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Rollenspiel

Daniela Dröschers Roman Pola

»Sie sind die Frau. Es ist Ihre Rolle. Sagen Sie es mir«, entgegnet der Regisseur Willi Forst seiner Hauptdarstellerin Pola Negri, als diese im Jahr 1934 bei den Dreharbeiten zur Ciné-Allianz-Produktion Mazurka die Gefühle der von ihr verkörperten Figur nicht versteht und es nicht schafft, überzeugende Tränen fließen zu lassen. Negri, polnische Stummfilmdiva mit glanzvoller Vergangenheit und ungewisser Zukunft, ist die Hauptfigur in Daniela Dröschers jüngstem Roman Pola. Sie hat an diesem Punkt ihrer Karriere bereits »dreiundfünfzig Filme, zwei Ehemänner und einen Weltkrieg überlebt«, eine wenig schmeichelhafte Abschiebung aus Hollywood hinter sich und so häufig die eigene Geschichte umgeschrieben, dass die Worte, die die Autorin dem Regisseur in den Mund legt, für Pola Negris Leben wie für den Roman Dröschers programmatisch scheinen.


»Sie sind die Frau. Es ist Ihre Rolle. Sagen Sie es mir«, entgegnet der Regisseur Willi Forst seiner Hauptdarstellerin Pola Negri, als diese im Jahr 1934 bei den Dreharbeiten zur Ciné-Allianz-Produktion Mazurka die Gefühle der von ihr verkörperten Figur nicht versteht und es nicht schafft, überzeugende Tränen fließen zu lassen. Negri, polnische Stummfilmdiva mit glanzvoller Vergangenheit und ungewisser Zukunft, ist die Hauptfigur in Daniela Dröschers jüngstem Roman Pola. Sie hat an diesem Punkt ihrer Karriere bereits »dreiundfünfzig Filme, zwei Ehemänner und einen Weltkrieg überlebt«, eine wenig schmeichelhafte Abschiebung aus Hollywood hinter sich und so häufig die eigene Geschichte umgeschrieben, dass die Worte, die die Autorin dem Regisseur in den Mund legt, für Pola Negris Leben wie für den Roman Dröschers programmatisch scheinen.

Das Ende des Subjekts, das Ende der Geschichte, das Ende der großen Erzählungen, das Ende der Metaphysik, das Ende der Realität, das Ende der Kunst … Untergangsprophezeiungen erleben in der zeitgenössischen Philosophie Hochkonjunktur. In der Diskussion um das Ende der Postmoderne findet das Enden vielleicht ein Ende. Und das Theater? Ebenso wenig wie die Fotografie das Ende der Malerei bedeutete, brachte der Film – trotz gegenteiliger Vorhersagen – das Ende des Theaters. Und das Drama? „Ende, es ist zu Ende, es geht zu Ende, es geht vielleicht zu Ende“, so lautet der frappierende Beginn von Becketts Endspiel. Was hier zu Ende geht, ist das Drama in seiner etymologischen Bedeutung als Handlung: Becketts anti-aristotelisches Drama verzichtet auf eine kausal logische Handlung und differenzierte Figurenpsychologie. Die Negation bestimmter Genrekonventionen geht einher mit der Transformation und Neuerfindung der dramatischen Gattung, nicht aber mit deren gänzlichen Abschaffung. Wo immer also großspurig das Ende verkündet wird, gilt es zu differenzieren.
 

»Alter, seh‘ ich aus wie ‘ne Schwuchtel oder was?!« Nein, natürlich nicht. Eine Schwuchtel hat eine bestimmte Körperhaltung, einen charakteristischen Haarschnitt und eine einprägende Stimmlage. Du hingegen hast volles, dunkles Haar, einen männlichen Körper und ständig umherwandernde Augen, die zu deiner aggressiven Körpersprache passen – du bist definitiv keine Schwuchtel.

Man will es vielleicht nicht glauben, aber gerade in türkischen Kulturkreisen ist das Thema Homosexualität mit einem gesellschaftlichen Tabu verbunden. Das liegt nicht zuletzt an der fehlenden Aufklärung; deshalb wird aus einem aus der Luft gegriffenen Stereotypen schnell eine Beleidigung kreiert. Fragen Sie doch mal einen Mitbürger mit türkischem Migrationshintergrund, was genau eigentlich eine Schwuchtel ist. Sie werden erstaunt sein über die Definition, die man Ihnen