Erkundungen des weiten Feldes Familie
Release-Party der Kritischen Ausgabe mit Lesung und Musik am 14. Juni
Redaktion, 7. Juni 2010
»Familie ist ein weites Feld. Wer sich mit ihr beschäftigt, muß fest vor Augen haben, was er von ihr wissen will, sonst verliert er sich«, stellte John von Düffel unlängst in einer seiner Bamberger Poetikvorlesungen fest. Dem weiten Feld der Familie ist auch das jüngste Heft der Kritischen Ausgabe gewidmet. Literarisch und literaturwissenschaftlich erkunden die Beiträge ein Thema, das jeden betrifft. Familie ist, das zeigt sich allerorten, etwas »irgendwie Normales« und in der Vielzahl der möglichen (und unmöglichsten) Konstellationen etwas Besonderes.
Das Heft und die Weite des Feldes Familie präsentiert die Redaktion am kommenden Montag, dem 14. Juni, ab 20 Uhr im KULT 41 in Bonn mit einer »Release-Party«, einem Mix aus Lesung und »Musik, die zum Thema passt« …


»Du bist Deutschland« – so lautete vor ein paar Jahren der Slogan einer großen Werbekampagne, die es sich zum Ziel gesetzt hatte, ein neues deutsches Nationalgefühl heraufzubeschwören. Sieben in Deutschland lebende Künstler nahmen diesen Slogan zum Anlass, sich die Frage »Wer bin ich?« zu stellen. Die individuellen Antworten werden vom 6. bis 24. Mai 2010 in einer Ausstellung in der Rheinlandhalle in Köln-Ehrenfeld präsentiert. Diese zeigt verschiedene Sichtweisen auf das Leben in Deutschland, die sich in ebenso vielfältiger Weise in allen Bereichen der bildenden Kunst manifestieren …
Ein Samstagabend im schönen Köln. Der Winter scheint endlich das Feld zu räumen, den ganzen Tag hat die Sonne geschienen. Haben nicht sogar ein paar Vögel in den Bäumen gezwitschert? Wie auch immer: Es ist ein Abend, an dem man Spaß haben möchte. Mit dieser Erwartung sind die Menschen ins Schauspielhaus gekommen, haben es bis auf den letzten roten Sessel besetzt. Worum soll es eigentlich nochmal genau gehen heute Abend? Barock, oder? BAROCK?!? Um Gottes Willen, bitte nicht! Die Angst vor Sonetten und Memento Mori lässt einige Herrschaften im vorderen Parkett schon kurzatmig werden. Doch da haben sie ihre Rechnung ohne die beiden Chefprotagonisten des Abends gemacht.
»I’m in love with a fairytale«, hieß es im vergangenen Jahr beim Eurovision Song Contest in Moskau. Gut möglich, dass dieser Satz auch am kommenden Mittwoch in Bonn fällt, wenn Mila Pavicevic im LVR-LandesMuseum ihren Kurzgeschichtenband Ice Girl and other fairy tales vorstellt. Denn mit der Märchenhaftigkeit ihrer Geschichten wird die junge Kroatin, so versprechen es zumindest die Veranstalter, »Erwachsene und Kinder gleichermaßen in ihren Bann ziehen und die die Grenzen zwischen Realem und Übernatürlichem, zwischen Möglichem und Unmöglichem verschwimmen lassen«. Zum Beispiel mit dem Märchen vom namenlosen weißen Clown, der nach einem Schlangenbiss in der Wüste einsam verstarb und dessen rote Clownsnase heute als Stern am Firmament funkelt, im Sternbild des Großen Spielers, hinten, auf der anderen Seite des Nordens.
Am Samstag, 28. November 2009, ging es im Hörsaal 9 der Universität Bonn emotionsgeladen her. Das bereits seit zwei Jahren in Diskussion stehende Projekt eines neuen/alten Festspielhauses ließ das Kolloquium »brennpunkt beethovenhalle« zu einem – wie es der Titel schon richtig traf – ›Brennpunkt‹ hitziger Diskussionen und empörter Gemüter werden.
Crauss, der selbst bei Wikipedia nur unter »Crauss« auftaucht, und Neuner, welcher den »Florian« vor seinem Nachnamen noch nicht leugnet, geben am kommenden Freitag eine Vorstellung ganz eigener Art. Zwischen den Kacheln der alten Küche des Hotels Beethoven in Bonn erwartet die Zuschauer ab 20 Uhr eine Mischung aus verschiedenen Mixturen zweier Autoren, die sogar bereit sind zur Suppenkelle zu greifen.
E – so lautet der vielfach interpretierbare Titel des Werkes, aus dem der Spanier Javier Salinas am 2. September ab 19 Uhr im LVR-LandesMuseum Bonn lesen wird. E – das ist der auch Name der monologisierenden Hauptfigur. Im mehrfachen Sinne wird Salinas am kommenden Mittwoch »Europa (er-)lesen«, ganz im Sinne der Lesereihe »Reading Europe«, als deren zwölfter Gast er an- und auftritt …
Die literarische Tour d’Europe der Kritischen Ausgabe geht weiter – und das gleich im Doppelpack: Paris meets Wien in Bonn, heißt es am kommenden Mittwochabend, wenn Alban Lefranc und Michael Stavarič im buchLaden 46 aus ihren aktuellen Werken lesen. Dabei sind unsere beiden Gäste in gewissem Sinne selbst eine Verkörperung des europäischen Kulturaustausches …
»Europa« hat sich die Kritische Ausgabe in der ersten Jahreshälfte auf die Fahnen (und das aktuelle Heft) geschrieben. Denn das kulturelle Europa ist überaus lebendig und vielfältig. Und wer wäre zum Beweis dessen besser geeignet als einer, der in zwei europäischen Hauptstädten studierte, neben deutschen Literaturstipendien bereits einen österreichischen Literaturpreis erhalten hat und zudem zum Kader der AUTONAMA zählt, der deutschen Nationalmannschaft kickender Autoren? Noch dazu, wenn derjenige nicht nur Schwedisch, schreiben und stürmen kann, sondern auch noch singen? 