Vampire mit Biss und Cowboystiefeln
Vampire sind überall. Sie verstecken sich in Videospielen und Fernsehserien, lauern zwischen bedruckten Buchseiten auf ahnungslose Opfer, schauen verführerisch von Postern in Teenagerzimmern und flimmern in überschminkter Nahaufnahme in Kinosälen über Leinwände. Kaum eine andere Mythengestalt kann es derzeit mit der Popularität der Blutsauger aufnehmen. Dass viele moderne Vampire es mit dem Mythos ihrer einstigen Vorväter nicht ganz so genau nehmen, ist zum Teil der wachsenden Vampirindustrie geschuldet. Fleißige Autoren bemühen sich, auch die letzten Winkel des überstrapazierten Trends auszuloten und eine eigene Version des Kinds der Nacht zu Papier zu bringen. »Schreiben Sie doch einfach irgendetwas über Vampire, das verkauft sich«, ist längst zu einem ein geflügelten Wort unter Verlegern geworden. P.C. Cast (House of Night), Stephanie Meyer (Twilight) und viele andere haben dies wörtlich genommen. Dabei wirken einige Vertreter der Spezies ›Vampyr litterarius‹ zahnloser als Graf Zahl aus der Sesamstraße. Doch es gibt auch einen Trend gegen den Trend: Und genau hier kommt American Vampire ins Spiel.
