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»und ich male mir aus, was vorher noch dastand«

Auch das zweite Album der Schweizer Band Schöftland ist eine abwechslungsreiche Bilderreise

Ein unbeschriebenes Blatt oder – um auf die Texte von Floh von Grüningen anzuspielen – eine unbemalte Leinwand, sind Schöftland nicht mehr, auch wenn viele das denken können, da sie die Band bislang noch nicht wahrgenommen haben. Doch ihre vielgelobte erste Langspielplatte Der Schein trügt hat einige Erwartungen geweckt. Allein die Vielseitigkeit dieser Platte aus dem Jahr 2010 hat die Latte sehr hochgehängt und ein wenig stellte sich die Frage, was kann danach noch kommen?


Die Magie der Straße ist nicht einzufangen

Felix Meyers CDs Von Engeln und Schweinen und erste Liebe / letzter Tanz

»Wir sind Felix Meyer«, so stellte Felix Meyer sich und seine Band auf einem Straßenkonzert in Stralsund vorletzten Sommer auf einer Fußgängerzonenkreuzung vor. Schnell war die Gruppe von Zuhörern umringt - ein Phänomen, das ich vergangenes Jahr in Köln erneut beobachten konnte, wo sie am Abend noch ein Saalkonzert spielten.
Man merkt ihnen schnell an, daß sie schon viel zusammen gespielt haben. 15 Jahre seien sie bereits gemeinsam unterwegs, verrät ihre Homepage. Kein Wunder also, daß sich die Band einen eigenen Stil erspielt hat, wie man spätestens jetzt, da mit erste Liebe / letzter Tanz ihre zweite CD erschienen ist, bemerken kann.


Ein Schatten geweckter Erwartungen

AaRON enttäuschen mit ihrem zweiten Album Birds in the Storm

»I'm just an empty bottle in the night« singen AaRON in der zweiten Strophe von »Ludlow L«, dem ersten Lied auf ihrem neuem Album Birds in the Storm. Bedauerlicherweise scheinen diese zitierten Worte genau das auszudrücken, was das neue Album der Band AaRON ausmacht.


Junge Musik als »Buchstützen« junger Literatur

Mit Bookends bietet der Mairisch Verlag eine spannende Entdeckungsreise durch neuere deutschsprachige Musik

Musiktexte lesen – nein danke! Gedichte singen – vielleicht, aber muß eigentlich auch nicht sein. Öder Stampfbeat zu deutschen Texten, gebrüllt, gerotzt, gesprochen zu seichten Gitarrentönen oder Klaviergeklimper? Und das als Coverversion oder in braver Liedermachertradition? Was die Veröffentlichung von Bookends im Hamburger Mairisch Verlag, bei dem die Verbindung zwischen Literatur und Ton nichts Neues ist, zusammenhält, ist Verschiedenes im Verschiedenen.


Ein gezähmtes Monster

Die kanadische Band Wintersleep lässt auf ihrem Konzert in Köln die Schwarzmalerei hinter sich und nutzt ungeahnte Möglichkeiten

Die Indiepopgruppe »Wintersleep« (Foto: © Dustin Rabin)Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie Musik in ihren Bann ziehen kann und man die Welt um sich herum vergisst. Jüngstes Beispiel ist das Konzert der Indiepopgruppe Wintersleep vom 6. September in Köln. Die Band aus Halifax, Nova Scotia in Kanada besteht aus fünf Mitgliedern. Am Schlagzeug: Loel Campbell, E-Bass: Mike Bigelow, Gitarre und Gesang: Paul Murphy, Keyboard und Gitarre: Jon Samuel (seit 2006) und Tim D’Eon. Ihre Musik ist ein Mix verschiedener Elemente von Bands wie den Editors, Joy Divsion, und auch ein wenig von Arcade Fire oder der amerikanischen Folkrock-Band Blitzen Trapper. Während sie vor vier Jahren bei ihrer ersten Europatour noch als Geheimtipp galten, konnten sie sich durch ihre beiden neuen Alben Welcome to the Night Sky (2007) und New Inheritors (2010) ein breiteres Publikum gewinnen und begeisterten das Luxor in Köln. Dabei hat die Band in den letzten Jahren eine hörbare Entwicklung durchgemacht.


Der Schein trügt

Warum das Leben ohne Tageszeitung ärmer wäre – am Beispiel der Berner Band Schöftland

Die Band Schöftland (Foto: © Schöftland, Bern)Die Informationsfülle im Internet bietet nur wenig orientierenden Überblick über das gesamte Tagesgeschehen. Schnell geht dabei etwas unter, das einen im Grunde auch interessiert hätte. Die Alternative heißt bis heute Tageszeitung, in deren Feuilleton man zum Beispiel auf eine Rezension des Albums Der Schein trügt der Berner Band Schöftland stoßen konnte


Kein Ende in Sicht

Die Bands Fehlfarben und Tocotronic beweisen mit ihren neuen Alben, dass die Popmusik noch lange nicht tot ist

Ist Popmusik am Ende? Eine Frage, die mehr und mehr Statement-Charakter annahm, beschäftigte gegen Ende des letzten Jahres mal wieder so manchen Feuilletonisten, der mit dem Tod Michael Jacksons gleich noch ein historisches Ereignis bei der Hand hatte. So titelte beispielsweise das SZ-Magazin: »Verfallsdatum abgelaufen. Die Ära des Pop ist vorbei«. Das ist der Stoff, aus dem Schubladen- und Epochendenken gemacht ist. Kaum endet ein Jahr/Jahrzehnt/Jahrhundert, wird zusammengefasst, abgeschlossen, resümiert, totgesagt.


Perfektionierte Langeweile

Das Debutalbum Music for a while der französischen Band Revolver ist eine Sammlung der Ideenlosigkeit

Revolver: Music for a while (Cover)Irgendwie kann man über viele Platten sagen: »Alles schonmal dagewesen«. Doch selten zeigt es sich so extrem und störend, wie bei dem ersten Album der französischen Band Revolver, Music for a while. Die Arrangements, die Harmonien, selbst den Bandnamen, gab es schonmal. Revolver war und ist eben auch eine deutsche Hard-Rock Band, die in den 80-ern in der Scene zu gewisser Bekanntheit kam und Ozzy Osbourne 1982 auf seiner Europatour begleitete. Die Band aus Paris gründete sich 2006 und hat gerade ihr erstes Album veröffentlicht.


Ein Stück des Wegs gehen alle gemeinsam

Die Hamburger Band Halma verrät ihre Herkunft kaum

Die Band: Halma (Foto: Gianni OcchipintiWissen Sie, über welche Ecken Element of Crime mit Velvet Underground zu tun hat? Oder The Black Heart Procession mit Pinback. Nein? Gut – brauchen Sie auch nicht. Es sind auch nur zwei Beispiele, wie verschiedene Bands miteinander personell verbunden sind. Mehr wissen Sie sicherlich zu den ganzen Projekten, die sich nach Auflösung der Beatles um die vier Musiker entwickelten. Die Musikgeschichte läßt sich mitunter wie ein Stammbaum lesen, der zeigt, daß jeder Musiker mit jedem indirekt etwas zu tun hatte. Eindeutig und direkt z.B. sind die Bezüge zwischen Fink und Halma.


»Just singing a song won’t save the world«

Mit seinem Album Fork on the Road wagt sich Neil Young erneut an ein politisches Thema der Zeit

»Weggabelung« als Übersetzung würde nicht ganz das Bildmotiv ergeben, das der Titel von Neil Young kürzlich erschienenem Album im englischen Original ausdrückt: Fork in the road. Zwar sind die USA, das Land, um das es in seinen politischen Songs immer geht, mit dem Sieg Obamas und seinen schnellen Handlungen nach seiner Machtübernahme an einer Weggabelung angekommen. »Maybe it's Obama/ But he thinks that he's too young« sang er 2006 in »Lookin’ for a leader« auf dem Album Living with war. Jetzt aber, wo diese Möglichkeit eines Nach-Bush-Präsidenten wahr geworden ist, ist es Zeit, sich neuen Themen zu stellen.


 

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