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Crauss.

Winkelzüge

Am Rande der Sprachlosigkeit

Spaziergang in phantastischen Dichterlandschaften: Zu den Poetikvorlesungen Urs Widmers

Julia-Rebecca Riedel, 28. September 2009

Vom Leben, vom Tod und vom Übrigen auch dies und das – die Vorlesungen über Poetik, die Urs Widmer im Januar und Februar 2007 an der Universität Frankfurt hält, sind eine Spurensuche. Eine Suche nach den Spuren, die Sprache in der Literatur hinterlässt – bei dem, dem sie entrinnt, bei dem, dem sie entgegeneilt. Die Suche wird zur Sehnsucht. Sehnsucht: tief und klar in gleicher Weise.

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you are hear:

tokyo – superdichte stadtbeschleunigung

Crauss, 2. Mai 2009

es gibt nicht viele bücher, die japan, insbesondere tokyo zu beschreiben vermögen, ohne in gegensatzpaaren zu verharren. der architekt Wolfgang Koelbl befand sich 1996/97 im rahmen eines projektstipendiums in tokyo, ein phänomen zu umreissen, das er als »superdichte« bezeichnet: die grösstmögliche konzentration urbaner situationen. in seinem lustvoll geschriebenen, halbtheoretischen buch tokyo superdichte erklärt er die stadt als nicht abgrenzbar und streicht den begriff des innen und aussen (in einer stadt / im zentrum oder davor; vor oder in einem gebäude) zugunsten angemessenerer kategorien, nämlich des glatten raums versus der räumlichen insel …

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Selbstauslöser

Was war und was sein wird – Günter Grass’ »Die Box«

Simak Büchel, 19. Dezember 2008

Bei der Box, die Günter Grass’ neuestem Buch zum Titel verhalf, handelt es sich um eine Kastenkamera der Firma Agfa, die in den 1930er Jahren auf den Markt kam. Soweit die Fakten, der Rest ist märchenhaft.

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Gedeutete Wirklichkeit

Das Märchen von Frau Holle

Matthias Fallenstein, 24. Oktober 2008

In einem literaturhistorischen Vortrag zum Thema »Fakten und Fiktionen« kommt Ruth Klüger auf eine wichtige Unterscheidung zu sprechen, die man berücksichtigen muss, wenn man sich dem unbequemen Thema der Wirklichkeit nähern will, ohne sich in die unendlichen Horizontverschiebungen philosophischer Erörterung zu verlieren. Es ist die Unterscheidung von Ding und Deutung …

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Sherlock Holmes und das Geheimnis der Bayard-Papiere

Pierre Bayards kriminalkritischer »Freispruch für den Hund der Baskervilles«

Guido Rohm, 15. Oktober 2008

Kürzlich erst weilte ich wieder einmal in der Baker Street, bei meinem alten Freund Holmes, der mich auf Tee und Kokain zu sich eingeladen hatte. Sie können sich sicherlich vorstellen, wie sehr es mich freute, dem berühmten Detektiv wieder einmal von Angesicht zu Angesicht gegenüber zu sitzen. Beide pressten wir uns eng in die Ohrensessel, entzündeten unsere Pfeifen und lauschten dem Prasseln des Kaminfeuers. Und es prasselte, obwohl es warm genug war. Wahrscheinlich prasselte es aus atmosphärischen Gründen.
»Mein lieber Holmes, was macht eigentlich Watson?«, unterbrach ich die brennenden Holzscheite.

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Gott verdamme mich oder: Basara schreibt besser

Zu Svetislav Basaras »Führer in die innere Mongolei«

Guido Rohm, 16. September 2008

Rezensionsexemplare treffen ein, man blättert, sieht sich die Einbände an, murmelt mit Sabber in den Mundwinkeln vor sich hin, erinnert sich an die ersten Leseerlebnisse, oh ja, grandiose Stunden waren das, angefüllt mit Abwesenheit, hatte da nicht jemand gerufen, und ehe man sich versah, schrieb man selbst, vielleicht geschult an den Romanen von Thomas Mann, versuchte man sich mit viel zu langen Sätzen, die manchmal noch aus einem heraus brechen. Kurze Zeit liest man Hemingway. Dann werden auch die eigenen Sätze kürzer.

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Doping

Der bücherBrief – Diesmal: Über Schriftsteller, Schauspieler und Sportler auf Speed

Holger Schwab, 16. August 2008

Bei Schriftstellern gehört ein lockeres Verhältnis zu Drogen fast schon zum guten Ruf. Von sechs amerikanischen Nobelpreisträgern für Literatur waren vier Alkoholiker: Steinbeck, Hemingway, Fitzgerald und Faulkner. Bei Edgar Allan Poe streiten sich noch heute die Biographen, ob er nun opiumsüchtig war oder im Delirium tremens seine bekannten wilden Anfälle bekam. Niemand kommt deshalb auf die Idee, ihre Bücher nicht zu mögen …

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Kulturkampf

Der bücherBrief – Diesmal: Über den wachsenden Einfluss der Fundamentalisten auf die Gesellschaft und den Buchmarkt

Holger Schwab, 8. Januar 2008

Die Jahreszeiten-Wimmelbücher von Rotraut Susanne Berner gehören zu den erfolgreichsten Kinderbüchern seit langem – in Deutschland und auf der ganzen Welt. Nur in Nordamerika nicht …

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Pippi

NEUE KOLUMNE: Der bücherBrief – Diesmal: Zum 100. Geburtstag von Astrid Lindgren

Holger Schwab, 13. November 2007

Am 14. November wäre Astrid Lindgren 100 Jahre alt geworden. Gestorben ist sie im Jahr 2002 mit 94 Jahren. 1945 erschien zum ersten Mal »Pippi Langstrumpf« als Buch. Als Astrid Lindgren das Manuskript einreichte, musste sie in einem Begleitbrief noch darum bitten, nicht das Jugendamt zu unterrichten – ihre Kinder seien wohlerzogen …

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»Man kann keine Trends auswählen, nur gute Texte«

Ein subjektiver Streifzug durch die Reihen der Bachmannpreis-Kandidaten 2007

Marcel Diel, 26. Juni 2007

Morgen beginnen in Klagenfurt die 31. Tage der deutschsprachigen Literatur – und ich gestehe: von 18 teilnehmenden Autorinnen und Autoren kenne ich gerade mal zehn zumindest dem Namen nach …

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Brecht?

Paraphrase, leicht verwirrt & teilmontiert

Marcel Diel, 14. August 2006

[Anm. d. A.: Dieser Text erschien zuerst in »Kritische Ausgabe« 1/1999 und wird hier gnadenlos wiederverwertet.]

Aber kann man uns wirklich vorwerfen, wir hätten uns zu seinem Hundertsten nichts einfallen lassen? Zum Beispiel die tolle 3sat-Reihe, die einiges an Raritäten zu bieten hatte. Oder der wiederaufgewärmte »Skandal« um Brecht und die Frauen. Überhaupt: Waren unsere Spielpläne und Universitäten nicht seiner Stücke voll? Gab es etwa nicht genügend Fernseh- und Radiofeatures zum Thema, waren nicht auch die Zeitungen satt vor lauter Brecht? Und dann der Biermann-Abend im November: War das nicht höchst lehrreich? Ja, sogar die Marxisten haben wir uns angehört (passend zum anderen Großjubiläum: 30 Jahre 68er). Und hat nicht Suhrkamp, dies alles zu krönen, eine Sonderausgabe der Werke Brechts in Leder (wofür man sie allesamt kreuzigen sollte!) auf den Markt gebracht? …

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Die Spieluhr Heine

Gedanken zum Gedenken

Marcel Diel, 22. Februar 2006

SpieluhrDieses neckische Ding ist eine Spieluhr – oder wie der Fachmann sagen würde: ein Handkurbel-Spielwerk –, das ich im Sommer 1994 in Rüdesheim erworben habe, einem dieser Rhein-Wein-Örtchen, die gemeinhin als »romantisch« gelten, weshalb dort zu jeder Jahreszeit hordenweise Touristen aus aller Welt einfallen, um die Straßen zu verstopfen, die Cafés zu fluten und Kitsch aus chinesischen Souvenirfabriken zu erwerben. Doch grollen möchte ich ihnen nicht, den Spurensuchern der Rheinromantik, war ich doch damals[TM] selbst einer, mit meiner ersten Freundin auf der ersten längeren Tour mit meinem ersten eigenen Auto …

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Irgendwie passend: Kneipenschild in Düsseldorf ;o)Der Kanon, das ewige Gespenst der Literaturwissenschaft: So mancher Forscher, Kritiker und Autor hat sich bereits als Exorzist versucht und ist mehr oder minder kläglich an der – sagen wir mal: Eigendynamik des Diskurses gescheitert. Von den einen als längst überkommenes Instrument der Klassifizierung, ja der Indoktrination verschrien, von den anderen immer wieder als notwendige Orientierungshilfe in Schule und Studium beschworen, fristet der Kanon eine geradezu paradoxe Existenz: Obwohl in Gänze inhaltlich unbestimmbar, ist er dennoch präsent – in den Lehrplänen der Schulen und Universitäten etwa, vor allem aber in unseren Köpfen …

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Das aktuelle Heft


Aktuell

In der K.A. plus

Eine »essentielle und essentialistisch gesellschaftliche Grundlage«
Die neue Kritische Ausgabe widmet sich dem Thema Familie in der Literatur
Der Bibliotheken-Engel
Manfred Poser wurde schon Hilfe vom Engel zuteil, aber verlassen sollte man sich nicht auf ihn – sein Auftauchen ist eine Gnade
Erleuchtete Dichter
Die Erleuchtung durchs Frühjahr wird kommen – und bis dahin tröstet uns Manfred Poser mit erleuchteten Dichtern
Raunende Dialoge am warm-wirren Strand.
Ein investigativer Sonntagsbesuch in der Ausstellung »James Cook – Die Entdeckung der Südsee«
Zwischen Klischee und Realität »sehen« lernen
Auslandserfahrungen unserer Korrespondentin aus Paris
Aus der Redaktion

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