Inhalt abgleichen

Wallfahrt in die Vergangenheit

Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki als Meditation über Schmerz und Freundschaft

Haruki Murakami muss man dem deutschen Publikum wohl kaum vorstellen. Immer wieder hat der japanische Autor die deutsche Leserschaft erobert, zuletzt durch die Trilogie 1Q84 und Die unheimliche Bibliothek. Seit Januar liegt sein neuester Roman vor: Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki. Es ist eine Geschichte von einem Mann, der sich selbst als passiv und mittelmäßig empfindet, und, um die Frau seiner Träume zu erobern, dem Schmerz seiner Vergangenheit begegnen muss.


Direkt beim Betreten des Theaterraums läuft das Publikum auf die zwei in weiß gekleideten, in einem Holzbettkasten ruhenden Tänzer (Bärbel Stenzenberger und Olaf Reinecke) zu. Nicht nur in dieser friedvollen und sehr privaten, häuslichen Situation wird die beinahe unangenehm große Nähe und Intimität auf Anhieb spürbar. Sie bleibt auch während der Aufführung bestehen und macht sogar einzelne Muskeln der Tanzenden für den Beobachter genau sichtbar. Die Zuschauer passieren das übergroße Bett und verteilen sich links und rechts von der Bühne, die wie ein Laufsteg mit mehreren Stufen den kleinen Raum durchtrennt und wie die Tänzer in weiß gehalten ist.

Ein unbeschriebenes Blatt oder – um auf die Texte von Floh von Grüningen anzuspielen – eine unbemalte Leinwand, sind Schöftland nicht mehr, auch wenn viele das denken können, da sie die Band bislang noch nicht wahrgenommen haben. Doch ihre vielgelobte erste Langspielplatte Der Schein trügt hat einige Erwartungen geweckt. Allein die Vielseitigkeit dieser Platte aus dem Jahr 2010 hat die Latte sehr hochgehängt und ein wenig stellte sich die Frage, was kann danach noch kommen?