie nach ihren <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/795/">Erwartungen, Hoffnungen und Befürchtungen</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Alle Beiträge, die seit dem vergangenen Montag veröffentlicht wurden, bleiben in unserem Online-Magazin selbstverständlich weiter les- und vor allem auch diskutierbar. Und dazu möchten wir alle Leserinnen und Leser der <em>K.A. plus</em> herzlich einladen: <strong>Egal, ob Sie Magister-, Lehramts- oder Bachelor-StudentIn, DozentIn, ProfessorIn oder einfach nur interessierte(r) LeserIn sind – nutzen Sie die Kommentarfunktion zu den einzelnen Artikeln und teilen Sie uns Ihre Meinung mit!</strong> </p>
<p>Wir sind schon jetzt sehr gespannt!</p>
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		<title>Dreifacher Abschied</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Aug 2006 08:55:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tine Buecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Portrait]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktionelles]]></category>
		<category><![CDATA[Studium &#038; Beruf]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Germanistische Seminar befindet sich im Wandel: Im kommenden Semester werden die <a href="http://www.uni-bonn.de/Studium/Studiengaenge_und_Abschluesse/Bachelor/Germanistik.html">Bachelorstudiengänge</a> eingeführt, das Seminar selbst trägt fortan den bedeutungsträchtigen Namen <a href="http://www.germanistik.uni-bonn.de/">»Institut für Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft«</a> und für Bonner Erstsemester werden erstmals <a href="http://www.uni-bonn.de/news/588.html">Studiengebühren</a> fällig. Neue Zeiten brechen an – zugleich geht mit diesem Umbruch nicht nur eine Ära zu Ende. Gleich drei DozentInnen, die die Bonner Germanistik in den vergangenen Jahrzehnten geprägt haben, wechseln nach insgesamt über 100 Jahren Lehrtätigkeit in den wohlverdienten Ruhestand ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Germanistische Seminar befindet sich im Wandel: Im kommenden Semester werden die <a href="http://www.uni-bonn.de/Studium/Studiengaenge_und_Abschluesse/Bachelor/Germanistik.html">Bachelorstudiengänge</a> eingeführt, das Seminar selbst trägt fortan den bedeutungsträchtigen Namen <a href="http://www.germanistik.uni-bonn.de/">»Institut für Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft«</a> und für Bonner Erstsemester werden erstmals <a href="http://www.uni-bonn.de/news/588.html">Studiengebühren</a> fällig. Neue Zeiten brechen an – zugleich geht mit diesem Umbruch nicht nur eine Ära zu Ende. Gleich drei DozentInnen, die die Bonner Germanistik in den vergangenen Jahrzehnten geprägt haben, wechseln nach insgesamt über 100 Jahren Lehrtätigkeit in den wohlverdienten Ruhestand.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Dr. Doris Walch-Paul</h4>
<p>Einer besonderen Fangemeinde durfte sich stets <a href="http://www.germanistik.uni-bonn.de/content/lehrende/dozenten?doz_id=84">Frau Walch-Paul</a> erfreuen. Nicht nur, dass sie sich als Tutorin der ausländischen Studierenden annahm und das <a href="http://www.slz.uni-bonn.de/lehrestudium/studiengaenge/daf/index.html">DaF-Studium</a> (Deutsch als Fremdsprache) betreute; mit so illustren Themen wie »Tiere in mittelalterlicher Literatur«, »Mittelalterliches Theater« oder auch »Der Pakt mit dem Teufel«, die dankenswerterweise immer haarscharf abseits des gängigen mediävistischen Literaturkanons von »Parzival« &#038; Co. lagen, verdeutlichte sie, wie facettenreich die mittelalterliche Literatur sein kann.</p>
<p>Man tat und tut gut daran, sich von der zierlichen Erscheinung und heiteren Ausstrahlung der Dozentin nicht täuschen zu lassen. Denn Frau Walch-Pauls sonst scheinbar unermessliche Freundlichkeit fand immer dann ein jähes Ende, wenn Studierende es mehrfach wagten, sich unvorbereitet in ihren Seminaren einzufinden. Doch gerade diese Mischung aus Freundlichkeit und nötiger Strenge, gepaart mit einem großen Maß an Fairness, machte sie bei vielen Studierenden sehr beliebt. </p>
<p>Nach 30 Jahren Lehrtätigkeit hätte sich Frau Walch-Paul ihren Ruhestand redlich verdient – doch ein Blick ins Vorlesungsverzeichnis des kommenden Semesters verrät: So endgültig ist ihr Abschied von der Bonner Germanistik nicht. Sehr passend zum oben skizzierten Zeitenwechsel erscheint das Thema ihres nächsten Seminars: <a href="http://www.germanistik.uni-bonn.de/content/lehrangebot/kvv?semester=2006ws&#038;kvvnr=4286">»Erziehung und Ausbildung im Mittelalter«</a>. </p>
<p>Es bleibt zu hoffen, dass Frau Walch-Paul die Bonner Mediävistik noch recht lange durch ihre Anwesenheit bereichern wird! </p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Prof. Dr. Klaus Göbel</h4>
<p>Mit <a href="http://www.germanistik.uni-bonn.de/content/lehrende/dozenten?doz_id=24">Herrn Göbel</a> muss sich die Bonner Germanistik von einem Medienwissenschaftler verabschieden, der stets durch eine bunte Mischung von Praxisseminaren aus dem grauen Uni-Alltag hervorstach. »Raus aus der Uni, rein ins Leben« – so könnte die Devise dieses Professors lauten. Ob Kurse in Kölner Theatern oder Künstlerateliers, Lesungen an diversen Orten in Bonn, Exkursionen nach Berlin – stets stand für ihn im Vordergrund, den Studierenden die Möglichkeit zu bieten, praxsorintierte Erfahrungen zu sammeln. Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt: »Do it yourself« statt bloßer Theorie. </p>
<p>Noch lange in Erinnerung bleiben wird zum Beispiel die szenische Lesung »Über das Feuer strömte der Regen«, mit der sich Prof. Göbel und »seine« Medienwissenschaftler an dem Programm zum 70. Gedenktag der Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten beteiligten und die, sozusagen ausnahmsweise, in den heiligen Hallen der Universität stattfand.</p>
<p>Am Germanistischen Seminar war Herr Göbel vor allem für die aussterbende Spezies der Lehrämtler zuständig. (Der Lehramtsstudiengang Deutsch wird seit dem Sommersemester 2002 abgewickelt.) Kaum einer kam an seinen obligatorischen Didaktik-Kursen vorbei. Wenn diese Kurse auch nicht unbedingt der vorrangige Grund für seine Beliebtheit waren, zu seinen Praxisseminaren zog es dafür immer auch zahlreiche Magisterkandidaten, die von ihm stets mit offenen Armen empfangen wurden. Überhaupt ging es in seinem Büro – fernab des Hauptgebäudes in der Römerstraße gelegen – geradezu familiär zu. So sicherte sich Herr Göbel mit seiner offenen, engagierten Art über Jahrzehnte hinweg die Sympathien zahlreicher Studierender.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Dr. Peter Konietzko</h4>
<p>Als dritter im Bunde verlässt ein weiterer Mediävist das Germanistische Seminar: <a href="http://www.germanistik.uni-bonn.de/content/lehrende/dozenten?doz_id=36">Dr. Peter Konietzko</a>. Auch er war der Universität Bonn über 30 Jahre treu. Nach dem eigenen Studium aus Freiburg kommend, lehrte er hier bereits in den 70er-Jahren. </p>
<p>Viele Studierende verdanken wohl nicht zuletzt seinen Kursen das Bestehen der oftmals gefürchteten Zwischenprüfung in der Älteren Abteilung. So stimmte er beispielsweise seine Kursorischen Lektüren stets ab auf die Primärliteratur, deren Kenntnis für die Zwischenprüfung vorausgesetzt wurde, und legte dabei den Schwerpunkt vor allem auf Grammatik und Übersetzung, die bei ihm bis zum Abwinken praktiziert wurden. Bekannt war Herr Konietzko vor allem für seine geradezu stoische Ruhe (nicht zu verwechseln mit Gelassenheit). Wenn sich mal wieder keiner seiner Studierenden erbarmen wollte, sich der unleidigen Aufgabe der Übersetzung anzunehmen, war es ihm ein Leichtes, in einem schier unerträglich langen Schweigen auszuharren, bis sich letztlich doch ein mutiger oder einfach weniger ausdauernder Freiwilliger fand. Wenn nicht, war er allerdings auch um härtere Worte nicht verlegen.</p>
<p>Als »Allroundtalent« lehrte er sowohl die synchrone Sprachwissenschaft als auch das Mittelhochdeutsche und die diachrone Sprachbetrachtung ausgehend vom Althochdeutschen. Dabei stand bei ihm jedoch das sture »Einpauken« von Grammatik zurück hinter der Vermittlung historischer Zusammenhänge und Hintergründe, das nicht nur das Verständnis der Sprachphänomene erleichterte, sondern den oftmals »trockenen« Stoff zu veranschaulichen halfen. Die Studierenden konnten dabei vom immensen Wissensschatz ihres Dozenten profitieren, mit dem Herr Konietzko immer wieder auch Anregung zu ungewöhnlichen Examens- und Promotionsthemen gab.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wir danken den drei DozentInnen für ihre jeweils über dreißigjährige Lehrtätigkeit, in der sie das Germanistische Seminar um zahlreiche spannende Kurse bereichert haben, und wünschen ihnen allen einen angenehmen Ruhestand!</strong></p>
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		<title>Jürgen Fohrmann zum Dekan gewählt</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Jul 2006 12:10:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Redaktionelles]]></category>
		<category><![CDATA[Studium &#038; Beruf]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href="http://www.germanistik.uni-bonn.de/content/lehrende/dozenten?doz_id=18">Jürgen Fohrmann</a>, Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft, ist zum neuen Dekan der <a href="http://www.philfak.uni-bonn.de/www/philfak.html">Philosophischen Fakultät der Universität Bonn</a> gewählt worden ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.philfak.uni-bonn.de/www/Philosophische_Fakultaet/bilder/img/dek_fohr_klein.jpg" title="Jürgen Fohrmann (Foto: Dekanat der Phil. Fak., Uni Bonn)" alt="Jürgen Fohrmann (Foto: Dekanat der Phil. Fak., Uni Bonn)" /><strong><a href="http://www.germanistik.uni-bonn.de/content/lehrende/dozenten?doz_id=18">Jürgen Fohrmann</a>, Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft, ist zum neuen Dekan der <a href="http://www.philfak.uni-bonn.de/www/philfak.html">Philosophischen Fakultät der Universität Bonn</a> gewählt worden.</strong> </p>
<p>Mit 8 zu 4 zu 3 Stimmen konnte er sich im Fakultätsrat klar gegen seine Mitbewerber, <a href="http://www.anglistik.uni-bonn.de/staff/ub.htm">Prof. Dr. Uwe Baumann</a> (Anglistik) und <a href="http://www.uni-bonn.de/~pgeyer/">Prof. Dr. Paul Geyer</a> (Romanistik), durchsetzen.</p>
<p>Fohrmann tritt zum Wintersemester 2006/07 die Nachfolge von <a href="http://www.psychologie.uni-bonn.de/meth/index.php?seite=mitarb/rudi.htm">Prof. Dr. Georg Rudinger</a> an, der der Fakultät seit April 2000 vorstand. Zu den Aufgaben des Dekans zählt neben der Leitung der Fakultät und ihrer Vertretung gegenüber dem Senat und dem Rektorat der Universität unter anderem die Erstellung der Studien- und Prüfungsordnungen und die Verwaltung des Lehrangebots. Das Hauptaugenmerk liegt in den kommenden Monaten aber wohl auf der durch die Einführung der <a href="http://www.uni-bonn.de/Studium/Studiengaenge_und_Abschluesse/Veraenderungen.html">BA/MA-Studiengänge</a> notwendig gewordenen Umstrukturierung der Philosophischen Fakultät.</p>
<p><strong>Die <em>Kritische Ausgabe</em> gratuliert herzlich und wünscht Herrn Fohrmann alles Gute in seinem neuen Amt! <img src='http://www.kritische-ausgabe.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </strong></p>
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		<title>Deutscher Literaturfonds unter Beschuss</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Apr 2006 13:02:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Diel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Neues aus dem Literaturbetrieb]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktionelles]]></category>

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		<description><![CDATA[Ende letzter Woche erregte sich <a href="http://www.volltext.net/publish/artikel_11809.shtml">Ulrich Janetzki</a>, der Leiter des <a href="http://www.lcb.de">Literarischen Colloquiums Berlin</a>, in einem »Offenen Brief« über den <a href="http://www.deutscher-literaturfonds.de">Deutschen Literaturfonds</a> und warf dem dort für Gutachten und Projekte zuständigen Lektor, Gunther Nickel, »Selbstbedienungsmentalität« und »Gutsherrenart« bei der Vergabe der Fördergelder vor. Hintergrund dafür ist, dass das Kuratorium des Literaturfonds bei seiner Frühjahrssitzung beschlossen hat, der Literaturzeitung <em><a href="http://www.volltext.net">Volltext</a></em> einen Projektzuschuss in Höhe von bis zu 300.000 Euro zu gewähren ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ende letzter Woche erregte sich <a href="http://www.volltext.net/publish/artikel_11809.shtml">Ulrich Janetzki</a>, der Leiter des <a href="http://www.lcb.de">Literarischen Colloquiums Berlin</a>, in einem »Offenen Brief« über den <a href="http://www.deutscher-literaturfonds.de">Deutschen Literaturfonds</a> und warf dem dort für Gutachten und Projekte zuständigen Lektor, Gunther Nickel, »Selbstbedienungsmentalität« und »Gutsherrenart« bei der Vergabe der Fördergelder vor. </p>
<p>Hintergrund dafür ist, dass das Kuratorium des Literaturfonds bei seiner Frühjahrssitzung <a href="http://www.volltext.net/publish/artikel_11811.shtml">beschlossen hat</a>, der Literaturzeitung <em><a href="http://www.volltext.net">Volltext</a></em> einen Projektzuschuss in Höhe von bis zu 300.000 Euro zu gewähren. Mit dieser Summe soll eine Sonderausgabe finanziert werden, die zur Frankfurter Buchmesse in einer Auflage von einer Million Exemplaren erscheinen wird, um damit »bei einer breiten Öffentlichkeit mit literarischen Texten für die deutschsprachige Gegenwartsliteratur zu werben«. Für Janetzki ein »beispielloser Akt von Selbstbedienung«: schließlich sei Nickel selbst »seit Jahren Mitarbeiter« bei <em>Volltext</em> – eine Behauptung, die mit gleich drei Ausrufezeichen markiert, aber schlichtweg falsch ist. Denn Nickel hat zwar in der Vergangenheit wiederholt Artikel in der <em>Volltext</em> veröffentlicht, jedoch stets als freier Autor – wie übrigens auch in zahlreichen anderen Zeitungen und Zeitschriften, etwa der <em>FAZ</em>, der <em>Welt</em>, dem <em>Tagesspiegel</em>, den <em>Schweizer Monatsheften</em>, auf <em>literaturkritik.de</em> und in der <em>Kritischen Ausgabe</em>. Dass verschiedene Zeitungen (unter anderem die <em>Süddeutsche</em>) eine solche Anschuldigung veröffentlichten, ohne sie zuvor, wie es die journalistische Sorgfaltspflicht geboten hätte, auf ihre Stichhaltigkeit zu überprüfen, erscheint zumindest befremdlich. Ebenso, dass der Eindruck erweckt wird, Nickel selbst entscheide über die Vergabe der Fördergelder und nicht etwa das Kuratorium des Literaturfonds, das sich aus Vertretern des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, des Deutschen Bibliotheksverbandes, des Freien Deutschen Autorenverbandes, des Verbands deutscher Schriftsteller, des P.E.N.-Zentrums Deutschland und der VG Wort zusammensetzt und in dem Nickel zwar Vorschlags-, aber kein Stimmrecht besitzt. </p>
<p>Des weiteren wirft Janetzki dem Literaturfonds vor, die Vergabe der Fördergelder nicht hinreichend transparent zu gestalten. Bei »näherem Hinsehen« stelle sich nämlich heraus, dass der Fonds »die zu verteilende[n] Bundesgelder schon im Vorfeld für sich [d.h. für eigene Projekte] reklamiert und dies mit Verweis auf die mindere Qualität der anderen Anträge rechtfertigt«. Das »vermeintlich Skandalöse« gehöre also »zur Tagesordnung« und sei »vom Bund und Kuratorium genehmigte gängige Praxis«. Um Janetzkis Sehkraft scheint es nicht gut bestellt zu sein, denn nicht erst beim »näheren Hinsehen« erweist sich auch diese Behauptung als haltlos und stellt zudem nicht nur einen Angriff auf den Literaturfonds, sondern ebenso auf die von ihm geförderten Projekte und Initiativen dar, darunter etliche engagierte Literaturzeitschriften, deren Gestaltungsfreiheit und Unabhängigkeit damit in Zweifel gezogen werden. </p>
<p>Aus diesem Grund haben die Herausgeber der Zeitschriften <em><a href="http://www.bellatriste.de">BELLA triste</a></em> (Hildesheim), <em><a href="http://www.am-erker.de">Am Erker</a></em> (Münster) und <em><a href="http://www.kritische-ausgabe.de">Kritische Ausgabe</a></em> (Bonn) eine gemeinsame Stellungnahme verfasst, die im Folgenden ungekürzt wiedergegeben wird:</p>
<blockquote><p>In den vergangenen Tagen ist großes Aufsehen um das vom Kuratorium des Deutschen Literaturfonds e.V. verabschiedete Projekt gemacht worden, gemeinsam mit der Literaturzeitung <em>Volltext</em> eine Sonderausgabe in einer Auflage von einer Million Exemplaren zur Frankfurter Buchmesse herauszugeben. Dabei wurden vor allem drei Punkte kritisiert: Erstens eine »Wettbewerbsverzerrung«, sobald der Literaturfonds derartig einseitig nur eine einzige Zeitung fördere. Zweitens die Tatsache, dass der Literaturfonds im Falle dieses Projekts nicht nur Gelder verteile, sondern selbst tätig werde. Drittens eine Ausweitung des zweiten Punktes: In »Gutsherrenart« würden der Fonds und sein Lektor, Gunther Nickel, in den letzten Jahren vor allem selbstgeschaffene oder nahestehende Projekte fördern bzw. veranstalten.</p>
<p>Als Herausgeber kleiner Literaturzeitschriften haben wir von Jahr zu Jahr mit leeren Kassen und sinkenden Förderbeträgen der meisten dafür geschaffenen Institutionen zu kämpfen und befinden uns ständig vor dem Bankrott. Wir müssten daher vor allen anderen daran interessiert sein, einen derartig raumgreifenden, selbstischen, gleichsam absolutistischen Geldgeber anzuprangern, wie er in den drei oberen Punkten beschrieben wird. Indes, und das müsste seltsam stimmen, kommt die oben beschriebene Kritik beileibe nicht aus unserer Reihe von Bittstellern, die ohne Subventionen nicht überleben könnten. Uns aus unserer Unterperspektive erscheint es eher so, als würden hier verschiedene größere Institutionen um den besten Platz an den Fleischtöpfen kämpfen.</p>
<p>Vor allem anderen sehen wir dabei die Gefahr, dass der Deutsche Literaturfonds e.V. fundamental angegriffen und beschädigt werden soll. Wir halten den Literaturfonds für eines der am besten funktionierenden Instrumente der Literaturförderung in Deutschland. Und auch das Kooperationsprojekt gemeinsam mit <em>Volltext</em> finden wir richtig und unterstützenswert.</p>
<p>Das Projekt, <strong>erstens</strong>, stellt für unsere Größenordnungen keine »Wettbewerbsverzerrung« dar, wir sind absolut daran interessiert, uns in einer derartig hohen Auflage präsentieren zu können. Dem gesamten Literaturbetrieb muss doch daran gelegen sein, eine breitere Öffentlichkeit für Gegenwartsliteratur zu gewinnen. Und Zeitschriften und kleinere Institutionen sind ja auch in diesem Jahr wie in den vergangenen Jahren in großem Umfang vom Literaturfonds gefördert worden, die Behauptung, uns seien durch das Gebaren des Literaturfonds Finanzmittel vorenthalten worden, ist reine Suggestion.</p>
<p><strong>Zweitens</strong> ist es doch geradezu wünschenswert, wenn der Literaturfonds, der als eine von wenigen Institutionen noch über Geldmittel verfügt, sich von seiner passiven Rolle löst und aktiv für einen gewissen Aufmerksamkeitskreis für Gegenwartsliteratur sorgt. Davon profitieren wir alle.</p>
<p><strong>Drittens</strong> haben unsere Literaturzeitschriften im Laufe der Jahre Anträge an viele verschiedene Förderinstitutionen gestellt, die meist nach rein verwaltungstechnischen Gesichtspunkten bearbeitet wurden. Der Literaturfonds wird kongenial vertreten durch einen Lektor, der auch inhaltlich Akzente setzt und diese Akzente ständig, eben auch durch Kritiken, Herausgaben, Feuilletons, kenntlich macht. Dabei achtet er auf Neutralität und bringt vor allem – von den vom Fonds durchgeführten Seminaren bis hin zum stetigen Dialog mit den Antragstellern – auch literarische Traditionen ein. Natürlich entstehen durch solche zugewandten, kritischen Betreuungen engere Verbindungen zum Lektor – zum Lektor, nicht zu seinem nachgeschalteten Kuratorium –, als dies für die Mehrzahl der Förderinstitutionen gelten mag.</p>
<p>Durch Gunther Nickels integere Tätigkeit als Lektor und Gesprächspartner wird beim Literaturfonds nicht wahllos, sondern profiliert gefördert. Versuche, dieses Verdienst kleinzureden, sind in unseren Augen ehrenrührig.</p>
<p>Joachim Feldmann für <em>Am Erker</em><br />
Florian Kessler für <em>BELLA triste</em><br />
Marcel Diel für die <em>Kritische Ausgabe</em></p></blockquote>
<p>Eine Diskussion über die Praxis der Literaturförderung in Deutschland, wie sie unter anderem Felicitas von Lovenberg in der heutigen FAZ <a href="http://www.faz.net/s/Rub1DA1FB848C1E44858CB87A0FE6AD1B68/Doc~ECB0E7D882E1148EDAEDC087DE4EAD05D~ATpl~Ecommon~Scontent.html">anmahnt</a>, mag sinnvoll sein, doch sollte sie nicht auf der Basis persönlicher Anschuldigungen und Ressentiments und erst recht nicht auf dem Rücken der vielen kleinen, engagierten Initiativen, die ohne eine solche Förderung nicht überleben könnten, ausgetragen werden.</p>
<p>Eine Dokumentation zur Debatte findet sich übrigens auf der Internetseite der <a href="http://www.volltext.net"><em>Volltext</em></a>, darunter der <a href="http://www.volltext.net/publish/artikel_11809.shtml">»Offene Brief«</a> von Ulrich Janetzki samt Entgegnung des Literaturfonds-Geschäftsführers Bernd Busch; weitere Berichte und Kommentare sind bislang unter anderem in der <em><a href="http://www.welt.de/data/2006/04/01/867939.html">Welt</a></em> vom vergangenen Samstag und in der heutigen  <em><a href="http://www.taz.de/pt/2006/04/03/a0126.1/text">taz</a></em> erschienen. </p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>addendum (04.04.06):</strong> Weiter geht's heute in der <a href="http://www.fr-aktuell.de/ressorts/kultur_und_medien/feuilleton/?cnt=839892"><em>Frankfurter Rundschau</em></a>&#8230; Und <a href="http://www.volltext.net/publish/artikel_11826.shtml">Joachim Leser</a>, verantwortlicher Redakteur des Literaturportals <a href="http://www.bluetenleser.de"><em>bluetenleser.de</em></a>, solidarisiert sich mit <em>Volltext</em>. Interessant auch – vor allem im Sinne einer Versachlichung der Debatte –: ein Gespräch mit dem Literaturkritiker Jörg Plath am gestrigen Abend im <em><a href="http://www.dradio.de/">Deutschlandfunk</a></em> (hier als <a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2006/04/03/dkultur_200604031907.mp3">mp3</a>) sowie ein Essay von Georg Klein auf <em><a href="http://www.perlentaucher.de/artikel/3034.html">perlentaucher.de</a></em>, der die Diskussion um die Millionenauflage der <em>Volltext</em> auf zwei Kernfragen eindampft: </p>
<blockquote><p>1. Wer bestimmt den Inhalt und trägt demzufolge die redaktionelle Verantwortung für ihn?<br />
2. Wie wird das Sonderheft genau vertrieben werden? Welche Leser soll und kann das Heft also wirklich erreichen?</p>
<p>Alle weiteren Fragen scheinen mir von diesen Kernfragen abhängig. Im Zusammenhang mit ihrer Beantwortung wird weiter über den Blattinhalt, Interessen, Einflußnahmen, Exklusion und Inklusion diskutiert, geschimpft, geklagt und wohl auch intrigiert werden. Wer für diese Prozesse Transparenz verlangt, hat Recht. Er tut aber auch gut daran, damit bei sich selbst anzufangen: Fühle ich mich ausgeschlossen? Möchte ich Einfluß nehmen? Wenn ja, zu welchem Engagement bin ich bereit? Sind meine betrieblichen Interessen tangiert, beeinträchtigt? Oder gehen schlicht mein professioneller Neid und meine betriebliche Mißgunst mit mir durch?</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>addendum (05.04.06):</strong> Die FAZ <a href="http://www.faz.net/s/Rub1DA1FB848C1E44858CB87A0FE6AD1B68/Doc~E3321B9B2E9AE4420BF94FB40639982BE~ATpl~Ecommon~Scontent.html">legt nach</a> – und langsam wird es wirklich unappetitlich&#8230; Liebe LeserInnen, Sie sind Zeugen einer Kampagne, die sich als investigativer Journalismus ausgibt, sich um Sachlichkeit jedoch kaum einen Deut schert. <a href="http://www.s-f.com/berlin/de/clients/current_work/cw_04180.html">Kluge Köpfe</a> wie Sie werden Sie das hoffentlich erkennen!<br />
Apropos Sachlichkeit: Dazu wiederum eine Stellungnahme (und zugleich ein Diskussionsangebot) des <a href="http://www.volltext.net/publish/artikel_11840.shtml">Literaturfonds</a> (und eine weitere <a href="http://www.volltext.net/publish/artikel_11855.shtml">Präzisierung</a>).<br />
Des weiteren: <a href="http://www.echo-online.de/unsere_meinung/template_detail.php3?id=365400">zwei</a> <a href="http://www.echo-online.de/suedhessen/template_detail.php3?id=365171">Berichte</a> auf <em>echo-online.de</em>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>addendum (06.04.06):</strong> Auch der <a href="http://www.volltext.net/publish/artikel_11854.shtml">Wallstein-Verlag</a> spricht sich für das <em>Volltext</em>-Projekt aus. Und – kleine Vorschau auf morgen – die <em><a href="http://www.welt.de/data/2006/04/07/870738.html">Welt</a></em> zieht seltsame, sehr seltsame Vergleiche&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>addendum (07.04.06):</strong> Seit heute findet sich auf der Internetseite der <em>Volltext</em> eine <a href="http://www.volltext.net/publish/artikel_11870.shtml">FAQ mit den »am häufigsten gestellten Fragen im Zusammenhang mit dem Zeitungsprojekt des Deutschen Literaturfonds«</a>. Darin heißt es unter anderem:</p>
<blockquote><p>Für das Projekt wurden mehrere Szenarien entwickelt, darunter ein Best-Case-Szenario, das davon ausgeht, dass das Projekt durch Einnahmen vollständig refinanziert werden kann und ein Worst-Case-Szenario, das davon ausgeht, dass die Kosten unerwartet hoch ausfallen und keinerlei Einnahmen zu verzeichnen sind. Die Gesamtkosten würden in letzterem Fall bis zu 300.000 Euro betragen. Es steht aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt schon fest, dass dieses Szenario nicht mehr eintreten wird. [...]</p>
<p>VOLLTEXT bringt in die Kooperation kostenlos Idee und Konzept, Arbeitszeit und redaktionelle Strukturen ein. [...] </p>
<p>Es fließt kein Geld vom Literaturfonds an VOLLTEXT, auch die redaktionelle Tätigkeit von [Chefredakteur] Thomas Keul wird nicht entlohnt. [...]</p>
<p>VOLLTEXT erhofft sich, dass der Bekanntheitsgrad der Zeitung steigt. Einen finanziellen Vorteil zieht VOLLTEXT aus der Kooperation nicht. [...]</p>
<p>Das Geld – sofern es überhaupt gebraucht wird – dient dazu, jene Rechnungen zu begleichen und Honorare zu zahlen, die nicht durch Einnahmen abgedeckt werden können.</p></blockquote>
<p>Noch Fragen?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>addendum (08.04.06):</strong> In der <a href="http://www.welt.de/data/2006/04/08/871129.html"><em>Welt</em></a> verteidigt Tilman Krause Gunther Nickel gegen die Anfeindungen und Unterstellungen der letzten Tage:</p>
<blockquote><p>Nickel [...] ist fraglos ein Mann von beunruhigend vielfältiger Produktivität. Kritik an einigen seiner Projekte sollte sich nicht dem Verdacht aussetzen, aus jenem Ressentiment gegen Leistung sich zu speisen, das ohnehin soviel Elan in unserer Gesellschaft torpediert.</p></blockquote>
<p>Der letzte Satz ist denkwürdig!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>addendum (11.04.06):</strong> Auch die österreichischen Medien äußern sich zur »<em>Volltext</em>-Affäre«, heute z.B. der <em><a href="http://derstandard.at/?url=/?id=2409427">Standard</a></em>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>addendum (13.04.06):</strong> Die <em><a href="http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~EF235EB6E3E2C442E81FDD88D115257B8~ATpl~Ecommon~Scontent.html">FAZ</a></em> weitet die <em>Volltext</em>-Debatte auch auf andere Projekte, die sich aus öffentlichen Geldern speisen, aus&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>addendum (20.04.06):</strong> Im <em><a href="http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/20.04.2006/2479806.asp">Tagesspiegel</a></em> erläutert Marius Meller, worum es seiner Ansicht nach beim »Literaturfonds-Skandal« eigentlich geht:</p>
<blockquote><p>Es sieht so aus, als solle hier jemand als Sündenbock fungieren für das diffuse Gefühl der Korruption, das an so mancher Literaturbetriebsseele nagt. Transparenz ist eine feine Sache. Aber die Zeitalter der Sündenböcke sollten vorbei sein.</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>addendum (28.04./02.05.06):</strong> Das vorläufige Ende vom Lied, dokumentiert bei <a href="http://www.volltext.net/publish/artikel_12013.shtml"><em>Volltext</em></a>:</p>
<blockquote><p>Das Kuratorium [des Deutschen Literaturfonds] bestätigt seine Entscheidung über die geplante Zeitungs-Sondernummer. Sie wird in Kooperation mit »Volltext« und anderen deutschsprachigen Literaturzeitschriften realisiert. Um die sinnvolle Verbreitung der Zeitung und deren Unterstützung durch begleitende Angebote sicherstellen zu können, wird der Erscheinungstermin auf den 23. April 2007, den Welttag des Buches, verschoben. Eine Redaktion wird in den nächsten zwei Wochen benannt werden. Sie soll das inhaltliche Konzept weiter ausarbeiten und deutschsprachige Schriftstellerinnen und Schriftsteller einladen, zeitgenössische literarische Texte von Autorinnen und Autoren ihrer Wahl vorzustellen.</p></blockquote>
<p>Des weiteren verwahrt sich das Kuratorium »gegen den Vorwurf, daß seine Entscheidungen in unzulässiger Weise durch das Lektorat beeinflußt würden«, weist zugleich auch »die persönlichen Vorwürfe gegen den Lektor [...] entschieden zurück« und stellt fest, dass »die geforderte Transparenz der Entscheidungen des Kuratoriums [...] nicht dahingehend verstanden werden [kann], daß die Begründungen der Annahme oder Ablehnung von Förderanträgen öffentlich gemacht werden«. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung werde »über die zukünftige Arbeit und die Entscheidungsstrukturen des Deutschen Literaturfonds beraten«.</p>
<p>Eine entsprechende Agenturmeldung hat die <a href="http://www.faz.net/s/Rub1DA1FB848C1E44858CB87A0FE6AD1B68/Doc~E92892EADABE946A8A2503FA7F6B2593D~ATpl~Ecommon~Scontent.html"><em>FAZ</em></a> am 1. Mai auf ihrer Internetseite kommentarlos veröffentlicht (ebenso der <em><a href="http://derstandard.at/?url=/?id=2431885">Standard</a></em> u.a.). Kritik (oder Häme?) deutet bislang einzig das <em>Deutschlandradio</em> an, das in seinen <a href="http://www.dradio.de/kulturnachrichten/20060502100000/drucken/">Kultur-Kurznachrichten</a> vom 02.05. einleitend fragt: »Ist der Deutsche Literaturfonds eingeknickt?«<br />
(Nachtrag: Offenbar hat auch Frau von Lovenberg in der <em>FAZ</em> die neuerliche Entscheidung des Literaturfonds kommentiert, allerdings nicht online – was vielleicht auch besser so ist&#8230;)</p>
<p>Interessanterweise ist der nicht minder bedeutende <a href="http://www.volltext.net/publish/artikel_12013.shtml">Nachsatz</a> zur oben zitierten Pressemitteilung noch von keinem Medium aufgegriffen worden. Er lautet:</p>
<blockquote><p>Ergänzend dazu bitten die Herausgeber der Zeitung »Volltext« den Literaturfonds mitzuteilen, daß zur Refinanzierung der Sondernummer auf Annoncen aus der Buchbranche verzichtet wird, um anderen Kulturzeitschriften und den Literaturbeilagen von Tages- und Wochenzeitungen auf diesem Gebiet keine Konkurrenz zu machen.</p></blockquote>
<p>Ob das begrüßenswert ist?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>addendum (03.05.06):</strong> <em>Welt</em>-Autor Uwe Wittstock <a href="http://www.welt.de/data/2006/05/03/881471.html">tritt nochmal nach</a>&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>addendum (20.05.06):</strong> Sprach ich oben bereits vom »Ende der Debatte«? Nun, das war voreilig, denn:</p>
<blockquote><p>Die Literaturzeitung Volltext verzichtet auf das für Frühjahr 2007 geplante Kooperationsprojekt mit dem Deutschen Literaturfonds zur Produktion einer gemeinsamen Sonderausgabe. Der nach wie vor anhaltende Erklärungsaufwand, der infolge der medialen Diskussion um das Projekt entstanden ist, erfordert den Einsatz von Arbeitszeit in einem Ausmaß, das für einen kleinen Verlag ökonomisch nicht tragbar ist – dies umso weniger, als im Rahmen der Kooperation kein Geld an Volltext geflossen wäre und Einnahmen nur der Refinanzierung der Sonderausgabe gedient hätten.</p></blockquote>
<p>Das teilte die Literaturzeitung gestern auf ihrer <a href="http://www.volltext.net/publish/artikel_12138.shtml">Homepage</a>  mit (und über die Agenturen, siehe <a href="http://derstandard.at/?url=/?id=2452690">hier</a> und, mit ein bisschen Kommentar versehen, auch <a href="http://www.frankfurter-rundschau.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=886916">hier</a>) – und wirft der unseligen Debatte noch einen galligen Abschiedsgruß hinterher:</p>
<blockquote><p>Die Idee ein großes Projekt in Form eines Public Private Partnerships zu realisieren, kommt für den Literaturbetrieb offensichtlich zu früh.</p></blockquote>
<p>Felicitas von Lovenberg entgegnet darauf in ihrer heutigen <em><a href="http://www.faz.net/s/Rub5A6DAB001EA2420BAC082C25414D2760/Doc~E8609AE2D77344E34876B22705265BE0D~ATpl~Ecommon~Scontent.html">FAZ</a></em>-Glosse, in der sie die <em>Volltext</em>-Redaktion für ihre »kluge Entscheidung« ausdrücklich lobt, dass dieser Vorwurf so nicht berechtigt sei:</p>
<blockquote><p>Es ist vielmehr so, daß der Literaturfonds als Verteiler öffentlicher Mittel Markteingriffe dieser Größenordnung keinesfalls hätte befördern dürfen. Das haben die Verantwortlichen bei »Volltext« offenbar eher erkannt als das Kuratorium des Literaturfonds. »Volltext« hat die Notbremse gezogen. Die Irrfahrt des Fonds dürfte damit indes nicht beendet sein.</p></blockquote>
<p>Übereinstimmend mit ihr kommentiert Uwe Wittstock in der heutigen <em><a href="http://www.welt.de/data/2006/05/20/889507.html">Welt</a></em>:</p>
<blockquote><p>Bezeichnend ist, daß der Knoten in diesem Konflikt von den »Volltext«-Redakteuren durchschlagen wurde. Vorstand und Kuratorium des Literaturfonds sahen noch Anfang des Monats trotz heftiger Einsprüche keinen Anlaß, ihre Entscheidung zu korrigieren.</p></blockquote>
<p>Dem <em><a href="http://www.echo-online.de/suedhessen/template_detail.php3?id=374398">Darmstädter Echo</a></em> gegenüber äußerte der Lektor des Literaturfonds, Gunther Nickel, Verständnis für die Entscheidung, aber auch Bedauern: </p>
<blockquote><p>»Das wäre eine gute Sache gewesen.« Das Scheitern sei die Folge einer Kampagne, die mit Hass und Neid geführt worden sei. Sie schade auch dem Literaturfonds: Die Aussichten für weitere Kooperationsprojekte beurteilte Nickel pessimistisch.</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>P.S.:</strong> Mit Unterstützung des Deutschen Literaturfonds konnte die <em>Kritische Ausgabe</em> im vergangenen Jahr eine Reihe von Lesungen und Diskussionen durchführen, die als Begleitprogramm einer von ihr mitorganisierten <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/313/">Lehrveranstaltung</a> zum Verfassen literaturkritischer Texte stattfand. Zu Gast waren in diesem Rahmen die Schriftsteller <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/205/">Norbert Gstrein</a>, <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/224/">Katja Lange-Müller</a>, <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/246/">Guy Helminger und Enno Stahl</a> sowie der Verleger <a href="http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/186/">Stefan Weidle</a>. Eine Auswahl der auf dieser Grundlage entstandenen Autorenportraits, Interviews und Rezensionen ist in unserer Zeitschrift und hier im Online-Magazin veröffentlicht worden. Eine weitere Veranstaltungsreihe – öffentliche Werkstattgespräche mit SchriftstellerInnen – ist derzeit in Planung.</p>
<p>Des weiteren konnten wir durch die Förderung des Literaturfonds in unserem demnächst erscheinenden Frühjahrsheft konzeptionell etwas (für uns) völlig Neues wagen: nämlich literarische Texte (Lyrik und Prosa) in kommentierter Form zu präsentieren – kommentiert, wohlgemerkt, von den jeweiligen AutorInnen selbst hinsichtlich der Entstehung, des literarischen oder auch biographischen Hintergrundes, der Arbeitsweise und intertextueller Referenzen –, um damit den Herstellungsprozess der Textur, des literarischen Gewebes, sichtbar zu machen. Für dieses Projekt wurden bekannte ebenso wie bislang noch wenig beachtete SchriftstellerInnen gewonnen, darunter Dieter M. Gräf, Alban Nikolai Herbst, Adrian Kasnitz, Thomas Lehr, Jasna Mittler, Jan Wagner und Uljana Wolf. Mehr dazu in Kürze.</p>
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