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»Das Wort Krise ist nicht Ausdruck eines scheiternden Europas«

Bonner Nachwuchswissenschaftler wollen zeigen, wie sich Europa auch anders erzählen lässt

Europa steht nicht nur für Krieg und Krise, sondern auch für die versöhnliche Lösung von Konflikten in schwierigen Zeiten. Dass das nicht immer einfach ist, zeigt sich gerade dann, wenn über Grenzen – auch in den Köpfen – diskutiert wird. In einer Tagung an der Universität Bonn im Juni soll dies anhand von emotionalen Narrativen, die das Verhältnis von Freund- und Feindschaft exemplarisch verhandeln, und mit Blick auf die europäische Kulturgeschichte diskutiert werden. Im Interview erläutern die fünf Organisatoren nicht nur, weshalb diese Herangehensweise aktuell besonders interessant ist, sondern geben auch einen Eindruck davon, was sie dazu motiviert hat sich Europa auf diese Weise zu nähern.


»Was also war Dada?«, fragt der Autor Walter Mehring in seinem gleichnamigen Gedicht von 1959 und reflektiert dieses Thema in dadaistischer Manier. Mehr als ein halbes Jahrzehnt später steht dieselbe Frage erneut im Raum. Anlass bietet das Dada-Jubiläum 2016. Mehrere Bücher sind erschienen, die Wege aufzeigen wollen, wie man den Dadaismus auf Basis seiner eigenen Texte ergründen kann. Doch halten sie das, was sie versprechen? Unsere Redakteurin hat genauer hingeschaut und aus dem Meer der Neuerscheinungen zwei Bücher ausgewählt.

Stadttheater haben es nicht leicht. Immer wieder beginnen neue Schauspieler Engagements, bleiben, wenn es gut läuft, ein paar Spielzeiten und gehen dann wieder an eine neue Bühne. Einer davon ist Robert Höller, der seit 2013 in Bonn zu sehen ist und demnächst an das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin wechselt. Als Schauspieler, dessen Karriere im Fernsehen begann, absolviert er in der aktuellen Spielzeit des Theater Bonn ein ehrgeiziges Programm an Produktionen. Aktuell ist er beispielsweise im Stück Draussen rollt die Welt vorbei zu sehen. Im zweiten Teil des Gesprächs mit ihm geht es um den Stellenwert des Schauspielens in seinem Leben und die Rolle, die Regisseur Volker Lösch dabei spielt.

Das West-Eastern Divan Orchestra ist ein einzigartiges und zugleich gewagtes Vorhaben. 1999 vom Musiker Daniel Barenboim und dem Literaturwissenschaftler Edward Said gegründet, versteht es sich nicht nur als ein Projekt der Völkerverständigung, sondern auch – gerade in einer Zeit, die durch Konflikte wie im Nahen Osten gestört ist – als dringlicher Appell an die Menschlichkeit. In ihrem Buch Die Kraft der Musik berichtet die Cellistin Elena Cheah von diesem Unternehmen, indem sie gerade auch diejenigen zu Wort kommen lässt, die vom dabei entstehenden Geist der Freundschaft erzählen können.

Europa steht nicht nur für Krieg und Krise, sondern auch für die versöhnliche Lösung von Konflikten in schwierigen Zeiten. Dass das nicht immer einfach ist, zeigt sich gerade dann, wenn über Grenzen – auch in den Köpfen – diskutiert wird. In einer Tagung an der Universität Bonn im Juni soll dies anhand von emotionalen Narrativen, die das Verhältnis von Freund- und Feindschaft exemplarisch verhandeln, und mit Blick auf die europäische Kulturgeschichte diskutiert werden. Im Interview erläutern die fünf Organisatoren nicht nur, weshalb diese Herangehensweise aktuell besonders interessant ist, sondern geben auch einen Eindruck davon, was sie dazu motiviert hat sich Europa auf diese Weise zu nähern.