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Der türkische Antichrist

Wenn Männer Männer und Frauen Frauen lieben – und dabei Türken sind

»Alter, seh‘ ich aus wie ‘ne Schwuchtel oder was?!« Nein, natürlich nicht. Eine Schwuchtel hat eine bestimmte Körperhaltung, einen charakteristischen Haarschnitt und eine einprägende Stimmlage. Du hingegen hast volles, dunkles Haar, einen männlichen Körper und ständig umherwandernde Augen, die zu deiner aggressiven Körpersprache passen – du bist definitiv keine Schwuchtel.

Man will es vielleicht nicht glauben, aber gerade in türkischen Kulturkreisen ist das Thema Homosexualität mit einem gesellschaftlichen Tabu verbunden. Das liegt nicht zuletzt an der fehlenden Aufklärung; deshalb wird aus einem aus der Luft gegriffenen Stereotypen schnell eine Beleidigung kreiert. Fragen Sie doch mal einen Mitbürger mit türkischem Migrationshintergrund, was genau eigentlich eine Schwuchtel ist. Sie werden erstaunt sein über die Definition, die man Ihnen liefert.

Doch eine wichtige Frage, die mit dem Feststellen dieses Faktums einhergeht, ist folgende: Wie sieht es eigentlich mit dem Anteil an türkischen Homosexuellen in Deutschland aus?


Eine Suche nach dem Fundament des Umweltgedankens

Die Entdeckung der Nachhaltigkeit von Ulrich Grober

In der Antrittsrede des US-Präsidenten Barack Obama ist »nachhaltig« ein wichtiges Wort – doch es steht ebenso in verschiedenen Werbetexten. Gegen die drohende Beliebigkeit zeigt Ulrich Grober mit sehr umfangreichem und tiefgründigem Überblick vielschichtige Hintergründe und Wurzeln des Begriffes, der für ihn zum »Weltkulturerbe« gehört.


Gewinne, Verluste und Hoffnungen

Ein Jahresrückblick des K.A.-Chefredakteurs Benedikt Viertelhaus

Reunions sind seit spätestens den 90-er Jahren an der Tagesordnung und bei vielen Bands wäre es wohl ehrlicher gewesen zu sagen, wir machen dann halt mal ne Pause und schauen, ob wir später mal wieder etwas zusammenmachen. Endgültig dagegen klang die Trennung der britischen Band DODGY. Die Band mit dem oft fröhlich druckvollen Britpop, mal mit melancholisch bedächtigen Liedern, die zu einer Zeit begannen zu musizieren, als der Begriff bestenfalls schwammig vorformuliert war, kam nie recht auf dem Kontinent an. Kein Wunder also, daß dieses Comeback hier als keines wahrgenommen wurde. 1993 erschien mit The Dodgy Album das Debut, 1996, als die damalige Britpopwelle gerade nur abebbten konnte, mit Free Peace Sweet das letzte Album in Urbesetzung. Die Trennung von Sänger Nigel Clark, der eine Solokariere startete, führte zu einer Umbesetzung, die eine logische musikalische Umorientierung brachte, mehr Blues, weniger Melodie. Daß sie in der Urbesetzung noch einmal spielen würden, war daher unwahrscheinlicher als bei all den sonstigen Reunions.


Entdeckt: Ein Vorfahr der Literaturadaptionen im Comic

Ein Jahresrückblick unserer stellvertretenden Chefredakteurin Ute Friederich

Der Trend der Adaptionen literarischer Klassiker in Comicform war auch im zu Ende gehenden Jahr ungebrochen und wid sich wohl auch im kommenden fortsetzen. Doch was zeichnet eine gute Umsetzung der literarischen Vorlage eigentlich aus? Ein Blick auf Hans Hillmanns vor mehr als 30 Jahren entstandenes Fliegenpapier liefert Antworten auf diese Frage.

 


Günter Grass' Gedicht ›Was gesagt werden muss‹: Der Intellektuelle, sein Skandal und die Folgen

Ein Jahresrückblick unseres Redakteurs Michael Preidel

Über Literaturereignisse im sich zu Ende neigenden Jahr zu schreiben, ohne Günter Grass zu erwähnen, fällt schwer. Ein Jahresrückblick kommt um ihn im Jahr 2012 nicht herum. Das liegt nicht nur daran, dass der Schriftsteller in diesem Jahr 85 Jahre alt geworden ist und es damit wieder Zeit war für seine berüchtigten Kopfstände, sondern auch dass nicht nur das Feuilleton eine Zeitlang durch die Veröffentlichung seines Leitgedichts ›Was gesagt werden muss‹1 in einigen europäischen Zeitungen und die heftigen internationalen Reaktionen darauf, bestimmt wurde.


Berlin – (K)eine Stadt der Liebe

Ein Jahresrückblick unserer Korrespondentin Marion Acker

Ich lebe nun seit einem Jahr in Berlin. Noch nicht lange genug, um »Bulette« statt »Fleischküchle« zu sagen. »Fleischküchle« klingt einfach lieblicher. Lieblich ist Berlin ganz und gar nicht und will es auch nicht sein. Berlin ist keine Stadt der Liebe. Aber Berlin ist voll von Kunst und die Kunst handelt viel von Liebe. Der Liebe in ihrer mannigfachen Manifestation – ihrer tragischen, rationalen, göttlichen und komischen Gestalt – widme ich daher meinen Jahresrückblick. 


Zombies, Monster und Mutanten

Über die Faszination aktueller Untergangszenarien

Stellen Sie sich vor, die Welt geht heute unter. Aber es ist kein schneller Untergang, kein »Big Bang« und das war’s. Es ist eine zunächst überlebbare Katastrophe, nach der Überlebende in Ruinenstädten umherirren und über den Sinn von all dem philosophieren können. So jedenfalls zeigen es aktuelle Vertreter fiktiver Untergangszenarien. Doch es sind keine realistischen Hochrechnungen für den Ernstfall, sondern Kassenschlager, preisgekrönte Fernsehserien und Videospiele, die den Rezipienten zugleich verstören und faszinieren. Dabei mischen Macher und Autoren moderne mit alten Gruselmythen. Was entsteht sind einzigartige Gesellschaftsbilder in den »letzten Tagen der Menschheit«. Doch was ist eigentlich das Fesselnde am Untergang unserer Spezies?


Ausgespielt hat sie noch lange nicht

Gegenwart und Zukunft der gamescom

Mehrere Monate ist es her, dass die gamescom, deutsche Leitmesse in Sachen Video- und Computerspielen und digitaler Unterhaltungselektronik im Allgemeinen, ihre Tore geöffnet und wieder geschlossen hat.  Schwarzseher waren sich sicher, dass dies die letzte Messe dieser Art sei. Eine Branchenkrise also auch in Köln? Nie wieder Daddeln in den Messehallen? Von wegen. Wer dort gewesen ist, weiß, wie es wirklich um die gamescom steht.


Der Stephen King-Roman in der Hegel-Gesamtausgabe, Band drei

Eine Betrachtung Bonner Bücherregale

Dass mit dem Besitz von Büchern ein Distinktionsgewinn verbunden ist, weiß jeder – zumindest jeder, der Bücher hat. Wenn man sich gerade durch einen Gedichtband von Celan oder den neuen Danielewski hindurchgequält hat, dann hat es etwas überaus Befriedigendes, sich von anderen gebildeten Mitmenschen die eigene Leseerfahrung gewissermaßen zertifizieren zu lassen, indem man beiläufig das gelesene Buch aus der Umhängetasche herausschimmern oder es noch eine Weile auf dem Küchentisch oder anderswo liegen lässt, wo seine Existenz früher oder später auffällt. Die physische Präsenz des Buchs spielt dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle.


Letzte Sätze II

Manfred Poser schreibt noch einmal über Letzte Sätze – und verabschiedet sich von seinen Lesern

Zurück zu den Letzten Dingen. Auch Artikel zu letzten Sätzen sind nie das letzte Wort – so wenig, wie es letzte Sätze in Büchern sind. Erst einmal muss man zu einem möglichen letzten Satz kommen können. Ernest Hemingway schrieb im Oktober 1935 in seinem Monolog, an den Maestro gerichtet: »Sie müssen das lernen: einen Roman schreiben. Das Schlimmste kommt erst, wenn Sie das Ende finden müssen.«


 

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