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Post-Dramatik? Erzähl mir doch nichts!

Nina Tecklenburg entdeckt mit Performing Stories. Erzählen in Theater und Performance die Geschichten in der Performance-Kunst

Beinahe provokant mutet der Titel an, den Nina Tecklenburg ihrer Monographie gegeben hat, denn nach der postdramatischen Abkehr von geschlossenen Geschichten wird Narrativität auf der Bühne nach wie vor mit einer altbackenen und überholten Form dramatischen Theaters assoziiert. Tatsächlich jedoch, so versucht die Autorin anhand zahlreicher Beispiele zu beweisen, hat das Erzählen innerhalb theatraler und gerade auch in explizit als postdramatisch gel-tenden Bühnenformen, wie der Performancekunst, keineswegs aufgehört.


Beinahe provokant mutet der Titel an, den Nina Tecklenburg ihrer Monographie gegeben hat, denn nach der postdramatischen Abkehr von geschlossenen Geschichten wird Narrativität auf der Bühne nach wie vor mit einer altbackenen und überholten Form dramatischen Theaters assoziiert. Tatsächlich jedoch, so versucht die Autorin anhand zahlreicher Beispiele zu beweisen, hat das Erzählen innerhalb theatraler und gerade auch in explizit als postdramatisch gel-tenden Bühnenformen, wie der Performancekunst, keineswegs aufgehört.

Direkt beim Betreten des Theaterraums läuft das Publikum auf die zwei in weiß gekleideten, in einem Holzbettkasten ruhenden Tänzer (Bärbel Stenzenberger und Olaf Reinecke) zu. Nicht nur in dieser friedvollen und sehr privaten, häuslichen Situation wird die beinahe unangenehm große Nähe und Intimität auf Anhieb spürbar. Sie bleibt auch während der Aufführung bestehen und macht sogar einzelne Muskeln der Tanzenden für den Beobachter genau sichtbar. Die Zuschauer passieren das übergroße Bett und verteilen sich links und rechts von der Bühne, die wie ein Laufsteg mit mehreren Stufen den kleinen Raum durchtrennt und wie die Tänzer in weiß gehalten ist.