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Eine Reise zum Mittelpunkt des Zynismus

Thomas Bernhard lebt!

Alexander Schimmelbusch hatte einen Bedarf im Kopf. Die Murau Identität, ein Buch über Thomas Bernhards vorgespielten Tod und sein sich nahtlos anschließendes Aussteigerleben auf Mallorca sollte eine Marktlücke füllen. Denn seit Bernhards Tod und dem zugleich einsetzenden, Österreich weiten Aufführungsverbot gab es Bedarf an einem Nestbeschmutzer. Doch hat Schimmelbusch dabei Chancen verspielt, meint die Wiener Zeitung. Dort hätte man sich Hasstiraden gegen Koch- und Ratgeberbücher aus dem Mund eines fiktiven Thomas Bernhard gewünscht. Es sei doch auch eher eine Parodie auf den frühen Christian Kracht und keineswegs »bernhardesk«, so die ZEIT. Schön und gut, wieder ein hippes und kurzweiliges Popbuch. Doch ist das alles?


Alexander Schimmelbusch hatte einen Bedarf im Kopf. Die Murau Identität, ein Buch über Thomas Bernhards vorgespielten Tod und sein sich nahtlos anschließendes Aussteigerleben auf Mallorca sollte eine Marktlücke füllen. Denn seit Bernhards Tod und dem zugleich einsetzenden, Österreich weiten Aufführungsverbot gab es Bedarf an einem Nestbeschmutzer. Doch hat Schimmelbusch dabei Chancen verspielt, meint die Wiener Zeitung. Dort hätte man sich Hasstiraden gegen Koch- und Ratgeberbücher aus dem Mund eines fiktiven Thomas Bernhard gewünscht. Es sei doch auch eher eine Parodie auf den frühen Christian Kracht und keineswegs »bernhardesk«, so die ZEIT. Schön und gut, wieder ein hippes und kurzweiliges Popbuch. Doch ist das alles?

Direkt beim Betreten des Theaterraums läuft das Publikum auf die zwei in weiß gekleideten, in einem Holzbettkasten ruhenden Tänzer (Bärbel Stenzenberger und Olaf Reinecke) zu. Nicht nur in dieser friedvollen und sehr privaten, häuslichen Situation wird die beinahe unangenehm große Nähe und Intimität auf Anhieb spürbar. Sie bleibt auch während der Aufführung bestehen und macht sogar einzelne Muskeln der Tanzenden für den Beobachter genau sichtbar. Die Zuschauer passieren das übergroße Bett und verteilen sich links und rechts von der Bühne, die wie ein Laufsteg mit mehreren Stufen den kleinen Raum durchtrennt und wie die Tänzer in weiß gehalten ist.