Dann geschieht es einfach
Kunstgeschichte, Literatur und Philosophie lautet die Studienkombination, die der Journalistin Swantje Karich den Karriereweg ebnete. Was in einer kleinen Buchhandlung in tiefer Provinz mit dem Schreiben von Kurzkritiken begann, hat seinen (vorläufigen) Höhepunkt gefunden in Kritiken über Ausstellungen zeitgenössischer Kunst und über Kunst allgemein – als Redakteurin für das F.A.Z.-Feuilleton. Und dass ein solcher Job über gut vorbereitete und vielfältig interessierte Geisteswissenschaftler auch schon mal ganz unverhofft hereinbrechen kann, das schildert Karich in ihren Antworten zu unserem Fragebogen.

Vom historischen zum mythischen Faust – und weiter zum Radio: So verlief, kurz gefasst, der bisherige Karriereweg des Journalisten Wolfgang Bender. Zehn Jahre hat er studiert, zehn Tage nach seinem Studienabschluss war er Volontär und wechselte danach schnurstracks zum Westdeutschen Rundfunk. So ging schließlich also doch alles »zipp zapp« für den (laut freiwilliger Selbstauskunft) »Dauerquassler« seit Schulzeiten. Welche Vorbereitungen auf dem Weg zum Radio-Journalisten sonst noch notwendig waren, verrät Bender in unserem Fragebogen für »Germanisten, die es geschafft haben«.
»Warum einer wurde, was er wurde – und wie: Das ist immer interessant«, meinte Fritz J. Raddatz einmal. Das gilt nicht nur für prominente Germanisten wie Peter Wapnewski, auf dessen Autobiographie sich Raddatz’ Aussage bezog, sondern auch für andere Studienabsolventen. Zumal, wenn sich aus den individuellen Erfahrungen eines »Germanisten im Beruf« mehr gewinnen lässt als launige Anekdoten – eine berufliche Orientierungshilfe für Sprach- oder Literaturwissenschaftler zum Beispiel.
Die Verbindung von Poesie und Performance in Wettberwerbsform bringt Poeten mit unterschiedlichsten Texten auf die Bühne, löst die Wörter vom Papier und macht Literatur zu einem gesellschaftlichen Ereignis. Nach ihrem Durchbruchsieg bei der deutschsprachigen U 20 Poetryslam-Meisterschaft 2005 in Leipzig hat sich die Bonner Germanistikstudentin Nadja Schlüter fest im nationalen Slamgeschäft etabliert. In ihren Texten reflektiert sie eindringlich Lebenssituationen und erzählt Anekdoten, die manchmal leichtfüßig-naiv, manchmal mit großer Wucht aus dem Feld des Selbsterlebten herauskommen.
Im März 2005 sprach er mich an, bei einem der Poetry Slams in den »wilden Mit(t)-Nullern« in der Schaubude, wo er wieder mal auf Platz Eins gelandet war. Konspirativ flüsternd mitten im Kneipenlärm: Er wolle in die Zeitung, wie man das mache. Da war Klavki schon drin, als jemand, der mit seinen performativen Textaktionen Aufmerksamkeit erregte, mit seinen seltsam erhellenden Flüchen, die er durch die Mikros der Slams jagte, durch die er in Kiel und rasch darüber hinaus bekannt wurde. Jetzt ist er 36-jährig gestorben
Zum dritten »Fest des jüdischen Buches« lädt die Jüdische Gemeinde in Duisburg am Sonntag, den 15. März ein. Von 11 bis 19 Uhr dreht sich in der Synagoge am Duisburger Innenhafen alles um Literatur, unter anderem werden Robert Schindel, Lena Gorelik und der israelische Autor Assaf Gavron dort lesen. – Mit Organisatorin Liliana Ruth Feierstein sprach Stefan Andres.