Früher, vor dem Mauerfall, als ich selbst noch schrieb und Freunde hatte, die auch schrieben; als wir alle natürlich Germanistik studierten und uns zumindest gelegentlich in der ›Rostlaube‹ der FU Berlin aufhielten – damals gab es unter uns ein Dogma: Einen Roman, der in der ›Rostlaube‹ spielt, kann man nicht schreiben. Nun spielt Ulrich Peltzers Roman Teil der Lösung nicht in der ›Rostlaube‹ und nur angelegentlich in der Germanistik der Humboldt-Universität, aber natürlich war das damals sinnbildlich gemeint: Ein Roman, der zu dicht an der eigenen Lebenswelt dran ist, übernimmt, was er an vermutlich eben doch zufälligen Realien der eigenen Umgebung kriegen kann – so ein Roman kann nicht funktionieren, denn er wird immer diesen unangenehmen Beigeschmack von Banalem, von Überdruss und Luxushaftem unserer angeblichen Probleme haben. Wenn der literarische Anspruch der eigenen Erfahrung untergeordnet wird, entsteht in aller Regel vor allem Anspruchsloses.