»Heute ist sein Werk Gegenstand globaler Diskussion«
Oder: Strategie der Exkulpierung und Apologie in biografischem Gewand – Zu Reinhard Mehrings Carl-Schmitt-Biographie
Klaus Popa, 24. August 2010
Es erfordert allerhöchste Sorgfalt der recht schwierigen Problematik ›Carl Schmitt‹ mit biografischen Mitteln gerecht zu werden. Die Belobigung mancher Rezensenten, Reinhard Mehring habe die bisher beste Biografie Schmitts geliefert, scheint dieses Kriterium außen vor gelassen zu haben. Die zweigleisige Verfahrensweise des Biografen erweckt jedoch ernsthafte Zweifel, dass diese Biografie es schafft, Schmitt und sein Werk ins rechte Licht zu rücken.


Von Kim Jong Ils Leidenschaft für den Film ist einiges bekannt, so etwa seine eindrucksvolle Kinemathek, die weit mehr als 20.000 Filme umfassen soll. Der Westen hat sich das Wissen um die Vorliebe, die der Geliebte Führer für den Film hegt, in der Vergangenheit wiederholt zunutze gemacht, um recht offensichtliche propagandistische Lügen zu verbreiten –, so etwa die Legende um die vermeintliche Entführung des Regisseurs Shin Sang Ok, dem es Kim Jong Il, nachdem die Bedingungen im kapitalistischen Süden des Landes durch die Zensur zum Ende der siebziger Jahren unerträglich geworden waren, ermöglichte, in Nordkorea drei Filme zu drehen, die von Fachleuten mit Recht zu den besten seines Werkes gezählt werden.
Die Informationsfülle im Internet bietet nur wenig orientierenden Überblick über das gesamte Tagesgeschehen. Schnell geht dabei etwas unter, das einen im Grunde auch interessiert hätte. Die Alternative heißt bis heute Tageszeitung, in deren Feuilleton man zum Beispiel auf eine Rezension des Albums Der Schein trügt der Berner Band Schöftland stoßen konnte …
Ben Hecht. Ein Name, der vielleicht nicht jedem bekannt ist, aber hinter dem sich eine Erfolgsgeschichte verbirgt, die den amerikanischen Traum beschreibt, wie er in den Köpfen der Menschen verankert ist. In der Folge seines Lebens arbeitete er an sechzig Filmen, u.a. an Howard Hawks’ Scarface, Alfred Hitchcocks Spellbound und Notorious, sowie an Billy Wilders Extrablatt und lieferte Ideen für fünfzig Hollywood-Produktionen in denen sein Name nicht auftaucht. Der, im Gegensatz zu Deutschland, in Amerika deutlich bekanntere Drehbuchautor hat nach Jahren in Hollywood ein zweiseitiges Verhältnis zu der gigantischen Filmfabrik, wie in dem Buch Von Chicago nach Hollywood deutlich wird.