Die Sinnsuche der roten Rächer
Spannend, fesselnd, unterhaltsam, zwiespältig, geheimnisvoll – all dies sind legitime Begriffe, um Qualitäten eines Buches zu beschreiben. Was aber, wenn das betreffende Buch kein Roman ist, kein Krimi oder Thriller? Wenn es stattdessen die Autobiografie eines Angehörigen einer militanten Untergrundorganisation, die tatsächlich existierte, ist – oder zumindest zeitweise behauptet, dies zu sein? Mittlerweile sind wir uns ja recht sicher, alles über die Generation der 68er zu wissen, was man wissen muss. Seit ihrem vierzigjährigen Jubiläum wurde ihr mit vielen, die Stereotypen oftmals bestätigenden medialen Beiträgen ein wuchtiger Sargdeckel gezimmert, allen voran durch den mythomanischen Film Baader Meinhof Komplex von Bernd Eichinger. Übriggebliebene Köpfe aus dem gemäßigten wie dem militanten Spektrum geben sich entweder der ewig gleichen Selbstbeweihräucherung hin (Rainer Langhans), sind in eine völlig andere politische Richtung abgedriftet (Horst Mahler) oder bewahren ihr arrogantes, uneinsichtiges Schweigen (Verena Becker).

Er kommt wie aus dem Nichts und geht ins Nichts: Der letzte Badegast, ein Fremder, der dem Bademeister im Schwimmbad einen Besuch abstattet. Er erzählt ihm unterschiedliche und absurde Geschichten, stellt keine Fragen und sein Redefluss wird lediglich durch regelmäßige Ohnmachtsanfälle des Bademeisters unterbrochen. Es sind Geschichten von seinen Eltern, die unterschiedlicher nicht hätten sein können, die sich über alles stritten und den Sohn auf gegensätzliche Weisen zu erziehen versuchten. Geschichten über das Wasser und das Schwimmen und über Ungeheuer, die die Schwimmer verschluckten.
Der Entschluss, die Beethovenhalle abzureißen, stand kurz bevor. Für den Neubau eines neuen Festspielhauses gab es die Wahl zwischen von zwei kostspieligen Designerikonen, von denen eine am Standort der Beethovenhalle erstehen sollte. Viele Bürger waren ratlos, es schien keine Möglichkeit zu geben ihre Stadthalle aus der Nachkriegszeit zu retten. Im April 2010 kam dann die Nachricht, dass der Oberbürgermeister und die Vorstandsvorsitzenden der drei Bonner Dax-Unternehmen die Pläne ein Festspielhaus zu bauen vorerst nicht weiter verfolgen werden. Der Unmut der Bürgerschaft und Aktionen für den Erhalt der Halle waren nicht ganz umsonst, wie sich zeigte. Erst einmal ist die Beethovenhalle der Zerstörung entgangen. Ein großes Aufatmen geht durch die Gemeinde der Bürgerinitiative »ProBeethovenhalle« und wahrscheinlich auch durch eine ganze Reihe weiterer Bonner Bürger, die die Beethovenhalle lieben gelernt und sich besonders in den letzten Monaten für ihren Erhalt eingesetzt haben.