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Viel heiße Luft und ein lauter Knall

Sandra Strunz' Inszenierung der Buddenbrooks ist ein Spiel mit Konvention und Erneuerung

Laut und leise, brav und skandalös, konventionell und doch bizarr – kurzum: Eine Aufführung voller Gegensätze. Die Rede ist von Sandra Strunz' Inszenierung der Buddenbrooks nach dem Roman von Thomas Mann, die seit dem 17. November in den Kammerspielen in Bad Godesberg zu sehen ist. Während sich der Verfall der berüchtigten Kaufmannsfamilie im Buch allmählich herauskristallisiert, kommt er in der Bühnenfassung des Theater Bonn als dramatischer Bruch daher, der alle Erwartungen hinter sich lässt.


Caesar über den Dächern von Bonn

Bundeskunsthalle zeigt wieder Filme unterm Sternenhimmel

Großes Kino mitten in einer paradiesischen, geradezu märchenhaften Gartenlandschaft gibt es derzeit in der Bundeskunsthalle Bonn. Eine riesige Leinwand auf dem Dach des Museums lädt bereits zum vierten Mal zu interessanten Kinoabenden ein. Den Auftakt zu einem Reigen sowohl bekannter als auch unbekannter Filme machte in der vergangenen Woche der Hollywood-Blockbuster Hail, Caesar!.


Liebe bis in den Tod

Die Oper Bonn zeigt Wagners Der Fliegende Holländer ganz frisch und doch bescheiden

Zweieinhalb Stunden – keine Pause. So lange dauert die Inszenierung des Fliegenden Holländers für gewöhnlich. Im Vergleich zu späteren Werken Richard Wagners ist das zwar gar nicht mal so lang, doch wegen der Aufführungszeiten genießen gerade seine Opern den hartnäckigen Ruf Publikumsfolter zu sein. Die Aufführung an der Oper Bonn ist es jedenfalls definitiv nicht. Dazu tragen insbesondere die Musik, aber auch die grandiosen Sänger Dara Hobbs und Max Morouse bei.


Fukushima: Die Musik und der unsichtbare Schmerz

Die Oper Stilles Meer als Versuch einer musikalisch-ästhetischen Auseinandersetzung mit einer Jahrhundertkatastrophe

Eigens für die Staatsoper Hamburg komponiert, wurde am Sonntag, den 24. Januar, die Oper Stilles Meer in Hamburg uraufgeführt. Das Auftragswerk setzt sich künstlerisch mit den Folgen des Tsunami in Fukushima im Jahr 2011 auseinander. Die Oper versteht sich somit auch als Requiem für die Opfer der kollektiven Katastrophe in Japan vor 5 Jahren.


Mitten im Schnee

Der Film Büchner.Lenz.Leben ist mehr als nur eine Wanderung durch eine Textlandschaft

Es gibt nur wenige literarische Figuren, die wie Lenz aus der gleichnamigen Erzählung Georg Büchners auch an anderer Stelle immer wieder auftauchen. Kaum ein Werk übt bis in die Gegenwart hinein so eine Faszination aus – und das keinesfalls ausschließlich in der Literatur. Jüngstes Beispiel dafür ist der Film Büchner.Lenz.Leben. Poetische Reise in einen Text, den die Regisseurin Isabelle Krötsch mit dem Schauspieler Hans Kremer gedreht hat. Auf geradezu einfache Weise geht das Duo diesem Phänomen nach und zeigt, worin der Reiz von Büchners Lenz liegt.


Irrwege, Abwege und Wegbegleiter

Die eindrucksvolle Produktion Konsequenzen der Tanzkompanie bo komplex am Euro Theater Central Bonn

Direkt beim Betreten des Theaterraums läuft das Publikum auf die zwei in weiß gekleideten, in einem Holzbettkasten ruhenden Tänzer (Bärbel Stenzenberger und Olaf Reinecke) zu. Nicht nur in dieser friedvollen und sehr privaten, häuslichen Situation wird die beinahe unangenehm große Nähe und Intimität auf Anhieb spürbar. Sie bleibt auch während der Aufführung bestehen und macht sogar einzelne Muskeln der Tanzenden für den Beobachter genau sichtbar. Die Zuschauer passieren das übergroße Bett und verteilen sich links und rechts von der Bühne, die wie ein Laufsteg mit mehreren Stufen den kleinen Raum durchtrennt und wie die Tänzer in weiß gehalten ist.


Von Zeitreisenden und Schatzsuchern

Ein Jahresrückblick unserer Berlin-Korrespondentin Marion Acker

Alle Jahre wieder ist es soweit: Wenn alles glitzert und funkelt, die Weihnachtssterne blinken und sich das Jahr dem Ende zuneigt, dann ist die Zeit für Jahresrückblicke gekommen. Ein schöner Anlass, in dieser so ganz und gar nicht besinnlichen Hochzeit des Konsums, einen Augenblick innezuhalten und das Jahr Revue passieren zu lassen. Was bleibt von einem Jahr?


Furcht und Mitleid in der Disco

Chris Noldes Stück Hörsturz

»Dieses Stück sehen Sie am besten betrunken. Sie werden es brauchen.« Diese an das Publikum gerichtete Empfehlung stellt auf den Blick auf die samstägliche Partyszene ein, den Chris Noldes Stück Hörsturz bietet: einen ganz und gar nicht nüchternen Blick. Ob Trunkenheit dafür hilfreich oder womöglich gar Teil des Problems ist, diskutiert das Stück, das vom 24. bis 26. Mai in den Räumen des Bonner Collegium Musicum aufgeführt wurde und hier in erster Linie als Dramentext besprochen wird. Nolde und der Regisseur Marcus Brien haben sich laut Programmheft sogar noch mehr vorgenommen: Ihr Stück sei das »Psychogramm einer Generation, in der die Unfähigkeit, Verantwortung zu übernehmen, in Isolation und Narzissmus mündet«. Worum geht es also? Hält es, was es verspricht?


»in konzentrischen Kreisen immer weiter nach außen gehen«

Katie Mitchell bringt in der Kölner Halle Kalk Sebalds Die Ringe des Saturn auf die Bühne

Inszenierungen von Prosawerken finden sich immer häufiger auf den Spielplänen der Theater. Doch warum – so mag man sich fragen – wagt man sich an den Text eines Autors, der auf 350 Seiten die ›Wallfahrt‹ seines namenlosen Erzählers durch die englische Grafschaft Suffolk beschreibt und den Leser in langen Rückblenden an dessen oft weit abschweifenden Gedanken während der Wanderung entlang der ostenglischen Küste teilhaben lässt? Und wie kann dies gelingen? Regisseurin Katie Mitchell beantwortet diese Frage mit ihrer Bearbeitung von W.G. Sebalds Die Ringe des Saturn, die zur Zeit am Schauspiel Köln zu sehen ist, und einer ganz eigenen Theatersprache.


Skandallos gut

Frank Wedekinds Lulu im Schauspiel Bonn

Wütend zugeschlagene Türen, ein erregtes und laut protestierendes Publikum, sich vor Aufregung überschlagende Feuilletons – welcher Theatermacher träumt nicht von solch einem handfesten Theaterskandal? 


 

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